1900 / 70 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

E E E C R A A E T TEUE S

E E E E gie v

E E

Pud, und zwar:

Dex augenblickliche Lagerbeftand ftellt Ach wie folgt auf 3 170 000 , 7046 550. Pud 1 358 490 De F701 950 Pud 5234950 , estand . . T7000 Pud

Bestand am 1. Januar 1900 Angeführt per 29. Februar 1909

Ausgeführt per 25. R 1900 .

Theater und Musik. y

Im Königlichen Opernhause wird morgen Siegfried Wagners Oper „Der Bärenhäuter* zum dritten Male in der be- Seine Majestät der Kaiser und König ließ nah der gestrigen Festvorstellung von Nichard Wagners

General-Intendanten, Grafén von Hochberg, sämmtlichen Mitwirkenden den Ausdruck Aller- hôhfiseiner besonderen Anerkennung und Zufriedenheit übermitteln.

Im Köniolichen Schauspielhause gelangt morgen Ernst Erasmus“ zur Auf“

onnerstag, den

fannten Besetzung gegeben.

Oper „Der fliegende Holl nder* durch den

Bos Wildenbru('s Schauspiel „Die Tochter des übrung. 3. d. M,, stattfindenden Aufführung von

Arn Amanda Lindner beendigte frau von Orleans“, Thekla, „Maria

Beurtheilung.

Am Donnerstag, den findet die offentliche phonie- Abend der Königlihen Kapelle meister Weingartner?s lautet: Beethoven, Daoverkure zu „Egmont“;

22. März,

(leßteres unter Leitung des Komponisten).

Im Theater des Westens eröffnet in der morgigen Auf- führung der Halévy’schen Oper „Die Jüdin“ Herr Nicolaus Roth- Die Oper if neu ein-

Damen Goetl und

Steinmann, den Herren Steffens, Gernot und Philler besegt. Diri-

mühl als „Eleazar“ ein kurzes Gastspiel. studiert und in den Hauptpartien mit den

gent ist Herr Kapellmeister Bertrand Sänger. n

H. von Anderten's und B, Wolffs Lustspiel heater zur Erst-

aufführung gelangt, wird Fräulein Grethe Lorma in der weiblichen

welches am kommenden Sonnabend im Neuen T

Hauptrolle debutieren.

Als nächste öffentlihe Aufführung der „Deutshen Volks- Anzengruber's Bauernkomödie „Der G’wifsenswurm“ in Scene gehen. Als sechste Vorstellung wird dann eine Aufführung der „Pfarrrose* Otto Ludwigs folgen. Dieses kcaftoolle Drama,

Mal in Meiningen ge- geben wurde, errang dort einen durchschlagenden Grfolg Billets zu diesen Aufführungen sind im Bureau der „Deutshen Volfsbühne“

bühne“ wird

welches ers vor wenigen Wochen zum ersten

{W., Helmstraße 5) erbältlih.

Bei dem morgen, Mittwoh, Mittags 12 Ubr, in der Marien- Herrn Musikdirektors Otto Dienel werden mitwirken: die Gesanglehrerin Fräulein Maria Walter mit ihren SMalervunen J A Glise S M E fo Helene be e deE B A Tfihrung I Ta t A Weit bekannten bödhst-n Tage3mittel und Tagesmaxima an vielen Sonate von Bach, die sehste Sonate von Mendelssohn . sowie ein Terzett und ein Duett von Dienel. Der Eintritt ist frei.

Kirche statifindenden Orgelvortrage des

Mannigfaltiges. Berlin, den 20. März 1900.

Der Zweigverein Berlin des Vaterländishen Frauen- vereins ist seit Jahren bemüht, in seinen Schulen die haus- wirth schaftlihe Ausbildung junger Mädchen in den Kennt- niffsen zu fördern, die für eine Hausfrau des kleinen Beamten-, Hants- werker- und Arbeiterstandes nothwendig find; das in den Sgulen

bereitete Essen wird an Kostgängerinnen aus den Fabriken und gewerb- Vergütung verabreiht. Der

Schulen, die \ich immer mehr in gemeinnüßiger Weise entwickeln, der eigensten An-

i Königin, der Allerhöchsten Protektorin des Vaterländischen Frauenvereins. Mit Die Rücksicht auf dte jetzigen Konfirmationen wird darauf hingewiefen, daß in sämmtlichen Schulen : Eisc:nacherftraße 77, Bandelstraße 17, Simconitraße 27, Meyerstraße 38, Waldemarstraße 14

lihen Etablissements gegen geringe Verein folgt mit dieser Einrichtung der

regung Ihrer Matestät der Kaiserin und

d Allerhöchsten Befehl D In der guf Flleryamgen Seledt Es Joseph Lauff's

25. Di Schauspiel „Der Éisenzahn“ find die Herren Matkowsky und

Molenar sowie Fräulein Poppe in den uptrollen beschäftigt. äulein h E ten am Stadt-Theater in

reslau ein von groß:m Erfolge Ee Gasthel „Junge u 9

„Fournalisten“ und fand au von seiten der Presse eine glänzende

Mittags Generalprobe zum 9, Sym-

Leitung statt. Das Nameau, Suite;

Brahms, Symphonie in C-moll; R. Strauß, Tongediht „Don Juan“

verdienen wollen, wird

auszubilden. Die Kostén trag jährigen Kursus, 1 6 wöchentliches Den Schülerinnen bleibt es überla

ausgestellt. In den einzelnen Anmeldungen werden angenommen

Schulen Vormittags 11-12 Uhr.

Generalversammlung ab.

lichen 2c. Angelegenheiten, der Kaufmannschait zu erfreuen Vereins, in wel insgesammt von 2201 SHülerinnen

wurden ausgebildet 120 zu Stüßen der

12 Uhr, | 20 zu Industrielehrerinnen und 27

unter Kapell-

Programm | theil; neu geplant

Restaurant verabreihte arbeits-Atelier erzielte die Waschanstalt bei {us In der

37 556

„Im Exil“, fasse gewährte 27 Darlehen

13 770 4; die Vorträge ergaben

wiedergewählt.

das Königlihe Meteorolog

ungewöhnliß mildes

rten überschritten wurden.

Auch die Niederschläge wiesen im Doppelte der normalen unteren Oder sowie

trecken. Die Nieders{läge

woelher f liegen blieb und vielfach noch bis

niedriger im Südwesten bedingte,

Temperatur sank auch 8, und 9. über Zzntral-Europa

und Kreuzberg-

77, am 1. April ein neuer Kur sus beginnt. Mädéhen, Beltpe si alsDienftmä Sen, Wintbscpstedinerze fen Keben

| Lnge bei freiem Mittagessen.

elen find bei Frau ftrafé' 3 a, Nachumitiags e U Uhr, und bei den Lehreriünen der

Kursus zu betheiligen, in“ diesem alle wird Fe ein Zeugniß nicht

Der Lette-Verein hielt gestern Akend im Lettehause seine Der Verein, der gegenwärtig 1019 Mitglieder zählt, hat sich im leßten Jahre namhafter Zuwendungen Seiner Majestät des Kaisers und Köaigs, des Ministeriums der geift- Stadt Berlin und der Aeltesten der

gehabt. In den chen 847 Schülerinnen

entfallen auf die Handelsshule 961, auf die photograpbische Lehr- anstalt, welhe einen Zushuß von 5477 A erforderte, 87, auf die Gewerbeschule 1790, auf den Bureaukursus 45 und auf die Kunst- webeshule 18 Schülerinnen. Die Handels- und Gewerbeschule erzielte bei 46 178 M Ausgaben eine Einnahme von 59 183 „A Das Seminar für Haushaltungss{ullehrerinnen besuchten 32 Schülerinnen. Das Handarbeitslehrecinnen-Exramen ma

haltungs\{hule in der Elisabethstraße zählte 144 S@ülerianen. An dem Kochkursus für Krankenpflegerinnen nahmen 40 Schülerinnen

find Kurse Portionen. Das Kursthand-

18904 (A Einnahmen 9572 M Einnahmen 2800 4 Ueber- Segerinnenshule des 97 Seterinnen beshäftigt und 91 000 M an Löhnen ausgezahlt. Das Viltoriastift gewährte 157 Damen Unterkonft und hatte bei 29 231 Ausgaben Einnahmen in Höhe von 89281 M Das Stellen- vermittelunasbureau konnte bei 2781 gemeldeten

3673 Stellensuhenden 1029 Stellen vermitteln. in Gesammthöhe von 2279

Der Bazar brachte bei 1240 # Unkosten eine Gesammteinnahme von

Der Verein plant den Bau cines neuen Hauses und hat bereits in der verlängerten Moßstraße, m Luise Viktoriaplaÿ, ein größeres Terrain erworben, auf dessen ausgedebntem Hinterlande ein Schul- gebäude errihtet werden foll. Für den Neubau stehen 204 962 Á zur Verfügung. Die ausscheidenden Mitglieder des Vorstandes wurden

Ueber die Witterung im Monat Februar 1900 beritet iche Institut auf Grund der angestellten

Beobachtungen Folgendes: Gleich dem ersten Monat des Jahres war auch der Februar zu warm. Allerdings blieb die Temperatur in der ersten Monatshälfte hinter der normalen meist zurück; nachher indessen wurde es wesent Res und um den 25. trat etter ein,

Wesentlich diesen Tagen ist es zu- zushreiben, daß das Monatsmittel allenthalben, mit Ausnahme der nördlichsten Grenzgebiete, zu hoch war, im Südofsten bis zu drei Grad.

Uebershuß auf, zumal in Mittelshlesien und der Laufiß, wo das Menge

waren das ganze Gebiet zwishen der einzelne kleinere versprengte Bezirke zu

fielen am infolge des Frostwetter3

bedcckte in der Ebene bis zu 20 cm. in den Gebirgen bis zu 140 cm boch. In den ersten Tagen war die Temperatur bei schwacen, vor- wie-end \üdöstlißen Winden, welche koher Luftdruck im Nordosten,

Bom 6. ab trat jedo ausgesprohznes Froftwetter ein, da flache Depressionen nördliche Luftströmung und Schneefälle hervorriefen.

Nerein mit niedrigem Luftdruck im Süden östliche kalte Winde ver- ursahte. Vom 11. ab wurden wieder flache Depressionen maßgebend,

' ensunterbalt ben, si in diesen Kursen praktis rittsgeld für den halb-

nur an einem dreimonatigen

ftellen zu vergeben. Uhles, Thiergarten»

Schulen des neu eintraten, find

Kurse belegt worden. Davon

chten 34 Damen. Im übrigen Hausfrau, 10 zu Kammezjungfern, zu Kochlehrerinnen. Die Haus-

für Kinderernähruna. Das 1890 ,

Lettevereins wurden

Stellen und Die Darlehns-

einen Reinertrag von 1964

daß die für diese

größten Theil des Landes einen

ist; andererseits

gefallen Weser und

mittleren häufizften als Schnee,

in der erften Februarhälste über ten 20. hinaus den Boden

meist über dem Gefcierpunkte.

noh weiter, als ein am hinwegziehendes Maximum im

die anfangs eine geringe E

Temperatur im Gefolge en. :

von Norden her vorübergehend nah Deutschland vor,

tiefes Minimum über den britis B

hatten die öôftli Provinjen Nordostwoinde und

während im Westen * lebhafte Südwinde- rashe Erwärmun brachten, die mil dem Vorrücken jénes Minimums am 18, auch im Nordosten einseßte. Als die Depression am 22. nah Norden abzog, trat zwar vorübergehend bei westlichen Winden Abküblung ein, fie wurde ‘jedoch schon am 23. dur starke Erwärmung abgelöst. œs erschien nämli ein neues Minimum im Westen, das im Verein mit hohem Luftdruck im Südosten warme Südwinde und heiters Wetter herbeiführte Dieses Minimum wanderte in den beiden leßten Tagen über Deutschland hinweg und veranlaßte unter ergiebigen Regen- und Schneefällen sließlich wiederum einen kräftigen Temperatur-

„fturz. s

Im wissenschaftlihen Theater der „Urania“" wird der scenish ausgestattete Vortrag „Von den Alpen zum Vesuv“ morgen zum 50. Male wiedeïholt. Im Hörsaal spriht morgen Herr Franz Goerke über , Malerishe Wanderungen dur die Mark Brandenburg“,

Mit den soeben ershienenen Bläitern TB und TC (Gegerd: Friedrichshain, Friedenstraße, Landsberger Allee, Zentral-Viehbof) des Großen Straube’shen Uebers chtsplanes von Berlin (Verh. 1 : 4000) ift der Quadrant I, aiso das3 ganze nordöfstliche Niert el der Reichshauptftadt, das aaf neun Blättern (zu je 2 4) dargestellt if, vollständig geworden. Sowohl das Städtische Ver- messung8amt wie die den Plan in Kupferstih und ahtfahem Farben- druck ausführende kartographishe Anstalt von Jul. Straube (Gitschiner- straße 109) hat mit diesem ersten abzeschlofsenen Theil des großen Werkes eine an ihre Leistungsfähigkeit nit geringe Anforderungen stellende Aufgabe in anerkennentwertber Weife gelöst. Der ganze Plan von Berlin wird in etwa 40 Blättern zu je 2 46 zur Ausgabe gelangen; 18 Blätter sind bereits ershienen. Der Plan eignet sih wegen seiner guten Ausführung und Genauigkeit, der Angabe der Besißstandsgrenzen und der Bebauung jeden Grundftücks, sowie der Wiedergabe im richtigen Größenverhältniß alles Dargestellten zu ver- \chiedenartigster Verwendung. Die Verlagshandlung liefert ein Probe

blatt nebst Prospekt kostenfrei.

Budapest, 20. März. (W. T. B.) Von Kalocsa nah Pa ks heimkehrende Bauern, 25 an der Zahl, wellten tcoß berríhenden Sturmes über die Donau fahren. In der Mitte des fien \chlug das Fahrzeug um, und alle Insassen bis auf einen ertranken.

St. Petersburg, 20. März. (W. T. B.) Beim Brande eines einstôckigen Holzhauses hierselbst haben in voriger Nact vier Personen das Leben eingebüßt.

Kiew, 20. März. (W. T. B.) Wie die „Russische Telegraphen- Agentur“ meldet, stellt sich nah dem Aufthauen des Schnees jeßt heraus, daß bei dem dreitägigen Schneesturm, der Ende Februar Süd- west-Rußland heimsuchte, sehr viele Menschen ums Leben ge- fommen sind. Im Kiewschen Kreise allein wurden etwa 20 Leichen von Erfrorenen gefunden; auch in anderen Kreisen #ößt man auf Leichen von im Unwetter verirrten Menschen sowie solhe von

Pferden.

Nach Schluß der Redaktion eingegangene Depeschen. Wiesbaden, 20. März. (W. T. B.) Der König der Belgier is heute Vormittag hier eingetroffen. Kopenhagen, 20. März. (W. T. B.) Der britische Gesandte am hiesigen Hofe Sir Edmund Fane ist heute Vormittag gestorben.

(Fortsezung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten Beilage.)

Stmconstraße 27, Meyerstraße 88, Masnemarstraße 1 un) A0 ex | E

Wetterberiht vcm 20. März 1900, 8 Uhr Morgens.

us 506. A.

Stationen.

Temperatur

in 0 Cel

Bar. auf 0 Gr o Ju. d. Meeres\p. red. in Millim

on

Blacksod. . Christiansund Kopenhagen . StofZbholm . Haparanda Cork Queens- town .. . | 749 Cherbourg «. | 7951 lder. .. . | 794 bi: ¿ea pl O mburg . « | 757 winemünde | 760 Neufahrwafser| 766 Memel .…. | 752 Bars ¿vi | 00A ünster Wstf.| 754 Karlsruhe . . | 759 Wiesbaden. . | 795 München . . | 756 Chemnitz . . | 758 Berlin « .. | 758 Wien .... | 759 Breslau . . . | 760 Ile d’'Aix . . | 754 Nizza .…. . | 797 Triest .… „. | 760 Uebersicht der Witterung.

Die Wetterlage hat si seit gestern wesentli nit verändert. Unter der Wechselwirkung eines HocbdruckXgebiets im Nordosten und einer Depression im Westen dauert über Zentral-Europa die hwathe südöstlihe Lustströmung fort. In Deutschland ist das Wetter meist trübe und fast überall wärmer, die Morgentemveratur liegt in Nord- und Mittel- deutshland meistens über dem Mittelwerthe; stellen- weise if etwas Niederschlag gefallen.

Deutsche Seewarte.

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O U O3 A C3 E D S

Theater.

Königliche Schauspiele. Mittwoh: Opern- haus. 75. Vorstellung. Der Värenhäuter. In 3 Akten von Siegfried Wagner. In Scene gesegt vom Ober-Regisseur Teßlaff. Dekorative Ein- richtung vom Ober-Inspektor Brandt. Dirigent : Kapellmeister Dr. Muck. Anfang 7E Ut Fretie der Pläße: Fremden-Loge 12 M, Orchester- oge 10 Æ, I. Rang 8 46, Parquet 8 4, 11. Nang 6 M, III. Rang 4 #4, 1V. Rang Sigplaßy 2 M 50 4, IV. Rang Stebvlay 1 M 50 „s.

Swauspielhaus. 79. Vorstellung. Die Tochter des Erasmus. Sgauspiel in 4 Aufzügen von Ernst von Wildenbruh. B 7x Ubr.

Donnerstag: Opernhaus. D, ymphonie- Abend der Königlicheu Kapelle. Dirigent : Herr Kapell- meister Felix Weingartner. Anfang 7# Uhr. _— Mittags 12 Uhr: Oeffentliche Hauptprobe. Billet-Verkauf hierzu bei Bote u. Bock un Donners- tag von 11—12 Ubr im Opernhause. Die Theater- Billetkafse im Königlichen Opernhause bleibt am Donnerstag geschlossen.

Schauspielhaus. 80. Vorstellung. Auf Aller- böchitea Befehl: Der Eisenzahn. Historisches Ta in 5 Aufzügen von Josef Lauff. Anfang

S

Deutsches Theater. Mittwoh: Der Probe- fkandidat. Anfang 7# Uhr.

Donnérstaa: Weun wir Todten erwachen.

Freitag: Haus. Hierauf: Der grüne Kakadu.

Berliner Theater. Mitiwo: Amphitryou. Todtentauz.

Donnerstag: Libussa. Freitag (28. Abonnements-Vorstellung): Freilicht.

Schiller-Theater. (Wallner-Theater.) Mitt- wo, Abends 8 Uhr: Gebildete Menschen, Volks- ftück in 3 Aufzügen von Victor Léon,

Donnerstag, Abends 8 Uhr: Macbeth.

Freitag, Abends 8 Uhr: Gebildete Menschen.

Theater des Westens. (Opernhaus.) Mitt- woh: Erstes Gastspiel des Königlichen Kammier- fängers Nicolaus Rothmühl. Die Jüdin.

weites Gastspiel des Königlichen Kammersängers ticolaus Rothmühl und Gastspiel der Frau Pelagie Greeff-Andriessen vom Stadt-Theater in Frankfurt

a. M. Fidelio, Oper von Beet

Zirkus Schumann. Im eleganten, renovierten irkus Renz, ‘Karlstraße. Mittwoch, Abends präzise hoben 4 Uhr: Extra-Vorftelluug mit ganz besonvrrs

k gewähltem Programm. ._a.: Neu: The

Sonnavend: Volkstbümlihe Vorstellung zu balben | grtinecks. Der Riesenfrosch. Der Teufel

Preisen: Der Freischütz.

und der Geizhals. Die fliegenden Hunde des

Mister Wilkes. Der phänomenale Zockey Mister

Lessing-Theater. Mittweh: Wohlthätig- | Loyd. Die unerreiht dastehenden Driginal-

feitês- Vorstellung.

Donnerstag: Als ich wiederkam .

Freitag: Als ih wiederkam

Neues Theater. Siffbauerdamm 4a. Mitt- romantisch. phantaftische woch: Nate Kunst. Schwank in 3 Akten von

Georg Lehfels. Anfang 7# Uhr. Dennerstag: Nackte Kunst.

Freitag: Ein Ateliergehcimniß. onnabend: Zum ersten Male: Jm Exil. Lust-

Dressuren des Direktors Albert Schumann, der Schöpfer und Erfinder aller neuen Dressuren. s Neu: Ein muñfikalishes Entrée von 60 Damen. Zum M: Doctor Faust. Eine

andlung in 3 Abtheilungen

von Hof-Balletmeister A. Siems. S E S C

Familien-Nachrichten.

spiel in 3 Akten von H. v. Anderten und B. Wolff. | Geboren: Ein Sohn: Hrn. Landrath Rudolf

Residenz-Theater. Direktion: Sigmund Lauten-

von der Schulenturg (Oschetsleben). Eine T o hter: Hrn. Regierungs- Assessor Walther Fleck (Marburg).

b Ï Mi D . urg. Mittwoch: Die Dame _bon Maxim S Gestorben: Hr. Generalleut. z. D. Adalbert

dame de chez Maxim.) SGwank in A von Georges Feydeau. Uebersegt und bearbeitet von Benno Jacobson. In Scene geseßt von Sigmund

Lautenburg. Anfang 7

r. Donnerstag und folgende Tage:

Maxim. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr:

lfte ermäßigten Preisen: Der Schlafwagen-

outroleur.

von Frankenberg und Ludwigédorf (Berlin). Hr. Rittergutsbesißzer Ferdinand Mittelftaedt (Lissewo). Fr. Clara Dieckmann, geb. Nerlih (Berlin). Fr. Marie Jentsch, geb. von Waldow (Berlin). Fr. Oberleut. Jenny ck geb. von Schickfus und Neudorf (Ratibor). Verw. Fr. Rittmeister Antonie von Schachtmever, eb. Peche (Berlin), Stiftsdame Caroline von Hoffmann (Berlin). Frl. Ottilie von Woelckern (Merseburg).

Die Dame vou Bei bis über die

Thalia - Theater. ODresdenerftraße 72/73.) i t

Mittwoh: Im Himmelhof. Große Ausftattungs- 3 Akten von Jean

pofse mit Gesang und Tanz in Kren und Alfred S@önfeld. Smidt. Anfang 74 Uhr.

Donnerstag und folgende Tage: Jm Himmelhof.

Verantwortlicher Redakteur: Musik von Max Direktor Siemenroth in Berlin.

Verlag der Expedition (Scholz) in Berlin,

Sonnabend, den 24. März: Benefi für Emil | Hruck der Norddeutshen Buchdrukerei und Verlags?

Thomas. Jm Himmelhof.

Konzerte.

Sing-Akademie. Mittwoh, Anfang 8 Uhr: Klavier-Abeud von Bertha Visauska.

Anstalt, Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32. Elf Beilagen (einshließli4 Börsen-Beilage),

owie die Inhaltsangabe zu Nr. 6 des öffent- lichen Andcigers Cinschließlich der ues

Saal Bechstein. Mittwo4, Anfang 74 Uhr: | Nr, ® veröffentlichten Bekanntmachun Konzert des Tenoristen Leo Castel Fidárdo. | betreffend Kommaubitgesellchaften abi - vont

Donnerstag: Der Postillon vou Lonjumeau.

Freitag: (27. Freitag8-Abönnements-Vorstellung):

Mitwirkung: Vita Gerhardt (Geang) und Konzert- j und Aktiengesellschaften, für di

meiiter Anton Witek (Violine)

2, his 177 März 1900.

amt fortgeseßt.

zum Deutschen Reichs-Anz

Erste Beilage

Berlin, Dienstag, den 20. März

Berichte von deutschen Fruchtmärkten.

eiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

1900.

Qualität

gering

mittel gut Verkaufte

Gezahlter Prets für 1 Doppelzentner

Menge

niedrigfter t

bôchfter

niedrigster | hôchfter | niedrigster é A t t

Doppelzentner

Iulierbem mbén Gier“ vid Marktta p rwe

Verkaufs5- (Spalte 1 ves | 1d | Qu |

zentner Doppelzentner L 2 (Preis unbekannt)

Crone a. Br E 1400 C O a n s Moa E E 13,60 Grünberg C R E De e E N 14,10 e e U S 13,60 Giengen . . . * . . . . . . L T AS B S 11,90 c 14 40

Eon 26 s: rone a. r. . . . . . e . . . ,

S C o od O 12.00 Eilzicgan R e es 12,90 G e e eie ie aae 13,30 E ee rei 12,70 L 12,60 G e Es E 2e C s 12,50 G e a a 2 E xe 13 40

Ge 2 ¿1,60 Gleblea Sl. eo als o 7 11,00 i E 11,60 E e ae e Ee 11 00 L E, 12,00 E C E Es 15,20 Gei e E Ee S 15,20 E A n 11,30 Glogau . A E =

Crone a. Br. E A 11,60 C 11,50 u E 11,40 R e Qs F els 13,Cc0 ea E A 11,00

E s a e S 12,00 E E e e YER E Ee 13,40 s E e s 12,80 20. Ee S S 11,60 Glogau . 12,50

Bemerkungen. Ein liegender Strich (—) in den Spa

ten für Preise hat die Bedeutung, daß der betr

L Weizen. G 14 25 425 14,50 12,00 13,25 13,25 14,50 13 80 14,20 14,40 14,80 __— 14,40 14,10 14.60 14,60 15,10 13,60 13,80 13,80 14,00 —- _— 16,20 12,90 13,20 13,60 14,20 14,40 _ 14,50

Roggen.

13,90 | ¿3,00 —_— | 12,00 12,30 12 30 12,60 12 00 12,80 12,80 13,60 13,10 1330 | 13,50 13,70 13,30 —_— | 13,50 12,70 1329 | 13,20 13,70 12,60 12,80 1280 13,00

| —_ 15,60 12,80 13,10 13,30 13,40 13,49 13,55 13,55 13,70

Gerste.

11,60 ¡2.00 | 12,00 12,40 |

11,60 12,40 12,40 13,80 13,80 ¡2 00 12,60 | 13,00 13,60 14,09 11 C0 1200 | 12,00 13,00 13,00 12,00 12,50 12,50 12,75 12,75 15,20 15,68 | 15,68 16,20 16 29 15,20 —_ | 15,60 16,40 11.80 1230 12,80 13,30 14.30 13,00 13,00 | —”

Hafer. 11,60 1180 | 11,80 12,00 12,00 11,50 1185 i 11,85 12,20 12,20 11,60 1180 | 12,00 12,20 12 40 13 00 _— j 13,40 13,40 11,00 11,30 | 11,30 11 80 11,80 z 12,00 1220 | 1220 12,40 12,40 200 13,20 |. 14,00 100 13,40 13,68 | 13,68 14,00 14,00 60 12,80 | 13,00 13,80 47

2 800 14,00 14,00

13,80 13,80 16,20 16:60

14,45 14,40

12,95 13,10 13,33 13,33

12,80 12,80 | 15 60 15,80 |

13,55 13,55 |

13,50 13,50 | 16.3.

12,42 12,42 12. 3. 15,60 15,89 12. 3. 15/83 15,62 12. 3,

13,00 13,00 16. 3. 12,00 12,00 | 16.3.

2 440 12,20 1220 | 12.3. 1 350 13,50 13,60 | 8,3. 820 13,67 13,00 | 18/3. 621 13,23 13,24 | 123.

11,70 | 11,89 12,00 1250 13/30 12/50 s 12,60 12.60 50

ende Preis nicht vorgekommen ift, ein

628 12,56 12,55 16.3

Die verkaufte Men S Taf volle Doppelzentner und der Verkaufswerth auf volle Mark abgerundet mitgetheilt. Der Durchschnittspreis wi e rd aus den unabgerundet 1 f Punkt (. ) in den legten sechs Spalten, daß caliealemer Berit eUT

Deutscher Reichstag. 171. Sigung vom 19. März 1900, 1 Uhr.

Die zweite Berathung des Reichshaushalts-Etats für 1900 wird bei dem État für das Reihs-Eisenbahn-

Abg. Dr. Pachnicke (fr. Vgg.): Was das Reichs-Eisenbahn- au eigentlich bisher gethan hat, um den Artikel 45 der Beciafsung seinerseits in die Wirklichkeit überzuführen, darüber haken wir noch nihts erfahren, Nach diesem Artikel soll das Reich dahin wirken, daß die möglichste Gleihmäßigkeit und Herabseßung der Tarife er- zielt und insbesondere ein dem Bedürfniß der Landwirthschaft und Jadustrie entsprehender ermäßigter Tarif eingeführt werde. In Süd- deutsland ist man zu einer Ermetianig bereit ; das Hinderniß liegt in

ßen und beim preußi\chen Eisenba n-Ministerium. Der Minister Be Thielen will nur eine Vereinfahung der Tarife, keine Herab- ung, und auch die Vereinfahung will er nur im Interesse der Pun und Verminderung der Schalterbcamten, niht im Inter-

e des reisenden Publikums. Wie immer hat der Minister von Thielen Q für die Ablehnung der Ermäßigung mindestens drei aus\chlaggebende . e unter ihnen spielt natürlih auch die Stetigkeit der Ein- E men eine große Rolle. Dieser Grund fällt aber hin, wenn man die Gisenbak bctiähtlihe Steigerung der Einnahmen der preußischen bebal. ahnverwaltung ins Auge f4ßt; und sollte er troßdem Geltung i ten, so kämen wir aus der Zwickmühle niht heraus. Es steht L daß, wenn seiner Zeit Herr von Maybah nicht soviel herum- Bars, sondern fris durhgegriffzn hätte, der große Rücksshlag in müß innahmen, den der Péinister von Thielen jeßt gegen die Er- igung verwerthet, längst überwunden wäre. tedn e Élident des Reich3-Eisenbahnamts Dr. Schulz: Der Vor- S er wird sih nc:ch etwas gedulden müssen. Das Amt hat alles i was es an seinem Theile thun konnte, um die Verhandlungen ¡ufs eun Bundesregierungen über die Vereinfachung der P N (roße Ar Zur Erreichung solcher Vereinfachung ist die Be eitigung einer glei en Anzahl verschiedener Sonderbestimmungen nothwendig. Den Aus- cinfag wird man nur darin finden können, daß man das Niveau der Nort Tarife angemessen ermäßigt, so bei den Retourbillets. In fübre eutschland wird si cine weitere Ermäßigung radurch herbei- Schwi laffen, daß man das Freigepäck aufhebt. Die große fünfti erigkeit liegt in der Konstruktion des rihtigen Niveaus für die a dien Tarife, Darüber besteht keine Meinungsverschiedenheit, daß elei iranzen der Einzelstaaten Rücksiht genommen werden muß; in in der Gt ist Bes keine Einigkeit erreicht. Ferner sind die Einzelstaaten wegen eeilaliung hrer Tarife unabhängig, und es kann von Reichs preußis ein Zwang auf sie ausgeübt werden. Mit dem, was der bat e Minifter der öffentlichen Arbeiten in diesem Punkt erklärt us auh das Reihs-Eiscnbabnamt renen; ih hoffe dennoch, warteten endlihe Resultat noch etwas besser sein wird, als wir er- nahezu ber et a einfahen billigen Gepäcktarif ist die Einigung Abg. Calwer v . er (Soz.) behauptet, daß die preußishe Eisenbahn- Gebraugn8 von der - Uebermaht Preußens Braunschweig O gemadt habe, um die braunshweigishen Eisenbahn- „Antanzuseben. Redner sucht dies im einzelnen sowohl 5 A EIEN der Bahnen wie an der Art des Betriebs und Präsident des R eichs - Eisenbahnamts Dr. Schulz: In der lade sud bisher Beschwerden an das Reichs-Eisenbahaamt nicht ge- nerseits einzushreiten hat das Amt keinen Anlaß gehabt.

Mit der Betriebs\icherheit ist es auf den braunshweigishen Babhn- |

höôfen ebenso gut bestellt, wie anderswo. Gewiß sind eine Reibe von braunshweigishen Bahnhöfen des Umbaues bedürftig; sie werden wokl alle einmal an die Reibe kommen. Die vorgetragenen Be- {werden sind doch in der” Hauptsache örtliher Natur und gehören in die Einzellandtage. Der preußishe Ressort-Minister hat im

preußischen Abgeordnetenhause gelegentlich einer folhen B-schwerde | erklärt, daß der Präsident der braunshweiaischen Haadelskammer ihm |

seinen Dank für feine Fürsorge ausgesprochen habe;

Aba. Dr. Müller- Sagan (fr. Volkép.): Nach den Erklärungen des Präsidenten des Reichs. Eisenbahnamts sind die Hoffnungen auf eine baldige Tarifreform noch tiefer herabgestimmt worden. Gerade vom ÿeichs-Eisenbahnamt hat man bei seiner Gründung eine energische Initiative erwartet; heute sehen wir es entsagung8voll die Einsprüche des Ministers von Thielen respektieren. Wir als Volk8vz2rtreter können {ließlich rur an die öffentlihe Véeinung appellieren und von thr erboffen, daß fie sh mit ihrem Verlongen bei den widerstrebenden Faktoren endli durhsezt. Wie stark der Widerstand bis jeßt ift, hat sich deutlich gezeigt, als wir die billigen Tarife, welche für kommandierte Soldaten in ges{lossenen Trupps best-hen, auf den einzelnen Urlauber auszudebnen beantragten. Fc frage den Chef des Reichs-Eifenbahn- amts, wie er sich zu dieser Angelegenheit verhält. Durch die Aenderung in der Ausbildung der Mannschaften, durch die Friedensübungen auf den großen Korps-Uebungspläßze-n haben auch ote Einnahmen dec Eisentahn stark zugenommen.

räsident des Reihs-Gisenbahnamts Dr. Schulz: Die Befugniß des Bundesrath8, den Tarif für Militärpersonen festzuseßen, beruht auf vem Geseß für die Naturalleistungen für die a aats Macht im Frieden. Die frühere Unterscheidung zwischen auëgerüfteten und nichtausgerüfteten Mannschaften ist im Jahre 1887 beseitigt und der Saß allgemein auf 13‘ § für das Kilometer rormiert worden. Seitdem ist eine weitere Ermäßigung eingetreten; für dienstliche Transporte ist der Satz auf 1 4 herabgeseßt, weil es sio dabei um größere Kommandos bandelt, welde eine gute Ausnußung der Transportmittel gestatten. Dienstlihe Einzelfahrten kommen kaum in Frage. Bei Urlaubs- fahrten der einzelnen Soldaten ist die Ecmäßiguag nicht gewährt worden, weil der eben angeführte Grund in Fortfall kommt und der Say von 1 schon dch eine starke Ermäßigun gegenüber dem gewöhnlihen Tarife darstellt. Die Stellungnahme Hes Bundesraths zu der eventuell vom Reichstage zu fassenden Refolution wird ab- zuwarten sein. Die weitere Anreguyg, den Soldaten einmal im Jahre freie Fahrt nah der Heimath zu gewähren, findet in den be- stehenden Geseygen keinen Boden, der Bundesrath würde die Eisenbahn aqu Bib n So verlangt Berüesi i g. Stolle (Soz.) verlangt Berülksichtigung der Ansprüche der Eisenbahnbetriebs- Beamten und Arbeiter auf eine angemessene Nuhe- zeit. Die Ueberbürdung der Unterbeamten übershreite nahgerade alles Mon? die vers@iebencrtighen Dienstleistungen würden besonders auf den ahnhöôfen von den rbeitern verlangt. Daß die Zahl der Eisenbahnunfälle zunehme, sei nichts als die natürlihe Folge dieser einem falshen Sparsamkeits-System entsprungenen Ueberlaftung_ des einzelnen Beamten und Arbeiters. Das furchtbare Gisenbahn- unglück von Bischweiler habe sich am hellen Tage ereignet. Den Arbeitern dürfe die Berufésfreudigkeit niht genommen werden. Aber anstatt ihnen irgendwie entgegenzukommen, würden sie gemaßregelt, wenn sie \sih versammelten, um über ihre Lage zu be- rathen. So sei es dea Eisenbahnern in Sachsen und Preußen er- gangen; den höheren Eisenbahnbeamten träte man nicht entgegen, wenn sie sich zu Gesuhen um Gehalts- und Rangerhöhungen zu-

Sthritte zur Verbesserung derselben aus\prehen können; fei es do | ion vielfach so weir, daß der Dienst thnen nicht e:nmal mehr erlaube, uo Mittagessen zu sich zu nehmen. Auch Artikel 42 der Verfassung, wonach die Bundesregierungen verpflichtet seien, die deutschen Bahnen im Inters- esse des Verkehrs wie cu einheitlihes Ney verwalten zu lafsen, set seit 30 Jahren bestehendes Recht, aber ausgeführt werde er nit. No immer würden die unglautli®sten Umw--- für die sächsischen Exportgütec gewählt, damit nur dec preußische Eisenbahn-Fiskus nicht zu kurz komme. Die beweglichsten Klagen über diese dem Artikel 42 der Verfassung geradezu feindlihe Tarispolitik Preußens würden von der Leipziger Handelskammer erhoben.

Präsident des Reichs, Eisenbahnamts Dr. Schulz: Die Unfälle auf den Eisenbahnen haben in den leßten Fahren niht zu-, sondern abgenommen. Das Reichs-Gisenbahnamt hat keine Befugniß, gegen die Maßnahmen der einzelnen Staatsbahnverwaltungen den Eisen- | bahnbeamten-Bereinigungen gegenüber Stellung zu nehmen, soweit

nit Inter: fsen der Landesvertheidigunz und des allgemeinen Verkehrs in Betracht kommen. Diesen Interefsen wird jedenfalls durhch eine wohlwollende aber \trenge Disziplin gedient.

Sähsisher Bevollmä Htigter zum Bundesrath Dr. - Graf von Hohenthal und Bergen: Meine Herren! Aus den Worten des Borredners, Seiner Excellenz des Herrn Präsidenten des Reichs- Eisenbahnamts, baben sie {on entnommen, daß diejenigen Klazen, die der Herr Abg. Stolle in Bezug auf die Handhabung des Koalitionsrehts gegenüber den Eisenbahnarbeitern vorgebraht hat, eigentlich nicht vor dieses Forum hier gehören. Die Sache teht mit dem Reichs-Eisenbahnamt nur . in einem ganz losen Zusammenbang hon deswegen, weil dasselbe verfafsungs- mäßig niht in der Lage ist, in dieser Beziehung den Eisenbahnen Vorschriften zu mahen. De Angelegenheit if übrigens in aller Auzführlihkeit in der Sitzung vom 12. Dezember 1899 in der Zweiten Kammer in Dresden verhandelt worden. Ich brauche deêwegen hier des näheren auf die S3che nit einzugehen ; ih möchte nur auf eixige wenige Purkte aufmerksam machen. Der Herr Abg. Stolle hat im Verlauf seiner Rede gefragt: find die Arbeiter nicht Reichsangehörige ? Er hat an diese Frage die Deduktion geknüpft, daß den Arbeitern gegenüber die Bestimmungen der Gewerbeordnung nit als zu Recht bestehend anerkannt würden. Dem Herrn Abg. Stolle sheint entgangen zu sein, df die Eisenbahnarbeiter unter die Gewerbeordnung überhaupt nicht fallen; § 6 der Gerwerbeordnung bestimmt ausorüdlich, daß auf die Verhäitnisse der Eisenbahnen die Gewerbeordnung keine An- wendung zu finden hat. Hieraus {ließe ih, daß auch die bezügli des Koalitionsrechts bestehenden Bestimmungen der Gewerbeordnung auf die Eisenbahnarbeiter keine ‘Anwendung zu finden haben. Nun Ffönnte mir der Herr Abg. Stolle aber erwidern und ih will das fogleih vorweg nehmen —, daß, wenn fie au auf die Arbeiter, die im Betrieb der Eisenbahnen beschäftigt sind, keine Anwendung findet, sie doch Anwendung auf die Arbeiter findet, die in den Werkstätten der Eisenbahnen beschäftigt sind. Ih muß anerkennen, daß das rihtig sein würde und die Arbeiter, die in dea Werkstätten der Eisen- babnen beschäftigt sind, find von der Bestimmung im §6 der Gewerbeordnung, die ih soeben bezeichnet habe, nicht ausgenommen, Dagegen hat die Königlich sächsische e my es mit der hohen Verantwortung, die sie für - die Sicherheit des Eisenbahnbetriebs zu tragen hat, niht für vereinbar erahten zu können geglaubt, daß durch Agitationen, wie fie von dem „Verein der &isenbahner“ getrieben werden und wie fie in dem bekanntea „Weckruf*“ zu Tage getreten sind, die Disziplin auch in den Werkstätten gestört wird. Die

sammenthäten. Die Arbeiter müßten fih über ihre Lage und die

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Herren lixks, der Herr Abg. Stolle an der Spiße werden