1834 / 10 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

r E Luf T P A i E E ns Le L g po Std S 1 E Prt i L E I N E R E E

Eis (a e B A E R E LE prt:

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Im Schauspielhaufe: 1) Monsleur Beaufils, pitce eoml- que en 1 acte. 2) La jeune semme colère, comédie en 1 acte. 3) La famille de lapothicaire. vaudeville en 1 acte,

Sonnabend, 11. Januar. Jm Schauspielhause: König Lear, Trauerspiel in 5 Abtheilungen, von Shakespeare, übertra- gen und für die Deutsche Bühne bearbeitet von ‘Ph. Kaufmann.

Königstädtisches Theater.

Donnerstag, 9. Januar. Das FrúühstüÆ> der Junggesellen, Lustspiel in 1 Akt, nach dem Französischen , -von Johanna von Weißenthurn. Hierauf: Die Beutelschneider, oder: das hab ich gleich gedacht, Posse in 1 Akt, nah einer wahren Anekdote aus dem Leben des berüchtigten Cartouhe, vom Dr. Arndt. Zum Beschluß: A B C, Posse in 2 Akten, nah dem Englischen des George Colman; frei bearbeitet von G. Kettel.

Freitag, 10. Januar. Der Meuchelmörder, oder: der Fluch der bösen That, Posse in 1 Akt. Hierauf: Die Nasenharmo- nika. Zum Beschluß: Das Abentheuer in der Neujahrsnächt, Lustspiel in 3 Akten.

Sonnabend, 11. Januar. Zum erstenmale: Die Freunde als Nebenbuhler, Lustspiel in 2 Akten, von Kurländer. Hierauf: Die Stiefmutter, Lustspiel in 2 Akten, von Schmale.

1158 A E E T E E E E P T N I

Neueste Nachrichten.

Paris, 3. Jan. Gestern sind des Neujahrsfestes wegen nur der Moniteur, die Quotidienne, die Gazette, die Tribune und der Renovateur erschienen. Der Moniteur giebt die Anreden, welche der Russische Botschafter im Namen des diplomatischen Corps, der Baron Pasquier ‘als Präsident der Pairs-Kammer, A Dupín d. Aelt. als Präsident der Depu- tirten-Kammer, der Großsiegelbewahrer im Namen des Staats- Raths und der Graf v. Portalis als erster ‘Präsident des Cassations- hofes am Neujahrstage an den König hielten, und die von Sr. Maj. darauf ertheilten Antworten. Die Wirkung, welche die- selben an der Börse hervorbrachten, war im Ganzen vortheil- haft, weil in dem Ton der Reden der Wunsch, den Frieden zu erhalten, vorherrshte. Der Graf Pozzo di Borgo redete den König folgendermaßen an: „Sire! Das verflossene Jahr ist ein glücklicher Vorbote des so eben beginnenden. Die Fortdauer

36 des Friedens hat den Regierungen wie den Nationen die Wohl- thaten desselben immer fühlbarer gemacht. Die Weisheit der Monarchen , der es bis jest gelang, ihn zu erhalten, wird ihn auch in Zukunft eben so zu bewahren wissen. Jhre éinmüthigen und bekannten Gesinnungen sind, im Einklang mit der Stimme und den Bedürfnissen der Völker, die sicherste Bürgschaft dafür. Von

dieser Ueberzeugung durchdrungen, Sire, hat das diplomatische |

Corps die Ehre, Ew. Majestät an diesem festlichen Tage seine ehrerbietigen Glückwünsche zu erneuern und denselben seine auf- richtigen Wünsche für Jhr Glück, Sire, so wie für das Jhrer erhabenen Familie und Frankreichs hinzuzufügen.“ Jn der Ant- wort, wodurch der König für diese Glückwünsche dankte, sagten

Se. Majestät unter Anderem: „Sie wissen, wie sehr Jch stets j

die Erhaltung des Friedens gewünscht, und kennen Meine Be- mühungen zur Erreichung dieses so wünschenswerthen Zieles. Vor Allem aber ist es das Vertrauen auf die Dauer des Frie- dens, welches die unshäßzbaren Wohlthaten desselben zur Reife zu bringen vermag, und die Versicherungen, welche Sie Mir erneuert haben, werden wesentlich dazu beitragen, die allgemeine Sicherheir zu befestigen, indem fie den einmüthigen Entschluß aller Souveraine kundgeben, in Einklang mit der Stimme der Völker den Frieden zu erhalten und die bestehende Ordnung der Dinge, wofür derselbe die sicherste Bürgschaft ist, zu verthei digen.“

E Gestern hielt die Deputirten-Kammer eine Sißung, in welcher der Präsident, Herr Dupin, den Adreß-Entwurf ver- las, der fast eine: bloße Wiederholung der in der Thron - Rede enthaltenen Worte is. Nur die Stelle in Bezug auf die Orien- talischen Angelegenheiten lautete ein wenig anders, indem es námlich in derselben hieß: „Frankreich werde es nicht dulden, daß

das Europäische Gleichgewicht -dur<h irgend eine Macht gestört |

werde.// Diese Stelle wurde von der Kammer mit großem Beifall aufgenommen. Herr Salverte nahm zuerst das Wort über den Adreß-Entwurf; er musterte Frankreichs innere Verhältnisse, so wie seine Beziehungen zum Auslande, und warf der Regie- rung vor, daß sie sich im Orient das Uebergewicht habe entrei- ßen lassen, welches Frankreich sonst zu Konstantinopel besessen. Er glaube nicht, sagte er, daß der Wohlstand Frankreichs im Zunehmen sey, wie es die Thron-Rede antündige, und es werde eine Zeit fommen, wo Wis und Scherz nicht mehr ausreichen dúrften, um das Verlangen nach Ersparnissen damit abzuspeisen. Nachdem der Redner die einzelnen Punkte des Adreß-Entwurfs durchgenommen hatte, erklärte er sih gegen denselben. Darauf

sprach Herr Raoul zu Gunsten des Entwurfs und hielt eine sehr lange Rede, während welcher großes Geräusch in der Versamm- lung herrschte, so daß man wenig davon vernehmen konnte; als der Redner aber anfing, sih über die Einführung der Havana-Ci-

garren zu beschweren, erscholl ein lautes Gelächter. Nach ihm erhob sich Herr von Sade und sprah den Wunsch aus, daß die Regierung andere Maßregeln ergreifen möchte, um sich im Auslande gefürchtet zu machen und Achtung zu a: Úbri- gens aber. erklärte er sih gegen jene republikanischen Manifesta- tionen, die nach außen auf Krieg und im Jnnern auf Umwäl- zungen abzielten. Beim Abgange der Post, um halb 5 Uhr, dauerte die Sißung noch fort.

Der General Bertrand hat eine Petition auf das Bureau der Kammer niedergelegt, worin er auf die Zurücknahme des Gesetzes anträgt, das die Mitglieder der Napoleonischen Familie aus Frankreich verbannt.

Man berechnet, daß die Zahl der Bittschriften, die im Laufe der gegenwärtigen Session bei der Deputirten - Kammer eingehen dürften, um eine Wahl -Reform zu verlangen, sich wohl auf 209 belaufen möchte. |

Die Gazette enthält am Eingang ihres heutigen Blattes eine Glückwunsch-Adresse an die Herzogin von Berry, den Her- zog von Bordeaux und die Royalisten.

Heute {loß 5proc. Rente pr. compt. 104. 20. sin cour, 104. 45. 3proc. pr. compt. 75. 20. fin cour. 75. 40. S5proc, Neap. pr. compt. 90. 85. fin cour. 91. —. 5proc. Span. perp. coupon détaché 657 à 66. 3proc. do. 41. 5proc. Belg. 962, 5proc. Rôm. 91.

Frankfurt a. M.,5. Januar. Oesterr. 5proc. Metall. 9512, 4proc. 857. Bank-Actien 1488. G. Part.-Obl. 136. Br. Loose zu 100 Fl. 204. G. Preuß. Präm.-Sch. 534. Br. - Holl. 5proc. Obl, 932, Poln. Loose 634. Span. 5proc. Rente 624. G. Zproc. do. 407. Br.

Redacteur Cottel.

Gedruckt bei A. W. Hayn.

Allgemeiner Anzeiger für die

des verstorbenen Hüfners Christoph Richter zu Langengraßau, geboren den 1. Mai 1759, der si<|Personen : vor länger denn 40 Jahren entfernt hat, und nach Rußland gegangen sein soll ;

2) der Handarbeiter Johann Rettig, geboren um das Jahr 1750 zu Preußnit, der seinen Wohnort Herzberg vor etwa 50 Jahren verlassen und seit- dem keine Nachricht von sich gegeben hart; ] b )

3) Carl Gottlob Geyer, Candidat der Theologie, ge-| 2) des am 6. März 1833 zu Stlieben verstorbenen|Ferdinand Paul Schottney. Berlin, 1834. gr.

Handarbeiters Johann Christian Traugott Freu- | Octav.

denberger, dessen Nachlaß in einer im hiesigen

Depositorio befindlichen Summe von 2 Thlr. 2

Bekanntmachungen.

Oeffentliche Vorladung. m vormundschaftlichen Depositorio des unterzeich- neen R Land- und Stadtgerichts befindet î er YNachiaß : e 1) der Anna Maria Schatte, gebürtig aus Storch- ne im Großherzogthum Posen, und gefiorben zu Trebais den 5. Juli 1805, im Betrage von 31 Thlr. 13 sgr. ; : 2) der Susanna Moretky „, gestorben zu Dvmnowiß den 12. Márz 1807; 3) des Daniel Moretty , gesiorben ebendaselb| den 27. April 4807, zusammen im Betrage von 51

Thlr. 11 sgr. 5 pf. zu Jeßnigk, geboren den 3. November 1787, seit Jahren abwesend ; t

5) Johann Chriftian Matthieß, des weil. Lehnschul- zen Johann Matthieß zu Moellniz Sohn, gebo- ren den 23. October 1744, der im siebenjährigen Kriege als Rekrut ausgehoben, und daraus nicht zurückgekehrt if; i :

6) Gottfried Schulze, geboren zu Lüttchenseyda den 24. December 1738, von dessen Leben und Auf- enthalt seit dem nebenjährigen Kriege, in wel- chem er zum Soldaten ausgehoben ward, keine Nachrichten vorhanden sind ; ;

7) der Mühlbursche Fogann George Möllmer, Sohn des versiorbenen l mer zu Mehderiß\{, geboren im Jahre 1770, der sich im Jahre 1795 weggewendet und seitdeni keine Nachricht von sich gegeben hat; l

8) Die Gebrüder Christian und Hans George Dieke, die Söhne des zu Naundorf verstorbenen Häués-

Die uabekannten Erben, deren Erben oder nächsten 17 Verwandten werden zum Nachweis ihres Erbrechtes und zur Empfangnahme des Nachlasses auf Mittwoch,

den 16. Juli 1834, Vormittags 10 Uhr, vor den Herrn Land- und Stadtgerichts - Assessor Res- sel hierdur< vorgeladen : E

Meldet sich in dem anberaumten Termine kein Erbe, so fálit der A herrenloses Gut, dem landes-

errlichen Fiécus anheim. :

E S im Óber- Landesgerichts - Bezirk Breslau, den 22. September 1833. Königliches Land- und Stadtgericht.

Edictal-Citation.

Der Administrator des, unter unserer Ober-Aufsicht sehenden, von dem weiland Bürgermeister Mathaeus Liebeherr in Rosto durch sein Teftament vom 1. No- vember 169) errichteten Familien - Fidei - Commisses “obann Liebeherrs<en Gtranges, Kaufmann Liebeherr hierse: ot, if fri verstorben und mit ihm die männ- liche Descendenz des Johann L vert Bruders deé Stifrers, erloschen. Ës fommt jezt Mrauf an, aus der toriblichen Linie desselben einen neuen Administra- tor zu ericnnen, wozu von mehrern bekannten Fidei- Commziß- Berechtigten der Justiz-Rath Michaely hier- (clbst bereits gewähle if. Es werden aber auch alle ermáriige unbefanure Interess:nten hierdur< aufge- fordert, H olci<falls binnen 8 Wochen entweder in eizer acricitlichen Uriunde über die Wahl des fünfti- gen 2dimninisirar&s zu erklären und dieselbe nebft den, ire Legitimation begründenden Documenten bei uné einzurcihen, oder spätesieis in dem vor dem Land- ua Stadtgerichts-Asff- sor Gbhde hierselbst auf

den 26. Februar fut. onteraumten Termine an unserer Gerichtsstelle < einzufiúden und ihre Stimme abzugeben, widrigenfalls angeiomm-en werden wird, daß sie dem Beschlusse der M: zr:ahl der erscheinenden Interessenten betcreten uud gegen deren Legirimation ni<té zu erinuern haben.

Ceivera, den 28. October 1883. j

Königl. Land- und Stadtgericht.

abwesend ; 9) Der

Ner emen Zur dfffntlichen Verpachtung des den minderjähri- gen Hebrävern von Moelüendotrff gehörigen Ritfergu- Les Wudicke im 2rea zerihowschen Kreise des Mag- deburgscher Regiecangö-Bezirks von Johanni 1834 bis dah! 41440 habe iv im Austrage des Königl. Ober- Landesaoi<hté zu Magdeburg einen Termin auf ven 12. Februar 1834, Vormittags 10 Uhr, in der werichtsfiube ¿u Wudicke angeseßt, und lade Pacrlustige ein, slch in soichem einzufinden und îhre Gobore «abzugeben. Die Pachtbedingungen können täg- li, Sonntags auégenommen, in meiner Wohnuns & allhirr eingesehen werden, auch wird auf Verlangen f aeaen Zahlung der Copialien Abschrift dersclben er- theilt werden. S avetberg, den 7. December 1833. l Der Land- und Sradrgerichts-Director Wehrmann.

vor unserm

Edictal-Citation. Nachr 1407? Nersbollene : 1) der SGmide

boren zu Belgern den 23. November 1752, der sich in den 1770ger Jahren na< Wien und von da nach Polen begeben haben soll; 4) die ledige Johanne Nosine Lehmann, Tochter des verstorbenen Lehnrichters Gottfried Lebmann| 3) des am 3. März 1830 zu Torgau verstorbenen, [handlungen zu bekommen: aus Neiße gebürtigeu Bombardiers Corl Strey, dessen Nachlaß mit 43 Thlr. 24 sgr. 72 pf. sich in

lers Jacob Die cember 1731, und aus dem | an dem er als Husar im Preußischen Regiment Ziethen Antheil genommen, nicht zurückgekehrt, lezterer geboren den 27. 1783, wo er si<h angeblih nach Berlin gewendet,

dttchergeselle Johann Gottlieb Auguft Glüh mann, geboren zu Torgau den 30. Januar 1785, Sohn des weiland Börtchermeisters Johann (Lhrt- stoph Glühmann daselbst, der sh vor dem Jahre 1808 nah der Schweiz auf die Wanderschafc de- geben hat, und von welchem seitdem keine Nact:- richt eingegangeu if ; L

10) der Schneidernreister Iohann Gottlieb Wehner, Sohn des verskdrbenen Zimmermanns Johaun Samuel Wehner zu Frantenau, geboren den 2 October 1783, der im Jahre 1821 verschwunde1 und in der Elbe ertrunken sein soll.

11) die Gebrüder Johann Gottfried und Johann Eott- lieb Krezschmar, des ¿zu Schilderhain verstorhe- nen Zimmermanns Johann Gocifried Kresihmiar Söhne, ersterer geboren den 6. October 1758 und seit etwa 40 Jahren abwesend, leßterer geboren den 18. September 1768, seit dem Jahre 1796, wo er aus Unaaru geschrieben, vers<olea ;

12) der Fleischergeselle Carl Gottlieb Deusing, des Fleischermeifters Johann Gottlieb Deusing ¿u Uibi- gau Sohn, geborea den 22. August 1792, der den N C leßcen Nachrichten zufolae im Jahre 1812 in Gum: binnen gearbeitet ac und dann der franzöftschen Armee nah Rußland gefolgt cin soll; 2;

13) der Stellmacher Carl Gottlob Koegel, geboren zu Mühlberg den 25. April 1760, der 1778 in

dam und sodann nach Oftindien gegangen, und im ohre 1802 auf der Insel Ceylon verstorben sen ll, ohne daß sein Tod zu bescheinigen gewesen ; oder deren etwanige Erben werden hierdurch aufgefor- dert, sich binnen neun Monaten, spätestens in dem auf

den 31. Juli 1834, Vormittags 9 Uhr, eputirten, Herrn Ober - Landeëgerichts- Referendar Schulze, anberaumten Termine \{<riftli< oder persönlich zu melden und zu legitimiren , widri- denfalls die genannten Abwesenden für todt erklärt wer- i / gen, ihr Vermögen äber den sih legitimirenden Erben oann Gottfried Richter, Sohn |und event. dem Fiscus zugesprochen wird.

Thlr. 12 sgr. 2 pf. besteht :

sgr. 5 pf. besteht ;

unserm Dépositorio befindeë;

Königl.

Preußischen

Auch ergeht an die unbekannten Erben folgender

hiermit die Ladung, sih spätestens in dem obengeseß-

cen Termine einzufinden und ihr Erbrecht nachzuwei-

sen, indem sons deren Vermögen als herrenloses Gut

dem Fiscus ausgeantwortet werden wird.

Torgau, den 13. September 1833.

Preuß. Landgericht. Martens.

Staaten.

Handbuch für die Shiedsmänner,

1) des zu Schildau am 5. Januar 1796 verstorbenen en-, summarischen und Baga- Rathsdieners Johan Christian Hoffmann und den Mandat M summa { B g

dessen Wittwe, der Johanne Dorothee Hoffmann, S L L l welche den 21. September 1800 daselb verstor-|so wie für das mündliche Verfahren überhaupt , mit ben, deren Nachlaß in einer Baarschaft von 18|den Sportel - Taxen, den nöthigen Formularen und

tell-Proceß,

alley bis jest erlassenen neuen Bestimmungen. Von

sauber geheftet. 20 gr.

Vei uns erschien so eben und ist durch alle Buch-

Sammlung der für die Königl. Preuß. Rheinprovinz seit dem Jahre 1813 hin- sihtli<h der Nehts- und Gerichts-Ver- fassung ergangenen Geseze, Verordnunu- gen, Ministerial - Nescripte 2c. Im Auf- trage Eines Hohen Ministerii der Gesetzgebung und Justiz-Verwaltung der Rhein-Provinz, Von

. A. Lottner, Königl. Justiz-Rath. Zweiter zand. gr. 8vo. Preis 1 Thlr. 175 sgr.

Dieser 42 Bogen starke Band enthält die \e<s

Jahrgänge 1820 bis Ende 1825; der früher erschienene

artners Johann Georg Möl-

Compagnie.

früchte durch Hagel erleiden.

Berlin, im Januar 1554.

Berlin, den 8. Januar 1834.

Rheinish-Wesindishe Compagnie. Die unterzeichnete Direccion benachrichtigt hiermit die Herren Actionaire dieser Gesellschaft, daß die ersie Auêrheilunig aus dem Capital der Compagnie von Fünf Procent voin Nominalwerth ver Actien, dem- aach von 25 O 3 sr. für jede ganze Actie, und von 12 Thir. 15 (gr. für fede halbe Actie ; , h , ersterer gros den 30. De-|im nächsten Ÿonar Februar Statt fiader. Gegen Vor-|S. Mittler in Berlin (Stechbahn Nr. 3,), Posen, tebenjährigen Kriege, | zeigung oder fcanfirte Einsendung der Actien- Docu-| Bromberg, Gnesen zu erhaiten: mente, um darauf die erforderliche Absczreibung vor- t, [ehmen zu tôunen, std die Scheive zur Hebung die- Februar 1733, und scit|ser Dividende vom 1. Januar 1834 an, im hiesigen Haupt-Bureau in Empfang U, NEIReN, U werden die Herren Actionaire, in soweit sie der Direction be- / l : ; / Gia sind, dur ein besonderes Nundschreiben von| Klarheit und Bestimmtheit der dur) zadlreiche Bei- den näheren Formal’câten in Kenatniß geseur werden. | spiele erläuterien Regeln, hatten dieser Grammatik Elberfeld, den 16. December 1833.

Direction der Rheinisch - Weßindischen

Assecuranr gegen Hagelschaden. l Die neve Berliner Hagel-Assecvranz-Gesellschaft wird besonders aber allen Direktoren und Lehrern gelehrter auch in diesem Jahre gegen bestimmte Prämie Schulen diese tiéue Auëgabe zur Einführung empfeh- den Ersatz des Schadens übernehmen, den die Feld-|{en ¿u müssen, die, zwar an Umfang nur um zwei

Direction der neuen Berliner Hagel -Asse- curanz-Gesellschalt

Zufolge unsrer Bekanntmachung vom 3. Dezember v. Ï. zeigen wir hiermixe ergebenst an, daß bei der am ., diese; in Paris Start ga?habten Verloosung der Spanisch - Französischen zinslosen Schuld, Serie 24, welche die Nummern 22909 bis 23904 inclusioe- en1- die Fremde nah Curland, vos da nach Umsier- hlt, aeiocen wordca ifi. Den rejp, Inhabern dieser Obligationen zahlen wir demnach den Betrag dafür, entweder sofort baar, oder tauscen solwe, nah ihrer Wahl , gegen Spanische 3pCr. Rente aus.

Hirschfeld u. Wolff, Linden Nr. 27.

erste Band von 40 Bogen à 1 Thlr. 15 sgr. enthält

die Verordnungen der Jahre 1813 bis Ende 1819. ander sche Buchhandlung, Charlottenstraße Nr. 11.

In unserm Verlage if so eben erschienen und in allen Buchhandlungen des Än- und Auslandes, bei E.

Schulz, Dr Otto, ausführliche lateinische Grammatik für die oberen Klassen ge- lehrter Schulen. 2te verbesserte Auflage. gr. 8vo. 47 Bogen. Preis 1 Thlr. 10 sgr.

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chon in ihrer ersten Gestalt viele Freunde geroonnen. Dies und die hd] ehrenvolie Empfehlung Eines Hohen Minigerii der Geistlichen und Unterrichts-An- geleaenheiten haben auch die Einführung der Gram- matif in mehreren Gymnasien veranlaßt. Um o mehr glauben wir allen Kennern der lateinischen Sprache,

Bogen vergrößert, doch auf keiner Seite ohne Zusäze

Die Bedingungen sind hier im Haupt-Bureau, Beh- und Verbesserungen geblieben ift Der wohlfeile Preis renstrasse No. 36, s0 wie In sänmitlichen Agenturen ift gewiß geeignet, die Verbreitung des Buches unter cinzusehen, welche Letztere binnen Kurzem mit den [den Schülern schr zu erleichtern.

erforderlichen Materialien zur Annahrne von Versiche rungs-Anmeldungen verschen sein werden, l!1 Halle.

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Bei Ludwig Oehmigke in Berlin, Burgstrasse No. 8, ist s0 eben erschienen:

VWVüärdigung der Schrift des Herrn Prof. Dr. Kra- nichfeld; »Ueber die Nothwendigkeit gründli- cher pharmacologischer Kenntnisse zum Ueben einer glücklichen Praxis in der Medicin u. s. w.< von den Apothekern Berlins. geh. 5 sgr.

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In der Enslin schen Buchhandlung (Ferd. Mül- ler), Breite Straße Nr. 23, ist so eben erschienen: T für praktische Aerzte. 5 sgr.

E S E: S AREEA

| worden sind.

Ÿ und die Sie Mir bewiiligt Ï outen Wirkungen davon; un

Allgemeine

_Preußis<{e Staats-Zeitung.

Freitas Len lten Januar

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pa

Amtliche Nachrichten.

Kronik d Tages.

Der Justiz - Kommissarius Richter zu Schweidniß ist zu- gleih zum Notar im Departement des Ober - Landesgerichts zu Breslau bestellt worden.

Abgereist: Der Königl. Dänische Geheime Rath und Hof- Jägermeister Graf von Hardenberg-Reventlow, nach Kopenhagen.

Zeitungs-Nachrichten. e A

Rußland.

St. Petersburg, 1. Jan. Seine Majestät der Kaiser haben dem Geheimen Rath und Ober-Ceremonienmeister Gra- fen Woronzoff - Daschkoff, den General - Lieutenants Kryscha- nowski, Bartholomai 1. und Güllenschmidt und dem General-

, Quartier - Meister der aktiven Armee, General - Adjutanten Berg,

den Weißen Adler-Orden, den General- Majors Luce, Chri- stiiani und Fedorenka 1. den St. Annen-Orden {ser Klasse und den General-Majors Markoff llk. , Offenberg Il. und Buschen denselben Örden mit der Kaiserlichen Krone verliehen.

Der Marschall, Marquis Maison, Botschafter Seiner

Majestät des Königs der Franzosen, und der Graf Simonetti, Ï außerordentlicher Gesandter Sr. Majestät des Königs von Sar- Ï dinien, sind hier eingetrossen.

Der Graf Rati Manton is|ff auf Allerhöchsten Befehl als

| Französischer Konsul in Tiflis anerkannt worden.

Die Stadt Mitau hat eine Schulden-Last von 66,995 Sil-

| ber-Rubeln , zu deren Tilgung in einem Allerhöchsten Ukas vom

25. November v. J. die nôthigen Maßregeln vorgeschrieben

Frankrei;

Paris, 2. Januar. Die Anrede, welche Herr Dupin der Aeltere in seiner Eigenschaft als Präsident der Deputirten-Kam- mer am Neujahrs-Tage an den König hielt, lautete folgender- maßen :

¡Sire! Denen, die der Regierung von 1839 nur eine vorüiber- chetide Dauer weissagten, können wir antworten, daß das Fahr

| seit der Juli - Revolution {hon viermal seine Zahl verändert hat; Î daß alle Ereignisse, selb| diejenigen, welhe vom Zufall und

vom Glü> abhängen, die Wirksamkeit der Gewalt unterstüßt

| haben, und daß so unsere Angelegenheiten zu dem gedeth- | lichen Zustand gelangt sind, in dem wir sie jeßt erbli>en. Sire, ich erneuece Fhnen heute dieselben Wünsche. Glü>-

Ï lich, sie im Ramen der Deputirten - Kammer ausz! sprechen , deren © Mitglieder sich um mich drängen, wünsche ich Jhnen nicht das, Î was zum Glücke eines Familien-Hauptes ausreicht : in dieser Bezie- hung, Sire, hat die Vorsehung iängs| Fhre Wünsche erfüllt. Ï her ih wünsche Ew. Majestät das, wonach Sie immer gesrebt Ï haben, und was allein einem guten Könige Freude machen kann: Ï daß unter Jhrer Regierung, Sire, Frankreich die höchste Stufe Ï des Ruhms und des Woßhlstandes erlangen möge! -—— Nach außen Ï hin fecundschaftliche : Î Friede, so lange er möglich seyn wird, aber der Friede, wie F Sie ihn Ï zige, der unserer Nation zusagen Ï Unterricht und Wohlstand, eine darch die Geseße beschüßte Freiheit, Ï cine púnktlich gehandhabte Rechtspflege, Sicherung der dentlichen Ï Ruhe, die Uebereinstimmung aller guten Bürger, die umstchtige Ÿ Mitwirtung aller Gewalten, um JFhren verfassungsmäßigen Thron Ï zu befestigen, und um unsere Fnflitutionen in dem großmüthigen Ï und aufrichtigen Sinn zu entwickeln, den die gesuide Meinung des Ï Franzdsischen Volfes an dieselben knüpft! Dies sind unsere Ï Wünsche, Sire, die, wie wir nicht zweifeln, mit denen tes Königs Ï der Franzosen Úbereinstimmen. Die Nation rechuet auf die Stabi-

Verhältnisse, ein blühender Handel; der eine ehrenvoller und sicherer Friede, der ein- kann! Fm Fnnern Ardveît,

wWwolieti:

lität unserec Fnstitationen, weil sie auf Fhre Treue in Bewahrung,

Ï wie auf unsere Festigkeit in Aujrechthaltung derselben rechnet.“/

Der König erwiederte: : 9 Ja, Sie haben Recht; Frankreich weiß, daß Jch Mich ihm ganz hingegeben have. Fn dem Augenbli>ke der Gef2hr hat es Mich_be-

Î reit gefunden, Mich in dieselbe zu stürzen, um es vor dentenigen zu Î bewahren, deneit es ausgeseßt war. So stud wir, M H., Dank Jh- | rer Mitroirlung, Dank dem Beistande aller aufgeëlärten Leute und | der Masse der Nation, die eben so wenig Anarchie als Oespotismus

will, dahin gelangt, dem Wunsche der Fuli-Revolution zu genügen, unsere Fustitutionen vor jedem Angriff zu s{<üßen, und sie

Ï dem Lande in ihrer gaitzen Reinheit zu erhalten. Dies war, N M. H, die Mitwirkung, welche Jch von Fhnen verlangte,

aben. Die Nation enpfindet heute die

aünstigen Zustandes, in dem sich Frankrcich befindet, „wegen seiner vortheilhaften Lage nach Außen hi, wo wir überall die Würde und Ehre Frankreichs aufrezt zu erhalten gewußt haden, ohne den

Frieden zu stdrcn, jenen Fricden, hinsichtlih dessen man so viele } Besorgnisse und Zweifel zu verbreiten U hatte, und dessen

Früchte wir dennoch heute in der Vermehrung unsers Handels und nnsers Wohlstandes, und in der inneren Ruhe genteßen, deren «wir uns inmitten der Ruhe von Europa erfreuen. Fch hoffe, daß die bevorstehende Sesston jene Ruhe durch Geseße noch mehr befestigen werde, die, indem sle die Versprechungen der Charte erfüllen, Alles

J erjüllen werden, was Frankreich von Fhnen und von Mir erwartet.‘

Auf die Anrede, mit welcher der Großsiegelbewahrer im Na- men des Staats-Raths vorgestern Abend den König begrüßte, erwiederten Se. Majestät unter Anderm Folgendes: „Sie wissen, Herr Großsiegelbewahrer, wie streng Jch darauf halte, - daß wir niemals den Kreis der geseßlichen Ordnung verlassen, und daß

N die Verwaltung immer nur in dem Geseße die Kraft suche, deren

wenn Fch das GlÜk habe glauben zu. N können, daß Meine Dienste dem Lande nüßlich gewesen stnd, so hag- Ï ben Sie, Meine Herren, die Genugthuung, als Deputirte den hohen Ï Austrag, den die Nation Fhnen anvertraut, erfülit und threr Er- Ÿ wartung: entsvrochen zu haben; Fch wünsche Fhnen Glück dazu! Mit derselben Freude cmpfaige Fh Fhre Glückwünsche wegen des

———

sie zur Unterdrückung der ‘Parteien bedarf. Diese Kraft wird auch immer ausreichen, vorzüglich wenn die Beamten sich nicht dazu verleiten lassen, in einer erträumten Zukunft, die der Na- tional-Wille und die gesunde Vernunft in gleichem Maße ver- werfen, jene Trugbilder zu erblicken, die man ihnen beständig vorháält, um ihre Einwirkung zu lähmen. Nur dann werden sie sich Meines Vertrauens würdig zeigen und Mir wahrhaft E seyn, das Gebäude unserer Verfassung täglich mehr zu efestigen.

Die Gazette sagt: „Das Journal des Débats bemüht sich seit einigen Tagen vergeblich, das Publikum mit den Orien- talischen Angelegenheiten zu beschäftigen, und, wie die Englischen Journale, von Krieg zu jprechen. Es ist dies eine handgreifliche List der Englischen und Französischen Doctrinairs, um die Auf- merksamkeit der Parteien von den inneren Angelegenheiten bei- der Länder abzulenken, um das reformirte Parlament und das Parlament des Monopols zu beschäftigen. Diese List. wird aber Niemanden täuschen. Es is gegenwärtig durchaus nicht die Rede von Krieg, und den doctrinairen Journalen der beiden Länder werden ihre Rodomontaden zu nichts helfen. ‘“

Der Präfekt des Departements der Charente, Herr Larre- guy, is an die Stelle des Herrn Barthélemy zum Präfekten des Dept. der Maine und Loire ernannt worden.

Im Jahre 1833 sind in Frankreich 9 Pairs, 15 General-

Lieutenants, 13 Brigade-Generale, 1 Kardinal, 3 Erzbischdfe, 3 Bischdfe, 6 Deputirte und 20 ehemalige Deputirte der constitui- renden Versammlung, des Konvents und des geseßgebenden Kör- pers gestorben. Der Marquis von Fiß - James (Sohn des Herzogs) er- schien am Z3isten v. M. vor dem Assisenhofe zu Rouen unter der Anklage des Angriffs auf die Thronfolge - Ordnung und auf die Rechte, welche dem Könige durch die Nation verliehen wor- den. Aus der Anklage-Akte ergab sich, daß Herr von Fib-Ja- imes an die Wand eines Wirthshauses in Guerbaville die Worte : „Es lebe Heinrich \.!“ geschrieben hatte. Herr von Fiß-James vertheidigte sich selbst, und hielt bei dieser Gelegenheit eine Rede, auf welche die hiesigen legitimistischen Blätter einen großen Werth zu legen scheinen. Sie lautete im Wesentlichen folgen- dermaßen :

„Fch glaube nicht, daß man eine Verurtheilung von Fhnen erlangen wird, weil ih Heinrich von Bourbon Heinrich V. genannt hade. Es is niemals Femanden eingefallen, ihn anders zu nennen. Wenn ih mich nicht irre, war, es. Herr Mauguin, der ihn zuerst in der Deputirten - Kammer #o nafinte. “Herr Persil nennt Heinrich V. vor dem ganzen Gerichtshofe, “und die Journale aller Mei- nungen sagen“ täglich: Heinrich Y. Die Worte: „Es lebe Heinrich V. !// fonftituiren in den Augen der Menge nicht das, was man aufrührerishes Geschrei zu nennen pflegt. Es i, m. H., ein Ruf der Hoffnung und der Zukunft. Sind etroa die Zeiten, in denen wir leben, o günsiig, daß dieser Ruf einer besseren Zu- funft nicht aus der Brust der Legitimisten entshlüpfen sollte? Es lebe Heinrich Y.! Dieser Ruf bedeutet für uns iunge Leute, die wir den Fehlern der Restauration fremd find, so viel, als: Zufkünftige Freiheit, Unabhängigkeit, Ehre und Ruhm! Es ist nicht der Ruf etnes s{<le<zten Bürgers, sondecn ein echt Französischer Ruf. Und wollten Sie, meine Herren, die Einzigen seyn, welche in Frankreich jene Worte bestraften? Sie haben nicht vergessen, daß die Partser Jury im Monat Februar d. F. den großen Schriftsteller (Chateaubriand) freisprach , aus dessen Runde Frankreich die hochherzigen Worte vernommen hatte: Ma- dame, JFhr Sohn ist mein König! Die Anklage gegen mich übt sich auf nichts; man wünscht nur"einen Namen zu bestrafen, we.l dieser Name, ich sage es mit Stolz, den Legitimisten 1heuer ist; und Sie sind es, meine Herren, denen man eine solche iâm- merlich?e Mache úbertragcn möchte. Aber mit Zuversicht behaupte ich, daß Sie mich nicht verurtheilen werden, weil Sie unabhängige Männer, weil Sie zu gewissenhaft und unparteisch sind, als daß Sie sich zu Werkzeugen einer rahsüchtigen und hämischen Gewalt sollten gebrauchen lassen, und weil Sie einsehen, daß Fhre Mission nicht die des Hasses und der Rache, sondern die: der Gerechtigkeit und Wahrheit ist. Es ist Zeit, meine Herren, daß die Fury, jene nationale Pairie, um mich des Ausdru>ks des Herrn von

Chateanbriand zu bedienen, einer Gewalt entgegentrete, die sowohl über uns, die sie Besiegte nennt, ais über die- jenigen, die fle feüher ihre Freunde nannte, mit blinder

Wuth herfällk. Bedenken Sie es wohl: Politische Verurtheilun- gei ändern den Menschen nicht. Fs durch dieselben seit drei Fah- ren die Ausdauer der betden Parteien ermüdet worden? Fragen Sie jene Gemarterten auf dem Berge Saint - Michel, Royalisten und Republifaner, ob das, was ste erdulden, anstatt sie entmuthi- gen, sfe nicht im Gegentheil in. ihrem Glauben bestärft. F“agen Sie sie, ob sie thre Freiheit um den Preis der Schande zurück kau- fen möchten, indem sle Renegaten würten, wie diejenigen, wel- che ihre Ketten geschmiedet haben. Fragen Sie die Kerker- meister jener neuen Bafille, ob der Ruf: Es lebe Ludwig Philipp! an jenem Orte ertônt. Rein, meine Herren, das Gefäng- niß ift ein Versammlungsort für alle Männer von Herz und Uehber- zeigung geworden Dorrx begegnen stich das Genie Chateaubriands, das erhabene Talent Cavrels, die Loyalität des Vendeer Landman- nes und die Energie des Republifkaners. Wohlan, wenn es seyn mus, so werde auch ic hingehen, wo iene Männer gewesen sind. Fch weiß nicht, was die Zukunft mir aufbewahrt; wenn man mici aber, als Lohn für Lie Hingebung an meine Sache, zu jener rothen Maschine hinschlevpen soilte, die man zur Schande für un- ser Fahrhundert noch fet erichtet, um politische Verbrechen zu bestrafen, so würden selbs daun, wie jeßt, meine leßten Wünsche fur Heinrich V. und für Franfreich seyn: der leßte Ruf, der aus meinem unde ertönte, würde derselbe scyn, der mich heute hierher geführt hat.‘

Herr von Fiß-James wurde nach diesem Vortrage von der Jury für nicht schuldig erflärt, und demnach freigesprochen.

GOrogbritanien U Atrland.

London, 3. Jan. Herr Stanley und Lord Althorp sind gestern Abend wieder in London eingetroffen.

Herr George Lamb, vormaliges Parlaments-Miktglied, und seit dem Eintritt des Grey’ schen Ministeriums Unter-Staats- Secretair im Ministerium des Innern, ist heure hier mit Tode abgegangen. i

Der neue Englische Gesandte am Portugiesischen Hofe,

1834.

E de Walden, ist no<h ni<t nach Lissabon ab- gereist.

Man is für das Schiff besorgt, welches zu Stocholm mit den Equipagen und Effekten des Lord Howard de Walden und seiner Gemahlin befrachtet worden is, um dieselben nach Lissa- bon zu bringen, weil man nicht die geringste Nachricht Über die Fahrt desselben hat.

, Das Dampfschiff „James Watt‘“/, welches in Portsmouth eingetroffen ist, brachte Zeitungen und Briefe aus Lissabon vom 22. Dezember mit. Man hatte dort in den leßten Tagen gleichfalls die (aus denen bereits gestern im Artikel „London“ Einiges mitgetheilt worden) Nachricht von dem Angriff, den die Miguelisten vor Porto von Arguardente aus auf die belagerte Stadt gemacht, erhalten. Nach diesen Angaben soll sich die Zahl der angreifenden Miguelisten auf 5000 Mann belaufen haben, und der Verlust, den sie erlitten, schr bedeutend gewesen seyn. Das 10te Regiment von der Besaßung der Stadt Porto und die Freiwilligen von Porto, welche den Angriff zurüschlus gen, hatten, außer dem Obersten Pexioto, nur höchstens 100 Mann an Todten und Verwundeten verloren. Man hoffte, daß die Miguelisten nah dieser Niederlage sich weiter zurüctziehen und die Umgegend von Porto ganz räumen würden, wo es ih- nen schwer werden möchte, während des Winters den nöthigen Unterhalt zu finden. Am Tajo hatte si< die Stellung der beiden feindlichen Armeen nicht verändert; man überzeugt sich immer mehr, daß die Position, welche Dom Miguel ein- genommen, zu gut gewählt ist, als daß man ihn mit Gewalt aus derselben verdrängen könnte; von der anderen Seite scheint es aber eben so gewiß, daß in Santarem selbst der immer zu- nehmende Mangel an Kleidungsstücken und Mundvorräthen, so wie die stets häufiger werdenden Desertionen, Dom Miguel bald veranlassen dürften, seine Lage zu verändern. Kurz vor der Abfahrt des „James Watt“/ hatte Admiral ‘Napier reiche Beute gemacht. Es war ein großer Kauffahrer, mit 20 Kano- nen bewafsnet, unter Miguelistischer Flagge in den Tajo einge- laufen; den Pedroistischen Schiffen geläng es, sich mit wenigen Schüssen desselben zu bemächtigen. (Vergl. den Artikel London im gestrigen Blatte der Staats-Zeitung.) Das Schiff war vor länger als einem Jahre, mit einigen verbannten Edelleuten, von Dom Miguel nach den Portugiesischen Besizungen in Afrika abgesendet worden, hatte dann eine Reise nah Ostindien ge- macht und kam jeßt mit einer großen Ladung Kolonial-Waaren und anderthalb Millionen an-Gold und Silber zurück, ohne daß die Manr-chaft etwas davon’ erfahren hatte, daß seitdem in Lis- sabon Dom Miguel seinem-Bruder hatte Plas machen müssen.

Der neue Portugiesische Geschäftsträger in London, Herr Sarmiento, ist mit dem „James Watt‘/ in England eingetroffen.

Nach dem Dampfschisfse „James Watt‘/ war zwar noch in Deal das Schiff ¿Dom Pedro“ eingetroffen, wel<hes Lissabon am 23. verlassen hatte; doch hat es keine neuere Nachrichten mit- gebracht. Das Gerücht von einer Resignation des Miguelisti- schen Ober-Befehlshabers M'Donald hatte si nicht bestätigt, und von dem Eindringen Spamischer Truppen in Portugal war auch nicht viel mehr die Rede. Dagegen sprach man in Lissabon viel von einem anderen Gerüchte, welches sich in den leßten Tagen verbreitete; man behauptete nämlih, die auswärtigen Freunde Dom Miguel’s gingen damit um, einige Kriegsschiffe auszurüsten und ihm zu Hülfe zu senden; hiermit brachte man den erneuer- ten Eifer in Verbindung, mit welchem Dom Pedro an der Jn- standsebung seiner Flotte arbeiten läßt. Ueber den Gang der Unterhandlungen meldet ein Korrespondent des Courier, der Oberst Hare habe dem Dom Miguel die Vermittelung Englands angeboten, habe aber zur Antwort erhalten, daß durchaus feine Vermittelung angenommen werden würde, deren Basis nicht die Anerkennung Dom Miguels als König von Portugal sey.

Die Lissaboner Blätter zeigen an, daß der General Stubbs, zur Belohnung für seine Verdienste um die Stadt Porto, die Pairswürde und den Titel: Baron de Villa nova de Gaîía, erhalten habe.

Im Globe heißt es: „Herrn O’Connell's Aufforderung an die Protestanten wird, wie zu erwarten stand, ni<t nur ganz ndeactet getan, sondern es hat sogar ein großer Theil derselben eine Adresse an den Lord-Lieutenant von Jrland ge richtet, worin sie sich für Beibehaltung der Union aussprechen. Noch erfreulicher und wichtiger ist es, daß sich auch die achtba- reren und einflußreicheren Mitglieder der katholischen Kirche von den Tiraden des großen Mannes nicht im geringsten bewe- gen lassen. Mit çinem Wort, sowohl die Frage wegen Auf- lôsung der Union, als die, Aufwiegelung verschwinden in Jrland immer mehr und mehr, und die Regierung braucht nur bei ihrer jeßigen ruhigen und gemäßigten Haltung zu bleiben und jedes unkluge Zusammentreffen mit Herrn O'Connell, sey es nun auf geseßzlichem Wege oder anders, zu vermeiden, so viel es sih ohne Verzichtleistung auf das ihr geziemende Ansehen vermeiden läßt, und der Einfluß dieses schädlichen Jndividuums, das nur durch zufällige Umstände" so bedeutend wurde, wird sich allmälig verlieren.“

Das Post-Amt zu Liverpool hat im vorigen Jahre eine Einnahme von 70,918 Pfund gehabt, etwas weniger als im vorhergehenden, wo sich dieselbe auf 70,974 Pfund belief. Sie übertrifst die des Post-Amts ‘von Manchester um mehr als 16,0600 Pfund, und ist, nach der von London, die bedeutendste in ganz England, :

Das Schiff „„Columbine ‘/, welches die Dampfböte auf der Expedition nach dem Niger begleitete, ist vorgestern von Fer- nando Po in Liverpool angelangt. Der Chef der Expedition, Herr M'Gregor Laird, kehrte mit demselben in seine Heimath zurü>k; ob sich auch die Herren Lander an Bord desselben be- fanden, wußte man in London noch nicht.

Am Dienstage wüthete hier ein furchtbarer Orkan, der sich, den eingehenden Nachrichten zufolge, fast über ganz England erstre>t zu haben scheint. | ;

Der Stand der hiesigen Börse ist in den leßten Tagen fast unverändert geblieben. : i