1834 / 36 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

ast

Haupt-Parteien des Hauses zchdren. Bereits haben an 50 Mit- glieder ihre Namen eingezeichnet, und man glaubt, daß sich ih- nen vor der Parlaments-Eröfnung noch viele andere anschließen

werden. Es befinden s< darunter weder Hr. Hume, noch Hr. O'’Connell, _ Es heißt, Lord Howard von Effingham werde im Ober

hause die Adresse, die, dem Vernedmen nah, vom Herzog von Sutherland in Antrag gebracht werden wird, unterstüsen. Jm Unterhause wird, wie man glaubt, Herr Lefever, eines der Par- laments-Mitglieder für Hampshire, auf die Adresse antragen und von Herrn Moriron, dem Repräsentanten für Apswich , in jei nem Antrage unterstükt werden.

Lord Russell hat sich zu einem Besuch bei seinem Vater, dem Herzog von Bedford, nach Woburn begeben.

Der Graf von Mulgrave, bisheriger Gouverneur von Jamaica, an dessen Stelie der Marquis von Sligo ernannt is, soll, nah Einigen , dem Herzog von Devonshire in der Srelle eines Ober - Kammerherrn des Könias folgen, nach Anderen den Botschafter - Posien zu St. Petersburg erhalten.

Die Stelle des Herrn Macaulay an dev Ostindischen Kon- trolle, wird, wie verlautet, wenn derselbe nah Indien abgeht, nicht wieder beser werden; die beiden Secretaire, Herr Gor- don und Herr Stewart Mackenzie, sollen die Geschäfte desselben mit übernehmen.

Der Globe bedauerr es, daß Niemand es unternehmen roolle, bei der Wahl eincs Kanzlers für Oxford dem Herzoge von Wellington den Rang streitig zu machen, und bezeichnet den Herzog von Sussex als denjenigen, der durch seine Kenntnisse und seine Liebe zu Fen Wissenschaften am meisten zu dicsem Amte geeignet wäre.

Aus Chiche iter schreibt man, daß daselbs am vorigen Donnerstag vor Tages - Anbruch ein leichter Erdstoß verspürt worden sey und unrer den Einwohnern dieser Stadt große Be-

sorgnisse erregt habe. Mehrere Schornsteine sturzten ein, die äuser wurden erschüttert, und die Glocken läuteten. Der

rdstoÿ wurde auch zu Portsmouth , Emdsworth, Havant und Purbroof, wiewohl minder stark, wahrgenommen.

Aus Portugal sind wichtige Nachrichten hier eingegan- gen. Der Gencral Saldanha ist in Leiria cingerúckt und hat die dortige Migueliitische Besaßung gefangen genommen. Diese Nachricht wurde gestern fruh durch einen Offizier nach London gebracht, der zu: Falmouth landete und sogleich nach der Haupt- stadt eilte. (S. den Artikel Portugal.) General Saldanha wollte zwar von Leiria unverzüglich gegen Coimbra aufbrechen, befand sich aber am l16ten d. noch an ersterem Orte, von wo er einen (unter Portugal mitgetheilten) vollständigen Bericht über seine Operationen von da an, wo er die vor Santarem stehende Armee verlassen hatte, welches am lten geschehen war, bis nah seinem zu Leiria erreichten Erfolg an die Reaierung abfertigte. Die Miguelisten gaben ihre feste Position in dem dortigen Kastell, wie es scheint, in der Besorgniß auf, daß ihnen der Rückzug abgeschnitten werden möchte. Als sie sich zurückzogen, wurden sie von der vom Oberst Bacon befehligten Kavallerie augegriffen und gänzlich zersprenat. Außer dem Gouverneuer von Leiria, Oberst Don Aose de Meilo Freire ‘Pita Ozorio, hat Saldanha noch eine beträchtliche Anzahl von Öffizieren und Soldaten zu Gefangenen aemacht. Da die Pedroisten auch in Marvao eine wichtige Po- sition erobert haben, so glaubte man, daß die Miguelisten sich in Santarem nicht mehr lange würden halten kfônnen, nament- lich da dort die Epidemie immer mehr überhand nahm und Dom Miguel selbst krank seyn soll, indem er sich schon seir einiger Zeit nicht mehr difentlich gezeigt hatte. i i:

Das Toryblatr True Sun wiil erfahren haben, daß der ardûte Theil der von dem General Saldanha bei Leiria gemachten Gefangenen von seinen Truppen niedergemelzelt worden sey.

In Folge der von Portugal eingegangenen, für Donna Ma-

ria günstigen Nachrichten, sind gestern die Porrugiesischen Obli- gationen in die Höhe gegangen. : “an der Bdrse geht das Gerücht, daß, Privat - Nachrichten aus Lissabon zufolge, Spanien die Absicht habe, nächstens in Portugal Truppen einrücken zu lassen, um die dortigen Karlisten zu zerstreuen. ]

Der Tag der Abreise des Lord Howard de Walden nach Lissabon ist noch immer nicht bestimmt.

Aus New-York hat man Nachrichten bis zum 11. d. M. erhalten, die jedoch nichts von Bedeutung enthalten , außer die Botichafc des Gouverneurs des Staats Albany, die im Mer- cantile Advertiser 6 Spalten einnimmt. Jn Philadelphia hatte eine furchtbare Feuersbrunst stattgefunden, durch die ein Schaden von 500,000 Dollars angerichtet worden war. Die Frage über die Bank - Deposita schwebte noch immer vor dem Senat, und der ‘Parteigeist war so geschäftig wie immer; nach dem Ton der Nord: Amerikanischen Zeitungen zu schließen, scheint es jedoch, als ob die Freunde der Bank an dem Erfolg ihrec Pláne zu zweifeln anfingen. j

Die Nachrichten aus Veracruz reichen bis zum 18. De- zember und bestätigen die früheren Berichte über Gencral San- rana’'s Sieg und über die gänzliche Beendigung des Bürger- Krieges vollkommen. Die Râädelsführer unter den Jusurgenten waren aus dem Lande verbannt. Man wollte aber nun die Ar- mee reduciren und einen Theil davon unter die Miliz \te>en, und von dieser Maßregel befürchtete man neue Unruhen. Auch schien zwischen Santana und dem Vice: Präsidenten nicht das beste Vernehmen zu herrschen. Ersterer wollte die Präsidentschaft aufgeben und Mexiko verlassen, um sich auf sein Landhaus zurück- zuziehen. Herr Zabala, ehemaliger Deputirter der Republik, war im Begriff, in der Eigenschaft eines Ge ets nach Frank- reich abzureisen. Man versicherte, daß er mit Vollmachten ver- sehen sey, um mit der Spanischen Regierung über die Anerken- nung der Unabhängigkeit von Mexiko oder doch úber einen zehn- jährigen Waffenstillstand zu unterhandeln. Auch glaubte man, da er den Auftrag habe, die Grundlagen zu einem Handels- Traktat zwischen beiden Staaten in Vorschiag zu bringen. Der General Don Miguel Barazair, der lange Zeit zu Bordeaux lebte, und der am Bord der „Antigone“ von dort in Mexiko angelangt war , is zum Kriegs - und Marine- Minister ernannt worden und hat am 19. Nov. sein Portefeuille übernommen und der Republik den Cid geleistet. Der Französische Arzt Hr. Louis Chabert, der die medicinischen Eigenschaften des Huaco und dessen Wirksamkeit gegen die Cholera in Mexiko entde>te, hatte die Stelle eines Stabs - Arztes der Mexikanischen Armee

erhalten. Belgien. Brüússél, 30. Jan. ÎÏn der vorgestrigen Sibung der R e- präsentanten-Kammer fam die Bittschrift des Abbé Hel- sen und seiner Anhänger vor, welche für den Kultus ihrer „„apo-

Fchfatholischen Religion“ einen Tempel oder zur Errichtun hen O Fr. verlangten. Die Majorität der Kommis-

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sion hatte sich dem Antrage eines ihrer Mitglieder, die Bittschrift dem Ministerium zuzusenden, aus dem Grunde widerscht, weil die Kosten für die Gottes - Häuser der verschiedenen Reli aionen jezt nicht mehr dem Staate, sondern den Ge- meinden zur Last fielen. Herr A. Rodenbach erklärte sih ebenfalls für diese Ansicht, besonders in einem Falle, wo es s{< von improvisirten Religionen handele. Zwar garantire, sagte der Redner, der Art. 14 der Constitution freie Religions- Uebung; allein nirgends stehe geschrieben, daß man jeder neuen Sekte einen Temyel erbauen lassen, oder (Helder dazu bewilligen müsse. Die Kammer ging auf seinen Antrag zur Tagesordnung über. Jn der gestrigen Sigzung wurde der Geseßz-Entwurf, die Erlassung der Abgaben bei Einführung von Maschinen und Werkzeugen betreffend, mit einigen _Modi- ficationen angenommen, und hierauf die Berathung Über das Budget des Finanz-Ministeriums erdffnet.

Ein hiesiges Blatt enthält Folgendes: „Der Erzbischof von Mecheln, in seinem System der Unduldsamkeit verharrend, hat das Gesuch der Freunde des im Duell gebliebenen Herrn de Kock, einen Trauer: Gottesdienst für denselben halten lassen zu dürfen, abgeschlagen, Da sie sich auf diese Weise von den Dienern Gottes, der ein Gott der Gnade is , zurückgestoßen sahen, so wandten sie sich an den Abbé Heljen, und gestern Vormittag um 11 Uhr fand ein Trauer - Gottesdienst in dem Tempel des neuen apostolisch: katholischen Kultus statt. Cine un-

' geheure Menge wohnte in ehrfurchtsvoller Stille diejer Feier-

lichkeit bei." Die Messe wurde in Franzdsischer Sprache gelesen.“

Der Jndependant theilt ein Dokument mit, woraus sich ergiebt, daß die Unterhaltung der 20 Festungen Belgiens von 1815 bis 1827 178,548,744 Fr. gekostet hat.

Antwerpen, 29. Januar. Die gestrige Fluth war so stark, als jene im Februar i825. Das Glacis, das Fort Burght, das zugleih als Seedeich diente, ward so über- s{<wemmt, daß das Wasser in die Polder von Burgerwer drang und den Wasserspiegel um einige Centimetres erhdhete. Der neue Deich hat dieser Probe gut widerstanden. Die ganze Nacht stärmte es heftig aus Súden und dann aus Nordwest. Eine von Niel kommende beladene Baike, welche den Fluß ab- wärts nach dem Doel fuhr, ging in lezter Nacht bei der Bat: terie St. Laurent vor dieser Stadt zu Grunde. Die Schiffe auf der Rhede haben sich gut gehalten. Jn den Bassins hatte keine wichtige Beschädigung statt, Wir sind noch ohne Nach- richt von der Nieder-Schelde ; man fürchtet schr für die sehszig Schiffe, die seit 8 Wochen auf der Rhede von Raminekens einen günstigen Wind abwarten, um in See zu stechen. Die Preußische Brigg „Jda Mathilde/‘, Capitain Fleck, mit Hafer beladen, von Udewalle kommend und nah Antwerpen destimmt, ist bei Zirck\ee verunglückt. Die ganze Mannschaft, mit Aus- nahme eines einzigen Matrosen, der beide Beine gebrochen hat, is in den Wellen umgekommen.

Ostende, 26. Jan. Die Westwinde und Stárme hdren an der ganzen Küste von Flandern nicht auf. Gestern wehte der Wind wieder äußerst heftig; cinige unserer Schiffe, welche un- sern Hafen am 9. d. verließen, wurden in den lelzten Tagen noch auf der Rhede geschen; zwei derselben haben die Vorjicht gebraucht, in den Hafen zurückzukehren; die übrigen würden dies ohne Zweifel ebenfalls thun, wenn der Wind nicht so hef- tig wäre. Bis jet sind wir noch so glücklich , daß wir in die- sem Monat noch keinen Schiffbruch an unserer Küste zu bekla- gen haben.

Polen.

Warschau, 31. Jan, Vorgestern Abend war eine glän- zende Soirée bei dem Fürsten von Warschau, die mit einem tos stúmirten Kinderball begann; gegen 10 Uhr folgte der Tanz der Erwachsenen, den der Fürst Paskewitsch mit der Gräfin Ta- tischtscheff eröffnete.

Die Zoll-Kammer ersten Ranges zu Dolhobyczow an der Oesterreichischen Gränze ist, zur Erleichterung des Handels-Ver- kehrs mit Brody, autorisirt worden, auch Kolonial-Waaren aller Art, deren Einfuhr in das Königreich Polen durch den bestehen- den Zoll-Tarif erlaubt ist, zu expediren.

Deurschlan d.

Hannover, 1. Februar. Jn der Sig6ung der zweiten Kammer vom 29. v. M. wurde der Kommissions-Bericht über die den Stände-Mitgliedern zu bewilligenden Diäten und Reise- Kosten abgestattet. Die Anträge der Kommission lauten folgen- dermaßen: „Stände, bei ihrer früher wiederholt ausgesproche- nen Ansicht auch jeßt noch beharrend, daß die Freiheit der Wah- len nah den Verhältnissen des Landes nur bei einer mäßigen Entschädigung der Deputirten aus der allgemeinen Landes-Kasse aufrecht zu erhalten sey, und überzeugt, daß diese Ansicht gegen- wärtig, wo dur das Staats-Grundgesetz eine allgemeine Ver- tretung sämmtlicher Landes-Einwohner eingeführt ist, sich um so begründeter darstellt, müssen den dringenden Wunsch wiederholen, daß dieser wichtige Gegenstand dauernd festgestellt werde. So- dann haben Stände nah dem Wunsche der Regierung diese An- gelegenheit zunächst in Beziehung auf den gegenwärtigen Landtag einer kommissarischen Prüfung unterzogen Und sich zu den nach- stehenden Vorschlägen vereinigt : I. die nicht dur< ihre Geburt oder Amts-Verhältnisse berehtigten Mitglieder der allgemeinen Stände-Versammlung, so wie die bei derselben bevollmächtigten Stellvertreter der katholischen Bischdfe des Königreichs erhalten, in so fern sie ni<ht am Orte der Versammlung wohnen, aus der Landes - Kasse: 1) für die Herreise zum Land- tage an Reise-Kosten incl. der Diäten für die Reisetage pro Meile 1 Thlr. 8 gGr. vergütet, und 2) eine Entschädigung für jeden Tag ihrer Anwesenheit in Hannover behufs des Landtags von 2 Thir. 12 gGr. ausbezahlt; $) sowohl die Reisekosten als die Entschädigung wird in laufender Landes-Müänze berichtigt; 4) es cessirt dagegen jede Obliegenheit der Wahl-Corporation zu ander- weiter Entschädigung der Mitglieder der allgemeinen Stände- Versammlung; 5) die sub Nr. 2 bestimmte Entschädigung fällt für diejenigen Tage weg, an denen ein Deputirter ohne gegrün- dete Entschuldigung in den Sißungen nicht erscheint; 6) die Reise- Kosten der Rückreise werden nur vergütet, wenn diese nach statt- gefundener Vertagung oder Resignation erfolgt, oder wenn erstere eintritt, während ein Deputirter sich auf Urlaub zu seinem ge- wdhnlichen Wohnsitze bereits zurückbegeben hat, und der Präsi- dent seiner Kammer den Anspruch auf die Erstattung der Reise- Kosten, den obwaltenden Umständen nach, für begründet erkennt. 11. Die Kommission trägt fernex darauf an, zu beschließen, daß dieselben Bestimmungen, welche jest hinsichtlich der Reise-Kosten und Diäten für die zu deren Beziehung berechtigten Deputirten gelten, auch bei dem, der gegenwärtigen Versammlung der Stände beiwohnenden Stellvertreter des Bischofs von Hildes- heim zur Anwendung kommen sollen. Il. Die von der Regie-

| rung zur Erwägung verstellte Festschung eines Maximums, der

den Mitgliedern der Stände-Versammlung aus der Landes-Kasse zu leistenden Entschädigung - hat die Kommission nicht für ange- messcu erachten und in Ancrag bringen können, da es ihr bei der sehr ungleichen Dauer der ständischen Diäten zur Zeit noch nicht möglich gewesen is, einen zuverlässigen Anhaltépunkt füy die Ausmittelung eines solchen Maximums zu finden, welches gleichzeitig das Interesse der Landes-Kasse und die billigen Ent- \chádigungs- Ansprüche der Deputirten sicher zu stellen vermöchte, Stände {ließen mit dem Wunsche, daß die für den gegenwär- tigen Landtag vorgeschlagene Entschädigung auch für den nach- folgenden Landrag geleistet werde, insofern dieser Gegenstand nicht bis dahin bereits definitiv festgestellt seyn sollte.‘ Dresden, 29. Januar. Die erste Kammer fuhr in ihren Si! ungen am 17., 18., und 21. d. mit den Berathungen úber die Abtúrzung des gegenwärtigen Landtages fort, Die Deputation hatte ferner beantragt, die Geseßze: wegen Or- ganisation von Gewerbschulen, wegen Organisation der Landes: Polizei und Gendarmerie, wegen Organisation der untern Me- dizinal:;Behöôrden, wegen Anlegung von Land-Arbeitshäusern und Erweiterung der Zuchthäuser, und das die allgemeinen Straf und Versorgungs-Anstalten betressende Dekret, mit der Berga- thung úber das Budzet zu verbinden. Nachdem sich die Kam- mer in Folge einiger Erôrterungen hiemit einverstanden erklärt atte, ging die Deputation zur Nahmhaftmachung derjenigen Dekrete und Gesehe über, die nach ihrem Erachten jedenfalls im Laufe des gegenwärtigen Landtages nicht der Berathung unterliegen möchten. Dahin gehörte zuvörderst das Dekret wegen des 21 Guldenfußes. Die Deputation, welcher, wie sie bemerkte, von Seiten der Staats-Regierung erdffnet worden, daß neulich zwischen den Hannoverischen, Braunschwei: gischen unò Oldenburgischen Regierungen an einem und der Preußischen am andern Theile wegen Annahme des gedachten Múnzfußes Seitens der ersteren drei Staaten ein Vertrag ab- geschlossen worden sei, hielt dafúr, daß mit der ständischen Be- rathung des Dekrets vor der Hand Anstand zu nehmen, viel mehr der Staats-Regierung die Anknüpfung von Urterhandlun- en mit der Preußischen Regierung wegen ebenmäßigen An- Flusses an den in Preußen angenommenen Müäünzfuß zu! über: lassen und der Erfolg zu erwarten sey. Der Staats-Minister von Lindenau äußerte hicrauf, es sei neuerdings von Ber lin die Nachricht eingegangen, daß bestimmte Unterhand lungen unter den von der Deputation genannten Staaten noch nmcht stattgefunden. Der Secretair von Zedtwik und Amtshauptmann v. Welck erwähnten, wie wünschenswerth eine Aenderung im Müúünzfuße, in mehrfacher Hinsicht sey. Der Staats-Minister v. Lindenau bemerkte hierauf: Die Nothwendigkeit einer allgemeine Münz- Regulirung, namentlich in dem nunmehr bestehenden Zoll- Verbande, werde ‘in ailen, dem leßteren angehörigen Staaten anerkannt, und sey daher auch bald zu hosen ; daher es wohl zweckmäßig seyn werde, die Regierung im Allgemcinen zu beauftragen, daß sie Unterhand- [ungen mit den übrigen Vereins-Staatcn anknúpfen, und das Er gebniß den Ständen beim nächsten Landtage vorlegen möge. Se. Kön1gl. Hoheit, Prinz Johann, bemerkte noch, daß é zu einer solchen Unterhandlung und Convention nicht erst eines Auftrages fr die Regierung bedürfen fônne. Die Kammcr trat dem Gutachten der Deputation bei. Eine lebhaftere Verhand: lung entspann sih demnächst wegen der ebenfalls beantragten Hinausschiebung der Geseße über Volks - und Gelehrten-Schulen, Der Bürgermeister Gottschald erneuerte seine schon neuli geäußerten Bemerkungen über die Mängel und Gebrechen des Säch! sischen Schulwesens, und hob die Dringlichkeit dieses Gegenstandes heraus. Nachdem sich der Staats - Minister Pr. M áller gleichfalls darüber geäußert, bemerkte Se. Königl. Hoheit Prinz Johann, wie er zwar die hohe Wichtigkeit der Sache nicht verkenne, aber die Berathung der fraglichen Gesetze noch bei ge genwärtigem Landtage für unausführbar, und die Gebrechen des Schulwesens doch nicht für sv g: und dringend halte, daß mit jenen nicht bis zum nächsten Landtage sollte Anstand genommen werden kdnnen, wobei es si<h bloß um eine Frist von 14 bis 1! Jahr handeln werde. Die Kammer beschloß endlich, do diese Geseze für den nächsten Landtag ausgesct, und das dies fallsige Geldbedürfniß bei dem auf gegenwärrigem Landtage no< u berathenden Budget mit ausgeworfen werden solle, Es fam Pran der Geseb-Entwurf, die Angelegenheit der Presse betref Búrgermeister Gottschald bemerkte, wie dit Nothwendigkeit, dies Gesel zu erlassen, durch $. 35. der Ver fassungs-Urkunde geboten zu seyn scheine. Se. Königl. Hoheit Prinz Johann entgegnete: Es seyen Petitionen gegen den fraglichen Gesetz - Entwurf eingegangen, und daß überdies, went man den Gëgenstand jeßt noch ausgeseßt seyn lasse, unterdeß dit Hindernisse viellcicht beseitigt seyn würden, welche bis jetzt der Erlassung eines umfänglicheren Preß - Gesetzes entgegengestandetn hätten. Bürgermeister Wehner bestätigte, daß die erste Depu tation aus den angegebenen Gründen, und weil die Bundes-Gt seze der Erlassung eines Preß-Gesekes der Art, wie es im Deut hen Volke gewünscht werde, dermalen noch hindernd entgegen stehen, Anstand genommen habe, den Gegenstand in die Kan mer zu bringen. Die Kammer erklärte sich auch hinsichtlich det Ausfschiebung dieses Gesezes mit dem Deputations-Gutachten eil verstanden. Die zweite Hauptfrage, welche im Verlauf diec|t F Berathungen Über die Abkürzung des Landtages zur Sprache kan war die: auf welche Weise die ständischen Weratfllzen selbst ohne

fend, in Frage.

der Freiheit und Gründlichkeit derselben Eintrag zu thun, abzu |

fürzen seyn möchten? Als ein solches Mittel zur Vereinfachun) und Kürzung der Verhandlungen hatte die Deputation zuvdt derst vorgeschlagen: eine strengere Beobachtung der im Entwur|t / zur Landtags-Ordnung enthaltenen Vorschriften, namentlich was | d. 77 betrifft, mit der Festsezung: „day der Prásident zu jed f Zeit, auch wenn fein Antrag auf Schluß der Debatte geschehe! | sey, Über den Schluß derselben abstimmen lassen könne.‘ Na F einigen Erörterungen wurde dieser Bestimmung beigetreten. Dit weitern Vorschläge, úber die man sich zu vereinigen suchte, he trafen ein vereinfachteres Verfahren hinsichtlich der speciellen Bt! rathung und der von den Mitgliedern eingereichten Amendements

Mänchen, 29. Jan. Der Handelsstand der Stadt Ban! F berg hat an Seine Majestät den König eine Dank - Adresse mi} Bezug auf den mit dem Anfange dieses Jahres eingetretent" großen Deutschen Zoll-Verband erlassen. Allerhdchstdieselben ha! | ben darauf in nachstehender Weise geantwortet : „Jch habe dit Adresse vom Sten d. , worin Mir der Handelsstand der Stadl Bamberg seinen Dank für den abgeschlossenen großen Zoll-Vet ein ausdrückt, erhalten und es gereicht Mir Ey großen Vet} gnügen, daß Meine Bemühungen, dem Deutschen Verkehre wi der ein neues Leben einzuhauchen, auch in der Stadt Bamdbéerz} eine so freudige Theilnahme erwe>t haben. Der gute Sinn} welcher in Bambergs Bewohnern wohnt, wird seinen günstigen Einfluß auch bei diesen Jnteressen bewähren, und die aufmunF ternden Hoffnungen in glückliche Erfolge verwandeln. Münchel/ 14, Jan. 1834. Ihr wohlgewogener König Ludwig.“

h

fein Werk über Tyrol und Ober-Jtalien zu vollenden.

| yon Main

| Stecfbrief gegen den Dr, jur. S.

(en Bewassneter bewerk|telligten Erstürmung der hiesigen Haupt- mache dringend verdächtig.

| der der Theilnahme an den Unruhen vom 3. April dringend | verdächtig ist, wurde ein Steckbrief erlassen.

vernehmen

| riefen verfolgt werden würde.

machung erschienen: „Die Gouvernements: Kommission des Broß- daß die insurrectionnelle Verwaltung von Arlon von Neuem ver-

| Gebiete der Gemeinden Niederanven und Steinsel liegt, zu ver-

faufen, und daß 8 dieser Klafter am 13ten d. M. wirklich ver

Kdnigs, Großherzogs von Luxemvurg, gehört, verordnet, wie

Der Professor J. M. Schottky, dessen zu Boten erfolgter Tod von hiesigen Blättern gemeldet worden, lebt in diesem Au- enblicke , seinen eigenen Briefen zufolge, die in dieser Bezie- dung gewiß ein glaubwürdiges Zeugniß abgeben , in Mailand, von wo er in Kurzem nach Insbruck zurückkehren wird, um

Die vier Gebrüder Müller aus Braunschweig sind gegen- wdrtig hier. In Wien haben ihre Quartette ebenfalls allge- neine Anerkennung gefunden.

Stuttgart, 39. Jan. Das Regierungs-Blazé vom 29,

anuar enthält eine Königl. Declaration, die staatsrechtlichen Ver- hältnisse des Fürstlichen Hauses Waldburg - Wurzach betreffend.

Frankfurt a. M. , 30. Januar. Jhre Hoheit die ver- wittwete Frau Herzogin Ferdinand von Württemberg is gestern

fommend hier eingetroffen. Das Amtsblatt der freien Stadt Frankfurt enthält einen E v. Rauschenblatt aus Al- «(d im Königreich Hannover; derselbe ist nämlich, nah den seither gevflogenen Untersuchungen, der Theilnahme und insbeson- dere der Anführung bei der am 3. April 1833 von einem Hau:

\ Auch hinter den Slud. jur. Peter Feddersen aus Altona,

j Der hiesige Bür- ersohn Joh. Justus Humbert is, um sich in derselben Sache u lassen, aufgefordert worden, binnen zwei Monaten nah Frankfurt zurückzukehren, widrigenfails derselbe mit Steck

Luxemburg, 29. Januar. Hier is folzende Bekannt- herzogrthums Luxemburg; nach Einsicht des Berichts des In- spektors der Domainen vom 15ten d. M., woraus hervorgeht,

sucht hat, 15 Klafter Holz in dem Grünenwald, der auf dem

in Betracht, daß der in Rede |tehende

steigert worden sind; Domaine Sr. Majestät des

Wald zu der unantafibaren

folgt: Art. 1. Alle diejenigen, welche an der Berau- hung der in Rede stehenden Domaine Theil nehmen,

entweder dur<h Anordnung des Verkaufs eines Theils derjelben, oder dur< Ankauf des ohne Genehmigung der geseßlichen Be- hörden gefällten Holzes, sollen nach der Strenge der Geselze be: straft werden. Art. 2. Die gegenwärtige Verordnung wird in die Geses-Sammlung des Großherzogthums Luxemburg einge- rit werden, um demnach, ihrer Form und ihrem Inhalte nach, zur Ausführung gebracht zu werden, Luxemburg, 28. Ja- nuar 1834. Die Gouvernements-Kommission (gez.) von Goedecke, Präsident.“

Desterrel d:

Lemberg, 22. Januar. Pr. Müchael Stdger, Professor der Jurisprudenz an der hiesigen Hochschule, ist am {l8ten d. M, mit Tode abgegangen. Die allgemeine Theilnahme, die bei seinem Leichen-Begängnisse sich kund gethan, bezeugte den Ver- lust, den sowohl die Wissenschaft als unjere Stadt durch den frühzeitigen Tod dieses Mannes er wurde nur 38 Jahre alt =— erlitten hat.

S E e

Parma, 22. Jan. Durch einen Ministerial - Erlaß vom heutigen Tage ist eine Belohnung von 1099 Lire für denjenigen ausgeseßt, der den oder die Anstifter der zahlreichen Feuersbrünste anzeigt, welche seit einiger Zeit auf dem Lande stattfinden. Cben so ist eine Prämie von 10,000 Lire auf die Entde>ung des Mòdr- ders des Polizei-Direktors Sartorio ausgeseßt worden. Die Wittwe des Letztern hat eine Pension von 15:0 Lire erhalten.

Florenz, 22. Januar. (Allgemeine Zeitung.) Nach Briefen aus Lucca hat Se, Kdnigl. Hoheit der Jnfant Herzog von Lucca am 20sten d. seine Hauptstadt verlassen, um sich nach Vien zu begeben. Einige Tage vorher waren der Baron Ostini, sein Geschäftsträger zu Wien, und der Graf de la Roche Pou- hin, sein General-Adjutant, mit Missionen an auswärtige Höfe abgegangen. Die Lucchesen, die ihren Herzog herzlich lieben, hoffen, daß alle diese Reisen zum Resultat haben werden, ihnen die Fortdauer der Ruhe, deren sie genießen, trog der Verjuche der Uebelgesinnten, zu sichern.

Rom, 22. Jan. Vorgestern hat der Papst im geheimen Konsistorium die Monfignori Brignole und Grimaldi zu Kar- dinálen der Kirche ernanut. Abends nahmen die neuen Emi- nenzen die Glückwünsche des Adels, des diplomatischen Corps und der Beamten an, die zu dieser Feier ihre Wohnungen er- louchtet hatten.

Der künftige Gouverneur von Rom, der an die Stelle des 4 Kardinal erhobenea Monsignore Grimaldi kommt, ijt Mon- ignore Ciacchi, bisheriger Delegat von Macerata. GSrimaldi soll gleich als Legat, d. h. Gouverneur einer Provinz, verwen- det werden, wozu er während seiner Amtsführuug die gehörige Thatkraft bewiesen hat. i

Die Allgemeine Zeitung meldet aus Rom: Es scheint, man will hier Alles neu umgestalten; man will das Versäumte auf einmal einholen. Hier, wo man sich noch vor kurzer Zeit auch vor der kleinsten Veränderung \heute, hdrt man täglich, welche Reformen die Regierung nun in dem einen oder dem an- dern Verwaltungs-Zweige vorhabe. So erhält sich die Sage, das Gericht des Kapitols, als erste Jnstanz, olle in Zukunft drei statt zwei Sectionen erhalten, jede mit einem Prälaten als Prásidenten, und zwei Richtern aus dem weltlichen Stande. Auch dem Ministerium des Jnnern jollen bedeutende Verände- rungen bevorstehen. Der Fürst del Drago ist zum Direktor bei der Administration der dentlichen Schuld ernannt. Es soll eine neue Leih - und Diskonto- Bank von mehreren auslän- dischen Häusern hier errichtet werden, an deren Spihe ein Mit- glied der Familie Buonaparte stechen wúrde. Zum FJunspek- tor dieser Anstalt soll der Graf Pietro Odescalchi von Seiten der hiesigen Regierung bestimmt seyn. Der 17te d. war ein Tag der Freude für die Bewohner Roms, man sah nur frohe Gesichter, und aus Jedermanns Mund erschallte die angenehme Kunde: wir haben ein Karneval! Die Regierung hatte nämlich an diesem Tage bekannt gemacht, daß die Feier des Karne- vals, wie Vier, statt finden solle, und zwar ohne alle Be- shränkungen. Viele Geistliche hatren sich gegen das Karneval erklärt, welches näch ihrer Ansicht für immer abgescha}t werden sollte. Der Papst hat es indessen seinen treuen Römern erlaubt, welche jekt no<h mehr Fremde erwarten, als schon hier sind.

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(len Jahren nicht gesehen hat; Feste und Bälle drängen sich, die Gesellschaften glänzen von ausgezeichneten Personen aus allen Ländern und Zonen, welche hier, in politischer und religiöser Hinsicht oft ganz verschieden, sich vereint in bunten Reihen harmonisch bewegen.

Neapel, 21. Januar. Der diesjährige Karneval ist am 18ten d. M. durch ein glänzendes Ballfest bei Sr. Majestät dem Könige eröffnet worden. Die Abend-Gesellschaften, welche der Oesterreichische Gesandte Graf von Lebzeltern und der Rus- sische, Graf von Stackelberg, veranstalteten, sind seitdem eben- falls dur<h die Gegenwart Jhrer Königlichen Majestäten ver- herrlicht worden.

Am l5ten d. M. is von dem Werfte des hiesigen Königl. Arsenals die neue Fregatte „Urania‘/ von Stapel gelassen wor- den. Die Kdnigl. Familie, so wie ein sehr zahlreiches Publi- kum, hatten sich zu der bei dieser Gelegenheit stattgehabten Feier- lichkeit versammelt.

Spyanien.

Der Aibion giebt folgenden Auszug aus dem Schreiben eines gemäßigten Constitutionnellen, datirt aus Bayonne vom 21. Januar, über den Minister-Wechsel in Spanien: „Endlich haben wir das Dekret der Königin-Regentin erhalten, wodurch die neuen Minister ernannt werden. Es beginnt mit einer Unwahrheit, wie es bei dergleichen Aktenstücken gewohn- lich der Fall i!f. Die Aeußerung , der Staats - Dienst erfordere es, daß Herr Zea den Pflichten eines Staats- Rarhs oblieax und aufhdre, Minister zu seyn, if höchit seltsam. Aber man fonnte die Wahrheit in diesem Fall nicht sagen. Man 1außte die Gefühle des gejiürzten Mannes, !o wie die seiner Gebtete- rin, schonen. Wie sonderbar it die Lage der Christinos Regierung, der aus mehr als {2 Millionen Seelen bestehenden Bevdölkerung von Spanien gegenüber! Von dieser Bevölkerung sind neun Zehntheile der Regierung entgegen, wenn sie au nicht sämmtlich reine Karlisten seyn mdgen. Das Übrige Zehniheil sind Constitutionneile, an deren Spitze sich die Königin seibst ge- ellt hat, weil es ihr an einer eigenen Partei fehlte. Die Furcht, bei denjenigen Máchten anzustoßen, denen die äußersten Extreme der cenftitutionnellen Partei zuwider nd, bewog sle, Herrn Zea, der allgemeinen Stimme zum rob, beizubehalten, und eben diese Furcht hat sie wieder ver: anlaßt, Herrn de la Rosa zu wädlen, der ein refov mixter Constitutionneler ist, das heißt der Thorheiten und lee- ren Theorien seiner alten Kameraden müde und überdrüijlg. Man hat sich jedoch seiner nur in der Noth bedient, denn Je- dermann weiß, daß es ihm an Haltung und Charakter zu etnem Minister fehlt, betouders in so itürmijchen Zeiten. Cr ift jedoch in Paris sehr vortheilhaft bekannr, und deshalb wurde er vou Herrn von Rayneval aufs beste unterstäßzi, wo nicht gar von ihm der Königin bezeichnet. Ats Hauptiúze für Herrn de ‘la Rosa wurde Herr Gareli erwähle, Er war früher Advokat und dann Professor der Rechts-Wissenschaft an der Universität von Valencia. Ér if, für Spanien, ein gelehrter Mann, aber ohne alle Erfahrung. Man rühmt seinen Scharfsinn, aber der hervorstechendite Zug seines Tha- rafters ist Schmieg\amkeit, und diese hat ihn sehr zu seiner Èr- nennung verholfen. Er war Mitglied der Cortes von 1920 und i821, und nur dies konnte den General Llander und seinen An-

hang in Catalonien zufriedenstellen. Jn der Lage, worin die Königin sich befand, konnte sie keine bessere Wahl

treffen. Beide sind immer noch besser als Toreno, und da sie auch einen fügsamen Charakter haben, so werden fie sich leicht dur< die Agenten „der der Königin befreundeten Mächte lenken lass; aber Keiner von Beiden wird etwas Kühnes, Großes oder Ruhmvolies für sein Land thun. Sie werden die Schwindsucht zu heilen suchen, an der es leidet, aber das Uebel nicht an der Wurzel fassen. Wir müssen nun abwarten, wie die Maschine gehen wird; wir müssen sehen, ob die neuen Ernennungen der Gencral-Capicainen in den ‘Provin- en gefallen werden : denn ste sind es doch, die, mehr als die Regentin und ihre Minister, in Spanien den Scepter führen. Die Königin hat mit ibnen kapitulirt, und sie konnte nicht an- ders. Wenn sie nun nichk zufrieden sind und neue Zugeständ- nisse fordern, dann würde die Lage der Königin sehr verwickeit und im hdchsten Grade p-ecair seyn.“

Portugai,

Lissabon, 18. Januar. Die gestrige Chronica bringt

folgenden Bericht des Grafen von Saldanha an den Kriegs: Minister Jose Freire, datirt aus dem Hauptquartier Leiria vom lôten d. M.: Sehr eriguchter Senhor! Jch ersache Ew. Excellenz, Se. Kaiserliche Majestät zu benachrichtigen , daß die mir ertheilten Be- fehle vollzogen sind. Leicia ist unser. Von der Garnison, die aus 1476 Maun Jufanterie und 46 Yann Kavallerie bestand, ist es nur 3 Offizieren und 6 Kavalleristen gelungen, zu entkommen; sle nah- men idreu Weg nach Coimbra. Der Gouverneur, Brigadier Jose de Mello, Pita Oso-io , 2 Ober =- Offiziere, der Capitain Por und viele andere Gefangene, so wie 4 Stúk Geschúhß und der Fähnrich des Miliz- Regiments von Leiria, befinden sich in unjecn Händen. Der Corregidor, ein sdrriger Mensch, wurde getddtet; kurz, der Sieg konnte nicht vollständiger jeyn. Morzen werde i< die Ehre haben, Ew. Excellenz die Details über dieses Ereignifi und über die ihm vorangegangenen Mandver mitzutheilen. Ein Korporal vom Fäger- Regiment Nr. 5 wurde verwundet; das is unser ganzer Ver- îuff! Der Vorfall bei Alcacer ilt nun zur Genüge gerächt. Gott erhalte Ew. Excellenz !//

In ihrem heutigen Blatt giebt nun die Chronica auch den Detail-Bericht des General Saldanha, der vom 16ten da- tirt ist und folgendermaßen lautet:

_/¡Vachdem ich am l2ten das Kommando dem Herzog von Ter- ceira úbergeben hatte, marschirte ich an demselben Tage nach Rio Mayor auf Leiria zu. Am 13ten besebte die Kavalierie die Gehdlze, die Fufanterie aber die Mühlen und die umliegenden Dörfer. Der Oberst-Lieutenant Vasconcellos, dem ich befohlen hatte, sich durch das lte leichte Linien-Fnfanterie- Regiment zu verstärkten, marschirte um dieselbe Zeit nach Cos. Am folgendèn Tae jehßte er sich in Famqueira fest, und ih rú>te in Batalha cin. Der hef- fige Regen, der seit länger als 45 Stunden ununterbro chen gefallen war, hatte die Bäche zu Flússen angeschwellt. Der Lena war dem Taio gleich geworden Dessenungeachtet herrsciite eine solche Mannsözucht unter unseren braven Trupven, daß se, wie mir die Kolonnen - Commandeurs berichten, selb baten, man mödchte fc ras< gegen Leiria führen und ihnen gestatten, diesc Stadt unverzüglich anzugreifen, weil sie fürchteten, der Fcind möchte uns entwischen. Jch konnte aber in ihre Bitten nicht willi-

en, denn ich hatte bereits eine Recognoscirung gegen die feindlichen Vorpostenunternommen und bemerkte, daf das Terrain für einen Marsch bei Nacht sehr große Schwierigkeiten darbot; auch hatte ich allen Grund, zu glauben , daß der Feind damals noch entschlossen war, uns in seinen Verschanzungen zu ey varten ODaber versc<od ich den An griff bis auf den folaenden Lag. Der Oberst - Lieutenant BYascon- cellos war beordert, mit der dritten Kolonne, 59 Mann vom 10ten

Ueberhaupt bietet Rom einen Anblick dar, wie man es in vie-

Kavallerie-Regiment und dex sämmtlichen Artillerie auf der großen

Straße vorzurü>ken. Die zweite vom Oberfi Xavier befehligte K0- lonne, durch das lse leichte Fnfanterie - Regiment der Kdni- in, 50 Mann Kavallerie und die Feuerwerker - Brigade vtr- tárkt, hatte den Befehl, auf der Strafie von Batalha a!z1- greifen. Jch rüú>kte mir der vom Brigadier Bacon befehliat7t Kavallerie und mit der vom Brigadier Schwalbach kommau- dirten ersten Kolonne vor. Wir gingen auf der Cavallci- ros-Brücke über den Liz und marschirten dann nah Vidigal, um auf die von Coimbra nach Leiria führende Straße zu gelangen. Dee zweite Kolonne sollte ihren Angri beginnen, sobald sie das Feuer der ersien hbrte, und die dritte sollte mit der zweiten gleich- zeitig zum Angrif schreiten. Als der Obersi Xavier sich der Stadt näherte, stete fich der Feind außerhalb sciner Verschäanzun- gen auf, um den Angriff zu erwarten, wurde aver durch 2 Com- pagnieen vom ¿ten Fâger - Hegiment, die den Befehl erhielten, ge gen ihn vorzurücken, zurückgeschlagen. Dabei wurde ein Korporal von diesem Bataillon verwundet. Kaum hatte der Feind erfahren, daf wir über die Cavalleiro's-Brüdc—e gegangen seyen, gls er sth zum Rückzuge entschloß. So verlicß er auf eine hd<s schmacvolie Weise die treffliche Position des Kastells, das man durch ein ver- lángertes Parapet , auf welchem Geschüß vom {weren Kaliber aufgepflanzt und gezen uns gerichtet worden war, mit dem bischdf- lichen Palast verbunden hatte; die Artillerie konnte nun gar nicht mehr gebraucht werden. Vom Dorfe Poisos aus sahen wir diese Bewegung längs der Straße nach Coimbra. Der Brigadier Bacon ré>te mit zwei Schwadronen vom 10ten Kavallerie - Regiment, be- fehligt vom Oberi- Licutenant Simao da Coña Pessoa, und einer Schwadron Lanciers, befehligt vom Capitain Don Carlos Mas Carenhas, im Drabe auf den Feind los, und kaum hatte er ihn erreicht, so war auch die Niederlage vollkommen; der Feind hatte faum fo viel Zeit, 0 bis 49 Schüsse auf uns abzufeueri - die uns wen!z Schaden zufügten Unsere Kavallerie galloppirte bis auf cine Legtra fenfcits des Machados, und verfolgte die berittenen Offiziere

und die Kavallerie, wovon nur 5 oder 6 Mann entkamen. Der General - Quartiermeister Balthazar de Almeida Pimen- tal, die Majors Bareir9s, Matta, Luiz de Melio Breyner

und Guiller, der Capitain FJervis und der Licutenant Dom

Miguel Ximenes hatten cine neue Gelegenheit, ihr Schwerdt in feindliches Blut zu tauchen. Da dex Obersi Xüvier und der

Oberik-Lirutenant BVasconcellos hbrten, daß die Stadt geräumt sey, o ekten fe augenbli>lic in dieselbe ein und detaschirten die Ka- vallerie ibrer Kolonnen zur Verfolgung des Feindes. Dex Oherst- Lieutenant Vasconceilos besete das Kastell und sandte einige Streit- krifte auf die Straße nach Figueira ab. Der Oberst Xavier mit dem 5ten Bataillon und auch der Brigadier Schwalbach mit seiner @salonne röcten mit der grdßten Schnelligkeit vor und zeigten den lebhaftesten Eifer, mit dem Feinde handgemein zu werden, aber thre Be- nühungenwareu anzeitig, venn obgleich der Fetid auf beiden Seiten der Straße Scharfschüßen aufstellte, so fegte do< unsere tapfere Kasal- lerie Alles vor Ach himweg. Beiliezend finden Ew. Excellenz eine Namens-Liste der gefangen genommenen Offiziere, so wie auch derienigen, bie zu uus übergegangen snd, und sobald i< den Be- richt der O fiz'ere, welche die Kolonne befehligten, empfangen, werde ich Jhnen die Namen derienigen Dfftziere beme "ih machen, die ich bei dieser Gelegenheit hervorgetkan habet?. Dem Lieutenant Don Miguel Ximenes if die bem Feinde abgenommene Fahne an- vertraut wordea, und er wird se Sr. Maiestät einhändigen.“

Die in obigem Bericht erwähnte Liste wird von der Chr 8- nica ebenfalls mitgetheilt. Unter den Gefangenen befinden si der Gouverneur von Leiria, ein Oberst-Lieutenant der Miliz vou Chaves, 3 Majore, 2 Capitaine und 4 Fähnriche. Von dern zu Leiria stationirt gewesenen ¿ten Bataillon der Lissaboner R9- palisten ist ein besonderes Verzeichniÿ angefertigt, und in diesem befinden sich 2 Capitaine (worunter ein Capitain Mor) und ® Fähnriche; außerdem 107 Unteroffiziere, Korporale und Gemeine. Die Liste der von Dom Miguel desertirten Soldaten enthält ei- nen Kavallerie-Capitain, 3 Fähnriche und mehrerc Gemeine.

Die heurige Chronica meldet auch, daÿ aim 16ten, von welchem Tage man die lebten Nachrichten aus Santarem dak, die Choíera daselóst aufs heftigste gewüthet habe; es sollen in den leßten Tagen im Durchschnitt $9 Menschen täglich daran gestorben seyn, auch heißt es, daj seit dem iáten die Lebens- mittel und die Fourage sehr knapp geworden wären, und das täglich an 20 Pferde fielen.

Der Énalische Courier theilt folgendes Privat-Schrei- ben aus Lissabon vom 18. Januar mit: „Jh übersende Zh- nen hiermit die gestrige und heutige Chronica, aus der sie das Resultat der ersen Operation des Grafen von Saldanha und seiner Division ersehen werden. Die, welche die Lage von Lei- ria genau kennen, werden überzeugt seyn, daß sie mit dem sten Paketboot von dem Einzuge unserer Armee in Coimbra, der dritten Stadt des Königreichs , hdren können, und if dies ge- schehen, dann wird vermittelst einer Combination mit den zu Porto befindlichen Truppen die ununterbrochene Verbindung zwischen dieser Stadt und Lissabon hergestellt seyn. Die Mi: guelistischen Streitkräfte zu Santarein werden fich dann nach dem Süden zurückziehen müssen und von den 11,060 Mann ver- folgt werden, die wir als Objervations - Corps vor jenem ‘Pla stehen haben; und ich bin überzeugt, daß sie in Kurzem die Nach- richt von ¿hrer gänzlichen Vertreibung über die Spanische Gränze erhalten werden. Hier ist Alles voll Enthusiaamus und Ver- trauen, und die Regierung fühtet sich tärker und fester, als jemals.“

Aeg pre

Alexandrien, 24. Nov. (Journal de Smyrne.) Mehmed Ali befinder sich no< immer in Kahira, wo er 1 i unglaublicher Thätigkeit die Vorbereitungen zu einein Felözuzc gegen die Rebellen in Hedschas trifft. Leute, die gut unteri. 3) tet zu seyn pflegen, behaupten, daß es die Absicht des Pasczos sey, mcht bloÿ den Turke-Bilmez und seinen Anhang zu untcr- drúcken, sondern auch in Yemen einzudringen und sich Mokta s zu bemächtigen. Die aus 16,000 Mann bestehende Erpedition, die Anfangs von dem Kriegs-Minister Achmet: Pascha komman- dirt werden sollte, wird, wie es jer heißt, unter den Befehlen Abbas Pascha’s, des Neffen von Mehmed Ali, stehen, welcher lehztere die früher beabsichtigte Reise nach Ober- Aegypten vor- läufig aufgegeben hat.

Die Französische Kriegs - Brigg „Eclipse‘/, die kürzlich mit Depeschen für Herrn Mimaut hierherkam, kehrt mit der Erwie- derung dieses diplomatischen Agenten nach Frankreich zurü. Diese Antwort 117 übrigens nicht eher abgefertigt worden , als bis ein Expresser zurückgekommen war, den man bald nah Ans- kunft der „Eclipse‘“/ an Mehmed Ali in Kahira abaesandt hatte. Hr. Mimaut wird sich, dem Vernehmen nach, dieser Tage zum Vice- Könige begeben, was hinlänglich anzudeuten scheint, das man noch immer mit Mehmed Ali unterhandle und daß man genau zu erfahren suche, welches seine künftigen Pläne seyen.

Nachdem Mehmed-Ali das ihm von dem Hause Rothschild angebotene Anlehn abgelehnt, weil ihm die Bedingungen zu lä- stig schienen, if er jezt im Begriff, die Vorschläge des Hauses Aguado in Paris anzunehmen. Es wird um 20 Millionen Fr. unterhandelt, die im nächsten Jahre durch Aegyptische Produkte zurückgezahlt werden sollen. Die Regierung betreibt diese An: gelegenheit durch Vermittelung des Herrn Jouffre, der zu die: fem Zwecke kürzlich aus Paris hierher gekommen i. Der Ab-

| schluß wird, wie man glaubt, sehx bald erfolgen. Die Schiffsbguten werden beständig fortgesezt und nur hin

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