1834 / 48 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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lassen, nachdem er seinen bisherigen Wohnort Lyon wegen eines Banquerotts, den er gemacht, verlassen hatte; daß er im Monat November 1829, bei Gelegenheit eines Spazierganges in einem Gebüsche, wahrgenommen, wie drei Personen in demselben et- was vergruben, daß er in der folgenden Nacht den vergrabenen Gegenstand aufgesucht und demnächst gefunden habe, daß es eine Kiste mit Juwelen sey; daß er diese Kiste eine zeitlang unter der Erde gelassen, nachdem er cine Hand voll hergusgenommen und sich überzeugt hatte, daß er im Besiße der der Prinzessin von Oranien gestohlenen Juweléèn sey. Er sagte ferner aus, daß er sich im Juli 1830 wieder na< Lyon zu Susanne Blanche, mit welcher er früher gelebt, begeben habe, und einige der gestohle- nen Juwelen in einem hohlen Stocfe mitgenommen habe ; daß er zu Lyon einige Diamanten verkauft, sich im Januar 183{ mit Susanne Blanche wieder nah Brüssel begeben, die dort no< unter der Erde befindlichen Juwelen ausgegraben und die Einfassungen, so wie einige andere Kostbarkeiten in cinem eiser- nen Topf auf einen Plaß im Gebüsche vevgraben, wel- chen er der Susanne Blanche gezeigt habe. Hierauf seÿen sie mit allem Uebrigen nah Havre abgereist, von wo sie sich nach New-York einschifsten, woselb sié im Juni 1831 angekommen“ seyen. Das weiter Vorgefallene ‘ist bereits frúßer gemeldet worden. Später hat Polari s{riftli<h zur Kennt- niß des Richters gebracht, daß er geneigt sèy, jet die Wahr- heit zu bekennen, und nun erst hat erdem General-Prokurator, so wie darauf einem’ dazu ernannten Raths-Kommissarius, ge- standen, daß er ailein der Thäter des Juwelen Diebitähls sey z daß er in der Nacht vom 25. Septbr. 1829 mit Húlfe einer Leiter Über die Gartenmauer des Oranienschen Palastes gestiegen, die Raùte einer Glasthüre mit Leim besirichen und darauf meh- rere Stücke eingestoßen habe, daß er sodann, mit einer Diebs-:La- terne versehen, einige Zimmer durchschritten und endlich den Jumwelen-Kasten entde>r, aus welchem er die drei Diamanten- Kisten genommen, woráäuf ev dieselbe in einen Schawl gewik- kelt, welchen letztern er später weggeworfen habe, daß er die Kischen foaleih in einem Gebüäsche vergraben, wo er fic siebzehn Monate gelassen habe. Alsdann habe er sie wie- der aufgegraben, und sih damit nach Lyon zu Susanne Blanche begeben. Alles- Uebrige stimmt mit seiner frü- hern Aussage úberein. Konstantin Polari ij 53 Aahre alt, geboren zu Wiek im Schweizer Kanton Tessin. Früher is er von Profession ein Lohgerder gewesen. Er hat ein häßliches, aber durchtriebenes Aussehen und scheint sich nur ungern und mit Widerwillen über das ganze. Ereigniß, so wie über den Verrath, den Susanne Blanche gegen ihn begangen, auszulas- sen, Die Verhandlung feines Prozesses vor dem Assisenhofe von Süd-Holland ist auf den 7. März festgesetzt.“

Belgien.

Bräfsel, 11. Febr. Der Moniteur enthält einen Ta- gesbefchl des Kriegs: Ministers an die Armee, worin derselben angezeigt. wird, daß der Kdnig den General Hurel zum Chef und den Obersten Hamesse zum Unter Chef des Generalstabes ernannt habe.

Gestern hatte Herr Jamme die erbetene Privat-Audienz beim Könige.

Deutschland.

Dresden, 12. Febr. (Leipziger Zeitung.) Unsere Stände-Versammlung arbeitet fleißig daran, eine Abkürzung des gegenwärtigen Landtags- zu Stande zu bringen; doch durfte die Ausgleichung der zwischen“ beiden Kammern in Beziehung auf einige Punkté dieser Angelegenheit hebrschenden Meinungs - Ver- schiedenheit no< manche Berathung veranlassen. Daß dié erste Kammer bei ihren Verhandlungen darüber die Geseßz-Entwürfe úber das Schulwesen ausgeseßt gelassén hat, brachte eine Menge Petitionen um Befdrderüng dieses Gegenstandes zuwege; u. a. eine aus Zittau und eine aus Dresden. Bemerkens- und beher- zigungswerth ist, was der Präsident der ersken Kammer bei An- zeige des Eingangs jener Schrift aus Zittau gegen das Urtheil, welches leider so manche von den ständischen Verhandlungen ge- faßt haben, sagte. Sollen alle no< in Frage gebrachte Gegen- stände aufgearbeitet werden, so is es unmöglich, daß zwischen dein gegenwärtigen und dem nächsten Landtage eine Pause eintrete, welche doch für die vielbeschäftigten, für des Landés Wohl un- ablássig arbeitenden Minister höchst ndthig erscheint. Denn diese haben nicht allein die: laufenden Geschäfte zu besorgen und au- ßerordentlich viel Zeit auf die Kammer-Sißungen zu verwenden, sondern müssen auh auf Ausführung der während des Landtags gefaßten Beschlüsse und auf Vorarbeiten zum nächsten Landtage bedacht seyn. Unter solchen Verhältnissen scheint es gewiß nicht er\prießlih, wenn das' Heer det bei der Kammer eingegan genen Privat-Petitionen fortwährend no<h durch solche merkwüär- dige Eingaben vermehrt wird, wie die einer gewissen Frau H. in Leipzig ist, worin sle um Erlaubniß bittet, ihre Prozesse selbs führen zu dürfen.

Celle, 10. Febr. Drei zu. Bewachung der Göttinger und Osteroder Staats-Gefangenen hierselbst angestellte Gefangenwär- ter sind wegen eid- und pflichtwidriger Beförderung heimlicher Korrespondenz dieser Staats-Gefangenen unter einander und mit Auswärtigen, Gestattung und. Veranstaltung persönlicher Zusam- menkünfte_ und Unterredungen mehrerer Staats-Gefangenen, und sonstiger Kollisionen, resp. zu Karren- und Zuchthausstrafe ver- urtheilt und bereits in die Straf-Anstalten abgeführt worden,

München, 9. Febr. Das Königl. Bäyerische Regie- rungs-Blatt enthält nun das vom 6 Februar datirte Kdnig- liche Dekret, wodurch' die Stände auf den 1. März einberufen werden, mit dem Bemerken, daß der Täg der Eröffnung der Stände - Versammlung durch“ besondere Entschließung werde be- kannt gemacht ‘werden. Ein zweites Dekret ernennt den Feld- marschall und erblichen Reichsrath Fürstén von Wredc für die Dauer der einberufenen- se{sten Stände-Vérsainmlung zum er- sten Präsidenten der -Kainmer der Reichs-Räthe. :

Oesterretch.

Wien, 10. Februar. Se. Kaiserl. Kdnigl. Majestät ha- ben den Professor der Chirurgie an der O ag Universität, Jo- seph E Wattimänn, zu: Kaïserl. Königl. Leib -Wundarzte er- nannt.

_Se. Maj. haben am 15. d. M. dem Gouverneur der Na- tional - Bank Und | den Direktoren derselben ‘éine Allergnädigste Audienz ertheilt, deren Berichte entgegengenommen und die wie- der erwählten Direktoren bestätigt.

S <.w eiz.

Genf, 6. Februar. (S<wäbis<her Merkur.) Die Re- gierung von Genf erließ am- 5. den Befchl, welchem zufolge alle Individuen, die an der Expedition nah Savoyen Theil nah- men und auf dem Genfer Gebiet sich aufhalten, am 6ten Morgens

“im Nothfälle selbs vertheidigen zu wollen. Die seit einigen

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9 Uhr in die Kaserne si<h begeben sollten, um von da, mit den nôthigen Mitteln versehen, aus dem Kanton gebracht zu werden. Die Flüchtlinge faßten hierauf eine Bittschrift ab, in welcher sie die Regierung um Verlängerung ihres Aufenthalts auf dem Gen- fer Gebiet ersuchten, mit dem Versprechen , den Unterhalt sich selbst zu verschaffen, und streng die Gesetze des Landes zu beob- achten. Da die Regierung diesem Gesuche nicht entsprach, #o erflárten die Flüchtlinge, daß sie dém gegebenen Befehle nicht gehorchen würden. Auch sollen die Einwohner von Carouge sich erflárt haben, die bei ihnen sich aufhaitenden Fiüchtlinge patt L

agen bei- nahe. verschwundenen Besorgnisse sind durch diesen Umstand aufs Neue erreat worden, und die Regierung” hat es für nöthig erachtet, die ganze Miliz, welche gegen 5000 Mann zählt, unter die Waffen zu rufen. Das Zeughaus wird ganz besonders streng bewacht. És ist jeßt ganz außer Zweifel geseßt, daß in Genf eine, mit dem Auslande eng verbundene, Gesellschaft besteht, in deren Plan es liegt, die bestehende Regietung und Verfassung von Genf zu stürzen, und diese Stadt zu einein Hauptsübpunkt dér Fränzdsischen Propaganda zu machen. Der gescheiterte Plan auf Savoyen hat diesen Klub zwar etwas entmuthigt, doch ist er no< äußerst thátig, seine Entwürfe zu verwirklichen. Es wird versichert, daß die Leiter dieses Vereins am 5ten ihren Briefwechsel, den Entwurf einer neuen Verfas- sung und das Verzeichniß der Namen von zu ernennenden Beamten verbrannt haben. Der Vorort hat unter dem 3. an die Genfer Regierung eine Zuschrift gerichtet, in welcher leztere dringend aufgefordert wird: 1) Jede Ansammlung be- wasfneter Leute auf dem Genfer Gebiete, wenn nöthig, selbst mit Waffen - Gewalt zu verhindern; 2) alle diejenigen zurüc>fzu- treiben, welche es versuchen sollten, bewassnet aus der Schweiz, Frankreich oder Savoyen in den Kanton Genf einzudringen, im Falle aber diese auf ihrem Vorhaben bestünden, dieselben zu ent- waffnen, und sie dahin zurüzubringen, woher sie gekommen ; 3) jede Wassen- und Munitions-Sendung mit Beschlag zu be- legen: und 4) Alles zu thun, um die Genfer Bevölkerung über die Lage der Schweiz und die Nothwendigkeit der Aufrechthal- tung ihrer Neutralität aufzuklären. Aus Nolle wird unter dein 5. Februar geschrieben: Das von Genf am 2. Februar zurückgewie- sene Polen - Corps befindet sich hier in éinem Schlosse, bewacht von den Milizen. Heute wurde ihm der Befehl der Waadt- länder Regierung bekannt- gemacht, welcher vorschreibt, daß es in den Kanton Bern zurü>geführt werden soll. Einhundert und siebzehn dieser Flüchtlinge, worunter sich auch einige Deut- sche befinden, haben hierauf erklärt, daß sie dieser Vorschrift nur dann na<kommen werden, wenn sie von der Berner Re- giecung vorher die Zusicherung erhalten haben, daß sie im Kan- ton Bérn, wie früher, als Gäste aufgenommen würden. Bern hat bereits erklärt, daß es alle aus seinem Gebiéte ent- wichenen Polen nicht wieder aufnehmen werde; Waadt besteht darauf, sie: von seinem Boden zu entfernen; die Genfer Regie- rung, wenn sie sich erhalten kann „wird ein Gleiches thun. Die Deutschen Studenten, welche si< von Zürich aus nach Waadtland: begaben, um sich den Polen anzuschließen, find in Lausanne verhaftet worden. Sie kamen hier- etwas zu spät an, weil sie im Kanton Freiburg mit Kommerciren viel Zeit verlo- ren haben sollen, Die Regierung von Wallis hat, durch die Vorfälle in den benachbarten Kantdhen veranlaßt, das Kontin- gent unter die Waffen gerufen und die Gränzen des Kantons

" besetzen lassen.

Jtalien. __ Maifand, 7 Februar. Se. K. K. Hoh. der Vice-Kdbnig, Erzherzog Rainer, is gestern nebst seiner Gemahlin, nach einer mehrmonatlichen Abwesenheit, von Venedig hierher zurückgekehrt.

Die ‘bekannten O eute in der

Turin, 4. Februar. an der Savoyisch- Schweizerischen Gränze werden Piemontesischen Zeitung auf: nachstehende Weise gemeldet: „Seit mehreren Monaten wüßte die Regierung Sr. Majestät, daß die revolutionairè Propaganda einen unverhofften Ueberfall Savoyens in Sinne habe, und daß die vertriebenen Polen, welche im Kanton Bern Aufnahme gefunden, im Vereine mit einer ansehnlichéèn Zahl B Flüchtlinge, die sich zu diesem Zwecke nah der Schweiz begeben hatten, daran Theil nehmen sollten. Sie wüßte zugleich, daß in den Kantonen Waädt und Genf einige Tausend Flintén, so wie Vorräthe von Uniformen und Kriegs - Geräthen , bereit gehalten würden. Späterhin erhielt sie die sichere Nachricht, daß die mehrere Mal aufgeschobene Invasion auf deú 27. Januar definitiv fest- gesetzt sey, daß die Jtaliänischen Flüchtlinge mit ihren Verbün- deten in Vevey sich versammeln würden, um eine Landung an der Küste von Chablais zu bewirkèn, zu welchem Zwecke bereits viele Barken gemiethet worden, und daß die Polen am 26. Jan. den Kanton Bern verlassen hätten. Der Gouverneur von Savoyen dachte an die geeignéten Mittel sowohl zu seiner Vorsicht, als um den thdrichten und verbrecherischen Angriff zunichte zu machen. In der That fanden si<h die Polen an dem festgesebz- ten Tage an dem Schweizerischen Ufer des See's ein, aber ihre Gefährten, die von den energishen Maßregeln gehört hatten, welche die Savoyische Partei genommen, weigerten sich nicht allein, si<h einzuschiffen, sondern wollten auch den Polen die Waffen aus dem Depot in Vevey nicht ausliefern und densels ven nicht gestatten, sih auf den gemietheten Fahrzeugen einzu- schiffen. Nun marschirten diese nach Nyon, wo fe ein Schiff bestiegen; aber statt an dem Ufer. von Chablais zu landen, stie- gen sle auf Genfer Gebiet, zwei Meilen von der Savopyischen Gränze, ans Land. Die Kanton-Regierung ließ, als sie von dem Vorgang unterrichtet worden, die Miliz unter die Waffen tre- ten, und unterm 1. Februar wurde dem Kommandanten zu St. Julien von der jenseitigen Behdrde angezeigt, daß jener aus ungefähr 300 Mann bestehende Trupp, der bei dem Schlosse Bellerive, unweit von Genf, an das Land gestiegen, verhaftet und ‘entwaffnet worden seÿ./“

Der General-Lieutenant, Baron von Monthoux, ist hier am 23sten v. M. mit Tode abgegangen.

Der Oesterreichische Beobachter vom 11. Februar enthält über obige Vorfälle den folgenden Bericht : „Ueber den von eiriem Haufen Polen und Jtaliänischer Flüchtlinge, an die sich einige Revolutionnairs aus anderen Ländern an eschlossên hat- ten, in den ersten Tagen dieses Monats auf Stvdneti unter- nommenen Versuch, enthalten die uns heute zugekommenen Schweizer Korrespondenzen folgende Nachrichten : Am 1. Fe- bruar 6 Uhr früh nahte sih eine aüs Nyon (im Waadtlande ) gekommene Barke mit 140 Polen' am Bord bei Belotte, unter- halb Sulenay dem Gestade des Genfer Gebiets. Die Milizen, welche die Regierung nach diesem Punkte bereits gesendet, nah- men den Ausgeschissten die Waffen ab und warfen dieselben in die Barké zurü>; einige zwanzig Polen entkämen ‘zwar “nach Vézenaz, wurden aber dort von dèn Milizen bewacht. Ein Fahrzeug

' wogen die Expedition, sich wieder einzuschiffen,

dann um so sicherer |

der Genfer Regierung brachte die Barke mit den entwaffneten Py, | „eisen sen wieder an das Waadtländische Gebiet, wo sie bis auf höhern Be, | arlichen fehl bewacht wurde. An demselben Tage war General Ramorino an dex | gffen

Spike eines Haufens von gleicher Stärke, aus Polen, Jtal, | de

nern u. \. w. bestehend, um Genf herum, nach der Straße vey St. Julien gezogen, von wo er die Richtung nah Bossey ein;

biete), ohne Zweifel in der Absicht, mit den Über den See G, kommenen sich zu vereinigen. ten sie zu Estrembieres den Douanen-Posten, beraubten die Kasse die ni<ht über $00 Fr. enthielt, und forderten die Douanters auf, mit ihnen zu fraternisiren. Als diese, so wie Niemand iy

Orte, sich dazu verstehen wollten, verbrannten ste die Kleider de ' cinen und

erwähnten Mauth-Soldaten und zogen nach Ville-le-Grand, wg sie sich darauf beschränkten, A eebische Proclamationen unte das Volk zu werfen, von dem berächtigten Joseph My zini und andern Mitgliedern der Giovine alia. in det Eigenschaft als „insurrectionnelle provisorische Negie rung‘/ unterzeichnet, und vom 1, Februar datirt. das Volk ohne jede Theilnahme blieb, schlugen sie den Weg üby S. Cergue nach Thonon ein. Da aber Ramorino bald v nahm, welchen Ausgang es mit der aus Nyon erwarteten Yh, theilung genommen hatte, erklärte er, für sich allein nichts thu zu können. Seine Leute, welche alle Arme auf Savoyischen Gebiete ofen erwartet hatten, und durch die Enttäuschung ‘gay entmuthigt waren, warfen nun die Wassen weg, bedrohten Ry morino, so daß er sih in das Haus eines Bauern flüchten uy darin verbergen mußte, und verliefen sîch alle. sich fürchtete, in seinem Schlupfwinkel entdeckt zu werden, entfay scinen eigenen Leuten durch einen Sprung aus dem Fens und flúchtete sich auf Genfisches Gebiet. Am Dorfe Piplinge auf demselben. Gebiete, fanden sich etwa 80 ‘Polen wieder ju:

fammen; sie werden von den dortigen Genfer Milizen {af F

bewacht. Am Zten entschied die Waadtländische Regierung, di vom Genfer Gebiete zurückgewiesenen, auf der Barke gefan gehaltenen Polen, vier zu vier, unter Bedeckung an die Bernt Gränze führen zu lassen. Alle Berichte sind einstimmig iy dem Lobe der vortrefflichen Haltung, welche die Bewehn des Savoyischen Gebietes, das die fremden Aufruhrstifter hu treten hatten, an den Tag gelegt haben. Von gleich vortres lichem Geiste zeigten sich die in Chablais stationirten Trupp beseelt, die vor Begierde brannten, die auf das Gebiet ihre Königs eingedrungenen Banditen für ihren unerhörten Freu nach Gebühr zu züchtigen.“/

Die Ait ienen Zeitung giebt über diese Ereignist noch nachstehende Mittheilung aus Cham bery, vom 3. Februa „Während bei uns die tiefste Ruhe herrscht, während wir au

Da auch hier f

| Markte mit Getraide fel E stattfinden. 2 : Ung Nd [ e dnung hebt die Monopolien auf, welche zu unsten der {<lug. Am 2. ging er nach Annemassa (auf Savovyischem Ge, | Verouduens : ó

Î jóren, Obst- und Gemüsehändlern, errichtet worden.

Durch die erste derselben wird das ganze System der

Korn - Magazine abgeschafft, wenigstens wer- n die Steuern aufgehoben, die zu deren Erhaltung bis- ex eingetrieben wurden, und es joll zur Versorgung der Eine zweite

sogenannten Zunft - Vereine (aszsociaciones gremiales) in ver-

P denen aroßen Städten bestanden; es waren dergleichen von Auf dem Wege dahin entwaffn, È O

“ändlern aller Art, von Fleischern, Bäckern, Brauern, Kondi- 4 Dieje sol-

| en alle aufhdren, mit einziger Ausnahme der Bäkerzunst, weil

| in gewissen Fällen ohne die Befugniß zur letzteren Art von Ver-

ohne das damit verknüpfte Monopol die kleineren

Stádte in Gefahr kommen konnten, des täglichen Brod-Bedarfs

/ entbehren zu müssen.

Alle übrige Corporations-Rechte und Mo-

P nopolien im Königreiche werden aufgehoben, und jeder Gewerb- treibende, der nicht Bâcker ist, kann seine Wohnung nah Ge-

fallen von einem Ende des Königreichs nach dem andern verle- dritte Verordnung erklärt alle Lebensmittel und

B Feuerungs- Artikel für Gegen|tände des freien Absatzes in allen

j Städten des Königreichs, gegen Zahlung der Kron- und Muni-

ipal-Abgaben, ohne irgend eine andere Auflage oder Belästi- ung, außer daß den Municipal - Behörden das Recht verbleibt,

I Gewichte und Maße zu untersuchen und dafür zu sorgen, daß feine der Gesundheit schädliche Nahrungs - Mittel zum Verkauf

/ ausgeboten werden. : ng _ l | V , Marktpláze errichtet werden, die an die Stelle der bisherigen vtamorino, d

* wirth oder Gutsbesißer eine bestimmte

Dieser Verordnung gemäß sollen freie

Monopolien treten und allen Besuchenden ofen stehen. Alle

* Geseze, Verordnungen und Bestimmungen, wodurch jene Mo- nopolien begrúndet wurden, sind aufgehoben.

Eine vierte Ver- ordnung betrie die Erzielung der Wolle und set sehr klar aus einander, wie der rasche Verfall der Schafzucht in Spanien von den mißlungenen Versuchen, ein Monopol für die Merino- Race gesetzlich

einzuführen, ausgegangen sey. So war k R aa Anzahl von Widdern

| festgesetzt, die er aufziehen und über die er sich nicht versteigen

durfte.

Durch die jeßige Verordnung aber wird der Schafzüch-

ter unbedingt von jeder beschránkenden Bestimmung, die er nicht

etwa für die Erhaltung seiner Heerde als zuträzlich betrachtet,

befreit, wogegen auf einen Widder ein Ausfuhr-Zoll von 40 und auf ein Mutter - Schaf ein Ausfuhr - Zoll von 20 Realen gelegt ist, Der landwirthschaftliche Verein in Madrid soll eine Kom- mission ernennen, mit dem Auftrage, eine Denkschrift über die Ver- hesserungen, welche im Auélande in der Schafzucht gemacht worden, insonderheit in Betreff der Güte der Wolle, und über deren An- * wendung auf Spaniens Boden und Klima zu entwerfen. Am

die befriedigendsten Nachrichten von allen Punkten des Köniy b reichs, besonders von Turin und Genua erhalten, sind auf uns F

rer Nord-Gränze gegen Genf und den Leman hin mehrere Ve

suche gemacht worden, in Savoyen cinzudringen, und" die Ein L ' gentschafts- als der Minister- Rath darüber vernommen worden.

wohner zur Empdrung zu bringen. An der Spitze dieser Un

ternehmung der Mouvements- Partei stand der aus der Polni F nischen Jnsurrection bekannte General Ramorino, und unter ihm E

hatten sh nicht nur die im Kanton Bern befindlichen Polen, sondern auch viele verwiesene Piemontesen, JFtatiäner und einige Deutsche Exilirte vereinigt. Ungefähr 150 Mann machten den

ersten Versuch, landeten bei dem Genfer Dorfe Vesenaz, und f

wollten auch die auf einer erzwungenen Barke mitgeführten Wej fen ausschifsen ; es rücêten aber bald Genfer Truppen ‘an, und bu Eine andere theilung der Jnsurgenten war am Abende des 1. Febr. úbn ungeachtet ihnen nun unsre Truppen keinen Widerstand et gegenseßten, wahrscheinlich um sie

vielleicht gewarnt, doch nicht ein, sondern wendeten sich zurü,

/

sie bivouacquirten. Am folgenden Morgen (

rissen und verbrannten die Zoll-Register, bemächtigten sich de

in der Kasse befindlichen Geldes, errichteten einen Freiheiti F baum mit den Italiänischen Farben, roth, weiß und grün, v}

ERS

Schlusse dieser Verordnung werden verschiedene neue Geseßze über die Verpachtung von Land versprochen, die als Vorberti- tungen zur Entwerfung eines landwirthschaftlichen Geselzbuci es dienen sollen. Bemerkenswerth is es, daß in allen diesen Ver: ordnungen die neue Formel vorkommt, es sey sowohl der Re-

Auch die entferntesten Provinzen des Reichs haben nun dem Ruf der dentlichen Meinung, der bei dem lelzten Ministerwechsel von Madrid aus an sie erging, beantwortet, und von allen Ge- genden her schallt , zur großen Zufriedenheit der Regieruna, ein treues Echo zurü. Die Berichte aus Santander und Cadix, Malaga und Granada, Valencia und Barcelona ,, lauten alle in diesem Sinne, obgleich sie von Personen kommen, die unter einander in keiner Communication stehen konnten. Merkwür- dig ist es, in dem offiziellen Blatte des Ministeriums des Jun-

* nern, Diario de la administracion, einen Artikel über den {äd-

Genf und Carouge in unserm Gränzort St. Julien eingerüd! P

lichen Einfluß der Censur zu finden. Den Herausgebern

* Spanischer Klassiker im Auslande dürfte die Bemerkung nicht

ins Land zu locken, un F ämmtlich gefangen zu machen, drangen s F : schaftliche Werke aufgehoben ain Fuße des großen Saleve weg nah dem Dorfe Boßey, wt F 2, Febr.) zogen st F nah dem Dorfe Annemasse, zerstôrten dort das Zollhaus, zt F

breiteten eine Menge. Proclamationen und Aufrufe zum Au F

ruhr, in denen sie gleichzeitige große Aufstände und in ganz Jtalien, desgleichen die Unterstüßung Frankreids

in Piemotl F wiedergegeben

und der Schweiz versprachen, und sich selbsk als provisorisdht F

Regierung aufstellten. Piemontesen, unter eigener Anführung Ramorino's. pedition und provisorische Regierung fanden aber durchaus fe

nen Anklang bei den Einwohnern, wagten sich nur einen Auge

bli> bis zum nächsten Dorfe Villa - la - grand, hielten es ab! f dann für gerathener, auf die äußerste Gränze gegen Genf hit A Pag worauf sie dem Genfer Posten ihre Waffen aut F ieferten, und sich in kleine Banden auflôsten. Jhrer setz) | wahrscheinli d! f

ungefähr zogen nah Carouge, wo sie aber Genfer Regierung so wenig als die Schweiz überhaupt (asel

Dies waren größtentheils Jtaliäner unt Diese E F

* sich über ihren Empfang bei Hofe, wenn auch i

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Trib nas

wird, wiewohl in Genf eine große Aufregung zu ihren Gunst

herrschen soll.‘

Neapel, 31. Jan. Das Karneval hat hier einen fröhlichen Fortgang.

Straße, als auf den Balkonen der Häuser.

und vieler anderer erhabener Personen beehrt wotden. Majestät gaben am 27sten d. in Jhrem Palast ein ziveites Fest, bei welchem die heiterste Fröhlichkeit mit dem hddhstet Glanze verbunden war.

Grafen von Lebzeltern. Der Vesuv fährt fort, Schauspiel zu gewähren.

An heiteren Abenden dagegen erscheint sie am Abhange des Bit ges wie ein Strom, der sih gegen das Ende seines Laufes il

viele Arme theilt, welche wiederum mehrere andere noch kleiner} Adern bilden, so daß es im Ganzen den Anblick eines groß}

umgekehrten Baumes gewährt, der seiner Blätter beraubt ist,

Spanien.

Die Times enthält no<h ein Privat-Schreiben aus Mal „¿ Die Verordnun Herrn

|

drid vom 23. Januar, folgenden Inhalts: en in Bezug auf. den allgemeinen Verkehr, welche durch

urgos veranlaßt worden, versprechen, sich sehr wohlthätig My

d

Am folgenden Abend beehrten hrt Majestäten einen Ball des K. K. Oesterreichischen Gefjandtiß f

In der hiesigen Zeitung liest mat: F Am vorige! F Sonntag, so wie gestern, am Donnerstag, war die gewöhnlidt F Lustfahret der Wagen durch die Straze Toledo ungemein lebhaft F Haufen von Masken beleben die Fröhlichkeit derjelben. Eben F so groß is aber auh die zuschauende Menge, sowoh! auf di f Die Ball-Felt im Theater San Carlo sind mit der Gegenwart des L H

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So eig S N A L

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unseren Blicken ein großartig} An neblichten dunkeln Abenden, man die Umrisse des Berges nicht unterscheiden kann, zeigt sd | die Lava dem Beobachter von fern wie ein Feuer-Streifen in der Luft, und zwar in der Gestalt eines aufgerollten Bandes."

C É E DES

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uninteressant seyn, daß die neulich erschienene Ksnigliche Ver- ordnung, durch welche die Censur fär rein literarische und wissen- wurde, den auswärtigen Nach- drú>en des Cervantes, Quevedo und anderer Schriftsteller, deren Werke Jahrhunderte hindurch in den Spanischen Ausga- ben über die Maßen verstümmelt worden sind, Hier einen ver- hältnißmäßig sehr hohen Werth gegeben hat, da die älteren Original - Ausgaben natürlich längst nicht mehr zu haben sind. Auf Befehl der Königin sind dem ehemaligen Cortes : Depu- tirten Antonio Perez Meca, der in das Amnestie- Dekret vom 93sten v. -M. einbegriffen war, seine sequestrirten Güter worden, und dasselbe soll in Bezug auf alle Ämnestirte dieser Klasse geschehen. Herr Martinez de la Rosa hat an einige seiner alten Verbannungs- Gefährten in England geschrieben und sie aufgefordert, nach Spanien zu- rüzukehren, indem er ihnen die Versicherung E daß sie

re politischen Ansichten von denen der egierung abwichen, ni-ot zu beschwe- ren haben sollten. Der General Mina und Avrguelles befinden sich unter der Zahl dieser Verbannten, sie sollen sich aber gewei- gert haben, auf die bloße Cinladung des Ministers, wenn ihnen nicht ausdrückliche Erlaubniß dazu ertheilt werde, in ihr Vater- land zurückzukehren.“

Sre i

Aus dem Jnhalte der ersten Serbischen Zeitung vom

5. (17.) Januar 1834 theilen Deutsche Blätter Fölgendes im Auszuge mit: „Jn einem langen Artikel über die Reise des Fürsten Milosch nah Belgrad ist nux der Schluß, wo es heißt: daß der Pascha von Belgrad in Folge des neuesten Fermans und eines besonderen Schreibens des Groß-Wesirs Reuf Pascha dem Fürsten am 21. Dez. 1833 (2. Jan. 1834)- die Belgrader Mauth übergeben habe, daß sofort den 22. Dez. (3. Jan.) Fürst Milosch von Belgrad nach Passarowihz abgereist sey, um daselbst bei seiner Familie die Feiertage zuzubringen, und daß am 23. Dez. (4. Jan.)- der vom Färsten ernannte, in Konstantinopel vom Griechischen Patriarchen geweihte Metropolit Péter (es ist dies der früher am Gymnasium in Karlowißz angestellt gewesene Professor Paul Joannovich ) in Passarowiß eingetrosfen sey, von einigem Jnteresse. Dann sagt diese Zeicung über die Ausführung des im Allgemeinen schon bekannten néuesten Fermans: 1) Die von Serbien im Jahre 1813 abgerissenen Distrikte sind Serbien wieder einzuverleiben 2c. Jn diesem Augenblicke bereist eine Kommission von drei Serbischen und einem Türkischen Commissair die neuen, nach der im Jáhre 1831 von den Türkischen und. Russischen Commissairen aufgenommenen Karte bestimmten Gränzen, um diese an. Ort und Stelle zu übernehmen, und dur Aufwerfung von Gränz-Hügeln zu be- zeichnen, 2) Der jährliche Tribut ist auf 2,300,000 Türkische Piaster festgeselt, wogegen alle bisherigen Abgaben 2c. aufhören. Alle neuerrichteten Fortificationen sollen geschleift werden. iesem zufolge ist die Kiuprio bereits am 23. u. 24. Dez. (4. U. 5. Jan.) in Gegenwart Serbischer und Türkischer Commissaire dem Erdboden gleich gemacht worden. Die Geschüße und Mu- nitionen werden so eben nach Belgrad transportirt. 4) Dié in befestigten Städten wohnenden Türken haben no< 5 Jahre

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Frist, in denselben zu bleiben. Während dieser kónnen sie thre Güter an die Serben verkaufen, nah Verfluß derselben aber sind sie gehalten, sich entweder in das Jnnere zu begeben, oder Serbien zu verlassen. Nur in Belgrad bleiben die Türken ewig in Ver: ein mit den Serben, wie bisher, mit der Verpflichtung, den po- lizeilichen Verordnungen, welche Fürst Milosch im Einverneh- men mit dem Belgrader Wesir zur Aufrechthaltung der Ordnung und Reinlichkeit für ndthig erachtet, Folge zu leisten. Waffen dürfen in der Stadt Belgrad weder Türken no< Serben, mit Ausnahme der Türkischen und Serbischen Staatsdiener , tragen. Serben und Türken haben das Recht, sich gegenseitig ihr Eigen- thum zu verkaufen (dies war bisher den Türken verboten }, je- doch dürfen die Türken weder außerhalb der Vorstadt, noch sonst irgendwo Häuser und Gebäude aufführen. Die auswärtigen Unterthanen werden nach den bestehenden Verträgen beshüßt, dieselben kdnnen aber kein unbewegliches Eigenthum in Serbien besißen. Mit großem Pomp wird dann in dieser Zeitung die Audienz des Serbischen Deputirten Petronievich beim Sultan erzählt. Derselbe war im verflossenen Herbste zur Bezeugung der dankbaren Erkenntlichkeit des Serbischen Fürsten und Volkes mit einem Geschenk von 1000 Stück Ochsen für die Küche des Sultans nah Konstantinopel geschickt worden. An Beantwortung der Rede dieses Deputirten, worin derselbe den Dank des Fürsten Milosch und der Serbischen Nation, und die Versicherung ihrer Treue und Anhänglichkeit ausdrückte, erwie- derte der Sultan: „Das is mir lieb. Jch hoffe auch, daß Fürst Milosch im Vereine mit der Nation nicht aufhdren wird, mein Interesse so wie das seinige und das seines Volkes im Auge zu haben. Jch bin von seiner Treue und Anhänglichkeit überzeugt. Reschid Pascha hat mir gemeldet, wie viel Fürst Milosch zu Bezwingung der Albanesischen und Bosnischen Re- bellen beigetragen hat. Auch jeßt, wenn du hinkommst, sage dem Fürsten, daß ich ihm Bosnien und Albanien anempfehle. Mit den benachbarten Paschas möge er unaufhörlich in Einigkeit und Freundschaft leben, besonders mit dem Hussein Pascha und dem Weczcy Pascha, welche ih hauptsächlich nur dem Färsten zu lieb in jene Gegenden versest habe, denn Hussein Pascha it, wie mir scheint, ein alter Freund des Fürsten, und Weczcy Pascha, wie ih glaube, ein sanfter ruhiger Mann, der dem Fürsten fei: nen Verdruß machen wird.“ Auf die Dankbezeugung und Ver- sicherung pünkrlicher Entspre<hung von Seiten des Deputirten, fuhr der Sultan fort: „Sage dem Fürsten Milosch, daß ich ihn liebe, es wäre mir lieb, wenn er selbst hieher fáme, damit wir uns persdnlich kennen lernten, und daß ih ihn nach Verdienst kaiserlih beschenken könnte.“ Petronievich entgegnete, daß dies gewiß auch der Wunsch des Fürsten wäre, und unbegränzt würde dessen Freude seyn, seinen und des Volkes Wohlthäter sehen zu können, allein die Zeiten seyen schwierig, wie allgemein bekannt, die Völker seven in Aufregung, die Jntriguen der Liberalen hdr- ten nicht auf, und eine Abwesenheit des Fürsten im jeßigen Zeit- punkte könnte deshalb Serbien unsägliches Unheil zuziehen, wor- auf der Sultan abermals das Wort nahm: „„Jch sage nicht, er oll gerade jest kommen, sondern nachdem er seine Nation df hôrig organisirt hat, und überzeugt seyn kann, daß nichts zu be- sorgen i|, dann könnte er im Sommer bei gutem Wetter nach Konstantinopel kommen, mich zu besuchen, etwa 14 Tage ier verweilen, und dann wieder in sein Vaterland zurükkehren. uf diese Art, wenn es möglich is, wünschte ih ihn zu sehen.“ Der Deputirte zuckte die Achseln und schwieg. Achmed Pascha reichte ihm sofort auf Befehl des Sultans eine. mit Brillanten beseßte Dose als Geschenk, worauf er auf ein vom Sultan ge- gebenes Zeichen demselben den Fuß küßte und unter den gewöhn- lichen Hösflichkeits - Bezeugungen vori beiden Seiten ab- trat, Endlich enthält diese Zeitung eine Betrachtung über die bürgerliche Organisation Serbiens folgenden ÍIn- halts: Die bürgerliche Organisation Serbiens wird in diesem Zahre besonders gewinnen, da der Fürst entschlossen ist, verschie- dene Ministerien einzuführen, nämlich für die auswärtigen An- gelegenheiten, für däs Jnnere, für Polizei, Kultus und Finan- zen (Krieg ?); —— Verwaltungen, in welche alle National : Ge- schäfte getheilt, und deren jede einzeln so wie insgesammt für Vervollkommnung der einzelnen Zweige der Administration Sorge tragen solle, damit nicht das Jahr 1835, noch weniger ein späteres, Serbien in seinem alten Zustande finde, wo bei dem Mangel an Gesezen und festen Normen der Willkür und dem s{hwachen Gutfinden einzelner Menschen so große Herr: schaft gelassen werden mußte. Jn kirchlicher Hinsicht sind eben- falls zu kräftigen Reformen durch die neuen gelehrten Metropo- liten alle Vorkehrungen getroffen.

Skodra (Albanien), 5. Jan. Man giebt folgende Nach- riht ass halb offiziell: „„Die Albanesen haben aus ihren vor- züglihsten Städten und bedeutendsten Dörfern verschiedene Repräsentanten erwählt, die sich dem Sultan mit einer Sup- plif vorgestellt und gebeten haben: 1) daß die Regierung Albaniens von der Pforte denjenigen Individuen anver traut werden mdge, welche die Versammlung der Repräsen- tanten erwählen werde; 2) daß die den Albanesischen Land- Eigenthümern von Ali Pascha von Janina eingezogenen Gütern den rechtmäßigen Besißern zurü>gestellt werden; 3) daß die Truppen des Großherrn Albanien räumen, und man die Festun- gen sowohl, als die an den Engpässen der Gebirge gelegenen Kastelle Albanesischen Soldaten Überweise. Die Repräsentanten erklärten Sr. Hoheit, nur unter diesen Bedingungen würden sie sich der Zahlung des jährlichen Tributs unterwerfen. Die Al- banesen rüsten sich zum Widerstande gegen die Pforte, und der größere Theil der zu Monastier versantmelten Albanesischen Trup- pen ging zur Partei der Empdrungslustigen über.“

Griechenland.

Nauplia, 18. Dez. (Auszüge aus dem Briefe eines Deutschen in der Allgemeinen Zeitung.) Fragen Sie „wie un- sere Bayern sih gefallen, so is die Antwort sehr verschieden. Unsere Landsleute sind sehr an die Heimath gewöhnt, und ha- ben recht, sie zu lieben. Jhre Anhänglichkeit und Gewdhnung erstrecken sich aber bis auf zufällige Dinge, bis auf Speise und Getränk, und da sie von Allem, was ihnen in dieser Hinsicht lieb und zum Bedürfniß, ja zur anderen Natur geworden ist, hier nichts, oder das Gegentheil finden, wie könnte ihnen- das Land bloß darum gefallen, weil es flassi\sch ist, weil es große Er- innerungen hat? Die Jsraeliten sehnten-sih aus der Wüste nicht inniger nach den Fleischtdpfen Aegyptens zurück, als viele unserer Landesgenossen nach der gewohnten Herrlichkeit der lieben Hei: math. Dazu nehmen Sie das ganz abgeschlossene fremdartige Wesen der Griechen, und Sie werden sich ihren Unmuth erklären, umal die meisten von Griechenland nichts sehen, als die sterilen Lelsen von Nauplia und die im Sommer verbrannten Fluren einiger nahe liegenden Eparchien und Jnjeln. Es wäre also fast: zu: besorgen, dap andere Fremde die hier aus. .den Rhein- Gegenden, aus..dem. Deutschen Norden, der Schweiz und Frank-*

reich einwandern, sich vor uns festsezen, sich mehr umthun, Ge- schäfte machen, Gewektbe erdffnen, vortheilhaften Handel führen und zu Wohlstand kommen dürften, während wir noch nicht aus unserer üblen Laune über die „trägen und einfältigen Griechen““ Feraugaetemmen seyn werden. Von dem Gange der Landes-

ngelegenheiten hôrt man wenig, da die mit ihnen beschäftig- ten Zeitungen dur<h die Cautions-Forderung niedergeschlagen wurden, und Regierungs - Blätter oft wochenlang nicht erschei- nen. Die Hauptsache, welche je6t die Gemüther beschäf- tigt, ist der Prozeß der zahlreichen des Hochverraths ange-

flagten wichtigen Personen aller Farben und Meinungen, der jeßt in Bewegung kommt; doch ist darüber, mir

wenigstens, no< kein Urtheil möglich. Machinationen haben be- standen, bestehen auch wohl noch; aber welcher Art, mit wels- her Absicht, von welchen Personen geführt, darüber hôrt man sogar aus dem Munde derjenigen, die es wissen sollten, \o Ver- \chiedenes , daß es besser is, vor der Hand lieber zu schweigen. Von der innern Verwaltung beschäftigt die Municipal - Verfas- sung, das Steuer -System, die Domainen- Ordnung und die Schifffahrt besonders die Regentschaft. Es scheinen in Bezug auf letztere große Mißgrisse zu geschehen, und man sieht bedeuten- den Modificationen entgegen. Unter den mit diesen Dingen Be- schäftigten bilden die jungen Angestellten aus Bayern eine besondere Klasse. Hier sind die alten Klagen aller Orten, daß der Éine unverdient vorgezogen, der Andere ungeachtet jeiner Brauchbarkeit nicht beachtet werde; daß man bei diesem Máchti- gen schmeicheln müsse, um vorwärts zu kommen, bei jenem em- pfohlen seyn von dem und dem, und was das ganze Getriebe menschliher Schwächen und Prätensionen mehr ist, das sich uberall einfindet, wo sich eine Regierung einrichtet. Dazu kommt, daß Manchen die Besoldung zu gering, oder das Klima stchád- lich is, und Sie dürfen sich also nicht wundern, wenn von den in diesen Boden geseßten Pflanzen gar viele nicht recht gedeihen. Manche werden durch die Hossnung gehalten, -daß nach Abgang der Regentschaft sie die ersten Pläkze einnehmen sollen; doch was dann geschehen wird, liegt in der Zukunft Schooß. Jn- deß gedeiht der junge Monarch zur Freude seines Volks. Cr ist kräftig, blühend, von der Griechischen Sonne etwas ge- bräunt, fortwährend in regelmäßiger Thätigkeit, wohlthätig und hülfreih, und ein Trost der Armen, besonders der armen Kranken von Nauplia, ein heiliges Geschäft, in welchem er von seinem vortrefflichen Leibarzte Reser würdig unterstüßt wird, der Hülfe, Trost und Rettung in die Hútten des Elends bringt, darum aber au<h wie einer der alten Sdhne und Nach- fommen des Aesculap verehrt wird. Höchst anziehend war mér das Schauspiel, das am Sonntage Nachmittags beim schönsten Dezembertage die Vorstadt, oder vielmehr der offere Plaß zwi- schen dem Festungs-Graben und der Vorstadt gewährte. Hier war die sc{hdne, die malerische Welt von Nauplia, Männer und Frauen, Erwachsene und Kinder, in Gruppen sißzend, in Zügen gehend, über die Felsen, die Flächen , die Straßen ausgebreitet, und ih hatte Stunden lang Unterhaltung, dieje Mannigfaltig- feit und Schönheit zu betrachten und zu vergleichen. Gegen Abend fam der Kdnig mit einigen Ordonnanz - Öffizieren vom Spazierritte zurü>, und die ganze _ Versammlung gerieth in ewegung, um ihn "näher zu sehen. Jedes Gesicht erglänzte von Freude und Zufriedenheit, wie er langsam in den Reihen, freundlih grüßend, vorúber ritt. Kurz darauf kam auf der Straße von Argos der Wagen des Grafen v. Armansperg; aber nicht der Präsident saß darin, sondern zwei Türken, der Pascha und der Bei von Negropont, die sich unter uns niedergelassen haben, und denen es das grdökte Vergnügen gewährt, in den s{hdnen und offenen Equipagen, den Jäger Sr. Excellenz hinter ihnen, auf der Straße nah Argos zu fahren, und der Menge ihre breiten, prächtig angethanen Ge- stalten zu zeigen, Türkische Pascha's in der Equipage eines Bayerischen Grafen von Nauplia nach Argos spazieren fahrend als treue Unterthanen eines Königs aus dem Hause Wittelsbach. Wie viel mußte geschehen, che dies eintrat!

F: (::0::0/-0

Berlin, 16. Febr. Den in den Nummern 30- und 49 der Staats-Zeitung gegebenen üebersichten von dem Kommunal- Schulden-Zustande der Regierungs-Bezirke Achen und Köln laf- sen wir hier noch eine Nachweisung der während des Jahres 1832 von den Gemeinden des Regierungs-Bezirks Koblenz getitgten Kommunal-Schulden folgen: Am Schlusse des Jahres 15831 war der Schulden-Betrag folgender : E04

1. Jn den 9 Kreisen auf der linken Rhein -Seite:

a. An verzinslichen : Kapitalien... 340,555 rtl. 26 sg. 2pf. b. An Zinsen und i Zinsenrückständen T40,0/4 e 9/0, e. An unverzinsli- ürgg d Capitälien . 0,267 # 1! 98° chen K pit ( B E 523,494 ttl. 9g. Á pf.

2, Jn den 8 Kreisen oder Standes-

Gebieten auf der reten Rhein-Seite :

a. An verzinslichen E

Kapitalien... 385,912 rtl. 23 g. 5 pf.

b. An Zinsen und

Zinsenrückständen 94,627 - 9 2D

c. An unverzinsli-

chen Kapitalien . 2,482: : :12.: 4. F

L LY Sp

4 pf.

483,022 -

in Summa 1,006,516 rtl. 24 sg.

Hierauf sind im Jahre 1832 abgetragen worden:

1. Jn den 9 Kreijen auf der linken Rhein : Seite: a. An verzinslichen Kapitalien... þ. An Zinsen und Zinsenrückständen 49,207 9 6 2 c. An unverzinsli- chen Kapitalien . Aud

51,677 rtl. 12g. 2pf.

0 14 M T Ll. S VR 2. Jn den 8 Kreisen oder Standes- Gebieten auf der reten Rhein - Seite : a. An verzinslichen Kapitalien... - - - h. An Zinsen und _ y Zinsenrückständen 07 579; 8 2 6 c. An unverzinsli- on Pi: n, Ti E a h DER N T E E O I M A D I I 78,793 ; { S. in Summa 176,016rtl. 13g. 1 pf. Es blieben mithin am Schlusse des Jahres 1432 noch zu tilgen 830,506 Rihir. 11 Sgr. 3 Pf. Wenn man die im Sahre 1832 abgetragene Schuld - Summe von 176,010 Rthlr,

51,213rtl.22\g. 11 pf.

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