1834 / 52 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

andere Taxen an deren Stelle zu seven im Stande wäre, ohne irgend ein Junteresse dadurch zu beeinträchtigen. Den grdß- ten Theil der Abendsibung nahm eine weitläufige Debatte über eine von Herrn -O’Connel gemachte Motion ein. Dieser trug nämlich auf die Ernennung eines Ausschusses an, um das Be- nehmen des Jrländischen Richters Baron Smith in seinem Amte zu untersuchen, das er als höchst fahrlässig bezeichnete, einmal, weil dieser seine Sizungen zu ciner vorschriftswidrigen Stunde halte, indem er sets sehr spät zu den Verhöôren, namentlich in Kriminal-Sachen, sich einfinde und dann noch das Gericht durch ungebührlich lange Reden ermüde, so daß es oft die Nacht über sizen müsse, und dann, weil er in die Resumé's, die er den Ge- \hworenen vorlege, häufig politische Ansichten mit einfließen lasse! Der Secretair für Jrland, Herr Littleton, der Staats-Se- cretair Herr Stanley, die Lords Althorp und John Nuf- sell unterstükten den Antrag, und obgleich sich der Recorder von Dublin, Herr Shaw, Sir J. Graham, Sir Robert Peel und Sir Robert Jnglis dagegen erklärten, wurde er doch mit 167 gegen 74 Stimmen, also mit einer Majorität von 93 Stim- men angenommen, Hierauf erhielt Sir Robert Fergu- son die Erlaubniß, eine Bill gegen die Wahl-Berechtigung von Warwick, und Herr Benett, eine andere gegen die Wahl-Berech- tigung von Liverpool einzubringen, weil beide Orte sich gese6widrige Umtriebe und Bestehungen bei den Wahlen hätten zu Schul- den kommen lassen. Herr Robert Grant kündigte an, daß er am 24. April einen Antrag auf Emancipiruug der Juden einbringen würde. Endlich verlangten noch die Herren Wallace und Vernon Smith die Vorlegung von Papieren, wodurch die Verbesserungen, die vermittelst der im Postwesen vorgenom- menen Veränderungen bewerkstelligt worden, nachgewiesen wür- den, und nachdem Lord Althorp ihrem Wunsche zu willfahren versprochen hatte, vertagte sich das Haus um {1 Uhr Morgens.

London, 14. Febr. Jhre Majestäten werden nächsten Donnerstag Brighton. für diesen Winter verlassen, eine Woche lang im St. James - Palast verweilen und sich am 1. März wieder na< Schloß Windsor begeben. 7

Es heißt, der Herzog von Nemours werde nächstené nach England kommen; er habe schon im vorigen Jahre seinen Bru- der hierher begleiten sollen, der Besuch sev aber dann bis auf dieses Jahr aufgeschoben worden, :

In der heutigen Sikung des Unterhauses legte Lord Althorp sein Budget vor, Er erklärie bei dicsec Gelegenheit, daß ihn die Zunahme der Tinkünfte in den Stand seßen würde, nicht nur die den Westindishen Pflanzern ausgeseßte Entschädi- gung zu bestreiten, ohne daß er neue Taxen vorzuschlagen brauche, sondern auch eine Herabsetzung der Haus-Steuer in Antrag zu brin- gen. Die beabsichtigten Pläne in Bezug auf die Zehnten und Armen-Taxen , meinte er, würden für die Ackerbau - Interessen gewiß von großem Vortheil seyn Zugleich zeigte er an, daß er einige Veränderungen in der Art und Weise der Steuer : Er- hebung vorzuschlagen gedenke, jedoch nicht eher, als bis ev ge- sehen, welches Schicksal einige in Kurzem dem Hause vorzule- gende Maßregeln haben würden. -— Pèan glaubte, daß der Aus- \{<uß, welcher mit Untersuchung der gegen Herrn Sheil erho- benen Anklage beauftragt ist, dem Hause no<h heute Abend seinen Bericht abstatten und daß Herr Sheil dadurch guf eine ehrenvolle Weise gegen alle Beschuldigungen gerechifertigt wer- den würde.

Der Courier versichert aus guter Quelle zu wissent, daß die einflußreihsten Mitglieder der Regierung einer zweckmäßigen Verbesserung der Korn-Geseßze nicht entgegen seyn werden.

Ueber die leßten aus Portugal eingegangenen Nachrichten bemerkt der Globe: „Es scheint aus Allem hervorzugehen, daß dieser unselige Kampf seinem Ende naht. Dom Miguels Lage hat jest ein sehr mißliches Atisehen. Selbst anerkannte Freunde desselben schreiben in sehr niedergeschlagenem Ton. Könnte er nun nicht endlich von seinem Eigensinn lassen und sich zurück- ziehen, um ferneres Blutvergießen zu sparen?“ Der Standard dagegen sagt: „„Die Lissaboner Regierung macht viel Aufhebens von einigen Deserteurs und malt ihre Lage in den günstigsten Farben aus. Beiläufig aber gesteht fie ein, daß die Lissaboner Freiwilligen im Treffen gewichen, daß die Britischen Soldaten unzufrieden sind (nicht weniger als 160 derselben befinden sich im Gefängniß), und daß Saldanha's Lanciers sich haben überrumpeln lassen. Auch das giebt sie zu, daß ihre Truppen, troß der Bemühungen des Oberst Bacon und anderer Englischer Offiziere, Greuelthaten zu verhindern, die blutigsten Excesse begangen haben. Wir zweifeln gar nicht daran, daß Dom Miguel's Lage schwierig und kritisch seyn mag ; aber wenn wir seine Truppen auf der einen Seite den Grafen Saldanha, auf der anderen den Herzog von Terceira an einem und demselben Tage angreifen sehen, so können wir doch seine Lage nicht für gar so verzweifelt halten, als die Lissaboner Zei- tungen sie darstellen. Wir machen übrigens unsere Leser auf den merkwürdigen Brief aufmerksam, der sich unerbrochen in den Archiven der Regierung Dom Miguels vorgefunden haben soll. Wenn Dom Miguel einen Brief. von dem Englischen Premier - Miuister, der noch dazu der Herzog von Wellington war, also der Mann, welcher Portugal gerettet hat, wenn, sa- gen wir, Dom Miguel einen solchen Brief uneröfssnet lassen konnte, dann kann man sih wohl über das Mißgeschick eines dermaßen Verblendeten nicht wundern.

Unsere Zeitungen erhalten neuerdings eine Reihe von Akten- stücken und Briefen, welche die Pedroisten bei ihrem Einrücken in Lissabon vorgefunden haben.

In Bezug auf die Expedition Ramorino's heißt es im Courier: „Es scheint uns, daß der Name Freiheit, der hier profanirt wird, in Herrn Ramorino's Wörterbuch so viel be- deutet, als das Privilegium, seinen eigenen Willen mit Hülfe des Schwerdtes durhzusezen. Einige Französische Zeitungs- schreiber, deren fruchtbare Erfindungsgabe man bewuadern müßte, wenn sie nicht immer einer und derselben Art wäre, wollen be- haupten, daß Ramorino's Unternehmen das Resultat einer ‘Po- lizei - Intrigue sey, indem man ihn hätte in's Verderben lo>en wollen. Wahrlich, wer Andere so leicht eines abscheulichen Ver- brechens zeihen kann, der muß selbst von sehr ruchloser Gemüths- art seyn.“ dm (44

Der Globe sagt: „Unsere Briefe aus Rom äußern sich darüber erstaunt, daß der dortige Spanische Gesandte, Herr Labrador, dem Päpstlichen Hose seine Beglaubigungs-Schreiben von Jjabella 11. noch nicht überreicht hat, obgleich er sie durch denselben Courier empfangen haben muß, der den Gesandten zu Florenz und Neapel die ihrigen überbrachte. Dieses Benehmen erregt Argwohn; Herr Labrador ist derselbe, der Ferdinand Vil. bei seiner Rückkehr von Valency begleitete und ihn überredete, die Constitution nicht anzunehmen , sondern umzustoßen und die Urheber derselben verhaften zu lassen. Wir freuen uns, zu hd- ren, daß der Spanische Gesandte zu ‘Paris, wenn wir nicht ir- ren, ein Bruder des Herrn Zea Bermudez, zurückberufen wor-

208 den ist. Hoffentlich wird dies Beispiel auch anderwärts befolat

werden. Keine Regierung kann von diplomatischen Agenten, die andere politish? Grundsäße haben, als ihre Bevollmächtigten, gut bedient werden. Dergleichen Personen mögen wohi dem Buchstaben der erhaltenen Junstructionen gehorchen, ader es läpk sich weder Eifer no<h Betriebsamkeit von ihnen erwarten.“

Der Courier enthält die Nachricht von einem Aufstande dec Arbeiter in den zahlreichen Kattun-Druckereien in der Umgegend von Glasgow. Die Veranlassung dazu war, daß die Fabrik Herren auf ihr Verlangen, den Arbeits - Lohn zu erhöhen, ihre alten Arbeiter abdankten und sich so viel als möglich mit neuen Arbeitern versahen. Lekbtere wurden indeß bald wieder von je- nen verjagt, und die Magistrats - Personen sahen sich darauf genöthigt, zur Unterdrückung der Unruhen, ‘Truppen aus Eidin- burgh zu requiriren.

“Herr T. B. Macauley will heute seine Reise nach Zndien, zur Uebernahme seines neuen Postens, antreten. E /

Von dem Afrikanischen Reisenden Lander ist die Nachricht eingegangen, daß er mit dein Lieutenant Allan auf dem Dampf- boot „„Alburka‘/ in Fernando-Po angekommen, nachdem ev, wie es heißt, ziemlich tief in das Jnnere von Afrika eingedrun- gen war.

B elg i en.

Brüssel, 15. Febr. Als in der vorgestrigen Sißzung der Reprásentanten-Kammer bei Erörterung des Budgets des Ministeriums des Innern die Kosten der Verwaltung der Pro- vinz Luxemburg votirt werden sollten, ergriff Herr Gendebien diese Gelegenheit, um Auskunft über die Mapregeln zu veriangen, die die Regierung in Folge der Drohungen des Militair - Gou- vernements der Festung Luxemburg ergriffen habe. Es heiße, sagte er, daß die Regierung den im strategischen Rayon der Festung liegenden Geineinden die Miliz-Aushebung erlassen, und mithin den Befehlen des Militair-Gouvernements Folge geleistet

V

habe. Der Minister des Fnnern bemerkte, daß im Jahre 1331 zwischen demn Kommandanten dev Festung Luxemburg und dem General Goethals eine Convention abgeschlossen wor- den sey, nach welcher die Belgische Regierung sich jeder militat- rischen Operation im strategischen Rayon der Festung enthalten müsse. Wenn auch jene Convention von Seiten des Deutschen Bundes vielleicht in einem zu ausgedehnten Sinne ausgelegt würde, so habe doch die Regierung geglaubt, einer möglichen Kollision vorbeugen zu mússen, und deshalb die im sirategischen Rayon der Festung angeordnete Miliz-Aushebung einstweilen zu- rücfgenommen. Herr von Brouckère fand es unverzeih- lich, daß die Regierung cine \olche Blôße gäbe, und Befehle, die sie früher ertheilt, aus Furcht vor dém Militair-Gouvernement zurück genommen habe. Verbiete die erwähnte Convention wirklich eine solche Maßregel, so hätte man dieselbe gar nicht anordnen usen; wäre dies aber einmal geschehen, so hätte man seinen Vorsatz auch durchführen müssen. Das gegenwärtigeBenehmen schade dem Ansehen der Regierung nicht allein im Auslande, sondern auch bet jot- nen eigenen Beamten. Der Minister brach die weiteren Crdr- terungen Úber diesen Gegenstand durch die Erkiärung ab, daß er in einigen Tagen der Kammer sämmtliche, diejen Gegenstand betreffende, Papiere vorlegen, und einen Bericht über die Ange- legenheit erstatten werde. | S

Im Journal d’Arlon liest man: „Eine von Brüssel kommende Estaffetie i im 9. d. Abends 6 Uhr mit Depeschen für den Gouverneur und den Militair-Kommandanten der Pro- vinz zu Arlon angekommen. Diese Depeschen sollen auf unjere Zwistigkeiten mit dem Militair-Gouvernement der Festung Bezug haben. Am 10ten gegen 6 Uhr Morgens zogen zahlreiche Ab- theilungen der Garnison von Luxemburg aus der Festung aus, und nahmen ihre Richtung nach verschiedenen Punkten.“

Deutschland,

Weimar, 17. Febr. Die Feier des Geburtöfestes unserer erhabenen Frau Großherzogin (16. Febr.) is zwar vor- über, aber die an diesem Tage laut gewordenen Empfindungen der Ehrfurht, der Anhänglichkeit und Liebe dauern fort, und werden ewig dauern. Daher stiegen auch gestern die heiße: sten Gebete des Dankes für ihre Erhaltung zum Himmel und zwar nicht bloß in der Residenz und den übrigen Städten, }on- dern in jedem Dorfe, selbs in dem entlegensten Winkel Des Großherzogthums; denn wo wäre wohl ein Dorf, welches ohne Segen geblieben wäre, den Jhre schöne Bestimmung: für Men- {<enwohl und Menschenbildung rastlos zu wirken und zu han- deln, täglich hat und hervorruft; wo wäre noch cin Ort des Landes, wo wären noch Einzelne und Gemeinheiten, welche den Segen ihrer großmüthigen Opfer, für Erziehung und Unterricht, für Arbeit und Erwerbthärcigkeit, für Linderung jeder Art von Zioth und Elend nicht empfunden hätten, So wirkt, schast und handeit unsere Frau Großherzogin nun schon seit 29 Jahren unabläptg für alle Jhre Landeókinder, donn sie ist uns im ectesten und würdigsten Sinne des Worts, Landesmutter. Die von Zhr verbreiteten Segnungen sind groß; groß ist die Sumuine des durch Sie hervorgerufenen Guten; groß ist aber auch unsere Dankbarkeit und Liebe für sie! Möge der Himmel unsere Hir: stin ferner schüßen, und möôge er Jhr das schöne innere De- wußtseyn und die Freudigkeit des Gemüthes und Herzens geben, welches er Jedem giebt, der im rastlosen Und unverruc>- ten Beharren des Guten, Edeln und Würdigen, nicht ermüdet. Der 16. Februar fand manche Geseil- schaft vereinigt, welche Nachts mit dem zwölften Gloekeu- schlage den Tag fröhlih Und freudig begrüßte. Jn der frúhiten Morgenstunde, empfing die Frau Großherzogin durch die eben hier anwesenden Russischen Horn - Musiker eine <oral- artige Morgen-Musik. Ein Stück Zeug von Weimarischer Seide gewebt, als Erfolg der von Höchskderselben gegebenen Aufmunterung dieses Gewerbszweiges wurde der erhabenen Für- stin úberreiht. Bei der Gratulations-Ccur und der Mittagstafel waren außer der Königl. Preuß. Generalität von Erfurt, der Französische Minister Graf v. Vaudreuil aus München, der Kaiserl. Russische Feldmarschall Graf v. Wittgenstein, der aus Potsdam angekommen war, und der Königl. Preuß. Gesandte Herr v. Jordan unvermuthete, aber willklommene Gäste. Die Frau Großherzogin hatte Sorge getragen, daß die Kinder threr Ändustrie-Schulen, die Armen und Hospital-Kranken an ZJhrem Geburtsfeste bei Speise und Trank fröhlich seyn konnten. Ver- einte Mittagstafeln wurden gehalten, Stiftungen gemacht, Lieder und Hymnen gesungen, zur Ehre des Tages und zur Verherr- lichung der Fürstin. Abends empfing das sehr gefüilte Schau- spielhaus die Frau Großherzogin, wie immêr, mit der sreudig- sten Begrúßung. Glucks Alceste wurde în jeder Hinsicht wUr- dig dargesteilt und ausgeführt. Bei dieser Vorstellung mußte man abermals die hdôchst sinnige Anordnung des Ober-Intendan- ten, Ober-Marschalis von Spiegel, besonders die Aenderung des Schlusses der Oper, bewundern. Als nämlich Herkules in den Orkus dringt, um die Alceste den Geisteru der Nacht zu entrei-

ßen, zeigte uns eine Verwandlung des Theaters eine treffliche Decoration, námlich den Orkus selbst mit allen seinen my thosogi; schen Emblemen ; dieser wurde durch den Olymp mit allen Götter-Fi, guren, die latgsam bis auf die Hälfte der Höhe der Bühne herabs\chweh, ten, nach und nach verdeckt. Nach dem Hinaufschweben des Olymyz zeigte sich der Genius des Lebens mit der brennenden Fackel in einem Tempel, der die Aufschrift enthüllte: „Per Allverekrien « Möge diese Fackel no<h eine lange Reihe von Jahren bren, nen und leuchten und nie ihren Glanz und ihre Klarheit ver, lieren.

DroXKden, 15 Februar. Die zweite Kammer beschäf: tigte sich im Verfolg ihrer Berathungen über den Gesekß-Ent, wurf wegen der privilegirten Gerichtsstände, vornehmlich mit dey Frage über die Aufhebung der Berg-Gerichtsbarkeit, worüby in der ersten Kammer ebenfalls eine ausführliche Diskusion stattgefunden. Die berichtende Deputation machte bemerkli wie die historischen Gründe für diese besondere Gerichtsbarkeit längst in den Hintergrund getreten, indem der Bergbau die Un; terung des Staates in Anspruch nehme, und die Civilisation so weit vorgeschriiten sey, daß in deren Verfolg die Nothwen: digkeit einer besonderen Disciplin sich weit weniger herausstelle als es in der Vorzeit der Fall gewesen. Obwohl die Deputy tion noch Anstand nahm, eine gänzliche Aufhebung der Berg Gerichtsbarkeit vorzuschlagen, so beantragte sie doch, eine mg lichte Beschränkung derselben in ihrem bisherigen Umfange cin: treten zu laßen, so daß in dieser Beziehung Justiz und Verwal tung besser, als bei der jeßigen Verfassung der Berg-Aemter der Fall gewesen, geschieden, die Nechts-Pfiege daher nicht den Berg: Aemtern ferner gelassen, vielmehr besondern Berg-Richtern, iy einer der Unabhängigkeit des Richier- Amtes verfassungsmäßig zugesicherten Stellung, anvertraut werde. i

München, 13. Febr. Gestern hatte eine Deputation de Stadt Hof die Chre, Sr. Maj. dem Könige in einer Audien ihre innigsten Dankgzefühle für die bedeutenden Vortheile, welde für diese Stadt durch den neuen Zoll Verein entspringen, sowohl mündlich als durch Ueberreichung einer Adresse an den Tag zu legen. : Heute fand bei Hohenbrunn die feierliche Enthüllung -de auf Weraulassung des hiesigen bürgerl. Steinhauermei ters Ripfel daselbst errichteten Otto - Säule statt. Eine bedeutende Anzahl hiesiger Einwohner verfügte sich zu Wagen, zu Pferde und Fuße dahin, um Theil an dieser patriotischen Feier zu nehmen, Morgens 8 Uhr marschirte ein Bataillon K. Griechischer Trup pen ebenfalls dahin ab.

Kann stadt (bei Stuttgart), 16. Febr. Unsere Mineral Quelle am Sulzer-Rain neben dem Kur-Saale, welche seit eini ger Zeit ausgcbliehen war, sprudelt und strômt wieder munte seit gestern, und giebt eine wenigstens eben so große, wo nit größere Sauerwasser - Menge von gleichem Gehalte, wie früher, worüber große Freude in unserer Stadr ist. Der Grund des Ausbleibens war Verschüttung und Verstopfung der Röhre, in welcher das Wasser emporsteigt, durch von der Seite herabge úrzce Erde und Schurt, was sich dadurch beweist, daß man bisher allein mit Heraufziehen von Schutt beschäftigt war und das Bohren "elb noch gar nicht begonnen hatte. Die Krast des Wassers seibst durchbrach dann zulelzr den noch in der Röhre befindlichen Schutt und- gestern Abend gegen 4 Uhr strömte, in Gegenwart des die Arbeiten leitenden Hertn Bergraths Schübler von Stutcgart, die Quelle wieder in aller Fülle und: alle Brun nen um sie her sprizen ihr heilkräftiges Wasser nun t1ieder aus, Die úÚbrigen Quellen Kannstadts waren bekanntlich nit versiegt.

O 6-2 ret: M.

Wien, 12. Febr. Im Laufe voriger Woche ist Se. Königl, Hoheit der Herzog von Lucca und vorgestern der an die bei de hiesigen Russischen Botschaft erledigten Stelle des Baron von Meyendorf tretende Kaiserl. Russische Botschafts-Rath Fürst von Gortschakoff hier eingetroffen.

Der gestrige, am Vorabende des Geburts: Festes Sr. Mj, des Kaisers stattgehabte Hofball war eben so zahlreich besucht, als der frühere; Individuen aus allen Ständen waren dazu ein geladen ; die sonst gebräuchlichen übrigen Fererlichkeiten aus Aw laß des hohen Geburts-Festes waren schon vorigen Sonntazg be sonders von den Bürgern mit aller Junigkeit begangen worden,

Das durch den Tod des Fürsten Esterhazy erledigte, bishet dessen Namen führende Regiment haben des Kaisers Majestät dein erstgebornen Sohne Sr. Kaijerl. Hoheit des Herzogs vol Modena zu verleihen geruht, wonach dasselbe von nun an den Namen. Erzherzog Franz von Modena führen wird. Heut is det Kaizerl. Oesterreichische Staats-Minister Graf v. Buol Schaucnsfecn, der bis zum Jahre 1822 als Öesterreichischer Gt! sandter aim Bundesërage dessen Präsidium führte, nach längere Krankheit mit Tode abgegangen. Der Kaiser-Staat betrauert in ihm cinen seiner treuesten und verdienstvollsten Diener.

In Folge der Nachrichten von den muthwilligen und straf würdigen Cinfällen der Polen aus der Schweiz nah Savoytel hat man in den leßten Tagen unter der hiesigen Diplomatie eint außerordentliche Geschäftigkeit bemerkt. Obgleich diese Versucht glütcêlich vereitelt wurden, fo scheint diese Angelegenheit doch noh alle Aufmerksamkeit der" betheiligten Regierungen in Anspru) zu nehmen, was in mancher Hinsicht nicht überflüssig erscheinen kann. Daß die betreffenden Schweizer Regierungen nicht milk gehöriger Vorsicht, Festigkeit und Energie dabei zu Werke gegan gen sivd, ist Jedermanns Ansicht. :

Die zweite Nummer der Serbischen Zeitung vom ltt (25.) Zanuar enthält eine vollständige Uebersezung des pielbe sprochenen leßten Fermans des Sultans, datirt aus Konstan nopel im Novembcr 1833; dann einige Verordnungen, die V! grader Mauth und Ucberfuhr, ferner die Errichtung einer Mauth in Kiupria und einer weitern in der Kontumaz von Alexinaß betreffend. Ferner enthält diese-Zeitung die Anzeige, daj Fürk Milosch in Folge einer Erkältung etwas unpäßlich sey, daß sel Zustand jedoch durchaus keine Gefahr biete, und die weitere Anzeig daß Fürst Milosch durch ein Circulare die Versammlung eines Landtages in Kragujewaß auf deu 1. Februar d. J. angeordne! habe, zu welchem sich aus der Mitte eines jeden Bezirks, Magistrates ein Mitglied, ferner alle Bezirks - Capitaine bis auf einen in jedeim Bezirk, ber die Sorge für Aufrechthaltung der Ordnung allein zu übernehmen habe, und aus jedem Bezirke 10 Kmeten Orts - Aelteste) einfinden sollen. (Diese Versammlung dúrfté sonach ge„en 200 Köpfe stark werden.) Endlich enthält dieselbe zum Schlusse eine Rede des neuen Metropoliten „- die O bei Gelegenheit seines ersten Gottesdienstes in Poschareval hiell,

S ch wei z.

Basel, 12, Februar. (Schwäbischer Merkur.) Der große Rath von Bern hat vorgestern nach langer Beratyunn entschieden , den. Polnischen Flüchtlingen, welche sich derma"

no< in den Kantonen Waadt und Genf befinden, den Eintritt ín das Berner-Gebiet so lange zu verweigern, bis leßtgenannte Kantone die schriftliche Zusicherung gegeben haben werden die Polen nicht als eine Kantonal-Lastk für Bern, sondern als eine Eidgenössische zu betrachten und in Gemeinschaft mit Bern für die Fortschassung dieser Flüchtlinge mit allen damit verbundenen olgen bedacht zu seyn. Die Regierung von Freyburg hat auf die Nachricht hin, daß Bern die Wiederaufnahme der Polen ver- weigere, die Gränzen ihres Gebietes gegen das Waadt-Land militai- risch beseßen lassen, um diese Flüchtlinge an dem Eintritt in das- selbe zu verhindern. Eine Menge von Nachrichten , nament- lih aus Ger, lassen keinen Zweifel übrig, daß die revolution- naire Expedition nach Savoyen zunächst von dem in Frankreich befindlichen comité directeur der Giovane ltalia ausging. Das selbe {oß bedeutende Summen zu Werbungen her und es wird versichert, daß ein einziges Wechselhaus in Genf für den bezeich- neten Zwe> 50,000 Fr. ausbezahlt habe. Jn dieser Stadt fan- den die Werbungen mehrere Tage beinahe dffentlih statt, und man gab Anfangs jedem Angeworbenen 5 Fr. tägliche Löhnung. Die Münchener politische Zeitung meldet aus der nordwestlichen Schweiz vom 8. Februar: „Genf ist fort- während in einer äußerst kritischen Lage, und noch is es zzoei- felhaft, ob sich dessen Regierung gegen ihre innern Feinde erhal- ten fann, Wird sie gestürzt, so kann ihr Fall als die Nemesis betrachtet werden, welche sie ihres Benehmens gegen Basel we- gen mit vollem Rechte erreicht. Denn als diese Stadt von den Revolutions-Mánnern am härtesten bedrängt war, als über die- selbe die ungerechtesten Beschlüsse gefaßt wurden, da s{hwieg Genf nicht nur, sondern unterstüßte auch noch sogar die Feinde des Rechts und der geseßlichen Ordnung. Briefe aus dieser Stadt vom bten dieses Monats melden, daß die dortige Regierung Tags uvor etnen Befehl erlassen hat, welchem gemäß alle im Kanton sich aufhaltend:n Flüchtlinge am 6ten in die Kaserne sich zu begeben hâät- ten, um von da aus über die Genfer -Gränze gebracht zu wer- den. Nach eincr vergeblichen Petition besagter Flüchtlinge um die Erlaubniß eines längeren Aufenthaltes in Genf, weigerten sie sich, dem Befehl der Regierung nachzukommen, und die Bewoh- ner von Carouge sollen erklärt haben , daß sie diese Fremdlinge hei sich behalten und im Nothfall selbst schüßen wollten. Die Regieruna, um die bedrohte Ruhe zu sichern und ihren Befeh- len Kraft zu verschaffen, hat sich gendthiget geschen , die ganze dienstfähige Bevölkerung, welche 5000 Mann zählt, unter die Waffen zu rufen. Auch ist für nöthig befunden worden, das Zeuzhaus, in dessen Besiß die Revolutionnaire sich zu seßen su- <en, auf das strengste bewachen zu lassen. Wie aus vielen Berichten und Thatsachen hervorgeht, hat die Propaganda Genf zu einem Mittelpunkte ausersehen, von dem aus sie nach Jtalien und der Schweiz wirken will. Der Vorort hat am 3ten an die Genfer Regierung cin Schreiben erlassen, in welchem diese dringend er- sucht wird, jede Zusammenrottung bewaffneter Menschen in dem Genfer Kanton zu verhindern; alle zurückzudrängen, die es ver- suchen, von der Schweiz, Frankreich oder Savoyen aus bewaff- net das Genfer-Gebiet zu betreten ; auf jede Waffen - und Mu- nitions-Sendung Beschlag zu legen und endlich alle Mittel an- zuwenden, die Genfer Bevölkerung über die Lage der Schweiz und úber die absolute Nothwendigkeit der Erhaltung ihrer Neu- tralität aufzuklären.

Jtalien.

Rom, 6. Febr... (Allgemeine Fra Der Courier von Madrid ist angekommen, und soll wichtige Depeschen für die hiesige Gesandtschaft gebracht haben. Man sagt, die Köni- gin-Regentin verlange vom Papste dringend die Anerkennung ih- rer Tochter, und eine Aufforderung an die Spanische Geistlich- keit, der bestehenden Regierung zu huldigen. Der Heilige Vater hat heute, als am Jahrstage seiner Krdnung, bedeutende Gaben an die Armen vertheilen lassen. Der Vertrag über die Leh- und Diskonto-Bank joll nun, unter sehr vortheillzaften Be- dingungen sowohl für die Regierung als für den Unternehmer und das Publikum, abgeschlossen seyn. Man erwartet die dffentliche Be- fanntmachung der nähern Bedingungen, und auf wie viele Jahre der Vertrag lautet. Die bisher bestandene Leihbank hatte zu wenig Mit- t:l, um nüßlich zu seyn; sie gab nicht mehr als drei Scudi auf ein Pfand, so hoch auch dessen Werth seyn mochte. Auf diese Weise fiel derjenige, welcher baares Geld brauchte, in die Hände der Wucherer. Die Diskonto-Bank hingegen wird für den Han- delsstand von grozem Vortheile seyn. -— Heute, am Giovedi gras80, erwartet man den feierlichen Einzug des neuen Gouver- neurs, Monsignore Ciacchi, der dieser Tage angekommen ist. Uebrigens hat das Regenwetter die ersten Tage des Karnevals nicht so fidhlich werden lassen, als man erwartete. Wir haben einen sehr milden Winter, keinen Schnee, und das Thermome- ter ist nur in Liner Nacht bis auf den Gefrierpunkt gefallen.

Nachrichten aus Turin vom 8. Febr. zufolge, war in Folge der von dem General Casazza, Gouverneur von Chambery, ein- gegangenen Anzeige, daß ein Theil der auf das Genfer Gebiet letivirten Polen, JFtaliäner 2c. fortwährend bewaffnet in Carouge versammelt sey, das zu Turin in Besaßung liegende Regiment „Coni‘/ als Verstärkung nah Savoyen abgeschickt worden. Zu gleicher Zeit hat General Casazza gemeldet, daß Französische Truppen die Gränzpunkte les Echelles gegenüber, wohin die einge- fallenen Jtaliäner zurückgedrängt worden waren, beseßt hatten. Als ein seltsames Faktum wird erzählt, daß amZ5ten d. eine Abtheilung Französischer Truppen, von Entrevaux aus (im Departement der Nieder - Alpen) , eine Excursion auf das Gebiet der Grafschaft Nizza, zu nicht geringem Erstaunen der Bewohner des Gränz- siädthens Puget, gemacht habe. Als dem Kommandanten die- ser Truppe bemerkt wurde, daß er si< auf Sardinischem Ge- biete befinde , entschuldigte er sih mit Unkenntniß der Lokalität

| Und kehrte augenblicklich auf Französisches Gebiet zurü.

S panien.

Madrid, 30. Jan, Die Königin hat den Gencral Pa- lafox zur Erinnerung an seine Waffenthaten zum Marquis von Saragossa ernannt.

Folgendes is das (in der Nachschrift zum gestrigen Blatte der Staats-Zeitung erwähnte) Dekret der Königin in Betreff tines neuen Civil-Gesebbuches :

f ,-Die Veränderunaen, welche der Lauf der Jahrhunderte mit ih bringt, die großen Ereignisse, die sich seit den ruhmvollen Zei- ten, wo die jeßigen Civil-Gesehe S wurden, in diesem Kd- pegreiche zugetragen, dle bedeutende und schwierige Verwickelung, 1e in den gesellichaftlichen Verhältnissen, Rechten und Juteressen eintrat, so wie die Gebräuche und Bedürfnisse, die dur die Ver- äAl'gung aller dieser Ursachen veranlaßt wurden , hahen die unver- meidliche Folge gehabt, daß die mit billigen und gere<hten Maximen an Leute Civil-Geseßgebung dieses Königreichs, die dem Namen der Spa- s schen Souveraine {on Ruhm brachte, als noch beinahe allen Europdi- A Nationen die ersten Grundsäße des gemeinen Rechts unbekannt D, leßt in ihrer Anwendung sehr schwierig und zuweilen selb ahtheilig für die Fnteressen derjenigen geworden ist, denen vor

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den Tribunalen des Königreichs Gerechtigkeit zu Theil werden soll. Daher kommt es, daß die Spanier, statt in den bestehenden Civil- Gescßen eine Grundlage des Schußes für ihre Personen und Fn- teressen zu finden, se im Gegentheil in Betracht ihrer Anzahl, ih- rer Widersprüche #td Zusammenhangslosigkeit als eine fortwährende Ursache zu schwankender Unsicherhcit der Richter, zu willkärlichen Auslegungen und zu kostspieligen, endlosen, das Erbgut der Fami- lien verschlingenden und die Sicherheit aller Klassen des Staates untergrabenden Prozessen ansehen. So tief liegende Uchel , die täglich bedenklicher werden, haben bei verschiedenen Gelegenheiten die Aufmerksamkeit der Regierung erregt, und um ihnen abzuhelfen, haben die Souveraine zu verschtedenen Zeiten die Anfertigung von klar und methodisch abgefaßten und die mannigfachen Bestand- theile der Civil - Geseßgebung der Königreiche enthaltenden Sammlungen anbefohlen. Weun es felstcht, daß es durch so unbestreitbar nüßlihe Arbeiten A ist, die unzählbare Menge der bestehenden Gesche in shäßenswerthe Gesehbücher zu vereinigen und ihre Kenntniß und gerichtlihe Anwendung zu- erleichtern, so haben fich andrerscits doch diese Sammlun- en, da das Uebel nicht in der Form und Clasfificirung der Ge- ehe, sondern in dem Fnhalt und in der Abfassung ibrer Bestim- mungen lag, als so dunkel, unzusammenhängend und widersprechend gezeigt, daß sle die zunehmende Unordnung in dem Gange der Ge- rechtigkeits-Pflege näherten und die von Federmann gefühlte Noth-

wendigkeit, die bürgerlichen Rechte und Verpflichtungen endlich tiar

und deutlich festgesiellt zu sehen, noch gebieterischer machten. So wichtigen und dringenden Rücksichten nachgebend, und von dem Wunsche geleitet, die Wohlfahrt der Spanier auf einfache, gleich- förmige, gerechte und den jeßigen Bedürfnissen und Jnteressen angemessene (eseße zu gründen, habe Fch geprüft, durch welche Mittel Jch am "besten zum Ziel gelangen könnte, und da es erwiesen ist, daß die Bücher der gegenwärtigen Geseßgebung reich sind an treflichen Grundsäßen des Civil-Rechts, daß ste, scit langer Zeit befolgt, sich innig mit den Gebräuchen, Ge wohnheiten und Sitten der Nation verschmolzen haben, und daß sich Überdies diesen ehrwürdigen und rühmlichen Denkmälern die zum Schuß der Personen und des Eigenthums in ieder Hinsicht ge- eigneten geseßlichen Maximen entlehnen lassen, so habe Jch, in Üe- bereinstimmung mit den Absichten des Königs Meines Gemahls be- schlossen, daß nah gründlicher Prüfung alles dessen, was die alten bestehenden Gesche Núßliches- darbieten, und was darin ab- zuändern oder hinzuzufügen seyn dürfte, ein neues Civil - Ge- seßbuch angefertigt werden soll, indem Fch Mir die weitere Ent- scheidung über dasjenige vorbehalte, was in Betreff der Revision dieses Geseßbuchs und in Betreff der zur Vervollkommnung eines #0 schwierigen und erhabenen Werkes unumgänglicheu Ar- beiten, so wie in Betreff der Abjsassung eines Geseßbuchs für den Civil - Pcozeß, erforderlih seyn môchte. Und in- dem Jch die großen theoretischen und praktischen Kenntnisse in Be- tracht ziehe, welche Don F. de Aguso, Minister des Kbniglichen Conseils, und Don L. de'Tapia, Titular - Auditeur bei dem Ge- richtshofe von Valladolid, und Mitglied der Königlich Spanischen Akademte, in der Geseßgebung besißen, beauftrage Fch sle, in Folge des Ablebens von Don Manuel Cambronero, der treffliche Arbeiten in Bezug auf diesen Gegensiand hinterlassen hat, zur Abfassung des Civil-Gescßbuchs zu schreiten, und stelle ihnen als Gehülfen den Advokat am Hof-Kollegium, Don R. Cabo de Carbone, zur Seite. Jhr habt es vernommen. Geschehen im Palást , 29. Fanuar 1834. (gez.) Die Königin. An Don R. M. Garely “/

Es geht das Gerücht, daß Herr Zea Bermudez sich um ei- nen auswärtigen Gesandtschafts-Posten bewerbe,

Portugal.

Lissabon, 2. Februar. Ueber -das Treffen béi Torres Novas hat der General Graf Saldanha aus seinem Haupt- quartier daselbst am 25. Januar folgenden Bericht an den Kriegs- Minister abgestattet :

/¿Erlauchter Sennor! Mit der lebhaftesten Genugthuung habe ich die Ehre, Ew. Excellenz zur Benachrichtigung Sr. Majestät des Herzogs von Braganza, Ober- Befehlshabers Unserer Be¡reiungs- Armee, anzuzeigen, daß das Blendwerï der Kavallerie von Chaves verschwunden und daß der größte Theil dieser Kavallerie vernichtet isi. Ew. Excellenz wissen, welchen Werth die Rebellen auf dieses Corvs legten, als das einzige in der feindlichen Armee, welches kein porte derl zu der Armee der Königin geliefert hatte. Unsere trefflichen Soldaten hegten den sehnlih|en Wunsch, mit diesem Regiment zusammenzutreffen , und ih habe endlich eine glückliche geno gefunden, ihnen dieses Vergnügen zu gewähren. Nachdem ich den Obers - Lieutenant Jose de Vasconcellos, Gou- verneur von Leiria, ersucht hatte, sich n:< Aldca da Cruz und dann nach Ouram zu begeben, wurde des Motgens bei Tages- Anbruch der Marsch gegen diese Stadt begonnen. —— Die Beschaf- fenheit des Terrains erleichterte dirse Bewegung. Die fe:ndlichen Vorposten zogen sich zurück, nachdem sie weiter keine Streitkräfte, als eine einzige Schwadron , deployirt hatten. Unweit der Stadt ließ ich Halt machen, wohl wissend, daß der Feind außer 220 Pfer- den ein Jnfanterie - Corps von 290 Mann von den royalistiscten Bataillonen der Stadt und Santarem's hatte, jedoch in der Hof- nung, daß eine vom Brigadier Schwalbach befehligte Kolonne her- beifommen würde, und daß man dann Anstalten treffen könnte, die Kavallerie in 2 Schwadronen, so wie der Weg sich in zwei Zweige theilt, zu sondern. Der General - Quarticrmeisier begleitete den rechten Flügel , der vom Oberst - Lieutenant Sima9o de Costa Pessoa befchligt wurde, und der Brigadier Bacon nahm mit den ücbrigen den linfen Flügel cin. Die Schwadron zur Rechten rü>te zuerst in das von der feindlichen Fntanterie {on verlassene Dorf ein; man fand zu Roncio nux 40 Mann Kavallerie in Linie aufgestellt; die Uebrigen befanden fh links und biideten eine Kolonne. Unsere Tapferen zauderten nicht einen Augenbli> mit dem Angriff und verfolgten den Feind, der zweimal, wiewohl ver- gebens, sich wieder zu sammeln suchte, Über zwei Meilen weit. Die Hartnäckigkeit des Feindes brachte unsere Soldaten in solche Wuth, daß es fast unmödalich war, sle dazu zu temegen, Pardon zu ertheilen. So wurden denn viele Menschen getddtet. Wir mach- ten 78 Gefangene, worunter der Capitain Antonio Pereira de Fon- seca, sämmtlich zum Regiment von Chav-es gehörig. Die Zahbl der erbeuteten Pferde läßt slc noch nicht genau angeben, man zählt de- ren bis jeßt 72 mit vollständiger Equipirung. Jch kann Ew. Excel- lenz versichern, daß uns nicht ein cinziges Pferd, nicht cin Mann verwundet wurde, ausgenommen der brave Capitain Jose de Vas: concellos, Adjutant des 10 Kavallerie-Regiments, der einen Augen- bli> in die Gewalt des Feindes gerieth und einige leichte Kontusio- nen erhielt. Der Muth und die Standhaftigkeit unserer Kavallerie

ing über alle Beschreibung ; die Fnfanterie konnte nicht mehe thun. )as 12. Jäger-Bataillon und das 3. Jufanterie-Regimént, welches die Avantgarde bildet, rückten ungeachtet einer unerträglichen Hiße im Schnellschritt vor. Der Oberst Pimentel läßt dem Obertst- Lieutenant Simao da Costa Pessoa, dem Capitain Vas- concellos vom 40ten Kavallerie - Regiment und dem Lan- cier - Capitain Foao de Mello das - größte Lob angedeihen. Der Brigadier Bacon empfiehlt diesc Offiziere ebenfalls, so wie auch den Capitain Wakefield und den Lieutenant Skipworth. Der Oberst-Lieutenant Pessoa hat mir den Soldaten Terena vom 19. Re- giment als denjenigen vorgestellt, der sh am meisten ausgezeichnet hat. Alle Offiziere, die mt der Schwadrón auf dem rechten Flügel marschirten, spenden einstimmig dem Fréiwilligen Joaquim Fgnacio das größte Lob, und empfehlen thn der ganz besondern Aufmerfksam- keit Sr. Majestät, indem sïe dém ihm ertheilten Lobe die chrenvolle Erwähnung seiner langen freiwilligen Dkenste hinzufügen. Mit ei- nem Wort, sie bezeichnen thn als das Muster eines Soldaten, der seinen Kameraden, zum Vorbild dienten kann. Die meistèn Stabs- Offiziere entwi>kelten in diesem Treffen ihre bekannte Tapferkeit, da sie aber ohne meine Erlaubniß an dem Angriff Theil nahmert, #0

erwähne ih ihre Namen nicht. Auf dem Rü>wege schi>te ich eine Schwadron nah Galega, wo sie 4 Mann gefangen nahm Gott erhalte Ew. Excellenz.//

Englische Blätter theilen einige ältere Aktenstücke aus Brie- fen und Bulletins der Partei Dom Miguels mit, unter denen sich auch folgendes Schreiben befindet: „Cartarxo, den 6. Jan. Der Graf von Santarem hat aufgehört, Minister der auswär- tigen Angelegenheiten zu “seyn. Den Grund seiner Entlassung vermag ich nicht anzugeben, aber er hat gegenwärtig alle Gunst verloren und wird vermuthlich nah Elvas zum Herzog von Ca- daval und dem Grafen von Barbacena geschickt werden, welcher Leßterer vor Kurzem ebenfalls eine Weisung dorthin erhielt. Joao Gaudeucio is în die erledigte Stelle getreten, ein Mann von Talent , der jedoch bei seiner entschiedenen Hinneigung zur Jn- trigue und bei seiner Gesinnung überhaupt von Seiten der constitutionnellen Partei Alles zu fürchten hat.“/

S Uf Cs Konstantinopel, 21, Jan. Der durch die Vertheidigung

V.

der Festung St. Jean d’Arce bekannte Abdullah Pascha, der -

durch den Fall diejes Plaßes vor zwei Jahren in Aegyptische Gefangenschaft gerieth, und si< zeither in Cairo aufgehalten hat, ist hier eingetroffen. Man erschöpft si< in Muthmazgungen über die unerwartete Rückkehr dieses Mannes, der von Meh- med Ali aufs freundschaftlichste behandelt, in angenehmen Ver- hältnissen in Aegypten leben konnte. Viele wollen dieselbe mit dem Abfalle Osman Pascha's in Verbindung bringen, und da- durch aufs Neue Mißtrauen gegen den Lettern erregen. Diese Meinung scheint indeß von der Regierung keineswegs getheilt u werden. Jn der verflossenen Woche brach im Französischen

otschafts-Hotel Feuer aus, wurde jedoch durch schnelle Hülfe, und insbesondere durch die energische Mitwirkung der Mann- schaft einer in der Nähe vor Anker liegenden Französischen Kriegs- Brigg bald wieder gelöscht, und richtete nur geringen Schaden an. Die Ruhe und Ordnung haben in den leßten 14 Tagen keine Stdrung erlitten. Der Handel wird also wieder“ lebendi- ger. Der Cours des Türkischen Geldes ist unverändert geblieben.

Griechenland

_ Syra, 9. Jan. (Allgemeine Zeitung.) Jch schreibe Jhnen in großer Bedrängniß. Unser Handel, schon durch die Quarantaine gedrückt, ist durch die leßten Stürme von großen Verlusten getroffen worden. Wir haben nie einen sol<hen Auf- ruhr des Meeres gesehen, die ältesten Leute erinnern sich keiner solchen Wuth der Sturme, und es schien, als ob si< das ganze Meer umkehren, und über die Gipfel unserer Berge aufischäu- men wollte. Unscre Assekuranz-Gesellschaften sind dadurch noch mehr erschüttert worden. Wir wären aber gänzlich verl. ren, würde die Verordnung vom 14, Nov., die Handels-Marine be- treffend, ausgesührt, welche von allen Schiffs-Eigenthümern den dritten Theil des Werthes ihrer Fahrzeuge als Bürgschaft bei der Regierung zu hinterlegen gebietet; doch ist sie unausführbar, und bleibt deshalb auch unausgeführt. Schon ein Versuch ihr Folge zu geßen, würde die Einstellung der Geschäfte und die Auswande- rung der besseren Häuser zur Folge haben, die si< \<<on sehr úber die Quarantaine beklagen. Psara und Chios ladcn die alten Einwohner wieder ein. Graf Armansperg- sih wegen seiner Gesundheit nah Argos zu- rückgezogen hat, Herr von Heydeck auf Reisen, und also von den drei Mitgliedern der Regentschaft Herr von Maurer allein zurückgeblieben ist. Das von ihnen ausgegangene Gemeinde- Edikt hat im Ministerium Widerspruch gefunden; ein andercs über Ansäßigmachung und Kultur wurde deshalb dem Mini- sterium zuerst als Entwurf zur Berathung vorgelegt, und mit der Erwiederung zurückgestellt: allerdings sey eine Maßregel dieser Art nôthig; aber zuerst müsse ausgeschieden seyn, was man den Ankommenden bieten könne, damit es nicht gehe, wie mit den neunzig Familien aus Malta, welche nah dreiwsöchent- lichem Aufenthalte hätten zurückkehren müssen, weil man nicht gewußt, was mit ihnen zu machen sey. Deshalb müsse man

‘damit beginnen, die zu jeder Gemeinde gehörigen Familien zu

verzeichnen, und festzustellen, welche Ländereien: sie als Cigeu- thum oder von dem- Nationalgut bis jest angebaut hätten, um dann über das andere verfügen zu können, Zugleich aber müsse ernstlich an Herstellung der Straßen gedacht werden, für die seit Erscheinung der sie betreffenden Verordnung so wenig geschehen scy, wie für die Bildung eines Arsenals nach dem Edikte über die See-Präfcktur. Ueber die Verhandlungen in Betreff der des Staats-Verraths Angeklagten hören wir nur Unbestimmces, doch wird versichert, daß ihre Anwalde Verwahrung gegen das ganze Verfahren eingelegt, da weder Geseke, nach welchen, no< Tri- bunale, durch welche sie gerichtet werden könnten, beständen, und das Land fortdauernd auf die drei provisorischen peinlichen Kommissionen mit kurzem Verfahren und ohne Appell beschränkt sey. Jm Vorschlage ist gewesen, die Angeklagten von zwei kombinirten Kommisfionen, einer civilen und-ciner militairischen, richten zu lassen; aber wir hd- ren zu unserm Vergnügen, daß man diese Jdee nicht weiter verfolgt hat. Uebrigens herrscht Ruße, und die Befehle der Regentschaft finden nirgends Widerstand. Jn Konstantinopel findet die Auf- nahme unjeres Gesandten fortdauernd Schwierigkeit. Die Sy- node ift úber die kirchlichen Vorgänge in Griechenland feincesweges beruhiat, und der Sultan erhebt bedeutende Reclamationen auf Schaden-Ersa6s, die er erst befriedigt haben will. Von cben da- her hdren wir, daß der nach St. Petersburg bestimmte Gesandte der Regentschaft, General Church, von Sr. Majestät dem Kai: ser entschieden nicht angenommen werde.

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Berlin, 20. Febr. Die Nadel - Fabriken in Achen und Burtscheid erfreuen sich noch immer eines vorihezlhafren Betrie: bes. Die Tuch- Fabrikanten in Achen, Düren und Eupen klagen hingegen fortwährend über die hohen Woll-Preise, jedoch sind die Fabriken in anhaltendem, wenn auch nicht überall glei günjii- gem Betriebe, und erkennt tnan in dem zu Stande gekommenen erweiterten Zoll: Vereine die Vorbedeutung einer nachhaltigen grdgeren Thärigkeir, je mehr sich dessen Einsluß in der Folge auf die hiesigen Fabrik-Gegenden geltend machen wird. Die Anlage einer neuen bedeutenden Leder - Fabrik zu Ligneuville im Kreise Malmedy zeugt von dem guten Fortgang dieses Ge- werbes, wenn auch zur Zeit noch, wahrscheinlich in Folge der allzu starken Fabrication, der Preis des Leders etwas gedrückt erscheint. T

Jm Kreise Düren (Regierungs-Bezirk Achen) will man in der Nacht vom 16ten auf den 17ten v. M. eme leichte Erd-Erschütterung verspürt haben. Am {8ten zeigte sich ein von Süden heranziehendes Gewitter, das über mehrere südlich gele- gene Kreise des Regierungs - Bezirks Achen wegzog, und am

28sten wurde in der Gegend von Eupen starkes Wetterleuchren

bemerkt.

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Aus Nauplia hôren wir, daß”

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