1834 / 60 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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der irdischen Reste Napoleons und des Herzogs von Reichstadt, so wie die Aufhebung des Verbotes verlangt, das den verschie- denen Mitgliedern der Familie Buonaparte den Französischen Boden verschließt. Der Kriegs-Minister ergriff über diefen Gegenstand vorweg das Wort. Er erklärte, daß er dem Genie Napoleons volle Gerechtigkeit widerfahren lasse, daß jedoch dessen Ruhm ein rein persönlicher gewesen scy und sich nicht úber seine Familie erstre>e; Frankreich habe gewiß alles mögliche ge- than, um den großen Mann, von dem es eine Zeit lang regiert worden, zu ehren; an dem Tage aber, wo es der Nation frei- gestanden, sich einen neuen König zu wählen, habe sie an des Kaisers Sohn nicht einmal gedacht ; es sey ein Unglücë für die Familie Napoleons, daß man sich, gewiß gegen ihren Wiilen, dieses großen Namens bediene, um strafbare Hoffnungen hinter dem- selben zu verbergen, und die Regierung sey daher, wenigstens fúr jest, fest entschlossen, die in den vorliegenden Bittschriften ausgesprochenen Wünsche zurückzuweisen. Herr Sappey hielt diesen Entschluß für ein Zeichen großer Schwäche von Sei- ten der Regierung und meinte, daß Lektere sich schon aus Stolz den Anträgen der Bittsteller ni<ht widerseßen sollte. In gleichem Sinne äußerte sich Herr Limperani, Depu- tirter von Korsika. Die Regierung, bemerkte er, tráume von nichts, als- von erdichteten Gefahren; es gebe in ganz Frankreich keine Napoleonische ‘Partei und die fortdauernde Berbannung der Familie Buonaparte erscheine hiernach dop- pelt hart. Auch die Herren Levèque-de-Pouilly und T eulon widersebten sih dem Antrage des Berichterstatters, der alle jene Bittschristen durch die Tagesordnung beseitigt wis sen wollte. Endlich trat ein Redner zu Gunsten der Regierung auf: Es war Herr Viennet. Wenn man sehe, äußerte er, wie sehr die Herren Deputirten sich scheuten, die Zurücêweisung jener Bittschriften zu begehren, so sollte man meinen, daß der Schatten Napoleons noch über der Versammlung schwebe und seinen Gegnern drohe. Die jetzige Regierung habe allerdings Grund, die fortwährende ‘Nebenbuhlerschaft der Mitglieder der Familie Buonaparte zu vermeiden ; auch die Politik hade ihr Ge- ses der Nothwendigkeit, und die Kammer müsse sich in dasselbe fúgen. Herr Salverte unterstüßte zwar die eingegangene Pe- tition, doch widerseßte er sich der Auslieferung der irdischen Reste Napoleons. Das Grab des ehemaligen Kaisers, meinte er, müsse auf St. Helena bleiben, um daselbs zu einer gro- ßen moralischen Lehre zu dienen; die Nachwelt müsse sich: bei dem Anblicke desselben sagen: „Hier endete der Ruhm des Mannes, der an dem Prinzipe zum Verräther wurde, welchem er seinen Stand verdankte.“ Herr Salverte stimmte {ließli für die Ueberweisung derjenigen Bittschristen, in denen die Zurück- berufung der Familie Buonaparte verlangt wird, an den Mi- nister-Rath. Herr von Bricqueville sprach sich ga:z in dem Sinne des Herrn Limperani aus, während Herr Hervé es für bedenklich hielt, der Napoleonischen Familie die Rúckkehr zu ge- statten. Der General Bertrand suchte namentlich die Theil- nahme der Versammlung für die Mutter Napoleons zu erregen. Endlich kam es zur Abstiinmung, wobei diejenigen Petitionen, in denen die Aufhebung des Verbots gegen die Familie Buona- parte verlangt wird, von denjenigen, welche die Auslieferung der Asche des chemaligen Kaisers betreffen, geschieden wurden. Ueber die ersteren schritt die Versammlung zur Tagesordnung; die leßteren dagegen wurden an den Minister-Rath verwiesen.

Heure Morgen um 10 Uhr hatten sic< mehrere Minister bei dem Herzoge von Broglie zu einer Konferenz versammelt, der einige Mitglieder des diplomatischen Corps beiwohnten.

Der Moniteur promulgirt heute die beiden Geseßze we- gen der Pensionirung der Wittwen des Marschalls Jourdan und des General-Lieutenants Decaen.

Eben dieses Blatt meldet, daß die gestern eingegangenen Depeschen aus Lyon die Nachrichten vom 20sten bestätigten. Die Seidenweber schienen geneigt, unverzüglih wieder an ihre Ar- beit zu gehen.

Seit einigen Tagen bemerkt man den Marschall Lobau nicht in der Kammer, und will daraus schließen, daß er nach Lyon abgegangen sey, um den Ober-Befehl über die dort zusammengezo- genen Truppen zu übernehmen. Man sagt, daß der General Bernard eben dahin abgegangen \ey. /

Der Maire von Lyon hat unterm 18ten d- folgende zweite Proclamation erlassen : „Meine lieben, Mitbürger, Ein Haufe von 12 bis 1500 Personen hat sih gestern Nachmittag gegen 5 Uhr vor dem Stadthause gebildet. Dieser Haufe suchte ge- gen 6 Uhr die Schildwachen zu umringen, und verkündete seine Gegenwart durch Ausrufungen , die nicht deutlich verstanden wurden. Polizei- Kommissarien und andere Agenten, denen die Aufrechthaltung der dentlichen Ordnung üdertragen worden war, wurden beschimpft. Der Ruf: Nieder mit den Drago- nern! wurde in dem Augenblicke vernommen, wo ein Piguet dieser Wasse vorrückte, um die Menge auseinanderzutreiben. Man ergriff einige Pferde beim Zügel, und drei bespannte Wagen wurden mitten in die Kavallerie-Abtheilung hineingeschoben. Hierauf wur- den die drei dur< das Gese vorgeschriebenen Aufforderungen erlassen; und da die Räumung des Pla6es nicht erfolzte, so wurden 10 Personen verhaftet; eine derselben wollte eben einen Stein auf die Truppen \{leudern, und hatte einen zweiten in der Tasche. Jch habe zu meinem größten Vergnügen gesehen, daß sich unter den verhafteten 19 Personen nur 3 Lyoner und 2 Seiden- Arbeiter befinden; ih hatte also Recht, zu behaupten, daß die recht- lichen Arbeiter an etwa stattfindenden Unordnungen keinen Theil nehmen würden. Das obenerwähnte Ereigniß ist an sich von feiner Wichtigkeit; sehr wichtig aber ist der Schrecken, den das állgemeine Arbeits - Verbot in allen Klassen der Gesellschaft erregt hat. Seit vorgestern sind eine große Menge Fabrikanten aus ihren "Wohnungen geflüchtet; viele Eigenszümer von Webestühlen haben gestern ein Gleiches gethan, um den Gemwaltthätigkeiten # entgehen, denen sie seit vier Tagen ausgesetzt sind, Die Fortdauer eines solchen Zu- tandes der Dinge wúrde unvermeidlich und sehr bald den gänz- lichen Untergang unserer Stadt herbeiführen. Mögen die recht- lichen Arbeiter über dieses Resultat nahdenken, und dann wer- den sie augenbli>li<h ihre Sache von der solcher Leute trennen, fár welche die Unordnung ein Bedúrfniß ist, und durch die sie in eine Lage verseßt worden sind, wel<e in so augenscheinlichem Widerspruche mit ihrem Interesse steht. Lyon, 18. Febr. 1834.

(gez.) Prunelle.“

Aus St. Etienne schreibt man vom 18ten d. : „Die Auf- regung in Lyon hat sich bei uns nicht sehr fühlbar gemacht. Un- sere Weber haben ihre Arbeiten nicht eingestellt, Man sprach nur davon , daß ungefähr 1000 derselben in dieser Nacht nach Lyon aufbrechen wollten. Aber die Nachricht, daß die Lyoner Arbeiter sich unterworfen hätten, kühlte ihren kriegerischen Cifer ab. Wenn die Arbeiter in Lyon die Oberhand behalten hätten, so würde hier großes Unglück nicht ausgeblieben seyn, da die Hälfte unserer Garnison auf dem Wege nach Lyon in Echellon aufgestellt ist.‘

Börsen-Plake. schrei vernehmen, und die Läden wurden geschlossen. Es waren ziemlich

mengezogen worden; aber sie hatten nicht nöthig,

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Auch gestern Abend sammelten sich Hin und wieder ließ sich ein aufrührerisches Ge-

wieder Gruppen auf dem

frúher als gewöhnlich

bedeutende Streitkräfte zusam- einzuschreiten.

Die Stadt-Sergeanten sollen einige Personen verhaftet haben. Alle hiesigen Theater hatten es gestern so eingerichtet, daß die Vorstellung erst nah 11 Uhr zu Ende war, und die ‘Polizei

hat nirgends für gut befunden,

Polizei - Reglements zu bestehen.

auf die Ausführung des neuen Indeß heißt es, daß sämmt-

liche Direktoren heute auf die Polizei-Präfektur geladen worden

seyen.

Der Redacteur des Bon Sens hat anzeigen lassen, daß er morgen seine Ausrufer wie gewöhnlich mit dem Verkaufe fei- nes Blattes beauftragen werde, ohne dazu die Erlaubniß der Polizei einzuholen. Er wolle, bemerkt er, dadurch beweisen, daß

er nur der materiellen Gewalt nachgebe.

Das Journal du Havre

meldet: „Der Admiral Mackau

ist von Carthagena auf dem Fort Royal in Martinique ange- fommen, nachdem er von den Columbischen Behdrden zede Ge- nugthuung erhalten und Herrn Barrot wieder als General-Kon-

sul installirt hat.‘

Jn einem Straßburger Blatte liest man Folgendes:

¡Wir geben hier das genaue I der alten Civil-Liste zur Zeit der ten, Edelsteine, Perlen u. #. w.

málde und Antiquitäten 2,565,976 Fr. z

literarische Werke 357,804 Fr. ; Medaillen 282,964 Fr. ;

von Sevres, der Gobelins und von

Vermehrung des Mobiliars in

nventarium des Aktiv-Bestandes Abdaukung Karls X.: Diaman- auf 287,792 Fr. geschäßt; Ge- wissenschaftliche Und aus dem Münzhause kommende

verfügbarer Ertrag der Manufakturen

Beauvais 3,419,212 Fr.;

den Schlôssern 4,288,740 Fr. ;

Werth der von Karl X. angekauften Waldungen und Häuser

1,923,908 Fr.: Ueberschuß an Werth beim lien Karls X. gegen Güter der Krone.

dieser Gegenstände beläuft sich neue Civil-Liste für gut gefunden die Bezahlung der Schulden

Tausche von Mobi- Der Gesammtwerth auf 13,647,152 Fr., welche die hat, sich zuzueignen, während ste ihrer Vorgängerin der Nation

überließ, ein Auftrag, den die Deputirten Frankreichs jeßt auch

zur allgemeinen Zufriedenheit erfüllt haben.

Es ist unmöglich,

egoistischer einerseits" und gefälliger andrerscits zu seyn.“

Großbritanie London, 22. Febr. Bei

gestern im St. James - ‘Palast hielt, wurde Sr. des Königs von Griechenland vor-

Schiras als Geschäftsträger gestellt. Das Oberhaus hat sich

n und Jrland.

dem Lever, welches der König Majestät Herr

gestern bis zum 25. d. vertagt.

Im Unterhause wurde die Motion des Marquis von Chan- dos in Bezug auf die dem Ackerbau treibenden Theil der Be-

vdlferung zu gewährende Erleich

terung von den auf’ ihm ruhen-

den Lasten zulegt mit einer Majorität mit 4 Stimmen, nämlich mit 206 gegen 202, des von den Ministern dagegen eingelegten

Widerspruchs ungeachtet, angeno!nmen.

Sir E. Knachtbull

machte darauf seinen früher angekündigten Antrag, daß der Be-

des Hauses vom 43ten d.

chluß Ausschusses Úber das

besonderen

Smith wieder aufgehoben werden möchte;

ging mit einer Majorität von

hinsichtlih der Ernennung cines Benehmen des Richters Baron auch dieser Antrag ¡Gi gegen 155 Stimmen durch.

Beide Diskussionen hatten so viel Zeit weggenommen , daß das Haus hch an diesem Tage nicht mehr in einen Auss{huß über

die Mittel und Wege verwandeln konnte.

noch úber die Vorschläge des H Zehnten in Jrland ertheilt, éine Bill zur Abschassu führung einer

Grundsteuer an deren Statt einzubringen.

Es wurde s<ließli< errn Littleton in Bezug auf die

Bericht erstattet und Leßterem die Erlaubniß

ng dieser Zchnten und zur Ein- Auf

den Antrag des Herrn Spring Rice wurde ein neues Wahl- Ausschreiben für Dudley an die Stelle des zum General - An- walr ernannten Sir J. Campbell erlassen. Endlich kündigte noch

Herr Sheil zum Korrespondenz an,

„der Pilot‘* zwi)

welche über

925sten d. eine Motion auf Vorlegung der

die Unterdrückung des Blattes

hen der Jrländischen Regierung und dem

Stempel-Amte gepflogen worden.

Der vorgestrige Globe en

thielt folgenden Artikel: „Wie

wir hôren, hat Sir William Horne die ihm angebotene Ehre

zum hinsichtlich der

Richter ernannt zu werden, deshalb abgelehnt, weil sich Befreiung des neuen Richters von

der Pflicht,

die Bezirks-Gerichte zu bereisen und den Sißungen der Old- Bailey, beizuwohnen, bedeutende Schwierigkeiten erhoben haben,

während es doch

durch die neueren Parlaments - Akten gebicte-

risch erheischt wird, daß während der Zeit, wo die Richter die

Bezirke bereisen, wenigstens immer 1 bei den Kammer - Verhandlungen gegenwärtig zu seyn.

einer in London bleibe, um Die

Ernennungen des Sir John Campbell und des Herrn Pepys zum General-Anwalt und General-Fiskal, wofür die Patente bereits an- gefertigt waren, sind nun narúrlich suspendirt worden.‘/ “Hierzu be- merkt die Times: „Wenn wir recht unterrichtet sind, so walten in

diesen Angaben einige Jrrthümer ob.

Sir William Horne hatte

Anfangs das Richter-Amt angenommen, und erst, als die König-

liche Zustimmung zu der von

den Ministern vorgeschlagenen

und von dem gelehrten Richter angenommenen Ernennung in

der Stadt anlangte, sprach der bis die ihm dargebotene Chrenstelle abzulehnen. seine Weigerung fommt zu spät, wenigstens da-

Wunsch. aus, fürchten aber,

bisherige General-Anwalt den Wir

fúr zu spät, um es ihm möglich zu machen, das Amt wieder

zu übernehmen, zu dem in Folge seiner Beförderung {hon Sir

John Campbell | Meinung, daß diese Anordnun William Horne nicht gestört

Unterhause auf ein neues

ley (welches Sir werden! nicht zur Annahme des Richter ihrem Ansehen \chuldig, manns Laune machen zu lassen. túrlich seinen Parlaments: Sib

er hat aufgehört, General-Anwalt zu seyn.

leidenschaftsloser Rathgeber, de

ernannt worden war.

Die Minister kdnnen narürlich -Amts zwingen, aber sie sind es sich niht zum Spielball von Jeder-

Wir sind der festen g durch die Koketterie des Sir werden darf. Möge daher im Wahl - Ausschreiben für Dud-

John Campbell repräsentirt) angetragen

Sir William Horne

Sir William Horne kann na- fúr Marylebone beibehalten, aber Sein gelehrter und fsen Namen wir nicht zu nennen

brauchen, wird wahrscheinlich über die Folgen lächeln, die sich

sein gelehrter Freund durch se

ine Einfalt zugezogen hat. Es

würde ihm ohne Zweifel das größte Vergnügen gemacht haben, hátte er das Ministerium in Verlegenheit bringen kdnnen; in- deß auch das macht ihm gewiß Vergnügen, wenigstens einen Freund gedemüthigt zu haben.“ -

Das Schiff „„Pantaleon ‘‘

, welches von Lissabon in Fal-

mouth angelangt ist, hat neuere Nachricht von dort mitgebracht,

die bis zum 9. den Artikel. Portugal.)

d, reichen und nicht ohne Juteresse sind. (Vergl.

Aus New-York sind Zeitungen bis zum 2ten d. hier ein-

gegangen, woraus hervorgeht, noch immer fortdauert.

daß die Geldverlegenheit daselbst

Luxemburg, 22. Februar. Jn Bezug auf die von der Belgishen Repräsentanten- Kammer an den König Leopold ge- richtete Adresse, bemerkt das hiesige Journal: „Um was handelt es sich im Grunde, und wozu all’ dieser Lärm? Ein Distrikt- Kommissarius ist verhaftet worden, weil er die Milit- Aushebung in dem skrategischen Rayon der Festung vornehmen sassen wollte. Es is augenscheinlich daß die Verleßung der

Die lebte Steigerung in den Fonds - Coursen soll dadurch veranlaßt worden seyn, daß sich das Gerúcht vcrbreitete, die Bank oder die Ostindische Compagnie habe beschloss:n, ein gro- ßes disponibles Kapital zu 22 pCt, «gegen Deponirung von Ef- fekten auszuleihen. : Getraide-Durchschnittspreise in vergangener Woche.

Wöchentl. Sechswöchentl. Zoll j : :

Weizen... 48Sh. 9P. 48Sh. 11 Þ. 38Sh. 8P, Convention, welche einen beschränkteren Rayon, als den im U O G s 4) O7» Sv Ml» 4 M Od Ap: # Stvnden bestimmt gewesenen, fest- S L G s 10 O stellte, das Gouvernement der Festung veranlaßte , diesen i 00 v de: 0 —s Q G N sezteren Rayon als den fortan allein bestehenden anzu- O Ÿ nehmen, und daß also der Uebertreter des Verbotes, die Mi- O L L E ae E Rayons verhaft worden ist. Vas die Thatsache jener Uebertre-

Niederlande. Ï tung betrifst, jo kennen wir sie, und lassen uns für jezt nicht

ausführlicher darüber aus. Wir haben Grund zu glauben , daß die Aktenstücke, welche dieselbe beweisen, der Oeffentlichkeit wer- den úbergeben werden. Die Belgische Regierung hat in vollem Umfange von dem Rechte Gebrauch gemacht, ißre Sache als in jeder Hinsicht begründet darzustellen. Die Antwort wird jedoch auch nicht auf sich warten lassen.“/

Amsterdam, 24. Februar. Die Handels - Kammer macht bekannt, daß die Regierung, im Juteresse der Niederländischen Handels -Schissfahrt, nach den Portugiesischen Häfen, in denen die Autorität Jhrer Maj. der Königin Donna Maria anerkannt ist, die einstweilige Zulassung des Herrn Luiz Carlos Rebello als General-Konsul von Portugal für die besagten Häfen auto- risirt habe. :

Oesterrei.

Wien, 16. Febr. Von unserem berühmten Orientalisten, Hofrath von Hammer, ist kürzlich wieder ein interessantes Werk des Morgenlandes in Deutscher Bearbeitung erschienen. „Gul und Búlbül, d. i. die Rose und die Nachtigall/‘/, von dem Türkischen Dichter Faslik, ist, metrisch bearbeitet, mit dem in Túrkischen Musterschriften gedru>ten Texte, bei Hartleben in Pest erschienen. Die typographische Ausstattung is dem orien- talishen Werke angemessen und der Preis (2 Gulden C. M.) daher auch sehr billig.

Dea en

Brúûsfel, 23. Febr. Der Kriegs-Minister hat den Chefs der Armee-Corps befohlen, den Urlaub, den man täglich den Offizieren und Soldaten bewilligt, bis auf neuen Befehl eine zustellen.

Das zu Charleroi garnisonirende !ste Linien ; Reaiment hat Befehl erhalten, nach dem Luxemburgischen aufzubrechen. Ein Bataillon dieses Regimentes steht schon zu Arlon.

Gestern wurden von Brüssel Estafetten nach Arlon, Paris | und London abgesandt.

In der Sißung der Repräsentanten-Kammer am 21, Febr. ward die Erörterung des Budgets des Junern fortgesest. Im Kapitel X. is für den Handel und die Industrie die Summe von 260,000 Fr. angeseizt. Die Central-Section {lug vor, diese Summe auf 150,000 Fr. zu vermindern. Der Mi nister des Jnnern vertheidigte seinen Anschlag. Herr Meeus nahm hierauf das Wort und sagte: „In dem Augenblic, wo die Jndustrie und der Handel im Hinsterben liegen, wo die Kla- gen unaufhörlich ertônen, glaube ich, daß es mchr als Zeit ist, ein Handels-Ministerium zu ernennen, das zugleich mit dem Zoll wesen beauftragt wäre. Wir bedürfen eines Mannes, der sich F gänzlich mit der Judustrie und dem Handel, ten einzigen Quel: i len der Wohlfahrt und des Glückes der Nationen, beschäf

S <h< weiz.

Zürich, 19. Febr. (Allgemeine Zeitung.) Frank- reich hat sih nunmehr gegenüber der Schweiz durch seinen Ge- schäftsträger über die gegen Savoyen aufgebrochenen Polen er- flárt. Auch jet noch zeigt die Französische Regierung ihre Ge- neigtheit, besonders die Regierungen von Waadt und Genf (der Bernerischen geschieht keine specielle Erwähnung), ihrer Polen zu entledigen. Es wird ihnen nämlich der Durchpaß durch Frank- reich auf Franzdsische Kosten gestattet, in der Meinung jedo, daß sie zuvor schriftlih sich erklären: 1) nach welchem Sceha- fen, um weiter zu kommen, sie abgehen wollen; 2) daß sie sich allen Verfügungen der Französischen Behörden auf der Durchreise genau

tigen kann; denn Sie wissen, meine Herren, was in dem unterziehen wollen. Der Vorort hat die Stände Bern und Waadt

X ahr ¿u in vin ¿lebe G O AGIRS ermahnt, die Polen zu dem geforderten Versprechen anzuhal-

Jahrhundert, worin wir leben, aus den Bationen wird, ; i S j / a ten und weiter zu \chi>en. So werden wir hoffenilich diefer

die weder indufstriell sind, noch Handel treiben, Fahren wir so fort, wie wir seit drei Jahren gethan haben, so unterliegt es feinem Zweifel, daß wir bald weder Handel noch Judustrie mehr haben werden. Eine ganz weise und vorhersehende Regierung muß die Zweize der Wehlfahrt ermuthigen. Man erinnert sich noch der Klagen, die im Jahre 1814 ertônten ; seitdem ward cine Handels-Gesellschaft gebildet und man sah denselben wieder auf- blühen. Sie ward als eine neue Maßregel getadelt; allein man sah bald die Fabriken zu Gent sich vervielfältigen und gedeihen; man sah den Handel von Antwerpen eine ungeheure Ausdehnung nehmen, was ein Beweis der Nüblichkeit der Ermuthigung war. Fch votire daher für die durch den Minister. geforderte Summe.“ Herr Gendebien behauptete, es sey unmöglich, daß die Er- muthigung der Industrie und dem Handel Gedeihen geben könne, F wenn ihnen Absaßwege und Sicherheit fehlen. „Das einzi«e |ff Mittel, sie zu begünstigen“, sagte er, „ist in diésem Augenblick, F daß man das System abändere, daß man nicht die Hoffnung nähre, Frankreich werde unserer Ändustrie günstig seyn, wäh- rend man dieselbe vielmehr in einem Zustand von Abzehrung halten mdchte, um uns zur Vereinigung mit Frankreich zu zwingen. Das Zoll-System abändern, ist - das Mittel, das Loos der Jndustrie zu verbessern.“ Nach einigen Debatten ward die durch den Minister verlangte Summe angenommen.

eingedrungenen Gäste bald los werden. Vergangenen Sonntag hat der hiesige Universitäts - Rath die Frage berathen, wie gegen die hier immatrifulixten Studenten, welche an dem Zuge Antheil genommen, zu verfahren sey. Darüber hat sich derselbe, wie man vernimmt, fehr bestimmt ausgespro- <en, daß dergleichèn Unwesen mit dem Bestehen einer wis- senschaftlichen Anstalt rein unverträglich sey, und solche Glie- der einer wahren Soldateska nicht in eine den reinen Bestre- bungen der Wissenschaft und Bildung gewidmete Gemeinschaft gehören. Dagegen glaubte er, da ihm keinerlei Gerichts- barkeit zustehe, auch niht eine Untersuchung gegen sie di- rekt anheben zu können, sondern hielt es seiner Stellung. ge- máß, dem Erziehungs-Rathe von seiner Ansicht über die Sache Kenntniß zu geben, und diesem alle weitern amtlichen Schritte zu úberlassen. Dieser Schritt ist für die Universität doppelt wichtig, einmal damit sle sich gegenüber dem Jn- und Auslande reinige von jedem Verdachte, als ob sie geneigt wäre, einer re- volutionnairen Partei, die Überall verwegen einzuwirken trach- tet, und in der Schweiz einen passenden Zufluchtsort oder viel- mehr Sammelplalz suchte, irgend welchen Vorschub zu leisten ; dann aber auch, damit die nachlässigen, auf Abenteuer herum shweifenden Studenten, die es vorziehen, statt wissenschaftlichen Arbeiten obzuliegen, ihre Zeit mit Planen von Revolutionen zu vergeuden, und ihre Phantasie mit langweiligen Träumen unrei- fer Republiken zu füllen, einsehen lernen, sle seyen auf keinen fr ihre Thorheiten fruhtbaren Boden gekommen.

In späteren Berichten liest man: „Mit der Genferisch- Waadtländischen Unterhandlung in Bern war es, nah den lelz- ten Berichten, nicht zum Ziele gerückt , obschon Genf, wie man nun versichert, sich dur<h seine Abgeordneten, im Namen des dortigen Staats-Raths, der hierzu durch die höchste Behörde bevollmächtigt ist, dahin aussprach, daß es die im Bernschen Beschlusse vom 10ten enthaltenen Bedingungen annehme; wo-

Danemar t

Kopenhagen, 22. Februar. Jn dem Staats - Kalender F von 1834 is Jsabella li. als Königin von Spanien, und ihre 1 Mutter, Maria Christina, als Regentin aufgeführt. i

Sowohl in Korsder als in Nyborg ij die bedeutende Er- höhung der Brücken - Taxe, welche gegen 40 Jahre stattgefun: | den, nun aufgehoben, und das Brúken - Passage-Geld für | Fuhrwerke auf die ursprünglich sehr billige Abgabe von respective 1 und + der bisherigen herabgeseßt, wodurch die Kosten der M Ueberfahrt über den großen Belt- jehr ermäßigt werden.

Deuts <land.

Hannover, 25: Februar, Zur Feier des Geburtstages F Sr. Königl. Hoheit des Vice-Königs Herzogs von Cambridge L gab die Frau Herzogin Königl. Hoheit gestern Abend ein glän: F zendes Fest, wobei Scenen aus der Geschichte des Guelphen- F hauses in Tableaux dargestellt wurden. Heute Abend wird im Königl. Schauspielhause ein von Mislhelm Blumenhagen ver- faßter Prolog gesprochen, und darauf die Oper Cortez aufge- führt werden.

Fena, 25. Febr. (Weimarsche Zeitu na.) Am 23sten d. M. früh um 10 Uhr verschied in seinem neunzigsten Lebens: jahre der Major von Knebel, Ritter des Ordens der Wachsam- keit oder vom weißen Falken. Geliebt und betrauert geht die- ses leste berühmte Mitglied aus dem Kreise der Herzogin Anna Amalia, Wielands, Herders, in die Gruft; sein Charakter und seine Schriften werden ihm im immerwährenden Andenken sei F ner Bekannten und Freunde erhalten, wie in der Literatur, die 4 ihm manches Meisterwerk verdankt. Er war es, wie man weiß, F der in Frankfurt a. M. die Bekanntschaft des Großherzogs F Karl August mir Goethe vermittelte. E

Würzburg, 18. Februar. (Würzburger Zeitung.) „Es ist im Verlaufe der leßten Woche Úúber 20 bis 26 Jndivi- F duen hiesiger Stadt die Haupt - Untersuchung wegen Majestät Beleidigung erkannt worden, jedoh sind nur etwa sechs des Verbrechens, die übrigen nur des Vergehens der Majestäts-Be- leidigung beschuldigt. Unter der Zahl der Beschuldigten befin- den sich auch die Landtags-Deputirten J. Leinecer und A. Ziegler von hier, die nun nach den geseßlichen Normen diesmal ihren Sih in der Kammer nicht einnehmen werden, sondern statt ih: M nen werden die Ersaßz-Männer Feller von Aschaffenburg und Bürgermcister Kurz von Lohr einberufen werden. Ein aus wärtiges Blatt giebt auch schon Nachricht über diese Vorfälle, verdoppelt aber die Zahl der Beschuldigten und läßt sie Würz- burger Bürger seyn. Es muß dies dahin berichtigt werden, F daß keineswegs alle Betheiligten das Bürgerrecht besißen und wenigstens ein Drittheil aus Jndividuen besteht, die ohne Bür gerrecht hier leben.“

dem Jnteresse der Schweiz ein neues Opfer bringt. Da nun aber die Bernsche Regierungs - Behörde von Waador eine gleiche Erklärung verlangte, bevor sie jenem Beschlusse Folge gebe, und der Waadtländische Abgeordnete von seinem Staats-Rathe wohl die gleiche Geneigtheit, aber nicht auch dieselbe Bevollmächti- gung versichern konnte, welche dort erst no< von dem großen Rathe zu ertheilen ist, so mußte einftweilen die Sache unent- schieden bleiben, bis dieser Abgeordnete, der sich wieder nach Lausanne verfügt, von da bestimmtere Weisung zuürückbringt. Jm Falle nun aber , daß der dortige große Rath nicht sogleich versammelt _ werden kônnte, um jene -Vollmacht zu ertheilen, dürfte, da dem Waadtländischen Staats-Rathe, wie dem Genfer- schen, daran gelegen scheint, die Polen aus seinem Gebiete zu entfernen, der besagte Abgeordnete gleichwohl vorher wieder in Bern eintreffen, um, gemeinschaftlich mit dem Genferschen, von der dasigen Regierung zu verlangen daß sie ihr Ansuchen um vorläufige Wiederaufnahme der Polen, vor der wörtlich voll- ständigen Erfüllung der gemachten Bedingungen, noch einmal vor den großen Rath bringe. In Genf sollen sich no< unge- fähr 40 Polen befinden; die von Diolle hergebrachten stehen nicht in Wiflisburg , wie früher irrig behauptet wurde, sondern in Peterlingen (Payerne) fortan Unter Aufsicht Waadtländi- scher Miliz.“

Zürich, 22. Februar. (Schweizer Blätter.) Der Vorort hat eine Note vom Oesterreichischen Hofe erhalten, wo- rin dieser im Allgemeinen das Benehmen der Bundes- und Kantonal- Behdrden bei Gelegenheit des Einfalls in Savoyen als vólkerre<htsgemäß anerkennt; aber zugleih sein Bedauern ausdrúcêt, daß einige Kantons - Regierungen nicht Kraft genug besessen, um ihren Beschlüssen gehdrigen Nachdruck zu geben, und einige andere nícht die wünschbare Vorsicht bewiesen hätten. Die Oesterreichische Regierung verlangt daher zur Beruhigung der Nachbar-Staaten Garantieen, damit künftig ähnliche Vorfälle nicht zu besorgen seyen, und von dem Asylrecht kein die Rechte und Interessen Dritter gefährdender Mißbrauch gemacht werde.

durch es freilich zunächst seiner eigenen Ruhe, aber zugleich auch

21 I talien.

Turin, 15. Febr. Unsere Zei 5. f eitung meldet aus Savoyen O e daselbst befindlichen Rekruten der Brigade „¡Savonaë! as L unsch geäußert haben, nicht bloß, wie gewöhnlich, im Laufe 5 ages sondern au<h während der Nacht in ihren Quartie- E zu a N sie um so rascher in den Stand »Urden, bei vorfallenden Ereigni i i i Kameraden U Ae Ereignissen in den Reihen ihrer n Bologna is gestern ein leichtes Erdbeben Bologna | verspürt wor E, das seine Richtung von Súd-Süd-West nach Nord-Nord- st nahm und etiva 10 bis 12 Sekunden dauerte.

5 Tur in, 15, Febr. (Allgemeine Zeitung.) Die Par- G der Bewegung hat dur ihren leiten E U en empsindlichsten Streich erlitten, der ihr seit langer Zeit verseßt worden; fie wird s{ {wer davon erholen. Jhr blindes Werkzeug A Polen, haben nun die Rolle von privilegirten Ruhestdrern auf dem Konfinente vermuthlich ausgespielt, denn unsere Regierung wird les anwenden, um zu verhindern, daß das Schweizer Ge- biet nicht Ferner der Sammelplat aller Mißvergnügten und politischen Schwäriner unseres Welttheils sey; sie wünscht eine Uebercinkunfe getroffen zu sehen, durch welche man sich wechsel- seitig verpflichtet, die politischen Verbrecher eines fremden Lan- des auszuliefern oder wenigstens zu entfernen. Es ist deshalb nach Wien und Paris geschrieben worden, und es wäre möglich, 4/8 das Oesterreichische wie das Französische Kabinet sich mit diesem Vorschlage einverstanden erklärten, und den politischen Flüchtlingen in _Zukunst ein Asyl verweigerten. Geschieht dies so wärde die Schweiz solcher Uebereinkunft wohl beitreten , und ihr Gebiet von fremden Abenteurern reinigen müssen. Die Regierung von Genf hat die Gefahr fennen gelernt, die eine zu große Gastfreundlichkeit ihr fast bereitet hätte; man sollte glauben, sie werde bei den anderen Kantonen darauf dringen alle fremden Revolutionnairs zu entfernen, und ihnen für die Folge den Eintritt in die Schweiz zu verweigern. Wenigstens isf unserm Hofe von Genf aus versichert worden, daß man Alles aufbieten werde, um nicht wieder Scenen erneuert u schen, die alle Wohldenkenden mit Abscheu erfüllt hätten. Sollte jedoch auf gütlichem Wege nit erreicht werden, was die Ruhe Europa's gebieterish verlangt, und die Neutralitäts-Gerechtsame der Schweiz dazu dienen, den Umwälzungs-Männern einen siche- ren Centralpunkt fúr Revolütións¿Pldüs offen zu lassen, so würde wohl die Zeit der Transactionen vorüber seyn, und mit Nachdruc® verlangt werden, was man freundschaftlichen Vor- stellungen nicht zugestehen wollte. Es wäre dazu allerdings ein Einverständniß mit Frankreich ndthig, allein man hat allen Grund zu glauben, daß die Französische Regierung dem Ge- bote der Selbsterhaltung gehorchen, und selbst dazu mitwirken werde, ihre Gränzen von den gefährlichen Gährungsstoffen zu befreien, durh welche“ der intere Friede ihres Landes sowoh! als der Nachbar-Staaten unaufhörlich bedroht ist. Der hiesige a soll vollkommen die Ansichten unsers Hofes die Falle theilen, und sie in Pari Me, / sie in Paris zu unterstüßen ver-

Portugal.

Lissabon, 9. Februar. Die Chronica theilt in einem Supplement vom 4. d. Saldanha's Bericht vom 31. Januar über den Sieg bei Pernes mit; der General versichert darin, daß er nur drei Todte in dieser Affaire

bis 200 Mann an Todten und Verwundeten, der des Fei - einde aber auf 500 Mann belaufen habe. : Aeg

Paus / e gehabt habe; man will jedoch wissen, daß der Verlust seines Heeres sich auf 190

Jn ihrem Blatt vom 6. d. enthält die Chronica ein De-

kret, wodurch vom 1. März an die Ei 54

1. Márz an die Einfuhr von 54,000 Quarter

O A Ms: Die Getraide-Preise sind jest sehr hoch, il es an Vorräthen mangelt und die Zufuhr aus anie

fast ganz unterbrochen ist. B E

Der Herzog von Terceira hat, man weiß nicht, ob freiwil- |

lig oder gezwungen, das Kommando wieder nieder i

der gezwungen, de ] de gelegt und ist am 5. Abends in Lissabon eingetroffen. Am folgenden Tage hatte er eine Audienz bei Dom Pedro, mit dem er im besten Ver- nehmen stehen soil.

Es heißt, der General Saldanha habe nicht |

unter ihm dienen, sondern den Ober-Befehl führen wollen, und |

die Zwistigkeiten zwischen beiden seyen eines Ta i

, gteiten zwischen 1 hen e ges so heftig ge- S as E A O E ste E e ie unter dem Herzoge skehende Armee-Abtheilung mit dem besten Erfolg hätten angreifen kdnnen. j á h dem Norden und aus Alemtejo no<h 7000 Mann regulairer Truppen und Guerillas nah Santarem heranzuziehen, so daß

Wenigstens fanden sie Zeit, aus !

sie jet, obgleich sie in den drei Gefechten bei Leiria, Torres-No- | vas und Pernes úber 3500 Mann verloren haben sollen, doch | noch stärker sind, als zu der Zeit, wo Saldanha seinen Marsch

nach Leiria antrat. An die Stelle des- Herzogs von Terceira ist der General Stubbs ernannt worden.

Am Lten d. schienen Dom Miguels Truppen Santarem räumen zu wollen und marschirten, um diesen Plan zu maski- ren, in großer Anzahl gegen Pernes zu; da sie aber die Straße nach Gallegas offen fanden, zogen sie sich bei Nacht dorthin und fin- gen am Morgen des 3ten an, sich auf der Straße nach Abran- tes aufzustellen. Der Brigade - General Bacon, hiervon unter- richtet, drang mit einem Kavallerie - Detaschement vor und trieb die feindlichen Vorposten zurü>. Dies schien den Miguelisti- schen Truppen die Meinung beizubringen, daß Saldanha's ganze Macht im Anmarsch sey und ihnea den Rückzug abschneiden wolle; sie zogen sich daher wieder nah Santarem zurü>. Ge- neral Bacon folgte ihnen auf dem Fuße, und sobald er sich über- zeugt hatte, daß sie nicht, wie er geglaubt, bei Chanusca Über den Tajo zu gehen Miene machten, verließ er sein kleines Detaschement auf einen Augenbli? und eilte zum General Saldanha, um diesen von der Lage der Dinge zu benachrichtigen. Jn Santarem wa- ren, dem Vernehmen nach, nur 2000 Miguelisten zurückgeblieben und Bacon hielc es daher für ein Leichtes, daß Saldanha mit seinem Corps die ausgezogene Miguelistische Heeres - Macht von jener Stadt abschneiden könne; dieser aber ließ die Gelegenheit unbenugzt vorübergehen. Hierauf unternahm der General Bacon mit einer Schwadron noch einen Angriff gegen 3 feindliche Ka-

vallerie-Schwadronen und 200 Jäger bei Val de Figueiras und drängte dieselben auf ihre Infanterie zurück.

In Santavrein sollen die Krankheiten und der Mangel an Lebensmittetn so überhand genommen haben, daß man in Lissa- bon glaubt, die Miguclisten würden sich jedenfalls nur noch sehr kurze Zeit dort behaupten können.

Seit dem Zten d. M. sind von Lissabon 2000 Mann, wor- unter 400 Briten, nah dem Haupt - Quartier der constitution- nellen Armee und 300 Mann nach Setubal abgegangen.

Bei Agoas de Moura, cinem Ort, 8 Stunden von Setu- bal, famen am 6ten d. 3000 Mann Miguelisten an; da ste aber erfuhren, daß die Garnison und die Batterieen des Plabes zu stark seyen, um es mit ihnen aufnehmen zu können, kehrten

sle wieder um. Gestern erschienen 1200 Miguelisten in Aldea Gallega und Alcochete am Tajo, die sich damit begnügten, eine Anzahl Vieh mit fortzunehmen.

Die Times fährt fort, die in Lissabon aufgefundene

Korrespondenz zu publiciren. Fol i ist ei | / i gendes is die Abschrift eines Schreibens oder einer Vorstellung des Visconde v. Santarem an Dom Miguel (ohne Datum, aber, wie sich aus dem Jnhalte ergiebt, vom Ende des Jahres 1832) : „e Senhor! Die leßten Dokumente, die ich Ew. Majestät zu übersenden die Ehre hatte, zeigten Ew. Majestät 1) die verzweifelte Lage, in der sich die Rebellen seit dem 29sten befinden; 2) die allge- meine Meinung in England, daß ein weiterer Angriff von unseren Trupvyen, wenn derselbe unverweilt erfolgt, sie vernichten werde; 3) die erfolgreichen Bemühungen der Rebellen, ihre Truppen nicht nuv zu vecsiärken, sondern sie unserer Armee sogar überlegen zu machen; 4) ihre Thätigkeit in Organisirung von Kavallerie - Corps, um die Offensive ergreifen zu kdnnen. Jch habe nun die Ehre, Ew. Majestät zu melden, daß ich dur das eben angekommene Abe ire das Nachrichten bis zum sten d. brachte, Folgendes er- uhr: Am 16ten wurden 16 Offiziere, 160 Mann und 100 Pferde sammt dem Englischen Obersten Bacon in Portsmouth für den Dienst der Rebellen eingeschift. Aus den beigeschlossenen geheimen Mittheilungen werden Ew. Maiestät erschen, e diese und andere Hülfssendungen in Folge der Hoffnungen geschehen, welche unsere Unthätigkeit seit dem 23sten einfldßte. Mir wurde versichert, daß B und andere Englische Offiziere, die am 29sten in Porto waren, agen, wenn auf unserer Seite nur irgend ein Plan, wie schle<t er auch seyn möchte, gewesen wäre, wir Porto in Besiß bekommen hätten. Wird die Bewegung, die man gegen Foz vorhat, ebett so isolirt seyn, wie die am 14ten gegen Setta; so wird sie dasselbe Resultat haben. Wird sie nicht von einer allgemeinen Bewegung längs der ganzen Linie begleitet, so werden wir abermals einen s{?7e>lichen Verlust an unseren tapfersten Truppen erleiden, ohne trgend. einen Vortheil zu erlangen. Jn dem Auszuge Nr. 2 hahe ich die Ehre, Ew. Majestät die Ultimat- Ansicht des Herzogs von Wellington über das, was wir thun sollten, zu Übersenden. Fch flebe um Ew. Königliche Majestät Aufmerksamkeit auf die Meinung eines so großen Feldherrn. Der Plan, der, wie mir s{eint, fort- während befolgt wird, ist der des Visconde do Pezo da Regoa, nämlich Porto durch eine regelmäßige Belagerung zu bezwin- geh Dieser Plan i| hinsichtlih des Erfolgs nicht nur von anger Dauer, sondern unterliegt au<h dem weiteren Ein- wurf, daß die Belagerung nicht vollsiändig gemacht werden kann, ohne uns in einen Krieg mit England zu verwickeln, denn die Britischen Kriegsschiffe werden nicht dulden, daß sie in derx Douro -Múündung vollfiändig ausgeführt werde, und bleiben se dort, so wird die Belagerung rein illusorish seyn. So werden die Sa- chen täglich verwi>elter. Werden die Rebellen nicht vor dem Win- ker niedergeschlagen gehk die eindru>volle Wirkung des Triunipÿ- Zugs Ew. Maj., als Sie die Hauptstadt verließen, verloren und wird nicht durch einen Europäischen Krieg eine Aenderung der Mei- nungen und Absichten der Englischen und Franzdsischen Minister be- wirkt, so wird die Rebellen - Partei eine furchtbare Kraft erlangen, welche die Verblendeten bloß noch zu sehen brauchen, sie, die nicht wissen, was ihre Pt gegen Ew. Maj. und die Monarchie ihnen gebietet. Doch seße ih in Ew. Mai. Festigkeit und Weisheit mein ganzes “Vertrauen, Überzeugt, daß die von Ew. Mai. ge=- troffenen Maßregeln die Monarchie retten werden aus den vielen Gefahren, die sie umgeben, und von ihrem gänzlichen Untergange ' in dem Sturme der Revolution. Meine Feinde, die auch die Feinde Ew. Majestät sind, werden auf alles dies schr ehâssig antworten, daß ih nichts von militairischen Sachen ver- ehe; aber zugegeben, daß ein Nicht-Militair die Strategie nicht versichen kann, wie es bei mir der Fall ist, s kann ich doch immer- bin, wie ich bereits that, solche Sage In ihrer Mepiconng auf den wesentlichsten Punkt der Staats=- Politik betrachten , da dies meiner Pflicht und Verantwortlichkeit entspricht, in Folge des Vertrauens, das Ew. Maj. in mich seßten, indem Sie ein ‘so wichtiges Ant meinen Händen anvertrauten: Auch hat meite Berührung der mis litairischen E keinen Bezug auf das, was ich’ meine, sondern was die ersten Feldherrn Europas meinen, welche den ersten Krieger der neueren Zeiten besiegt und zwar an derselben Stelle, wo wir jeßt die Rebellen bekämpfen, besiegt haben. Senhor, ich bereue es kÉcis nesweges, daß ih schon oft, ebe die Ereigntssc wirklich eintraten, die auswärtigen Gefahren geschildert habe, denen die heilige Sache Euer Majestät urd der Monarchie ausgeseht is. Dies i| nickt nur eine Pflicht des Amtes, das ich dur<h die Gnade Euer Maiestät erhielt, sondern auch eine Pflicht meines Gewissens, meiner Treue und meines Dankes für diè vielen großen und fleten Ehren und Auzzeichnungen ; die Ew. Majestät mir zu verleihen na. Man kann aber die äußern Gefahren unsrer Lage, die feindlichen Plane zweier der mächtigsten Nationen Europa's gegen uns nicht berechnen und erwägen ,- ohne zugleich deren Verwandtschaft und innige Verbindung mit unsern inneren Gefahren, so wie die Mittel, ihnen zu begegnen, in Betracht zu ziehen. Dies ift gerade