1834 / 64 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Auswüärtig ÁAmsterdam, 26. Februar.

Niederl, wirkl. Schuld 4943. 58 do. 9413. Ausgesetzte Schuld 113. 455 Amort. 895. 348 714. Oesterr. 951. 1831} 948

Kanz-Bill. 293 Prämien-Scheine 952. Russ. (v. 1828) —. (v blz. 38 402,

Ántwerpen, 25. Februar. Neap. 87.

Wien, 26. Februar.

55 Met. 973. 45 do. 8845. Bank-Actien 12501.

Frankfurt a. M., 25. Februar

Oesterr. 58 Metall. 992. 991. 42 908. 891,

—, Bank-Actien 1524. 1523. Part.-Obl, 1394. 139. 2084. Br. Holl. 55 Obl. v 41832 943. 941. Pola,

Preuss. Prm.-Sch. 541. 54. do. 428 Anl. —. 58 Span,

601. 38 do. perp. 40x. 40.

St. Petersburg, 22. Februar. Silb.-Rub. 3591 68

Hamb. 3 Mon. 9,5. 2. Lond. 3 Mon. 1012, inser. 1265. 5g do. 932,

Dienstag, 4. März. des Herrn von Malesherbes, ländliche Scene Kokzebue. Hierauf: Der Zeitgeist, Possenspiel gen, von E. Raupach.

Mittwoch, 5. März. Jm Opernhause: Die Kirmeß, ko- Musik von W. Tau- Hierauf: Die Maskerade, komisches Ballet in 1 Akt. (Dlles. Therese und Fanny Elsler werden hierin tanzen.) 1) Rabelais, vaudeville en 1 acte 2) La P représentation de: Le Relour, on: La suite iel et Chrisline, vaudevi!le en 1 acte, 3) La famille de lapothicaire, vaudeville 1 acte.

) Fra Diavolo, ko- Musik von Auber.

Königstädtisches Theater.

Nach Sonnenuntergang , Lustspiel in Franzdfischen, von G. Los. : Variationen für 2 Violinen mit Orchester- vorgetragen von deu 9- und 11jährigen Gebrüdern Eichhorn. 2) Duett für 2 Violinen, von Carneval von Venedig,‘ vorgetragen von

mische Oper in 1 Aft, von E. Devrient. bert.

Im Schauspielhause : de Mic

Donnerstag, 6. März. Jm Opernhause : mische Oper in 3 Abtheilungen, mit Tanz.

Dienstag, 4. März. 2 Akten, frei nach dem 1) JIntroduction und Begleitung, von Wassermann,

Paganini, aus „der denselben. Zum Beschluß: A. B. C,, dem Englischen des George Colman. Kettel.

Mittwoch, 5. März.

Posse in

Eichhorn. 2) Variationen Fra Diavolo, auf: Zum erstenmale wiederholt :

Agnes Sorel, ten, von Gyrowesb.

i

Neueste Nachricht

Paris, 25. Febr. Gestern um 10 Uhr einen Minister-Rath,

11 Uhr Abends zu dem Grafen von A

zweistündige Konferenz mit demselben. In der

berathschlagte

ppony die Versammlung über die

doch mit groper Stimmen- Mehrheit verworfen

nächst kam der Antrag des Herrn Bavoux wegen der Wieder- herstellung der Ehescheidung an die Reihe; derselbe ging nach einer furzen Debatte mit 191 gegen 100 Stimmen durch.

ist dies das dritte Mal,

e Börsen,

Span, 55 995. 38 40. Zinsl, 143.

Königliche Schauspiele. Im Schauspielhause: Die Rosen

Frei bearbeitet von G.

1) Konzert von Spohr Nr. 9, erster Sas, vorgetragen von dem 11jährigen Kammer-Virtuosen Ernst für 2 Violinen von Paganini aus vorgetragen von den Gebrüdern E

der viertehalb Stunden dauerte. Vorgestern begab sich der Russische Botschafter noch um

gestrigen Sibung der Deputirten-Kammer Proposition Herrn Salverte zur Ergänzung des unlängst angenommenen Gesetz Entwurfes über die Abschaffung der Majorate, die je-

daß dieser Antrag von der Deputirten-

Kammer angenommen wird;

Tagesordnung waren Budget von 1833 verlangten Herr A. Giraud das Wort,

Preuss. 56 Span.

10 0 256 ENS 15 S Loose zu 100 F]. Loose 643. 641,

Rente 601,

16 vos Minister zu hôren wünsche.

in 4 Abtheilun-

rung hat darüber berathschlagt gen joll Jhnen ein Geses

det gewesen war; auch wurde

Dar See | Vet bart

Hierauf:

: 'ingerer Personen-Za ci 2 Akten , nach ringerer Personen-Zahl getheilt Associationen bedarf es rücégenommen werden fann. glied einer nicht autorisirten mit einer zweimonatlichen

ichhorn. Hier- Oper in 3 Af-

n.

wiesen werden. ‘/ hielt der

König dem vorjährigen Budget.

und hatte eine | genüber von der Börse wieder

des ] stiftungen. disten und Lanciers - wurde. Hier- thig gemacht hätte. „Es herr|chte ge stern Es

T L 0th: GCE SEA, C PED R.

25A

um dritten Male in der Pairs - Kammer durchfallen. jeßt die Berathungen über die auf das

zu richten, und nachdem _ ihm dasselbe bewilligt worden, brachte er die Unruhen in der Hauptstadt, so Punkten des Landes, zur Sprache.

bemerkte er, habe sich aller Gemüther bemächtigt, und Jedermann frage sich, wohin dies zuleßt führen solle. die Minister, ob sie au< im Stande wären, gegen die Unruhe- stifter anzukämpfen und den Leidenschaften des Parteigeistes einen Damm entgegen zu segen; hätten sie nicht die Macht da- zu, so sollten sie es ofen erklären, wenn anders sie nicht eine shwere Verantwortlichkeit auf sich laden wollten. Beifall erscholl bei diesen Worten aus den

Herr von Grammont lachend ausrief, Herr Giraud sey in der allgemein, That ein sehr herzhafter Mann. Jn den Reihen der linken Seite äußerte sich einige Unschlússigkeir. Endlich

stürzte Herr Fulchiron zur Rednerbühne. indessen bemerklich, daß die Kammer nicht ihn, sondern einen

gelbewahrer das Wort und sagte: nisse, welche die Aufmerksamkeit des vorigen Redners auf sich gezogen haben, sind ohne Zweifel sehr ernster Art.

tionen vorgelegt werden.“ Majorität schr beifällig aufgenommen wurde, deutet an, daß die Interpellation des Herrn Giraud schon im Vorgus verabre-

Am Schlusse der Sikzung ließen sich noch die Herren Mercier, Roger und Pelet über die Zuschüsse für 1833 vernehmen, konnten sih aber nur mit Mühe verständlich ma- chen, da die Versammlung sich, in Folge der Erklärung des Herrn Barthe, in einer großen Aufregung befand.

In der heutigen Sigzung (auf die wir morgen ausführlich zurückkommen werden) wurde der gedachte Gesetz -Entwurf von dem Großsiegelbewahrer wirklich vorgelegt. Derselbe lautet also : „Art. 1, Die Bestimmungen des Artikels 291 des Straf-Geselz- buches finden auf alle Vereine von mehr als 20 Personen An- | an wendung, wenn gleich dieselben sich in Unter-Sectionen von ge-

bestimmten Stunden zusammentreten. einer

bis einer Geldbujze von 50 bis 1090 Fr. bestraft werden, Im Nüúck- falle kann diese Strafe verdoppelt werden. gen die Sicherheit des Staats, die gangen werden, sollen, dem 28. Artikel der Charte gemäß, der Pairs-Kammer , politische Vergehen, dem 69. Art. gemäß, den Geschwornen - Gerichten, einfache des vorliegenden Geseßes aber den Zucht-Polizei-Gerichten über- Den Beschluß der Sißzung machten die BVerathungen über den Geseh-Entwurf wegen der Zuschüsse zu

Gestern Nachmittags bildeten sich in der

ner starken Polizei-Abtheilung bewacht wurden; sie uncerhielten sich aber blo zusammen und zeigten feine Neigung zu Unruhe- Auch in der Umgegend der den Abends einige Aufläufe statt. und Dragoner - Patrouillen waren aufge- selle; aber es fiel nihts vor, Der Moniteur sagt daher auch heute : volllommene Ruhe in der Hauptstadt. Nirgends fand eine Zusammenrottung statt, um derenwillen die Behörde hätce auf der Hut zu seyn brauchen.“ Am Sonntag

eben so gut dürfte er aber auch An der

Zuschüsse. Zuvor aber verlangte um einige Fragen an die Minister

wie auf mehreren anderen Eine gegründete Besorgniß,

Er seinerseits frage | habe.

e Ein großer Centris, während

Man machte ihm

Darauf ergriff der Großsie- „M. H. Die Ereig- selbst, daß sie Die Regie- und einen Beschluß gefaßt; mor- -Entwurf über die Associa- Diese Erklärung, die von der funden hat.

dies von der Oppositions - Partei

zei-Kommissar Wie wir dem haben, auch nicht täglich oder zu Zu allen nicht politischen Autorijation, die immer zu- U Jeder, der Mikt- Association gewesen ist, soll einjährigen Hafr und mit

Art. 3. Angriffe ge- durch die Associationen be- Wissenschaften der Charte

Uebertretungen | Rästungen

neuen Straße ge-

einige Volkshaufen, die von ei-

der Porte St. Martin fan- Ein Piquet Municipal-Bar- | Actien 1517. Fl. 208. Br.

was ihre Dazwischenkunft nd. | L. 64. Br.

E: E

gung abtroßen würden. Zeichen von dem Ende der

Jm Hafen von Toulon is man beschäftigt ; Schiffe bleiben bewafsnet, man vermehrt die Mannschaft dersel- ben und seßt sie in einen solchen Stand, als sollten sie nächstens wieder unter Segel gehen.

Heute schloß 5proc. Rente pr. compt. 105. 70. fin cour. 105. 75. 3proc. pr. compt 76. 5. Neap. pr. compi. 92. 20. fin cour. 92. 25. 61. Zproc. do. 395. 5proc. Belg. 983. Frankfurt a. M., 23. Februar. Oezterr. 5proc. Metall. 98 i. 981. 4proc. 8915. 897.

standen alle im Weichbilde kasernirte Linien-Truppen bereit , Uth auf den ersten Befehl zu den Waffen zu greifen. Maßregeln erstrecften sih bis Versailles, sich fortwährend zum Aufsißken bereit hielten.

Der Moniteur widerspricht einem vom Con verbreiteten Gerücht, daß am vorigen Sonnabend zahl von Arbeitern aus den Werkstätten der Königlichen Drut, kerei entlassen worden sey, und versichert, Zeit nichts dergleichen

eine

Dasselbe Blatt meldet: „Heute sind keine telegraphische Depeschen aus Lyon hier eingegangen. ; man aus dieser Stadt: „,„Gestern hat an einigen Webstühlen E die Arbeit wieder begonnen, troß der Drohungen, ) der Arbeiter verlauten ließ; und heute früh war mehr als dey dritte Theil der Webstühle wieder im Gange. daß dies Beispiel bald. Überall befolgt werden würde, F In der Rothkreuz - Vorstadt fanden einige Zusammenrottungen F statt; sie bestanden aus Ferrandin- Arbeitern, vorwarfen , daß diese sie verrathen hätten. H ihre Arbeit nicht wieder aufnehmen würden, wenn die Lelzteren sie nicht für die Zeit entschädigten, L einer Verstärkung, die nun ausbleibe , verloren ; ja, sie drohten F

Unterm 21sken d. schrieb

Man glaubte

sich an die Vorsteher halten und diesen die Entschädi: Dieser Vorfall wurde als das deutlichste

Über

Als man ihn aufforderte, Einige der Rädelsführer

warf man zu befreien, Namens Ehy- e Auch der Poli Chapon wurde in dem Augenblick, wo die Emeute

begann, P ads Treppe des Stadrhauses in der Hüfte verlegt,

schon Auflauf Theil viele derselben der National - Garde an, um mit ihr durch die Straßen zu patrouilliren, und schienen eben so sehr, wie diese, für die Herstellung der Ordnung besorgt. publicirte telegraphische Depesche meldet das Ende der Unruhen Und die Verhaftung der Rädelsführer.“/

In Paris verbreitete sich gestern das Gerücht von einem sehr ernstlichen Aufruhr, der zu Aix in der brochen sey; die Karlisten, hieß es, seyen die Urheber davon, und er drohe, sich über den ganzen Süden zu verbreiten.

Herr Richard ist gestern zum Mitgliede der Akademie der

gemeldet haben,

Arbeiter nehmen ;

schlossen sich

sah man feine

vielmehr

Die gestern von uns

Provence ausge:

für die botanische Abtheilung erwählt worden. noch immer mit Schiffs- die aus der Levante zurückgekehrten

fin cour, 76. 10. 5proc. 5proc. Span. perp.

5proc. Röm. —.

s 22proc. 534. 1proc. 23. Br. Bank- 1515. Part. Obl. 1394. 1387 Loose zu 100 Holl. 5proc. Obl. von 1832 94 e. 94. Poln. Preuß. Präm. - Sch. 544, 532. 4proc. Anl.

925 G. 5proc. Span. Rente 592. Br. Zproc. do. perp: 092, 391

Redacteur Cottel. N E E: F I L Gedruckt hei A. W Hayn.

2

Allgemeiner Anzeiger für die

Befanntmachungen.

m T

In der vergangenen Nacht if der jüdische Hand- lungédiener Hartwig Jonas aus Berlin, wegen mehrerer gewalisamen Diebstähle in Untersuchung, mittels gewaltsamen Ausbruchs aus dem hiesizen Ge- fangenhause entwichen.

Alle dflentlichen Behörden des Jn- und Auslandes werden ergebenjt ersucht, auf den vorgenannten, unten näher bezeichneten Verbrecher, an dessen Wiederver- haftung uns viel gelegen if, ihr Augenmerk zu rich- ten, ihn im Berretungéfalle verhaften, geschlossen un- rer sehr sicherer Begleitung hierher transportiren und an die Gefängniß- Expedition der Sradtvogtei , Mol: kenmarkt Nr. 1, mit den bei ihm etwa vorgefundenen Geldern und Effefcen abliefern zu lassen.

Wir versichern die ungesäumte Erstattung aller Kosten, und den verehrlichen öffentlichen Bebörten des Auslandes unsere Bereitwilligkeit zu gleichen re>t- lichen Gegendiensten.

Berlin, den 3. Máârz 1834. Í

Die Criminal-Deputation des Königl.

Stadtgerichts.

Persons- Beschreibung „Hartwig Jonas is 26 Jahr alt, aus Derlin ge- burtig, fünf Fuß zivei Zoll groß, von gerader Haltung, er spriht im Tenor den Berliner Dialect, hat bleiche

des Königl. sogenannten Probstei-Vorwerkes bei Naum- burg am Bober angestandenen Licitations - Termine ein annehmbares Kaufgebot nicht abgegeben worden ist, so wird ein anderweiter Bietungs - Termin auf den 18. März d. J. hiermit anberaumt, welcher von dem dazu ernannten Kommissario in loco Naumburg am Bober von 9 Uhr Vormittags bis 6 Uhr Abends ab- gehalten werden wird. Genanntes Vorwerk liegt im Saganer Kreise, vier Metlen von Crossen, drei Mei- len von Grünberg und drei Meilen von Sagan ent- fernt. Es enthält :

s ‘Morgen P [IRuth. Hofraum und Baufßiellen,

s

- Gârten,

372 - 105 - Acker,

65 , 123 - Wiesen,

—— 5 67 ,- Strauchholz auf den

Wiesen,

8 - S Rasenhütung,

4 039 > Teiche und Gewässer, 44-5 115 - Wege, Ddmme, Unland 2.

zusammen S S T SATNI) SRSIT R R

508 Morgen 109 C]Ruro.

Die Waldung bèetteht aus: 156 Morgen 48 [1Ruth. Laubhols,

200 - 16 - Nadelholz, Ce O Weidigwerder, R, —_— - Lehm- und Sandgruben, Wegen 2c.

Gesichtsfarbe, rundes Gesicht, schwarzes, frauses Haar, braune Augen, fitarren Blick, rundes Kinn, {warz | braunen ftarfen Backenbart, großen Mund, gewöhnliche | Nase, voliständige, unregeimäßig an einander gereihete Zähne, einen fleinen Stugbart und auf der rechten Seite der Backe zwei Leberflecke.

Er weiß sich fein und zuvorkommend zu benehmen und har die Gewohnheit, sh das ftarke Haupthaar mit der Hand aus dem Gesicht nach hinten hinüber zu streichen. ; 8 Ee

Bei sciner Entweichung if er nur mit einem weiß- leinenen Hemde gezeichnet H I., mit weißblau gewirf- ten Unteryosen, einer weiß wollenen, gewirkten Unter- jacke míît gan neuen Moltong-Aermeln, und mit weiß wollenen Socken bekleidet gewesen.

zusammen aus

374 Morgen 140 []Rurth.

Zur Brauerei und Brénnerei gehören 24 Ruth. Hopfengarten. Die Vorwerks - Gebäude befinöen sich im guten Bauzuftande. Das auf dem Vorwerk vor- handene lebende und todte Inventarium wird mit ver- kaufe. Sollte sich zu dem Vorwerke, der Waldung und der Propination im Ganzen kein Kauflustiger fin- den, so werden diese Realitäten getrennt zum Ver- kaufe gestellt. Sollte ein annehmbares Kaufzebot nicht zu erlangen sein, so wird das Vorwerk nebs der Braue- rei und Brenneret, mit Ausschluß jedo< der Waldung auf 6 Jahre in Zeitpacht auégeboten werden. Kauf und Pachtiustige werden zu dem vorstehend anberaum- cten Termine mit dem Bemerken eingeladen , daß Je-

Bekanntmachung,

betreffend den Verkauf des Königl. soge- nanntenProbstei-Vorwerkes bei Naumburg am Bober, im Saganer Kreise.

der, welcher als Licitant auftreten will, { zuvor bei dem Kommissario úber sein Zahlungs - Vermögen ge- nugend ausgewiesen und eine Caution von 1000 Thlr. in schlesischen Pfandbriefen oder Staats-Schuldscheinen mit Coupons deponirt haben muß. Für. den Fall der Pachtung genügt eine Caution von 500 Thlr. ín den-

Da in dem am 29. November v. J. zum Verkaufe

Verkauf und die eventuelle Verzeitpahtung können in unserer Finanz-Regiftratur und bei dem Verwalter des Vorwerks, Amtmann Qual, zu jeder schi>lichen Zeit eingesehen werden. Auch ist der 2c. Qual angeiviesen, den sih meldenden Kauf- und Pachtlustigen die Guts- Realicäten zur Besichtigung anzuzeigen, und ihnen alle gewünschte Autkunft zu ertheilen.

Liegniß, den 20, Januar 1834.

__ Königl. Regierung. | Abtheil. für die direften Steuern, Domai- nen und Forsten.

Die Denkmünze auf den seel. Prediger und

Professor Herrn Dr. Schleiermacher, wvel<he die Berliner-Medaillen -Münz - An- stalt übernommen hat, ist nun in Arbeit; wodur< indeß die Subscription darum nicht überflüssig wird, weil die Abgabe der Exemplare fireng in der Reihen- folge der Anmeldungea geschehen soll, und diese also den Empfang deer ersten Gepräge sichert.

Man fîfann bei Unterzeichnetem selbst, Hauptmünze an der Schleuse, bei Hr. Devaranne Pofistr. Nr. 12, und bei den hiesigen resp. Kunfthandlungen subscribiren.

Auf Verlangen kann die Denkmünze auch in zwei einseitigen Geprägen neben einander unter Glas und Fassung gelegt, und mit Oehr zum Aufhängen verse- heu geliefert werden. l

An Bezug auf die vorgeschlagene Idee sind mir sehr {äßentwerthe Bemerkungen zugekommen, die ih nicht verfehlen werde, unter Rath verständiger und sachkun- digen Männer zu berücksichtigen. A

. o o

Literarische Anzeigen. Vom Januar 1834 an, êérscheint:

Der Natkionalôókonom.

Monatschrift uber

nomie-Polizei:

für Geschäftömänner und Theoretiker. Herausgegeben von Professor Dr. Karl Eduard Morftadt, Lehrer der Rechte und der Nationalökonomie, in Hei-

elben Papieren. Die näheren Bedingungen für den

Preußischen Staaten.

Völkerreihthum, Finanzwesen und Oeko-|

Landwirth, den Manufacturiften , Kaufmann, Capita- listen und Volksvertreter, wird diese Zeitschrift den heutigen Völkerverkehr s{<ildern, und die Princi- pien der NReichthuméwissenschaft zur Krit if der neue- ften Induftrie- Unternepmungen, Gescze und Gesez- projecte benugen. (Eisenbahnen, Kanäle, Dampfschif- fahrt, Creditverein, Zehntablösung, Zunftwesen, Zoll- oerein, Hopothekenordnung, Papiergeld, Agiotoge, Ne- gociation von Staatéobligationen 2c. werden daher ihre allernächsten Themata seyn.) Die Theorie vom BVolkerreichthum aber wird ste einerseits zu populari- siren streben, und andrerseits fester zu begründen, so wie auch zu erweitern. Ihr Waylspruch heißt :

Bundigfkeit; Klarheit; Parteilosigkeit!

Sie erscheint vom Beginne dieses Jahres an, in 12 Monatsheften zu 5 bis 52 Bogen, deren je 6 einen, mit einem interessanten Brustbilde gezierten, Band auêmachen. Der wohlfeile Ladenpreis durch alle Buch- En Teutschlands und der angrenzenden Län- er i : „8 fl. rheinis<. oder 4 Nthlr. 16 ggr. ä<{. für den ganzen Jahrgang. In Berlin nimmt die Stuhrsche Buchhandlung, Scloßplaz Nr. 2, Bestel- [ung darauf an.

Mannheim, im Januar 1834.

Heinrich Hoff.

So eben if erschienen und in allen Buchhandlun- gen des Ju- und Auélandes zu haben :

Briefwechsel zwischen Göthe und Zelter in den Jahren 1796 bis 1832. Vierter Theil, die Jahre 1825 bis 1827 _ Umfassend. gr. 8vo. 2 Thlr. Die bis fegt erschienenen vier Theile fosten 8 Thlr.

Duncker und Humblot, Französische Straße Nr. 20 a.

So eben hat die Presse verlassen : Das 11, Heft des Conoersations-Handbuchs für Berlin und Potsdam.

Die Expedition, Kronenstraße Nr. 25.

-

N delderg. Fur den Geshäfcsmann, und zwar hauptsächlich den

Die Vorsichts wo die Karabinierz 2

Coalition angesehen. ‘/ ‘/ Unter dem Datum des 21sten erhalten wir auch einige Details die Emeute, welche an demselben Tage zu St. Etienne stattge, Es sammelte sich ein Volkshaufen auf dem Pla des Stadthauses und zog 'dur< republikanische Geschrei die Aufmerksamkeit auf sich. sich zu zerstreuen, leistete er Widerstand. wurden von den Linien-Truppen und der National-Garde verhaftet, Als sie in das Gefängniß gebracht werden sollten, Steine auf die Truppen und suchte die Gefangenen Bei dieser Gelegenheit wurde ein Polizei - Agent, raud, durch einen Dolchstoß tddtlich verwundet.

stitutionne( große An; V

rt, daß seit sehr lange, U in jener großen Anstalt stattgefunden |

die ein Theil

die den Mutuellisten Sie sagten, daß s,

die sie dur< das Versprechen

Gesänge und

Allgemeine

Preußis<he Staats-Zeitung.

¿Zten

Berlin,

Mittwoch den März

Amtlihe Nächhrichten. Kronik des Tages

Se. Kdnigl. Hoheit der Prinz von Oranien und Höchst- dessen Sohn, der Erbprinz von Oranien Königl. Hoheit, sind von St. Petersburg hier eingettofen.

Angekommen : Der Kaiserl. Oesterreichische Appellations- gerichts Präsident in der Provinz Nieder - Oesterreich, Freiherr von Gärtner, von Wien.

Zeitungs-Nachrichten. Nuslanhd.

Frankrei cG.

Paris, 25. Febr. Der König arbeitete gestern mit dem Minister des e, M später mit dem Intendanten der Ci- i(-Liste, Grafen Montalivet. S 7 He h des Bon Sens, Herr Rodde, hat in die hiesigen Blätter ein Schreiben einrü>ken lassen, worin er sich darúber beklagt, daß die Polizei mehrere Leute, welche Zeitungen innerhalb der Häuser, also nicht auf dffentlicher Straße verkauft hätten, verhaftet habe, und erklärt, daß er vor Gericht zu Gunsten jener Personen auftreten werde. | i Der verantwortliche Herausgeber der Tribune, Herr Lionne, war gestern wieder wegen Angriffs auf die Königliche Gewalt, und wegen Beleidigungen gegen die Person des Königs vor die Assisen gefordert. Er sandte ein ärztliches Attest ein, daß ihm sein Gesundheits - Zustand nicht erlaube, zu erscheinen, und bat deshalb um Verlegung der Sache. Da aber früher hon einmal Aufschub bewilligt worden war, so ging der Ge- rihtshof nicht auf das Gesuch ein sondern verurtheilte den Herrn Lionne in Sa zu fünfjähriger Gefängniß- und 2,000 Fr. Geld-Strafe. ; i ; h Die Lyoner Zeitungen vom 22sten d. M. enthalten eine neue Verordnung des dortigen Maire, Herrn Prunelle. Jn dem 1sten Artikel derselben wird der Pla - Kommandant, kraft der Geseße vom Jahre 1791 aufgefordert, die nöthigen Trup- pen zur Wiederherstellung der Ordnung bereit zu halten. Durch den 2ten Artikel werden die Einwohner benachrichtigt, daß die Patrouillen um 10 Uhr Morgens, oder nöthigenfalls frúher, sch in Bewegung seßen würden. Der Zte Artikel lautet wört- lich, wie folgt: „Jeder, der sich in einem Volkshaufen befindet, und nicht hülfreiche Hand leistet, um augenblicklich alle diejeni- gen zu verhaften und den Offizieren und Polizei - Agenten zu übergeben, die sich der dffentlihhen Behörde und ihren Agenten widerseßt haben, soll selbst verhaftet und den Gesetzen gemäß t werden.“ ; e de laMéditerrannée meldet, die vom Ca- pitain Rosamel befehligte Brigg „Sylphe// habe Befehl erhalten, die Polen, welche sich zu Hyères und Marseille befinden, an Bord zu nehmen, um sie nah Alexandrien zu führen. Das Schiff werde in den nächsten Tagen unter Segel gehen. Der Vice- Admiral Lagravière ist in Toulon angekommen. Er soll dem Kriegs-Gerichte präsidiren, welches das Benehmen des Be- fehléhabers des „Superbe‘/ zu untersuchen hat. Herr Lagra- vière wird an die Stelle des Admirals Rosamel, der zum Mit- aliede des Admiralitäts-Rathes ernannt worden ist, die See-Prä- fektur übernehmen. | Der E enthält folgendes Schreiben aus Ba- yonne vom 20sten d.: „Der Zustand an der Spanischen Gränze is noch immer hôchst betrübend. Die in unserer Nähe liegen- den Gemeinden sind bald von den Karlisten, bald von den Trup- pen der Königin beseßt. Der Vice-König von Navarra hat fol- gende Verordnung erlassen: „„„„Allen Familien - Vätern, welche im Verlaufe von acht Tagen diejenigen ihrer. Kind:r, die sich den Rebellen angeschlossen haben, nicht veranlassen , die Waffen niederzulegen, sollen ihre Güter eingezogen werden./“/ „Für Je; den, der den Charakter der Navarresen kennt, ijt es keinem Zwei- fel unterworfen, daß diese Verordnung, weit davon entfernt, die beabsichtigte Wirkung hervorzubringen, die Gemüther nur noch mehr erbittern wird. Vor einigen Tagen haben die Karlisten, 3000 Mann an der Zahl, Bilbao mehrere Tage lang blokirt ge- halten. Wenn sie gewußt hätten, daß die Stadt nur eine Gar- nison von 1500 Mann hatte, so würde die Hauptstadt Biscaya's in diesem Augenblicke wahrscheinlich wieder von den Behörden des Don Carlos beseßt seyn.’

Paris, 26. Febr. Gestern früh ertheilte der König dem Präsidenten der Deputirten - Kammer eine Audienz, und führte dann den Vorsiß im Minister-Rathe.

Die gestrige Sipung der Deputirten-Kammer erdff- nete Herr Bailliot mit einem Berichte über die Unterhand- lungen der Rechnungs-Kommission mit der Wittwe Agasse, Ei genthümerin des Moniteurs, Behufs einer schnelleren Verdffent- lichung der Kammer - Verhandlungen durch dieses Blatt Der Berichterstatter bemerkte, daß man si<h mit der Frau Agasse Über eine Summe von 5000 Fr. monatlich geeinigt habe, wes- halb er vorschlug, das Budget der Kammer pro 1834 um 0,000 Fr. zu erhöhen. Nachdem die Berathung hierüber auf den folgenden Tag angeseßt worden, legte Herr Persil den schr voluminósen Kommissions-Bericht über den Municipal-Ge- sel-Entwurf auf das Bureau nieder, da die Versammlung die Vorlesung desselben- für überflüssig hielt. Hiernächst bestieg der Großsiegelbewahrer die Rednerbühne und äußerte

< also: : : Mh M H. Als sich in den ersten Tagen nach der Juli-Revolution in der Hauptstadt jene republikanischen Vereine bildeten, welche, die Formen herathschlagender Versammlungen parodirend , sich bemúhr ten, dem verfassungsmäßigen Königthume gegenüber eine andere, drohende, und zu Gewaltthätigkeiten stets gencigte Macht agufzustels

len, da bezeichnete die Gewissenhaftigkeit der Menge sofort die Ge- fahren eines solchen Zustandes: die freiwillige Dazwischenkunft der National-Garde kam der Behörde zu Hülfe. Die Erinnerungen der schlechten Tage unserer ersten Revolution waren noch nicht verlo- schen. Frankreich fühlte, wie sehr eine siarke und regelmäßige Re- gierung thm Noth thue, es erwartete von der Fuli-Revolution eine vernünftige Entwi>kelung seiner Fnstitutionen, aber es verabscheute die Anarchie; es verlangte ein. freies, unabhängiges, einer roßen Nation würdiges Königthum, aber es war entrü- stet Über die Factionen, die sih um die neue Regierung bewegten, um * gus derselben ein Werkzeug des Parteigeistes zu machen. Die erste National-Bewegung gegen die politischen Ver- bindungen bezeichnete zugleich eins der großen Hindernisse, welche die-aus der Revolution hervorgegangene Regierung zu überwinden habe. Jn der That fanden alle ihre Feinde in jenen Verbindungen einen Sammelpunkt, seit 3 Jahren is 1eder Tag ein Zeuge threr Anstrengungen (a, um die bestehende Ordnung der Dinge um- zustoßen, und obgleich die beiden e, die im Juli und Juni besiegt worden, unter dem Einflusse vdllig entgegengeseßter Grund- säße stehen, so haben sie nichtsdestoweniger ein gemeinschaftliches Ziel vor Augen. Zu der Vernichtung unserer Fustitutionen und unserer Geseße verschworen, freuen fie fich über den Unfug, den sie selb| hervorrufen, bemühen sie sich, die Zahl der Unzufriede- nen zu vermehren, die unbemittelte Klasse vom Arbeiten abzurathen und die Elemente der bewaffneten Macht entweder durch Beleidi- gung dec National - Garde oder dur<h Aufreizung der Linie aufzuldsen. Vergegenwäctigen Sie sich, m. H., alle die Unruhen, wo- durch Franfreich während der letzten drei Fahre gestdrt worden ist, vom Oktober 1830, wo der Volfs-Aufruhr sich zumferstenmale vor dem Palaste des Monarchen zeigte, bis zu den neusten Bewegungen in Marseille, Lyon, St. Etienne und Paris; Úberall werden Sie die- sclbe Handlungsweise, denselben Grundsaß erkennen. Bei den elen- desten Emeuten, wie bei jenen blutigen Kämpfen, deren Schauplaß die Hauptstadt gewesen, fand man bei den politischen Vereinen Waf- fen, Munition und Proclamationen, und wenn ihre Mitglieder sich nicht auf dffentlichem Markte zeigten, so berathschlagten sie in per- manenten Sißungen. Wir sind Zeugen gewesen, wie sie unter der Maske der Menschenliebe das Volk verführten und die Arbeiter auf- heßten, wie sie die gefährlichsten Schmähschriften dur<h ienen Schwarm von Ausrufern ins Publikum schi>ten, denen Sie, m. H., jeßt durch ein Geséß Stillschweigen geboten haben. Reicht aber dieses Geseß/ das nur die Wirkungen des Unfugs trifft, aus, so lange die Ursache dieses Unfugs selbs fortbeseht? Erheischt nicht vielmehr die Pflicht, daß wir auch diese Ursache bekämpfen und vernichten? Der 291. Art. des Stcaf-= Geseßbuches untersagt Vereine von mehr als 20 Personen. Umsons haben die Gerichtshdfe diesen Artikel an- gewandt. Die Vereine haben unseren Straf-Geseßen und den rich- terlichen Erkenntnissen laut und offey getroßt. Wir {lagen Fhnen daber vor, die geseßlichen Bestimmungen gegen die Associationen zu ergänzen, wobet wir Fhnen nicht verhehlen , daß wir die Aufrecht- haltung der_dfentlichen Ruhe und Ordnung für unmöglich erach- ten, wenn Sie nicht wi-ksame Maßregeln ergreifen, um jene perma- nenten Aufrührer - Klubbs , die stets den Unzufriedenen aller Länder ofen stehen, unschädlich zu machen.

Der Minister ließ sih hierauf in eine ausführliche Eròrvte- rung des zu diesem Zwecke von ihm eingebrachten Geseb - Ent- wurfes ein, und {loß dann in folgender Weise :

Is es nicht ein bitterer Spott, daß Vereinc von mehr als 1000 Personen bloß deshalb, weil sie sich in Unter - Abtheilungen von 19 Personen theilen, geseßlich geduldet werden müssen, während ein Verein von mehr als 20 Personen, der viellcicht minder gefähr- lich für die dfentliche Ruhe ist, von dem Gesetze erreicht werden kann? Vernünftige Gesche müssen so eingerichtet seyn, daß ste ih- ren Zweck erreichen; wozu würde es sonst helfen, daß man die Ge- seßgebung mit ohnmächtigen Verboten anhäufte, die keine andere Folge hätten, als die Völker an die Nicht-Vollziehung, und mithin an die Verachtung der Geseße zu gewdhnen. Umsonst würde män die Vereine durch ein Gejeß von einer vorläufigen Autorisation ab- hängig machen, wenn man nicht zugleich Straf-Besilmmungen für ic dasselbe Übertreten oder zu umgehen suchen, festscbte. Einige Franzosen, der Zahl nah gering, aber stark durch ihre Kühnheit, haben den Sitten und Geseßen der großen Mehrzahl den Krieg erklärt. Unsere gesellschaftliche Ordnung if ihnen lästig; der Anbli> einer geregelten Regierung erfúllt sie mit Unwillen; in ihren Augen is jedes Eigenthum eine Usurpation, jede Regel eine Dyrannet; sie denken und sagen laut, es sey erlaubt, daß man fh zum Umsturze der Regierung, - unter der man lebt, verschwdre, daß man eine solche Vecschwdrung laut eingestehe, ia, daß man sch derselben rühme. Der verfassungsmäßi- aen Regierung gegenüber, die stets das Gcseßz und die Charte vor Augen haben soll, bilden sie eine Art von insurrectionneller Regie- rung, die weder Königthum, noch Charte, noh Geseß anerkennt, und die, in der HoffÆung, daß rgend ein unvorhergesehenes Er- eigniß ihnen endlich den Sieg Úver die gesellschaftliche Ordnung verschaffen werde, mittlerweile dur<h Erregung von Bewegungen und Desorguisen, die Entwickelung der National - Wohlfahrt hemmen. Dieser Zusiand der Dinge darf nicht geduldet wer- den; wir dürsen es niht länger zugeben, daß es gegen solchen Unfug kein anderes Mittel, als die materiele Ge- walt gebe; die Menschlichkeit und die Politik erheischen, daß wir die Rigierung und den gesellschaftlichen Zustand selb| durch Ge- se e befestigen.

Großer Beifall aus den Centris folgte diesem Vortrage des Ministers, der darauf den Geseß-Entwurf selbst vorlas. Der- selbe is bereits gestern mitgetheilt worden , jedoch mit Ueberge- hung eines Sa6es, der hier nachgeholt wird. Der zweite Artikel \chließt nämlich mit folgendem Paragraphen: „Jn leßterem Falle (nämlich bei Rúckfällen) wird der Verurtheilte für eine Zeit, die das doppelte des Maximums der Strafe nicht Über- steigen darf, unter polizeiliche Aufsicht gestellt.// An der Ta- gesordnung waren jelzt die Berathungen über die einzelnen Artikel des Geseg-Entwurfes wegen der pro 1833 verlangten außerordent: lichen Geld-Zuschüsse im Gesammt-Betrage von 14,896,725 Fr. Die Debatte, die sich Über diesen Gegenstand erhob, ist für das Ausland von feinem Jfiteresse. Nachdem die für die Ministerien der Falie des Jnnern, der Finanzen und des Handels verlangten Zuschüsse unverkärzt bewilligt worden, fam die Reihe an das Kriegs-Mi- nisterium, für welches nachträglich eine Summe von 3,173,500 Fre. verlangt wird, worunter 931,000 Frc. für den Generalstab der Nord-Armee. Herr Eschassériaux ersuchte den Kriegs- Minister um einige Aufschlüsse über diese Ausgabe, indem die Nord-Armee ja schon im Februar v. J. ‘wieder auf den Frie- densfuß habe geseßt werden sollen, Da die Erklärungen, die der.

dicjentgen, die

Marschall Soult hierüber gab, als unzureichend befunden wurden, so trat noch der Handels-Minister zur Vertheidigung der gedachten Ausgabe auf, wobei er si<h auf die im vorigen Jahre bestandene Nothwendigkeit berief, bis zum Abschlusse der leßten Conventionen, wodurch die Aufrechthaltung des status quo zwischen Holland und Belgien festgesest worden, wenn auch nicht die ganze Armee, doch den Stamm derselben auf dem Kriegsfupße zu belassen. Die verlangte Summe wurde darauf gleichfalls bewilligt; ebenso eine zweite Summe von 435,000 Fre. fúr den Uiterbalt der Holländischen Gefangenen nach der Einnahme der Citadelle von Antwerpen. Auf die Frage eines Deputirten, wer denn zuleßt diese Summe wiedererstatten werde, erwiederte der Minister der auswärtigen Angelegen- heiten, er habe schon im vorigen Jahre der Kammer bemerk- lich gemacht, wie überall in Europa der Gebrauch herrsche, daß die Erhaltung der Kriegsgefangenen demjenigen Staate zur Last falle, der sie S habe; was die Holländischen Gefangenen betreffe, so habe die Regierung noch keine Unterhandlung dieser- halb angeknüpft; sie werde inzwischen bei der Lösung der Hol- ländisch-Belgischen Frage diesen Gegenstand gewiß zur Sprache bringen. Für das Departement der auswärtigen Angelegenhei- ten wurden am Schlusse der Sißbung noch 500,000 Fr. bewilligt. und darauf der Schluß der Debatte, da die Versammlung nicht mehr vollzählig war, auf den folgenden Tag verlegt. i

In der heutigen Sizung wurden zunächst die 30,000 Fr. bewilligt, woraus der Eigenthüämerin des Moniteurs monatlich 5000 Fr. zur schnelleren Veröffentlichung der Kammer-Verhand- lungen gezahlt werden sollen. Sodann wurde die Berathung über die Zuschüsse zu dem vorjährigen Budget, namentlich zu den Etats der Ministerien des öffentlihen Unterrichts und der Ma- rine, wieder aufgenommen und der betreffende Geseß - Entwurf nach einer unerheblichen Debatte mit 171 gegen 85 Stimmen angenommen. Diese Sißung dauerte nur 21 Stunde.

Gestern Abend versammelten sich die Deputirten der Oppo- sition, um über den von Herrn Barthe vorgelegten Geseb - Ent- wurf gegen die politischen Vereine zu berathschlagen. Auch bei Herrn Dupin fand noch spät Ahends eine Verfammlung von Deputirten statt. k,

Der Temps sagt: „Die Bestimmung des gestern vorge- legten Geseß-Entwurfes, welche die von den politischen Vereinen begangenen Attentate der Pairs-Kammer zur Verurtheilung Über- weist, scheint dieser Kammer, die sich dadurch der Rache der Gesellschaften ausgeseßt glaubt, nicht sehr zu gefallen. Ein Pair hat in Bezug darauf geäußert : 7,1, Jhr Geseß ist nichts als eine Fallgrube für uns. Es fann dazu dienen, uns Alle erwürgen zu lassen.//‘/ Andererseits sagte ein Deputirter, der an der Spige der republikanischen Partei steht, zu einem seîïñèr Kolle- gen: ,,„„Dieses Geseß ist ein Dienst, den man uns leistet. Die Oeffentlichkeit der Associationen thut uns Schaden. Sie werden heimlich seyn, und uns dann eben so viel nüten, als sie uns jekt schaden!‘ ‘/ t a \

Im Journal de Paris liest man: „Gestern Abend ha- ben wieder einige Unordnungen am Thore St. Martin stattge- funden. Es bildeten sich Volkshaufen ; zwei Straßen Laternen wurden zerschlagen, die Gruppen aber bald auseinander getrie- ben, Es sind eine ziemlih bedeutende Anzahl -von Verhaftun- gen vorgenommen worden. Heute wurden mehrere Häupter der Gesellschaft der Menschenrehte verhaftet und dem Königl. Prokurator übergeben. Die thätigsten Verfolgungen sind gegen die Urheber und Anstifter der Unordnungs-Versuche eingeleitet, und bald werden alle jene Ruhestdrer sich in den Händen der Gerechtigkeit befinden. Zwei Polnische Flüchtlinge, die sich gestern Abend um 11 Uhr heimlich in die Polizei-Präfektur geschlichen hatten, sind verhaftet worden. Gegen 10 Uhr hatten einige Böswillige ver- sucht, auf den Boulevards St. Martin und St. Denis Grup- pen zu bilden; aber beim Anblick einiger ‘gegen sie abgeschi>ten Patrouillen ergriffen sie so eilig die Flucht, daß man nur 7 bis 8 derselben verhaften konnte. Ungefähr 60 Unruhestifter, die zu republikanischen Klubs gehören, hatten sich in einem Kaffeehause auf dem Boulevard St. Denis versammelt, wo sie umzingelt uad verhaftet wurden. Alles scheint dafür zu bürgen, daß jene vorhaßten und elenden Versuche sih nicht erneuern werden.“

Dasselbe Blatt meldet Folgendes: „Man schreibt aus Lyon unterm 22sten d., daß der größte Theil der Webestühle in der Stadt und in der Rothkreuz- Vorstadt wieder in Thätigkeit sind. Die úble Laune der Arbeiter hatte sih gegen die Associa- tions-Chefs gerichtet, von denen sie Entschädigungen für die auf ihren Rath verlorne Zeit verlangten. (Man vergleiche hiermit den folgenden Artikel aus dem „„Précurseur de Lyon.) Ungefähr 20 Fabrikanten haben darein gewilligt, den gegenwärtigen Arbeits- lohn beizubehalten. Alle übrigen haben sih geweigert, das ge- ringste Zugeständniß zu machen. Die Wiederaufnahme der Arbeiten hat nicht auf den Befehl eines Central-Comité's, son- dern auf den individuellen Entschluß jedes über seine wahrhaf- ten Interessen aufgeklärten Arbeiters stattgefunden. Augenschein- lih haben fortan die Führer der Associationen ihren Einfluß verloren, und hoffentlich wird dies der leßte Versuch gewesen seyn, den der Lyoner Fabrikstand zu bedauern gehabt hat.“ ;

Der Précurseur de Lyon vom 22sten d. enthält ein Schreiben, worin sih im Namen der Mutuellisten und der Fer- randin-Arbeiter folgende Erklärung befindet: „Wir lesen mit Er- ”staunen in Jhrem Journale, daß Mißhelligkeiten zwischen den Mutuellisten und den Ferrandin- Arbeitern ausgebrochen seyen, und daß Lestere Anspruch auf eine Entschädigung wegen des verlorenen Arbeitslohnes zu haben behaupteten. Es liegt uns daran, Sie über diese unbegründeten Gerüchte aufzuklären, und das industrielle Frankreich wissen zu lassen, daß die vollkommenste Eintracht zwischen den beiden Associationen herrscht, und daß sie mehr als je das Bedürfniß fühlen, die Bande, welche sie an ein- ander knüpfen, zu befestigen, da ihre Jnteressen durchaus die- selben sind.“

Bis heute Nachmittag um 3 Uhr sind keine telegraphische Depeschen, weder aus Lyon no<h aus St. Etienne, hier einge- gangen. : :