1834 / 82 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

sie bekleidet if. Die Meister standen in diesem Fall mehr als iraendwo unter dem Einfluß ihrer Gesellen. Fhre Z-hl beträgt nicht mehr als 59. Der Arbeiter sind ebenfalls wenig, im Ganzen nicht Über 5—600; es war ihnen daher leicht, sich zu verbün- den, und sie übten größe Macht Über ihre Brodherren aus. In dem Gewicht der Fässer hat, mit Ausnahme der für die Brauer gelieferten, keine Veränderung stattgefunden. Die Arbeit war also nicht schwerer, während dje Lebenömittel wohlfeiler waren. Das Gewicht der Brau - Bottiche war zwar im Jahre 1825 vergrößert worden, aber man hatte auch zugleich das Arbeitslohn etwas erhöht. Aus dem durchschnittlichen Lohn, welches sie empfingen , wird man ersehen, daß sie nicht ungerecht und illiberal behandelt wurden. Jn den Fahren 1832 vnd 1833 erhielten die Arbeiter der mittleren Klasse wöchentlih 2 Pfd. 1 Sh. 75 Pee. Lohn, für 3 Sh. 2 Pce. Bier und für 1 Sh. 34 Pce. Brod, also zusammen 2Pfd. 6 Sh. 4 Penny. (Hört, hört! Herr Hume fragte, ob die so besoldeten Arbeiter das ganze Jahr über beschäftigt worden wären, was Sir F. Graham bejahte.) Aber der eigentliche Punkt, worauf es ankomnit, ist der, ob sich die Gesellen friedlich und ruhig beaionmcn haven. Fch hôre aber, daß seit der im Jahre 1824 erfolgten Zurücknahme der Associations- Geseße die Vereine, und besonders der Ver- ein der Bötticher - Gesellen, die Meister stets daran verhin- derten, die Zahl ihrer Arbeiter zu vermehren, was ihnen doch fritand. Die Meister wurden dadurch natürlich großen Unannehm- lichkeiten ausgescßt. Zwei N war das Hbchste, was man th- nen verstartere; nur in seltenen Fällen durften sie noch cinen dritten annchmen. J weiß, daß ein Meifer zu ciner Zeit, wo er einen weren Kontrakt zu erfüllen hatte, noch einen Extra - Lehrling in Dienst nahm; was thaten die Arbeiter? Jm wichtigsten Augenblick jüellten fie ihre Arbeit ein, und der Meister konnte seine Verbind- lichkeiten nicht exfüllen. Er konnte nicht gleich andere Arbeiter be- kommen, und er hing von der Gnade seiner Leute ab; so mußte er sich fügen und die ihm gestellten Bedingungen eingehen. Und worin bestanden diese Bedingungen? Jn der angenblicklichen Entlassung des Lehrlings, in der Auszahlung des Arbveitslohns an die Gesellen, das 30 Pfund betrug, obgleich sie nicht gearbeitet hatten, und in der demüthigenden Nothwendigkeit, thnen auf seinem eigenen Hofe Avbitte zu thun. (Hôrt,bdôrt!) Er fügte sich darein, er bat seine Leute auf scinem Grund und Boden um Verzeihung. (Hört, hört!) Die ehrenwer- then Herren mögen von Tyrannei unter unumschränkten Regierun- gen sprechen, aber ich kenne keinen hâärteren und unbarmherztgeren Despotismus als diesen. (Hôrt!) Eine andere Firma hatte die 15 von ihr beschäftigten Arbeiter um 5 vermehrt und glaubte daher auch ein Recht zu haben, die Zahl ihrer Lehrlinge zu vergrdßern. Die Leute protestirten dagegen und verlangten, daß die mit den Lehrlingen abgesci;lossenen Kontrakte wieder umgestoßen werden soll- ten. Man sagte ihnen, daß eine solche Forderung weder recht noch billig sey, und daß die vermehrte Gesellen-Zahl auch eine Vermch- rung der Lehrlinge gestatte, und man widersetzte sich also von Rechts- wegen ihrem Verlangen. Der Wortführer aber erwiederte: „(Unser Deecht gründet sich auf allgemeine Prinzipien; wir haben einen bestimmten Zweck vor Augen und können nicht um ein FJota zu Fhren Gunsten nachlassen. Der Fall ift gebie- terish. Sie müssen sich unterwerfen.//// Und er gab nach. (Hört !) Fch habe gegen den Grundsaß der Handwerker-Vereine- daß ste fic gegenseitig unterstüßen, daß sle dem Schwachen, Brodlosen und Dürftigen aufhelfen wollen, nichts einzuwenden; aber cinen Eingriff in das gemeine Recht kann ich nicht g ibeiten, Uebrigens läßt sich nichts so schwer b:weisen, als was eine Vershwdrung is. Das Einschüchtern if schon an der Tagesordnung. Einem Manne Furcht einflòôfen, indem man ihm fortwährend auf den Fersen ist, heißt ihn einschüchtern und es ihm unmöglich machen, nach seinem etgenen Willen zu handeln. Fch bin bereit, zu beweisen, daß der Regierung in dem vorliegenden Falle eine Einmischung geboten wurde. Sie hatte einen Kontraft abgeschlossen, zu einer Zeit, wo das Einsiellen der Arbeit von Seiten der Gesellen für den Handel von den schlimm- sten Folgen gewesen seyn würde, weil die Schiffe gerade ausklarirten und ihres gewdhnlichen Vorraths bedurften. Die Regierung verfuhr \0, wie es im Fahre 1825 Herr Huskisson, jener ausgezeichnete Staats- mann, empfahl, als die Schiffs-Zimmerleute im Frübling ihre Arbeit einfieliten und eine Erhdhung ihres Lohns forderten, wodurch der Handel des Landes, wenn man ihnen freies Spiel gelassen bätte, sehr gelirten haben würde. Aber man erlaubte damals den Kauf- leuten , ihre Schiffe auf den Königlichen Werften ausbessern zu las= sen, und die Arbeiter sahen sehr bald die Thorheit ihres Benehmens ein. Beide Fälle sind analog, und ich weiß nicht, wie man die Re- gierung jeßt um dessentwillen tadeln kann, was man früher an ihr lobte. Auch der Erfolg wird sicher in beiden Fällen derselbe seyn, und ich bin gern bereit, dem Hause tie verlangte Korrespondenz vorzulegen , überzeugt, daß dic Regierung aufs glänzendste gerecht- fertigt dafiehen wird.“/

London, 15. März. Der General - Major Moore, der kúrzlih von einer Reise nah dem Kontinent zurückkehrte, ist zum Commandeur des Guelphen - Ordens ernannt worden; er wird sich nun als Baronet Sir Lorenzo Moore nennen.

Der Morning - Herald ráth den Ministern an, das an- gebliche Reciprocitäts-Handels-System mit fremden Staaten auf- zugeben, und ihre besondere Aufmerksamkeit auf den Handel mit den Britischen Kolonieen zu richten. Der Handel mit Ostindien sey dem fremden Handel weit vorzuziehen; nicht weniger als 100 Millionen Unterthanen habe England dort, und bei den neu:n Umständen könnten Waaren zum Belaufe von 50 Millio- nen Pfd. Steerl. jährlich aus Großbritanien nach seinen Ostin- dischen Besißungen ausgeführt werden.

Der Globe meldet: „Neapel is fortwährend voll von Eng- ländern und die Hausmiethe demzufolge ungeheuer hoch. Der Her- zog von Devonshire bezahlt für seine Zimmer im Vittoria : Ho- tel 240 Pfd. Sterl. monatlich, Lord Combermere 100, Hr. Hope 930, Sir F. Poore 80, Sir R. Otway 100, Lord de Tabley 100, Lord Hertford 1/0. Der Lettere hat für Lady Strachan zu 14,000 Pfd. Sterl. einen prächtigen Palast gekauft und läßt ihn auf das glänzendste einrichten. Der König von Neapel hat Lady Strachan zur Marchesa von Salza, nach einem jüngst von ihm gekauften Gute, ernannt. Viele Engländer von Adel, wor- unter Marquis von Anglesea, sind nah Castelamare gezogen. ““

Nach einem. dem Parlamente vorgelegten Berichte ist die Zahl der körperlichen Züchtigungen in der ritischen Armee fol- gende gewesen: im Jahre 1330 655, im Jahre 1831 64b, im Jahre 1832 485, und im Jahre 1833 370.

“im vorigen Jahre wurden vor die Friedensrichter der Haupt- stadt 69,950 Jndividuen, also 75834 weniger als im vorangegan- genen Jahre, gebracht. 29,890 waren Betrunkene und 12,000 davon Frauenzimmer.

Getraide-Durchschnittspreise in vergangener Woche.

Wöchentl. Sechswöchentl, Zoll L U C E 48 Sh. —P. 48Sh. 7P. 38Sh. 8 P. G eti Bs Ds C2 T Q A Ae il ay 2 Wp 29 W L YS G ines M n 2 S t ev s M s n l 0% Va» 95 EPDIen ¿- «e6o Ak» D O S 10:9:

Di U Ae,

Aus dem Haag, 16. März. Der Oberst-Lieutenant Bake ist seiner bisherigen Functionen als Kommandant der Forts Lillo und Liefkenshoek ehrenvoll entlassen worden.

Amsterdam, 15. Mârz. Der Stand der dffentlichen Fonds hat während der abgelaufenen Woche cinen geringen Rück-

ZezD gang erlitten, was dem Mangel an Aufträgen bei mehreren Verkäu- fen für inländische Rechnung zuzuschreiben is. Dies war von Hol- ländischen Staats-Papicren vorzüglich der Fall mit Syndiïat-Bons, wozu die vor einigen Tagen stactgehabte Verloosung beigetragen hat; die flauere Stimmung hat sich hauptsächlich auf die inkurren- ten Fonds wie die Griechischen, Brasilianischen, Mexikanischen und die Englisch - Spanischen beschränkt, bei ziemlich großen täglichen Veränderungen in den Coursen. Von den ausländischen #0- lideren Fonds waren weniger zu Markte; 4prozentige Preu- Fische Obligationen wurden am mesten angeboten, indem die Russischen und Oesterreichischen vreishaltend blieven und die Franzdlischen und Neapolitanifchen Fonds sich etwas besserten. Die perpctucllen Spanischen Renten haben sich gut im Preise erhalten und sind sogar 1 pCt. hdher gegangen auf die Nachricht, daß mat für die im April zu erwartende Zinszahlung der 3vroc. Anleihe be reits gesorgt hat. Das G.ld is à 3 pCr. gut anzubringen. Am aps Getraide-Marft war in Poluischem Weizen wentg Handel ie neuen schweren rothen Sorten, obgleich wenig begehrt, sind gut preishaltend. Mit Preußischem Roggen war es nicht sevr lebhait; neuer inländischer wenig begehrt und nur zu niedrigeren Preisen zu verkaufen. Man bezahlte für 124pfünd. alten bunten Polnischen Weizen 238 Fl., für 126pfünd. jährigen 230 Fl., für 124pfünd. al- ten Rheinischen 172 Fl.; für {13pfünd. alten Preußischen Roggen 177 Fl, für 117pfünd. iährigen 168 Fl., für 125pfünd. neuen Rhei- nischen 150 Fl ; für 80pfünd neuen Oftfriesischen feinen Ha, er 63 Fl, für e8pfünd. Gröninger dicken 67 Fl. Del gen:

Brússel, 17. März. Die Repräsentanten-Kammer beschäftigte sih auch in ihrer gestriaen Sißung noch mit dem Gese6-Cnrwurf wegen der Ciscnbahn. Der Königl. Kotnmissa- rius Herr de Ritter versuchte die gegen den Entwurf erhobe- nen Einwendungen zu widerlegen, und äußerte sich im Wesent- lichen folgendermaßen: „Man hat behauptet, daß die Waaren von einein gewissen Volumen, die das Gewicht von 2000 Kilo- grammen übersteigen, von den Eisenbahnen ausgeschlossen seyen. Wir können versichern, daß keine Waare, welche Form oder wel- ches Gewicht sie auch haben mag, von dieser Art Bahnen gus- geschlossen is. Der Transport zu Wasser, hat man ferner ge- sagt, scy wohlfeiler, als jener auf den Eisenbahnen; man hat die Kanäle von Lôwen und Brüssel angeführt. Diese Ersparung ist nur scheinbar. Wenn von Antwerpen nach Lôwen die Fracht nur 2 Fr. pr. Tonne beträgt, während fie auf der Eisenbahn 3 Fr. kosten würde, so muß man bei dem Transport auf diesem Kanal 2 bis 3 Fr. für Ladungs- und Einschifsungs- Kosten hin- zufügen, im Ganzen mithin 5 Fr., ohne die Verzögerungen, die Ent- werthungen 2c. zu rechnen. Man hat von den Dampfwagen aufden ge- wöhnlichen Straßen gesprochen. Ein offizieller in dieser Hinsicht in England gemachter Bericht, den wir zu Jhrer Kenntniß gebracht ha- ben, liefert Jhnen die nöthige Beruhigung, wenn Sie übrigens selbsk bei dem zu Brüssel angestellten Versuche nicht darüber geurtheilt haben. Wir erkennen an, daß für die Zukunft dem Genie des Menschen nichts unmöglich ist; aber kann man berechnen, welcher Verbesserungen die Dampfwagen auf den Eisenbahnen fähig sind? Was die Wahl der gezogenen Richtung der Bahn betrisst, so ist daran gelegen , einen Jrrthum zu berichtigen, in den der ehren- werthe Hr. de Puydt gefallen ist. Jn seiner Rede vom 1 |ten d. hat

Vise fúr minder kostspielig, als die gegenwärtige Richtung ge- halten. Wir haben die Richtung über Vise .unter dem Gesichts- punkt der Brücken und Chausseen und mit Jhrer Genehmigung festgestellt. Der Zoll varürte von 6 bis 10 Centimen per Tonne. Obgleich die gegenwärtige Richtung der Bahn die Anwen- dung größerer Kapitalien erfordert, so können wir den Zoll auf 2 à 4. Centimen feststellen, weil die Quantität der zu transpor- tirenden Waaren bedeutender ist. Eine Bahn mit einfachen Geleisen hat einigen Rednern gesährlicher gebienen; man kann beweisen, daß zwischen Antwerpen und Mecheln ein einziger Dampfwagen für alle Transporte hinreichen kann. Die Trans- porte kônnen auf einer einfachen Bahn ohne Gefahr, selbst bei Nacht, bewerkstelligt werden, will man aber mit der Tages-Ge- \{hwindigkeit reisen, so werden die Nachtreisen seltener. Man hat aüh von der Kleinlichkeit der Souterrains gesprochen.“ Der Redner führt eine der am häufigsten befahrenen Bahnen Englands an, deren Souterrains nach dem nämlichen Plan an- gelegt sind und die keinen Anlaß zur Klage geben. „Ueber den Be- trag des Anschlags‘, sagt der Redner, „Habe ich nur schwankende Behauptungen vernommen. Die“ ganze jährliche Ausgabe für die Bahn, mit Inbegriff der Zinsen, der Kapitalien und der Un- terhaltungs - Kosten, wird sich nicht höher als 1,200,000 bis 1,400,000. Fr. belaufen. Die Deckung dieser Summe ijt durch die bloße Fracht der Waaren zu 2 oder 4 Centimen per Tonne gesichert.‘

Gestern gab Paganini hier sein erstes Konzert und ärndtete den enthusiastischen Beifall des úberaus zahlreich versammelten Publikums ein.

Deut Glan d

Dresden, 17. März. Jm Verlauf der fortgesezten Be- rathungen der zweiten Kammer über mehrere die Jagd-Ver- hältnisse betreffende Petitionen unterstüßte der Abgeordnete Haußner das von den Petenten eine ebrachte Gesuch auf gänz- liche Ausrottung des Wildes, indem er bemerkte, wie das von ihm mitunterzeichnete Separat-Votum der Deputation sich be- reits dahin ausge\prochen habe, daß, wenn andere Mittel nicht möglich seyen, eine Ausrottung des Wildes erfolgen müsse. Zwar gebe es gewisse Arten von Wild, welche sich nicht ausrotten lie- ßen, wie Geflúgel und Hasen, aber die drei Arten Schwarz-,/ Hoch- und Damm- Wild, welche den meisten Schaden verur- sachten, ließen sich ausrotten, eben so gut, als man die Wölfe ausgerottet habe. Vom National - Reichthum kdônne man in dieser Beziehung nicht reden, denn ziehe man den verursachten Schaden ab, so bleibe nicht so viel, als der Werth des Wildes betrage. Darauf könne niht Rücksicht ge- nommen werden, ob das Wild gut schmecke, sondern nur darauf, ob es Schaden bringe und den Landmann beeinträchtige, Und da dies wirklich der Fall scy, so müßten diese Arten niederge- schossen werden. Die Kammer beschloß jedo , das Gesuch der Petenten abzuweisen. Eine lebhafte Diskussion veranlaßte die zweite Petition auf Einräumung der Mitjagd, die von den Ab- geordneten Haupner und Richter aus Zwickau unterstüßt wurde. Leßterer bemerkte, wie die Petenten mit Fug und Recht verlangten, daß das Jagdrecht als ein allgemei: nes Recht anerkannt werde, weil er kein anderes Mittel wisse, wodurch die Jagd -Uebel, wie sie bis jeßt stattfän- den, beseitigt werden fönnten. Der Abgeordnete aus dem Winkel machte dagegen bemerklich, daß jest ein Rechts-Zustand bestehe, und dieser sich auch auf das Jagd- Recht erstrecke, und nach der Constitution kônne eine solche Berechtigung nicht anders als gegen Entschädigung aufzehoben werden. Die Mitzagd hebe aber das Jagd - Recht auf. Der Staats - Minister v. Zeschau

machte darauf aufmerksam, wie der vorliegende Antrag mit der l Ansicht, welche man durch die vorige Abstimmung ausgesprochen

dieser Repräsentant die vorgeschlagene Richtung Über Diest und.

habe, im Widerspruch zu stehen scheine, denn die Mitjagd würde ¡u einer Vernichtung des Wildes führen, und die Kammer habe sich einverstanden erklärt, einen solchen Antrag, abgesehen voy der damit verbundenen Rechts-Verleßzung, nicht stellen zu wollen Nach einigen ferneren Erörterungen wurde die Abweisung dieser Petition ebenfalls beschlossen. Einen gleichen Beschluß faßte die Kammer hinsichtlich der Petition auf Herstellung des natürlichen jedem Grund-Eigenthümer zustehenden Jagd-Rechtes ohne Ent; ichädigung oder Ablösung.

Frankfurt a. M,, 12. März. (Allgemeine Zeitung, Briefe aus Wien wollen wissen, daß man sich daselbst viel mi den Schweizer Angelegenheiten beschäftige und wegen der Fort [chaffung der Polen, wie wegen der andern in der Schweiz hey umirrenden Exilirten, einen Beschluß fassen werde. Dieser By, schluß dürfte dann von der Bundes-Versammlung sanctionirt und im Namen aller Deutschen Regierungen der Schweizer Conföderq tion kund gethan werden. Der Eidgenossenschaft kann eine solcher, dffnung nur willkommen seyn; sie wird daher gut aufgenommey werden, da ihr selbst daran gelegen seyn muß, in freund\cchaft lichem Einverständnisse mit den Nachbar-Staaten zu bleiben un sich der lästigen Gäste zu entledigen, welche in ihrem Jnnety und ber ihre Gränzen hinaus Störung und Zwietracht zu verbreiten suchen. Ob aber die eidgenössische Regierung Kras genug besizt, um ihr Territorium reinigen zu können , oder gh sie unter dem Terrorisinns einer Faction steht, die den Polen die Schweiz zum Asyl angewiesen hat, muß sich freilich ey! zeigen. Wäre sie wirklich so shwach, daß den vôlkerrechtlihe Wünschen der Nachbar:Staaten wie den eigenen nicht Folge gu geben werden könnte Verhältnisse darunter leiden müßten, so soll man in Wien di Meinung haben, daß es besser scy, allen Verkehr mit einen Lande abzubrechen, wo eigentlich keine Regierung bestehe un die Parteien allein zu herrschen scheinen, als mit unnüten Va stellungen die Zeit zu verlieren. Es würden dann, wie in s chen Fällen gewöhnlich, zuerst die diplomatischen Verbindungy mit der Schweiz aufgegeben, später aber allenfalls ein Mili tair - Kordon gezogen werden, um ein der Anarchie nahes Lan aus dem täglichen Verkehre mit andern, in gesetzlicher Ordnun [ebenden Völkern zu stellen. Diese Maßregel möchte ihn Wirkung nicht verfehlen, da sie die materiellen Interessen tif treffen würde, welche dem Schweizer so gut wie jedem andet Volke am Herzen liegen, und die eidgenössische Regierung würd Gelegenheit erhalten, an den gesunden praktischen Sinn ihre Volks zu appelliren. solchen Extremitäten nicht wird schreiten müssen, wenn wirk lich in Wien so außerordentliche Zwangs- und Abwehrunzs mittel gegen die Schweiz zur Sprache gekommen seyn sollten,

—.

Jedenfalls muß etwas geschehen, um die mißliche Stellung de L fruchtlos ;

Schweiz abzuändern und den in ihrem Schooße um sich grei fenden Propaganda-Geist zu ersticken. Die Genfer haben sh úberzeugen können, was die Gegenwart eines Haufens fremd Abenteurer bei ihnen für Wirkung hatte, und wohin eine übel

und die freundschaftlich nachbarlichn Fi

Indessen steht zu hoffen, daß man u

I unmöglich ist, dieselben zu erschwingen.

- da faßte er den \chrecklichen Gedanken , den christlichen Namen

merkt würden, und glaubt sie gegen die Pforte gerichtet. Das

wohl leeres Gerücht, denn käme ‘es zu Feindseligkeiten, so áre der Krieg in Europa allgemein, den doch Niemand so chr als England zu scheuen hat. Wir haben \chon einmal von (chen Vorkehrungen sprechen hôren, aber nachher nichts weiter Îdavon geschen Die Pforte, von ihrem Rechte überzeugt, wird T durch keine entfernten Demonstrationen einschüchtern lassen, sje hált fest bei ihrem Worte, und läßt es aufs Aeußerste an- fommen. Nun möôchte wohl Niemand leicht die Verantwortlich- teit auf sein Haupt nehmen wollen, Europa in einem Augen- Îhlicke in den Krieg zu stürzen, wo die Gemüther ohnehin so \ufgeregt sind, und der Kampf um Interessen bald in einen Kampf um Prinzipien auéarten würde.

j Die Münchenèr politische Zeitung enthält folgen- den Artikel über den gegenwärtigen Zustand von Kandien: Î Als die Menschenliebe der christlichen Potentaten Europa s be- | lossen hatte, die Rechte des Hellenischen Volkes zu vertheidi-

n und sie den Händen der barbarischen Muselmänner zu ent- wurde das unglückliche Kreta vergessen oder vtelmehr N iner beklagenswerthen Politik aufgeopfert und unter das un- menschliche Joch des Aegyptischen Satrapen gebeugt. Obgleich Ï die Kretenser gleiche Rechte mit den übrigen Hellenen hatten, T obgleich die Bewohner Kandiens schon vor dem Ausbruch der

O 2 : retyen -

Revolution die shrectlichste Tyrannei erlitten und beim Beginne

es Befreiungs- Kampfes gleichzeitig die Wassen ergriffen und it unbeugsamer Ausdauer gegen ihre Feinde bis an's Ende usgeharrt, wurden sie denno gezwungen, während ihre See- F (enzahl die der muhamedanischen Mitbewdhner um das Drei- A fache übersteigt, unter die Aegyptische Herrschaft zurückzukehren. N Die Insel wurde mit Gewalt dem grausamen Satrapen un- * terworfen; aber man bemerkte nicht, daß die strategische Lage F Kandiens ein solches Ueberaewicht auf das übrige Griechenland ausúbt, daß die politische Selbstständigkeit Hellas ohne den Be- M6 dieser Insel nur zu leid,t in Gefahr kommen wird. Die un- T glücklichen Kretenser fügten sich in ihr Schicksal, weil man sie

mit dem Versprechen zu beruhigen suchte, daß sie nach gerechten I Geseßen regiert würden und es ihnen freistände, die Jnsel zu N jeder Zeit zu verlassen und nach Griechenland auszuwandern. Aber wie sind nun diese Versprechungen in Erfrillung gekommen ? So lange der Krieg zwischen dem Ali Pascha von Aegypten und Ï dem Sultan fortwährte, schien Ersterer geneigt, diesen Ver- Î sprehungen nachzukommen. Kaum aber waren die Feindseligkeiten be- N endigt, so warf er die Maske von sich und überließ sich nun Ï ganz unge\cheut der Ausführung seiner geheimen Pläne. Er N unterwarf aile Landes-Produkte dem drückendsten Monopol und führte so hohe Zôile und Abgaben ein, daß es den Unterthanen Alle Klagen blieben da entschlossen sich Viele, aus Kandien auszuwan- Î dern; aber auch hieran wurden sie gewaltsam verhindert. N Der Tyrann lernte allmälig einsehen, daß die Christen nie- F mals sich mit Ergebung seinem eisernen Scepter fügen wúrden;

verstandene Philanthropie führen kann. 5 ganz von der Kretischen Erde zu vertilgen und eine neue Be-

S ULLei Konstantinopel, 18. Febr.

Es werden wieder große Aushebungen für die Armee betrieben, # zogen werden sollten.

(Allgemeine Zeitung.)Þ

* vôlferung von Arabischen Einwanderern überzusiedeln. Zu die- | sem Zwecke gebrauchte er den Vorwand, mehrere Schulen auf * Kandien zu errichten, wo die sámmtlichen Christenkinder er- Gewaltsam entrissen seine Satelliten den : cklichen Aeltern die Kinder männlichen und weiblichen Ge-

Man weiß wirklich nicht, was die Pforte mit der imposante} Unglü

Macht beabsichtigt, die sie in diesein Augenblick unter den Waffen har, und noch täglich verstärkt. Der Pascha von Aegypten mag ihr freilich Besorgnisse erregen, aliein er kann unmöglich zu so großen Anstrengungen treiben, da er in diesem Augenblicke drn eignen Lande große Aufmerksamkeit widmen und seine Augen auf Arabien gerichtet halten muß. Auch foll in Aegypten und Sy rien viel Unzusriedenheit herrschen, die durch Bedrückungen al ler Art, und vielleicht auch durch fremden Einfluß erzeugt is, Daher befremden die ungewöhnlichen Kriegs-Rüstungen der Pforte, und man weiß sie nicht recht zu deuten.

Frankreich und England Alles aufgeboten wird, um Rußlans befreiten diese Knaben.

hièr den Rang abzulaufen, daß erst neuerdings die Repräsen tanten dieser Mächte Schritte gethan haben, um das alis

fürchtet sich die Pforte darüber keinen Augenbli, und soll seh

haben, welche ihr aus London und Paris zukamen , wohl il send, daß sie zu nichzs Weiterm führen werden. Es muß al!

um so mehr befremden, die geringen finanziellen Hülfsminf für einen übermäßigen Militair-Etat erschöpfen zu sehn. Ur

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gens war es keine Denkschrift, sondern eine Note, die der Eu

lische Botschafter in den ersten Tagen d. M. der Pforte wes

Es soll darin nf

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des Traktats mit Rußland überreicht hat. dúürren Worten erklärt werden, daß dergleichen Stipulationt cinen Zustand der Dinge in Europa erzeugen müßten, di vorzubeugen Pflicht sey, daß mithin die Pforte abermals 1 dringend ersucht werde , davon zurückzukommen. Der Fran sche Botschafter hat zu demselben Zwecke auch eine Note eint} reicht, sie soll aber in gemäßigteren Ausdrücken, als die d} Englischen Botschafters, abgefaßt seyn. Man weiß nun 1M was dié Pforte thun wird, glaubt abér, sie werde, wie einmal geschehen, ganz einfah erklären, daß es ihr leid L nicht nah dem Wunsche der beiden See-Mächte handeln, un von Verpflichtungen zurückkommen zu können die sie feier eingegangen sey. Viel Anderes kann sie wohl nicht sagen. P steht dann bei Frankreich und England, es Übel zu nehm} oder geschehene Dinge geschehen seyn zu lassen. ermuthl wird man das Lestere wählen, wenn man die Klugheit in f nem so kiblichen Falle zu Rathe zieht. Merkwürdig bleibt F immer, England und Frankreich, deren Interessen doch so sentlich verschieden sind, aus übertriebener Aengstlichkeit vor de zunehmenden Macht Rußlands, hierin gemeinschaftlich hand zu sehen. Wir glauben, daß dadurch der Einfluß des Peter} burger Kabinets bei der Pforte nur vermehrt werden w! denn man hat in dem Serail einen gewissen Respekt vor V lem, was Macht heißt, und wird vor Rußland desto m! Ehrfurcht bekommen, je mehr Andere dessen Mächt heraushebt! um Furcht zu erregen. Uebrigens haben die alten Tradition" die von dem blonden Völkerstamme sprechen, der dem Reid Muhameds ein Ende machen werde, an Wirksamkeit verlor! man glaubt nicht mehr daran, oder geschicht es, so bezieht m sie nicht mehr auf die Russische Nation, welche der Pforte a Helfer in der Noth erschien, sondern macht damit Allusionen all falsche Freundschaft; denn gerade wie in Europa gegen die rothe Haare ein Vorurtheil herrscht, so sagt ein Türkisches Sprüd wort: „Traue dem Rothen nicht.’ Man spricht von Rüstu® gen, die bei der Englischen See-Station auf Malta

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Thema, den Juli -Traktat, wieder in Anregung zu bringen F rer Kinder brachte die Kretenser endlich auf das Aeußerste.

allein damit kann man doch feine militairischen Disposition} Laa: j DEs. in Verbindung bringen, weil es jedenfalls nicht wahrscheinlich if F Zahl, vor den Thoren Kanäas, jedoch ohne Waffen und ohne daß der Weg der Unterhandlungen in dieser Sache verlas die mindeste Unordnung. „jn dieser Versammlung beschlossen sie,

und Gewalt gegen die Pforte gebraucht werden sollte. Auf El Ï ges Pf h 7 R dieselben,

(assen die etwas heftigen Vorstellungen entgegen genommt Garantie getan heftig s S N " menswerthen Zustandes anzuflehen.

Ï chlechts und s{leppten sie, an Händen und Füßen gleich dem Ï Viehe gebunden, hinweg in die festen Pläbe der Insel. Ï Schon standen mehrere Schisfe in den Häfen bereit, um diese unseligen Opfer nach Aegypten abzusühren, wo sie sämmtlich zur Annahme des Jslamismus gezwungen werden sollten, (Es war N am Schlusse des vergangenen Jahres, als 45 solcher Knaben zu Ÿ genanntem Zwecke auf der Straße nach Kanâa von Aegyptischen Soldaten einhergetrieben wurden. Mehrere Christen waren Zu- schauer dieser barbarischen Handlung; da faßte sie Verzweiflung

Es ijt wahr, daß vas an, und wüthend fielen sie über diese Henkersknechte her und

Dies is der námliche Vorfall, welcher vor einigen Monaten in mehreren Zeitungen als ein Aufstand in 9 Die fortdauernde Exportation ih- Sie versammelten sih, Männer und Weiber, etwa 20,000 an der

Kreta dargestellt woorden ist.

cine Petition an die drei Großmächte gelangen zu lassen, um ihrem Versprechen gemäß, um Sicherheit und ihrer Rechte und um Abhülfe dieses etrbar- Sie ordneten - wirklich Î eine Deputation an die Bevollmächtigten der drei Mächte nah Nauplia ab und baten den Stellvertreter des Ali Pascha, den Gouverneur Kandiens, sie bis zur Rückkunft einer Ant- wort in Ruhe zu belassen. Dies war in den Augen des Gou- verneurs, welcher ganz die Gesinnungen seines Gebieters theilte, ein unerhörtes Attentat gegen die Majestäts - Rechte. des Aegyptischen Tyrannen. Alsogleich förderte er Couriere nach Aegypten ab und requirirte von dort 4000 Mann Landtrup- pen, während eine beobachtende Flotte an den Küsten Kandiens kreuzte, allenfallsige Flüchtlinge sogleich in Empfang zu nehmen Der Gouverneur selbst aber concentrirte augenbliclich die ge- sammte mobile Mislitair-Macht und zog auf Kana los gegen die versammelten unbewehrten Christen, und indem er sie plöblich überfiel, tödtete er, was sein Schwert erreichte, oder schlcppte in Gefangenschaft, was nicht flüchtig in die nahen Gebirge sich ge- rettet hatte. Ganz Kandien protestirte vor Gott und Menschheit gegen eine solche Behandlung ; aber der Barbar, mit diesem Greuel noch nicht zufrieden, brach nun ersk mit der aus Aegypten gelande- ten Truppenmasse auf, um einen förmlichen Feldzug gegen die un- glücklichen Jnsel- Bewohner aller Orten zu unternehmen, bis in das Jnnerste der Gebirge über Felsen und Klüfte sendete er seine Satelliten aus, um auf die shuldlosen Flüchtlinge Jagd zu ma- hen. Bei einem solch? shrecklichen Zustande der Dinge kam es, daß auch die muhamedanischen Mitbewohner Kandiens theils we- gen des auf ihnen lastenden Drucks, theils aus Mitgefühl für ihre ungläubigen Unglücks - Gefährten gegen Aegyptens Herr- haft sich auflehnten; gleiche Maßregeln sollten auch sie zu Ge- horsam führen. Der verhaßte Gouverneur eilt von Provinz zu Provinz und vollzicht nun úberall ohne alle Untersuchung das schrecklichste Urtheil an Schuldigen wie an Nichtschuldigen. Die armen Kretenser, ob Christen oder Türken, und ob sie sich auch rings auf die Gipfel der Berge geflüchtet oder in die Aa und Felsenklüfte der Erde verkrochen, sie werden aller

rten von den Verfolgern wie von Straßenräubern überfallen und gemordet. Dieses \{dne, reiche Kreta, dem die Natur alle Geschenke verliehen, wo einst nach der sinnigen Mythe der gewaltige Jupiter erzogen ward, wo Minos seine Gesetze gab, sank nun in wenigen Jahren von einer Bevölkerung von 360,000 auf 120,000 Einwohner herab; zu Homer's Zeiten be-

I lebten 100 glänzende Städte diese herrliche Insel, und jet, in

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den Zeiten der höchsten Kultur, steht zu befürchten, daß ein grausamer Barbarismus dasselbe Kreta entvölkert ! ‘‘

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Holländische Blätter enthalten nachstehendes Schrei- ben aus Kanton vom 21. Oktober: „Die Opium- Schiffe lie- gen jest vertheilt, einige in dem Kap -sing-See, andere in dem Kum- sing-See, ost - und westwärts. Der lebtere ist in diesem Jahre zuerst von diesen Schiffen besucht und ziemlich sicher be- funden worden, Seitdem die Schiffe dort liegen, sind bestän- dig Unannehmlichkeiten mit den Chinesen vorgefallen und mit- unter bis zu kleinen Gefechten gediehen; insonderheit nachdem das alte Schiff „Samarang‘/ auf den Strand“ geholt wurde, hôrte die Einigkeit zwischen den am Kum- sing-See wohnenden Chinesen und den Schiffsleuten auf. Die Chinesen sagen, es lägen am Bord des „„Herkules“/ mehrere ihrer Landsleute in Fesseln, weil sie altes Holz und Eisen von dem Wrack des „Samarang“/ mit- genommen und hierauf am Lande ergriffen worden wären ; die Chine- jen haben dafür einen Matrosen vom ,„„Herkules““ festgenommen und halten ihn zum Pfande für die Jhrigen in Verwahrung. Vom „Herkules“ fuhr eine Schaluppe mit Schiffsvolk nach dem Ge- stade, um den Matrosen loszumachen und zurückzubringen, mußte aber nach fruchtlosem Versuche zurückfahren und wurde auf dem Rückwege von den Chinesen angegriffen, die den zweiten Steuer- mann an Hand und Gesicht verwundeten und einen Sea-Canny mit fortschleppten. Hierauf beschloß der Befehlshaber des ¡Herkules ‘‘, das Dorf in Brand zu stecken, was auch am Sonntage den 13ten zum Theil in Ausführung gebracht wurde ; seitdem liegt unsere Handels - Flotte in offener Feindschaft mit den Chinesen. Mittwoch oder Donnerstag versammelten sich, auf Verlangen des Capitains - vom „Herkules ‘/, ungefähr 300 Seeleute, sowohl Europäer als Jnländer, am Bord des be- sagten Schisses, mit der Absicht, zu landen und einen Aus- fall auf das Dorf zu machen. Auf ein gegebenes Zeichen fuhren sie mit allen Böôten ab, wohlgewaffnet mit Gewehren, einigen Drehbassen und Sechspfündern. Als sle dem Lande nahe gekommen waren, fanden fie die Chinesen in großer Zahl und mit Geschú6, kleinen Drehbassen und Gewehr bereit, sie zu empfangen; sie verhinderten die Landung, feuerten mit Schrot aus einigen schweren Stücken und vertheidigten sih tapfer. Das Feuer wurde mehrere Stunden lang von beiden Seiten lebhaft unterhalten, endlich sahen die Bôte sich genöthigt, abzuziehen, ohne Verlust von Menschen, bloß mit einigen Verwundeten. Auch die Chinesen hatten wenige Verwundete, aber drei Todte. Es geht das Gerücht, ihre Behörden wollten die Múndung des Kum - sing- Sees beseßen, um die Chinesischen Bôte von aller Verbindung mit den Schiffen abzuhalten.“

Inland.

Berlin, 22. März. Nachstehendes ist der Jnhalt. des (im heute ausgegebenen Stücke der Gesetz -Sammlung enthaltenen) Publications-Patents wegen der mit Jhren Majestäten den Kai- sern von Oesterreih und von Rußland getroffenen Stipulationen hinsichtlich der Auslieferung politischer Verbrecher :

„Wir Friedrih Wilhelm, von Gottes Gnaden König

von Preußen 2c. 2c.

Zu mehrerer Befestigung der zwischen Uns und Jhren Majestäten dem Kaiser von Oesterreich und dem Kaiser von Rußland, Kdnig von Polen, und Unseren Staaten bestehenden innigen freundschaftlichen und nachbarlichen Verhältnisse, und bei dem gleichen Jnteresse der drei Möchte an der Aufrecht- haltung der Ruhe und geseßlichen Ordnung in den Jhrer Herrschaft unterworfenen Polnischen Provinzen, sind Wir mit gedachten Jhren Majestäten über nachstehende Bestimmungen übereingekommen :

Wer in den Preußischen, Oesterreichischen und Russischen Staaten sich der Verbrechen des Hochverraths, der beleidigten Majestät, oder der bewaffneten Empörung s{uldig gemacht, oder sich in eine, gegen die Sicherhcit des Thrones und der Regierung gerichtete Verbindung eingelassen hat, soil in dem andern der drei Staaten weder Schuß noch Zuflucht finden.

Die drei Hôfe verbinden sich vielmehr, die unmittelbare Auslieferung eines jeden, der erwähnten Verbrechen bezúch- tigten Jndividuums anzuordnen, wenn dasselbe von der Re- gierung, welcher es angehört, reklamirt wird.

Dabei is aber verstanden, daß diese Bestimmungen keine rückwirkende Kraft haben sollen.

Nachdem Wir mit Sr. Majestät dem Kaiser von ÖDester- reich und Sr. Majestät dem Kaiser von Rußland, König von Polen, übereingekommen sind, daß vorstehende Verabredungen in den drei Staaten zur öffentlichen Kenntniß gebracht werden sollen, so geschieht solches hierdurch Unsererseits, indem Wir zugleich Unseren sämmtlichen Civil- und Militair -Behdrden aufgeben, darauf zu halten, daß dieselben vom 1. April d. J. ab ihrem ganzen Umfange und Jnhalte nach vollzogen werden.

Urkundlich unter Unserer Allerhôöchsteigenhändigen Unter- {rift und beigedrucktem Königlichen Jnsiegel.

So geschehen und gegeben Berlin, den 15. März 1834.

S) Fetedrit O Wilhelm.

Frh. v. Brenn. v. Kamp. Mühler. Ancillon.“

Das heutige Militair-Wochenblatt meldet die Er- nennung Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Wilheim, Bruders Sr. Majestät des Königs, zum Gouverneur von Mainz, und die des General-Majors und bisherigen Kommandanten von Mainz, Barons von Müffling, zum Vice-Gouverneur dieser Festung.

Nachdem Se. Königl. Hoheit der Prinz Heinrich der Louisen-Kirche zu Charlottenburg ein von Catel zu Rom ge- fertigtes großes Gemälde, die Auferstehung des Erlösers vor- stellend, zum Geschenk gemacht, und dieses Gemälde hinter dem Altare der gedachten Kirche aufgestellt worden, soll dasselbe nun- mehr auf Allerhöchsten Befehl am bevorstehenden ersten Oster- Feiertage feierlih enthüllt und der Gemeinde übergeben werden. Da indeß der innere Raum der Kirche an diesem Tage nur Ve- nigen gestatten dürfte, jenes Kunstwerk, wovon binnen Kurzem hierselbst bei Duncker und Humblot eine nähere Beschreibung erscheinen wird, in Augenschein zu nehmen, so soll der Eintritt in die Kirche vom 1sten k, M. ab täglich gegen Einlaß- Karten gestattet seyn, die in Chartottenburg selbst bei dem Superinten- denten Mann, dem Bürgermeister Trautschold, dem ‘Prediger Blume und dem Rathsherrn Cranß zu haben sind.

Der Ueberblick des See- Verkehrs der beiden Handels- stádte Danzig und Elbing pro 1833 liefert nachstehendes Er- gebniß: Jn den Hafen von Danzig sind überhaupt 536 Schisfe mit einer Tragfähigkeit von 47,678 Normal - Lasten eingegangen, von welchen 280 Schiffe mit 19,508 Lasten verschiedener Waa- ren und 256 Schiffe zur Größe von 28,170 Lasten mit Ballast beladen waren. Ausgegangen sind von Danzig Überhaupt 545

Schiffe von im U 52,642 Normal-Lasten, von welchen 502 Schiffe zur summarischen Größe von 49,373 Lasten mit verschie-

denen Gütern und 43 Séhiffe von überhaupt 3269 Lasten mit Ballast beladen waren. Jn den Hafen von Elbing sind eingegangen insgesammt 7 Seeschiffe zur Größe von 212 Lasten und ausgegangen von dort 9 Schiffe von überhaupt 609 La- sten; von (eee waren resp. 3 und 7 Schiffe mit verschiedenen Gütern, die übrigen aber mit Ballast beladen.

_— Die Tage des 10ten, 11ten und 12ten d. M. waren fúr die Bewohner des Dorfes Zing s, auf der Jnsel Zingst (Neu- Vorpommern), Tage der Angst und des Schreckens. - Schon iu der Nacht vom 9ten zum 10ten wehte ein starker Nordwind, welcher längs den Dünen einen bedeutenden Wasserstand verur- sachte. Am Abend des 1ten ging der Wind in einen furchtba- ren Sturm über, fast ein Drittheil der Gebäude des Dorfes wurde theils mehr, theils weniger beschädigt und abgedect, und das Wasser der Ostsee stieg so schnell und bedeutend, daß es nicht nur sehr bald die Dünen erreichte, sondern sie“ auch an verschiedenen Stellen überstieg und durchbrach, wodurch die Ort- schaften Zingst und Straminke in die größte Gefahr geriethen. Besonders bedeutend war der Durchbruch des Meeres bei Stra- minke, wo nicht nur bei dem Forsthäuse Alles unter Wasser stand, sondern auch die Bewohner eines Kathens, welcher durch das Anschlagen der Wellen jeden Augenbli einzusiürzen drohte, denselben verlassen mußten. Das Meer hatte einen bedeutenden Durchbruch verursacht , strômte mit reißender Schnelligkeir dem Dorfe Mäggenburg zu und ergoß sich dort ins Binnenwasser. Glücklicherweise legte sich der Sturm bald wieder, das Wasser der Ostsee fiel und die Bewohner von Zingst kamen, statt des bei anhaltendem Sturme wahrscheinli) erfolgten Ruins des ganzen Dorfes, mit dem Schrecken und dem Schaden davon, welchen die Salzfluth den Aecckern verursachte.

Am 17ten d. M. gegen Mittag strandete bei Swine- münde die 51 Lasten große Dänische Jacht „Habet‘/, Capitain J. H. Giese, welche, mit Zucker, Blauholz und Südfrüchten be- laden, von Kopenhagen nach Stettin bestimmt war. Das Schif war, von Westen kommend, vor dem Hafen erschienen, und das Lootsenboot hatte bei dem stacken aus NNO. wehenden Sturme, hohen Seegange und stark eingehenden Strome nur bis zur Mündung des Hafens gelangen können. Das Schiff, das, ungeachtet der Direction, welche ihm mit der Winfkflagge von der Laternen - Baake gegeben wurde, -zu weit ostwärts gekommen war, versagte beim Einlenken in die Hafen-Mündung die Wendung, gerieth auf die Fläche, verlor dort das Steuer und wurde troß dem, daß der Capitain den Anker hatte fallen lassen, durch die wiederholten Stöße so leck, daß au Rettung des Fahrzeuges nicht zu denken war. Den mit nicht geringer Ge- fahr verknüpften Anstrengungen der Lootsen war es inzwischen gelungen, an Bord zu kommen, die aus 6 Mann bestehende Besa6ung in ihr Boot aufzunehmen und das Ankertau des schon im Sinken begriffenen Schiffes zu fkappen, um le6teres dutch die Gewalt der Wellen so weit als möglich aus dem Fahrwasser auf den westlihen Strand getrieben zu sehen, was in Ermangelung des Steuers durch menschliche Kraft nicht zu erreichen war. Das Schi} kenterte sofort und liégt nun westwärts von der Fläche als Wrack. „Schwerlich,‘“ so schreibt man von dort, „dürfte von diesem und der Ladung etwas geborgen werden, da der Rumpf, von dem die Luken und Pumpen bereits ans Land getrieben sind, wahrscheinlich ganz mit Wasser angefüllt ist und der Sturm die Annäherung nicht gestattet.“

Betlio e B04 Den 22. März 1834.

Amt]. Fonds- und Géld- Cours -Zettel. (Preufs. Cour.) [Zf. Brief. Geld i

(Lf. Brief Geld.

St.- Schuld - Sch. | 4 | 9872| 987 Grosshz. Pos. do. 4 | \115i Pr. Engl. Anl. 18. 5 [1035 103 JOstpr. Pfandbr. | 4 100 | Pr. Engl. Anl. 22.| 5 [1032 (103 FPonux. do. |4 1061 | Pr, Engl. Obl. 30.| 4 | 932 | 932 EKur- u. Neum, do.| 4 465 | Prkm:Sech. A.Seeh,| 552 | 547 fSchlesische do.| 4 | |t055 Kurm. Obl.m.1.C.| 4 | 972 | 974 1lkst.C.d.K.-u.N.—| j 67 Neum. Int.Sch. do.| 4 | 975 | 974 L Sch. d.K.u.N|—| 675 Berl. Stadt - Obl. | 4 | A Tan Ea Ae

Königsb. do. | 4198 | MHloll. voliw. Dak.! | 173 -—— Eibinger do. 4x 974 | Neue do. |—| | 185 Danz. do. in Th.|— | 375 | 365 F Friedrichsd’or i i35| 131 Westpr. Pfandbr. | 4 100 | 995 [Disconto . |—i 3 4

E L Preufs. Cour.

| Brief | Geld.

Wechsel-Cours.

2440 E E I E M E E E E E MRSIE P: r R P » AEINTF: ATMBtOTam o «e e e v ae 250 V1, kurz 1427 e a aan 250 Fl. 12 ME HAOE Hb C Ce 300 Mk. [Kurz 1527 | ed ca ea 300 Mk. |2 ütt. 152 151 Aae (ase 1 LSt. |3 Mt. (6 231 P N 8 30) Lr. 12 M. 81s Men 20 os es 159 F 2 Nt. 11045 AUgabu s e po ep ost 150. Fl 12. lt. 1037 | Bea, «u ae edie aus 100 Thl. |2 Mi. —, | 99 P e aaa ape 100 Thl. [8 Tage: | —, „(1027 Frankfürtoe M. Wes 6 150 Fl. 2 Ms Petenáabüäa aa oa ooo 100 Rbl. 13 Woch. | 305 | Wäre t eo 600 FI. Kurz |— |

Auswärtige Börsen, Amsterdam, 17. März

Niederl. wirkl. Schuld 4943. 58 do. 947. Ausgesetzte Schuld 15. Kanz-Bill. 22,5. 412 Amort. 887. 348 T11x. - Vesterr. 96. i’reuss, Prämien -Scheine 965. Russ, (v. 1825) —. (v. 1831) 945. 55 San. 641%. 35 405.

Hamburg, 20. März,

Oesterr. 52 Met 981. 42 do. 89. Bank - Actien 1252. Engl. 1004. Russ. Holl. 93. Met. in Hamb. Cect. 943. Preuss. Prämien-Secheine 1072, Poln. 1231. Dän. 714. Holl, 55 93. 246 49. Span. 38 33.48 454. Norweg. 6g 1037.

Russ.

Königliche Schauspiele.

Sonntag, 23. März. Jm Opernhause: Mirandolina, Lust- spiel in 3 Abtheilungen, von C. Blum. - Hierauf: Blaubart, großes Ballet in 3 Abtheilungen. (Dlle. F. Elsler: Jsmela, Dlle. Th. Elsler wird hierin tanzen.)

Im Schauspielhause : Zum erstenmale: Die Wittwe und ihr Mann, Lustspiel in 1 Akt, von L. Angely. Hierauf: Der Zeitgeist, Possenspiel in 4 Abtheilungen, von E. Raupach.

Montag, 24. Márz. Jm Opernhause: Die Lichtensteiner, dramatisches Gemälde in 5 Abtheilungen, nebst einem Vorspiele, von Bahrdt.

Jm Schauspielhause: 1) Meonsieur Beaufils, comédie en 1 acte. 2) La seconde représentátion de: l’art de se saire aimer de s0n mari, vaudeville nouveau en 3 actes, par MY,

Devilleneuve et Dupeuty.

gr

oe

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