1834 / 108 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

näheren Nachrichten über die Ereignisse vom Donnerstag.“ (S. oben die Erklärung des Ministers des Innern in der Depu- tirten-Kammer.)

__ Der Constitutionnel fúgt diesem Berichte der ministe- riellen Blätter über die Lyoner Ünruhen Folgendes hinzu: „Die Depeschen, aus denen dieser Bericht entnommen ist, wurden ge- stern früh dur< einen Ordonnanz- Offizier, der Lyon am Iten Abends um 10 Uhr verließ, hierher gebracht. Sie umfassen einen Rapport des General Aymard an den Kriegs - Minister und ein Schreiben des Präfekten. Wir sind im Stande, obi- gen Auszug noch durch einige nähere Details zu ergänzen, die im Laufe des Tages bekannt geworden sind. Es scheint, daß die Arbeiter zuerst in Kolonnen und völlig geordnet gegen den Justiz - Palast vorrúckten, indem sie den Entschluß kundga-

ben, ihre Brüder, die um diese Zeit vor Gericht stan- den, zu beshüßen, jo wie andererseits die Richter von

den Truppen geshüst wurden. Viele von den Arbeitern waren bewaffner. Nachdem man sie vergebens aufgefor- dert hatte, sich zurüzuziehen, begannen die Feindseligkeiten, und es wurden an 25 Soldaten in einen zum Kampf unfähigen Zustand verseßt. Dies erbitterte die Truppen, und sie grissen mit großer Heftigkeit an; aber auch die Arbeiter vertheidigten sich sehr unerschrocken. Jhre Bewezungen wurden ganz gere- gelt ausgeführt, und sie gehorhten dem erhaltenen Kommando aufs genauste. Durch die Artillerie vertrieben, suchten sie in den engen Straßen im Mittelpunkte der Stadt Schuß, beson- ders in der Rue Mercière, wo ihnen schwer beizukommen war. Es sollen zwischen 7—8000 Arbeiter an dem Kampfe Theil ge- nommen haben. Jhr Verlust war sehr beträchtlich. Die Depeschen geben die Zahl der Getddteten und Verwundeten nicht an, aber in ei- nem hier eingegangenen Handelsschreiben heißt es: „Wir haben heute einen großen Vortheil errungen, doch is er sehr theuer erkauft worden.//‘/ Auf dem Plaß Bellecour soll ein Versuch gemacht worden seyn, die Republik zu proflamiren. Beim Abgange der Depeschen hatten sh die Aufrührer in den Straßen konzentrirt, die an den erzbischdflichen EUL stoßen. Auf 3 Häuser die sie beseßt hatten, wurde mit Kartätschen gefeuert; in einem dersel- ben machte man 150, worunter viele Verwundete, zu Gefange- nen. Obgleich die National-Garde nicht organisirt ist, mischte sih doch eine Anzahl von Bürgern in Uniform unter die Trup- pen, die jeder Lo>kung widerstanden.“ :

„Es scheint‘, sagt das Journal des Débats, „daß auch der Telegraph in Limonest, 2 Lieues von Lyon, von den Insur- genten vernichtet worden ist; die Station zu Fourvières vor Lyon selbst war auf kurze Zeit unbrauchbar gemacht worden. Daher fommt es, daß gegenwärtig einige Unordnung in der Bedienung der Telegraphen auf dieser Linie entstanden ist.“

Es geht jezt das Gerücht, daß der Marschall Gérard, der gestern zweimal vom Kdnige empfangen wurde, sich nach Lyon begeben werde. Der Maire dieser Stadt, Herr Prunelle, der in seiner Eigenschaft als Deputirter den Berathungen der Kam- mer beiwohnte, ist hon vorgestern dorthin abgegangen.

Gofsiern Vormittag war hier das Gerücht verbreitet, daß auch in Grenoble Unruhen ausgebrochen wären, nachdem am 7ten ein Bataillon des dort garnisonirenden 21sten Regiments nach Lyon aufgebrochen war.

Gestern bildeten sih hier auf dem Plaß du Chatelet einige Gruppen , die jedoch bald von der Polizei zerstreut wurden ; dic nächtlichen Patrouillen sind verstärkt worden und sollen häufiger als sonst die Runde machen; auch hat die Municipal-Garde den Befehl erhalten, zahlreiche Piquets in Bereitschaft zu halten.

In der becfiosfénen Nacht haben in der R! zahl- reihe Verhaftungen stattgefunden ; auch ist zur Verstärkung der Garnison ein neues Kavallerie-Regiment eingerückt.

Der heutige Moniteur promulgirt das Geseß gegen die Vereine. Dasselbe ist vom 10ten d. M. datirt und von dem Großsiegelbewahrer kontrasignirt.

Mittelst Königl. Verordnung vom 9ten ist der Deputirte Vicomte Lemercier zum Obersten und Herr Dequevauvilliers zum Oberst-Lieutenant der zehnten Legion der Pariser National-Garde ernannt -worden.

Herr Edmund Blanc is zum General-Secretair und Dis rektor des Verwaltungs-Personals im Ministerium des Jnnern, und der Requêtenmeister im Staats-Rath, Herr Vitet, zum Ge- neral-Secretair im Handels-Ministerium ernannt worden.

Der Fürst von Ligne, der Marquis von Overchies und der Marquis von Trazegnies, deren Wohnungen in Brüssel geplún- dert worden, sind in Paris angekommen.

Die Brigg, „(e Cuirassier‘‘, die “bisher im Hafen von Brest lag, ist, glei<h nachdem der dortige See -: Präfekt die be- treffenden Depeschen der Regierung erhalten hatte, mit diesen Depeschen nah den Nord-Amerikanischen Freistaaten unter Se- gel gegangen ; dem Capitain is die größte Eile zur Pflicht ge: macht worden.

Der Geschäftsführer der Tribune, Hr. Lionne, war wegen Beleidigung der Person des Königs und Aufreizung zum Um- sturz der Regierung in zwei am 22. Jan. und am 10. Febr. in seinem Blatt publicirten Artikeln auf gestern vor den hiesigen As- sisenhof geladen; er wurde zu fünfjährigem Gefängniß und ei- ner Geldbuße von 25,000 Fr. verurtheilt. Gestern ist die Tri- hune zum 95stten Mal in Beschlag genommen worden.

Die Kaufmannschaft von Toulouse und die Weinbauer des Departements der Oberen Garonne sind der von der Bordeauxer Kaufmannschaft und den Weinbauern des Gironde-Departements unterzeichneten Protestation gegen den neuen Zollgeseß - Entwurf beigetreten.

Der Ball, welcher zum Besten der Armen des 9ten hiesigen Stadt-Bezirks gegeben werden soll, ist bis zum Sonnabend den 19ten d. verschoben worden und soll dann nicht auf dem Stadt- hause, sondern in dem Lokal der Jtaliänischen Oper stattfinden.

In einem von hiesigen Blättern mitgetheilten Privat-Schrei- ben aus Oran vom 23. März heißt es: „Da die Regierung Befehl gegeben hat, das Spanische Bataillon der Fremden-Legion aufzulösen, so hat der Spanische Konsul noch die Mannschaft ge- mustert, die sich nun nach ihrem Vaterlande einschissen wird. Diese Soldaten sollen in Schiffen der Regierung nah demjenigen Spani: hen Hafen, welcher Oran zunächst liegk; gebracht und der Spa- nischen Armee einverleibt werden. Abdel Kader hält sich noch immer in geringer Entfernung von unseren Vorposten. auf und verlangt eine Lieferung von Gewehren für seine Leute, um die Stämme der Provinz in Unterwürfigkeit erhalten zu können. Indeß, auch die Kurzsichtigsten halten dies für einen bloßen Vorwand. Gestern iten s< der Gouverneur General Des- michels, der Oberst Oudinot, vom 2ten Afrikanischen Jäger-Re- giment, und drei Adjutanten des Generals am Bord des „Lot- ret‘ ein, um Arzeu und Mostaganim zu besuchen. Sie kamen bis zum Vorgebirge Perran; da aber die See zu hoch ging, mußten sie in den Hafen zurü>kehren. Der General wird sich nun, von zwei Schwadronen der Afrikanischen Jäger begleitet,

A438 Obhut mehrerer Beduinen-Hêäuptlinge, welche sh Uns zu zins- pflichtigen Verbündeten angeboten haben, anvertraut werden sollen.“

Großbritanien und Jrland.

London, 11. April, Admiral Parker , Befehlshaber unse- rer Flotte an der Portugiesischen Küste, soll, dem Courier zu- folge, von jenem Posten abberufen werden, um an die Stelle des zum Gouverneur vom Marine-Hospital in Greenwich desig- nirten Contre-Admirals Sir Thomas Hardy zum Lord der Ad- miralität ernannt zu werden. Das Kommando der Flotte an der Portugiesischen Küste wird, jenem Blatt zufolge, dem Ad- miral Gage übertragen werden. /

Folgendes ist nach parlamentarischen Aktenstücken eine Ueber- sicht des Britischen Handels im Jahre 1833, im Vergleiche mit vorangegangenen Jahren : :

1. Wollen-Manufakturen. Fn den 3 Fahren 1829, 1830 und 1831 im Fm Jahre Im Fahre Ourchschnitt pr. Fahr. M T L d. Gew. Pfd. Gew. . Gew. Wolle eingeführt... Wp 20S M

. 98,491,331 28,128,973 38/475/247 Wolle zur Consumtion ver-

Uo 2a 89/008/9023 Fremde Wolle ausgeführt 697,256 555,044 450,464 wie Vfd. St. Werth Pfd. St. Werth Britische Wolle ausgeführt 2,592,491 219,650 334,679 Wollen - Manufakturwaaren Pfd. St. Werth. aue 4,549,427 5,479,866 6,511,780 2) Baumwoll-Manufakturen. A Pfd. Gew. Pfd. Gew. Pfd. Gew. Baumwolle eingeführt . . . 258,467,905 286,832,925 303,726,499 - zur Consumtion versteuert. . . . 248,987,777 262,221,750 296,076,640 - ausgeführt... 20,377,549 18,027,940 417,/,353/203

Fd. St. W B St. Rer V St Soli Maniifaliiige 0, Sl Wah, Psd. Sf Werth, Po, Sk Wer,

Waaren ausgeführt... . 18,073,625 17,398,378 19,659,672 3) Linnen-Manufakturen. ; Centner. Centner. Centner. Flachs eingeführt .….. 934,182 982,516 1,129,673 - zur Consumtion ver- cue 927,001 995,512 127/780 / Pfd. St. Werth. Psd. St. Werth, Linnen- Waaren ausgeführt ..… 1,783,432 2,199,441 4) D : / fd. Gew. fd. Gew. d. Gew. Seide eingeführt .….... 4,248,663 M2207 M O - zur Comsumtion ver- eet .. E 4,392,073 4,758,453

E H Pfd. St. Werth. Pfd. St. Werth. Pfd. St. Werth. Seiden-Waaren ausgeführt 455,938 529,990 740,294 5) Diverse Britishe Manufaktur- Waaren und

rodutkte.

Frdenes Geschirr 1832... 490,787Pf.St. 1833 487,515 Pf. Stk. Glas - Waaren 1832... 402/016 : 41/388 = >= Eisen - und Stahl - Waaren 1,4344311 = - 1,408,453 = = Metalle Eisen u. Stahl. . 1,109,748 = « 1,425,723 * - Kupfer u. Messing 916,563 = -= —- 851,883 = - A a O S Ann in Barcen 1//N -= = =— 86,698 -= - - in Platten 231/663 « 210430 * C 14968 - - =— 184470= - Raffinirter Zucker .… ..….…. 4,038,790 - -= 563/092 - -

Kohlen und Culin. 928,647 = - - 229/924 -

Hiesige Blätter erzählen viel von der sonderbaren Ge- stalt, welche die Handwerker-Widerseßzlichkeiten in Nord-Amerika angenommen haben. Dort rebelliren die Mädchen. In den Plantagen von Massachussets arbeiten ihrer eine große Anzahl in den Mühlen. Die Eigener derselben faßten im vorigen Fe- bruar den einmüthigen Entschluß, an einem und demselben Tage eine Erniedrigung des Arbeitslohnes eintreten zu lassen, den Ar- beiterinnen übrigens freizustellen, ob sie zu diesem Preise arbei- ten oder wegziehen wollten. Diese aber, die davon Nachricht erhalten hatten, bildeten ein Komplott ganz nah dem Muster

der Gesellen-Vereine, beschlossen nicht fortzuarbeiten, so®Lald die

Erniedrigung eingeführt würde, und drohten denen, welche sich die- sem Beschluß nicht fügen würden, mit Mißhandlungen. Am Frei- tag den 10. Februar kamen die beiderseitigen Beschlüsse zur Ausführnng. Die Herren kürzten den Lohn und 800 bis 1000 Mädchen revoltirten. Mit einer Engländerin, die schon in Dover einmal ähnlichen Unfug gestiftet hatte, an der Spike, und mit großen Fahnen von Tüchern und Schürzen bewassnet, zogen sie in lichten Haufen durch die Plantagen einher, wo sich überall die bis dahin noch treu gebliebenen Kolleginnen anschlos- sen. Schon am Sonnabend hatte sich indessen ihr Müúthchen gefühlt, die Meisten bereueten, und Viele wären zur Arbeit zu- rückgekehrt, wenn nicht die Uebrigen eine Strafe von 5 Dollars darauf geseht hätten; am Sonnabend endlich machte der unblu- tigen Rebellion die eindringliche Predigt eines Methodisten, der den ganzen versammelten Trupp auf offenem Markte haranguirte, ein erfreulihes Ende. Man s<{<loß mit einem allgemeinen Ge- bet, kehrte zu der Arbeit zurücë und begnügte sich mit den her- abgesetzten Preisen.

Med ean

Aus dem Haag, 13. April. Jn Holländischen Blät- tern liest man: Die Verzögerung der Reise Sr. Maj. und der Königl. Familie nah Amsterdam scheint mit politischen An- gelegenheiten einigermaßen in Verbindung zu stehen; mindestens ijt so viel gewiß, daß, nachdem dieser Tage ein Courier aus Wien angekommen war, sogleich ein Kabinets-Rath gehalten wurde.“

Die Grafen d’Oultremont und Bethune, welche Brüssel ver- lassen haben, werden sich, dem Vernehmen nach, hier niederlassen.

Das Handelsblad bemerkt, daß der pôbelhaste Ton in den zu Brüssel vor den Plunderungs-Scenen erschienenen Pam- phleten jeden Begriff übersteige ; sowohl das Miederländische Volk, als dessen erhabene Kdönigs-Familie würden darin auf eine gleich plumpe Weise angegriffen, und nur die zuweilen in der T imes erscheinenden sogenannten Korrespondenzen aus Rotter- dam wüßten damit gleichen Schritt zu halten.

Belgien

Brüssel, 13. April. Der heutige Moniteur enthält einen an den Kdnig gerichteten Bericht des Kriegs - Ministers Evain über die gegenwärtigen Verhältnisse des Artillerie - Corps, so wie die in Folge dieses Berichtes erlassene Königl. Verfügung über die künftige Zusammenseßung dieses Corps.

Herr Dugniolle, Mitglied der Repräsentanten - Kammer und bisheriger Abtheilungs- Chef im Ministerium des Innern, ist zum General - Secretair des gedachten Ministeriums ernannt worden.

Im Moniteur liest man : „Die Regierung hat unter den gegenwärtigen Umständen geglaubt, den 7ten Artikel des Ge- sebes vom 2W8sten Vendemiaire des Jahres VI. hinsichtlich eini- ger Fremden in Anwendung bringen zu müssen, von denen no-

zu Lande nach jenen beiden Militair-Stationen begeben, die der | toris< bekannt ist, daß sie den Umsturz der durch die Revolu-

l'

tion begründeten Institutionen provociren, und es haben diesel, ben die Weisung erhalten, das Königreich sofort zu verlassen Der größte Theil dieser Fremden sind Unterzeichner der Suß, scriptions - Listen zum Wiederankaufe der Pferde von Tervueren.- Der Minister des Innern hat nachstehenden Aufruf an die Bürger-Garden erlassen : „Bürger-Garden! Die verwegenen De, monskrationen einer ohnmächtigen Partei haben gleichwohl eine traurige Reaction hervorgerufen. Die Rache des Volks hat sich über die Geselze gestellt und Verwüstungs-Scenen, eines civili; sirten Volkes unwürdig; haben die Hauptstadt in Trauer ver, set. Ausschweifungen solcher Art sind nicht zu rechtfertigen; jedes der National - Sache zugethane Herz verabscheut sie, Es muß um jeden Preis ihre Wiederkehr verhindert werden. Bür, ger-Garden! die Hauptstadt des Königreiches, die Regierung, dag ganze Land haben ihre Augen auf Euch gerichtet. Wenn, wag Gott verhúte, die Stadt von neuen Unordnungen bedroht seyn sollte, welches auch deren Anstifter seyn mögen, erinnert Euch, daz das Gese Euch die Bewachung der dffentlichen Ruhe und deg Eigenthums anvertraut. Bei dem ersten von Euren Vorgeseßten gegebenen Zeichen seyd bereit, gegen die Unruhestifter zu verfah: ren, auf daß die Sache der Ordnung in Euch ihre ents<(ossen; sten Vertheidiger finde. Jn Eurem patriotischen Mitwirken wird die Regierung eine neue Macht finden, um die Ehre des Belgischen Namens, den dentlichen Kredit, das Wohl der Haupt: stadt und die Sicherheit der Familien gegen jeden Angriff zu verwahren. Brüssel, 12. April 1834. ' Der Minister des Innern, Ch. Rogier,“ In dem von dem Bürgermeister ebenfalls an die Bürger Garden erlassenen Aufruf heißt es, daß Drohschriften neuerdings verbreitet und A worden und daß trübe Gerüchte neu Unordnungen befürchten ließen. Die Bürger - Garde solle sh daher auf den ersten Ruf bereit halten und zwar dürfe sich in diesem Falle, außer der Bürger-Garde und dem Militair, Nie mand bewaffnet auf der Straße zeigen, ohne sogleich festgenom- men zu werden. bgleih die grdßte Ruhe in der Stadt herrscht, \o hat man doch in den Häusern der Unterzeichner der bekannten Sub; scriptions-Liste, und auf ihr Verlangen die Sicherheits-Waen gelassen, die dort am 6ten aufgestellt wurden. Die Soldaten des l0ten Regiments haben gestern dort jene des 5ten Rezi ments ersekt. Das 5te Regiment hat gestern seine Kantonni rungen in der Umgegend von Brüssel bezogen. Der Oberst Ro denbach, Plaßs-Kommandant, hat an den Kriegs - Minister einen umständlichen Bericht úber alle am Zten und 6ten d. durch ihn getrofene Maßregeln gerichtet. Diesem Berichte sind die von dem Mislitair-Gouverneur und den Municipal- und gerichtliche Behörden ausgegangenen Befehle beigefügt. Alle Chefs de verschiedenen Corps, woraus die Garnison am Zten und ta bestand, sind durch die richterliche Behdrde aufgefordert worden, ihr binnen der kürzesten Frist die Namen, Vornanien und Grade der zu diesen verschiedenen Corps gehdrenden Offiziere und Un dèroffiziete aufzugeben, welche die Detaschements befehligten, die

während der Plünderungs - Scenen nach den bedrohten Orten F

beordert worden sind.

Man hat wieder 9 Individuen verhaftet, die der Theilnahme an den. Plünderungen beschuldigt sind. sih derjenige, der beständig mit einer Fahne an der Spitze mar chirte. Gestern wurden wieder in Folge verschiedener Ver hôre 2 Personen in Freiheit geseßt.

Am 5. April, dem Tage, wo die Unordnungen zu Brüs! F ausbrachen, schrieb Herr Ch. Durand, Redacteur des Jou F

nal de Francfort, in seinem Blatte: „Es geht in diesen Augenblick etwas so Wichtiges vor, daß Europa aufmerksam seyn muß. Die durch die strengen der Presse gemachten Prozess und durch die strengen Maßregeln, die man gegen die Associa: tionen annehmen wird, aus Paris vertriebene Republik verlegt ihren Wohnsiß nah Brüssel. Dort ist der Presse kein Proze gemacht worden; dort hat man das politische Associationsredt F nicht geschmälert. Belgien ist das wahre Eldorado der Republi faner. Bis zum Herannahen der Zeit, die dieses Mal nid sehr langsam seyn wird, erinnere man si dessen, was wir hic zuerst zu schreiben wagen : drohender für Europa, als die Republik zu ‘Paris.

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 8. April. (Schwedische Blätter.) Dit gestrigen Sißungen der Reichs-Stände, obgleich feine der wid tigsten Gemeinfragen betreffend, haben dennoch manche int essante Punkte aufzuweisen; dahin gehört die Diskussion de Bürgerstandes úbex die Möglichkeit der Schließung des Reis tages vor der durch die Constitution bestimmten Zeit , und bein Adelstande die Diskussion über die Afkorde der Landshöfdingt und des Grafen Cronhjelm Motion wegen der Regulirung dt Zoll - Zulage. Es is bemerkenswerth, daß gerade auf eine Reichstage, auf welchem die Repräsentanten mehr Selbststiw digkeit und Beachtung des Besten der Besteuerten gezeigt, ald solches vielleicht seit 1809 auf irgend einem vorhergehenden di Fall gewesen, und in dem Stande, in welchem dieser Geiß sich am lautesten geäußert, sih ein lebhafterer und allgemein rer Wunsch als jemals für den baldigen Schluß des Reichs tages ausspricht.

Dane mar t

Kopenhagen, 12. April. Jn Jütland erwartet ma diesen Sommer mit einem Besuche Sr. Majestät des Königs beglückt zu werden; der Anfang des Juni soll zu dieser Reis bestimmt seyn. ;

Der Prinz Friedrih von Hessen, Bruder J. Maj. de Königin, Gouverneuer von Rendsburg und fkommandirendt! General in den Herzogthümern, ist von Rendsburg hier angs fommen. ,

Mit dem ten Dampfschiffe von Kiel is der Königl. Großbritanische Minister an unserm Hofe, Sr. H. Wyn nach einer längeren Abwesenheit wieder zurückgekehrt. /

Der Hof- Jägermeister, Graf T. Reventlow, ist auf sein Ansuchen seines Postens als K. Gesandtschafts -Secretair in Sk, Petersburg entlassen worden und der bisherige Gesandtschaft“ Secretair in Wien, Graf H. Bille Brahe, ernannt, vorläusg in St. Petersburg zu fungiren.

Der Stifts-Propst in Odensee, Dr. Faber, ist zum Bischt| und Superintendenten des Stiftes Fühnen ernannt.

Der Justiz-Rath Rehling, Regierungs-Rath beim Gouv“ | nement in Tra

i rauh - Steuer an Wein, Branntwein / Bier und Tabak 155/500 Î thle, 4 Uebergangs - Abgabe von diesen Artikeln 12,000 Rthle. | 5) Waage - - Niederlage - und Schleusen - Gelder 1,700 Rthle. 6)

| 90 Rthlr. 8) Fixations-Betrag der von der Zol-Linie ausgeschlosse- nen Grafschaft Schaumburg 7,0 /,0 Rthlr. Steuer und Uebergangs - Abgabe aus dem zum Thúringischen Ver- | cine gehdrigen Kreise Schmalkalden 17,000 Rthlr. * von zahlbaren Bleizettel-Geldern und Zol-Drucksachen 1/800 Rthlr. E 11) Außerordentiiche Einnahme einschließlich des Meßbuden - Zinses | in Kassel 3,600 Rthlr. Haupt - Summe des Ertrags der indireften Steuern GUAQS EIE

| 3) Fährgelder 300 Rthlr. 4) Zufällige Einnahme 150 Rthlr. Ueber- haupt 75,000 Rthlr.

| 1) Ständige und nicht ständige Gefälle 247/890 15,220 8323,110

| 9) Pachtgelder von Domainen-Gütern 121,860 59/410 181/270

O S $9,160 23,900 113/060 4) Von Triften und Schäferei-Gerech-

E t a O S0 14,790 Betrag der Domanial-Einkünfte Über-

E 467,930 464,300 632,230

V. Ertrag der Gesundbrunnen und Bäder.

Unter denselben befindet F

Rthlr.

VI. Auffommen aus den Forsten. Kammeral- Kammeral- Total Bez. Kassel. Bez. Hanau. i Rthlr. Nthlr. Rthlr. O Una e 947,030. 80,320 327,390 I 2 Eingezogene Otenst-Emolumente . . 13/290 3,970 17,260 h 3. Pfändergeliehene .....--...- 10/500 1,500 12,000 Ua i 270,820 85,790 356/610

| Aufkommen von den Jagden. 8/450) 3,160 11,620

VIII. Aufkommen von den Fischereten. 3,190 400 3,500 1X. Ertrag der Hütten-, Salz- und Bergwerke.

Die Republik zu Brüssel is nh |

quebar, ist zum Chef des Etablissements So :

rifsnagor in Bengalen und der Raths -Secretair auf St. 0 L mas, C. B. Petersen, zum Regierungs-Secretair auf den West Þ

indischen Jnseln ernannt worden. Der Königl. Dänische General - Konsul

in Griechenland, Þ

General - Kriegs - Commissair Falbe, hat nun seinen Aufenthalt Þ

u Nauplia genommen.

Da in dem Sundischen Fahrwasser zwischen d6n Inseln}

Bez. Kassel Bez. Hanau

Rthlr. Rthlr. Rthlr.

Grund - Ste 301,490 97,440 398/930

Exempten-Steuer .. 17,300 17,300

Wegebau- Steuer .…. 6:3,080 E CO/080

Gendarmerie=Steuer . 7,980 4,450 10/430

5) Gewerb - und Vieh-Steuer . ... 64,480 4/000 68,480

6) Servis-Gelder der Stadt Kassel... 1/500 1,590 1) Antheil an dem Aufkommen der

Neustadt von Hanau .... 2,500 - 2,500

8) Klassen-Steuer 51,000 15,000 66,000 | Haupt- Summe des Ertrags an divek-

Gt 200830 B90 628,220

j Rthlr. Nthlr. Rthlr. i d Strafen und Confiscations-Gelder 13,000 2,900 15/900 2) Concessions-Zinsen ..... ... 8,700 6/370 15,07 3) Búrger-, Beisißer-, Ein- und Aus-

zugs-Geld, Meisterrechts-Gebühren

\0 wie von Messen 1... ....-- 4,200 3,350 7,500 4) Beiträge der Städte zu den Kosten

D S 5,390 1,450 6,750 5) Taxen und Schceib-Gebühren von

Erb-Leihe - Briefen, Rent - Amts -

Sporteln, von verpachtetem Musif-

Spiel, Erlös für Bau-Materialien 3/090 1/480 4,48) Und e-Steuet. o 2,850 660 3,510 Ot 3,000

Zusammen 37/050 16,210 56,260

I I A N G M B s

mak und Saltholm immer noch viele Seeschäden, wegen der zasigen Untiefen vorfallen, so is im vorigen Sommer die anze Strecke, Droyden g:nannt, aufs Neue durch Königl. See - Offiziere aufgenommen, und jest ist eine Kommission mit der Untersuchung beschäftigt, dur<h welhe Veranstal- tungen dieses wichtige Fahrwasser noch weiter gesichert werden fónnte. Deutschland.

Kassel, 11. April. ‘Den Ständen ist nachfolgender Vor- anshlag der jährlichen Staats - Cinnahme für den Lauf der mit dem Jahre 1834 beginnenden neuen dreijährigen Finanz- Periode yon der Landtags-Kommission in Auftrag der Staats-Regierung

ergehen worden : derg L Orette Gc Kammeral- Kammeral- Total.

11, Fndirekte Steuern. 1) Stempel 136,000 Rthlr. 2) Zdlle 340/000 Rthlrxe. 3) Ver-

BVasser-Zoll 23/000 Rthlr. 7) Straf - und Confiscations - Gelder 9) Zoll -= Verbrauchs- 10) Auffommen

. Wege- und Brückeggelder. 1) Wegegelder 70,000 Rthlr. 2) Bruckengelder 4550 Rthlr.

IV. Domanial-Einkünfte.

Kammeral- Kammeral- D ztgl

Bez. Kassel Bez. Hanau Rthlr. Rthlr. Rthlr.

2. Hofgeismar 1/520 Rthlr. 3.

1. Nenndorf 12,740 Rthlr. Summa 17/240

Schwalheim 1,840. 4. Wilhelmsbad 1/140 Rthlr.

2) Salzwerke 82,400 Rthlr. 3)

1) Bergwerfe 62,200 Rthlr. Ueber-

Hütten- und Hammerwerke, auch Fabrifen 55,400 Nthlr. haupt 200,000 Rthlr.

X. Ertrag des Post-Regals nach bestehendem Vertrag

mit dem Fürsten von Thurn und Taxis.

1) Kanon 42,000 Rthlr. 2) Beitrag zu den Gehalten der Ge-

neral - Post- Fnspection 500 Rthlr. 8) Dienst - Kosten derselben 1000 Rthlr. Ueberhaupt 43,500 Rthlr.

Nl. Auffommen vom Landgestüte . . 4/190 Rthlr.

XII. Verschiedene Einnabmen. Kammeral- Kammeral- F>gtg[ Bez. Kassel Bez. Hanau 7 :

_XlI. Einnahme aus dem Staats-Kapital-Ver- mdgen 342,770 Rtblr._ y

Haupt -Betrag der jährlichen Staats - Einnahme nach diefen dreizehn Rubriken 3,069,540 Rthlr.

Frankfurt a. M., 9 April. (Allgemeine Zeitung.) Unser Polizeiwesen scheint nun mit Ernjt den Anforderungen entsprechen zu wollen, welche Zeit und Umstände an dasselbe machen. An allen Thoren der Stadt befinden sich schon seit längere Zeit Polizei:Beamte, welche jeden eingehenden Fremden ge- „nau inquiriren. Das Postamt is angewiesen, feinem Fremden einen Plaß auf dem Eilwagen zu bewilligen, dessen Paß vom hiesigen Po- lizei: Amt nicht visirt ist. Eben jo werden die Hauderer an den Thoren angehalten und unter genaue Kontrolle gestellt. Der M ade Direktor des Polizei-Amtes, Senator Dr. Usener, hat eine Dimission eingereiht, und an dessen Stelle wurde Kanzlei- rath Dy. Fiedler gewählt, welcher früher als Affessor mehrere Jahre lang auf dem Polizei-Amte arbeitete. Es steht zu erwar- ten, daß viele Aenderungen in dem Polizeiwesen, namentlich in dem äußern, eintreten werden. Die Englischen Waarenhändler behaupten, noch nie eine bessere Messe gehabt zu haben, als die gegenwärtige. Jm Ganzen genömmen aber haben wir gar keine Messe mehr, und kein Mensch würde daran denken, würde man nicht durch die aufgeschlagenen Buden daran erinnert.

Frankfurt a. M, 13. April. Jn der Ober-Post-Amts-

enthält in Nr. 80 vom 5. Aptil folgende Mittheilunng aus hie- siger Stadt: „Die katholische Geistlichkeit unserer Stadt hat kürzlich einen Beweis von religiösem Eifer gegeben, der, verhält sich die Sache wirklich so, wie man im Publikum erzählt, wohl - nicht allgemeinen Beifall sinden, ja selbst zur Stdrung jenes auten Einvernehmens führen dürfte, das Klerus aller hier gleiche Rechte genießenden christlichen Kon- fesitonen Wahrheit durchdrungen bezeigten, daß sie die einer und derselben göttlichen Lehre seyen, den ihrer Seelsorge befoßlenen Laien als Vorbilder derjenigen gegenseitigen Liebe zu dienen haben, die jene Lehre allen ihren Bekennern empfehle. gab die Beerdigung eines fremden, während seines zeitwei- ligen

weniger, daß dabei das Rituale der

obachtet worden wäre. Von dem Vorgange nachträglich in Kenntniß geseßt, soll nun eben diese Stelle die Aus- grabung der Leiche verfügr, und Hierauf deren nochmalige

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seither unter dem

sich allgemein von der Verkündiger und fomit auch

herrscht, dessen Mitglieder

Veranlassung zur Darlegung jenes Eifers

hierselb| verstorbenen Studenten fatho- welche startgefunden hatte, ohne daß der daven die Anzeige gemacht, viel fatholischen Kirche be-

Aufenthalts lischen Glaubens, betreffenden Pfarrjcelle

Beerdigung, Unter strenger Beobachtung des frúher hintangeselz- ten Rituale, veranstaltet haben.“ So weit die National-Zeitung. Wir sind ermächtigt, auf diese Erzählung Folgendes zu er- wiedern: Das ganze Faktum, so wie es in obigem rtifel erzählt wird, beruht durchaus auf unrichtigem Grunde. Ein Vorfall der Art ist sowohl der katholischen Geistlichkeit, wie auch sämmtlichen Einwohnern hier ganz unbekannt. Viel- leiht ist von folgender Thatsache ein ivriges Gerúcht jener Zeitung mitgetheilt worden: Der Studenr Nahm aus Weidenthal, bei Neustadt in Rhein - Bayern, war im Gefäng- nisse hierselbst, nachdem er zuvor, auf sein Verlangen, mit den heiligen Sakramenten versehen worden, gestorben. Dem Herrn Stadtpfarrer wurde hiervon, wie gewöhnlich, die An- zeige gemacht. Der Leichnam des Verschiedenen wurde auf den Friedhof gebracht und, wie dies hier häufig geschieht, vor der Beerdigung erst im Leichenhause beigeseßt. Zur Vor- nahme der kirchlichen Einsegnung fuhr nun Herr Kaplan Kö- nig, begleitet von Hrn. r. Binding, dem Anwalte des Ver- storbenen, in einem Wagen nach dem Friedhofe. Dort wurde die gewöhnliche Einsegnung in Gegenwart des erwähnten Hrn. Dry. Binding, eines Aufsehers vom Friedhofe und des Ober- Glôcfners, am Gründonnerstage Nachmittags vorgenommen. Erst des andern Tages wurde die Leiche beerdigt. Hátte der Korrespondent erwähnter Zeitung oder der Einsender besagten Artikels etwas mehr Wahrheitsliebe gehabt, so wúrde er eine so ganz ungegründete Geschichte dem Publikum nicht mitgetheilt haben. Was das Verhältniß der hiesigen katholischen Geist- lichen betrisr, so Úben dieselben allerdings, wie in jenem Artikel erwähnt wird, christliche Duldung gegen Andersglaubende aus, und nehmen überhaupt jene Stellung ein, welche ihnen nach den Vorschriften ihrer Kirche angewiesen ist.

Ses.

Der Schwäbische Merkur berichtet aus dem Jura vom 10ten April: „Mit wel<hem Bescheid die Herren Heß und Hegetschweiler von Bern nah Zürich zurückgekehrt sind, ist, was die Zeitungen und Privat-Berichte aus diesen Städten auch bis jeßt darüber berichtet haben, doch noch Geheimniß. Da Bern nun durchaus keinen Schein von Vorwand mehr hat, in seinem Gebiete den Polen einen längern Aufenthalt zu gestat- ten, so erwartet man allgemein, der Vorort werde unter so be- wandten Umständen diesen Stand unverweilt zur Fortschaffung bezeichneter Flüchtlinge kategorisch auffordern und im Weige- rungsfalle sofort kräftige Maßregeln für die Vollziehung des Beschlusses der Mehrheit der Kantone eintreten lassen. Diese Erwartung is gänzlich getäuscht worden, und der Vorort dicht es, wie daran kaum mehr zu zweifeln is, vor, über eine Ange- legenheit sich in diplomatische Unterhandlungen einzulassen, deren genügende Erledigung jeßt allein noch durch entschiedenes Han- deln erzielt werden * kann. Dieses zaudernde Benehmen der höchsten Bundes - Behörde giebt natürlich den sonderbarsten Ver- muthungen Raum, und Alles zerbricht sich die Köpfe, um die etwaigen Beweggründe für dasselbe zu errathen. Wir wagen es nicht, au<h nur die entfernteste Erklärung einer so räthsel- haften Politik zu versuchen, um so weniger, als wir Überzeugt sind, daß das Geheimniß der ganzen profanen Welt bald genug offenbar und Jedermann in Stand geseßt seyn wird, über die Triftigkeit der Gründe zu urtheilen, welche den Vorort zu sei- ner jebigen Handlungsweise bestimmt haben. Ueber das Truppen - Aufgebot im Kanton Bern macht man in der Schweiz manche Glossen; ob diese Maßregel getroffen worden E, Um; wie vorgegeben wird, etwaige Reactions : Versuche im Keime zu ersti>en, oder ob sie mit der Polen - Angelegenheit in Verbin- dung steht, muß die Zeit bald lehren.“

Fraltien.

Venedig, 8. April. Die hiesige Zeitung sagt: „Briefe aus Rom, welche in Ankona N sind, wiederholen die bereits erwähnte Nachricht, daß der König von Neapel binnen Kurzem nach Paris reisen werde, Um das Nähere wegen der Vermählung seines Bruders zu verabreden. Einige Fúrsten und Souveraine Italiens schen diese Reise nur ungern und man versichert, daß auch die Anwesenheit der Königin Mutter zu Nom feinen andern Grund habe.‘/

Die Veroneser Zeitung meldet: „Jn den Römischen Provinzen haben kürzlich mehrere Verhaftungen junger Leute stattgefunden. Jn Rimini wurden 15 Personen festgenommen, deren Namen sich, wie es heißt, unter den Papieren der Revos sutionnaire von Piemont befunden haben. Mehrere Bolognesen sind aus Rom nach ihrer Heimath verwiesen worden.“

Ube

Der Courrier de Smyrne vom 22. Februar enthält Folgendes: „Am vorigen Sonntage, als ein junger Grieche dffentlich und feierlich seine Religion abschwur und zur katholi: schen Kirche überging, drangen sein Bruder und ungefähr 12 andere Griechen in die Kirche ein, worin die Ceremonie vor sich ging, führten ihn mit Gewalt davon und brachten ihn auf ein Boot, welches zu diesem Zwecke bereit lag. Ein Dolmetscher des Oesterreichischen Konsuls, der in Begleitung zweier Janit- charen und des Türkischen Polizei - Chefs anlangte, beugte wei- terer Ruhestdrung vor, kam aber nicht mehr zeitig genug an Ort und Stelle an, um die Delinquenten zu verhaften. Der Oesterreichische General - Konsul verlangte Gerechtigkeit von den Orts-Behörden, und diese bemühten sich augenblicklich, die Schul- digen zu entdecken; aber es soll den Rädelsführern gelungen seyn, auf einem Griechischen Schisse zu entkommen. Ein Mann

war, is, nachdem er 100 Stocfschläge empfangen, von Smy-! verbannt worden.

Smyrna von demjelben Datum berichtet: Kriegs-Brigg „le Grenadier“ ist heute frúh von Parcia auf der Änsel Paros hier angelangt. Man zicht noch fortwährend Theile von dem Wrack des „Superbe// hervor, aber die ungesiüme Wit- terung ist dabei sehr hinderlich gewesen; es wütheten so heftige Stürme, daß das Fahrzeug, welches die Kanonen aufnehmen sollte, sich 20 Tage lang dem Wrack nicht nähern fonnte, und die Kälte verhinderte die Taucher an ihrem Geschäft. mußten daher den Verdeck abbrechen, um leichter nen zu gelangen. dem gewöhnlichen Grundsaß verfahren; die Französische Regie rung nämlich erhält zwei Drittheile und die Retter ein Drittheil von dem geborgenen Gut. Die der Regierung zukommenden Antheile

zu diesem Zweck in Parcia gemiethet ha ' zwar niht mehr so arg wie Anfangs, wird aber doch immer

T 16

Ein in Französischen Blättern enthaltenes Schreiben aus „Die Französische

Die Leute zu den Kan9- as das Bergelchn anbelangt, so wird nach

werden, sobald sie herausgebracht sind, in Magazine deponirt, die man Die Räuberei ift

noch fortgeführt, und die Plúnderer, die von allen Theilen der Insel herbeikommen, lassen sich weder durch die Anwesenheit der Griechischen Polizei- Beamten, no<h durch die strengere Wach- samkeit der Französischen Matrosen einschüchtern. Man kann si< unmögli<h eine Vorstellung davon machen, wie „verwegen diese Menschen sind. Man berechnet, daß, abgesehen von den Arbeitsfkosten, auf der Jnsel Paros, mit Einschluß des den Ret- tern überlassenen Antheils und der täglichen Ausgaben für die Mannschaft der „„Cornelie‘‘, eine Summe von 200 250,000 Fr. zurückbleiben wird; also haben die Einwohner keinen Grund, diesen Unglücksfall zu beklagen, sondern sie ziehen vielmehr vol- ler Freuden alle möglichen Vortheile davon.“

GrtieGenlaän d. Athen, 28. Februar. (Schreiben eines Griechen in der Allgemeinen Zeitung.) Seit meinem lekten Schrei- ben hat si<h hier in der Hauptsache nichts geändert, und wir sind no<h fortwährend ohne Entscheidung des Schicf- fals, das man uns bestimmt. Daß die Kontrakte wegen Ab- tretung des nöthigen Grundes, und die Bestimmungen wege? der Neustadt und Verlegung der Residenz abgethan waren, ist Jhnen bekannt. Jn der Aussicht, daß wir die Residenz im Januar bekommen würden, hatten sich viele Familien hieher gezogen, viele Unternehmungen vorbereitet; aber die Verzôdge- rung und die Sorge, daß sie sich in das Unbestimmte hinaus fortseßen werde, hat das Meiste wieder rückgängig gemacht. Viele sind dadurch in große Verluste gekommen, Und bis man nicht ernste Anstalten sieht, wird das Vertrauen schwer herzu- stellen seyn; doch scheint es keinesweges, daß der Plan, Athen zur Residenz zu erheben, ganz aufgegeben sey. Es ist Befehl gekommen, die Hafenstadt im Piräus vorzubereiten. Jedem Chiotischen Kaufmann, der sich dort ansiedeln will, sind 1; Strem- men Land am Ufer unentgeltlich zum Anbau zugesichert. Fer- ner ist eine Straße angeordnet vom Piräus nach der Stadt, die im Grunde schon vorhanden ist, und nur leichter Besserung bedarf. Endlich sollen zwei Kasernen (oguráves) gebaut wer- den, eine in der Stadt, eine in Badissia, 14 Stunde von hier entfernt, wo unjer geliebter König in dem Landhause des Admirals Malcolm seine Residenz nehmen wird. Wir haben also doch Hoffnung, ihn selbst bald zu besißen, wenn auch die Regentschaft, wie es scheint, wenig geneigt ist, für die no< übrige Dauer ihres Aufenthaltes unter uns einen Umzug vorzunchinen. Manche sagen, daß ihre Gegenwart im Peloponnes nöthig sey, um die Bewegungen der Korfiotischen Partei, die Anhänger der Kolokotroni, Koliopulos, zu beobachten. Denn die Regierung, indem sie sich der Häuptlinge bemächtigt, habe eben den Wolf beim Ohr, scy aber desselben noch nicht mächtig. In unséêrn in- nern Athenäischen Angelegenheiten ist noch nichts in Ordnung ; die Eingebornen (¿èro/2o) sind wegen ihrer Streitsucht, Rän- kesucht und anderer schlechten Eigenschaften übel berufen, und da- gegen is erst Hülfe, wenn sie durch das Hinzustrômen fremder Bevölkerung gleichsam absorbirt werden. Unterricht der Jugend verdanken wir allein den guten Amerikanern, die unsere Kinder Lesen, Schreiben, Christenthum, Rechnen und das Alt - Griechi-

sche lehren.

L

Berlin, 18. April. Des Königs Majestät haben mittel[k Allerhöchster Kabinets - Ordre vom lten v. M. zu den Repa- raturen an den Kirchen und andern geistlichen Gebäuden in der Stadt Mühlberg (Regierungs - Bezirks Merseburg) diejeni- gen 423 Rthlr. 24 Sgr. 1 Pf., welche zum Schulhausbau den Landgemeinden zur Last fallen, auf Allerhöchstihren Dispositions Fonds zu übernehmen geruht. i

Aus dem Erldse der Windbrüche in den Kommuna!- Heiden sind von dem Magistrate zu Kemberg 800 Rthlr. und von dem zu Schmiedeberg 1200 Rthir. zur Bezahlung von städtischen Schulden sofort verwendet worden. Auch hat der Magistrat zu Kemberg die Post-Straße nach Schmiedeberg mit 930 Stúck Obstbáumen bepflanzt, und der Magiftrat in Zahne hat- außer viclen wilden Bäumen 330 Sick veredelte Kirsch- und Pflaumenbäume seßen lassen. In legterem Orte besteht noch die nübliche Observanz, daß jeder neue Bürger 6 trazbare Obstbäume nebs Pfählen der Kommune liefern inuß.

Die Kommune Schlieben, desselben Regierungs-Be- zirks, hat ein am dortigen Markte belegenes , ziemlich großes Haus, nebs zivei dazu gehörigen Hufen Landes, für die Summe von 7250 Rthlr. angekauft und will das Gebäude zum Rath- hause, da es der Stadt an einem solchen fehlt, einrichten, das dazu gehöôrige Lanò aber anderweit zum Besten der Stadt be- nußen. * _ Der Kaiserl. Russische Staatsrath von Schmidt in Ja- roslaw, von armen längst verstorbenen Aeltern in Eilenburg geboren, hat, in Erinnerung frúher auf der Schule genossener Unterstüßungen und Wohlthaten, im verflossenen Jahre der da- sigen Schule ein Kapital von 809 Rubel Banco überwiesen, dessen Zinsen bestimmt sind, als Belohnung des Fleißes und der Sittlichkeit an 4 Schüler der beiden obern Klassen der Eilen- burger Bürgerschule vertheilt zu werden. Diese Vertheilung hat, der Stiftung gemäß, beim Schul-Eramen am 17. März d. À. zum erstenmale stattgehabt und bestand in Bibeln und Ge- sangbüchern.

Von Seiten der Behörde is unterm 25sten v. M. die Errichtung eines Wollmarktes in Paderborn mit Rücksicht auf die dort bestehenden günstigen Verhältnisse genehmigt, und es sind die Markttage in Verbindungen mit den benachbarten Wollmärkten auf den 30. Juni, 1. und 2. Juli jedes Jahres festgeseßt worden.

Da die nachbenannten Gemeinden des Kreises St. Goar

Zeitung liest man: „Die Deutsche National-Zeitung

von der Türkischen Wache, der von den Griechen gewonnen

(Regierungs-Bezirk Koblenz): Oberheimbach, Bacharach, Ober-

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