1834 / 131 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

S E iti ir L S iO Ot S: it Ps L Cr E B E Li O R iR E R

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als ihr seine Motion do< wahrscheinlich nicht besonders ange- nehm seyn möchte; dessenungeachtet, sagte er, hätte das Ministe- rium nicht nur nichts gethan, um die Diskussion zu verhindern oder zu verzögern, sondern ihm vielmehr alle mögliche Gefáäállig- feit bezeigt, indem es scinem Antrage den Vorrang vor andern Maßregeln eingeräumt, und das ju einer Zeit, wo der Stand der öffentlichen Geschäfte und die Art und Weise, wie dieselben in dem Hause verhandelt würden, manches Mittel an die Hand gegeben hätten, um die vorliegende Debatkezu verschieben oder zu ver- eiteln. (Hört!) Er schlug sodann vor, daß Se. Majestät in einer Adresse ersucht werden möchte, die Ansprüche auf jede in der am 28. August 1833 vom Unterhause zum Druck anbefohlenen Liste angewiesene Pension genau prüfen zu lassen, um zu ermit- teln, ob bloß solche Personen Gelder vom Staat empfangen, die gerechte Ansprüche auf die Königliche Freigebigkeit haben, entweder weil sie der Krone ausgezeichnete Dienste geleistet, oder weil sie ihre dem Publikum schuldige Pflichten ecfúllt, oder núßliche Entde>ungen in der Wissenschaft gemacht, oder sich in Literatur und Kunst ausgezeichnet und so die Berúck- sichtigung von Seiten ihres Souverains und die Dankbar- fcit des Landes verdienten. Zur Begründung seines Antrages verlas der Redner ein langes Verzeichniß von Personen, deren Pensionen er als ungerechte und als eine bloße Last fúr das Land bezeichnete, weil dieselben zum Theil noch Posten be- kleideten, mit denen ein Gehalt verbunden, zum Theil gar keine Verdienste hätten, zum Theil auch durch Erbschaften oder neue Verheirathung ihrer früheren Ansprúche auf Pensionirung verlustig gegangen seyen; auf diesem Ver- zeichniß waren unter Anderen die Lords Aylmer, Aston, Aucfland, Bloomfield, Elphinstone, Howe, Hereford, Minto und Strangford, Sir Henry Browne und Sir Herbert Tay- lor genannt. „Dies ist die Liste,‘/ sagte Herr Harvey \ließ- lich, „an die das Ministerium seine Existenz fnúpfen will; das heißt, wenn das Haus den Ministern nicht folgen will, so wol- len sie das Land in ein Dilemma stürzen, aus dem es sich, ihrer Meinung nach, nicht würde heraus helfen können, weil sie allein die Kunst des Regierens zu verstehen glauben. (Geläch- ter.) Nie is einer großen Nation eine solhe Schmach gebo- ten worden. Jch bin überzeugt, daß, wenn auch Alle, die je- mals im Ministerium gewesen sind, und Alle, die noch hinein- ufommen hoffen, abhänden kämen, sih doch immer noch alente genug in diesem Lande finden würden, die es besser zu regieren vermöchten, als alle ihre Vorgänger. Die Minister handeln wie Karl Il., der, als er mit ei nem Freunde ausging und scinem Bruder James, dem Herzog von York, von Wachen umgeben, begegnete, von Diesem befragt wurde, ob er sich nicht fürchte, so ohne Bede>kung auézugehen, und zur Antwort gab: „Nicht im mindesten ; mein Leben ist in feiner Gefahr, so lange die Leute wissen, wer mein Nachfolger werden würde.“ (Großes Gelächter.) Jch weiß, das ist es eben auch, worauf die Minister bauen; aber ich hoffe, die Ma- jorität dieses Hauses wird nur ihre Pflichten gegen das Land im Auge haben. (Hört!) Jch werde keinesweges von Partei- lichkeit bci meinem Antrage geleitet, noch weniger von dem Wun- sche, die Minister von ihrem Plaße zu verdrängen; im Gegen- theil, ich wünsche aufrichtig, daß sie im Amte verbleiben mögen, aber ih hoffe auch, daß sie auf die Beschwerden des Volkes hô- ren und mit dessen Noth keinen Scherz treiben werden.“ Herr O’Connell unterstüste die Motion des Herrn Harvey. Lord Althorp erhob sich darauf mit folgenden Bemerkun- gen: „Für jeden Gentleman, sagte er, ist es ein Ding der Un- möglichkeit, der in Rede stehenden Proposition seine Zustimmung zu geben. Wenn man den König auffordern will, Pensionen, die er selóst bewilligt hat, zu reichen, so muthet man ihm el- was zu, was sich kein Mann von Edelmuth zu thun erlauben würde. Der ehrenwerthe und gèlehrte Herr hat auf eine Rede angespielt, die ih früher in Bezug auf denselben Gegenstand hielt. Was ih damals behauptet, kann ich nicht umhin, auch jeßt zu wiederholen, daß nämlich ein Minister, der eine Pension empsielt, für diese seine Empfehlung auch verantwortlich ist. Durch die Zusage von Seiten des Ministeriums steht den Pen- sions Inhabern das Recht zu, die einmal förmlich auf Lebenszeit bewilligten Summen fortgeseßt zu verlangen, und da das Haus die Liquidation derselben auf den konsolirten Fonds angewiesen hat, so seht eine Frage über die Pensions-Liste überhaupt nicht mehr offen. Wie König Wilhelm die an Jakob Il. zugestandenen Pensionen fortgesezt bewilligte, so kaun man für die Verfügungen eines frühern Gouvernements keinesweges verantwortlich seyn, allein dafür, was während der eignen Verwaltung bestimmt und fesk- gesekt wurde, hat jedenfalls der erste Minister der Krone eine Garantie übernommen, die, so lange er selbst am Ruder des Staates bleibt, geltend ist. Der Meinung, daß Jemand, der ein Amt bekleidet, und mithin ein Gehalt bezieht, auch einer Pension sich zu erfreuen hade, fann und werde ich nie beipflich- ten; i< für meinen Theil wurde in einer solchen Lage keine Pension annehmen. (Anhaltender Beifall.) Dies is jedoch nur

eine Privat- Ansicht, die ganz außerhalb des Gebietes unserer | Frage liegt. Diese stellt sih aber, wenn wir sie aller Weitläu- |

figkciten entheben, einfa<h und nüchtern genug vor Augen, in- oem das Haus mit Ja oder Nein darauf zu antworten hat, ob dasselbe Personen, welche kraft eines guten Rechts Pensions- Bewilligungen zu fordern haben, dieses Rechts berauben voill. ( Beifall.) Die ganze Proposition bewegt si<h auf so engem und beschränktem Boden, daß es mir unmöglich cheint, derselben eine Sanction zu geben.‘ (Beifalí. ) Herr Srtrutt schlug als Amendement zu dem ursprünglichen Äntrage vor, daß ein besonderer Aus|<uß von dem Hause er- nannt werden möchte, um die Lasten der Civil-Liste und des fonsorédirten Fonds zu prüfen und daraus zu ermitteln, wie weit die Penzionen ausgedehnt werden könnten, und zugleich zu un-

ter: suchen , ob sich in die Verwilligung jolcher Pensionen Miß-

oráuche eingeschli<hen hätten. Als es jedoch zur Abstimmung fam, wurde sowohl der Antrag des Herrn Sar als das

Amendement des Herrn Strutt, ersterer mit 390 gegen 148,

lebieres aber nur mit 311 gegen 230 Stimmen, verworfen.

London, 6. Mai. Der König ertheilte gestern dem Gra- fen Grey eine Audienz. \

Der Russische Botschafter, der Preußische Gesandte und der Brasilianische Geschäftsträger hatten heute Unterredungen mit Lord Palmerston im auswärtigen Amte.

Der Gesandte von Venezuela, Geueral Montilla, ist in Begleitung des Generáäls O'Leary in London angekommen. Man glaubt, ihre Sendung beziehe sich hauptsächlich auf ein Arran, geinent wegen der Columbischen National - Schuld.

Heute geschah im Oberhause von Seiten des Marquis

von Londonderry ein Antrag in Bezug auf den gegenwärti- gen Stand der Portugiesischen Angelegenheiten. Graf Grey var noch mit der Erwiederung beschäftigt, als die Post abging

33 (weshalb wir uns die nähere Mittheilung no<h vorbehalten mússen).

Aus Portugal sind mit dem Schiffe *„„Savage/‘/ Nachz- richten aus Lissabon vom 1sten eingegangen, die aber von keiner Erheblichkeit sind. Der Pedroistische Brigadier Bacon hatte sein Kommando niedergelegt, wie der Korrespondent des Courier behauptet, wegen eines Streites mit General Saldanha. Zu- gleich sprach man in Lissabon von Zwistigkeiten, die im Mini- sterium zwischen dem Premier - Minister Silva Carvaiho und dem Kriegs-Minister Freire, so wie bei Hofe zwischen dem Kai- ser und der Baronin Sturmfeder ausgebrochen waren. Die

le6tgenannte Dame ist in Folge davon des Landes verwiesen worden. Auch im Miguelistischen Feldlager hatte es Streit ge-

geben, und Galvao, Militair-Gouverneur in Santarem, war, des Hochverraths verdächtig, auf Befehl Dom Miguels arretirt worden. Admiral Napier hatte einen Versuch gemacht, sich Figueiras zu nähern, war aber dur<h Stürme zurü>- getrieben worden, und soll die Absicht, diesen Versuch zu wiederholen, aufgegeben haben. Dagegen hieß es, Ge- neral Torres werde am Zten vor Figueiras eintressen, und an demselben Tage sollte General Rodil vor Abrantes und der Her- zog von Terceira, der noch in Lamego stand, vor Coimbra rüf- ken. Aus Pernes berichtet ein Schreiben im Courier Eini- ges über die Bewegungen des Don Carlos; er war mit seinem Anhange und seiner Familie am 19. April Abends in Chamusca (am Tajo, unweit Santarem) eingetroffen, nachdem am Mor- gen Dom “Miguel auf einige Stunden da gewesen war; seitdem besuchte Dom Miguel dort den Don Carlos alle Tage. Don Carlos war bei Abrantes über den Tajo gegangen und hatte seinen Weg an der Südseite des Flusses, genommen; in allen Städten, durch die er kam, hatten die Behdrden Befehl, ihn mit allem Nöthigen zu versehen, und auf dem Wege von Villa Real an, soll er an 2000 Rationen täglich erhoben haben. In seinem Gefolge befanden sich nur 16 bis 18 Militairs. Am 2lsten d. war die Jnfantin Schwester Dom Miguels nach Chamusca gegangen, um bei der Familie des Don Car- los zu bleiben. Die Portugiesen, die in des Lesteren Dienst standen, sollen ihn sämmtlich verlassen haben, in Folge einer Pro- clamation des Herzogs, wonach alle diejenigen Anhänger dessel- ben, die zu Kriegs - Gefangenen gemacht würden, erschossen wer- den sollten. Die Unzufriedenheit der Englischen Kaufleute in Lissabon mit der Portugiesischen Regierung schien noch fortzu- dauern, namentlich hatten sie wegen der Art, wie die Zôlle er- hoben wurden, reklamirt. Auch beklagten sich die Engländer über eine Veränderung, die der neue Gesandte, Lord Howard de Walden, mit der Expedition der Posten nah England vor- genommen hatte.

Man liest in Englischen Blättern, daß eïne förmliche An- fündizung der Zinsen - Reduction der 4procentigen Anleihe von Seiten der Regierung noch nicht erfolgt sey, aber in den nächsten Tagen zu erwarten stehe. Die Regierung beabsichtigt námlich, wie man sagt, fúr jedes hundert Pfund von dem bis- her zu 4 pCt. verzinsten Kapital, 101 Pfund zu 325 pCt. zu ge- ben, deren Tilgung binnen weniger als 15 Fahren vollendet seyn soll. Die Oktober - Dividende soll noch zu 4 pCt. ausgezahlt werden.

Es is eine ungewöhnliche Erscheinung, sagt die Times, daß Guineen, welche seit beinahe zwanzig Jahren nicht circu- lirten, gegenwärtig in sehr bedeutender Anzahl sih in den Häân- den von verschiedenen Privatpersonen befinden, roorauf man aus dem Umstande schließt, daß im Durchschnitt táglich 300 bis 400 derselben zum Umsaß gegen Scheine oder Souveraigns ín die Bank gezahlt werden. Die Mehrzahl dieser Guineen ist dem Anschein nach fast ganz neu, wenigstens ist ihr Gepräge völlig unversehrt. Man vermuthet, daß sie absichtlich so lange zurück- behalten seyen, um den Mißkredit, in welhem die Bank stand, vorübergehen zu lassen, und jeßt bei dem größeren Vertrauen, das man auf die Regierung set, in Folge eines Todesfalles oder einer teitamentlichen Verfügung der bet! fenden Personen, wieder verausgabt werden. Man weiß aus zuverlässiger Quelle, daß zu jener Zeit, in welcher das Zutrauen zur Bank nicht allzu stark war, an Gold 30 Millionen Pfund im Lande vorhatiden waren, welche fast sämmtlich aus der Circulation verschwanden, und die furzgedachte Erscheinung ist ein Beweis mehr von dem steigenden Vertrauen, das allgemein erwacht, aber auch zugleich ein Zeichen von dem großen Anwachsen der Circusations-Mittel.

Zu Manchester wird eine allgemeine Versammlung der Hand- werker-Vereine auf den 5. Mai zusammenberufen.

Der Alb ion. theilt aus Malta ein vom 8ten v. M. datir- tes, ausführliches Schreiben mit, welches cine genaue Aufz;äh- lung der außerordentlich bedeutenden Seemacht enthält, welche je6t in den Häfen dieser Insel, die auf den Jonischen Junlsela befindlichen Streitkräfte ungerechnet, versammelt ist. Der Kor: respondent des Albion äußert dabei die Ansicht, daß, wäre im vorigen Jahre eine ähnliche Macht im Mittelmeere vorhanden gewesen, der am 8. Juli zwischen Rußland und der Türkei ab- geschlossene Traktat leicht (zátce verhinderi werden êönnen.

Großen Schrecken verursachte an der hiesigen Börse das Gerúcht, daß die neue Anleihe der Spanischen Regierung nicht von den großen Französischen und Englischen Banquier-Häusern, sondern von dem Spanischen Hause San Fernando u. Comv. úber- nommen worden sey. Die Spanischen Fonds fielen augenblick- lih um 6 pCt., hoben sich aber allmählig wieder.

Aus Kanada sind Nachrichtet voin 26. März eingegan- gen. Der Gouverneur, Lord Ayimer, hatte das Provinzial- Darlamenit von Unter - Kanada prorogirt; in seiner Rede zeigte er an, er habe dem Hause keine besonderen Mittheilungen über die finanzieile Lage des Landes zu machen, da das Zepräsentan- ten- Haus diese und andere Angelegenheiten, durch Berufung an das Reichs- Parlament von Großdöritanien, der Regierung aus den Händen genommen hade; übrigens músse er dem Volke das Zeugniß geben, daß, während in dem Repräsentanten- Hause die bekannten 92 Beschlüsse angenommen wurden, das ganze Land sich durchaus ruhig verhalten habe. - In Ober- Kanada hatte das Repräscntanten - Haus eine Adresse an den König „- gegen die beabsichtigte Aufhebung zweier älterer, auf die Verhältnisse der Bank von Ober-Kanada bezüglicher Ge- see, beschlossen.

Aus Rio - Janeiro besiben wir Nachrichten bis zum 5. Februar. Das Land war vollflommen ruhig und der Cours auf

England 42 a 41.

Aus New-York reichen die Berichte bis zum 9. v. M. Das Repräsentanten-Haus hatte mit einer Majorität von 15 Stim- men beschlossen, daß die Staats- Deposita der Bank der Ver'ei- nigten Staaten nicht wieder zurückzugeben seyen, ein Beschluß, der dem früher erwähnten des Senates gerade entgegengeselzt ist.

M tederland e

Aus dem Haag, 6. Mai. Unterm 28. v. M. isk das Gesel zur successiven Einlösung der noch vorhandenen Schal:-

kammer-Scheine zum Belauf von 9,800,009 Fl. dur< Ausgah, eines gleichen Belaufes in 4pCt. zu 600, 300 und 150 Fl. publi, cirt worden und hat der Finanz-Minister unterm 2. und 3, d, zwei Reglements zur Bewerkstelligung der neuen Finanz?Gesete

erlassen. /

In Vliessingen ist dieser Tage dem am 12. A 1832 inÞ Jankowski i Schelde i ontre-Admir Y Jankfowstl, einem Gefecht auf der Schelde gebliebenen C al Lewe [f Jortsgericht gestellt werden.

lowits sollte eben

ic:

van Aduardò ein Denkmal errichtet worden, desen Kosten voy den Marine-Offizieren, die unter dem Kommando des Gebliehe, nen gedient, bestritten worden sind.

Beliquien. F

Brússel, 6. Mai. Eine Deputation, welche von dem Gy,

wollen-Jndustrie protestirt, der Repräsentanten-Kammer zu übe" reichen, is zu Brüssel angekommen. B

Herr Cabet hat sich am 3. Mai in Ostende nach Londo,

efngeschifft. Ein Journal meldet, es sey die Rede davon, die katholis

Universität in Tournay zu errichten, woselbst das nôthiae Lok

schon gewählt sey. Man segzt in diesem Augenbli> Subscriy tions-Listen fúr diese Anstalt in Umlauf.

Warschau, 6. Mai. Die hiesigen“ Zeitungen en halten Folgendes in Bezug auf die vorgestrige Feier: „„Wä rend in anderen Reichen, die man dem monarchischen Europ so oft und so falsch als Muster-Staaten genannt hat, das Staats wohl und Volksglück mit Kanonen mühsam erhalten werde muß, haben wir vorgestern einen der glü>lihsten Tage allgemei

ner Freude erlebt. Wie im ganzen Russischen Reiche, von den Polen ein Theil ist, wurde au<h bei uns der Geburtstag Sr

Kaiserl. Hoheit des Großfürsten Thronfolgers aufs feierlichst begangen. Nicht allein, daß dieser Tag auch der Namenéêtq! Jhrer Majestät der Kaiserin und der Östertag der Griechischen?

Kirche war, hatte er auch darin eine besonders hohe Bedeutung, F daß Se. Kaiserl. Hoheit der Großfürst Thronfolger an demse}

ben majorenn wurde. Diese Feier war, wie in jeder Monar} chie, die eigenthümliche Festfeier des monarchischen Prinzips; f

jenes Prinzips, auf welchem das alte Europa Aahrhundert| welches das Christenthum, F Wir begnügen" dere das Klasen-Steuer-Geseß betr O uns, dies hier nur A weil jeder Bewohner Warschau‘! | denden, ar S die große Bedeutung dieses Tages tief gefühlt hat. Die allge" N ; i M2 CiA G M 1E meine Volksfreude, welche sih vorgestern überall ausspr>h, bürgt und Gewerbe, der leútere dem Budget-Ausscuß allein zur Prü-

Vor der Fest-Andacht in allen" f

glücklich und sicher geruht, und wie kein anderes, geweiht und geheiliget hat.

fär diese Wahrheit hinreichend.

Kirchen empfingen die Haupt - Direktoren der Staats - Admini: |*

ration die Glückwünsche ihrer Beamten, und dann wohnten alle \

hohen Staats - Behörden dem Hochamt und dem Te Peum inf

der Kathedral- Kirche zu St. Johannis bei. Um 11 Uhr nah

Se. Durchlaucht der General-Feldmarschall, Fürst von Warschau, |

Statthalter des Königreichs, die Glückwünsche sämmtlicher hohen | Staats- Behörden und der Generalität, wie der fremden Kon-| suln, des Polnischen Adels und der hiesigen Bürgerschaft in der Alexanders - Citadelle entgegen, worauf dieselbe von der hohen Geistlichkeit dem Hurrahruf der daselbst in Parade aufgestellten Garnison von Warschau und unter vielen Salven des {weren GeschÜkes, feierlihst eingeweiht wurde.

dem Exerzierplaß von Powonsk bei sich vorbeidefiliren. Des Nachmittags begannen theils im Sächsischen Garten, theils auf"

dem Sächsischen Pla6, die -Volks-Belustigungen, an welche sh" F i: ; e A um 6 Uhr freie Vorjtellungen in den beiden Theatern reihten, f Aufwandes zu dem Militair - Stat.

die mit dem volksthümlichen Gesang: „Gott erhalte unsern Kai: F

ser‘, beschlossen wurden. Mit der eintretenden wurde die ganze Stadt illuminirt, bei welcher Gelegenheit si! wiederum die Theilnahme sämmtlicher Einwohner an diesem hohen Feste ohne Ausnahme bethätigte.

Dämmerung|

bemerkte man passende Transparente. Prächtig erleuchtet waren} die Gebäude der Schaß - Kommission, der Ministerien dei

Innern und der Justiz, des Gouvernements, das Rath} haus, die Wohnung der Fürstin Zajaczek, der Zamoyskisch und andere Paláste. Aber besonders Überraschte die erleuchtet! Kuppel der Bank. Um 8 Uhr begann der glänzende Ball, wel} chen die Wojewodschafc Masovien und die hiesige Stadt in det | von beinahe 4000 Wachskerzen erleuchteten und geschma>voll deforirten Rocunde des Bank: Gebäudes gab. Als auf demselben!

C D ( t * Für , ŒO M : Ä s SELN . Se. Durchlaucht der Fürst Statthalter den Toast für JJ. L Mam allerwenigiken die Gefahr des Krieges zu besorgen habe. ausbrachte, sprach sich die Begeisterung der 2000 Gäste für den} 4 O Runde und Axt sprachen sich in einem äÿn- uldreichsten Monarchen und Seine erhabene Familie aufs tic F} Oen Sinne S ; E 4 O UIRe M v R n 0 N merke, wie im Vergleich gegen frühere Bestimmungen bereits

den Kaiser und die Kaiserin und das ganze Kaiserliche

nisterium des Scha6es ein brillantes Feuerwerk abgebrannt.! Da das schônste Wetter diese Festfeier begünstigte, so hatte sid! auch überall das Publikum so zahlreich versammelt, wie jolches} seit dem Krönungs-Fest nicht mehr geschehen war. Auch betrübte| dieses Fest kein einziger Unglücksfall. Ganz vorzüglich müssen wir! aber noch bemerkten, daß sowohl die Armuth an diesem Tage eint Erquickung, wie das Vergehen eine husdreiche Begnadigung" fand. Der Fürst Statthalter verlieh nämlich 17 Gefangenen,| von denen einige zuia Tode, andere zu lebenswieriger Deten/ tion verurtheilt waren, aus der ihm Allergnädigst delegirten Gewalt den gänzlichen Er!aß ihrer Strase und von dem Wohl thâtigkeits - Verein, wie von der jüdischen Gemeinde, wurden mehrere hundert Arme gespeist. Auf solche Weise ward diest erhabene Festfeicer wärdig begangen. Jn dem schönen Russischen Gedicht: „der Schwur für den Thron-Nachfolger“/, so wie in der ergreifenden Ode des Ludwig Ofinöski, fanden alle Unter rhanen ihre Gesinnungen, ihre Gefühle und Wünsche ausge sprochen, und die Zukunft wird lehren, daß dieselben nic! die Empfindungen und Betrachtungen eines Augewhlic>é, sondern die glückliche Ueberzeugung ausmachen, durch * welche das Russische Kaiserreich groß geworden, und durch welche Po- len mit Rußland aufs Neue und bleibend glücklich seyn wird.“

In den gestrigen Zeitungen sind die Vergehen und Strafen der Personen angegeben, hinsichtlich deren der Fürst

Statchalter vorgestern folgende Verfügung erlassen hat: „Kraft F illi der mir Allerhôchst ertheilten Vollmacht gewähre ich den oben Ff M a bezeichneten Personen Verzeihung fúr all’ ihre Vergehen und will, F N

daz sie keiner gerichtlichen Untersuchung, Strafe, Gefangenhal- F tung oder Verantwortlichkeit mehr unterliegen und die Erlaub- F

, l 4 s ¿ L 4 é y 4 . 4 . . . T2 niß haben sollen, sich in ihre Heimath zu begeben.‘/ Der Pfar F dey Deputation hierin bei,

rer A. Dombowski und der Gutsbesißer Joseph Psarski waren in den Prozeß des Emissars Anton Winizki verwickelt, Ersterer, weil er mit diesem korrespondirt, und Legterer, weil er das Ge‘ rücht verbreitet, daß der Erzherzog Ferdinand von Oesterreich König von Polen werden würde, und weil er um die Ankunft Winizki's und der anderen Emissare gewußt; Beide sollten vor

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Y s v é D A D neral-Verein der Fabrikanten des Landes beauftragt is, eine Bit} Prozesse A die noch vor der Kommission des Kriegsge- schrift, worin man gegen die Bildung der Gesellschaft der Baum} richts AEOA E O CADN,

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der Griechischen Kirche unter} die weitere Diskussion ausgesctt.

Nach dieser religidsen Handlung | lies Se. Durchlaucht der Fürst Statthalter alle Truppen auff

5 Dresden, 6. Mai. ihren fortgeseßten Verhandlungen über das Budget des Staats-

An vielen Häusern F iner Ermäßigung dieser Ausgabe ausgelassen, vor, die Kamwer

Amdze den Antrag stellen: daß Se. Königl. Majestät und des M Prinzen Mitregenten Königl. Hoheit durch deren Gesandts\chaf-

das Kriegsgericht gestellt werden. P. Karwosiczki, J. Plonczyc\ki,

J, Celinsfi und Elisabeth Zboinsko waren in den Prozeß der Fmissare Arthur Zawisza und Borzewski verwickelt und zum Tode verurtheilt; in Be hs (OniA Proze war auch Mariane Pint- fowska verwickelt. Jn der Sache des Emissars Peter Jankows?i war Th. Kezemuski zum Tode verurtheilt, und die Mutter des die A. Nagrodzka und M. Pel6 sollten vor ein Mit K. Borkowski und J. Paw- {o verfahren werden, weil der ehemalige Of-

fizier der Revolutions- Armee, Joseph Nowack, in ihrer Gegen-

Ÿ wart aufrührerische Reden gegen die Person des Kaisers geföhrt,

und weil sie der Behörde davon keine Anzeige gemacht hatten. Wynwitsh, St. Sierzputowski und F. Lesniewski waren in

DeutsMlanod.

Schwerin, 4. Mai. - JJ. KK. HH. der Erb-SGroßherzog und die Erb - Großherzogin baben, 1.ach einem vierwöehentlichen Aufenthalte allhier, sich am 3ten d. M. wieder nach Ludwigslust zurückbegeben.

Die hiesige Residenz hat sich bekanntlich in einem Zeitraume von wenigen Jahren úber alle Erwartung erweitert und ver- hönert. Noch aber haben die Bauten ihr Ziel nicht erreicht. Mit dem Beginn des diesjährigen Frühlings erheben sich wieder in verschiedenen Straßen der Stadt neue, ansehnliche Gebäude, und auch der längst projektirte Ausbau unseres alten verfallenen Rathhauses, das schon’ zu Michaelis d. J. in einer neuen Ge- stalt dastehen soll, hat nunmehr vor einigen Tagen begonnen.

Kassel, 7. Mai. In der Sibkung der Stände-Versamm- sung vom 6. Mai wurde auf den von Herrn von Baumbach über die Legitimation des Hauptmann Bähr, als Bevollmäch- tigten des Grafen von Jsenburg- Wächtersbach, erstatteten Be- richt, unter -Verwerfung eines Antrags des Herrn Schwarzen- berg, wonach der Graf zuvörderst nachweisen solle, daß er per- sónlich auf dem Landtag zu erscheinen verhindert und kein ihn u vertreten fähiges Familienglied vorhanden, oder dasselbe eben- falls verhindert sey, mit Stimmen-Mehrheit beschlossen, den

errn Bähr, weil er einen Güter-Besißb, von dein er monatlich 9 Rthlv. 1 Alb. 10 Hlr. Steuer zahlt, nachgewiesen für ge- hôrig legitimirt anzuerkennen. Der Landtags - Kommissar, Herr Ministerial - Direktor Meisterlin, übergab darauf zwei Geseß- Entwürfe, wovon der eine die Besteuerung der Gewerbtret-

wurde dem Budget - Ausschuß und dem Ausschuß für Handel

ung überwiesen. Ferner wurde der Geseß-Cntwurf, die Bezirks- Räthe betreffend, diskutirt und die 6s. 1, 2 und 3 mit verschie- denen Modificationen angenommen ; d. 4 aber sowohl in der Fas- sung des Ausschusses wonah die Wahl der Mitglieder der Bezirks - Räthe von den Wahlmännern als in der Fassung der Regierungs - Proposition wonach diese Wahl von dem Stadt-Rakh und den Orts-Vorständen geschehen sollte verworfen. Da nun dur<h Verwerfung dieses $. die Ausfüh- rung des ganzen Geseßes unmöglich gemacht war, so wurde der Aus\chuß beauftragt, im Einverständniß mit der Landtags-Kom-

| mission eine neue Fassung dieses $. zu entwerfen und bis dahin

Die dfentliche Sitzung ging darauf in eine geheime über, in welcher, dem Vernehmen nach, der Vorschuß von 14,000 Rthlrn. für das Kurfürstliche Hof - Thea- ter aus der Staats - Resten - Kasse, unter siherndem Vorbehalt, bewilligt worden. ist.

Die zweite Kammer gelangte in

; 1 j Unter den Rednern, welche sich Über diesen Gegenstand hatten einzeichnen lassen, ließ sich zuerst der Abgeordnete Richter (aus Zwickau) vernehmen.

M Er hob den größen Aufwand zur Unterhaltung des Sächsischen N Heeres hervor, der sih im Ganzen auf 12 Mil, Thaler belau-

fen môchte, und schlug, nachdem er sich úber die Nothivendigkeit

ter bei dem Kongresse zu Wien oder beim Bundestage in Frank- furr Einleirung trefsen mdge, daß die Verpflichtung der Truppen- Stellung von 1 pCr. der Bevölkerung auf ein geringeres Ver- hältniß ermáßigt werde. Zugleich sprach er die Meinung aus, daß die Reduction des Deutschen Bundes- Heeres und unmittelbar auch des Sächsischen Heeres in jeßziger Zeit um fo leichter ausführbar sey, da das Vaterland gerade jelzr von Außen durchaus keine Gefahr,

Der Staats - Minister v. Zezs\<wihß be-

nicht unbedeutende Erleichterungen eingetreten seyen. ie Regie- rung selb sey stets von dem Grundsaße durchdrungen gewesen, daß es ihre Pflicht sey, die bedeutenden Kosten so weit zu ver- \windern, als es nur die Verhältnisse, und namentlich die Ver- pflichtungen gegen den Deutschen Bund, besonders aber auch die nverwandelbare Aufrechthaltung der Ehre der Sächsischen Ar

"mee gestatien, Verpflichtungen, von welchen die Regierung nicht

‘abgehen könne noch werde. Nach einigen weiteren Erdôrterungen

[wurde der Depurations - Bericht vorgelesen, Das König- reich Sachsen ist in Beziehung auf seine militairischen

| Verpflichtungen zu einer Bevölkerung von 1,200,000 Seelen l angenomiuen, und hat demnach an streitbarer Mannschaft nach | dem Sage von 1 Procent der Bevôlkerung 12,000 Mann zu } stellen, bestchend aus: 4653 Mann Jäger und Schüßen, 8837 } Mann Linien- Jnfanterie, 1714 Mann Kavallerie, 864 Mann | Artillerie und |treitbare Train-Mannschaft und 120 Pioniers und Pontoniers. Nachdem zuvor beschlossen worden, über den er-

i wäßnten Antrag des Abgeordneten Richter, der eine fehr zahl-

| reiche Unterstüßung gefunden, nach beendigter Berathung des Mislitair:Departements abzustimmen, ging die Kammer zu der | ersten Position fúr das Kriegs - Ministerium und die Kanzlei

| Über, für die für jedes der drei Bewillizungs- Jahre (1534 bis

1336) 39,200 Rthlr., und zwar für das Müisterium | 13,300 Rthlr. und, “für die Kanzlei 25,700 Rthlr. gefou- | dext werden. Die Deputation schlug vor, diesen Betrag

in der ständischen Schrift jedoch dar- daß der große Aufwand bei dem Kriegs- Ministerium und der Kanzlei desselben durch veränderte organi- sche Einrichtungen und daraus erfolgende Verminderung der Stellen möglich\t verringert werden möge. Die Kammer trat nachdem der Abgeordnete E isen su > darauf angetragen, daß das Kriegs-Ministerium mit cinem an- dern Ministerium vereinigt werden möchte, dieser Antrag jedoch

# feine Folge gehabt hatte. Jn der zweiten Position für die Mi-

itair-Ober-Behörden der Armee, Kommando- und Brigade: Stäbe,

| Adjutanturen , Kriegésgerichts - Kollegium, Gouvernements - und

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Kommandantschaften, und Mujter- Jnspection erforderte das Bud-

get 56,525 Rthlr. Der Bedarf für den Armee-Kommando-Stab belief sich auf 10,174 Rthir., worunter sich 5000 Rthlr. fur den fommandirenden General-Lieutenant befanden. Hierbei wurde zuerst der vom Abgeordneten aus dem Winkel früher ge: stellte Antrag, daß die Kammer bei der Staats - Regie- rung darauf antragen möge: daß für die Zukunft das Kriegs-Ministerium mit dem General-Kommando in eine Per- son vereinigt werde, zur Unterstüßung gebracht, und es erhoben sich 52 Kammer-Mitglieder, um diesen Antrag zu unterstützen. Der Staats - Minister von Zez\hwiß nahm das Wort und erinnerte daran, daß der Bundes-Beschluß cine entschiedene Norm vorschreibe, na<h der ein Divisions - General gehalten werden müsse, außer dem, welcher im Fall einer Mobilmachung des Bundes- Heeres als Corps-Kommauoant erforderli werde. Der fommandirende General - Lieutenant sey dem Kriegs - Minister mehr coordinirt, als subordinirt, was jedoch auf die Verantwort- lichkeit des Lezteren feinen Einfluß haben könne. Die Stellen Beider aber zu vereinigen, da ihre Beschäftigung sehr verschiede: ner Natur scy und oft ganz verschiedene Befähigung erfordere, halte er durchaus nicht für thunlih. Der Abgeordnete Eisen- stuck äußerte: er halte es fúr hôchst bedenklich, daß das Armee- Kommando ferner bestehe. Als in der leßten Stände-Versamm- lung die Frage, ob alle Mitglieder der Armee auf die Constitu- tion den Eid leisten sollten, verneint worden , so sey dies einzig und allein deshalb geschehen, weil man glaubte davon ausgehen zu können, daß der Kriegs-Minister verantwortlich sey und die Constitution zu beeiden habe. Dieser ganze Grund falle aber in Nichts zusammen, werde zu einer Seifenblase, wenn von Seiten des Herrn Staats - Ministers selbst die Erklä- rung gegeben werde, daß der General-Lieutenant ihm coor- dinirt sey. Dies stehe mir der Verfassungs-Urkunde nicht recht im Einklange, und wenn es eine Zartheit sey, diese Frage zu er- heben, so gestehe er, daß es, gerade dieser Zartheit wegen, um die Sache mit einem Male niederzuschlagen, gut seyn würde, diese Position in Wegfail zu bringen. Er müsse bekennen, er finde die Verfassung gefährdet, wenn Einer im Staate sey, der das Ober-Kommando führe, welcher dem verantwortlichen Minister nit subordinirt, sondern coordinirt sey; man habe dann Staats-Minister mit Verantwortlichkeit, aber neben ihnen einen coordinirten , der die Constitution nicht beshworen , also keine Verantwortlichkeit habe. Der Staats-Minister Dr. l- ler erklärte sih gegen die beantragte Vereinigung, und fügte hinsichts der Frage, ob der Ober-Commandeur den Verfassungs- Eid zu leisten habe, hinzu, wie er glaube, daß es der Erôrte- rungen darüber jeßt nicht bedürfe, weil diese Frage bei Gelegen- heit der Diskussion über den Antrag des Abgeordneten Eisen- stu wegen Revision der Offiziers - Patente zur Sprache kom- men werde. Der Abgeordnete Runde bemerkte: die Annalen der Sächsischen Geschichte lieferten ein Beispiel, wo die Stände durch Militair-Gewalt gezwungen wurden, gewisse Forderungen des damaligen Regenten zu bewilligen. Die Thatsache liege al- lérditas 70 Jahre hinter uns, aber wet dburge dafür, ob ni<ht na< 70 Jahren unser Volk darüber erstaunt seyn fônne, daß wir von so trefflichen Fürsten regiert wurden, bei denen Niemand sich die Möglichkeit eines solchen Schrittes mehr denke. Gleichwohl liege nichtsdestoweniger für spätere Zei- ten ein solcher Fall sehr wohl im Reiche der Möglichkeit, und daher auch die Frage nicht zu fern, wer in einem solchen Falle eigentlich verantwortlich seyn würde, da der Regent selb| an und für si{< verfassungsinäßig unverleßlih sey? Der Antrag des Abgeordneten Eisenstu>k auf gänzlichen Wegfall der Position wurde darauf von 40 Mitgliedern unterstüßt, worauf der Staats- Minister v. Zezs<wi(ß nochmals daran erinnerte, daß Sachsen durch die Bundes - Verfassung die unverbrüchlihe Verpflichtung habe, cinen Divisions - General zu halten, und deshalb sey diese Position aufgekommen, und die Regierung werde dieser Ver- pflichtung unverbrüchlich nachkommen. Jn ihrer folgenden Sikzung beschloß die Kammer mit 33 Stimmen, die Summe von 10,174 Rthlr. für den Armee-Kommandostab zu verweigern.

München, 3. Mai. Die Kammer der Abgeordneten hat gestern und heute ihre Berathung und Beschlußfassung üder den Geseßzes- Entwurf in Betreff der Verfassung und Verwal- tung der Gemeinden fortgeseßt, aber noch nicht beendigt. Heute fam die Frage über den Personalstand der einzelnen Magistrate zur Sprache und zur Entscheidung. f

Augsburg, 5. Mai. Jhre Maj. die regierende Königin von Bayern traf heute Vormittags um 11 Uhr im strengitcn Inkognito in unsrer Stadt ein, und nahm das Absteige- Quar: tier in der Königlichen Residenz, wo auch die verwittwete Frau Fürstin von Thurn und Taxis erwartet wurde. Abends wer- den Ihre Majestät wieder nach München zurückreisen.

Darmstadt, 6. Mai. Die zweite Kammer der Land- Stände zählt, nach ihrem dermaligen Bestand, 6 Abgeordnete des Adels, 13 Landwirthe, 8 Faufleute und Fabrikanten, 6 Ad- vofaten und 10 Beamten; zusammen 43 Mitglieder. Darunter sind 16 Neugewählte, worunter nur drei, welche schon auf frü- heren Landtagen als Abgeordnete vorkommen. Den stäiksten Zu- wachs hat die Klasse der Landwirthe und die der Beamren er- halcen. Jene zähle 7 neue Mitglieder, und diese 5.

Canto a M, Ma Die biestgen Quart Bor: stände, 14 an der Zahl, haben vorgestern dem äiteren Bürger- meister eine Erklärung Übergeben, worin sie ihr Bedauern üter die Vorgänge des 2. Mai aussprechen und die Versicherung hin- zufügen, daß sie stets bereit seyen, Alles, ivas in ihren Kräften stehe, zur Aufrechthaltung der öffentlichen Ordnung zu hun, und zwar um so mehr, wenn ihre bereits am 2, August v. J. ein- gereichten Vorschläge näherer Prüfung gewürdigt und fie, gleich ihren Vorfahren, in den Stand gesezt würden, thätig mitwirken zu können. -— Der Bürgermeister ver|prach, diese Erkiärung dem Senate vorzulegen und bat die Quartier-Vorstände zugleich, die in der Bürgerschaft verbreiteten falschen Nachrichten zu wider: legen und zu versichern, daß nach gehdriger Untersuchung das weitere Ergebniß b-kannt gemacht werden würde.

Do sderr ent Gi

Wien, 6, Mai. Die Nükreise des Königl. Preußischen Ministers der auswärtigen Angelegenheiten Herrn Ancillon nach Berlin steht jeßt definitiv auf übermorgen an. Se. Excellenz werden, dem Vernehmen nach, über Linz, Regensburg und Bai- reuth reisen.

Der diesseitige Gesandte am Königl. Spanischen Hofe, Graf Brunetti, is aus Genua hier eingetroffen und der Kd- nigl. Griechische Gesandte, Fürst Karadja, nah München ab- gegangen.

S ch weiz.

Zürich, 2. Mai. Folgende Note hat der K. K. Oesterrei-

chishe Gesandte, Hr. Graf von Bombelles, unterm 23. April an den eidgenössischen Vorort gerichtet :

„Dex unterzeichnete K. K. Desterreichische außerordentliche Gé= sandte und bevollmächtigte Minister hat sich beeilt , die verehrliche Note, welche Jhre Excellenz, der Hr. Amtsbürgermeister und Staats- rath der Republif Zürich, eidgenössisher Vorort, unterm 18. Märzj- in Antwort auf die seinige vom 12. desselben Monats, an ihn erlas- sen haben, zur Kenntniß seines Allerhöchsten Hofes zu bringen, und is angen en, Folgendes hierauf zu erwiedern: „Der K. K. Hof fann die ihm von Seiten des hohen eidgenössischen Vorortes zuge- sicherte Bereitwilligkeit, so wenig als die durch fast einmüthige Er- klärung der Kantone sanctionirten Vorkehrungen gegen erneuerte Versuche dieser Art, verkennen, und ist um so entferntec, das von der Eidgenossenschaft zu Gunsten ruhiger Flüchtlinge angesprochene Asyl- re<ht im Grundsaße zu bestreiten, als dieses Recht unter verschiede- nen Formen in jedem Lande besteht, in jedem gedrdneten Staate 1e- doch in der Anwendung durch hdhere Staats - Rücksichten bedingt wird, wie denn die Schweiz selbs es gegen Oesterreich, durch den mit dem K. K. Hofe, in Bezug auf die gegenseitigen Unterthanen und Angehbrigen, abgeschlossenen Vertrag beshränkt hat. Daß aber die Anwendung dieses Rechtes auch dort, wo solche durch Verträge nicht beschränkt ist, keine für die Nachbarstaaten gefährlichen Folgen äußern dürfe, haben die lehteren das volifie Recht zu verlangen ; so wie sie úber den ihnen hieraus entstehenden Nachtheil allein Richter und befugt sind, ihre Verhältnisse gegen den Staat, aus dessen Duldung folcher Nachtheil ihnen erwächst, hiernach zu be- messen. Fn Anwendung dieser unbestreitbaren Grundsäße auf den JFnhalt der verehrlichen Note des hohen Vorortes vom 18. März, kann der K. K. Hof sich nicht verhehlen, daß die in dieser Zuschrift enthaltenen Zusicherungen das Ansinnen des K. K. Hofes auf Ent- fecnung nicht bloß dec Polnischen, sondern auch derjenigen Jtaliä- nischen und Deutschen Flüchtlinge, welche direft oder indirekt zur Störung der Ruhe der Nachbarstaaten gewirkt haben oder noch wir- ken, nur in beschränktem Maße erfüllen; und wenn es der Eidge- nossenschaft allerdings allein zusteht, das von den Flüchtlingen in ihrem Gebiete gemißbrauchte Asylre<ht zu ahnden, so haben die Nachbarstaaten ein gleiches Recht, dieses Vergehen aus dem Gesichts- punkte der fúr sie daraus entstehenden Gefahr zu beurtheilen. . Fn diesem Sinne hat der Unterzeichnete, in ciner früher dem hohen Vororte gemachten vertraulichen Mittheilung, den unbestreitbaren Grundsaß geltend gemacht, daß die besondere innere Geseßgebung eines Landes als Erklärung oder Rechtfertigung der hierdurch seinen Rachbarn erwachsenden nachtheiligen Folgen mit rechtlicher Wirk- samfeit nicht angeführt werden fönne. Jn gerechter Würdigung der (wie die Note vom 18. März fich ausdrú>t) außer dem Bereiche der Schweizerischen Behörden liegenden Hindernisse, welche die Ent- fernung bis jeßt unmöglich gemacht haben , is der K. K. Hof gern bereit, im Einverständnisse mit andern Nachbarn der Schweiz, zu ihrer Fortschafung und ihrem Durchzuge die Hand zu bieten, und sich darüber mit dem hohen Vororte in das Einvernehmen zu seßen. Der Unterzeichnete i| daher auf das Bestimmteste angewiesen , auf dér Erfüllung der von seinem Allerhöchsien Hofe so wie von den NRachbar-Staaten, aus dem doppelten Gesichtspunke der Erhaltung der Ordnung und Ruhe und der völkerrechtlichen Verhältnisse, aus- gesprochenen und bereits von anderen Regierungen in der leßteren Beziehung verlangten Maßregeln in threm vollsien Umfange um so mehr zu bestehen, als er zugleih zu erflären den Auftrag hat, daß, wenn gleich die beschränkte und ungenÜ- gende rfüllung der billigen Wünsche seines Allerhöchsten Hofes schon ießt die Anwendung von Maßregeln vollkommen rechtfertigte, dic er im Jnteresse und zum Schuße seiner eigenen Staaten zu nehmen für dienlich erachtete, er jedoch, aus freund- schaftlicher Rücksicht für die Eidgenossenschaft - diesen Maßregein unmittelbare Folge zu geben no< Anstand nimmt; daß er aber, wenn seinem dringenden Ansinnen bis Ende Mai nicht volle Ge- núge geleistet wäre, sih mit Bedauern in dem Falle sehen würde, gemeinschaftlih mit anderen Nachbarstaaten der Schweiz, die ihm dienlich scheinenden Vorsichts - Maßregeln eintreten zu lassen, und den Verkehr zwischen seinen Gränz-Provinzen und der Schweiz al= len Beschränkungen zu unterwerfen, welche die Sicherheit der erste- ren erfordert. Fndem der Unterzeichnete sich dieses Auftrages seines Allerhöchsten Hofes entledigt und einer baldgefällitgen RÜ>-Antwort entgegensteht, benußt er diese Veranlassung, Fhren Excellenzen dem Herrn Amts- Bürgermeister und Staatsrathe der Republik Zürich, cidgenössischem Vorort, die Versicherung seiner ausgezeichnetesten

Hochachtung zu ecneuern. (Unterz.) Graf v. Bombelles.//

Die Neue Züricher Zeitung meldet, daß im Ganzen 7 neue Noten der auswärtigen Regierungen bei dem Vorort angekommen seyen. Es sind sämmtlich Erwiederungen auf die Antworts- Note des Vororts vom 18. März. Die stärkste in Sprache und Jnhalt ist die Sardinische. Sie verlangt, daß die Schweiz, gleich wie Frankreich, alle Theilnehmer an dem Savoyischen Zuge zur Verantwortung ziehen, die Fremden weg- weisen und die Einheimischen bestrafen solle. Jm Falle die Fremden bis Ende Mai den Schweizerboden noch nicht verlassen haben wúrden, droht die Sardinische Regierung mit den sreng- sten Maßregeln zur Hemmung des Verkehrs, selbst gegen die- jenigen Kantone, welche bisher mit Sardinien in den freund- \chaftlichsten Nachbar - Verhältnissen gestanden. Auch trägt Sardinien auf Beschränkung der Presse in der Schweiz an. Die Russishen und Preußischen Noten unterstüßen die Forde- rungen und Wünsche Sardiniens hinsichtlich der Fremden. Die Noten von Oesterreich, Bayern, Württemberg und Baden beschweren sih darúber, daß ihre Vorstellungen und Wünsche noch immer unberücfsiht geblieben sind, und seßen gleichfalls den leßten Mai als den Termin fest, an welchem die Schweiz von allen Fremden, die an dem erwähnten Zuge Theil genom- men, gereinigt seyn müsse, widrigenfalls die betreffenden Regie- rungen jîch, wiewohl ungern, in die unangenehme Nothwendig- keit versekt sähen, dur< gemeinschaftliche Maßregeln den Ver fehr mit der Schweiz, die Ein- und Ausfuhr aller Waaren und den Handel durch ihre Staaten den Nrengsten Beschränkungen zu unteriverfen, Baden erwähnt feiner, den Umtcieben an der langen Schwetizer-Gränze bloßge|teiren Lage und der kofspieligen Truppen - Aufstellung, Württemberg teilt den Zusammenhang des Polen-Einzuges im vorigen Jahre mit dem Frankfurter

Auffand als notorisch erwiesen dar, und will, in Ueberein- stimmung mit cintgen andern Noten, alle diejenigen, welche in der Absicht, benachbarte Staaten von der Schweiz

aus zu beunruhigen, hierher gekoinmen, oder welche bei dem Frankfurter Auftritt auf irgend eine Weise betheiliat eyen, fort: gescht>t wissen. Ja, wenn dem -umlaufenden Gerüchte zu trauen it, jo hâtte Oesterreich fogar schon cine Namensliste solcher Per: sonen eingeschi>t, und deren Wegweisung verlangt, welche, wenn auch dem Savovyer Zuge fremd, gleichwohl auf indirekte Weise die Ruhe der Nachbarstaaten störten. Der Vorort hat beschlos; sen, diese sieben Noten vor der Hand noch nicht zu beantwor- ten, sondern sie zuvor sämmtlichen Ständen mitzutheilen, und ihre Erwiederung zu erwarten. Wahrscheinlich wird ibre Be- antwortung so lange verschoben bleiben, dis der Beschluß der Berner Regierung in der Polen:-Angelegenheir bekannt seyn wird Uebrigens beharrt der Vorort in der Absicht, nur diejenigen weg- zuweijen, welche den Savoyer Zug mitgemacht, und für alle An- dern, welche sich friedlih in der Schweiz aufhalten, das Asvl- recht im vollsten Umfange aufrecht zu halten. Gleicher Meinung sind auch diejenigen Schweizer Blätter, welche sich bis jet über die neuen Noten ausgesprochen haben. \

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