1834 / 140 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

diesseitigen Beschluß vom 14. Augu| 1833 in der XXX11, Sizung $. 142 beantragt worden sey, sobald als möglich die ge eigneten Anträge anher gelangen zu lassen.

Mit dem 1. Januar 1835 wird auch das Amt Homburg vor der Höhe dem Deutschen Zoll-Vereine einverleibt. Da das Ober-Amt Meisenheim {on seit 1830 im Preußischen Zoll- Verbande is, so gehört nunmehr die ganze Landgrafschaft Hessen: Homburg zu demselben.

_— In der Allgemeinen Zeitu ng wird dem Gerüchte wi- dersprochen, daß in Stuttgart aus politishen Gründen neue Verhaftungen stattgefunden; es seyen zwar die Beurlaubten theilweise einberufen und einige Tage lang zahlreichere Patrouillen als sonst bemerkt worden, doch habe dies durchaus keinen bekannt gewordenen beunruhigenden Grund gehabt.

Ja Lten.

Rom, 5.-Mai. (Allgemeine Zeitung.) Der Papst ist vorgestern in seine Hauptstadt zurückgekehrt. Diese kleine Reise hat gezeigt, wie sehr er von dem größten Theile seiner Un terthanen geliebt ist; die Reise glich einem Triumphzuge, aus allen Theilen des Gebirges waren die Bewohner nach der Land- straße, welche der heilige Vater zu passiren hatte, gestrômt, um dessen Segen zu empfangen. Er verlieh mehreren Beamten Or- den und Medaillen, und spendete den Armen reiche Almosen. In Tivoli erhielt jeder Arbeiter bei dem neuen Kanal als Auf-

munterung zum Fleiße einen Scudo und eine Denkmünze. Den | Ingenieur, der das Werk leitet, beschenkte er fürstlih, und hin- | Man | hat in’ le6terer Zeit mehrere Papiere und Briefe aufgefangen, | welche in Ziffer-Schrift abgefaßt sind, und, wie man vermuthet, |

terließ Úberall das Andenken eines Vaters des Volkes.

von der Propaganda in Paris herrühren. Man hat aber die Entzifferung noch nicht zu Stande bringen können, weil sie auf eine bisher noch nicht gekannte Art geschrieben sind.

S panien.

Madrid, 5. Mai. Die heutige Hof-Zeitung meldet: ¡Am 18ten d. M. ist die Französische Fregatre „la Victoire“‘, von Oran fommend, mit 455 Mann von dem Spanischen Ba- taillon der in der Französischen Armee in Afrika dienenden Frem- den-Legion an Bord, in den Hafen von Carthagena eingelaufen.

Auf Befehl Jhrer Majestät werden die Offiziere und Unteroffi- |

ziere ihre Grade beibehalten. Das Bataillon ist angewiesen worden, seinen Marsch nach Valencia zu nehmen, um von jet an, nah dem Wunsch der Tapferen, aus denen es besteht, zur Bekämpfung der Feinde Jhrer Majestät gebraucht zu werden.“

Zum Beweise, wie sehr der Handel in diesem Jahre gegen früher gewonnen und wie sehr sih der Kredit in Spanien ver- bessert habe, führt die Hof-Zeitung an, daß in den vier er- sten Monaten dieses Jahres für 988,525,757 Realen mehr Ge- schäfte in Staats- Papieren gemacht worden, als im vorigen Jahre; es belief sih nämlich im Jahre 1833 der ganze Umsas in diesen 4 Monaten auf 271,390,541 Realen, im Jahre 1834 aber auf 1,259,916,298 Realen. Das genannte Blatt stellt dies als eine günstige Erscheinung dem Steigen der Fonds zur Seite.

Der Messager theilt folgendes Privat-Schreiben aus Madrid vom 7. Mai mit: „Der General Rodil hat sein Haupt- Quartier noch immer zu Goubea in Portugal. Jn Folge seiner le6ten gegen Viseu gerichteten Bewegung haben lich die Miguelisten in der Richtung von Coimbra zurúckgezo- gen. Das Corps des Pfarrers Merino is fast ganz zersprengt; er kann kaum noch ein Dußend Mann bei sich haben. Der Oberst Obregin deckt die Straße von Aranda bis Somo-Sierra. Der Minister des Jnnern, Herr Moscoso, ift hier angekom- men und installirt worden. Es heißt, unsere Regierung habe den Traktat der Quadrupel- Allianz son ratificirt; dies hat das Steigen in unseren Fonds zu Wege gebracht. Der Regie- rungs -Rath scheint sh Allem zu widersezen, wodurch jeßt schon die Anerkennung der Cortes - Obligationen entschieden werden könnte; das Ministerium beobachtet ein entgegen- geseßtes Verfahren ; Herr Martinez de la Rosa zeigt sich einem reichen Pariser Kapitalisten entschieden günstig gesinnt. Unsere Zeitungen möchten gern, daß die Anleihe der 200 Mil- lionen bei Spanischen Kapitalisten negociirt würde. Ueber die Zusammenkunft der Cortes herrsht noch immer dieselbe Unge- wißheit; das Ministerium schiebt sie sehr geschickt hinaus. Herr Viniegra, der Schwager des Generals Torrijos, ist zum Lega- cions-Secretair in Dänemark und zum dortigen Geschäftsträger während der Abwesenheit des Herrn Arana, der von der Köni- gin Urlaub erhalten hat, ernannt worden. Herr Faldeano ist zum ersten Präsidenten des Königl. Gerichtshofes zu Saragossa ernannt und Herr Castejon folgt ihm als Präfekt von Valencia. Wir genießen hier die vollkommenste Ruhe.“

M O T U gal

Lissabon, 27. April. Während im südlichen Por-

tugal die Partei Donna Maria's disher nicht bleibend sich über die Serra-Monchigue auszudehnen vermochte, welche die Anhän- ger Dom Miguel's nicht allein behaupteten, sondern von wo aus sie sogar ihren Gegner auf der Seeküste Algarbiens durch einen ununterbrochenen Guerilla- Krieg beuncuhigen, fährt das

Glúck fort, im Norden den Anhängern Donna Maria's sich gün- | Das Hauptquartier Villafiors war, nach den | lesten Nachrichten , bereits über Lamego hinaus auf dem Wege |

stig zu beweisen.

nach Visca vorgerückt, und diejer General Donna Maria's

schien bei der Bevölkerung Beiras wenigstens einen passiven An- | Die Operationen Villaflors zwischen dem Duero | und Mondego hatten einen wichtigen Stüßpunkc in dem Be- |

hang zu finden.

sige der Festung Almeida gefunden, deren die darin eingeschlos\-

senen politischen Gefangene, dur die Nähe der Spanischen Trup- |

pen ermuntert, sich bemeisterten. Es is dies der dritte Pla6 nach Peniche und Marvao, den die Partei Dom Miguel's auf diese Weise verliert, nachdem früher \chon die politischen Gefan-

genen, die im Kastel St. George festgehalten wurden, bei der Räus- |

mung Lissabon's durch den Herzog von Cadaval und Visconde von Santarem ihre Gefängnisse gesprengt und den ersten An- stoß zur Reaction in dieser Hauptstadt gegeben hatten. Man kann daher dreist behaupten, daß, nächst der Feindschaft der Whigs, nichts der Sache Dom Miguels mehr als jenes Detentions- System der sogenannten politischen Verdächtigen geschreckt hat, welches die jeßigen hiesigen Machthaber gleichfalls zu befolgen geneigt scheinen, und dann ihrerseits zuverlässig auch einmal die Erfahrung machen dürften, daß bei Partei-Reibungen der Dru früher oder später stets Gegendruck hervorbringt. Die Deser- tion von Unteroffizieren und Gemeinen, die, in der lesteren Zeit, unter den Truppen Dom Miguels ziemlih unbedeutend geworden war, hat, seitdem die Ereignisse im Norden Portu- gals unter jene Truppen bekannt geworden, plôslich wieder auf eine Weise zugenommen, die sich nur mit dem Zeitpunkte vec- gleichen läßt, der dem Bekanntwerden des zu Lissabon stattge- fundenen Herrschafts-Wechsel folgte. Beraerkenswerth bleibt das-

568 bei indeß doc, daß, die Miliz und namentlich das Miliz - Regi- ment von Viana und eine Compagnie vom Miliz-Regimente von Loasuo abgerechnet, diese Desertionen stets nur individuell blieben und niemals ganze Militair-Körper begreifen. Die hiesige Chro- nica scheint diese Thatsache mit den Hoffnungen erklären zu wol- len, welche die Führer der Partei Dom Miguels bei ihren Un- tergebenen noch aufrecht zu erhalten wüßten, und macht in dieser Hinsicht aufgefangene neuerlihe Schreiben des General -Quar- tier-Meisters der Armee Dom Miguels, und des früheren Gou- verneurs von Tras os Montes bekannt, worin diese die Ver- sicherung ertheilen, daß eine Dom Miguel zugehörige Flotte \o eben aus den Häfen Englands nah Portugal in die See ge- fahren sey, und daß bei einer Berathung in beiden Englischen Parlaments - Häusern , sich eine bedeutende Stimmen - Mehrheit zu Gunsten Dom Miguels ergeben habe. Die Verbreitung ahnlicher Nachrichten ist aber wohl überall und zu allen Zeiten als ein erlaubtes Kriegs - Mittel betrachtet worden; und wenn man die Beschaffenheit jener Nachrichten analysiren wollte, dürste nicht zu übersehen seyn, daß selbige sür ein Volk berechnet waren, unter dem heute noch die sogenannnten Sebastianisten nichts we- niger als selten sind. Auch zu Porto, wenn unsere Erinnerung treu ist, wurden während der legten Belagerung zur Aufrichtung der Hoffnungen Nachrichten verbreitet, die der Portugiesischen Er- findungsgabe alle Ehre machten. Dem aufmerksamen Beobachter wird es dabei übrigens als sehr charakteristisch gewiß nicht ent- gehen, wie tief selbs bei den Anhängern Dom Miguels das GBe- fühl von dem großen Einflusse, den Großbritanien auf die Be- stimmung des Schicksals von Portugal ausúbt, gewurzelt zu seyn scheint. Sogar Silva Carvalho, der nicht für besonders Eng- lisch gesinnt gilt, scheint sich jenes Gefühles nicht erwehren zu können, und schon zwei Tage nach Bekanntmachung tes Dekrets, welches faktisch die durch den Traktat von 1810 England von Portugal eingeräumten Zoll-Begünstigungen aufhebt, sah sich die

| Chronica, wahrscheinlich nach angestellter reiflicherer Ueberlegung,

veranlaßt, den weitläufigen Beweis zu versuchen, wie jenes De- kret, statt dem Englischen Handel nachtheilig zu seyn, für denselben vielmehr förderliche Bestimmungen enthalte.

Se

Konstantinopel, 25. April. Folgendes is der eigenhän- dig an den. Groß:Wesir ausgefertigte Befehl des Sultans in Bezug auf die Vermählung seiner ältesten Tochter mit dem Ge- neral- Direktor der Artillerie, Halil Rifat Pascha: „An Dich, mein Wesir! Jn Uebereinstimmung mit den Geselzen des Propheten, habe ih beschlossen, meine geliebte Tochter, die Prin- zessin Saliha, zu vermählen, und meine Wahl ist auf Halil Rifat Pascha gefallen. So es Gott gefällt, soll die Feierlichkeit dieser Verbindung in der nächsten Woche stattfinden. Jch betrachte dies glückliche Ereigniß wie eine ganz besondere, meinem Hause vom Himmel gewährte Gnade, die seit dem Sultan Achmed Chan keinem meiner Vorfahren widerfahren ist, und für die ih Gott nicht genug danken kann. Halil Pascha ist einer meiner treuesten und lobenswerthesten Wesire; ich habe Grund zu hof- fen, daß er einen verdoppelten Eifer zeigen wird, um meinen Er- wartungen zu entsprechen und den Dienst des Staates, der meiner Für- sorge anvertraut ist, zu erfüllen. Da dieser Umstand allen meinen Un- terthanen eine Veranlassung zu Freudenbezeigungen seyn wird, denen aber, die mein Vertrauen auf engere Weije besißen, ganz beson- ders zur Ehre gereichen muß, so wirst Du mit dem Seriaskir- Pascha gemeinschaftlich) Verabredung treffen, um für die Cere- monieen der feierlichen Handlung die geeignetsten Entwürfe zu machen, und wenn Jhr Beide Euch darüber vereinigt, so wirst Du mir die Vorschläge zur Begutachtung mittheilen. Möchte die göttliche Allmacht, um der Liebe zu seinen Propheten wil- len, dieses Ehebündniß, welches mein väterliches Herz mit Freude erfüllt, segnen und es für alle Unterthanen, die der Himmel meinem Schuße verliehen hat, zu einer Quelle des Glúckes machen. ‘‘

Sämmtliche Paschas der Provinzen sind eingeladen wor- den, die Feierlichfeit der auf den 1. Mai festgeseßten Verlobung durch ihre Gegenwart zu erhöhen. Gegen Ende des Monactes Muharrem (zu Anfange des Junéí ) soll die Hochzeit vollzogen werden.

F-1 a Y d,

Berlin, 20. Mai. Die in dem heute ausgegebenen 10ten Stücke der Geseß-Sammlung enthaltene Allerhöchste Kabinets- Ordre wegen der Wiederverleihung der Kriegs-Denkmünze lau-

tet also:

¿Jch bestimme auf die Mir vorgelegte Anfrage, daß die Wiederverleihung der Kriegs-Denkmünze unter allen Umständen Meiner Bestimmung vorbehalten bleibt, und daß in betreffen- den Fällen, auch wenn die National - Kokarde wieder verlie- hen seyn sollte, jedesmal speziell an Mich hierüber zu berich- ten ist, dergestalt, daß mit der Wiederverleihung der Na- tional - Kokarde die Wiederverileihung der Kriegs - Denkmünze nicht immer von selbst verbunden ist. Zugleich will Jch in

seßen, daß von den Behörden ein Antrag auf Wiederverlei- hung der Kriegs- Denkmünze nur dann nicht gemacht werden soll, wenn das betrefsende Jndividuum zur Ausstoßung aus dem Soldatenstande verurtheilt worden ist. Jch trace Jhnen auf, diese Bestimmungen durch die Gesez-Sammlung bekannt machen zu lassen.

Berlin, den 3. April 1834.

Friedrich Wilhelm. An die Staats-Minister v. Kamps und Mühler und den General-Lieutenant v. Wisleben.“/

- Ein schônes Fest vereinigte heute die Künstler und Kunsi- freunde Berlins. Der würdige Direktor der Königl. Akademie der Künste erreichte an diesem Tage sein 70stes Jahr. Schon am Morgen überbrachte eine Deputation des Senats der Akg- demie ihm eine auf Veranstaltung derselben gefertigte Denk- münze, welche mit der Hindeutung auf die heutige Feier die Erinnerung an einen in früher Jugend von dem Ehrengreise errungenen künstlerischen Sieg zurückruft. Die Vorderseite des gegossenen Medaillons zeigt das von Jachtmann modellirte Bild- niß des rüstigen Siebzigers, umgeben von folgender Inschrift:

Dr. J (ohann) G f(ottfiried) Schadow. geboren Berlin d, 20. Mai 1764. Mitglied der K. Akademie der Künste d. 26. Jannar 1788, Direktor seit d. 8. Febr. 1816. Auf der. Nückseite erblickt man die Gruppe des Perseus und der Andromeda, welche Schadow während seines Aufenthaltes in Nom modellirte, und wofür ihm von der Akademie di San Luca am 18. Oktober 1786 der Preis in der Skulptur zuer- kannt wurde. Zu beiden Seiten dieser Gruppe erscheinen fol- gende symmetrisch geordnete Jnschriften. Zur Rechten : Gekrönt d. 18. October 1786 von der Akad. di San Luca zu Rom.

| rung des Fiesko zu Genua, Trauerspiel in 5 Abth., von Sh

|

¡ Paris

| 80 Verfolg Meiner Ordre vom 30. Oktober 1814 hierdurch fest- E

Zur Linken:

Gefeiert d, 20. Mai 1834 von der Kön. Akad. de

Künste zn Berlin. Der hiesige ältere Künstler-Verein, welchem der Jubelgreis eben; falls seit einer langen Reihe von Jahren als Direktor vorsteht hatte demselben ein Porzellan-Service als Geschenk dargebraci 2 wovon jedes einzelne Stúck eine eigenhändige Composition ein}! Mitgliedes des Vereins eingebrannt enthält, so daß dasselbe ein in ihrer Art einzige Sammlung ernster und scherzhaft, Original - Zeichnungen vertrauter Freunde und Kunst genossy ausmacht. Der Verein jüngerer Berliner Künstler blig ebenfalls nicht zurück. Ein dem Direktor Schadow y ihrem Ehren - Vorsteher gewidmetes Stammbuch begreift cin shäßbare und zahlreiche Folge selbsterfundener Compositi, nen und Zeichnungen. Freunde und Schüler vereinigt sich, dem hochverdienten Meister auf die angemessenste A durch ‘Proben ihrer Kunst zu huldigen. An sonstigen Darbrj, gungen der Liebe und Verehrung fehlte es gleichfalls nicht; u ein frohes gejangreiches Mittagsmahl versammelte darauf, nag

Deutscher Weise, mehr als 170 Theilnehmer zu einer herzliq,

Feier.

Das Comité des Elb - Musik - Vereins macht in den h fentlichen Blättern bekannt, daß das auf den 28sten, 29en u 30, Mai d. J. in Magdeburg angeseßt gewesene Musit-Fest w gen eingetretener nicht zu beseitigender Hindernisse an ditsy Tagen nicht stattfinden, und daß eine nähere Anzeige dieserhh zu seiner Zeit erfolgen werde. /

- Das diesjährige Niederrheinishe Musik-Fest sollte ly einer in der Achener Zeitung enthaltenen Bekanntmachung betreffenden Comité's an den beiden Pfingstfeiertagen zu Acy begangen werden.

Auf dem Markte zu Neuß, Reg. Bez. Düsseldo kamen im Monate April d. J. zum Verkaufe 5025 Schief Weizen, 11,944 Schfl. Roggen, 1148 Schsl. Gerste, H und Buchweizen, 143 Schfi. Rübsaamen. Es wurden abgest resp. abgeführt a) nah Holland: 5243 Schfl. Weizen, 9zj Schfl. Roggen, 125 Schfl Rúbsaamen; þ) nach dem Bj schen: 260 Schfl. Weizen, 876 Schfl. Roggen, 476 Sf Gerste, Hafer und Buchweizen. Die Zufuhr hat einen Gi werth von etwa 22,434 Rthlrn. und die Abfuhr einen Gh werth von ungefähr 20,892 Rthlrn. betragen.

Ce Os E ien 20. Mai 1834. Amtl. Fonds- und Geld - Cours - Zettel. (Frenfs. Cou) anaon a (Zf Brief. Geld} |Zf. rief |udl

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Sit. - Schuld - Sch, | Pr. Engl. Anl. 18.) ) [f Pr Engl. Anl. 22.| Pr. Eogl. Obl. 30. Präm.Sch.d.Seeh.| -—

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Amsterdam dito Hamburg dito London

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Auswärtige Börseu. Amsterdam, 15 Mai.

Nieder! wirkl. Schuld 51,7. 58 do. 372, Ausgesetzte Schuld Kanz - Bill, 234. 448 Amort. 90. 312 731. Russ. (v. 1831) Preuss. Prämien - Scheiue 984 do. 48 Aul. -—, OVesterr. 9732, Span, T411. 382 457.

Froaukiurt a M, 17, Mai.

Vesterc. 58 Matalt. 100%. 100-/z. 48 948, 91. 220 546. 183 235 Bank-Actien 1362. 1560. Fact.-Obl. 1391, - ‘Loose zu {00 B 206. Br, Holl. 58 Obi, v 1932 $64. 9516 Poln. Loose 642. 68 Preuss. Prüm.-Sch. 557. do. 42 Anl. 941 G. 3% Span, Rence 7 T03. 34 do. perp. 454. 451 i

Paris, 14. Mai.

5 Reute pr. compt. 105. 70, fino cour. 105, 89 79, 60 fin ‘cour. 79. 70. 58 Neap. pr. compt. 96. 70. 3 Span. perp. 737. 32 445 Cortes - Vb!, 239.

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Pr. Con li COUT, Belg. 9%

“0 IF Ü

Königlihe Schauspiele Mittwoch, 21. Mai. Jm Schauspielhause: Die Versch ler. (Hr. Becker: Fiesko, als Gastrolle.) j Donnerstag , 22. Mai. Jm Schauspielhause: Auf Bez ren: König Konradin, historische Tragödie in 5 Abth. und eint

; Vorspiele, von E. Raupach.

Königstädtisches Theater. : Mittwoch, 21. Mai. Die Reise auf gemeinschaftliche $ sten, ‘Posse in 5 Akten, von L. Angely. Vorher : Raphael, Luf spiel in 1 Akt, von Castelli. Donnerstag, 22. Mai. Die Familien Capuleti und Monte Oper in 4 Akten. Musik von Bellini. Markt-Preise vom Getraide. _Berlén, den 17. Mai 1834, Zu Lande: Roggen 1 Rthlr. 4 Sgr, auch 1 RNthle. 2 Sgt Hafer 25 Sgr., auch 20 Sgr. / Zu Wafser: Weizen (weißer) 1 Rthlr 22 Sgr. 6 Pf. au 1 Rthlr. 20 Sgr. und 1 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf.; Roggen 1 Rthl 1 Sar. 3 Pf. auch 1 Rthir.; große Gerste 20 Sgr.; kleine Ge 20 Sgar., auch 17 Sgr. 6 Pf.; Hafer 22 Sgr. 6 Pf., auch 20 Sg! Erbsen (schlehte Sorte) 1 Rthlir. 7 Sgr. 6 Pf. E Sonnabend, den 17. Mai 1834. Das Schock Stroh 9 Rthlr. ‘15 Sgr., auch 8 Rthle. 15 Sgt der Centner Heu 1 Rthlr. 5 Sgr., auch 20 Sgr. -

Medacteur Catte d.

Gedruckt hei A. W. Hayn.

W

e 4 _D E

} 44,181. 46,514. 54,029.

F ber, Colberg bei Meyer, Danzig 3mal bei Rotoll,

# nah Wesel bei Westermann ; Nr. 564. 991.

Preußische Skaats- Zeitu

Allgemeine

Amtliche Nachricht Fronif des Tages

Se. Majestät der König haben dem Ober-Berghauptmann Gerhard den Rothen Adler-Orden erster Klasse mit Eichenlaub zu verleihen geruht. :

Se. Majestät der König haben dem vortragenden Rath der Ober-Berghauptmannschaft, Geheimen Ober- Bergrath von Franck, genannt Laroche, den Rothen Adler-Orden zweiter Klasse mit Eichenlaub zu verleihen geruht.

Se. Majestät der König haben dem Kaiserl. Russischen Pre- mier- Lieutenant im Chevalier-Garde - Regiment Jhrer Majestät der Kaiserin, Grafen George zu Sayn-Wittgenstein- Berleburg, den Str. Johanniter - Orden zu verleihen geruÿt.

Se. Königliche Majestät haben zu Kreis - Justizräthen für den Demminer Kreis:

den Justiz-Amtmayn Schröder zu Treptow a. T.; für den Anklamer Kreis :

den Stadtgerichts-Direktor Teßmar zu Anklam; für den Usedom -Wolliner Kreis: L

den Land- und Stadtrichter, Justizrath v. Holleben

zu Swinemünde; und

für den Pyriber Kreis:

den Land- und Stadtrichter Lympi us zu Pyrib u ernennen und die für diejelben ‘ausgefertigten Bestallungen Allerhöch zu vollziehen geruht.

Se. Majestät der König haben dem Geheimen expedirenden Secretair Neuhaus bei der Haupt-Bank den Charakter als Hofrath Allergnädigst zu verleihen und das Patent darüber zu vollziehen geruht.

Des Königs Majestät haben Allergnädigst geruht, den Großhändlern von der Heydt und von Carnap, so wie dem Manufaktur - Besitzer Meckel zu Elberfeld, den Charakter als Kommerzien-Räthe zu verleihen und die darüber ausgefer: tigten Patente Allerhdchstselbst zu vollziehen.

il.

Bei der am 17ten d. M. angefangenen und am Msten ejusd. fortgesebten Ziehung der 5ten Klasse 69ster Königl. Klassen - Lot- terie fiel ein Haupt-Gewinn von 10,000 Rthlr. auf Nr 39,152 nah Halle* bei Lehmann; 1 Gewinn von 5000 Rthlr. auf Nr. 61,162 nach Colberg bei Meyer; 3 Gewinne zu -2000 Rthlr. fielen auf Nr. 625. 16,754 und 97,892 in Berlin 2mal- bei Maßdorff und bei Seeger; 32 Gewinne zu 1000- Rthlc. auf Nr. 2635. 9020. 9432. 9719. 9876. 9954. 18,002. 19,037. 20,784. 24,451. 26,318. 29,061. 30,212. 33,073. 33,187. 36,426. 47,434. 50,827. 54,057. 58,159. 58,750. 64,878. 71,059. 72,166. T4,42i. 78,981. 79,029. 82,570. 87,967. 88,622. 89/009 und N/,975 in Berlin bei Alevin, bei Burg, bei Mab6dorf und bei

Seeger, nah Achen bei Levy, Bleicherode bei Frühberg, Bree- | bei L U N Aeg, | verneure den Gerichts- Behörden des Kaiserreichs ausgeliefert wer-

| den

lau bei H. Holschau sen., bei J. Holschau jun.. bei Prinz und 3mal bei Schreiber, Danzig 2mal bei Rokoll, Düsseldorf 2mal bei Spaß, Glogau bei Bamberger, Halberstadt bei Süßmann,

bei Kieselbach , Oppeln bei Bender, Potsdam bei Bacher und bei Hiller, Reichenbach bei Parisien, Sagan bei Wiesenthal, Schweidniß bei Scholz, Thorn bei Kaufmann, Tilsit bei Löwen-

1 berg und nach Zeis bei Zürn; 44 Gewinne zu 500 Rthsr. auf

Nr. 10,216. 11,948. 12,072. 12,967. 14,166. 14,184. 15,166. 15,877. 15,878. 19,412. 22,792. 23,534. 30,690. 31,895. 32,19. 32,975. 33,195. 33,262. 36,619. 39,798. 39,932. 41,382. 41,518. 54,634. 59,491. 61,967. 62,599. 64,090. 68,541. 68,880. 68,892. 74,735. 77,958. 78,328. 82,488. 91,954. 93,527. 93,873. 94,130. 95,502 und 99,342 in Berlin bei Burg, bei Grack, bei Gronau, bei Jonas, bei Mestag und 2mal bei Seeger, nach Barmen bei Holz\chuher, Beeskow 2mal bei Grell, Breslau bei Gerstenberg, bei J. Holschau jun. und bei Schrei- Düsseldorf 3mal bei Spa6, Elberfeld bei Heymer, Glogau bei Bamberger, Halberstadt bei Alexander, Halle bei Lehmann, Königsberg in Pr. bei Borchardt und bei Burchard, Krotoszin bei Albu, Memel 2nal bei Kauffmann, Merseburg bei Kieselbach, Minden bei Wolfers, Münster 2mal bei Lohn , Quedlinburg bet Dammann, Sagan 3mal bei Wiesenthal, Schweidniß bei Scholz, Stettin ômal bei Rolin und bei Wilsnach, Thorn bei Kaufmann und 56 Gewinne zu 200 Rthlr. auf 1446. 4327. 4389. 52538. 5133. 6711. 10,446. 16,493. 23,250. 24,665. 25,097. 28,229. 30,276. 36,002. 37,646. 38,814. 41,813. 48,448. 48,700. 52,011. 55,473. 55,590. 55,895. 56,052. 56,728. 60,314. 61,464. 61,596. 62,835. 65,507. 66,778. 66,922. 70,548. 74,403. 75,891. 77,340. 81,144. 81,369. 81,749. 82,795. 86,716. 87,718. 88,240. 89,608. 95,298 und 98,589. Die Ziehung wird fortgesest. Berlin, den 21. Mai 1834. Königl. Preußische General-Lotterie-Direction.

Die Fabriken - Besißer C. Woderb und F. A. Egelis zu Berlin haben ein Patent wegen einer Häckselschneide-Maschine in der durch Zeicl- nung und Beschreibung nachgewiesenen Zusammensez- zung, jedoch ohne Beschränkung in Anwendung ihrer einzelnen Theile, unterm 17. Mai 1834 erhalten, gültig von hier an auf Fünf nah einander folgende Jahre und für den Umfang des Preu- ßishen Staàts.

Angekommen: Se. Excellenz der General-Lieutenant und Commandeur der 10ten Division, von Hofmann, von Posen,

Der General-Major und Commandeur der 1sten Division, von Uttenhoven, von Königsberg in Pr.

Abgereist: Der Wirkliche Geheime Ober-Regierungs-Rath und Kammerherr, Graf von Hardenberg, nah Neusalz.

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14,178. 14,508. 33,934. 34,724. 90,518. 50,606. 97,377. 57,654.

! reiche ein Verbrechen begehen, und darauf nach dem

Berlin, Donnerstag den 22 Mai

R E E ga; Sre Vg; P e H D S I E E R I E I eere Es v 1 erw E E P Ste Te

Zeitungs-Nachrichten. AwSESt a n d.

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St. Petersburg, 15. Mai. Die hiesigen Zeitungen ent- halten nachstehende Kaiserliche Manifeste :

l. „Von Gottes Gnaden Wir Nikolaus der Erste, Kaiser und Selbskherrscher aller Reussen, t. 2c. 2c. Thun allen Unsern getreuen Unterthanen fund und zu wissen: Jn den (GKrundgeseßen Unseres Kaijerreiches ist die Lebensjahr desselben festgeseßt. Dieses Alter hat Unser vielgeliebter Sohn, der (Kroßfürft Alexander Nikolajewitscd, am 17ten (29sten) dieses Monats erreicht. Mit kiefem Danfge{ühl gegen die Vorse-

hung, die Jhn bisher erhalten, die Erreichung dieser Epoche als ein ;

Zetchen der Uns geschenkten himlischen Gnade und als ein Unter-

pfand künftiger Segnungen vetrachtend, haben Wir das Fest der ! Christi, den 22stend M. (4. Mai) für die Feier der ;

beiligen Auferstehung Volljährigkeit des Thronfolgers anberaumt. An diesem Tage ist in dem Tempel Gottes in Unsere: und der Reichs-Beamten Gegenwart, nach dem Ritus Unserer rechtgläubigen Kirche, dem Allerhöchsten cin Dankgebet dargebracht und zugleich der durch die Reichs-Grund- esche für die Volijährigkeit des Thronfolgers vorgeschriebene Eid ge- eistet worden. Judem Wir Unsere lieben treuen Unterthanen von diesem feterlichen “kte in Kenntniß sehen, fordern Wir sie auf, sich mit Uns in dem ernsten (Gebete zu vereinigen, daß der Allerhöchste den Thronfolger in Seiner Volljährigkeit mit Weisheit und Tugend segnen, daß die allgütige Vorsehung Fhn auf dem Fhm bevorsiehen- den Lebenëpfade leiten, und daß Sein Herz in der Hand Gottes stets bewahrt und für den Fhm bestimmten großen Dienst würdig vor- bereitet werden möge. Zugleich befchlen wir: Erstens, dite bei- folgende Eides - Formel den unsere Grund - Gesetze bildenden Akten beizufügen. Zweitens, in allen Kirchen des Reichs am ersten Fest- tage nach Empfang dieses Manifestes, Gott, dem Geber alles Gu- ten, für die vom Thronfolger erreichte Volliährigkeit ein Dankge- bet darbringen zu lassen. (Gegeben in St. Petersburg am 22. April, (4. Mai) im Fahr Etntausend Achthundert vierunddreißig nach Christi Geburt, dem neunten Unserer L

l. „Von Gottes Gnaden Wir Nikolaus der Erste, Kaiser und Selbstherrscher aller Reussen, König von Polen t. 2c. 2c. Nach Prüfung des leßten Punktes im Artikel 21 des am 14. Februar 1832 dem Köntgreiche Polen Allergnädigst verliehenen Statutes, wo- felbst cs heißt: „Unsere Unterthanen des Russischen Kaiserreichs,

| die sich eine Zeit lang im Königreiche Polen aufhalten, so wie auch

Unsere Unterthanen des Königreichs Polen, die in andern Dheilen des Kaiserreichs verweilen, unterliegen den Geseßen des Landes, in welchem sie sich befinden‘, und auf die Vorstellung Unsers dirigirenden Conseils für das Königreich Polen, haben Wir defretirt und dekreti- ren: Art. 1. Der Artikel 10 des Holnischen Kriminal-Kodex, betreffend diejenigen Unserer Unterthanen des Königreichs Polen , welche sich

| im Russischen Kaiserreiche eines Verbrechens \{uldig machen , ver-

Art. 2. Diejenigen Unserer welche im Rusfischen Kaiser- Königreich Po- oder Civil-Gou-

liert von jeßt an seine Geseßeskraft. Unterthanen des Königreichs Ll.

len entfliehen, sollen auf Requisition der Militair-

Al 9:

ent Eben so sollen Unsere Unterthanen des Russischen Kaiserreihs, welche sich im Königreiche

olen eines Verbrechens

| i d f S | dat iche te- Kempen bei Berndt, Königsberg in Pr. bei Burchard, Mag; | schuldig machen und darauf nach dem Russischen Kaiserreiche entflie

deburg bei Brauns, Marienwerder bei Schröder, Merseburg |

hen, auf die Requisition des Königlichen Statthalters, den Gerichts=- Behörden des Köntgreichs ausgeliefert werden. Art. 4. Die Voll- zichung dieser Unserer, in die Gescß - Samnlutg des He nlgreichs einzurückenden Verordnung, übertragen Wir Unserm Statthalter im Königreich Polen. Gegeben zu Zarsfkoje - Selo, am 2. (14.) Of- tober 1833.//

Beim Militair haben folgende Beförderungen stattgefunden : die General-Lieutenants, der Direktor des gelehrten Militair- Comité’s, Gogel L, zum General der Artillerie; der General- Adjutant Sr. Kaiserl. Majestät, Tschitscherin l. , zum General

| der Kavallerie; der Direktor des Bau- Departements für das

Seewesen, Carbonier, zum General vom Geniewesen; der Ober- Direktor des Pagen - Corps c. und Direktor der Kaiserlichen Militair-Akademie, General-Adjutant Suchosanet |., zum Gene- ral der Artillerie; der Nafasny Ataman des Donischen Kosacken- Heeres, Kuteinikow |l., zum General der Kavallerie, und der bevollmächtigte Vorsißer der Diwane in den Fürstenthümern Moldau und Wallachei, Kommandirende des 6ten Jufanterie- Corps, General-Adjutant Kisselew 1., zum General der Jnfanterie.

Der General, Lieutenant und General - Adjutant Kleinmichel hat den Alexander-Newski-Orden und das Mitglied des Polni- schen Reichs-Rathes, Joseph Morawski, den St. Annen-Orden erster Klasse erhalten.

Der Prinz Peter von Holstein - Oldenburz is zum Mit- gliede des dirigirenden Senates ernannt worden und wird bei den Sißungen desselben unmittelbar nah den präsidirenden Mict-

gliedern seinen Plaß einnehu:en.

Der Kammerherr Graf Alexander Borch i zum Ceremo- nienmeister des Kaiserlichen Hofes ernaunt worden.

_ Lange hat unsere Kaiserstadt in. ihren Mauern keine so pracht- volle und imposante Festlichkeit ge)ehen, als den am leßten Sonntage den Zten dieses stattgefundenen Ball, welchen der Adel des St. Petersburgschen Gouvernements zur Bezeugung seiner Freude für die glücklih erlangte Volljährigkeit des Großfürsten und Thronfolgers Alexander Nikolajewitsch, in dem am Fontanka- Flusse belegenen Hotel des Oberjägermeisters von Naryschkin gab. Leßteres war mehrere Wochen zivor, der Würde dieses s{öônen denkwürdigen Festtages entsprechend, mit großem Kosten- Aufwande verschdnert, erweitert und meublirt worden. Alle Kosten des Balls, alle dazu erforderlichen großen Vorbereitungen bezahlt der Adel, von dem Mehrere die bedeutendsten Summen beigesteuert hatten. Näch| den Gliedern des erhabenen Kaiserhauses, er- freute sih derselbe einer zahlreichen Frequenz der glänzendsten Gesellschaft unserer Residenz. Auf der Fontanka war eine Jllu- mination angebracht, welche selbs die zwei nächsten Brücken in

Volljährigéeit des Thronerben auf das sechzehnte j

herrlicher Beleuchtung umfaßte und ununterbrochen bis zum“

Morgen brannte; dabei fuhren mehrere elegant verzierte und mit Lampen à la Kiaking erleuchtete Bôte, auf welchen Vokal - und Jnstrumental-Musik , von Militair-Orchestres executirt , er- tônte, den Fluß auf- und abwärts. Der an sich sehr“ trube und regnigte Tag wandelte sich wie absichtlich für diese Feier S in einen misd-heitern Frühlings-Abend um und verleitete zahllose

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S 5 1834,

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Bewohner-Klassen unserer Residenz, geradeswegs von den Schau- feln, Rutschbergen und Polichinellos-Baracken der Volks-Belusti- gungen unserer Oster-Woche, welche gerade mit diesem Abende schlossen, über die Newskische Perspektive an die Fontankas Ufer hinzustrômen. Gewiß mochte sich hier an diesem Abend weit über die Hälfte von der ganzen großen Be- völkerung unsrer Kaiserstadt zur allgemeinen Schaulust zusam- mengedrängt haben, welche gewaltigen Massen aber auch zuleßt ein furchtbares Gedränge zuwege brachten, das ohne unglückliche Folgen s{chwerlich vorübergegangen ist.

Durch Schiffer - Nachrichten aus Konstantinopel ward hier und in Odessa das Gerücht verbreitet, daß der Pascha von Ae- gypten, Mehmed Ali, in einem Volksaufstande ermordet worden jevy. Wenn diese Nachricht sih bestätigt, so muß sie von den wichtigsten Folgen“ fér den Orient seyn.

Zu Katharinoslaw ist ein Wollmarkt angeordnet, der jähr- lih in den Tagen vom 29. Juni bis zum 15. Juli a. St. abs gehalten werden foll.

Odessa, 29. April. Der General-Adjutant Sr. Majestät des Kaisers, General Kisselef, ist vorgestern von Jassy hier angefommen. : i

Im Lauf dieser Woche wird der Marschall Marmont von Wien hier erwartet.

Das hiesige Journal meldet: „Die Capitaine einiger kürzlich von Konstantinopel angekommenen Schiffe erzählen, daß sich dort das Gerücht verbreitet habe, Mehmed Ali sey zu Kahira ermordec worden; übrigens wollen wir die Authenticität dieser Nachricht keinesweges verbürgen, die, wenn sie si bestä- tigte, bei der jesigen Lage der Orientalischen Angelegenheiten von großer Wichtigkeit seyn würde. Jn der Bégleitung des Griechiscben Gesandten, Herrn Zografos, der am 18. Mätz auf einer von Herrn Butis kommandirten Griechischen Gabarre in Konstantinopel angelangt war, befanden sich die Herren Maku- rani, Chrisanthafidi und Baron von Eichthal. - Herr Manos, der Secretair des Gesandten, der schon etwas länger in Kon- stantinopel is , liegt an einer {weren Krankheit danieder. Am Tage vor der Ankunft des Herrn Zografos hatte der Baron Rothschild der Pforte für die 18 Millionen Piaster, welche die Griechen_zu bezahlen haben, Wechsel ausgestellt. //

Das)elbe Blatt hat von einem hiesigen Einwohner , der den oft erwähnten Turki-Bilmez selbst gekannt hat, folgende Notizen über denselben erhalten : „„Turki - Bilmez, der sich vor Kurzem gegen den Pascha von Aegypten empörte, is ein Türke ; er fann etwa 45 oder 50 Jahre alt seyn; sein Wuchs is von mittlerer Grôße und gedrängt; in seinem ganzen Wesen liegt etwas sehr Ausdrucksvolles und Lebendiges. Jm Jahre 18/8 diente er noch als gemeiner Soldat unter dem Pascha; cr war der Spaßmacher seines Corps und der Geselle aller seiner Schlemmertien. Seinen Namen erhielt er wegen seiner Gánz- lichen Unkenntniß aller Sprachen ; er bedeutet Einen, der nicht Türkisch versteht. Turki-Bilmez war stets ein Freund der Christen, die er zur Zeit von Unruhen oft in Schu6. nahm. Während seines Aufenthalts in Kahira und in- Ober- Aegypten äußerte er sich sehr frei über die Ungerechtigkeiten Mehmed Ali's; dies gereichte ihm zum Nachtheil, und unmuthig dar- über, daß er nicht befördert wurde, zog cer sich in eine Gegend des glücklichen Arabiens zurück, wo sich die Ueberreste der Ma- meluken vom Stamm Tschain Bey's und Elf Bey's, die dem Blutbade der Aegyptischen Beys entgangen waren, niederae- lassen hatten. Wahrscheinlich benußte er aus Rache gegen Meh- med Ali das Mißvergnägen dieser Mameluken und der Arabi- hen Scheihs, die sich, unwillig über die auf diesen Vö!ker- schaften lastenden Auflagen und Rekrutirungen, des Turki-Bilmez wahrscheinlich nur aïs eines Werkzeuges bedtenten.“/

So eben ist hier der von dem wohlthätigen Damen- Verein sür Neu-Rußland herausgegebene literarische Almanach für 1834. erschienen; er enthält mehrere prosaische Stúcke und Gedichte von Stourza, Repey, Chapellon, Frau von Severin und der Baronin Krüdener, auch eine noch niemals gedructte poetische Epistel an den Kaiser Alexander von Lamartine.

Sram eid

Paris, 14. Mai. Der Moniteur publicirt in seinem heutigen Blatte das Geseß wegen des Austausches des nicht av- panagirten Theils des Palais-Royal gegen zwei zu den Kron- gütern gehdrende Forsten.

Die Gazette de France sagt in Bezug auf die beiden leßten Sibungen der Deputirten-Kammer: „Die Debatte über die Ursache der Unruhen, die sich seit 4 Jahren unter unseren Augen zugetragen, hat, so wenig wie irgend eine andere über unsere innere Lage, u einem Resultate geführt, und dies aus einem sehr einfachen Grunde, weil nämlich sowohl die richtige Mitte als die Oppositions - Partei der Revolution angehören und wmit- hin dem Lande nicht füglich sagen können, daß sie es ist, die Alles verschuldet hat. Die Oppositions-Partei mißt die Schuld dem Systeme der Regierung bei, und die Regierung hat leich- tes Spiel gegen die Opposition, weil sie ihrerseits wie- der die Republik vorschieben kann, die sle zu vernichten drohe und ihr nicht gestatte, ihr System zu ändern. Die Regierung wälzt wieder alle Schuld auf die Oppo- sition, und die Opposition hat leichtes Spiel gegen sie, denn sie beruft sich auf das es Recht, die Handlungen der Machthaber vor ihren Richterstuhl zu ziehen. Opposition vnd Regierung haben daher alle beide Unrecht; wenn aber die Royg- listen behaupten, daß das Prinzip der Regierung an allem Uebel Schuld sey, so haben sie die Vernunfc und die Wahrheit füc sich, und dies will in Frankreich etwas sagen.“

Das von der Kammer pro 1835 votirte gewöhnliche Auë- gabe-Budget beläuft sich auf : 1,009,008,531 Fr diesem Budget is aber noch ein anderes von 27,590,009 úber die projektirten dentlichen Bauten ange- P Hiernach beliefe sich das ganze Bud- et au G Außerdem sind den Ministe

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