1834 / 178 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

weis, daß Fleiß und Kunsi, dur< Erfahrung geleitet, selbst der wi- dersirebenden Natur den Sieg adjugewitinen nt Große

assen prachtvoller Hortensien und anziehende Blüthenfelder, von

em seltenen Pflanzen - Reichthum gebildet, prangten im mannig- fachsten Farbenglanze, zwischen di>belaubten Orangenbäumen, in wellenförmigen Linien rings an den Wänden des großen Vestibuls bis zum mittleren großen Fenster hin, wo das vorher gedachte Frucht - Buffet die allgemeine Aufmerksamkeit fesselte. Von diesem imposanten Bilde glitt der Bli in die zu beiden Seiten anstoßen- den großen Säle auf die im Hintergrunde ‘derselben geshma>voll gebildeten Gruppen hoch anstrebender Metrosideren und Melaleuken mit ihren Aen Blüthenbüscheln, die abwechselnd mit Lor- beer, hoch ámmigen Rosen und anderen {<òôn blühenden Pracht- Gewächsen, die in jedem der Säle aufgeftellte Büste des geliebten Monarchen, des hochverehrten Beschúbers des Vereins, in großen Halbkreisen umgaben. An den Seitenwänden. beider Säle sah man theils einzelne ausgezeichnete Exemplare exotisher Gewächse, theils Gruppen ganzer Pflanzen-Famiiien, wohin die reihen Sammlungen von Calceolarien und Pelargonien gehörten.

Das Auge des Kenners unterschied manches Neue und Seltene, manches Ausgezeichnete und Beachtenswerthe. Der beschränkte Raum dieser Blätter verbietet eine ausführliche Aufzählung alles dessen, was Herrliches und Liebliches si darstellte, doch dürfen wir wohl bezeichnen : die Pracht-Exemplare von Callistemon, Nelaleuca, Melia Azedarach, Hakea, Leptospermum, Prunus antarclicus, Rho- dodendron maximum, Manmillaria rhodantha, ferner, als neu oder doch noch selten zu nennen : Salpiglossis integrifolia an netten Spa-= Lieren in sauber gearbeiteten Kästchen zum eleganten Fensterschmu>, Fauchsía Thompsüi, Linacia triornithophora, Krica ÎHalicacaba, und E. gilva, Nierembergia angaustifolia, Echinaëdia tenuitlora, Aloe ciliaris, Gesneria magnifica, Gloxinia caulescens, und hirsuta, Sin- ningia velutina, Adenophora suaveolens, Digitalis obscura, ambigna und lanata, Protea Scolymus. Clarkia speciosa, Brunia lanuginosa, Calostemon Cuninghami, Lupinus nanus, Amaryllis longitolia, cro- cea Utid vitellina, Pholidote imbricata, Schizantlius obtusîitifolius etc. Aus den Königlichen Gärten und Fruchttreibereien zu Potsdam, Charlottenburg, Monbijou, Schönhausen und von der Pfauen-Jusel, aus den reihen Schâben des hiesigen Botanischen Gartens, aus dem Prinzlichen Garten von Bellevue und aus der großen Landes= Baumschule bei Potsdam, wie von Seiten der hiesigen Kunst- und Handelsgärtner Herren P. Fr. Bouché, Fuhrmann, George Kraabß, Limprecht , Mathieu, Teichmann und Loussaint, ferner: von den Herren Beneke von Grödißberg, Justizrath Meyer, Kaufmann My- lius und Schlächtermeister Hüncher, unter thätiger Mitwirkung des Zimmermeisters Herrn Fleischinger bei den Vorarbeiten, war mit wohlwollender Freigebigkeit und dankenswerther Bereitwillig®eit, zu dem herrlichen Festschmucke beigetragen, den in der That nur ver- einte Kräfte in dieser Fülle herzustellen vermochten. Die zahlreiche Versammlung der Mitglieder des Vereins und der dazu eingelade- nen Fremden ward beehrt durch die Anwesenheit Jhrer Königlichen Hoheiten der Frau Prinzessin Wilhelm, Gemahlin des Prinzen Wil- helm (Sohnes Sr. Majestät), der Frau Prinzessin Louise, verwitt- weten Fürstin Radziwill und Prinzen August, die huldvoll den Fest- s<hmu> in hôchsien Augenschein zu nehmen geruhten.

Nach 12 Uhr zogen die Mitglieder in den Saal der Akademie der Wissenschaften, zur Rechten des Vestibüls, sich zurü>, Behufs der ftatutenmäßigen Wahl des Vorstandes, die dahin ausfiel, daß der zeit- herigè 1e flellvertretende Direktor, Geh.Medizinal-Rath Dr. Link, zum Direktor, der zeitherige 2te Stellvertreter Garten-Direktor Lenne zum 1sten und der Professor Dre. Stdrig zum 2ten stellvertretenden Direktor neu erwählt, der General-Secretair, Geheime Medizinal-Rath Dr. Lichtenstein, der Schaßmeister, Rehnungs-Rath Schneider, aber als solche bestätigt wurden und der Secretatr des Vereins, Kriegs-Rath Hey- nich, im Amte verblieb. Hiernächst begaben sich alle Anwesende, Über 300 an der Zahl, in den Saal der Akademie der Künste, zur Linken des Vestihúls, zur Anhdrung der Festrede des Direktors. Derselbe gedachte zunächst des betrübenden Verlustes so mancher hochverehr- rer und geschäßter Mitglieder des Vereins, die der Tod im abgewi- chenen Jahre ihm entriß, von welchen vor Allen der allgemein be- trauerte Fürst Anton Radziwill, demnächst die Namen Hermb- fáädt, Villaume, Koels, Balan und Schleiermacher, mit Klage und Trauer zu nennen waren. Der Redner schilderte die inneren Ver- hâltnisse des zur Zeit 1009 Mitglieder zählenden Vereins und gab eine gedrängte Uebersicht seiner Leistungen und Bestrebungen im verflossenen Fahre; dahin gehört insbesondere die Wirksamkeit der seiner Obhut und Mitverwaltung anvertrauten Königlichen Jnstitute der Gärtner-Lehr-Anstalt und Landes-Baumschule, wovon die Er-

breitet harz |

726

denttoch aber in nicht unbedeutender Kntast im Wege des Buchhatt- dels und des eigenen Vertriebes debitirt sind; sein lebhafter Ver- kehr mit 46 anderen Gesellschaften von ähnlichen Zwe>en, der bis zur anderen Hemisphäre sich erstre>t; die getroffene Veranstaltung gebßerer und geringerer Aussaaten zur Kenntniß der Abarten in dem vom Staate großm thig dazu Überwiesenen Garten, der bei dem gewöhnlichen Versammlungs - Lokale des Vereins sich befindet und in welchem, außer einer {hon vorhandenen Sammlung von 150 verschiedenen Kartoffel-Sorten, 64 Abarten von Kohl und 200 von Schneide- und Brech - Bohnen ausgesäet wurden. Ferner gab der Redner eine Ubersichtliche Darstellung des Kassen- und Rechnungs- wesens des Vereins, wonach die vom Schaymeister abgelegten Rech- nungen bis Ende 1833 zwar von der sehr geregelten Verwaltung und der îm Allgemeinen nicht ungünstigen finanziellen Lage des Ver- eins zeugen, aber doch eine ziemlich beträchtlihe Summe von Bei- trags - Resten der Mitglieder nachweisen, deren baldiger Eingang dringend gewünscht werden muß. Jm Ganzen gab dieser gehalt- volle Vortrag ein Bild der erfreulichen Prosperität des Vereins und seines Wirkens, und lebhaft ergriffen fühlte sich die Versammlung von der innigen Wahrheit der hier folgenden Schlußworte des ge- nialen Redners:

¡Es is schlichte Prosa geworden, was 1750 Ramler dichterisch

sang e // ¡Und 0 Berlin, dein dürrer Boden blühet —/‘( daun fortfahrend /7 Und zarte Bäume trägt, ihr Hauvt umschoren, /7/,Der Gott Sylvan und zieht ein Labyrinth 77 //Selbstirrend auf vor deinen ofnen Thoren.‘

¿Wenn Ramler wiederkäme und die Stadt Berlin sähe, Au- gusta, seine Krone und die Bäume, die nicht mehr zart und nicht mehr umschoren, dem Himmel zustreben und die Bläthen- Pracht unserer Gärten und diesen Fesishmu>, und uns selbst, froh, heiter, glücklich unter unserm Könige !“/

Das unter die Anwesenden vertheilte Programm der Preisfra- gen enthielt folgende neue Aufgabe:

Es soll eine historische Zusammenstellung aller öffentlich bekannt gemachten P gen:

Uber die Mittel, die Fruchtbarkeit des Bodens zu befördern

mit Ausschluß der animalishen und vegetabilischen Stoffe, #9

wle des Mergels, geliefert werden.

Vollständigkeit wird das Haupt-Erforderniß seyn, demnächst aber Genauigkeit in Angabe der Bedingungen, unter welchen die Mittel E wurden, und mehr oder weniger angeblichen Erfolg

L . Die beste der bis zum Fanuar 1836 cingegangenen Abhandlun- gen über diesen Gegenstand erhält den Preis von zwanzig Fr.d’or.

Nahe ant 4000 Personen erfreuten sich no< des Anbliks der herrlichen Pflanzen - Aufstellung an diesem und dem folgenden Tage auf besonders dazu ausgegebene Einlaß-Karten.

Den Beschluß der Feier machte ein dur< das Talent unserer ausgezeichnetsten Sänger verherrlichtes Mahl von 230 Gedecken in dem festlich geschmüctten Lokale des Englischen Hauses, wobei die wärmsten Wünsche für das Wohl Sr. Majestät des Kbnigs und Seines erhabenen Herrscherhauses, wie für das fernere Gedeihen des Gartenbau-Vereins laut und ungetheilt sich aussprachen.

H—.

Meteorologische Beobachtung.

1834. Morgens | Nachmitt. | Abends Nach einmalkger 26. Sun. | 6 Uhr. | 2 Uhr. | 10 Uhr. | S ba tuna,

Luftdru>.. [340,0 «‘'Par.|337,7 4 Par.|337, 0 s Par sQuellwärme 7,5 ® R.

Luftwärme | 14,2 ° N. | 22,5 °R. | 17,0°R.

Thaupunkt 11,6°R. | 12,0 °R. 12, 6 n lußwärme 17,6 ® N. Dot, H yCt E 0 68 pCt. sBodenwärme 13,7 ®° R. etter... | bezogen. a er. iter. z i Wind... R h ees L ee Ausdünft. 0,2 7 2" Rh,

Wolkenzug W. Niederschlag 0.

Berliner Börse. Den 27. Juni 1834.

Amt]. Fonde- und Geld - Vours- Zettel. (Preufes. Cour.)

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 22. Juni.

Niederl. wirkl. Schuld 5114. 5g do. —. Kanz - Bill. 234. s,,f

50 74s. 35 —. Cortes 40.

Antwerpen, 21. Juni.

90. Preuss. Pr.-Sch. 1023. Poln. Loose 1152, wid a 4a guet a. M., 24. Juni esterr. 55 Metall. 100%. 10077. 48 914. 91g. 210 542 18 238. Br. Bank - Actien 1550. 1548. Part. - o 10 N Loose zu 100 Fl. 2094. Br. Holl. 52 Obl. v. 1832 95. 951. p, Loose 66. 657. Preuss. Präm. - Scheine 572, 571 947. 55 Span, Rente 74. 74. 32 do. perp. 487. A885.

Oli,

G «A0 Hamburg, 25. Juni.

esterr. 53 Metall. 997. 48 do. 914. Bank-Actien 1280, Engl. 102. Russ. Holl. 947. Met. in Hamb. Cert. 961. pin, Präm.-Scheine 115}. Poln. 1314. Dän. 72. Holl. 58 95. 8 y Span. 32/465. 42 572. N

Paris, 21. Juni.

78. 5. fin cour. 78. 20. 93. 5. 55 Span. Rente 78. Schuld. 205. Belg. —.

& Neap. pr. compt. 94. 90.

fin C0 32 486. Cortes —. :

Ausg. Sha

D

Königliche Schauspiele. Sonnabend, 28. Juni. Jm Schauspielhause : Das Käth chen von Heilbronn, großes Ritter-Schauspiel in 5 Abth., nebs einem Vorspiele von H. v. Kleist. (Hr. Grua: Graf von Strahl, __ Sonntag, 29. Juni. Jm Opernhause: Euryanthe, groß historisch-romantische Oper in 3 Abth., mit Tanz. Musit yy C. M. v. Weber. (Mad. Schröder-Devrient wird in der Pqy, tie der Euryanthe zum leßtenmale auftreten. Dlle. Gros vom Stadttheater zu Magdeburg: Eglantine, als Gastrolle.) On S Guten Morgen, Vielliebchen ! Lusispi( in 1 Aft, von A. v. Thale. Hierauf: Das erste Debüt, foni sches Gemälde- in 3 Abth., von L. Angely. Montag, 30. Juni. Zum erstenmale: Metastasio , histo hes Drama in 4 Abth. , von C. Blum. Vorher: Poet, Schauspiel in 1 Aft, von Kotebue.

Königstädtisches Theater.

von Bellini.

Sonntag, 29. Juni. Zum erstenmale: Der Schuzgeis,

f R d Legende in 6 Akten, nebst einem Vorspiele, von oßebue.

“Montag, 30. Juni. Zum erstenmale wiederholt: Der Lie

bestrank, komische Oper in 2 Akten, nach dem Jtaliänischen, von

Grünbaum. Musik von Donizetti.

Dienstag, 1. Juli. Zum erstenmale wiederholt : Helene, Charafter-Gemälde in 4 Akten, von Bauernfeld. Hierauf: De Schloßgärtner und der Windmüller, komische Oper in 1 Att, Musik von W. Müller. (Neu einstudirt.)

Markt-Preise vom Getraide. ui Men fra u 1834. u Lande: oggen 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf, auch 1 Rthl; 1 Sgr. 3 Pf.; große Gerste 23 Sgr. 9 Pf., at 22 Sgr. 6 V, Hafer 22 Sgr. 6 Pf./ auch 17 Sgr. 6 Pf. Eingegangen sind 16 Wispel 10 Scheffel. i Zu Wasser: Weizen (weißer) 1 Rthlr. 25 Sgr., auch 1 Rthlr, 22 Sgr. 6 Pf. und 1 Rthlr. 15 Sgr.; Roggen 1 Rthlr. 5 Sgr, auch 1 Rthlr. 3 Sgr. 9 Pf.; große Gerste 22 Sgr. 6 Pf., aud 21 Sgr. 3 Pf.; Hafer 21 Sgr. 3 Pf, au 19 Sgr. 5 Pf. ; Erbser 1 Rthlr. 10 Sgr. Eingegangen sind 581 Wispel. Mittwoch, den 25. Funi 1834.

ere zur Zeit 19 Zöglinge zählt und die Leßtere seit der Zeit ihres (Lf. \Brief|Geid.} |Zf.\ Brief Geld. Das Scho> Stroh 8 Rthlr. 17 Sgr. 6 7 :

Bestehens, vom Fahre 1823 Über 1,280,000 Stúü>k Frucht- und | 8t.-Sehuld- Sch. | 4 | 992 | 982 #Grosshz, Pas. do! 4 | 1021 ait da 1 Rthlr. % “A auch 20 Su 97 B

Schmu>-Bäume und Sträucher, theils durh Ueberweisung an die | Pr. Eng). Anl. 18/5 | | Ostpr. Pfandbr. | 4 | [1001 : Branntwein-Preise

pectionaire und sonstige fäufliche Ueberlassung / theils durch unent- | Pr. Eugl, Anl. 22. 5 | | Pomm. do. L 1108 von 2 bie W Tin 166

gelttnu;€ Engen für Rechnung des Vereins, im Lande ver- | Pr. Engl. Obi. 30.,| 4 | 951 | 95 [Kur- u. Neum. do.| 4 |1062 (1062 Das Faß von 200 Quart nah Êralles 54 pCt. oder 40 1

: ferner S7 O o H bewirkten mannigfachen Präm.Sch.d.Seeh.| | 582 | 581 #Schlesizche do.| 4 | 106 Richter gegen baare Zahlung und sofortige Ablieferung: Korn

Sines fie, vie I ails dex verb idenen Adele: KIAUEE O, M N 4 | 98f | 981 Pee d.K.-u.N.|— | 683 Branntwein 17 Rthlr., auch 16 Rthlr. 15 Sgr. ; Kartoffel - Brannt: inne Versollkomr versd - | Neum.Int.Sch. do,| 4 | 981 | ]Z.-Sch. d. K. u. N.|— | | 682 iu 16 Rthlr. j ; ju

tenbaues und zu Versuhs-Kultureü, Behufs Erprodutigen des Gu= |/ Berl. Stadt - Obl. | 4 + E A E O AG-DITORO: A TI E S N

ten und Nüßbltchen ; die eifrig betriebene Herausgabe seiner Verhand- | Königsb. do. À | | Holl. yollw. Duk.|— | 171 | G

lungen, von denen bis jeßt 20 Lieferungen erschienen und in mehr | Elbing. do. 42 981 | Neue O 2 Redacteur Cattel.

denn 1000 Exemplaren unentgeltlich an die Mitglieder des Vereins | Danz. do. in Th.\—| 37 | fFriedrichsd'or . .|— | 132 | 132

und an die ihm verwandten Gese]lschäften und Fnfstitute vertheilt, | Westpr. Pfandbr.| 4 [1005 [1001 [Disconto . .... N Gedruckt bei A. W. Hayn.

Bekanntmachungen.

BVBeXEanntmachung.

Allgemeiner Anzeiger für

Da der Defiritiv-Abscluß de Tbeilung d a der Defirnitiv- der Theilung des Nach- |Plateform. lasses der am 26. September 1825 zu Freienfiein 4 "an

N

die Preußishen Staaten.

einer Küche, einem geräumigen Boden und einer|nügen; anderseits auch der Schule ein Buch darrei

chen wollte, welches sowohl dem Lehrer einen eit

Das Parterre aus ¡wi Stuben nebfff| Kammern, |fachen und doch wissenschastlichen VVeg bei dem

Span. 58 743. 38 494. Zinsl. 204. Bras. 77. Metall, 101. Nw |

do. A7 Anl, d, 1

57 Rente pr. compt. 106. 25. fin cour. 106. 45. 32 Pr. comy 2

Der arm F

Sonnabend, 28. Juni. Norma, Oper in 2 Akten. Mus! i

Indem ich hierdurch zur dentlichen Kenntniß bringe, daß der von des Königs Mazjeftät Allerhöchst vollzogene Abschied auf die Verhandlungen des in der Zeir oom 20. Januar bis 23. Februar 1833 zu Merseburg gehal- tenen vierten Landtages der Provinz Sachsen, erschie: nen, bemerfe i< zugleich, daß derselbe, nebft der hiîo- rischen Darfiellung des Ganges der Landtags-Verhand- lungen, der Uebersicht von der Lage der auf den frü- herea Landtagen vethandelten aber no< nicht erledig- ten Gegenstäade, und dem Verzeichnisse der anwesend gewesznen Stände-Mitglieder , - gedruckt in Merseburg bei Kobißschens Erben, und ¿war auf Schreibpapier zu 15 sgr. und auf Drukpapier zu 10 sgr. zu haben, son auch durch die Redactionen der Regierungé-Amts- Blätter hier, zu Merseburg und Erfurt, "wie auch dur< die Buchhandlungen zu beziehen ift.

Magdeburg, den 25. Juni 1834.

Der Geheime Staats-Minifter von Klewis.

Békanntmachuna.

Frau Emilie, verehelihte Erbpächter Müller, geborne Hint, und deren Gatte der Erbpächter Ludwig Mül- ler zu Frazi3/ haben, na<dem die erflere beim Kd- nialihen Landgerichte Bromberg für majorenn erklärt worden, in der vor demselben am 3. September 1833 abgegebenen, am gen vor uns wiederholten pro- rofollarischen Erflärung die Gemeinshaft der Güter und des Erwerbes unter einander auégeschlossen.

Stoenlanke, den 5. März 1834. Ï

Königl. Preuß. Friedens-Gericht.

(L. S.) v. Bac4ko.

storbenen verwittweten Frau Hauptmann v. Winter- terfeld, Agnes Henriette Albertine, geb. v. Winter- feldt, bevorsteht; so werden sämmtliche unbefannte Gläubiger der Erbschaftsmasse hierdur< aufgefordert, sich innerhalb dreier Monate, späteftens aber in dem am 31. October d. J., Vormittags 10 Uhr, hier- selb| anberaumten Termine bei dem unterzeichneten Commissarius mit ihren Ansprüchen zu melden; widri- genfalls die Theilung des Nachlasses abgeschlossen wird, und die etwanigen Gläubiger si{< in Gemäßheit deé F 141. Th. I. Tit. 17 A. L. N. nur an jeden Erben für seinen Antheil halten fönnen.

Stift Heiligengrabe , den 14. April 1834, Im Aufcrage des Königl. Churmärkschen Pupillen- Collegii. Dr, Louis.

Das an dem Japanischen Palais-Plaze in Neustadt Dreéden gelegene Freiherrl. von Pfistersche Haus ist aus freier Hand zu verkaufen.

Die seltene {dne Lage dieses Grundstücks, welches mit der Vorderseite an den großen und freien Palais- Plat, mit der Hinterseite an den Japanischen Palais- Garten grenzt, und von diesem einen Terrassen-Theil inne hat, der von den mannigfaltigsten Blumen-Par- tieen umgeben wird, verbindet mit einer überaus be- quemen Eintheilung seiner innern Bauart, alle Reize einer zu jeder Jahreëzeit angenehmen Wohnung.

Es besteht aus zwei Etagen, wovon die erftere einen kleinen Saal und aht an einander sioßende Zimmer init der Aussicht theils auf den Plaß, theils in den Garten enthäit, einem Vorzimmer, einer Hinterstube, Gârderobe und drei anderen Piecen.

Die zweite Etage beseht aus 4 Stuben, drei Ka-

binz2ts, einer Leutestube, nebff| mehreren Kammern,

einer großen Küche, einem großen Garten-Salon nebst Stube, welche auf die oben benannte Terrasse führt, und die Hausflur, welche das Einfahren erlaubt. Im Hofe ist ein gewölbter Stall auf 4 Pferde, ein Wagenschuppen auf 4 Wagen, eine Kutscherstube und geräumiger Futter-Voden, eine Pumpe und der Ein- gang zum Keller.

Mit dem Verkaufe iff beauftragt der unterzeichnete Curator der Freifrau von Pfister.

Advocat De. Gustav Pohland in Dresden.

Literarishe Anzeigen.

Wichtige Anzeige für das gesammte philologische Publikum, besonders für Lehrer, Studirende und Schüler.

Hannover, im Verlage der Hahn schen Hofbuchhand-

lung ist 40 eben erschienen und durch alle Buchhand-

lungen zu erhalten (Berlin durch F. Dümmler, Linden No. 19):

Ausführliche Grammatikder griechischen

S prache, wissenschastlich und mit Rücksicht aufden

Schulgebrauch ausgearbeitet von Dr. Raphael

Kühner, Konrektor am Lyceum zu Hannover,

Erster Theil. gr. 8vo. 1834. Velin- Deruckpapier,

45 Thlr.

Der Hr. Verf. hat nach den thätigsten 9jährigen Vorarbeiten in dieser Grammatik einen doppelten Zweck verfolgt, einen wissenschastlichen und einen praktischen, indem er einerseits bemüht gewesew iat, den Ansorderungen, die der Gelehrte nach dem jetzi- gen Standpunkte der Sprachwissenschast an eine Gram-

matik zu machen berechtigt ist, nach Kräften zu ge-

Unterrichte in der griech. Sprache vorzeige, und i

mit allem dem ausrüste, was zur grammatischen Er klärung der griech. Autoren erforderlich ist, als auch die erwachsenen Jünglinge zu einer gründlichen Kennt niss der griech. Sprache, zu einer tieferen Einsicht is

den Organismus derselben und zu ciner feinern Beur F f

theilung der schönen und vollendeten Darstellungt weise der griech. Meisterwerke führe.

Die äussere Ausstattung dieses ungemein reichhalti gen VVerks ist vorzüglich schön und demungeachtet der Preis doch möglichst billig angesetzt.

În der Stuhrschen Buchhandlung ¿u Berlith Säloßplag Nr. 2, if erschien: Kennedy, Miß Grace, Jessy Allan, eine Er ¿ählung fúr die Jugend. 2te Auflage. 16mo. 102 Seiten. brosh. Preis 4 Thlr. Unna Roß, eine Eriählung für Kinder. ?* Auflage. 8vo. 97 Bogen brosch. Preis 2 Thl Leser, G. L, Abhandlung über die natürliche B“ chaffenheit der Weine, ihre Behandlung und Pflege, ihre Geburtsorte, Krankheiten und dert! Heilung, so wie über Weinverfälschungen. 80 41 Bogen. Preis 2 Thlr. ;

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schienen :

Jacobi, M., über die Anlegung und Einrichtun von Irren-Heil-Anstalten, mit ausführlicher Dak!

stellung der Irren-Heil-Anftalt zu Siegburg. Mi! s 3 Thlr. 20 gl

15 lithographirten Tafeln.

reußis<e

Allgemeiné

tauts-Z

(ita.

Ne 17S.

vir bitten, die Bestellungen

es Blattes eine Unterbrechung erleidet und niht sämmtlihe Rummern vom Anfange des Q

Berlin, Sonukag Len 2a Juni

der Preis für den ganzen Umfang der f | Um jedoch die erforderliche Stärke der

T R P a

E I R ILINLR 2 a O S "M0 <4 Pa E S DESD Z S E E I CHERC S 1 A G A L L n E iee 5 a A Cm i L AME S ira Ex 3 < n TNIBST 2 d “A VMF R, A PIEALAA “s d I WAR D ILRZ Er E p V m —— L, r 0s Ge U p. D doi e E] S E N 4. Et AE E o

Amtliche Nachrichten. | Kronik des Tages.

: s Königs Majestät haben den Pfarrer Franz Larisch M Ai zum ‘Dom - Kapitular an der Dom- Kirche zu Pelplin ? ernennen und die desfallsige Urkunde Allerhöchstselbs zu hollziehen geruht.

Jhre Königl. Hoheiten der Prinz Friedrich und die prinzessin Louise (Kinder Sr. Kdnigl. Hoheit des Prinzen Karl) sind von Weimar hier eingetroffen.

| Angekommen: Der Kaiserl. Nussische Kammerherr, Fürst Gregor Wolkons ki, von St. Petersburg.

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| Zeitungs-Nachrichten. | Ausland. l

Rußland.

St. Petersburg, 21.° Juni. Die hiesigen Blätter ent- halten folgendes Allerhöchste Reskript an den General/ Adjutan- Ven Kisselew: „Unserm General- Adjutanten Kisselew. Der Älns vorgelegte Bericht über die von Ihnen geleitete Verwal- ng der Fürstenthümer Moldau und Wallachei entspricht in (fommenem Maße Unseren Erwartungen und rechtfertigt as in Sie gesete Vertrauen. Jhrer rastlosen Sorgfalt ver- Wanken es die beiden Fürstenthümer, daß die ihnen durch den rieden von Adrianopel geshenkten Vortheile shon jeßt auf hren innern Wohlstand einen wohlthätigen Einfluß haben. Die eue, auf feierlichen Traktaten gegründete Organisation aller Fheile der Verwaltung is unter Jhrer wachsamen Aufsicht mit Wsgezeichnetem Erfolge bewerkstelligt worden. Diese Jhre aus- geihneten Verdienste geben Jhnen ein vollkommenes Recht uf Unsere besondere Erkenntlichkeit. Jndem Wir Sie dessen ersichern, verbleiben Wir Jhnen fortwährend mit Unserer Kai- Merlihen Gnade wohlgewogen. St. Petersburg, den 23. April 5, Mai) 1834. Nikolaus.‘ N Der Wirklihe Staatsrath Chambeau und der General- Major Baron Prittwiß haben den Stanislaus -Orden zweiter Klasse erhalten. Der Minister des dentlichen Unterrichts hat am 20. März F, nachstehendes Rundschreiben an sámmtliche Kuratoren un- rer wissenschaftlichen Lehr-Bezirke erlassen : „Meine sorgsamste Aufmerksamkeit auf den wohlgeordneten Gang r &hr- Anstalten des mir anvertrauten Ministeriums richtend und on dem Wunsche beseelt, alle Hindernisse, welche ihre fortschreitende ervollfommnung zurü>halten könnten, nach Möglichkeit zu ent- en, finde ich, daß eines der den blühenden Bestand dieser Lehr- alten fördernden wichtigsten Mittel die vorsichtige und nicht hereilte Wahl zuverlässiger Gouvernements- Schul - Direktoren if. Fortwährcnde Erfahrungen bestätigen, daß die eifrige Bcförderung der Vernachlässigung der Zwecke des Ministeriums von Seiten die- r Beamten , von denen ieder die Lehr - Anstalten eines gan- en Gouvernements unter seiner beaufsihtigenden Verwaltung Mat, ihr glückliches Fortschreiten zum vorgeste>ten Ziele und damit Jygleich die Erwerbung des gesellschaftlihen Vertrauens, oder ihr “Werfall und ihre Zerrüttung zum Nachtheile der Civilisation ab- hängen. Demzufolge bleibe ich in der fesien Ueberzeugung - daß

0

Mine sorgfältig geprürite Wahl der Schul - Direktoren unumgänglich hothwendig ist, und bitte darum Ew. Excellenz, folgende Vorschrif= n zur Richtschnur Jhres künftigen Verfahrens in dieser Beziehung hmen zu wollen: 1) Zu einer entscheidenden Bestätigung in die- Men Chargen haben Sie nur die fähigsien Jndividuen vorzuschla- en, die hinlänglich dur ihren früheren Otenst im Ministerium Fes dentlichen Unterrichts, oder in anderen Verhältnissen bekannt Mind; diese sie zu diesen Aemtern befähigenden Eigenschaften haben Wie meiner besondern Ansicht zu unterwerfen. 2) Wo solche Em- Mfehlungs - Certifikate in ihrer verbindenden Einheit mangelt , sind Sie, so viel es die Möglichkeit gestattet, bemüht, Über die Perso- Men, die als Schul - Direktoren angestellt zu seyn wänschen, die Mothwendigen Notizen einzusammeln; achen folche von verschiedenen Wrten und Autoritäten von günstiger Art ein, so haben Sie sie Anfänglich nur als stellvertretende Direktoren anzustellen, ihre völ- Age Bestätigung in diesen Chargen aber nicht eher in Antrag zu ringen, als bis die Schul - Direction sich vollkommen von ihrem Dienst - Cifer, ihrer Fähigkeit und Zuveclässigkeit überzeugt hat.// Ï Am llten d. M. hat die Kaiserliche Akademie der Wissen- haften in einer dentlichen Sibung die von dem Kammerherrn Paul Demidoff gegründeten Preise vertheile. Es waren 16 Werke eingegangen, von denen keines einen großen Preis, wohl ber deren sieben kleine Preise erlangt haben. Die Akademie at außerdem mit Bewilligung des Herrn Demidoff eine goldene Medaille gestiftet, die zu Ehren seiner Institution jährlich an iejenigen Gelehrten vertheilt werden soll, welche die Akademie ei der Prüfung der bei ihr eingegangenen Werke zu Rathe ge- ogen hat. Dieseómal haben die Staatsräthe Samson von Him- elstjerna, Neumann und Gretsch, der Kollegien-Rath Wostokoff Und der Dr. Lichtenstädt solche goldene Medaillen erhalten.

Frankrei.

Paris, 21. Juni. Das Journal des Débats sagt Bezug auf das heute beginnende Wahl-Geschäft: „Eine Thats he, die in dem gegenwärtigen Augenbli>ke, wo die Opposition en Wählern so sehr den Hof macht, hervorgehoben zu werden

erdient, ist die, daß die ministerielle Partei doch die einzige ist,

kennt; denn das politische Glaubens-Bekenntniß aller unserer Op- positions - Parteien is doch eigentlih nur, daß sie die Wähler ver- leugnen. Eine jede dieser Parteien hat hon ihr Wahl -Geseß in der Tasche und bezweckt auf die eine oder die an- dere Weise eine Modificirung des Wahl - Körpers, so daß alle Artigkeiten, welhe die Opposition den Wählern jagt, sich streng genommen, ctwa auf folgende Worte reduci ren: ,,,, Monopolisten, ernennt uns zu Euren Repräsentanten, damit wir Euer abscheuliches Monopol abschaffen.‘ Ohne allen Zweifel ist dies der Grundgedanke der Opposition. Warum will nun aber die Opposition den Wahlkörper ändern? wahrschein- lich um den Geist desselben zu verfälschen. Und was ist der Geist des jeßigen Wahlkörpers? Ein Geist der Vorsicht und Erhaltung. Man betrachte dagegen die verschiedenen Nuancen der Opposition, ob sie nicht alle mehr oder weniger revelutionnair sind, ob nicht ein gewisser Drang nach dem Umfturze des Be- stehenden sie unaufhörlich martert. Jede Autorität, jedes Ge- setz ist ihnen lästig. Eine unbesiegbare Neigung treibt sié: be- ständia, den dentlichen Unfug u entsduldigen. Man greift nicht geradezu die Form der Regierung an, wohl aber Alles, was ihre Kraft ausmacht: bald die Einheit in der Ver- waltung, bald die wohlerworbenen Rechte der Pensionairs, bald. die Geistlichkeit, bald die Magistratur, Es giebt faum ein einziges Selbstvertheidigungs-Mittel, das man nicht der Regie- rung versagt hátte; man will wohl das Königthum, möchte aber den König selbst in seinem Palaste vermauern. Verwaltung, Fi- nanzen, Militairwesen, alles scheint der Opposition mangelhaft, und hätten die seit 3 Jahren von ihr verlangten Radikal - Ver- änderungen wirklich stattgefunden, so würde kaum no< ein Stein auf dem andern seyn. Daß einer solchen Opposition ein anderer Wahlkörper Noth thue, leuchtet ein. Die ministerielle Partei dagegen trachtet nur nach der Erhaltung des Bestehenden, und der Geist des jezigen Wahlkörpers stimmt hierin mit dem ihrigen Überein, Die Opposition bewirbt fich um die Stimwe8>er Wähler, um sie gegen die Wähler setbst “geltend zu rnachen; wi" bewerben uns um ihre Stimmen, um sie zur Vertheidigung der Wähler zu benuz- zen, denn für uns gilt es nicht mehr, eine Revolution zu ma- chen, sondern cine gemachte Revolution zu behaupten und un- seren gesellschaftlichen Zustand zu befestigen.“ E Der Courrier français beshwert sich über. die vielen von dem Pairshof angeordneten Verhaftungen, so wie über die Langsamkeit des von demselben eingeschlagenen gerichtlichen Ver- fahrens, wonach die gefänglih eingezogenen Personen oft meh- rere Wcchen lang warten müßten, bevor sie vernommen würden. : 5

Herr Chaley, Richter beim Civil-Tribunale zu Lyon, der vor einigen Wochen in öffentlichen Blättern gegen das Associations- Gese6 protestirt hatte, ist vor den Cassationshof geladen wor- den, um sich wegen dieses Disciplinar- Vergehens zu recht- ertigen. | “Am Departement des Puy de Dome- sind die Wahlen bei der National-Garde größtentheils im Sinne der Opposition aus- gefallen. gef Es heißt neuerdings, daß dic hiesige Gewerbe - Ausstellung noch 14 Tage länger, also bis zum 15. Juli, erdffnet bleiben wúrde. A

In Bordeaux hat sich eine Dampfschifffahrts-Gesellschaft zur Beschisffung der Garonne gedildet.

Großbritanien und Jrland.

London, 21. Juni. Jn der gestrigen Sißung des Oberhauses fand eine Debatte über die Erziehung und den dentlichen Unterricht statt, veranlaßt durch einen Antrag des ‘Lord Wharncliffe, welcher die Ernennung einer Kommission zur Untersuchung des Zustandes der Gefängnisse und zur Einfüh- rung einer gleichförmigen Gefangenen Disciplin bezweckte, der aber in Folge einer Mittheilung der Minister zurückgenommen wurde.

In der Rede, welche Herr Abercromby am Montag vor den Edinburger Wählern hielt, suchte er vor Allem darzuthun, daß er das Amt eines Münzmeisters aus ganz uneigennüßigen Absichten, und nicht im mindesten, um sich dadurch Vermögen zu sammeln, sondern bloß im Interesse des Landes angenommen habe, weil die Minister ihm versichert hätten , daß sie glaubten, er würde als ein Mitglied des Ministeriums dem Lande die nüblichsten Dienste leisten können. Dann bestritt er die hin und wieder aufgestellte Behauptung, daß es nicht gut sey, ein Andividuum, das ein Amt angenommen hätte, wiederzuerwählen, indem er meinte, daß dies wohl früher der Fall gewesen seyn fónnte, wo die Parlaments-Miktglieder niht ordentlich gewählt worden wären; jeßt aber, seit der Parlaments-Reform, falle jede Besorgniß fort, weil Niemand anders als durch eine wirkliche Wählerschaft ins Parlament gelangen könne, so daß kein Mini- sterium si<h zu halten im Stande sey, wenn es nicht in Ueber- einstimmung mit dem Willen des Volks und mit dem Geist des Jahrhunderts handle. Der Redner machte jedoch bemerklich, daß er seine Konstituenten täuschen würde, wenn er ihnen versichern wollte, daß er nunmehr bei jeder Gelegenheit no<h eben so stimmen würde, als wenn er in keiner Verbindung mit dem Ministerium stände, und gab ihnen zu bedenken, ob sie ihn unter solchen Umständen au<h no<h zu ihrem Repräsentanten als tauglich er- achteten. „Jch bin jelzt‘‘, sagte er, „kein einzeln stehendes und für sich allein handelndes Jndividuum mehr; und ich würde es für unrecht halten, wenn ih in der Verbindung, in welcher ich jet mit Anderen stehe, eine Verpflichtung eingehen wollte, wo- durch auch diese Anderen gebunden werden könnten. Jch weiß

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1834

Beim Ablaufe des Quartals wird hiermit in Erinnerung gebracht, daß die Besiellungen auf diese Sotung nebst Pränumeration hier am Orte bei der Redaction (Mohren-Straße Nr. 34), in det

: aber bei den Kbniglichen Post-Aemtern zu machen sind, und da ( E Blatt am Vorabende seines Datums durch die Stadtpost frei ins Haus gesandt wird. / ] P bis spätestens den 30sten d. M. an uns gelangen zu lassen, indem sons die Futeressenten

uartals an nachgeliefert werden können.

reuß. Cour. vierteliährlich festgeseßt ist, wofür den hiesigen Abon uflage für das kommende Vierteliahr abmessen zu können, müssen es sich selbfi zuzuschreiben haben, wenn die Zusendung

S t P E T C A E t O a S A T T I E T A

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aber die Bürger von Edinburg wissen, aus welchem Stoff ich geformt bin.‘ Schließlich gab Herr Abercromby einige Erklä- rungen darüber ab, wie er sich in Betreff der wichtigsten dera Parlamente vorliegenden Maßregeln benehmen würde; er wolle, versicherte er, gleich unparteiisch gegen die anglikanische Kirche wie gegen die Dissenters verfahren und Alles untersiüßen, was ur Beförderung der Zwecke der Reform-Bill und zur Aufhe- ung alter Mißbräuche dienen könnte. Seine ganze Rede wurds mit dem größten Beifall aufgenommen. Der Sun enthäle Folgendes übec das jeßt in mehreren Fällen zur Anwendung kommende Geseß, welches jedes Parla- ments - Mitglied bei der Annahme eines Amtes verpflichtet, sci- nen Siß aufzugeben und si<h von Neuem wählen zu laffen: „Dieses Geseß ist von sehr geringem Nußen und kann nie zu dem ursprünglich beabsichtigten Zwecke dienen; ja no<h mehr, eine der Wirkungen desselben ist höchst gefährlih, da es dahin ielt, die Staats-Verwaltung in die Hände der Pairs zu bringen. enn ein Mitglied des Unterhäuses und ein Pair gleich wäh!- bar fúr ein Amt sind, so is es klar, daß die Bestätigung dem Pair gegeben werden wird, sobald das Geschäft drin gend und einiger Ziveifel vorhanden ist über die Wieder- Erwählung des ausscheidenden Unterhaus - Mitgliedes. Jn der That, mit Ausnahme des Kanzlers der Schaßkatamer, dúrfen alle Mitglieder des Kabinets Pairs seyn, und es würde keine Schwierigkeit haben, auc diesen unter jedem Ministerium für irgend einen kleinen Burgfleken wieder erwählen zu lassen. Das Gesetz is| also fast ein todter Buchstabe. Es kann ein Mi- nisterium hin und wieder in Verlegenheit seßen, und die Ge- schäfte aufhalten, selbst werin: dies Ministerium von dem Unter- hause und der Stimme dés Landes unterstüßt wird; während ein Ministerium, das keine solche Stúße hat, aus den weni- gen Stimmen, welche die Abschaffung des gegenwärtigen Gescßes ihm {assen würde, nur sehr geringen Vortheil ziehen fönnte. Die -jehige Session hat einen {<{lagen- den Beweis dargeboten von dem Nachtheil des Spstem®, wonach in Dudley der (später in. Edinburg gewählte) Sir J. Campbell aus Caprice einiger weniger Wähler durchgefalien isk. Die Bill über die Verhaftung wegen kleiner Schulden, die Bill über die Orts-Gerichte und mehrere andere für die Verbesserung der Gerichte, sind zwei Monate lang verzögert worden und wahr- scheinlih wird nicht mehr als eine detselben in dieser Session passiren. Wenn selbst das Mitglied von denselben Wählern wie- der erwählt worden ist, so findet do< eine Unterbrechung der Ge- schäfte von wenigstens vierzehn Tagen satt. Jedermann

wird eingestehen , daß dies ein ernster Uebelstand is, und es ist kein Grund vorhanden, sich ihm zu unterwerfen, wenn er, ohne Nachtheil für die Rechte der Wähler,

beseitigt werden kann. Wäre das Mitglied, welches ein Amt annimmt, nicht gezwungen, seinen Siß vor Beendigung der Session zu verlassen, so würden die Geschäfte keinen Aufschub erleiden und die Ausúbung des Privilegiums der Wößler ihre Ansicht über die Regierung dur< die Wahl der Kandidaten fund zu geben, würde nur um einige Monate verschoben werden. ‘“ :

An der heutigen Börse fanden wegen Mangels an Neuig- keiten fast gar keine Veränderungen in dem Stande der Engli- hen sowohl, als der fremden Fonds statt; doch wollte man chèr cine Neigung zum Sinken als zum Steigen bemerken.

Belgien.

Brússel, 23. Juni. Der Moniteur enthält ein vo:n Minister des Jnnern ausgegebenes Programm über eine zur be- vorstehenden Feier der September - Tage ausgeseßte literarische und musikalische Preis- Bewerbung. Zwei Preise sind für Ge dichte in Französischer, zwei für Gedichte in Flamändischer Sprache und zwei für musikalische Compositionen bestimmt. Die Gedichte sollen die National-Unabhängigkeit und das Schickjal des Vaterlandes feiern und müssen vor dem 1. September ein- geliefert seyn; die Compositionen, von denen die beste während der September-Festlichkeiten aufgeführt werden soll, müssen in der Partitur schon bis zum 15, August abgeliefert werden. Die Preije bestehen in goldenen Medaillen zum Werthe von 600 und 300 Franken, oder auch in dem baaren Betrage diejer Summen. Zur Preisbewerbung werden nur geborne Belgier oder solche Ausländer zugelassen, die sich seit zehn Jahren in Belgien aufhalten.

Ein anderes Programm des Ministers des Jnnern enthält ein Verzeichniß von Musterheerden (Rindvieh, Schafe und Schweine), welche die Regierung aus England hat kommen lassen und die am 2. Juli an Belgische Landwirthe, mit Be willigung eines langen Kredits, versteigert werden sollen.

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 19. Juni. Se. Maj. der König haben vor einigen Tagen dem Freiherrn Ankarswärd eine Audienz ertheilt, in welcher derselbe die Erlaubniß nachsuchte, mehrere Bittschrif- ten Überreichen zu dürfen, die den Wunsch einer Aenderung der Schwedischen Repräsentationsweise enthalten. Dem Vernehmen nach , soll der König diese Bittschriften an den Constitutions- Ausschuß verwiesen haben.

Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Graf Wet- terstedt, ist nah seinem Gute Finspäng abgereist. Während sei- ner Abwesenheit ist die Leitung des Ministeriums dem Hof- Kanzler, Freiherrn Schulzenheim, anvertraut. i

Der Constitutions-Ausshuß der den Zeitungen den Ab- dru> seiner Protokolle verweigert hat beschäftigte sich, dem

ie die Wähler offen und ohne Rückhalt als ihre Richter ancr-

wohl, daß dies ein schr großer Anspruch auf Ihr Vertrauen ist,

Vernehmen nach , schon mit den vorgekommenen Anträgen auf

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