1834 / 183 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Schloß gegenüber aufgestellt hatte. Se. Maj. fuhren an der gänzen Linie vorüber und wurden von der Schisfsmannschaft, die auf die Segelstangen geklettert war, mit Hurrah - Ruf begrüßt. Die Ufer zu beiden Seiten, alle Kauffahrteischife, die sih im Hafen befanden, und eine unzählbare Menge von Fahr- zeugen waren mit Zuschauern angefüllt, die meistens den vor- nehmsten und den mittleren Einwohner - Klassen der Hauptstadt angehörten und den lautesten Freudenruf in die Lüfte ertdnen lie- ßen. Nachdem der König und der Kronprinz einige Zeit am Bord des Hauptschiffs verweilt hatten, kehrten sie ins Schloß zurü>. Später begab sich der König in das Lager von Ladu- gardsgarde, um von den Truppen Abschied zu nehmen. Auch dort wurden Se. Majestät sowohl von den Truppen wie von den Einwohnern der Hauptstadt, die sich in Masse nach dem Lager begeben hatten, mit den lebhaftesten Freudens- Bezeugun- gen empfangen. Verwandte und Freunde der jungen Konsfkri- birten hatten sich in großer Anzahl dort eingefunden, und der Jubelruf verstummte nicht eher, als bis der König sih ent- fernt hatte.

Deutschland.

Dresden, 1. Juli. Zu einem Besuch bei Sr. Maj. dem König und der Königlichen Familie ist Jhre Königl. Hoheit die Herzogin von Angoulème, heute Vormittag von Karlsbad kommend, hier eingetroffen und sofort in das Sommer-Hoflager nach Pillniß abgegangen. Privat-Nachrichten aus Teplihz zufolge, ist der Herzog von Bordeaux bereits am 26sten v. M. und Se. Maj. Karl X. nebst dem Herzog von Angoulème am 28sten v. M. von dort nach Prag zurückgekehrt.

Dresden, 27. Juni. Jn der Si6ung der zweiten Kam- mer vom 9ten d. M. erregte die Petition des Jsraeliten B. Kaim aus Dresden, ihm den von der Regierung verweigerten besiändigen Aufenthalt in Leipzig und die Redaction einer dorti- gen Zeitschrift zu gestatten, eine lebhafte Debatte, nachdem si der Bericht der vierten Deputation gegen das Gesuch des Bitt- stellers ausgesprochen hatte. Die Abgeordneten Axt, Haußner und der Präsident der Kammer erklärten sich entschieden ge- gen das Gutachten der Deputation, indem es hart scheine, einem gebildeten Fsraeliten den literarischen Erwerbsweg abzuschneiden. Der Abgeordnete Sachße meinte jedoch, daß, so lange die Gesebe der Sächsischen Jsraeliten nicht gestatteten, ihren Aufent- haltsort nah Belieben sh zu wählen, auch die Kammer nicht das Recht habe, der Regierung zu empfehlen, daß sie einein Israeliten den Aufenthalt in Leipzig gestatte. Dieser Ansicht waren auch andere Mitglieder, und auf die Bemerkung des Ab- geordneten Gruner, daß au<h polizeilihe Rücksichten dem Wunsche des Petenten entgegengestanden, entschied fih die Kam- mer mit 62 gegen 4 Stimmen für das Gutachten der vierten Deputation, mit der Bemerkung, daß bei der dem Bittsteller mitzutheilenden Entscheidung, der Umstand, daß er dem Mosais schen Glaubensbekenntnisse angehdre, als Grund der Abweisung nicht besonders herauszuheben seyn werde.

München, 26. Juni. Die Kammer der Abgeordneten beschäftigte sl< heute Vormittag mit der Rückäußerung der Kammer der Reichsräthe hinsichtlich des Gesez-Entwurfs in Be- tref der Revision des Gemeinde- Edikts, und führte dur ihre Zustimmung zu denjenigen Modificationen, über welche noch eine Verschiedenheit der Ansichten bestanden hatte, einen Gesammt- Beschluß beider Kammern über diesen Gegenstand herbei. Hier- nächst verhandelte sie über die Beschlüsse der Reichsräthe in Ansehung der, von der Staats-Regierung über die Zoll-Verhält- nisse und die hierauf b Oen Ermächtigungen geschehenen Vorlagen. Ueber diesen Gegenstand ist eine Vereinigung bei- der Kammern noch nicht erzielt; es waltet no< eine wesent- liche Differenz ob, hinsichtlich der Binnen- Kontrolle. Derselbe geht daher no<h einmal in die Kammer der Reichsräthe zum Zwecke weiterer Berathung und Beschlußfassung. Die von ge- stern auf heute vertagte Fortseßung der Berathung und Be- s{lußfassung über den Geset-Entwurf in Betreff der Ansässig- machung und Verehelichung, welcher unter den beschlossenen Mo- dificationen im Ganzen die Zustimmung der Kammer mit 79 gegen 23 Stimmen erhielt, bildete den Schluß dieser vormäittä- gigen Verhandlung. Heute Abend wird sih die Kammer noch einmal versammeln, um si mit der Rückäußerung der Reichs- räthe in Betreff .des Geseßz-Entwurfs Über das Gewerbswesen

zu beschäftigen. Oesterreich.

Wien, 25. Juni. Dem Vernehmen nah, hat Se. Durchl. der Hof- und Staats -’Kanzler, Fürst von Metternich, ‘auf den beabsichtigten Ausflug nah Karlburg unweit Preßburg, verzich- tet und'erwartet nun die Rückkehr JJ. -MM. des Kaisers und der Kaiserin von Persenbeug, welche vom 283sten d. an täglich u hoffen is. JJ. MM. werden einige Tage in ihrem Lust- Lhloß Schönbrunn verweilen und dann ihre Bade-Kur in Ba- den beginnen, wohin Allerhöchstdenselben au<h Se. Durchlaucht

der Fürst Metternich folgen wird,

Schweiz.

Neuchatel, 25. Juni. Vorgestern wurden die Sibungen des geselzgebenden Raths von dem Präsidenten des Staats-Raths, Herrn von Chambrier, mit einer Rede, worin er der Verfamm- lung eine vorläufige Mittheilung von den Gegenständen machte, die ihr zur Berathung vorgelegt werden sollen, und die bereits früherhin von den hiesigen Blättern angegeben worden sind. Hierauf wurden die gewdhnlihen Formalitäten vorgenommen und von dem General-Prokurator über die Einnahmen und Ausgaben des Jahres 1833 Rechenschaft abgelegt; es ergab sich daraus, daß erstere 64,344 Schweizer - Franken mehr betragen hatten, als leßtere; die Summe der Einnahmen belief sich näm- lich auf 304,706 und die der Ausgaben auf 240,362 Fr.

Zürich, 24. Juni. (Zäricher Zeitung.) Die Gesandten der alliirten Mächte sind leßten Freitag bei dem hohen Bundes- Prásidium eingetrofsen und haben eine Note von Oesterreich, eine Note von Bayern, eine von Württemberg und eine von Baden überreicht. Was diesen Gesandten in der Audienz vom Bundes - Präsidium geantwortet wurde, ist uns nicht bekannt. Tags darauf vernahm man im Regierungs-Rathe den Inhalt der Noten, und nachdem Bürgermeister Heß sich im Allgemeinen und' im Speziellen gegen einen Antrag, sogleich und zwar nicht im besten Sinne zu antworten, scharf ausgesprochen, wurde das ganze Géschäft dem Staats-Rathe zur Prúfung und Bericht-Er- stattung überwiesen. Wir theilen hier den Jnhalt der Oesterrei-

chischen Note vollständig mit: i „An ihre Excellenzen, die Herren Bürgermeister und Staats- rath des Kantons Zürich, eidgendssischer Vorort. Der unterzeich- nete K. K. Oesterreichische außerordentliche Gesandte und bevoll-

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ciögendssishen Vororts an seinen Allerhdchsten Hof zu befördern, von dem er die nachfolgende Erwiederung hierauf zu machen an- gewiesen ist. Fe mehr der K. K. Hof sih die Aufrechthaltung freundnachbarlicher Verhältnisse zwischen seinen Staaten und der Eidgenossenschaft fortdauernd hat angelegen seyn lassen, ie gesits- sentlicher er es vermieden hat, zu jedem Anschein von Einwir- kung auf die innern Verhältnisse und den innern“ Zusiand der Schweiz die mindeste Veranlassung - zu geben, #0 bedenklich der leßtere sich auch seit längerer Zeit für die Nachbar - Staaten gestaltet hat, desto unbestreitbarer war sein, wie der übrigen angränzenden Staaten Recht da diese Besorgn:sse durch das vom Schweizer Gebiete ausgegangene Attentat vom verflossenen ere nur zu sehr in Erfüllung gegangen sind nicht bloß vollständige Unterdrückung derselben, sondern vorzúglich Bürgschaft für die Zu- fanft zu verlangen. Dieses doppelte Begehren if in den dem ho- hen Vororte von dem Unterzeichneten unterm 12. März und 23. April Übergebenen Noten ausdrücklich gestellt, und mit Bedauern hat der allerhdchste Hof aus der leyten eidgenössisczen Antwort vom 17. Mat? ersehen, daß auf Befriedigung und künftige Sicherheit der Nachbar- staaten darin keine Rückstcht genommen, jondern einzig von der den leßteren durchaus fremden Ahndung des von den Flüchtlingen in der Schweiz gemißbrauchten Asylrechts die Rede is, und das die zweite Note des hohen Vororts sich von dev ersten nur dadurch unter- scheidet, daß die in dieser angekündigten Maßregel in jener als theils vollzogen , theils ihrer Vollziehung nahe angeführt werden. Fn diesen theilweisen ungenügenden Maßregeln können die Nachbar- Staaten die Bürgschaft für die Zukunft nicht erkennen , die sie zu fordern berechtigt sind. Was vor wie nach dem Einjall in Savoyen zur Stdrung der Ruhe dieser Staaten von der Schweiz aus durch die Presse, wie durch vielveroreitete Verbindungen geschehen ist, und wovon die Beweise in den Händen aller Regterungen licgen, kann dem eidgenössischen Vorort allein nicht unbekannt geblicben seyn. Wenn die erwähnten Regierungen nicht in jedem einzelnen Falle diese sirafbaren Umtriebe angegeben , die darin befangenen Fndivi- } duen, wie sie es gekonnt, bezeichnet, die gegen diese Fndividuen zu ergreifenden Maßregeln in Anspruch genommen haben, so geschah es aus Achtung gegen die Schweiz, als unapvhängigen Staat, der diese leßteren zu bemessen das Recht, s0bald aber ihre Unterlassung verderblich nah Außen wirft, den billigen Forderungen anderer Staaten zur Aufrechthaltung ihrer ungestörten Ruhe zu entsprechen die Pflicht hat; so geschah es în der Ueberzeugung, das, wenn die Schweiz- diese leßtere zu erfüllen Willens isi, die Mittel dazu ihr nicht fehlen fönnen, und daß ffe die Bedingungen, unter welchen gegenseitige nahbarliche Verhältnisse allein bestehen können, gleich- falls zu erfüllen die Macht hat. Wo Mangel an Willen oder an Macht dieser Erfüllung im Wege steht, da sind die Nachbar-Staa- ten nothgedrangen, an ihre eigenen Veérwahrungs- oder Vorbauungs®- Mittel gewiesen. Da der in dec Note des Unterzeichneten vom 23. April bestimmte Zeitpunkt nunmehr eingetreten ist, so kann nur die ungesäumte und vollsiändige Befriedigung der Nachbar-Staaten durci Entfernung nicht bloß der an dem Einfalle in Savoyen L ten Verbrecher, sondern auch der notorisch zur Stdrung der Nuhe der Nachbar-Staaten direkt oder indirekt wirkenden Fndividuen durch das von der Eidgenossenschaft auszusprechende Verdammungs-Urtheil Úber das Attentat des leßten Februar-Monats, endlich durch die Zu- sicherung jeder gegen ähnliche Versuche zu treffenden Vorkehrung, die Wirkung der angekündigten, überall vorbereiteten und auget- bli>lih ins Werk zu sehenden Shußz-Maßregeln aujhalten, die kei neswegs aus feindseligen Absichten gegen die Schweiz, sondern einztg im Juteresse geseßlicher Selbsi-Vertheidigung der Nachbar-Staaten ergriffen worden sind. Bei dem aufrichtigeti Wunsche des KK. Hofes, von der Schweiz die nachtheiligen Wirkungen dieser abgedrungenen Maßre- geln noch entfernt halten zu kdnnen, kannAlierhôchsiderselbe nicht umdin, durch das Organ des hohen Vororts die Eigenossenschaft zur voll- ständigen und ungesäumten Erfüllung aller angebenden Bedingun- gen so dringend als ernfilich aufzufordern, dur» welche allein der Fortbestand freundnachbarlicher Verhältnisse gesichert werden kann, deren einmalige Stdrung gewiß gegen den Willen sämmtlicher Nach- bhar-Staaten ihre Erneuerung in mehr als einer Rücksicht erschwe- ren könnte. Fndem der Unterzeichnete sich dieses Auftrages seines Allerhöchsten Hofes entledigt, ergreift er die Veranlassung, Fhren Excellenzen, dem Herrn Bürgermeister und Staatsrath des Kantons Zürich, cidgendssischen Vororts, die Versicherung sciner ausgezcich- neten Hochachtung zu erneuern. Zürich, 20. Juni. Graf von Bombelles.“

Die Búndtner Zeitung schreibt aus dem Münsterthal, die Sperre fúr Menschen und Vieh sey dort Oesterreichischer Seits bereits ausgeführt worden.

Zürich, 24. Juni. (Baseler Zeitung.) Man ver- nimmt, daß in unserm Kanton und namenilih am See PPeti- tionen mit vielen Uncerschriften zirkulirten, welche in höchst ent- shiedenem Tone Aufgebung des völkerrechtswidrigen Widerstan- des verlangen. Zugleich gab sich in dem gerade Montags erdôff- neten großen Rathe eine Stimmung zu erkennen, welche durch- aus der radikalen Partei ungünstig war; des Präsidenten Ulrich Eröffnungs - Rede erfreute sich geringen Beifalls. Dies zusam- men wirkte endlich; es trug im Staats-Rathe das Jnteresse der Schweiz den Sieg davon, und eine Note wurde berathen und genehmigt, welche die Begehren der Mächte im Wesentlichen zugesteht und von den Gesandten mit Billigung angenommen worden ist, so daß also vor der Hand die Zwangs - Maßregeln nicht in Ausführung kommen würden. Es bleibt hiermit der Tagsaßung vorbehalten, seiner Zeit au<h ihren Willen auszu-

rechen. Y B u Arenenberg im Thurgau wohnende Sohn Ludw. Bonaparte's, Napoleon, wünscht als Offizier der Artillerie mit dem Berner-Kontingent den Caùres - Unterricht in Thun zu ge- nießen, weil Bern „durch seine demokratischen Einrichtungen und edeln Gesinnungen“‘/ ihm am meisten Sympathie einsiöße.

Zürich, 25. Juni. Die Abstimmung im großen Rathe über die Verhältnisse zum Auslande, ist zu Gunsten des Kom- missional-Antrags mit 113 gegen 61 Stimmen ausgefallen ; also eine gewaltige Niederlage der Radikalen.

Jtalien

Neapel, 17. Juni. (Allgemeine Zeitung.) Große Vorbereitungen zum Empfange des Königs sind in Palermo ge- troffen worden, wohin derselbe morgen, den 18ten d., mit der Königin, seinen beiden älteren Brüdern , Karl und Anton, dem Prinzen von Salerno und dessen Gemahlin auf dem Dampfschiffe „Fran- cesco primo‘/ abreisen wird, um, wíe verlautet, abwechselnd da- selbst und in Messina bis gegen Ende August zu verweilen. Der Zweck dieser Reise ist nicht allein, dem Wunsche der Sicilianer, ihrer jungen Königin zu huldigen, Genüge zu leisten, sondern auch bei der Vermählung des Vice-Königs Leopold mit der Prinzessin Marie von Frankreih gegenwärtig seyn zu können. Man erwartet zu diesem Behufe den neuen Franzd|ischen Gesandten, General Se- bastiani, dessen Ankunft man täglich entgegensieht. Sein Vor- gänger am hiesigen Hofe, Baron Durand de Mareuil, wird am 26sten d. von hier nach Paris zurückkehren. Die meisten Frem- den von Auszeichnung und viele angesehene Neapolitaner folgen dem Brispiele der Königlichen Familie, und das ohnehin schon so glänzende Blumenfest der heiligen Rosalie wird diejes Jahr mit einer beispiellosen Pracht gefeiert werden. Der Marquis v. Anglesea, der in Castell’a mare nicht die gehofsce Besserung

des milden und zugleich beständigen Klima's Siciliens. Dasselbe : Dampfsch .ff, welches den König von Neapel nad) Palermo führt, L wird den König von Württemberg von Livorno nah Castcll'a |

mare tragen. i Eine Gesellschaft, an deren Spiße der Commandeur Afan | de Rivera steht, hat der Regierung Anträge gemacht, die bessre | Kultur des Tavoliere di Puglia, die Austro>énung der Sümpse | und die Errichtung eines großen Seehafens in ‘Partletta oder F Manfredonia betreffend, aber bis jelzt ist no<h keine gUnstige Entscheidung erfolgt, und der Plan selbst, als die Einknfte des Staats beeinträchtigend, vielfach angegriffen worden. M Die Sicherheit der Landstraßen ist durch einige zuemli< f zahlreiche Räuberbanden in den Abruzzen aufs Neue gefährdet | worden. H S panien.

Madrid vvm 14. Juni mit: „Die Regierung hat drei Aerzte nach Manzanares in der Provinz La Mancha acschi>t, um den Gesundheits - Zustand eines Zuges von Einwohnern der Stadt Carmona zu untersuchen, die sich vor der Cholera, welche in ih:

Zu Derpena Serros soil ein Lazareth errichtet werden; anderer seits wird jedoch versichert, daß die Krankheit auch chon zu Man-

die lezten Anstrengungen einer ohnmächtigen Partei, die bald

sucht; Domherren, Geistlihe und andere Personen mußten sih entweder fluúchten oder sind verhaftet worden. Auf ande [f ren Punkten wurden ebenfalls einige Aufruhr - Versuche ge

Mehrere Personen wurden verwundet. Ein durch jeine Mäßi gung bekannter Polizei-Beamter, der alles Mögliche aufbot, um die Ruhestôrer zu besänftegen, empfing einen Dolchstich und wurde noch überdies ins Gefängniß geworfen. Alles war mit dem Polizei-Beamten unzufrieden.

Das weiß man nicht; aber die Sache verhätit sich fo, wie man sie erzählt. Es ijt der Befehl ertheilt worden, daß die Kabi: nets-Couriere nicht úber Burgos gehen sollen. Der Lebte, der diese Straße einschlug, wurde aufgefangen und ins Gebirae ab- geführt; den Postillon erschoß man in seiner Gegenwart; die Insurgenten-Chefs haben überhaupt beschlossen, daß alle Pojimei ster, die der Regierung Pferde liefern, erschossen werden sollen.

: Vorgestern um 10 Uhr Morgens wurde das Königliche Srcatut

mustert. Die Beifallsbezeugungen zu Gunsten der Königin, die ohne Gefolge erschien, hôrten nicht einen Augenblick auf. Ge stern fanden Maskenzúge statt; darunter bemerkte man die Be erdigung Merino’s, der Sarg, den dieser Maskemug trug, ent hielt tro>enes Konfekt. Andere sangen liberale Lieder auf den Straßen. Die Nachricht, daß sih die Cholera in Manzanares gezeizt habe, ist heute von der Behörde für ungegründet erklärt] worden. Rodil wird zum 17ten hier erwartet, er übernachtete| gestern in Talavera.‘/

Von der Spanischen Gränze schreibt man unterm 92, Juni: „„Jn dem Treffen, welches am 18ten d. 3 Meilen

zu wiederholten Ma!en mit dem Bazjonnett angegriffen. weiß, daß es viel Todte und Verwundete gegeben hat.

der Lebteren, die zur Seite der Aufrührer cehdren, sind son zu Elijondo angelangt. Die Truppen der Königin waren gend thigt, sich bis auf Z Viertel-Meilen von Pampelona zurÜkzuzie hen. Am folgenden Tage wollte Zumalacarreguy sich nach dem Punkt hin wenden, den Lorenzo’s Truppen besetzt hielten; e

Douro’s, die sih unterdessen mit Lorenzo vereinigt hatten, und es entspann sich ein mdrderishes Gefecht. Zwei Feld2cke, wel

verbreiteten Tod unter den Karlisten. l tacken mit dem Bajonnett ausgeführt. Eilf Bataillone Jnsurgenten,

Theil an dem Gefecht. Sie mußten sich zurückziehen. Das |

und 2te Bataillon haben am meisten gelitten, und man rechnet! allein in dem leßteren 200 Todte. Der Verlust der Karlisten? wird auf 1050 Mann geschäßt. Auch weiß man, daß von b

sind. zurückgezogen haben, aber in der größten Ordnung. Das Tref noch daran, und halten die ganze Nachricht für erdichtet. An 16ten d. haben etwa 100

einige ihrer constitutionnellen Landsleute, die sich auf Franz

ten, theils gefangen mit sich fortführten.““ P ortugal.

Der Morning - Herald enthält folgende Korresponden} Nachrichten aus Portugal:

,„„Lissabon, 9. Juni. Es haben sih einige Zweifel dar über erhoben, ob Dom Miguel auch wirklih alle Kron-Fuwelet| ausgeliefert hat, denn wenn er auch die hergab, welche noch in! seinen Händen befindlih waren, so will man doch einige werth! volle Diamanten vermissen, die zu Paris als eine Neben-Bür schaft für die Miguelistische Anleihe verpfändet worden seyn s len. Auch heißt es, daß no<h immer über den Aufenthalts - Ö Dom Miguels unterhandelt werde. Zwischen dem „Donega und dem „Stag‘/ und ihren beiderseitigen Passagieren fand der Múndung des Flusses keine Communication statt; bevor ab das erstgenannte Schiff die Anker lichtete, sandte die Prinzessin von Beira ihre eigenen Diamanten und Perlen nach Lissabo um fär diese Unterpfänder Geld zur Erhaltung und Fortschaffung d 700 Spanischen Anhänger des Don Carlos zu erheben, da Lester

die zu diesem Zwecke hier gedungen worden sind, nah Hambur einschisfen. Die Prinzessin von Beira begleitet den Don Carlo! nah Wien oder noch wahrscheinlicher nah Prag, dem Siß des Hauptes der Familie Bourbon, des Königs Karl’s X. Die Jnfantin Donna Maria weigerte sih, Dom Miguel in di Verbannung zu begleiten, wie dieser sich geshmeichelt hatte; sie ist der Behandlung müde, die sie in den lebten 15 oder 19! Monaten auszustehen hatte, und doch hieß es auch, daß sie si! Dom Pedro's Mißfallen zugezogen hätte, weil sie zu Etwa

gefunden hat, ist mit seinem jüngern Sohne ebenfalls in Pa-

mächtigte Minister hat nicht verfehlt, die unterm 17. Mat an ihn in Antwort auf die seinige vom 23. April erlassene Note des hohen

lermo, und die Aerzte versprechen sih viel von dem Einflusse

| einen Befehl erlassen habe, worin nicht nur die Autoritát d

Französische Blätter theilen noch folgendes Schreiben aus |

rer Stadt zum Ausbruch gekommen ist, dorthin geslüchtet haben, Y

zanares so wie zu Madridlojos in der Provinz Toledo ausge [i brochen sey. Die Karlisten rühren sich noch immer; es sind F

nicht mehr scyn wird. Zu Burgos wurden neue Jntriguen ver:

macht, die indeß nur Verhaftungen zur Folge hatten. Jn 4 den lelzten Tagen gab es einigen Lärm in der Prinzen - Straße,

Freunde und Feinde, gierung ihnen also vielleicht eine Genugthuung geben wollen? F

G

publizirt, und die Truppen wurden von der Königin in Parade ge F

von Locumberri zwischen Linares und Lorenzo's Truppen undF

den von Zumalacarreguy befehligten Jnsurgenten vorfiel, wurde F Mar

Mehrere

er aber dort anfam, stieß er auf die Kolonne Quesada’s und L

che Quesada bei sich hatte, und die er vortheilhaft aufstellen li b Andererscits wurden Ar

svuwohl Navarresen, als Alavesen und Guipuzcoaner, nahmen

den Seiten mehrere Anführer gefallen oder verwundet worden

Die Karlisten sollen sich nah diesem Kampf nah BastanÆ brachr hat,

j und Marine keine geringere Über das baare Geld, dessen Ueber-

fen fand bei dem Dorfe Arvasa statt. Einige Personen zwe:fel} bring:r er angeblich ist. Jn Lissabon is seit dem unbedeuten-

ann Spanische Karlisten die Fran zösische Gränze verleut, indem sie über die Bidassoa gingen un)

hes Gebiet geflüchtet hatten, theils beraubten, theils umbrah F

© Nähe des Zollhanses gerddtet.

jeßt selbst keine pekuniären Hülfsquellen hat. Diese Jndividuen wol daß die

len sich nun vermöge dieser großmüthigen Handlung in Schiffen

Königin hintangeseßzt gewesen, indem ihrer gar nicht gedach ;

worden, sondern au< Dom wohnheit und unter dem Titel ¡König ‘/ par excellence be- e worden sey. Dies bestätige sich jedoch nicht, denn Dom Pedro kam ausdrücklih um éhretwillen am Donnerstage von Queluz na Lissabon und wartete den ganzen Tag über verge- bens auf ihre Ankunft. Sie konnte, da sie zu Canha úbernach- tete, die Hauptstadt erst am nächsten Morgen erreichen, wo der Kaiser sie, in Begleitung seiner Schwester, der Jnfantin Donna Anna da Jesus (der Marquisin von Loulé) und eines zahlrei- «hen glänzenden Gefolges, auf dem Werft am Arsenal empfing. Nach dreizehnjähriger Trennung war das Wiedersehen wahrhaft herzlich und rüßxend. So wie die Prinzessin aus dem Kö- niglihen Boot ans Land stieg, flog sie ihrem Kaiserlichen Bruder, der in volle Staats - Uniform gekleidet war, in die Arme. Es war keine bloße theatralishe Ceremonie, sondern eine wo.rme, freudige und erqui>ende Umarmung. Das Königl. Gefolge am anderen Ufer bestand aus einigen Damen, welche diz Jnfantin begleiteten, die ein grauscidenes Gewand trug. Die *Narquisiîn von Loulé erschien in einem sc{li<hten Kleide von ge- 6túmtem Englischen Muélin und einem rosafarbenen Hut. Sie fuhren fogleih mit dem Kaiscr nach Queluz, begleitet von dem Hurrahruf des Volks, das die Jnfantin in den Jahren 1826 und 1827, wo sie Regentin war, sehr licb gewann. Diese Vet- traulichkeit zwischen ihr und ihrem Bruder is die beste Widerle- gung des hier verbreiteten Gerüchts, daz die Partei Palmella die Infantin Donna Jsabella zurü>bringe, um die Regentschaft in ihre Hände zu spielen und Dom Pedro fortzuschaffen eine Vershwdrung, die, wie cs hieß, entdeckt und vereitelt worden sey. Lider sind hier, seit dem Dom Miguel \î< ergeben hat, meh- rere Mordthaten, meist aus politischen Gründen, verübt worden und auf dem Lande eine no<h weit größere Zahl. Am Dienstag wurden 6 Miguelisten auf den Straßen getödtet! Ein Mann der früher den Kundojchafter gespielt, und einem gewissen Bran- dao, einen achtbaren Handelsmann, der zu Dom Miguels Zeit hingerihiei wurde, angegeben hatte, wurde aufs fúrchterlichste zerprügelt und gab in Folge der erhaltenen Streiche auf der Praca de Torindo im Angesicht der am Arsenal und an der Bank stehenden Wachen seinen Geist auf. Anfangs gewährte ihm das Militair, unter dessen Schus er si flúchtete, einigen Beistand, als es aber sah, daß die Volksmenge immer mehr an- wuchs, überließ es den Unglücklichen seinem Schicksal! Der Sohn des hingerichieten &Wrandao verseßte ihn einige Schläge, um die Manen seines Varers zu versdhnen und zu befriedigen; ein Soldat vom Handels - Corps in seiner vollen Uniform und allem Anschein nach ein be- oûterter Kaufmann, schlug ihm ein Loch in den Kopf; viele Andere {lichen sich feigherzig an ihn heran und brachten ihm Hiebe und Stdße bei; aber vergeblich hoffte man, daß Eimer sch erbarmen und ihn mite einem Bajonetrstichh den Gnadenskoß geben würde; das absceuliche Schauspiel dauerte eine volle Stunde, bis der Gemarterte endlich verschied. Semblano, ein Deamter unter Dom Miguel, wurde am folgenden Tage auf der Praca d’Allegria (dem Lustgarten) hinter der aroßen Pro- menade (passijo publico) ermordet, und das von Perjonen, die sh unter der vorigen Regterung geduldig hatten stoßen und prúaeln sassen. Am Sonnabend sollen 7 Spanier, Anhän- ger des Don Carlos, in einer Schlägerei mit dem Z5ten Jâger- Bataillon getddtec worden seyn. Die Regierung hat ein Edikt gegen solche Greuel erlassen. Dom Pedro hatte sehr Recht, wenn er zu den Aufrährern, die im Theater „Tod dem Dom Miguel!‘ (morra Don \igue!) schrieen, sagte, sie hätten die ganzen fünf Jahre, als sein Bruder über sie geherrscht, nicht ein einziges Mai gewagt, dies Geschrei zu erheben, das sie nun so laut anstimmten, nachdem derjelbe fort sey. Das Dampfboot „Royal Tar“ ist so eben in 94 Stunden von Cowes hier ange- kommen; es bringt der Regierung Muniticn, der Königin Pferde und dem Sd as 303,000 Pfund Scheidemünze mit. Der Mannschaft des „Dom Joao“ soll am Zsten d. ihr Sold abbe- ahlt werden De Schottischen Füsiliere und die Irländische Infanterie sind nah dem Fort St. Zuliao abgegangen. Viele von den Offizieren bestürmen no< immér das Kriegs-Ministerium. Ge heipt je6t, die Cortes würden erst am 25. August, statt am L5ten, zusammenkommen. Aber auch bis zu dieser Zeit wer- den die Wahlen kauni beendigt seyn können ‘‘

„rissabon, 14. Junt, Unter den 27 Passagieren, die mit dem „Royal Tar‘/ hier gelandet sind, befand sich au< Herr Juan A. Mendézabel, der sich sogleich an den Hof begab, dessen Siß jekt zu Queluz is, wo er von dem Kaijer und der König- lihen Familie sehr huldreih empfangen wurde. Die Königin bezeigte große Freude über die 21 Pferde, die er für sie mitge- als sie dieselben gestern besichtigte, und die Armee

Miquel geradezu aus Ge-

den Aufcrict, der am 27. Mai im Theater stattfand, Alles rubi geblteben, denn die V Ev iindies, V n A R den durch die Ueberzahl der achtbaren und wohlgesinnten Bür- ger niedergehalten. Die Königliche Familie war seitdem wieder in der Oper, und wurde mit außerordentlichem Beifall empfangen. Die Zahl der zu Aldea Gal- lega ermordeten Spanier, die anfängli<h auf 7 angegeben wur- de, ist spáter auf 4 und endlich gar auf Einen zusammenge- s{hmolzen. _Am Donner tag Abend wurde ein Spanischer Oberst auf dem St. Pao- Plaß ermordet und gräßlich verstúmmelt; und gestern früß ward etn e Portugiese in der i) n der gestrigen Chronica sind strenge Polizei Vorschriften bekannt Anla A A Ausiôsung der Mizguelistischen Armee ist ganz ruhig von Stat- ten gegangen, und die entwafsneten Soldaten kehrten ohne Wider- stand in ihre Heimath zurü>. Dom Miguel's Armee war zu Evora noch immer 15,000 M. itark und hätte, nah der Meinung des Grafen

ourmont, entweder Saldanha's oder Terceira’s Corps, denn beide standen, das eine im Ofen, das andere im Westen, außer Com- munication mit einander, einzeln angreifen, schlagen und dann in einem Halbzirkel heruinmarschiren und sich wieder vereinigen fönnen. Herr Hawkins, der früher unter den Lanciers der Kd- nigin diente, aber zu Porto seine Entlassung nahm und hei

om Miguel in Dienst eintrat, bestätigt dies und versichert, daß Miguelisten sehr kampflustig gewesen seyen , daß ihnen jedo Lemos selb einen Sieg als etwas ganz Nubloses dargestellt habe, weil Spanien und England, wenn se sich no< lange widersezen wollten, Armeen in Por- tugal einrücken lassen würden, die ihnen an Zahl und Kraft bei weitem überlegen seyn dürften. Seitdem ich Obiges geschrie- ben habe, ist der Kaijer naci) der Stadt gekommen, um die verschiede- nen Corps der Lissaboner sreiwilligen Kavallerie und Infanterie, zusammen an 10,000 Mann, auf dem Rocio- Plaß zu mustern, ihuen zu der ehrenvollen Beendigung des Bürgerkrieges Glück u wünschen, sich für ihre Dienstleistungen zu bedanken , die ammtl:chen Corps aufzulösen und ihnen nah den Beschwerden

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entlang ritt, mit lauten und enthusiastischen Freudensbezeigungen empfangen und stieg im Palast des Finanz - Ministeriums ab, wo er, umgeben von dem Marschall Herzog von Terceira, dem arquis von Saldanha und einem glänzenden Generalstabe vom Balkon herab eine Anrede an die Búrger-Soldaten hielt (siehe oben), die in vielen Abschriften unter die Leute vertheilt wurde. Der Regent und alle Anwesenden schienen t'ef ergrif- fen. Diese Befreiung vom Militairdienst wird für die arbeiten- den Klassen, deren Zeit durch die Wachen und andere Verrich- tungen, die kein bloßes Spiel waren, sehr in Anspruch genom- men wurde, eine große Erleichterung seyn. Jhre Trommeln sol- len sogleich im Arsenal abgeliefert werden, und hoffentlich wird man ihres Dienstes jo bald nicht wieder bedürfen, um einen ein- heimischen oder auswärtigen Feind zurückzutreiben. Während die Regierung damit beschäftigt ist, die so eben erst eingeführ- ten freien Jnstitutionen zu befestigen, die Vorbereitungen zur Erdffnung der Cortes zu tressen und einer neuen oder vielmehr der Wiederherstellung der alten Ordnung der Dinge ihre Sanc- tion zu ertheilen, werden wir durch die Wiederkehr eines phy- sischen Ucbels bedroht; es haben sih näámlih in den lezten Tas- gen mehrere Cholera - Fälle, obwohl von mildem Charakter, in Lissabon gezeigt.“

Lissabon, 14. Juni. Folgendes ist die Proclamation S E hte a hiesige Natton be Raa hat: OUrger- Soldaten! Fch wünsche Mir und Euch Glück 41 chrenvollen Beendiguug des Bürgerkrieges, A Meruginl, 9 lange verheert hat; Ich belobe Euch im Ramen der Königin für das tapfere und cedelmüthige Benehmen, welches Fhr während des gan- zen Feldzuges gezeigt babt, und Fch danke Euch auch für die An- \lrengungen und Opfer, die Fhr zur Unterstüßung der Rechte der besagten erlauchten »errin und der constitutionnellen Charte der Mo- narchie dargebracht habt, und die mit dem Umsturz der Usurpation, womir zugleich der Despotismus in Portugal für immer vernichtet ist, geendet haben. Fch sende heiße Gebete zum Himmel für Euer Wohlergehen, das nicht dauernd seyn kann, wenn nicht das liberale System in den Herzen aller Portugiesen Wurzel schlägt. Den Ruhm, den Jch errungen habe, verdanke Fch größtentheils Eurer Mitwir- fung bei dem heldenmüthigen Ünternchmen zur Befreiung des Vaterlandes und Überhaupt der ganzen Befreiungs - Armee. F< bin stolz darauf, ihr Ober - Befehlshaber zu scyn, denn ste hat mit Mir jeder Gefahr getroßt, jedes Hinderniß besiegt und Mir, die größten Opfer nicht sheuend, die Ketten zerbrechen helfen, die den Pulsschlag der guten Portugiesen lähmten, so daß diese, th- rer unbeñreitbaren Rechte beraubt, nah der Wiederherstellung der rehtmäßigen Autorität und der geseßlichen Freiheit seufzen mußten. ebt jedoch, wo wir durch eine Reihe von Siegen den Frieden er- langt, wo wir uns großmüthig gegen die Besiegten benommen ha- ben, um uns unserer Herrschaft würdig zu zeigen und uns von un- seren unwürdigen Feinden zu unterscheiden, liegt es einem jeden gu- ten Portugiesen ob, den Frieden auch zu bewahren , die öffentliche Ordnung zu erhalten und den Geschßen und Obrigkeiten zu gehor- chen, kurz, in Allem sich nah dem zu richten, was die Charte vor- schreibt, ganz besonders, wenn sich irgend ein Bürger in seinen Rechten beeinträchtigt glaubt. Alle Portugiesen müsen sich von Tag zu Tage des Genusses der Freiheit, zu deren Erlangung Fch ihnen so gern behúlflich gewesen bin, immer würdiger zigen Und durch Gehorsam und Achtung gegen die Gesehe uud die bestehenden Bebdrden die Verleumdungen zu nichte machen, welche dic einheimischen und auswärtigen Feinde liberaler Fnstitutionen über sie ausschütten. Fch hoffe , daß Jhr Meiner Ermahnungen stets eingedenk syn werdet; geht, meine Freunde, geht und genießt nun Ruhe und alle häusli- che Freuden in Gesellschaft Eurer Frauen, Mütter und Verwandten; ertnnert Euch aber immer daran, daß das Vaterland Eurer Hülfe bedürfen könnte, und daß es Eure erste Pflicht gegen dasselbe i, die dfentliche Ordnung gegen die Ruhestdrer aufrecht zu erhalten und die Behöbrden im Namen Eurer-rechtmät igen Königin und der constitutionnellen Charte der Monarchie zu unterstüßen. Fch baue

auf Euch. Lebt wohl, Meine Kameraden und Freunde! © In

Berlin, 3. Juli. Die Posener Zeitung enthält fol genden Art.kel: „„Der 29. Juni war für die Stadt n M hoher Bedeutung, da er Tausende von ihren Bewdhnern zu ei- nem eben so gropartigen , als seltenen Feste dem Feste der Einweihung der Citadelle versammelte. Nachdem nämlich der Bau des Forts (Kernwerks) Winiary beendigt worden, wurde dasselbe von dem 2ten Bataillon des 18ten Jnfanterie-Regiments am 29{ken bezogen, wobei eine Reihe von Festlichkeiten stattfand. Um 12 Uhr marschirte die gesammte Garnison von Posen von dem Wilhelmsplaze aus mir klingendem S piel und fliegen- den Fahnen nah dem vor der Stadt gelegenen Fort Wtiniary. Hinter dem Musik - Corps des 1sten Bataillons folgte der Herr General-Major v. Wrangel, als Stellvertreter d:s abwesenden inter. Kommandanten von Pesen, General: Lieutenants v. Heff-

und der Stadtverordneten, so wie der nicht bei den Truppen be- findlichen Offiziere. Das Thor des Bres: durch weibas "e Einzug ge|cha), war nt Eichenlaub festlich geshmü>t, eben so das diesem Thore gegenüberliegende innere Portal, welches den Namenszug unsers allgeliebten Königs trug. Die Truppen de- filirten in Parade vor dem Herrn General - Major v. Wrangel und stellten sich dann im Quarré auf, um die Gewehre zusam- menzusezen. Da das fortdauernde Regenwetter nicht er- laubte, den Gottesdienst im Freien zu halten, so war in dem no<h nicht ganz vollendeten Kehlgebäude ein sinnig defkorirter Altar errichtet worden, und dorthin begaben sich nun die Truppen. Der Ober - Prediger Pr. Waltrer hielt nach der von dem Divisions Prediger Hoyer abgehaltenen Litur- gie eine ergreifende, der Faer des Tages angemessene Rede. Die Offizier-Frauen sowoh{ als mehrere Frauen vom Civil wohn- ten dem Gottesdienste ebenfalls bei. Nach Beendigung desselben stellten sich die Truppen in dem inneren Raume des Forts zur Parade auf, präsentirten das Gewehr und der General - Major von Wrangel brachte Sr. Majestät dem Könige ein dreimaliges Lebehoch aus, das von allen Anwesenden mit Enthusiasmus nachgerufen würde. Bei dem ersten Hurrah begannen zwei auf der Plattform des Werkes aufgestellte Geschüße zu feuern, und mit dem ersten Schuß wurde auf dem Kehltgurme die Preußi sche Flagge aufgezogen. Bis dahin hatte es fortwährend geregnet, in dem Auzenblicke aber, wo das Banner auf. gezogen ward und sih in mächtigen Wogen entfaltete, wurde es von einem hellen Sonnenstrahl begrüßt, Dieser bedeu- tungsvolle Zufall steigerte den Enthusiaëmus der Versammlung auf den hôchsten Grad. Das 2te Bataillon des {18ten In- fanterie-Regiments, welches betimmt war, die Kaserne des Wer- kes zu beziehen, rü>te nun mit klingendem Spiel in das mit dem Namenszuge Sr. Majèstät des Königs gezierte Portal ein. Die Übrigen Truppen kehrten, nachdem die ‘Parole zuin ersten Male auf dem Plate des innern Raumes ausgegeben war, in die Stadt zurü>. Die Offizier Corps, so wie die Civil. Be- hörden und viele Einwohner von Posen versammelten sich hier- auf zu einem Festmahle, welches mit 200 Couverts in den Ge- wehr\älen des bereits ganz vollendeten Kekllzebäudes eingerichtet

des Feldzuges Ruhe zu vergönnen. Er wurde, als er die Linien

mann, tin Begleitung der höchsten Civil-Behörden, des Magistrats j

war, befanden si< Z Tafeln, und an dem oberen Ende der mitt- leren stand die Büste Sr. Maj. des Königs. Die Gesundheit unsers allergnädigsten Landesherrn brachte der Ober-Präsident der Provinz Posen, Herr Flottwell, in einer kräftigen, alle An- wesenden mächtig ergreifenden, Rede unter dem abermaligen Donner der Kanonen aus, so daß nun die Zahl der Schüsse 101 voll wurde, und im freudigsten Rufe stimmten mit den Ge- fühlen ächter Vaterlandsliebe alle Versammelte ein. Hierauf folgte die Gesundheit Sr. Königl. Hoheit des Kronprinzen und vessen Durchlauchtigsten Gemahlin, von dem Herrn General- Major von Wrangel ausgebraht. Ein frohe Rückkehr in die Heimath war der Wunsch, in dem alle per en übereinstémmrten und der in diesen Mauern um so mehr Anklang finden mußte, als Se. Königl. Hoheit der Kronprinz den Grundstein zu dem Fort Winiary gelegt hatte, Unter mehreren andern, auf die Feier des Tages Bezug habenden Toasten {loß in heiterer Sröhlihfeit dies Festmahl, zu dem si<h Alle in einem Gefühle der Liebe und Verchrung für den Edelsten und Besten der Könige vereinigt hatten. Jn dem anstoßen- den Saale fand die Speisung der Wallmeister , Feld- webel und Wachtmeister der Garnison, dur< den Herrn Gene- ral v. Wrangel und ihre Vorgesegten eingeladen, statt. Das 2. Bataillon des 18ten JnfanterieRegiments ward in seinen neuen Speise-Sälen ebenfalls reichlich bewirthet und während der Mahl- zeit von den anwesenden Behörden besucht, denen si< auch sámmt- liche Damen, nach eingenommenem Frühstü>, welches der Herr General-Major v. Wrangel, der Anordner des s{dnen Festes, ih- nen eingerichtet hatte, anschlossen. Eine besondere Erwähnung verdient noch, daß freudig und willig alle Arbeiter, als Zimmer- leute, Maler, Tapezierer U. \. w., so wie viele Soldaten, bei den zu diesem Feste ndôthigen Einrichtungen Hülfe leisteten, ohne da- für irgend eine Bezahlung oder Belohnung zu verlangen. So endete dieser Tag als ein wahrer Festtag in ungetrübter Heiter- keit und mit dem aufrichtigen Wunsche jedes Biedermanns und wahrhaften Patrioten, daß der kühne Bau die Ruhe und Si- cherheit der Provinz, so wie ihren immer engeren und innigeren Anschluß an die alten Provinzen des Preußischen Reichs befdr-

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Die diesseitige Regierung is mit der Kdnigl. Bayerischen zur Erleichterun der Rechtspflege dahin überein gekommen, daß beiderseitige unbemittelte Unterthanen in ihren Prozessen und übrigen gerichtlichen Verhandlungen gegenseitig zum Armenrecht zugelassen und daß zu dem Ende von ihnen nichts weiter als die 6s ed Bescheinigung ihres Unvermdgens verlangt wer-

Aus der Gegend von Naumburg, Weißenfels und anderen an der Saale belegenen Städten und Dörfern des Re- gierungs Bezirks Merseburg wird gemeldet, daß das Gewächs der Weinberge in hoffnungsreicher Fülle steht. Eine zeitige, shnelle und ungestôrte Bluthe war, was der Weinbauer als ein besonderes Glück betrachtet, no<h vor dem Johannistage einge- treten. Jm kräftigsten Wachsthum und in das frischeste Grün gekleidet, voll von großen, gesunden, überall abgeblühten Trau- ben, mit dicht gedrängten, zum Theil schon erbsengroßen Beeren, stehen die Weinstôcke da, ohne von der in andern Jahren so oft vorkommenden Lohe der Blätter und Trauben verunstaltet zu seyn, und ohne durch eine Nachblüthe eine zweiwächsige Frucht a Von Hagelschlag oder Regen, wie sie sonst um Johannis sehr gewdhnlich sind, ist das Gewächs bis zum Ende des Juni ganz verschont geblieben , und die Weinbergs - Besigzer und Weinbauer kdnnen sich sona<h wohl der Hoffnung hinge- ben, daß nach so vielen shle<ten Jahren das Erzeugniß des Jahres 1834 den besten Gewächsen aus den Jahren 1811 und 1527 Us werde.

n der Nacht vom 24ften zum 25sten Juni (\o berich- tet die Schlesische Zeitung) inetao L e wilz bei Strehlen eine Feuersbrun|, welche drei ländliche Ge- hôfte verzehrte, darunter auh ein Bauernhaus, das, wegen einer darauf haftenden geschichtlichen Erinnerung aus dem sie: benjährigen Kriege, gewdhnlih das „Königs, Logis“ genannt wurde. Es war dies nämlich noch dasselbe Haus, welches Frie- drich der Große im Spätherbsk des verhängnißvollen Jahres 1761 bewohnte, und in welchem er, durch Verrath eines bes nacbarten Gutsbesizers, des Baron von Warkotsch, von den Oesterreichern überfaiten und entführt werden sollte, was aber bekanntlich nicht gelang. Das Haus war bis zu dem erwähn- ken unzlü>lichen Brande ganz unversehrt geblieben und noch ganz in demselben Zustande, wie es im Jahre 1761 gewesen.

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Königliches Schauspiel.

j In der abgelaufenen ersen Hälfte dieses Fahres hat die Kdnial. ! Bühne sech s neue Lusispiele in Scene gesebL nämlich: „Liebe und | Liebelei//, „Bube und Dam«“/, „Lüge und Wahrheit“/, „die Be- | tenntnilse‘‘, „von Sieben die Häßlichste// und „die Zwillingzsvrüder -. Lauter Beifall, wenigstens bri einzelnen Stellen und Scenen, fehlte nen Mer a gee ns Q Beifall erhalten wird,

ndere Frage. Wiederholungen, seld| häufige Wi - gen beweisen nie, sie dunen L gur ae Medergolant ren Beifall des Publikums oder selben haben, denn, der

anz andere Gründe als den wah- er irgend eines achtvaren The:ls dess : ( zufälligen Anlässe nicht zu gedenken, muß man in Ehren lassen, daß jede Administration, also auch dic des Theaters, von Klugheitsgründen getrieben werden kann, von de- nen man den Schleier nicht immer hinwegziehen darf, wenn man es auch vermdchte. Genug, Referent hält chy lediglich an die Sache und wird ohne alle Rücksicht seine Meinung über dez Kunskwerth jener ses Lustspiele kurz und unverhohlen ausspeclden Wenn im Allgemeinen zu einem guten Lustspiel gehdrt, daß es von einem poc- tischen Kopf concipirt und mit kombintrendem gebildetem Verßande ausgeführt worden, so fann unseres Erachtens keinem von jenen Stücken der Preis ectheilt werden; aber auf das Accessit dürfen „Lüge und Wahrieit“ und „die Bekenntnisse/ Anspruch machen. Ersteres, als dessen Verfasserin man eine durchlauchtige Person nennt, zeugt von einem geist-eichen Dilettantismus; es sind unechte Steine darin, die man verführt werden fann fúr Juwelen zu halten, odec was umgekehrt cben so wahr seyn mag, einzelne Juwelen, die man vielleicit nur darum nicht für eht nimmt, weil sie nicht gehbdrig eingefaßt sind Das ¡yweite, „die Bekenrtnisse-/, bewe»t sich in dem gewödhnlichen, viel- befahrnen Weg mit der alten wohlbekannten Ladung; aber ein le- benöfroher, munterer Führer treibt es rash vorwärts und mit o guter Kenntniß des Terrains, daß wir die alte, hundertmal uns zu- gekommene Fracht willkommen empfangen und mit Woblgefallen wie eine neue Gabe genießen. Jedoch muß Herr Bauernfeld, o heißt der Verfasser der Bekenntnisse, dem Talent und dem Fleiß der lebendigen Darsteller seines Werkes auf dieser Bühne weni stens eben den Dank zollen, den auch das reinste, ja edelîe Produkt des Thier- und Pflanzenreichs der geschi>kten Zubereitung des Kochs schuldig is. Auch in den andecn vier Lustspielen, besonders ia ,-Bube und Dame“‘/, wären nicht wenig kdliche Einzelnheiten bers auszuheben; aber wo sollte man Zeit und Raum genugsam hernch- men, wenn man alles ldbliche Einzelne nennen, und dann, wie von Rechtswegen, auch das Tadelnswerthe nicht vershweigen wollte Was übrigens von jenen ses Luftspielen eben gesagt worden, mdchte

war. In dem mittleren Saale, welcher geschmackvoll dekorirt

v'elleicht wohl von allen gelten , die seit langer, langer Zeit a i Bühne gekommen sind, und die ganze Differenz am Énde M