1834 / 192 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Verbrechen, selbst über die höchsten, gegen König und Staat, zu richten haben, so mögen sie wenigstens das gewöhnliche ge- richtliche Verfahren beobachten und dem Angeklagten einen An- walt gewähren.“

Die Morning - Post enthält felgende Betrachtungen ber das Verfahren des Secretairs für Jrland, in Bezug auf

die Irländische Zwangs-Bill: „Gestern ging das Gerücht, daß Hr. Littleton scine Entlassung als Secretair für Jrlaud einge- reicht habe, und daß dieses Amt jeßt zur Disposition des Gra- fen Grey stehe. Ob dies wahr sry, oder nicht, wissen wir nicht; ader o viel i gewiß und darin stimmen wir völlig mit Hrn. O’Connell berein daß Hr. Littleton seine Entlassung einreichen solite und daß sie dann angenommen werden müßte. Der Fall ist fol- gender: Hr. Littleton benachrichtigte vor einiger Zeit Hrn. O'Connel, —— und die Benachrichtigung war ganz freiwillig daß er, obgleich Zwangsbill erneuert werden solle, beschlossen habe, daß die

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ant dzesten Artikel weggelassen und weder die Klausel gegen die Ha- ve4s-Corpus: Akte, noch diejenige úber aufrührerischeZusammentünfte wider bestätigt werden joilten. Diese Nachricht war cben jo will- umen als unerwartet. Der ehrenwerthe Herr und der jehr chrenwerthe Secretair shiænen sehr zufrieden mit einander, Und einige Wochen lang war die Opposition des Hrn. O'Connell ge- zen die Maßregeln der Minister, wenn auch nicht ganz zurü>- enommen, doch wenigstens beträchtlich gemildert. Vor einigeti Tagen erfuhr indeß das Mitglied für Dublin, daß Herr Littleton das ihm aus eigènen Antriebe gegebene Versprechen nicht zu halten vermöge, und daß Lord Grey entschlossen sey, die Maßregeln unverändert und ‘in ihrer ganzen früheren Kraft wieder einzuführen. Lord Grey hat seitdem dies gethan, und Herr D'Connell verlancr nun von Herrn Littleton, und nicht obne Grund, wie wir glauben, daß er sein Amt niederlege, da or, der amtliche Chef der Jrländischen Regierung, nicht im Stande sey, seine im Namen der Regierung freiwillig eingegan- ¿ene Verpflichtung zu erfüllen. Herr Littleton soil, wie gejagt, auf die Aufforderung des gelehrten Herrn durch Eingabe seiner Entlassung geantwortet haben, und man schien gestern nur dar- ber zweifelhaft zu seyn, ob ste angenommen worden sey oder nicht.“ Am 30. v. M. fand in Exeter Hall die angekündigte Versamm- lung, zur Berathung Úber die Anlegung einer neuen Kolonte in Australien, statt. Sie war sehr zahlreich und man bemerkte mehrere Parlaments - Mitglieder und angesehene Kaufleute der City, so wie eine große Anzahl sehr elegant gekleideter Damen, vie großen Antheil an dem Gegenstande zu nehmen schienen. Der Práäsident der Versammlung, Herr Wolvich Whitemore, crdfffnete die Verhandlungen mit einer Rede, worin er unter anderm sagte, daß die erste Frage sey, ob für England eine Notlz- wendigkeit vorhanden , eint ausgedehnteres Kolonial-System als das je6ige anzunehmen. Es sey hinreichend aus der Geschichte vefannt, daß alle Staaten, auf einer gewissen Stufe, es für nôthig gefunden hätten, sich dur<h Gründung von Kolonieen eine Cr- leichterungzu verschäffen. „Für England, “/ sagte der Redner, ¡ist diese Thatsache erwiesen durch das Daseyn von Amerika und würde no< ferner bestätigt durch einen beständigen Strom von Aus- wanderern, der tägli<h unsere Küsten verläßt, und sih nach Parlaments: Berichten zährlih auf 50,000 Seelen beläuft, und in einem Jaßre sogar bis auf 100,000 ftieg. Jch nehme daher an, daß wirklih die Nothwendigkéit “einer Ausdehnung des Kolonial - Systems vorhanden ist. Es scheint mir gzedo<h, daß unser bisheriges Kolonial - System einen großen Man- gel habe, indem durchaus für die verschiedenen Klassen der Gesellschaft nichr gehörig gesorgt ist. Kapitalisten wan- dern aus, ohne sich mit Arbeitern zu versehen, die erst ihre Kapitalien einträalich machen können; während auf der andern Seite die Arbeiter auswandern, ohne sh auf irgend eine Weije mit Kapitalisten zu vereinigen, indem sie sich ganz auf die Ár- beit verlassen; aber sie rihten, aus Mangel eines Systems, 1h- ren Weg nicht immer nach den passenden Orten. Es fragt sich nun, ist diesem Ucbel nicht abzuhelfen? und wie kann dies ge- {chen? Jch schlage zu diesem Zwecke vor, alles wúüste Land zu einem mäßigen Preise zu verkausen und das daraus gelöste Geld auf die Auéwanderung der ármeren Klasse, die* gern sich zu Arbeitern verdingen wird, zu verwenden. Durch die Ausfährung dieses Psans würden die Mängel der Colonisation gehoben und Per- fenen aus allen Klassen der Gesellschaft an cinen Ort verpflanzt werden, wo sch ihnen ein weites Feld für ihre Thäcigkeit erösf- net. Kommt der Blan des Ausschusses zur Ausführung, so wird Australien, statt einer dden Wildniß, seinen Rang einneh1nen unter den Nationen der Welt und rivalisirt vielleicht eins? an Glanz und Majestät mit dem mächtigen Reiche, aus dem seine Kinder entsprossen sind.// (Großer Beifall.) Der Redner be- merkte noch, daß dieser Vorschlag durchaus nicht a{s ein Geaen- (and der Speculation zu betrachten sey, man erwarte und wünsche davon feine pecuniairen Vortheile. Nachdem einige Redner mehr im Allgemeinen das Wort genommen, trug Hr. Hutt auf die Resolution an, daß es zum Gedeihen einer neuen Kolonie nothwendig sey, alles wüste Land, ohne Ausnahme, für Gemein- Gut zu erklären und den Einzelnen, nah einem unparteiischen und gleihmäßigen Systeme gegen Bezahlung zu überlassen. Der Capitain Gowan unterstüßte diese Resolution und bemerkte, der Plan scheine dem vormaligen Kolonial-Secretair so außec- ordentli, daß er erklärt habe, Niemand mit gesundem Verstande könne jo etwas unternehmen, ohne einigen Privat- (Bewinn dabei zu beabsichtigen. (Nein, und einige Verwirrung.) Dex Redner sprach sehr vortheilhaft über das gesunde Klima von Australien. Viele seiner Soldaten in Indien seyen dorthin gegan- gen, um ihre Gesundheit wiederherzustellen, und sie hätten es sämut- lich vorgezogen, da zu bleiben. Herr P. Scrope bemerkte, daß es wünschenswerth jey,- das aus dem Land-Verkaufe gelöste Geld auf die freie Ueberfahrt junger Leute beiderlei Geschlechts aus der arbeitenden Klasse, die auswandern wollten, zu verwenden. err Wilks unterstüßte diese Resolution und sagte, er freue si, ¡u sehen, daß man auf die häusliche Bequemlichkeit der Koloni- iten Rüesicht genommen habe. Es gebe keine Zufriedenheit, wo sich nicht die häuslichen Freuden fänden, feine Glückseligkeit, wo das Weib fehle, keine Beweggründe zum Fleiße und zur Mäßigkeie, o man den Antrieb der ehelichen und älterlichen Zärtlichkeit vermisse. Hr. Hanson war der Meinung, daß von den Gegenden der Erde, elche zu den Britischen Besizungen gehören und noch ohne Et- enthúmer sind, die Südküste von Australien die geeignetste Scclle ‘ur Gründung einer neuen Kolonie nach den Grundsäßen der beantragten Resolutionen sey. Der Ort, wo diese Kolonie zu ¿rúnden sey, unterscheide sich von jeder anderen Gegend Austra- ¡iens dur<h die leichte Verbindung mit dem Jnnern, selbft vor der Anlegung von Straßen. Ein vom Coapicain Sturt entdekrer Fluß ergieße sich nah einem Laufe von causend Englischen Meilen im Gebiete dieser Kolonié ins Meer. Seitdem er diesen Theil von Australien besucht habe, sey ein euer Fluß in der Nähe der Encounter-Bai entde>t worden, und Capitain Sturt gebe eine sehr günstige Schilderung von pem Lande zwischen der Mündung dieses Flusses und dem St,

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| verselzt haben.

È 78A Vincents-Golf. Das Land werde auf der einen Seite von Bergketten, auf der andern von Seen begränzt. Der Boden wurde vom Alluvium der Seen und dem Schutte der Berge gebilder. Ein solcher Boden verzgelte völlig die auf seine Kulti- virung verwendete Mühe. Die Resolutionen wurden einstim- mig angenommen. / Gold- und Silber-Auéfuhßr vom 13ten bis 19ten v. M. aus London: 4672 Unzen Goldmünzen und 7000 Unzen Silbermün- en nach Hamburg, 2512 Unzen Goldmünzen na<h Madeira, 404 Unzen Silveritiünzen nach dem Britischen Westindien und 3159 Unzen, Silbermünzen nach Canton. Zeitungen aus Barbadoes berichten, daß der Gouver- neur dem Hause der Repräsentanten eine Bill vorgelegt habe, uvm das Recht der Eigenthümer, ihre Sklaven zu bestrafen, auf die Gerichtépersonen der Städte zu übertragen. Sie wurde jedoch nicht angenommen, weil sie nicht anwendbar sey, fo lange die Gerichtspersonen kein festes Gehalt be:dnen, sondern auf die Gebühren angewiesen seyen. Dies könne jedoch, so wünschens- werth cs auch f dieser Session nicht mehr abgemacht werden. Getraide-Durchschnittépceise in vergangener Woche.

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Ne derland e.

Aus dem Haag, 7. Juli. Se. Königl. Hoheit der Prinz Friedrich, so wie der Herzog Bernhard von Sachsen - Weimar und der Britische Ges<häftsträger am hiesigen Hofe sind heute nach Rotterdam abgereist, um hier die Ankunft Jhrev Maje- stát der Königin von Großbritanien zu erwarten.

Ls if jelzt der Bericht der Provinzialsiände von Süd- und Nord: Hollanò im Druek erschienen, und es geht daraus hervor, daß der Zustand dieser Provin, fortwährend blüßender wird. Der unter den Einwohnern ‘herrschende Geist wird als vorzüg: lich gut gerühmt. Künste und Wissenschaften machen Fortschritte; besonders ist man mit den Leiftungen der musikalischen Schulen sehr zufrieden, vom National-Theater wird jedoch gejagt, da); es noch bedeutend besser werden kônne, weshaib auch die Bühne von Amiterdam der ferneren Unterstüßung der Provinzialsiande

empfohlen wird.

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Q E Brüssel, 7. Juli. Herr Descaine, ein Belgier, hat so eben zu Paris das ihm von dem Könige der Franzojen aufge- tragene Biloniß der Königin der Selgier vollendet. Es ist in gan- zer Figur, von mehr als natürlicher Größe Und von der glück: lichsten Wirkung. Die Königin trägt auf dem linken Arm den jungen Prinzen, welcher vie linke Hand nach einem Blürhen- zweige, der von einer antifen Vase herabhängt, ausstrecêt, wäH- rend die Rechte auf der Schulter seiner Mutter ruht. Obgleich der Maler fast ohne Modell malte, \o ist die Aehnlichkeit der Königin doch vollkommen.

Die Bierbraver von Lôwen wollen der Repräsentanten-Kan1- mer eine Bittschrist vorlegen, worin sie um Herabsezung der Biersteuer von 1 Fr. auf 70 Cents für das Hektoliter nacsu- <en. Sie führen an, die Bierbrauerei sey ein Gewerbe, das nur dic Produkte des Bodens verarbeite, und das Bier gehère zu den nothwendigen Lebens - Bedürfnissen , nichtödeskowentger \sepen der Thee, der Kaffee und Taback, obgleich der Gesundheit

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nachtheilig, weit geringer besteuert, und sie bitten daher, die l rem Gewerbe zu erlassende Summe auf die sremden Produfce

zu übertragen. i | S A Die Stánde von Limburg haben sv eben úber die Bittschrift des Herra Cudéll, Friedenscichters zu Hasselt, entschieden, das derjenige, welcher Abgaben, in der Stadt Mastricht entrichtet, do< Wähler in Belgien seyn könne n Man schreibt aus Îtamur: „Ein Sohn der Wittwe DHuli- tat aus Casillon ward von einex bedeutenden Schwäche befallen, und die Verwandten behaupteten, er sey behext. Am 2Biten Juni tam eine. Betilerin, 60 Jahr ale, nach) dem Hause des jungen Mannes, ‘und diefe sollte ihn in seinen zestgea Zustand Da fe ih damit einverstanden erklärte und zu- heilen ver prach, so wurde sie im Hause behalten;

gleich ihn zu | l jedvuh ata anderen Tage, als sie ihr Versprechen nicht zu erful- len vermochte, nachdeiu sie stark gemißhandelt worden, wteder fortgejagt. Die vermeintliche Hexe ist waßnsinnig, und die Ber- wandten des jungen Bultar sind auf dem besten Wege, es ebven- falls zu werden.“

SPweden Uno Norwegen.

Stockholm, 4. Juli. Folgendes ist die (kürzlich erwähnte) Anzeige, welche. der Freiherr Anckarswärd mehreren hiesigen Zei- tungen, in Bezug auf die ihn von Sr. Maj. bewilligte Au- dienz, unterm 27. v. M. zugesandt hat:

„Da mir von verschiedenen Mitgliedern der vier, jeßt am Reichórage versammelten Reichs-Stände anagcsonnen worden, bei Sr. Maj. um Vorlassung der Deputation zu erfuchen, welche im Auftrage der úbrigen Bürger die unterthänigen Bittschrifcen

| in Betress einer gerounschten Nepräsentation:s-Aenderung zu über:

| gebzn wúnschte, so suchte und erhieit ich sogleich für mich selhst

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Zutritt bei Sr. Maj., wobei ich meiner ZFommittenten unterth à- nigstes Verlangen gehorsamst vorstellte, Se. Maj. gerußten 1ait gewohnter Güte, meiner unterthänigKen Vorstellung Gehör zu ge ben; fühlten sihaber dur<hIhreUebherzeugung von dem,was die constitution-

| nellen Formen fordern, gehindert, dieunt-rthänigsten Petitionena uf

diesem Wege entgegenzunehmen; und da die bezweckte Depu- tation solchemnach ihr Ziel verfehlt haben würde, \o würde die verlangte Vorlassung nicht bewilligt, und gnädigst zu erkennen gegeben, daß Se. Majestät übrigens mit gnädigem Wohlwollen jeden empfangen würden, der einzeln, auch in dieser Hinsicht, seine Denkweise vor Sr. Maj. zu äußern wünschte; und erach- teten Se. Maj., daß dic in Nede stehenden Petitionen, überein- fimmend mit den im Grund - Geseze vorgeschriebenen Formen, dem Constitutions - Ausschusse, oder dem Staats - Seccretair für das Înnere zur Vortragung im Staats-Rathe einzureichen seyen. Hierdurch veranlaßt, habe ich an die Kammer - Cxpedition die 33 mir anvertrauten Petitionen aus den Städten Gothenburg, Karlshamn , Kalmar, Westerwik, Christianstad, Halmstad, Lid- fóping, Mariestad, Wenneréborg- Alingsos, Warberg, Sträng- nás, Boros, Skdfde, Nora, Fahlköping, Westeros und Köping, und aus den Provinzen West-Gothland, dem nördlichen Theile Wesimannlands, Wermland und dem kleineren Theile Ost. Goth- lands und Südermannland übergeben und is mir aus der Kam- mer-Expedition ein Empfangschein nachstehenden Jnhalts ertheilt worden:

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7 ¿Daß der Oberst und Ritter des Königl, Schwerdt -Qy, dens, Herr Freiherr Karl Hindric Ancfarswärd, heute Sr. Kz; nigl. Taj. dur Ihre Kammer- Expedition 33 Stück verschie, dene unterthänige Gesuche, daß Se. Maj. gerußen möchten, in der durch das Grundzeselz gebotenen Ordnung dem Schwedischen Volke eine zwe>mäßige und mit den gesellschaftlichen Verhäzlt nissen der gegenwärtigen Zeit übereinstimmende Repräsentation zu bereiten, cingereicht hot und daß diese Gesuche, gemäß dem mir von dem Herrn Staats-Secretair für die Kammer - Angele, genheiten gegebenen Befehl, der Hof-Kanzler:- Expedition Übergeben worden, wird hiermit auf Verlangen bezeugt. Stoctholin, den 26sten Juni 1834.

Bx ‘officio, J. B, Beuvndes, Negistrator.

„Jch habe mich verpfiüchtet gehalten, den Bittstellern Re; chenscaft von der gegenwärtigen Lage der großen Angelegenheit zu geben, und empfinde úbrigens eben so lebhaft, wie jeder ven ihnen, das Niedersclagende in der Vorstellung, daß man in die ser, für Schwedens Gedeihen und Glúick so einfukßreichen Sache, wahrscheinlih von der Mitwirkung der Stände des Reiches nichts Anderes zu erwarten hat, als was die bekanntgemachien Berathungen im Constitutions- Ausschusse zu dossen berechtigen.“

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Kopenhagen, 6. Juli, Aus Odensce wird Folgendes zetneldet: „Jm Kirchspiel Norup, an der Nordjeite von Fycn, har man neuli) cinen Riesenhügel aufgegraben, worin man ein Ricsenzimmer (Jettestue) oder eine Grabkammer gefunden, de ren Boden und Seitenwände aus {weren gehauenen Feldstei nen bestanden, und die so geräumig war, daß vier Personen aufrecht darin sizen konnten. Der einzige Aschenkt ug, der darin war, bestand aus Thon, und er fiel zusammen, als er an die Luft kam. Uls etwas Ungewöhnliches bemerkte man dabei, daß er rechts vom Einganze und also nicht gegen Osten, sondern ge gen Süden sand. Jn der Näße jenes Grabhügels befinden \ih noch maehrere, die waßrscheinlich gleichen Alters mit idm sind

und die man nächstens ebenfalls untersuchen wird.“ Deut Land. : Hannover, 7 QUU, annov, ta) Davin Gegen kand, mit welchem s< die Stönde- Versammlung in die sen Tagen beschäftigte, war das Budget der Ausgaben für das ReMtugsjahL vont 1. Juli 1834 bis dahin 1839. An Un fúr sich schon ise die Prúfung und Bewilligung der Ausgaben und Einnahmen das wesentlichste- Recht der Ständez allein hier wurde wegen der Vereinigung der Kassen zum erfien Mal das Budget des ganzen Staats - Haushaltes vorgelegt, während fräßerhin die Verwendüng der Gelder aus der General - Kasse den Ständen nicht mitgetheilt wurde. Die Gesammt - Aus gabe des Königreichs beträzt nach diesem Budget 6,061,910 Rehlr. Courant, nämlich 1) für das Kabinets - NMinktsterium 146,223 Rthlr. ; 2) für die Deutsche Kanzlei in London 14,343 Rthly.; Z) für die Land. Drosteien 110,529 Rthlr.; 4) für die Aeiater 529,476 Rthlr.; 5) für die allgemeinen Stände und fár die Provinzialstände 77,235 Nihlr.; 6) für das Ministerium der aus- wärtigen Angelegenheiten 72,751 Rthlr; 7) für das Kriecqs-Mi nisterium 1,952,136 Rthlr.; 8) für das Justiz - Ministerium 41,729 Rthlr.; 9) für das Ministerium der geistlichen und Un-

terrichts-Angelegenheiten 97,975 Rthlr.; 10) für das Minifterium des Innern 895,054 Rthlr.; 11) für das Ministerium des Han: F 12) für das Finanz - Ministerium 197,153 M Rthlr.; 13) für den Passiv-Etat 1,350,963 Rthlr.; 14) für den F

dels 38,087 Rthlr.;

Pensions - Etat 148,308 Rthlr.; 15) künftig wegfallende Ausga; ben 219,943 Rthir. Diese Summen sind jedoch bis jet nur proviforisch, indem alle in den Haupt-Ausgabezweigen be zrissene

Gehalte und Pensionen geseßlich mit den Siäuden dr | Regulative festgeseßt werden, wie dies mit dem WMiltiair: F Etat bereits géschehen is, und, diese Regulative dann

dex fándischen Verwill igung zur Norm dienen follen. JÎu dic Budget sind nur die Kosten für die Hauptzweige der einze!ne Miniiterien angegeben, aber eine spezielle Nachweisung jede einzelnen Forderung nicht vorgelegt. So schreibt es das Staat Grundgeselz im $. 141 vor. „Die Anschläge f

e für N Haupt Dienstzweige, heißt es dort, werden dergestalt als eit Ganzes betrachtet, daß die Verwendung und für jeden Haupt- Dienstzweiz itn Ganzen bewilligten Surnme der Bestimmung des betreffenden Ministerial: Departements über lassen wird, in so fern die Verwendung nur fär j

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Ltenitzweig und chne licher fd reiflung bes ganzen reis Ll Mil

den Ständen vereinbarten Zegulative stattfindet.‘ / Diese

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richtung hat viel Zweckmäßiges, Die Ausfälle bei einzelnen Po- | sen können dann dur< Ersparung bei anderen sofort vhne alle F

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Störung des Dienstes gedect werden, ohne daß man die nächste F

Versammlung der Stände erst abwarten müßte. Auch wird bei

der spezieie! das Budget dadurch gesteigere. Zuleßt if bei specieler Bewilli gunz, wenn nur cinmal bewilligt ist, für eine weitere Ersparung gar kein Reiz vorhanden, und aüe sreie Selbsithätickei unter drückt. Ein Haupteinwand gegen diese vom Grund: Gese vorge \chtiebene Einrichtung könnte nur seyn, daß davur< den Mini

stern zu viele Willkür in der Anordnung gelassen würde. Allein |

dicse Billkür ilt nicht nur innerhalb fester Gränzen beschränkt, sondern außerdem müssen die Rechnungen der General. Kasse und aller dazu gehörenden MNeben- Kassen den Ständen später zur Ein- sicht vorgelegt werden, so daß die Art der Verwendung der Sun men im Einzelnen ihnen dennoch bekanut wird. Es fragt si

dabei nur, wie weit die Vorlegung der Spezialität in der Ver: |

anschlagung der einzelnen Haupt-Dienstzweige gehen solle. Dies

ist offenbar cine Frage über ein Mehr oder Weniger, und daßer

sassen bestimmte Grundsäge sich nicht aufstellen; allein es scheint |

doch, daß diese Spezialitát durch die natürliche Verschiedenhei

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der Gegenstände am zweckmäßigsten bestimmt werde. Was die |

Summen des Budgets betrisst, so theilt unser Königreich mit de! úbriaen Staaten des neuern Europas das Schickjal, daß die Kosten

fr den Passiv-Etat und für das Militair bei weitem die überwie 4 gent sten sind. Dic Kosien des Maeilitair-Etats sind in voriger Sißung |

nic den Ständen berathen und festgeseßt worden. Der Pasfiv-

Etat besteht 1) aus den Zinjen der Schulden der bisherigen | ' -9) aus Zinsen der Schulden f aus der bisherigen Steuer-Kasse 819,132 Rthlr.; 3) aus Ren

General: Kasse 193,718 Rehlr. ; ten auf die Gencral - Kasse 13,804 Rthlr.; 4) aus Renten au] die Steuer: Kasse 3752 Rthlr.; 5) aus jährlicher Dotirung des Tilgungs-Fonds für die älteren und neueren Landes-Schulden 320,555 Kthlr. Das Budget der Ausgabe fúr 13? wurde ohne wesentliche Aenderung von den Ständen genehmigt, indem sie dasselbe für jegzt no<h mehr als ein provisorisches betrachteten, da die Regulative noch nicht festgeseßt wären.

Kassel, 7. Juli. Jn der Sißung der zweiten Kammer der Stände vom 27jien

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Verwilligung jede einzelne Ausgabe, der Sicherheit F wegen, bei der Veranschlagung leicht etwas erhöht berechnet und |

v. M, führte die Tagesordnung zur |

Diskussion des von Herrn Wippermann über die Kosten der Provinzial - Regierungen erstatteten Berichts. Jn dem Bericht war der Vorschlag enthalten, die Provinzial - Regierungen und Î die Kreis-Aemter aufzuheben und statt deren den ganzen Staat ) in ocht Bezirke nach der durch die Verfassungs-Urkunde $. 63 | angegebenen Abgränzung einzutheilen, und einem jeden solchen } Bezirke einen Bezirks - Direktor vorzusezen, dem zur Aushülfe und Unterstüßung ein Assessor zur Seite stände und dem außer- dem noch ein Secretair und ein Repositar oder Probator unter- geordnet würden. Als Gehülfen des Bezirks-Direktors sollen so viele Verwaltungs- Beamte insticuirt werden, als sich in dessen Bezirke Justiz-Aemter befänden, in deren Sprengel jedeömal ein solcher eamter wohnhaft seyn und dessen Ernennung, wenigstens in der Folge, aus den daselbst angesessenen Personen. erfolgen sollte. Die Kosten dieser Einrichtung waren .im Ganzen auf 59,896 Rihlr. veranschiagt; die Staats-Zeegierung aber, der das Projekt mitgetheilt worden war, hatte in ihrer Antworc zwar vie Noth- wendigkeit oder Zweckmäßigkeit einer Veränderung in der Ein- rihtung der Verwaltungs: Behörden anerkannt, auch erklärt, daß man schon seit längerer Zeit Arbeiten zu diesem Zweck cingelei- et habe, jedoch bemerflich gemacht, daß so leichten Kaufs von der Sache nicht abzukommen sey, und daß man erst dann ent- schieden Hand an's Werk legen könne, wenn die landständischen und Gesezgebungs- Arbeiten Raum und Muße an etwas Anderes, namentlich an die Verwaltung, ernsthaft zu den-

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gestatteten, auch |

ten. Der Ausschuß hatte deshalb beantragt, die Verwilligung für .

die laufende Finanz- Periode no< auf die einstweilige Fortdauer | der Provinzial - Regierungen und Kreis: Aemter zu gründen. N Hr. Schwarzenberg aber nahm das oben mitgetheilte Projekt als } seinen eigenen Vorschlag auf, und wollte der Staats-Regierung für die Verwaltungs-Behörden nur die Sumine verwilligt ha-

hen, die nôthig sey, wenn die projektirte Einrichtung der Be-

hußbericht berechnete. Herr Geheimerath Hassenpflug (azte: Die Frage Über die künfcige Einrichtung der Verwal-

zirésräthe ins Leben trete, Und die er etwas höher als der Aus- |

N tungs-Behörden sey durchaus verschieden von der Budget: Frage,

N und müsse deéhaib auch getrennt von dieser bchandelt werden, N Gsfônne der Stände-Versammlung das Recht nicht zustehen, die Re- N gierung durch die Verweigerung der für die gescßzlich bestehenden Be- N hdrden crforderlichen Verwilligungssumme zu ciner Veränderung in in die Rechte der Regierung seyn, der die Verwaltung allein utehe; vielmehr könne der, dur Uebereinkunft der Sraats- Regierung und der früheren Ständeversammlung einmal fettge

noch von der Staats: Regierung, sondern eben so wie ein auf

Î verfassungsmäßige Weise zu Stande gekemmenes Gesel nur durch N Uebereinkunft beider, der Staats - Regierung und der Stände- N Versammlung, abgeändert und aufgehoben werden. Auf diesem E Grundsalz werde die Staats-Regierung fest beharren und E <0 zu shügen wissen, wenn hier etwa ein den E selben widerstreitender Beschluß gefaßt werden sollte.

Qu Wippermann meinte day das Bewilli

N aungórecht der Stände durchaus unbeschränkt und dieselben da- bei nur an ißre Ueberzeugung gebunden seyen. Hr. Manns

der auch in dem neulich hier verlesenen Ober-Apyella- Ministerial: Anklagen betreffend, N anerkannt sey, die Stände in der Ausübung ihres Verwilligungs- | rechts durchaus an féine andere Rücksicht, als an ihre Ueber- Ï zeugung gebunden seyn könnten. Uebrigens erblike er gerade Ï in der Collegialität der Provinzial-Reaierungen einen Schußz ge-

M jiaedet.

N tions-Gerichté-Erkenntniß, die

N gen Willkúr und kdnne daher nicht für deren gänzliche Aufhe- ! Y bung stimmen; glaube aber, daß der (GBeschäfts-Urnfang gestatte, !

die Regterungen zu Marburg und Fulda aufzuheben, was er hiermit be; antragen wolle. Hx. v.Baumbach lil. glaubte, daß Verwiiligun- wn für einmal gesetzlich bestehende Behörden erfolgen raüßten ; die Stände-Versammlung sey nicht befuat, solche Behörden durchVerwei-

nur Ersparungen eintreten laffen.

den; dent jic d h q » . d p N f E L hafen, dgs nur etne Verordnung, nicht ein Gese6 c).

Stände: Versammlung durch ihr Verwilligungs: Recht die Staats-

Regierung zu einer neuen Organisation der Verwaltung zwin-

gen fônno, oder ob die Stände nichr vielmehr verpflichtet seyen, r die bestehenden Behörden zu voerwilligen.,

das Nöthige A d

Anüchten wär 5 fassungs.Urkunde unterstüst.

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4 Ausschusses. Î die Sraats- Regierung ersucht werden, bei der Vorlegung des nächsten Etats auf eine Veränderung der Verwaltungs-Behörden Bedacht zu nehmen? Dieses wurde bejaht und somit die An- träge der Herren Schwarzenberg“ und Manns verworfen; dage- gen der Aus[chuß-Ant-ag angenommen,

Hamburg, 10. Juli. Nach heute eingegangenen Lootsen- Nachrichten i das Schif „Betsey“/, welches die Spanischen Flü dtlinge aus Portugal nach Deutschland bringt, in Kuxhafen angekommen.

/ _ Darmstadt, 4. Juli. Nach einem Geseb -Entwurf, wel- M Gen der Großherzogl. Minisrerialrath Eckhardt der zweiten Kamraer in ihrer heutigen Sißung vorlegce, soll das Gescb vom 6ten März 1824, die Erhebung des Chaussee- Geldes be- tressend, künftighin, und zwar voin isten Januar 1535 an, auch auf sämmtliche Provinzialstraßen des Großherzogthums ausge- dehnt werden. Die Regierung würde alsdann die Unterhaltung auch dieser Gattung von Straßen übernehmen und dadurch den Geineinden eine sühlbare Erleichterung verschaffen, Durch einen andern Vortrag unterrichtete der Herr Regierungs ‘Com- inissair die Kammer über den Stand der dainaligen ‘Provinzial: strrazen- Bauten, die theils sehr weit vorgerückt, theils ganz vollendet sind.

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L Der Morning -Herald enthält folgende Korrespendenz- Nachrichten úber Persien aus Konstantinopel: „Aus Persien n il ein Tartar hier eingetroffen, der Briefe aus Tabris bis N zum 23. April mitbringt, die neuere Nachrichten aus Teheran j enthalten. Der Schach war so vollfommen wiederhergestellt, daß ¡er wieder zwei bis drei Mal in der Woche seinen Jagdbelusti- jungen nachgehen konnte. Die Frage über die Persische Thron-

olze wird schwerlih ohne einen Bürgerkrieg entschieden M werden, denn die zahlreichen Söhne des Schachs haben f aut erklärt, sie wúrden es sich nicht gefallen lassen, daß man sie Überginge und ihren Neffen, Mohammed Mirza, auf den Thron erhdbe. Jn dem Augenblick, wo der chrwürdige Schach

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Beide ;

n durch Gründe und bezägliche Stellen der Ver- .

glaubte, daß nach dein Grundsaß: qui jure 810 ulilur, neiminem,

Er wolle sich hier über die Frage ! selbst nicht aus\prechen und stimme vielmehr für den Antrag des | Dex Präsident stelite hierauf die Frage: Soll

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rege) Tr O aus dieser irdishen Welt in die Ewigkeit wandert, wo

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no<h eher, wird die eine Hälfte von Persien gegen die andere im Kampf entbrennen. Wenn England die

Persische Macht unter seiner Vormundschaft befestigt, so fann es dem Unheil vorbeugen. Jch wiederhele es, Großbri- tanien muß sein Augenmerk unverzüglich auf den Osten richten, oder seine thcuetsten Jnteressen werden bald sür immer verloren seyn. Das kleine Britische Militair - Detaschement aus Indien befand sih noch immer zu Teheran, und es war anz unent- schieden, was endlich aus dem!eiben werden sollte. Schade wäre es, wenn der Moment ungenüßzt vorüberginge, denn die Perser sind ein gelehriges Volk, und cs könnte {ehr bald eine \chône Armee disciplinirt seyn.“

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Berlin, 12. Juli, Das heutige Militair-Wochen blatt publizirt das nachstehende Allerhöchste Neskript an das Kriegs-Ministerium: „J< habe vor 25 Jahren beiden Ne- gimentern, welche aus deu Bataillonen formirt worden sind, die an der denkivürdigen Vertheidigung von Colberg im Jahre 1807 Thetl genommen haben, in Anerkennung ihres dabei bewiesenen standhaften Heldeninuthes, eine Fahne mit der Jnschrifc: ..Col- h s : L e R

berg 1807** verliehen. Die Zeit hat indeß die Fahnenflaggen und mit ihnen die Inschrift zerstört. Da Zch aber diese woh!- erworbene Auszeichnung den Bataillonen gern dauernd erhalten sehen môchte, und das feste Vertrauen hege, daß sie, so wi: in den spätern glorreichen Feldzügen, auch bei jeder neuen Veranlassung den vor den Feinden des Vaterlandes errungenen Ruhm der Tapferkeit und standhaften Treue behaupten werden: so habe Jch beschlossen, jenes Andenken zu erneuern, und ihnen zu dem Ende die von Meinen Tôchtern und Schwiegertschrern und von Meiner Gemahlin, der Fürstin von Liegnis, und ¿war fúr das 2te und Füsilier- Bataillon des 2ten Garde-Regiments zu Fuß (früher 1stes Bataillon des Colbergschen und Füsilier - Bacraillon ves Leib- Jnfanterie- Regiments ) von der Erbaroßherzogin von

Mecklenburg Schwerin und der Prinzessin Frieorich der Nieder- | Kaijer |

lande Königl. Hoheiten, für das Bataillon des

2 . Li

. ¿llexander Grenadier-Regiments (frúher Leibe Grenadier -Batail-

der Verwaltung indirekt zu zwingen; denn dieses würde ein Eingrisf

sekte Normal-Etat cinseitig weder von der Stände-Versammlung, |

I ST E D O S B I I

A E E I N m D

geru»7g des zu ihrem Bestand Erforderiichen umzustürzen ; sie könne ;

- Herr Wippermann hielt die Provinial Regierungen nicht für gelezlih bestchende Behör- | feyen durch das Organijations:-Edift von [821 ge- :

Herr Henkel machte darauf aufmerksam, daß es sich hier um einen \c<hsüpfrigen Punkt, nämlich um die Frage handle, ob die |

lon) von der Kaiserin von Rußland Majesiät, sür das 1ste und | 2te Bacgillon des Sten Jnfanterie- Regiments (genannt Leib-Jn- |

Ca .

fanterie:Regiment) von Meiner Schwiegertochter, der Prinze}sin |

Wilhelm Königl, Hoheit und von der Färstin von Liegniß Durchlaucht, und für das 1st: und 2te

ten Infanterie-Regiments (genannt Colberasches) von der Kron- prinzeisin, der Prinzessin Kari und der Prinzessin Alhrecht Kd- nigl. Hoheiten überreichten neucn Fahnenbänder verliehen.

VBerieihßung:

Berlin, den 20. Mai 1834.

(gez.) Friedrich Wilhelm.“

____= Se. Majestät der König 1 vem hier ansässigen Zahn- Arzt Linderer füx die Uebersendung. eines Exemplars seiner Uun- längst erschienenen Schrift: „„Die Lehre von den gesammten Zahn - Operationen ‘/, die kleine goldene Medaille zustellen zu lassen geruhet. Y |

Aus Koblenz schreibt man unterm 7ten d. M.: Jhre Durchlaucht die Herzogin von Nassau {t heute, von Kdin korm- mend, hier angelangt, und wird morgen die Reise nah Bibe- rich fortsesen. Jhre Majestät die Königin von Bayern wird am 12ten d. M. auf Jhrer Reise nah Scheveningen hier ec- wartet. Jhre Excellenzen der General der Kaval!erie und kom- mandirende General des Sten Armee-Corps von BVorfstell, und der General-Lieutenant Aster, Kommandant von Koblenz und Ehrenbreitstein, sind heute mit deim Dampfooore von Hier nach Köln abgereist. ;

- Die Achener Zeitung vom 7ten d. enthälc das Pro gramm zu den am 4. und 6. August auf der Brander Haide bei Achen abzuhaltenden Pferde:Rennen. Es werden überhaupt drei Rennen um die Preise von 50, $00 und 200 Fr.d'or tkatifinden und den Beschluß sollen noch zivei einfache Rennen fär Landleute des Reg. Bez. Achen mir eigenen Landpferden Die Preije bestehen bei diesen beiden Rennen in einem sitbernen Po- fale und einem vollständigen Reitzeugez; zeder Koakurrent legt

L “. Haben

ingen.

vurchlaucht, s (aus dem 2ten Bataillon | des -«Colbergschen Regiments formirc) und Füsilier-Bataillon des !

Dem |

Kriegs - Ministerium ertheile ich hierdur<z Nachricht von dieser |

so weich und flangvoll singt, daß den s<hweigeuden Zuhdrern Thrä- net in die Augen treten, als wenn sie am Schlusse einer gewaltigen Bravour-Arie Hände aller Art in Bewegüttg seßt. S

Es sey erlaubt, an dieser Stelle (ohne nähere Bezeichnung ein- zelner Personen und Aufführungen) einige Bemerkungen in allge- metinerer Form auszusprehen, wozu jeder Musikfreund aus seiner etgehen Erfahrung leicht Beispiele auffinden toird.

i) Viele Sänger und Sängerinnen nehmen nicht cher eine Rolle zur Hand, als bis sie ihnen von der Direction zugeschi>t wird. Dies tft elne durchaus irrige Methode, denn sie macht die eigene Kunifbildung von gar vielen Zufälligkeiten abhängig, bringt sie auf etten sehr beschränkten Kreis zurü>, und ift ein trauriges Zeichen das es an dem innern Eifer fehlt, welchec keines äußeren Anstoßes bedarf. Jeder Schauspieler und Sänger, welcher sih über das Al= lergewöhnlichste erheben will, muß auch von solchen Kunstwerken Kenntniß nehmen, welche durch die Modé des Tages, oder durch an-

Zeitvertrcibe einmal die Oper besuchen. Ueberhaupt sollten 1unge anger und Sängerinnen schon im Voraus alle dicjenigen Rollen einuben, in welcie ste künftig cinzurü>en hofen. Denn, nicht al- lein wird jede Direction sich freuen, wenn sie auf dicse Weise ctwa

| entflehende Lücken ras<h ausfüllen kann, sondern die Gunst j Des Publifums wendet ‘sich auch mit Necht denen zu," wekche,

anflatt tausend Schwierigkeiten und Einwendungen zua erheben, die Hand bieten, um Wünsche zu befriedigen und Hindernisse aus dem Wege zu räumen. Hiezu kommt, daß nur derjenige im Stande if einem ausgezeichneten Känstler in scinen Leistunzen genau zu folgen und von ihm zu lernen, welcher selbs die Rolle durch cige- nes Studium bereits kennt, also im Stande is jeden Vorzua, jcde Abweichung, jede Schwierigkeit, jeden Mangel herauszubdren.

_ 2) Noch immer wird die Aussprache von vielen Sängern und Sängerinnen zu sehr vernachlässigt, ein Fehler, der in dem Maße gber und unerträglicher erscheint, als man wahrhaft dramatiiche Opern aufführt. Zum Theil entsteht derselbe ohne Zweifel daher, daß man Voëale uúd Konsonanten nicht angemessen behandelt. Es ijt näml’< keinesweges hinlänglich, zu wissen daß jene tdônen und diese nicht tônen; man muß auch bedenfen, daß jene beim Singen stärker und länger tônen, als beim Sprechen, mithin die Konsonan=- ten (was die Meisten ‘nicht gehörig berücksichtigen) weit eher ver- dect werden und weit leichter verschwinden, als in der bloßen Rede. | Klingen nun Überdies die Votale nicht rein, {webt das a zum e | und â/ das c zum o und ô, das o zum d: und u, so hat die Verwir- | rung und Undeutlichkeit den höchsten Gipfel erreicht. Auf den reten | Weg kommt man nur dadurch zurü, daß man 1) die Vokale rein und voli 1

ertônen läßt, 2) die Konsonanten beim Siügen \< är fer ausspricht und mehr hervorhebt, als im Gespräche. Einige Sänger legen, unm | deutlicher zu werden, den Konsonanten diejenige Zeit zu, welche sie | den Vokalen abnehmen ; dies Verfahren is aber durchaus irrig, weil j das musikalische Klingen hiérbei wesentli verliert , ohne daß an | Bersiändlichkeit etwas Erdebliches gewonnen wird. Wenn man nat | geben, nehme, und das. stumme n dur< Gaumen und Nase her- ausdrü>t, 9 i dies no< s{<limmer, als wenn man gar nicht bôrt, | ob von geben odex nehmen die Rede is. Die Konsonanten mé}sen | also, ohne daß man die immerdar den Vokalen zukommende Z-it | verfürz;t, mit höchster Schnelligkeit, und aufs Bestimmtefe bezeichnet werden, und das, was beim Sprechen icrig und übertrie-

ben wäre, is hier erst das Nechte und Verständliche. E

_ Gleiche Rüge wie das undeutliche Aussvrechen , verdient eine andere, damit in Verbindung stehende Angewöhnung, nämlich den T0 Unten anzusehen und ihn dann erst nach seiner wahren Intoug- tion zu heben. Mit Recht sagt ein Kunstverständiger: *) „Die Singlehrer widmen diesem Uebelstande nicht Aufnierfsamkfcit genug; nur ein- oder zweijährige Wnachtsamfeit, und alle fernere Hülse üt in dieser Hinsicht umsonst !‘/ i:

3) Die Beariffe von Haupt- und Rebenrollen, vzn dankbaren 1 nd undankbaren Rollen, entbehren nicht alles (Grundes, abex selten we-- den sie genügend aufgeklärt und cntwi>kelt. Fn einem woprhaft dramatischen Kunstwerk hat zuvörderst jede Person ihr eigenthümli- ches, selbsisändiges und erfreuliches Leben, und ie nachdem ste richtiger aufgefaßt und angemessener behandelt wird, tcitt sie mebr oder weniger hervor. Wir haben z. B. den Don Juan schon so ge- boôrt, daß Anna, Elvire oder Zerline, daß Don uan oder Leyo ¿lo ja s»gar der (Fomthur, der Silberblick des Ganzen zu seyn schien. Sri wenn Alle gleich ausgezeichnet sind, und jeder scine natärli che Stelle wieder einnimmt, ist die Darfellung im Ganzen, wie tr

P O E O D O T E E O R E E R N:

den einzeinen Theilen vollkommen, und Keiner verliert, sondern Alle gewinnen durch diese Harmonie. Wir finden cs alierdings natürlich wenn jeder Mttspielende die Aufmertsaméecit auf \\< zu lenken sucht : aber dies sol nur dadurch geschehen, daß er das Hôchîe: leise! wa die Rolle und der Charakter erfordert. Wollte er hingegen Tt il nahme und Beifall erzwingen darch vorlautes Wesen, Schreien un Heraustreten aus dem künstlerischen Maße, fo wäre er eben kein Känjtler mehr, sondern ein Charlatan und anmaßlicher Pfuscher.

. Hiermit steht eine neumodéige, gar wunderliche Auicht in Rer-

Überdies cinen Thaler ein und die hierdur< auftommende Summe | Lmdung. Manche Schausoielerinnen und Sängerinnen erheben näm wird dem zweiten Sieger zverkanne. Auch bei den drei ersten | ich ¿aute Klaze, wenn man ihnen eine minder liehben8wüÜrdige ode“ ennen hat Jeder <heilnehner ein Eintirittögeld von Uesp. } j min C A EE Rolle zut ett as Wurde dadurch tre ctaene C N e M C I R E En S EE pes _] Oden il ‘ti Sit digfett, odr Die er Wh ans s “R Ls S O Es 5 Fr.d Ol nd 5 F * d’or ) zu entrichten ; das A tei: j A P l A wid cOIgtelt/ oer Me Ley Zilscdaguer {U (I Lun os

ten Sieger Uufaller sf | ; gerictet. Gilt dieser Widerspruch den Unwürdigkeiten und Gretel cn egel zufalien ou. 1 welche (ein I ethen der bd hen N iurgarttut V. D) V E Ck » Sr S 6 D é J ; D A N, L E) c Nen ZLUSar1iti "l Kunft) et ù ot F n Len Häfen des Regierungs-Bezirks Köslin langren | von Parts aus die Bübne C E R (o nd i ha P

t t 5 A . o Dann : "a » 14 Aan ins 14/20 s kk | 4 - 5 E -, “dg E f Wby B irt )C t vorigen __conate, ne „Bootsfahrten zu Sloip Inde uüngelte chs j lig und von ganzem Herzen etnvecstanden. Oefter aber gelt er L net, 30 Schiffe und 40 Bôte an, und 26 Schiffe und 21 Bôte | vor aus Eitelkeit, Ziererei und cinem Mangel an Eini t in das Ï s » ! s s , f, 4 C d Ä . C ®n- wod í » f 4 ( v D r A - n B d verließen dieselben. Die Rhede bei Leba besuchten 4 Schiffe, | leche Wesen der Kunst. Alsdann if er eben so verkegrt, als went

Die Haupt-Einfuhr: Artikel vom Auslande bestanden in Häring, Thran, Steinkohlen, Brucheisen Und Kolonial- Waaren. Nach

ein Geschichtschreiber, aus ähnlicher Ursache , alle tadelnswerthen Chavafktere in seinen Darstellungen Übersvrivgen und (ich und cine Lo 4P e c 4‘ , e. : I 2A d v B dba as SCIEV T LOUTEL Loben5swürdigfkeit und L! venoroUrdigkeit übersättiz ‘i

em Auslande wurden 185 Klafter Brenndÿolz, Leinwand, 3256 | ets Eber lä6t >< erweisen, das d :

Scheffel Reggen 2c. verschifsc. j | MtaenP Oa ON aus na C LALO DIE V MIET, FEAMEV Uns WO H | tugzendhasten Liebhaber und Licbbaberinnen , die edlen Mütter 1:15 r PSOGEN S O Ote. ¡ vte nrißtgen Töchter undescadet ti Les Toni ctt IRerthes) A Ko | , | Bühne die eigentlich undanfbaren Rollen lind, eil Na Bn entl

Königliche Oper. | dis ili die Negton der wahren Kun| und Poesie binecinreichen.

O N S i | Leder. Künstler bat allerdinas seine etaotb Natur umd M4

; Weigl 9 S (h Weizer: S amilie “1, welche am 9ten d. M. auf | in R, L n t Is Jeitit Cractte Natur und Richtu

dem Königl. Opern-Theater geg!ben ward, hatte sich einst des grdß- | niet selten den Reit \orzugswetlie beschästigen soll; es dürfte ab

ten und allgemcinsten Beifaüs zu erfreuen, während jeßt so Man-= | (l, lel Sl rets der OarlleLung, Und den Wetteifer er dhe ; f {0 wie zur Scharfung des Urtheils beitragen, wein manch 4 Vollen

cher behauptet : Text und Musik tamme aus einer schwächlichen, senti- mentalen Zeit her, uber welche man sich glücklicherweije echobenu habe. Allerdings giebt es eine kränkliche Sentimentalität, welche man bis- rocticn terg ul Nt erhdhte und verkfiärte (Hesundhe!t gehalten hat; es gîebyt aber, fo wie in der Sittlichkeit, so auch in der Kunst, einen Staud einfacher naiUrlicher Unschuld, welcher eri dann ver- Eannt und verhdhnt wird, wenn die Augen lediglich durch eine Art von künsilerischem Sündenf«li aufgegangen find, | Meisterhafte Fdhllen haben mehx Werth, als bombastische | gödien, und Theokric ist ein grdßerer Dichter als Senetfa. De ¡¿¡Werther// bleibt (troß der damit perwaudten Ausartungen) ci timmerdar zu bewunderndes Werl; und selbs der „„Siegwart“ se in der Geschichte der Dichtkunst auf gesunderen Füßen, als etwa | ¡dev todte Esel‘/ von Jules Janin. Gewiß wdre es eit Zeichen der Uederspannung und Ueberdildung - wenn Gestalten, wie „Ems meline/‘/ und „„Pamina‘/, nicht mehr verstanden, sondern fade und uibedeutend gescholten würden. OHDemotscile Grünbaum giebt die letztere Rdlle voctrefflich, und strebt in dér críteren ihren großen Vorgängerinnen (Madame Milder und Madame Schehner- Waa- gen) aux löbliche Weise nach. Ueberhaupt hat ihre Stimme wäh rend des leßten Fahres so sch?! an Kraft gewonnen, daß in dieser Beziehung keine weitere Steigerung nöthig erscheint. Um #0 mehr wird sle fich gewiß bemühen, auch fernechin die {e arte Stimmen schwierigste Aafgabe zu lôsen, das beißt, se wird überall an dem milden Wohilaute feithalten und alle Aùstufungen bis zum Pianif- stmo hinab (ohne Umseßen der Stimme) ausbilder. Denn „als der beste Freund‘/ darf man