1834 / 227 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

daß sie am Schluß des Jahres einen Schein von ihrem Engli- schen Prediger oder von dem Kaplan irgend einer protestantischen Gesandtschaft beibringen müssen, worin ihnen attestirt wird, daß sie jeden Sonntag den Gottesdienst ihrer Kirche besucht haben. Ac bin ein Römer und habe das Vergnügen gehabt, mit Ae- giyrtern, Griechen und Juden in der Sapienza di Roma zu su- dir; wir waren hier Alle weder Grieche, noch Jude, sondern nie Studenten. Der Papst fürchtete nie, daß wir Juden oder Gricchen oder Barbaren werden würden, und wir legten es auch nie darauf an, die Anderen zu Katholiken zu machen. Erst im Zahre 1830 wurden die Ausländer von den Päpstlichen Univer- {(âten verwiesen, aber nicht aus Bigotterie, sondern wegen ihrer Einmischung in die Politik.“ ;

In Portsmouth ist das Königliche Dampfschiff „Medea in 58 Stunden von Coruña angekommen. A

Miß Malrtineau, die bekannte staatswirthschaftliche Schrift- stellerin, steht im Begriff, eine Reise nach den Vereinigten Staaten von Nord - Amerika anzutreten. :

Es is oft berichtet worden, die Verschiffung unverheirathe- ter Frauenzimmer nah Neu-Süd-Wales, um dort eine Versor- gung zu sinden, hätte den besten Erfolg gehabt. Jett meldet ein von Sydney zurückgekehrter Schisss-Capitain gerade das Gegentheil, indem es solchen Personen, da man dort: ein allge- meines, wenn auch oft ungerechtes, Vorurtheil gegen sie hegt, háufig sogar shwer werden soll, einen Dienst zu finden. Sie fallen daher der Kolonie zur Last, und viele müssen sich aus Noth einem Gewerbe erst E dessen man sie vorher fälsch- lich bezüchtigt hat. Unter hundert, heißt es, würden gern neun und neunzig den Mühseligkeiten und Gefahren der Rúkreise Trob bieten, wenn sle nur die Mittel dazu hätten. Getraide-Durchschnittspreise in vergangener Woche.

Wöchentl. Sechswöchentl. Zoll. Weizen . . 48 Sh. 4 P. 48 Sh. 7 P. 38 Sh. 8 P. Gerste. 29.» ck=-/, » 28 » 10 » 19 » 10 » Maset 1. 2A uns S 23 » 11 » 12» 1 D::9 Noggen-. : 88 »-1,1;»9 33» 10» 19 » Bohnen. . 37 » 1 » Z7 D » Bit it Erbsen .. 466 » 11 » éáá » 11 » 39; 0.9

Bei dem leider anhaltenden Regen waren heute die Weizen-Preise etwas höher.

London, 9. August. Sie haben unstreitig seit eini- ger Zeit Manches in unsern Oppositions: Blättern von einem Komplott gelesen, in Folge dessen das Melbournesche Kabinet in die Luft gesprengt, Lord Brougham erster Minister, Graf Dur- ham Secretair der auswärtigen Angelegenheiten und das ganze Kabinet durchgreifender liberal werden sol. Jch schrieb Ihnen deswegen nichts darüber, weil es mir gleich vom Anfange als eine von den Tausend und eine Nabt-Geschichtchen er\cien, womit immer die Organe der unterliegenden Partei ihre übel gelaunten Leser zu unterhalten pflegen, wohl wissend, daß die Masse ihres Publikums da, wo es ihre Haupt-Leidenschaft gilt, einen Köhlerglauben besi6t, welcher selbst das Unwahrscheinlichste aufnimmt, wenn es nur in seinen Lieblings Blättern {warz auf weiß erscheint. Das Tollste an der Erfindung war, daß man dabei Lord Brougham zum Kollegen des Lord Durham machte, Lord D., den entschiedensten Reformer unter den Pairs, zu einer Zeit, wo Lord Br. mit jedem Tage mehr zu der kon- servativen Nüance der Whig- Partei sch hinneigt. Aber die Zeit kommt nun schnell heran, wo das Komplott zum Ausbruch Zommen soll (wenn anders die frühe Aufdeckung desselben , wie der denuncirende Standard bemerkt, das Ding nicht zu Grunde gerichtet hat), denn die Lords sollten die Zehnten-Bill beim zweiten Rerlesen verwerfen, Lord M. und mehrere andere Minister re-

signiren, und Lord Br. das jenen entfallene Staatsruder ergrei |

fen und sein Reich beginnen. Nun ist schon der nächste Mon- tag für das zweite Verlesen dieser Bill im Oberhause festgeseßt, und ich wage zu behaupten, daß, wenn die Tories dieselbe auch verwerfen (was mir aus Gründen, die ich in meinem leßten Schretben auseinandergeseßt, gar nicht wahrscheinlich ist), auch nicht ein einziger Minister darum seine Stelle niederlegen wird. Es heißt, sonderbar genug, O'Connell werde alsdann im Unter- hause den Vorschlag machen, daß man der protestantischen Geist- lichkeit wieder einen Vorschuß aus der Staats-Kasse mache, weil es jeßt noch weniger möglich seyn wird, den Zehnten zu erheben, als zuvor, und die fragliche Bill ja derselben ein Einkommen sichern soll, das ihr das Oberhaus nicht gestatten würde, wenn es dieselbe verwirft. Aber ih zweifle, ob das Unterhaus in jenen Vorschlag willigen würde, so daß die Tories die ander- weitége Pflicht auf sich nehmen müßten, die vielen braven Leute nebst deren unschuldigen Familien durch Subscriptionen vor dem Verhungern zu hüben. Die Spannung zwischen dem Ober- und Unterhause har sich dieser Tage wieder in folgenden Punk- ten gezeigt. Die Lords hatten in einer Bill für die Verbesse- rung der Todtenschau- (Coroner-) Gerichte in den Grafschaften die Klausel verworfen, welche diese Gerichte für dffentlich er- klärte. Man meinte anfangs im Oberhause, dies verstehe sich von selbst; aber die Gemeinen haben demselben in einer vor- gestern deswegen gehaltenen Konferenz erklärt, daß, da das Kings-Bench-Gericht cinmal eine Entscheidung gegen dieje Oef: Fentlichkeit gegeben, sie die Bill ohne jene Klausel nicht anneh- men würden. Inzwischen hat Lord Brougham in der gestrigen Si6cing des Oberhauses seine Meinung dahin abgegeben , daß die Todtenschau- Gerichte geseßzlih keine offenen Gerichtshöfe seyen; das Oberhaus kônne also, troß der Protestation des Un- terhauses, demselben nicht darin nachgeben. Eine andere Bill, auámnlich die, nodurch das Unterhaus eine einfachere und wenl- aer kostspielige Methode für die: Untersuchung von Verge- hungen gegen die Reinigkeit der Parlaments - Wahlen ein- zuführen hoffte, war von den Lords so gänzlih verän- dert und dadurch dem Einfluß der Pairie untergeordnet worden, daß das Unterhaus sich bewogen sah, die Maß- regel in dieser erneuerten Gestalt gänzlich zu verwerfen. Beis nahe wäre es einer dritten Bill eben so gegangen, in welcher das Oberhaus gegen zwei Verbrechen (nämlich die Rückkehr von der Deportation ‘und das Stehlen von Briefen im Gewahrsam der Post), in Bezug auf welche’ das „Unterhaus die Todesstrafe abgeschafft wissen wollte, aufs neue den Galgen erkannte. Meh- rere Mitgliedèr wollten lieber die ganze Maßregel verworfen sehen, als dem Oberhaus seinen Willen lassen, indem sie mein- ten, nachdem das Unterhaus einmál für die ‘Abschaffung der ge- gen solche Verbrechen verhängten Todesstrafe entschieden hätte, besonders, nachdem zuvor die dffentliche Stimme so laut gegen die Strenge derselben gesprochen, dürfe die Regièrung dem alten Gesege doch nicht seinen Ganz lassen. Auf die Versicherung

des Lord Althorp jedoch , daß der Negierung keine Wahl bleibe, als jedes bestéhende Geseß auszuführen, und seine Bitte, sich mit Zer Verbesserung zu begnügen; wenn sie au nicht Alles umfasse, was man hätte wünschen können, ertheilte man eine murrende Einwilligung. Die entschiedenste Opposition aber zeigte das Haus

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in Hinsicht der Vertretung des Fleckens Warwick, und zwar un- ter der Leitung des Lord John Russell und mit der Zustimmung der andern im Hause befindlichen Mitglieder der Regierung, ob- gleih die Bill, welche jenem Flecken das Vertretungsrecht neh- men sollte, auf den Antrag des Lord-Kanzlers vom Ober- hause verworfen worden war. Das Unterhaus hatte nach einem langen Zeugen - Verhdr die Wähler jenes Ortes so korrumpirt und so gänzlich unter dein Einflusse des Grafen von Warwick zu finden geglaubt, daß es durch eine große Mehrheit den Ort des Reprä!entations-Rechtes verlustig erklärte. Nun aber, nach- dem das Oberhaus von seiner Seite auch an 259 Zeugen ver- hôrt, entschied dasselbe, daz nicht Grund genug für eine so strenge Maßregel vorhanden sey, und verwarf die Bill, welche das Un- terhaus demselben zugesandt hatte. Vormals, wenn ich derglei- chen Konflikte ereizneten, pflegte das Unterhaus die Sache als abgetzan zu betrachten, und dena Sprecher zu beauftragen, dem fraglichen Ort die neue Wahl seiner Vertreter zu befehlen. Die- ses Mal aber meinte das Unterhaus, es müsse erst Zeit haben, durch das gedrucfte Zeugen: Verhdr den Grund zu erkennen, auf welchen gestügt, das Oberhaus die frühere Entscheidung umge- stoÿen, und es beschloß, daß die Reprájentation von Warwick bis zur nächsten Session offen bliebe, gleich wie die von den an- dern beschuldigten Ortschaften, Über die das Pariament noch zu keiner Entscheidung gekommen. Dieser Umstand wird indessen mit dazu beitragen, die Ueberzeugung von der Nothwendigkeit eines unabhängigen und unverdächtigen Tribunals, welchem für Fálle dieser Art die Untersuchung und Entscheidung Über die Thatsachen anheimfalle, so allgemein zu machen, daßin der nächsten Session beide Häuser sich besser Úber die Errichtung desselben verständigen werden, als dieses Mal geschehen. Auf das Ver- sprechen der Minister, nächste Session eine allgemeine Maßregel für die Legalisation der Chen unter Nonkonformisten , ohne die Dazwischenkunft der Staats-Kirche, vorzuschlagen, hat das Unter- haus eine Bill zu Gunsten katholischer Che - Verbindungen für diesmal fallen lassen. Der Graf Londonderry suchte vorgestern Abend die Minister in eine Erklärung über ihre auswärtige ‘Po- litif zu ziehen, fand aber dafür keinen Anklang im Hause, da selb der Herzog von Wellington die Zeit nicht für günstig hielt, indem die dFeniliche Meinung mehr auf die inneren als auf die auswärtigen ängelegenheiten des Landes gerichtet sey. Doch machte dieser dabei die gewichtige Bemerkung, daß die eingegan-

gene Allianz die Pyrenäische Halbinsel unter Französischen Ein- |

fluß stelle, was doch aller früheren Englischen Politik entgegen sey. Eine Maßregel des Oberhauses zum Vortheile der Ari- stofratie, nämlich die Einhegung von Gemeindefeldern, ijt vom Unterhause verworfen worden. Dagegen hat jenes ein neues allgemeines Gese in Bezug auf Landitraßen, das von dem Un- terhause angenommen worden war, fallen lassen, und so eine lange vielversprehende Arbeit der Gemeinen unnüß gemacht. Wohin aber sollen diese fortwährenden Reibungen am Ende führen ?

Niederlande.

Aus dem Haag, 10. Aug. Se. Maj. der König hat sih, nachdem die Truppen-Musterungen beendigt waren, direkt nach dem Loo begeben, wo Jhre- Königl. Hoheit die Prinzessin Albrecht von Preußen angekommen ist. torgen werden Se. Maj. in der hiesigen Residenz erwartet.

Belgien.

Brässel, 10. August. Am 7. d. M. sind der König und die Köaigin in Ostende angekommen; Jhre Majestäten wurden daselb mit einstimmigem Jubel empfangen.

Dey Jndependant sagt: „Fast alle Blätter haben von der Entiassung deé Kriegs- Ministers Baron Evain gesprochen. Wir vernehmen, daß er sein Portefeuille nicht niederlegen wird. Er hat bloß einen U-:laub von einem Monat erhalten, um sei- nen persönlichen Angelegenheiten sich zu widmen.“/

General Kenor (Knorr), der im Luxemburgischen befehligte, ist außer Thätigkeit geseßt worden. :

Herr de Potter ist heute wieder nah Brügge gereist, von wo er binnen einigen Tagen nah Paris zurückkehrt, wo er die legte Hand an ein großes Werk legen wird, das nächstens unter dem Titel: „„Philosophische, politische und kritische Geschichte des Christenthums seit den Zeiten der Apostel bis zum 19. Jahrhun- dert‘/ erscheinen wird.

O sten de, 9. August. Die Herzogin von Kent wird, wie es heißt, nächstens hier eintreffen und bis zur Abreise JJ. MWM. hier verweilen.

Danemar t

Kopenhagen, 9. August. Die Königl. Korvette „Nayaden““ wird, wie die Kjöbenhavns-P ost meldet, morgen nah Js- land absegeln , um in Reikiavik den Prinzen Friedrich Karl Christian an Bord zu nehmen und sodann nach Friedericia ab- ugehen.

6 Bis zuin Sten d. einshließlich waren in Gothenburg und Umgegend 384 Personen an der Cholera verstorben, die sich immer noch weiter ausbreitete.

Deutschland.

Hannover, 13. August. Durch die heute ausgegebene Numiner der Gesez-Sammiung wird das von Sr. Majeskät dem Könige unterm Z0jten v. N. erlassene „Geseß, die Aufid- sung des Scha6-Kollegiums und den künftigen Betrieb der von demselben wahrgenommenen Geschäfte betreffend‘ publizirt. Jn diesem wihtigen Geseze wird die ständische Mitwirkung bei dem Schuldenwesen und dem Staats - Finanz-Haushalte überhaupt festgestellt.

Jtalten

Modena, 30. Juli. Die hiesige Zeitung enthält den ihr aus Genua zugekommenen, von Franzdfischen und Englischen Blättern zwar bereits erwähnten, aber noch nirgends ausführlich mitgetheilten Protest Dom Miguels. Derselbe lautet fol- gendermaßen : „Jn Folge der Ereignisse, die mih gezwungen ha- ben, mich aus meinen ‘Portugiesischen Staaten zu entfernen und die Ausábung meiner Gewalt einem Provisorium zu über- lassen , erheischt es die Ehre meiner Person, das Interesse meiner getreuen Unterthanen, kurz jedes Gefühl von Ge- rechtigkeit und Anständigkeit, zu protestiren, wie ich auch hier- durch im Angesichte von ganz“ Europa protestire, mit Be- ug auf die obenerwähnten Ereignisse und gegen jedwede Neiterung. welche die gegenwärtig in Lissabon bestehende Regie- rung bereits unternommen hat, oder noch in Zukunft gegen die Grund - Geseke des Königreichs unternehmen möchte. Nach dem, was ih hier auseinandergeseßt, wird es Jedem leiht seyn, zu beurtheilen, daß meine Zustimmung zu Allem, was mir von

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der Uebermacht auferlegt der beiden gegenwärtig in Madrid und henden Regierungen, in Uebereinstimmung zweier

worden, welhe den Ge h. Don Carlos zu ermorden. Am 2. erschien ein jun- ch e nes E ain einem langen blauen Kittel, wie ihn das Volk zu großensSan Sebastian trägt, in Elisondo, und fragte, wo er Se. Maî. Mächte, anvertraut gewesen, lediglich provisorisch war unen Carlos finden und mit ihm eine persônliche Zusammenkunft feinen andern Zweck hatte, als meinen Unterthanen inl ben könne? Nach einer langen Unterredung mit der Junta, Portugal die Widerwärtigkeiten zu ersparen, vor denen sie de}! V er sich weigerte, seinen Namen und sein Vaterland zu gerechte Widerstand, den ih hätte leisten können, niht wür}! e ai, wurde er durhsucht, und man fand ein Paar Pistolen bewahrt haben, indem ih mi von einem unvorhergesehene [l B ein scharfes Jnstrument mit vier Schneiden, von einer neuen Angri überrascht sah, den ih von Seiten einer nicht bloß h, [rt, bei ihm.“ freundeten, sondern au verbündeten Macht niemals erar mad , l hâtte. Aus allen diesen Gründen hatte ih mir damals gleich / Ao 0 ; fest vorgenommen, sobald es in meiner Macht stehe, wie es Eh} Lissabon, 22. Juli. Jch kehre von einer kurzen und Pflicht von mir erheischen, allen Mächten Europa's di, [Reise zuráck, die ih in die Wein-Gegend am obern Douro und Ungerechtigkeit des gegen meine Rechte und meine Pech Porto gemacht habe, An beiden Orten fand ich viel Zu- son geschehenen Angrisses kund zu thun. Jh würyPriedenheit wegen des nun lebhaft wieder aufblühenden Wein- damals, wenn ich' mich in Freiheit befunden hätte, {on ebe N dels, und die Mehrheit der Stimmen zu Gunsten des Re- so erklärt und protestirt haben, wie ih jeßt erkläre und pro E gierungs - Dekrets ausgesprochen, welches die Aufhebung der be- tesire gegen die Capitulation vom 26. Mai, welche mir von d j nnten Wein - Compagnie verfügte. Uebrigens waren auf allen gegenwärtig in Lissabon bestehenden Regierung vorgelegt wo, | punkten, die mein Weg berührte, die neuen Regierungs: Behör- den, zu welchem Akte ih gezwungen worden bin, um grdßerén den bereits eingeseßt Und die neue Verwaltung in voller Thä- Unglück und dem Blutvergießen meiner getreuen Unterthan gkeit. Viel Beschäftigung gaben ihr die zahlreichen Räuber- vorzubeugen. Diese Capitulation muß demzufolge als yy E die sih auf vielen Punkten aus den aufgeldsten und keinem Werthe seyend angesehen werden. Genua, den 2st ; hne irgend eine Unterstükung in ihre Heimath entlassenen Juni 1834.‘/ Soldaten der Armee Dom Miguels gebildet hatten. „D den [Marken von Santarem und Leiria hatte man gegen dieje Ban- Spanten. ‘den mobile Truppen-Kolonnen bilden müssen. Dabei fanden an man- Madrid, 2. August. Folgendes is das (gestern erwähnt, E ven Punkten grausame Excesse des Pôbels gegen cinige als warme in der Hof-Zeitung enthaltene Königl. Dekret: „Jhre Mj YlAnhänger der gefallenen Regierung bekannte Personen statt. die Königin-Regentin wünscht einen neuen dffentlichen Bewel Au ist nicht zu verkennen, daß die gegen die Geistlichkeit er- von den religidsen Gesinnungen zu geben, welche sie beseelen, un) F zriffenen Maßregeln der Regierung, vorzüglich bei den niederen der National-Frômmigkeit, welche in den geheiligten Tempeln und j N blassen, manche Gemüther empört haben; und die Aufhebung der Person der Diener der Religion durch die Schandthaten bel; F der Zehnten , die dazu bestimmt war, in dieser Hinsicht als Ges digt wurde, die am Abend und in der Nacht des 17. Juli vet " gengewicht zu dienen, hat nur die kleineren Grundbesißzer, die úbt worden sind, und alle Spanier mit dem tiefsten Unwilty \ eigentlichen Bauern, für sich gewonnen, aber keinen Einfluß auf erfüllt haben, eine glänzende Genugthuung zu ertheilen ; sie hz F die zahlreichere, feinen Grundbesitz habende Klasse ausgeübt. daher die Feier eines Todtenamts durch die Municipalität v F Dennoch ist für jeßt jede einigermaßen ausgebreitete Bewegung Madrid in der Kirche zu San Francisco el Grande zu Ehtq F gegen die neue Regierung sehr unwahrscheinlich. Die Masse der auf eine so grausame Weise gefallenen Opfer befohlen.“ des niederen Portugiesischen Volks is wesentlich folgsam und Französische (ministerielle) Blätter melden Nachstehty “jeßt noch obenein von dem Bürgerkriege ermüdet. Den be- des von der Spanischen Gränze: „Die Bewachung de F simmtesten Einfluß auf dasselbe üben auf dem Lande und in Pyrenáen wird immer mehr und mehr geschärft. Die Bio, V den kleinen Städten die sogenannten Juizes da Fora (Gerichts- der Küsten hat begonnen und wenn Holländische Spekulanty H Amtmánner ), und diese Stellen hat die neue Regierung mit etwa dem Prätendenten Waffen und Pulver zuführen, so v F (auter ihr unbedingt ergebenen Personen zu besetzen sich beeilt,

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den Munition und Schiffe mit Beschlag belegt werden. Woh F weshalb auch vorher zu sehen ist, daß die Mehrzahl der Wahlen zu den wird Don Carlos Gewehre nehmen, um seine Guerillas zu h ¡Cortes im Jnneren des Landes ganz im Sinne des jeßtgen Ministe- wassnen und Lebensmittel, um sie zu ernähren? Das Einziz, riums ausfallen wird. Ueberhaupt hat sich der Sieg Dom Pedro's was ihm Hofssnung geben kdônnte, wäre der Aufstand einize F über seinen Bruder zu einem reinen Partei Sieg gestaltet. Von Provinzen, allein es rührt sich keine! Zählt er etwa auf d; F einer Annäherung an die besiegte Partei und von Verschmel- Desertion der Truppen? Drei Kämpfe haben bewiesen, daß st( F zungs- Versuchen entdeckt man feine Spur. Alles, was die ge- angreifen und feinen Verrath begehen. Nur zu San Sebastin I hillene Regierung gethan hat, wird, dem Grundsage nach, als hat, wenn wir einem Briefe aus Bechobia vom 2. AuzuF ungültig angesehen; und ein Haupt -Erforderniß, um dermalen Glauben schenken dürfen, ein durch die Mönche veranlaßter Vet u Stellen zu gelangen, besteht darin, seiner politischen Mei- such zu einem Ausstande, nicht zu Gunsten der Constitution d(| nungen wegen in ihren Gefängnissen, oder wenigstens von ihr Cortes, wie in Madrid, sondern fär Don Carlos, stattgefundu, Y verfolgt gewesen zu seyn. Dieser Reactions-Geist geht so weit, In Folge der getroffenen Maßregeln wurden mehrere Pers| daß ganz neuerlich, durch ein fôrmliches Negierungs-Dekret, die nen, die angeklagt sind, daß ste an dem &ariptärte Thel Wahl der Aebtissin in einem Nonnen-Klosier kassirt wurde, „weil gehabt, verhaftet und werden durh ein Kriegs - GFidie Gewählte den verdammten Prinzipien der vorigen Regierung riht verurtheilt. Es geht auch das Gerücht, daß daWanhinge.// Jch wiederhole es, die jeßige Regierung hat fúr den Gepäck - des Prätendenten zu Valcarlos genommen sey "| Augenblick nichts zu fürchten, aber bei dem Gange, den sie wählt, Jn einem Schreiben aus Bayonne vom 3. August lesen wit;Findem sie sich ganz mit einer Partei identificirt, wird unver- „„Don Carlos hält sich bestándig zu San Estevan auf, wird abi F meidlich noch lange in Portugal eine mächtige Opposition fort- bald nach Vera gehen; er wird von zwei Compagnieen unter dem bestehen, die der Regierung selbst sehr gesährlih werden Befehl von Otamendi und einem zahlreichen Gefolge, das grd} könnte, wenn eins England und Spanien diese Opposition tentheils aus Priestern besteht, begleite. Die Jnsurgenten|unter der Hand begünstigten, oder wesentliche Spaltun- desertiren, da sie weder Waffen noch Equipirung erhalten ungen in dem Schoße der herrschenden Partei eintráâten. überdies auch nicht sehen, daß die Truppen der Königin geneigt sind, etwas zu Gunsten des Don Carlos zu unternehmen, wozu wan ihnen Hossnung gemacht hatte. Ein zu Jrun angekomns ner Karlistischer Deserteur hat dem Gouverneur dieser Stil erklärt, daß mit ihm noch achtzehn die Reihen der Jnsurgentn verlassen haben. Funfzig Andere sind nach Urruña zu geflohy und Mehrere haben sich zu dem Brigadier Jaureguy nach Vill franca begeben. Zu San Sebastian kommen fortwähra Französische und Englische Schiffe an, um an der Küste Biscaya zu kreuzen, und die Französischen Behörden ergreisn ihrerseits die strengsten Maßregeln, um alle Verbindung mit d Insurgenten zu verhindern. Der General Harispe befindet s

Tneuen Regierung nicht streitig machen kann, ist ihre Sparjam- Îeit und ihr Bestreben, Ordnung in dem Chaos der Portugiesi- schen Finanzen herzustellen, welche scit Pombals Tod mitten un- Îter den Goldzuflúüssen aus Brasilien unter allen auf einander folgenden Regierungen sich immer mehr und mehr verwirrten und fin der leßten Zeit von manchen Personen als unheilbar betrachtet wurden. Der Finanz-Minister Silva Carvalho greift hier bis- Imweilen mit rúcksichtsloser, aber immer mit fester und meisicns Mit richtiger Hand ein. Die sofortige Einlösung und Amorti- Msirung des Papier-Geldes (Apolices), welches bisher ein gescß;li- Tches Circulations- Mittel war und bei allen Zahlungen über

immer an der Gränze, um Don Carlos zu empfangen, im Fil} 2400 Reis (ungefähr 3 Rthlr. 15 Sgr. Preuß.) zur Hälfte an- genommen werden mußte, ist eine Maßregel, die dem Geld-Ver-

er, wie man vermuthet, auf Französisches Gebiet flüchtet.“ / 6 6 j e j 6 ehr in Portugal die größten Vortheile verspricht. Glücke es dem

Folgendes ist ein von denselben Blättern mite kehr l N R theiltes Schreiben in Spanischer Sprache aus Bayon ne v1} Minister Carvalho daneben, das jährlihhe Defizit in den inanzen, welches seit 30 Jahren stehend war, zu be-

áten August: „Durch offizielle Mittheilung, welche das Spa} he Konsulat und zugleich, jedoh auf verschiedenem Wege, Df Joaquim Maria de Ferrer, Prokurador für Guipuscoa, ut der Offizier des Generalstabes, Don Miguel de Araoz, von di Armee des General Rodil erhalten haben, erfährt man die vil) ge Zerstreuung des Haupt- Corps der Jnsurgenten in Navar Außerdem meldet der Gouverneur von San Sebastian nd Folgendes: ,,,„„Jn diesem Augenblick, um 9 Uhr Abends,

ortugal ihm bleibende Verpflichtungen haben. Jn dem mpfe der Regierung gegen den Römischen Stuhl scheint eine ause eingetreten zu seyn, indem neuerdings in geistlichen Ma- erien keine andere neue Maßregel, als die Aufhebung der soge- nannten „Kommission fürs heilige Land‘, freilich in Ausdrücken pfing ich von dem Brigadier und kommandirenden General dit} tatt hatte, die zu Rom höchst mißfallen müssen. Ein guter Theil ser Provinz, Don Gaspar de Jaureguy, eine Botschaft in {\} Wer Erz- oder Bisthümer wird übrigens jeßt nur durch Kommis- genden Worten: Das Haupt - Corps der Jnsurgenten in N} ar: Vikare versehen ein Zustand, der -doh bald zu irgend ei- varra is gestern, am 1sten August, bei Jturgoyen (Jturgoy!!} Fer Auflösung führen muß. Eine der ersten Maßregeln der zu- liegt auf dem Südabhange der Kette von Andia, an der Grän ammentretenden Cortes wird die Regulirung des Einkommens der Oliven- Region, 5 Stunden westlich von Puente la Reit! Fe Pfarrer seyn mússen, welche durch die unbeschränkte Aufde- und 4 Stunden nordöstlih von Estella) geschlagen und di „PUng der Zehnten den größten Theil ihrer bieherigen Einnahme Truppen der Königin verfolgen sie nach allen Richtungen. verloren, und denen die jest herrschende Partei eine Vermehrung San Sebastian, den 2. August 1834. statt einer Verminderung ihres Gehaltes förmlich versprochen hat. José de Aburruza./ ; Ein von Zumalacarreguy unterzeichnetes und |F Ala n.9, Bayonne umlaufendes Bulletin meldet, daß Rodil 7000 Maf * E ' As und 200 Pferde, Zumalacarreguy dagegen 4000 Alavische B Berlin, 16. August. Dem heutigen Militair-Wo- cayer und 2000 Guipuscoaner auf dem Kampfplate harten; ds enblatte zufolge, haben Se. Majestät der König dem Prin- Leßterer den Feind angegrissen und ihm mehr als 200 Man zen Wilhelm Adalbert Königl. Hoheit die Erlaubniß zur Anle- getddtet und etwa 600 Mann verwundet habe, ohne selbst einung des ihm von des Kaisers von Rußland Majefät verliehe- größeren Verlust als 4 bis 5 Mann erlitten zu haben, da seine gien St. Andreas-Ordens ertheilt. j Stellung während des Gefechts sehr günstig gewesen sey. Cu In der Königsberger Zeitung vom 13ten liest mati Verwundeten belaufen sich auf 22." olgendes: „Seit den leßten drei Tagen hat unsere Stadt sich des Die Sentinelle des Pyrenées vom 5. August ens chônen imposanten Anblicks erfreut, die auswártigen Jnfanterie- hält Folgendes: „Die Polizei hat so eben 2000 Exemplare eint} Dataillone der Linie und Landwehr des ersten Armee - Corps, Spanischen Flugschrift zu Gunsten des Don Karlos, die üb} velche sih zur Revue vor Sr. Majestät dem Könige hier ver- die Gränze geschickt werden solltc, weggenommen. Briefe aut neln, theils in die Stadt einrücken, theils nach dem in der Villafranca vom 23., wo El. Pastor sich jest aufhält, melde ähe derselben befindlichen Zeltlager durchmatschiren zu sehen. daß schon viele Karlisten, wegen Mangel an Lebensmitteln, sd [Fm 10ten trafen acht auswärtige Landwehr-Baraillone aus ihren ergeben haben und daß eine starke Kanonade gehdrt worden verschiedenen in der Provinz belegenen Bezirken gleichzeitig vor Don Carlos befindet sich zu Vera, wohin er Zumakacarreguy beorde! n Friedländer- und dem Brandenburger Thore hier)elbst ein, hat, um sich mit ihm zu vereinigen. Nachrichten von der Grä a hen sich das am 7. August zusammengetretene hiesige Land- vom 1. August melden, daß die Junta von Elisondo am 25. JW Pvehr-Bataillon anschloß. Nach der Anordnung des kommandirenden die vertrauliche Nachricht erhielt, daß in Kurzem eine erson: rn. Generals, welcher denAnkommenden nebst allen hier anwesenden

ankommen würde, welche von Unbekannten für 20,000 Fr. 9 FBeneralen und Stabs-Offizieren entgegengeritten war, vereinigten

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Ein Verdienst, das inzwischen der unbefangene Beobachter der |

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| dorfer Walde,

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Meitigen, und, wie er es anfündigt, künftig ein Gleichgewicht | ishen der Staats-Ausgabe und Einnahme herzustellen, so muß |

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sich diese Bataillone auf dem Haberberge und marschirten demnächst in der Vordern Vorstadt bei Sr. Excellenz in Parade vorbei, worauf sle sodann die Stadt passirten, um sich auf dem großen Exerzier-Plaße in der Nähe des Dorfes Lauth mit drei andern Landwehr - Bataillonen zu vereinigen, welche, von Insterburg, Tilsit und Gumbinnen kommend, dort eingetroffen waren, ohne die Stadt zu berühren. Alle diese 12 Landwehr-Bataillone rück- ten sodann nach den deshalb bestehenden Vorschriften mit flin- gendem Spiel in das bereits fertig stehende Zeltlager - ein, wel- ches, mit dem Rücken an die waldbewachsenen Ufer des Lauth- schen See's gelehnt, durch scine Regelmäßtgkeit und sonsiige man- niafaitige Ausstattuna einen eben so freundlichen als großartigen Anblick gewährt. WVorzuasweise ersreulich war jedoch der An- blick aller dieser kräftigen Krieger-Gestalten, die, obgleich erft seit wenigen Tagen wieder unter die Wassen getreten, dennoch in der {önsten Haltung und Ordnung und auf das Vollständigste aus- gerüstet, sich unsern Blicken darsteliten. Obgleich manche dieser Bataillone beträchtliche Märsche zurückgelegt hatten, so waren doch fast gar keine Kranke oder Ermúdete zurückgeblieben, und wahrhaft erhebend war es, in den Zügen dieser waceern Krieger unverkennbar die Freude darüber wahrzunehmen, sich nunmehr recht bald des lang ersehnten Vorzugs erfreuen zu können, ihren innig geliebten König und Herrn zu sehen, und sich in der Uebung der Waffen vor Jhm zu zeigen. Am gestrigen Tage rúcfte in gleicher Art das 5te Jnfanterie-Regiment, von Danzig kommend, hier ein, um fúr eine Nacht sein Quartier in der Stadt zu nehmen. Dasselbe rúckte, mit dem Hier garnisoniren- den Zten Jnfanterie-Regiment vereinigt, heute früh um 9 Uhr gleichfalls in das bereits erwähnte Zeltlager; dagegen traf um 12 Uhr Mittags das 4te Jnfanterie: Regiment, ebenfaüs von Danzig kommend, im hiesigen Orte ein, Beide auswärtige Reaimnenter wurden eben so wie die Landwehr von dem komman- direnden Herrn General empfangen, der solche in Parade vor sich vorbeimarschiren ließ, und es war nicht minder erfreulich, bei diesen Truppentheilen den trefflichen Geist, so wie die schône Hastung und Ordnung wahrzunehmen, worin selbige mit den Truppentheilen der hiesigen Garnison wetteifern. Auch das hie- sige Garde-Landwehr-Bataillon ist seit einigen Tagen zusammen- getreten und gewährt, wie immer, ein {nes .Bild ausgezeich- neter kriegerischer Tüchtigkeit.“ .

Im verflossenen Monat haben sich im Verwaltungs-Be- zirke der Königl, Regiexung zu Königsberg mehrere Waldbrände ereignet, und is durch jelbige bedeutender Schaden angerichtet worden, da die anhaltend trockene und heiße Witterung, so wie die Dúrre des Bodens und des Holzes die schnelle Verbreitung des Feuers B begünstigt hat. So ist im Acné-

Freises Heilsberg, ein Waldbrand entstanden, der sich úber 2 Hufen ausbreitete; im Vorwerkslande der Stadt Wartenburg ein anderer, ebenfalls in einem Umfange von 2 bis 3 Hufen; im Stadtwalde Mehlsak ein dritter, wodurch 20 Mor- gen Culmisch beschädigt wurden. Jm sogenannten Lindwald, zum Gute Sonnenberg gehörig, Kreises Braunsberg, hat ein Wald- brand úber 100 Morgen beschädigt, und in dem Walde zu Fuchs- berg, Ottenhagen, groß und klein Lindenau, Kreises Königsberg, haben ähnliche Brände stattgefunden. Auch in der Königlich Druskischen-, Alt: und Neu-Sternbergischen-, Püppelschen- und Gauledenschen Forst, so wie in der, dem Könial. großen Hospi- tal zu Königsberg gehörigen Klein-Nuhrschen Forst, haben si dergleichen Brände ereignet, und es sind auf bedeutenden Flächen die Holzbestände theils zerstört, theils beschädigt worden. Den angestrengtesten Arbeiten der benachbarten Ortschaften ist es un- ter der Leitung der Forst-Beamten gelungen, diese Brände zum Stehen zu bringen; die Grdze des Schadens läßt sich zur Zeit noch nicht übersehen. Aehnliches meldet inan aus Gumbinnen. Sn den meisten Königl. Forsten dieses Regier.-Bez., in mehreren Privat-Wäldern und Torfmooren siuo Drände ausgebrochen, die zum Theil die eingeschlagenen Klasterho!z- Bestände verzehrt ha- ben. Bis jet is zwar weder ihre Entstehungsart ermittelt, noch der Umfáng des Schadens festgestellt, da das Feuer überall erst in der leßten Hälfte des verfiossenen Monats ausgebrochen ist. In Betreff der Entstehungsart läßt sich mit Gewißheit anneh- men, daß viele Bránde durch Fahrlässigkeit, mehrere jedoch vor- säßlich entstanden sind. Jn der Johannisburger Forst ist der Brand von einem sehr großen Umfange und bis jeßt (2. August) noch nicht ganz gedämpft. Obschon die zweckmäßigsten Maßre- geln getroffen worden, um dem Feuer Schranken zu seßen, so sind doch die Mittel nicht überall zureichend, zumal es für den mit der Aerndte beschäftigten Landmann schr lästig ist, an den beschwerlichen Arbeiten in den brennenden Forsten Theil zu nch- men, Das Moos, das Gras, das herabgesallene Retsig und die auf dem Boden liegenden Blätter und Nadeln, durch die Dúrre

zu einer leicht entzündbaren Masse getrocknet, geben dem Feuer j

stets neue Nahrung, so daß es sich rasch und nach allen Seitcn leicht verbreitet.

Aus Marienwerder wird als eine bemerkenswerthe Erscheinung berichtet, daß sich in den leßten Tagen des vori- gen Monats in einigen Theilen dieses Regierungs-Bezirks und namentlich) im Conizer, Schlochauer und Deutsch-Kroner Kreise, Heuschrecken in großer Menge eingefunden und da, wo sie ein- gefallen, die Felder ganz verheert haben. Nicht minder auffal- lend is die große Zahl von Wölfen, welche seit dem vergange- nen Jahre dort erschienen ist. Es wird ihnen eifrig und mit Glück nachgestellt, so daß in den leßten Monaten im Ganzen 4 alte Wölfe, 5 alte Wölfinnen und 51 junge Wölfe getödtet wor- den sind. Die dafür verfassungsmäßig bewilligten Geld - Prä- mien haben im Ganzen 294 Rthlv. betragen.

Im Hafen zu Memel find vom 22, Juni bis 21. Juli 77 Schiffe eingegangen, worunter 66 mit Ballast. Ausgegangen sind 103 Schiffe, wovon 96 Schifsse tnit Holz beladen waren. Jn Pillau sind vom 26. Juni bis 25. Juli 39 Schiffe ein- und 42 Schiffe von dorr ausgelaufen. Von Brauns- berg sind seewärts ausgegangen: 2395 Stein Wolle.

Aus einer Uebersicht der Verwaltungs-Resultate der Ar- beits- Anstalt zu Brauweiler pro 1833 entnehmen wir Folgen- dez: Am 1. Januar v. J. befanden sich in der Anstalt 578 Personen; während des Jahres 1833 kamen hinzu 377, so daß im Laufe des vorigen Jahres Überhaupt 655 Jndividuen in der Un stalt waren, wovon 695 männlichen und 260 weiblichen Ge- szlehts. Unter den aufgenommenen 377 Individuen befanden si) 178, theils Rückfällige, theils zurückzebrachte Entwichene. Entlassen wurden in dem gedachten Jahre überhaupt 195 ‘Per- sonen, es entwichen 48 und es starben 44; hiernach verblieben am 31. December 1833 in der Anstait noch 668 Personen (499 Männer und 178 Weiber). Von 142 Rückfälligen kamen 70 zum zweitenmale, 28 zum drittenmale, 20 zum viertenmale, 14 zum fünftenmale, 7 zum sechstentinale und 3 zum sicbentenmale in die Anstalt. Nach dem Alters - Verhältnisse befanden sich in der Anstalt 305 Jndividuen unter 16 Jahren und 650 von 16 Jahren und darüber. Von den im Laufe des Jahres 1833 entlassenen 195 Jndividuen wurden 5 als Handwerker und 7

als Dienstboten untergebracht, 60 zu einem ausgemittelten siche: ren Unterkommen entlassen, und 123 als zur Selbsternährung befähigt und zur eigenen Ausmittelung eines anderweiten Unter- kommens der betreffenden Gemeinde zurückgegeben. Der Ar- beits- Verdienst der Detinirten betrug 6390 Rthlr. für's Haus und 5667 Rthlr. für Auswärtige. Die Gesammt-Einnahme der Anstalt belief sich auf 41,466 Rthlr. 24 Sgr. 9 Pf., worunter 24,333 Rthlr. 10 Sgr. an Beiträgen von den Gemeinden; die Gesammt-Ausgabe 42,431 Rthlr. 24 Sar. 3 Pf., woraus sich eine Mehr - Ausgabe von 964 Rthlr. 29 Sgr. 6 Pf. ergiebt. Der Reserve-Fonds der Anstalt betrug am Schlusse des Jahres 1833 50,372 Rthlr. 20 Sgr. 10 Pf., Ende 1832 aber (nach Nr. 218 d. St.-Ztg. von 1833) 52,092 Rthlr, 12 Sgr. 1 Pf., hat sich also um 1719 Rthlr. 21 Sgr. 3 Pf. vermindert.

Auf Ansuchen der Kaiserl. Russischen Gesandtschaft am hiesigen Hofe wird die nachstehende Bekanntmachung hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht :

BDetanntmahUng.

1834, den 9. Juni. Die Grodnosche Gouvernements - Li- quidations-Kommission, nah dem Erlaß ihrer früheren Publica- tion von verschiedenen hier unten namentlih angeführten Perso- nen in Kenntniß geseßt, die an dem Aufcuhr in Polen thätigen Antheil genommen haben, und deren bewegliches und unbeweg- liches Vermögen definitiv confiëscirt worden ist, macht, kraft des $. 13 der am 28. Juni 1832 zur Liquidirung der Schulden der Aufrührer Allerhdchst bestätigten Regeln, Folgendes hiermit df fentlich bekannt:

1) Daß die Kreditoren der unten benannten Personen und

ehemaligen Gutsbesißer, ohne den Termin zur Befriedigung ih-

rer resp. Forderungen abzuwarten , sofort ihre Ansprüche dieser Kommission einzureichen haben, und zwar diejenigen, welche in Rußland und dem Königreich Polen wohnen, innerhalb 6 Mo- naten, diejenigen aber, welche sich im Auslande befinden, \päte- stens binnen 12 Monaten, gerehnet von dem Tage des Erschei-

nens der ersten gedruckten Publication in einer der öffentlichen

Zeitungen beider Hauptstädte, in einer der Warschauer Zeitun- gen, oder dem Litthauischen Courier, wobei noch bemerkc wird, daß nur diejenigen unbestrittenen und nicht durch Pfandrecht ge- sicherten Schuld - Dokumente in die allgemeine Schuldenmasse, als zur Befriedigung geeignet, aufgenommen werden können, welche bis zum Anfange des Aufruhrs in Rußland ausgefertigt worden sind; diejenigen aber, welche im Königreich Polen oder im Auslande kontrahirt wurden, werden gänzlih abgewiesen werden.

2) Haben sowohl Privat- Personen , als Kirchen, Klöster, Lehr- und Wohlthätigkeits - Anstalten, so wie die Collegia allge- meiner Fürsorge, ihre Anforderungen an gedachtes confiscirtes Vermögen innerhalb 6 Monaten anzumelden.

3) Die Schuldner der unten genannten Personen, deren Zahlungs - Verbindlichkeit bereits eingetreten ist, haben sofort die schuldige S zu leisten; die übrigen aber binnen dem fest- geseßten Termin von 6 Monaten ihre Schuldverpflihtung dieser Kommission anzuzeigen.

4) Alle diejenigen, welche von gedachten Personen bewegli- ches Vermögen, Kapitalien, oder was immer für Dokumente, oder sons denselben zugehdrige Kredit: Billets und Obligationen in Händen haben , sollen solche sämmtlich in dem Zeitraum von 6 Monaten ebenfalls dieser Kommission einreicen, Und dersel- ben zugleih von allen auf solchen Gütern zu Gunsten der frü- heren Eigenthümer haftenden Gerechtsame Anzeige machen.

5) Die Gouvernements - Confiscations- Kommissionen, die Kameralhdfe und übrigen Behörden und Obrigkeiten haben irc gleichem Zeitraum von 6 Monaten dieser Kommission zu berich ten von allen ihnen bekannt gewordenen Schulden der früheren Besitzer solcher consiszirter Güter, von denen von ihnen erwirk- ten Zahlungen und noch zu erhebenden Geidern, so wie von de- ren Forderungen an verschiedene Privatpersonen und Behörden, deren beweglichem und unbeweglichem Vermögen, ihnen zugehsd- rigen Kredit - Billets und Obligationen, und von ihren etwani- gen Nutungsrechten auf Kron- oder Privat-Güter.

6) Die Gerichts: Behörden sollen ungesäumt von allen bei ihnen wegen Schuldforderungen an die gedghten Perjonen an- hängigen Prozessen Anzeige machen, so wie von den angemel- deten Forderungen derselben an Privaipersonen oder Behörden, mit Bemerkung des wahrscheinlichen Belaufs und der Doku- mente, auf welchen sie beruhen.

7) Diejenigen, welhe den obengenannten Verpflichtungen nicht nachkommen, seßen sich allen den Folgen Und der Verant- wortung aus, welche durch die allgemeinen Geseße des Reichs für die zum Publications- Termin unrerlassene Anmeldung der Schuldforderungen an zahlungsunfähige, nicht zum Handels- stande gehdrige Personen, so wie gleichmäßig für Verheinli- chung denselben zustehender Geld - Zahlungen, Vermögen, Kavi talien und Dokumente festgeseßt sind.

Namens-Register derjenigen Personen, deren Ver- möôgen, als in die erste und zweite Kategorie der Aufrührer gehörig, allendlih confiszirt wor- den ist.

Fn dem GrodnoschenGou- Bohdanowicz, Michael.

vernement. Buchowiecki, Boleslaus; dessen

Adamowicz, Theodorus. Vater Alexander Buchowiecki

Adamowicz, Joseph. besizt im Brzeseschen Kreise

Ambhrozewicz, Foseph das Gut Hryszezyce von 161

Aresztowicz, Alexander. männl. Seelen und 3 freicn

Antonowicz/, Nikolai. | Menschen.

Ambrok, Alexander, besißt in dem Bulhak, Alexander; cine Güter Slonimschen Kreise das Gut Siergieiewicze im Slouimschen Niekrasowszezyzna mit 3 männ- Kreise vot #0 männl. Seelen lichen Seelen, wovon seine befinden sich in den Händen Mutter die lebenslängliche von Andreas Bulhaf und Nußznießung hat. Dobrzymol von 245 männl.

Abramorwic4, Feltcian. Seelen und das Städtchen

Das Karthäuser- Kloster zu Be- Molezad in den Händen des reza besaß îm Pruzanschen Metropoliten Bulhak.

Kreise das Städtchen Bereza Bonucki, Joseph, Geistlicher. voir 710 männlichen Seelen, Bolondowicz, Edelmann. und im Slonimscheu Kreise Brzozowsii, Andreas. Busia¿z und Rynkowicze von Brochocki, Wladiëlaus.

625 männlichen Seelen. Bobiansfi, Michael.

Boreys3za, Napoleon; dessen Va- Bylin€ki, Foseph. ter besißt im Pruzanschen Kreise Bobrowickt, Bafilius. das Gut Lasfkowicze, welches WBoruta, Johann. gegenwärtig an Spinck ver2 Boylo, Joseph. pfändet ist. Bonikowski, Paul.

Boreysza, Bruder des vorerwähn- Werbusz, Rechnungsführer hei ten Napoleon dem Gutsbestßer Puslowsft. Bohuszewsfi, Edelmann. Wolsfki, Jagnaz, besißt in dem Bobilewicz, Nikolai. Nowoogrodschen Kreise in der Bobinski, Matthias. Gegettd von Rusilowka 82 Bahrycewicz, Franz. Morgen Land, welches sein

Bufaty, Eugenius. Vater verwaltet.

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