1834 / 260 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

die meistens nach den hdheren Notirungen von Paris und Antwer- i ftch richten, haben die 5proc, den Cours von 382 pCt und dic 3proc. den von 27 pCt. erreicht, do gingen sie vorgestern wieder petadr um 1 pCt. zurú>; Cortes-Obligationen besserten sich eben- T6Us, aber behaupteten den hdheren Stand; besonders gestern wur- den davon bedeutende Einkäufe gemacht, was den Preis bis 41 pCt. hinauf trieb FUr Holländische Staats- Papiere hat während der ganzen Woche ziemlich lebhafte Frage angehalten, wodur< 221proc. Schulò um 1 pEt. und 5proc. um 2 pCt. hdher zu stehen kamen; auch Russische ODoligationen waren fürzlih etwas mehr begehrt, vermuthlich um die mit dem 1sen d. zur Abldsung gekommenen Obligationen zu erseßen; Brasilianische Effekten wurden gestern sehr gesucht und gingen 2 pCt. höher. Der Geld - Cou"s bleibt unvcr änderll< nuf 22 à 2 pCt Diskonto 2 pCt. Der Handel in Welzer, war am gestrigen Getraide-Markte von wenig Umfang , in- dem die Verdrauchcr stî h Rachlassen der wegen gerinzer Zufuhr hochgehaltenen Preise zu er warten scheinen. Vou Roggen sind einige Partieen abgenominen ; sciz due Preußische Sorten sind zu den leßten Coursen nicht zu i: a- ben. Die beïannt gewordenen Preise waren: für 126pfünd. Poln weißbunten Weizen 220 Fl.; für 127. 128pfünd. bunten 190.195 Fl ; fär Stb nd alten rothen Königsberger 175 Fl. ; für 130pfünd. schè nen Rhein-Weizen 190 Fl. für 122pfünd. Poramerschen Roggen 140 Sl. ; für 104pfünd. Frieftsche Wintergerste 104 Fl ; für 76. 78pftind. GUtterhafer 66.67 Fl.; für 91. 92pfünd. feinen Hafer 97.98 Fl.

__ Rotterdam, 8. Sept. (Schw. Merk.) Es hatte sich hier, wie an der Amsterdamer Börse, kürzlih das Gerücht ver- breitet, es würde bei der bevorstehenden Versammlung der Ge- neralstaaten nur die Verwilligung derjenigen Geld-Summen ver- langt werden, welche zur Bestreitung der jährlichen Zinsen des, nach Inhalt des bekannten Vertrags:-Entwurfs, auf Holland fal- londen Theils der gemeinschaftlihen Staatsschuld erforderlich sind, die dabei betheiligten Staatsgläubiger aber mit dem Bel- gien zuerkannten Antheil von 8,409,000 Fl. an dessen Regierung verwiesen toevden, Personen, die im Haag gute Verbindungen haben, versichern jedoch, daz tin sol<her Antrag nicmals gestellt, vielmehr auf Bewillign,ag der zur Bestreitung sämmilicher Ztus- Dae, benöôthigten Summen ernstlich werde bestanden werden. Die Ucberweisung vrines Theiles dieser Beträge an Belgien nám- lich würde eins förmliche Anerkennung dieses Staates: in sich schließen, sohiy, mit der seither von dem Könige befolgten Politik in offenbaren Widerspruch stehen; eine solhe Jnconsequenz von Selten \nseres Monarchen wäre aber undenkbar.

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 12. Sept. Die amtliche Zeitung theilt zwei an den König gerichtete Schreiben des Sanitáts-Kollegi- ums und des Kommerz- Kollegiums mit, welche beide um Aufhe- bung der noch üm Lande statifindenden Sperren und Quaran- tainen für Reisende und Güter nachsuchen.

Es créranften hier an der Cholera vom 9, zum 10. Sep- tember 443, vom 10. zum 11. September 449 und vom 11. zuin 12. September 454. Jm Ganzen beträgt bisher die Zahl der in der Hauptstadt Erkrankten 4530, von denen $47 genesen und 1906 gestorben sind.

Der wegen seiner Verbindungen mit dem Prinzen Gustav von Wasa im vorigen Jahre aus dem Reiche verwiesene Major von Düben hat bei dem Könige die Erlaubniß nachgesucht, nach Schweden zurückkehren zu düifen und Se. Majestät haben die Gnade gehabt, ihm diese auf ein Jahr zu bewilligen, nah welcher Deit & von neuem einkommen soll, insofern er auch . ferner hiex bleiben will.

Danemart

Kopenhagen, 11. Sept. Nach den leßten Nachrichten aus Jsland herrscht dort eine Krankheit, die, obwohl sic weder die Cholera ist, noch dieser ähnlich sicht, sich schr weir verdre1- tet hat und viele Menschen hinraft. Einzelne Höfe sollen beinahe ganz ausgestorben seyn, und es fehlt an Menschen, das Vieh zu besorgen , so daß sogar die Kühe ungemolken bleiben. Der Prinz Friedrich Karl Christian hat sih deshalb veranlaßt gese- hen, jeine weitcre Reise nach dem östlichen Theile der Jnsel auf- zugeben. Die Rüekceise desselben, und zwar nach Friedericia, wird jet bald erfolgen, wo er zum Chef des Fühuischen Jnfan- terie: Regiments ernannt ist.

Jn der Kjöbenhavnspost wird der Wunsch ausgesp"o- chen, daß unsere Asiatische Compagnie aufgelöst werden möge, die, wie ausführlich gezeigt wird, Privilegien habe, deren Bei- behaltung, ohne den Privilegirten von Nutzen zu seyn, dem übri- gen Theile der Staais-Geselischafe zum Schaden gereiche.

Polen.

Warschau, 14. Sept. Am Alexander-Newski-Tage, dem Tage der Enthüllung der Alexander - Säule in St. Petersburg und dem Namenstage Sr. Kaiserl. Hoheit des Großfürsten Thronfolgers, fand ein feierlicher Gottesdienst in der Metropoli- tan - Kirche des heiligen Johanaes in Gegenwart des General- Adjutanten, General - Lieutenants Rüdiger, aller jeßt in der Hauptstadt befindlichen Mitglieder des Administrations: Rathes, vieler Generale, der Beamten aller Behörden, vieler Bürger und Einwohner Warschau's statt. Der Bischof von Plozk las die Messe. Später wurde von dem General Rüdiger cine große militairishe Parade abgehalten. Jn dem großen Theater war T freies Schauspiel. Die Stadt war auf das glänzendste erleuchtet.

Deut <land

Dresden, 15. Sept. Se. K. H. der Großherzog von Sachsen-Weimar ist gestern Vormittag, unter dem Namen eines Grafen von Allstädt, von hier nah Weimar abgereist; auch hat aeftern Mittag J. K. H. die Prinzessin Augusta, un- ter dem Namen einer Gräfin von Plauen, eine Reise von hier nach ‘Prag angetreten.

Desterreiod.

Wien, 10. Sept. (Schles. Zeitung.) Die in der Ge- schichte Öesterreihs und Deutschlands rühmlichst bekannte Stadr ¡„„Wienerisch-Neustadt“ ist vorgestern (wie bereits erwähnt) durch eine zwölsstündige Feuersbrunst eingeäschert worden. Von mehr als 690 Gebäuden, worunter drei Kirchen, stehen nur noch we- nige Häuser und über 9000 Personen haben ihr Obdach, zum Theil auch ihre ganze Habe verloren. Ohne Zweifel haben auch mehrere Menschen ihren Tod in den Flammen gefunden, da diese bei ei- nem heftigen Winde mit der erstaunlicbsten Schnelle sich verbrei- teten und durch das so entstandene Feuermeer die Hitze der At- mosphäre in einem ziemlichen Umkreis der Stadt auf einen jo außerordentlihen Grad gesteigert wurde, daß jeder Versuch von Hülfe und Rettung unmöglich war. Die Zahl dieser Opfer kann natürlich noch nichr genau angegeben werden, doch dürfte sie, nach jener der bis jest Vermißten zu schließen, über cin halbes Hun- dert betragen. Der Schaden an Gebäuden und Waaren muß sich

chr sich nur das Hôchsinôthige anschaften und ein |

1056

dels-Depot für Wien bildete und große Vorräthe, insbesondere auch|an Holz, dann auch verschiedene Fabriken, Zucker - Raffinerieen 2c., enthielt, die mit ihrem ganzen Jnhalt vom Feuer verzehrt wur- den. Aus dem Rathhause und anderen öffentlichen Gebäuden konnte ebenfalls nichts gerettet werde? und injofern ist der Scha- den unerseglih. Der größte Theil der Häuser ist zum Glück in verschiedenen Assekuranz-Gesellschaften versichert. Ueber den Anlaß dieses Brandes erfährt man noch nichts mit Sicherheit, obgleich allgemein behauptet wird, daß das Feuer auf verschiede- nen Seiten angelegt gewesen sey. Durch diese neue Feuersbrunst | wird der in diesem Jaßre wie in anderen so auch in unseren | Staaten schon unerhöôrt angewachsene Brandschaden so bedeutend | erhöht, daß das Jahr 1334 in der Geschichte der Brand - Ver- sicherungs-Gesellschaftren gewiß Epoche machen 1oird.

Wie man erfährt, wird das Lager bei Brünn demnächst

| aufgelöst werden, da die anhaltende # e und Trockenheit Waß-

| sermangel und , Krankheiten verursa haben soll. Der Aller- | hóchste Hof dürsce sonach bald wiedeWhierher zurü>fehren.

| Einem in der Wiener Zeitung enthaltenen Bericht Über den Brand in Wiener Neustadr zufolge, sind fünf Sechstheile aller | Einwohner derselben, die fh auf 10,00 belaufen, um ihre Habe gekommen. 30 Leichen wurden bis zum 10. Sept. unter dem Schutt hervorgezogen.

Briefen aus Ankona vom 1sen d. zufolge, sind die aus Griechenland zurükfchrenden Staatsräihe v, Maurer und v. Abel daselbsk angekommen.

Aus Konstantinopel melden Handelsbricfe, daß die Pest dort ein wenig nachzulassen angefangen habe.

Swe

Auszug der Anrede des Amts-Bürgermeisters Hirzel bei dem Schlusse der Tagsa6ung.

Als Gewinn dieser Tagsaßung darf ih wohl vor allem heraus- heben die ins Leben getretene Oeffentlichkeit. Die Nachtheile , wel- che ein Theil der Stände von ihr besorgte, haben sich nicht gezeigt ; wohl aver hat der große BVorthe'l sich bewährt. daß die Tagsaßung durch die Oeffentlichkeit ein Mittel mehr gewonnen, um dexr Wahr- heit, der getreuen Einficht in die eidgenössischen Verhältnisse den Weg zu ihre: Mitbürgern zu bahnek. Jch nenne ferner den Ent- wourf eines verbesserten Tagsaßungs-RNegicments, durch welches die Bchandlung der Geschäfte vor der Tagjaßung sich in Zukunft we- sentlich erleichtert finden wird. Hieher gchört ferner der Abschluß eines Könkordats für die Heimathlosen, wo vermittelst der Aufstel- lung cines besondern eidgendssischen Commissairs den gerechten Atn- sprüchen derselben nach einer Heimath endlich von den Kantonen Rech- nung getragen werden sol. Fm Futeresse dieser bedauerlichen Klasse, so wie der Etdgenossenschaft überhaupt, is sehr zu wünschen, daß noch mehrere Stände diesem wohlthätigen Konkordat sich anschlie- ßen möchten. Fch nenne ferner den Abschluß eines Konkordats über die Niederlassung, um dem Bürger die Gewerbs - Ausübung zu sï- chern, und vorzubeugen, daß er nicht stärker mit Steuern und Ab- gaben belästigt werde, als der Ansasse des eigenen Kantons. Fch erwähne ferner des Konkordats über dic Arrest-Änlegung, welches die hierüber in der Eidgenossenschaft läng bestehenden Grundsäße den auf der Trennung der Gewalten beruhenden iezigen Einrichtungen in den meisten Kantonen anzupassen sucht Es gehört hierher das Konkordat úber die Weg- und Brücken - Gelder, durch welches in diesen verworrenen Zweig der Verwaltung dadur< Ordnung ge- bracht werden soll, daß die Gebühr nur nah dem Gespann und innerhalb eines bestimmten Maximum erhoden werden soll. End- lich erfreuen wir uns des Abschlusses eines Konftordats für die Ein=- führung eines gleihförmigen 9Xaß- und Gewroichts- Systems.

Auf der diesjährigen Tagsaßung trat offenbar ein Bestreben hervor, dem Vaterlande nach Außen und nach Jnnen die für seine Wohlfahrt so nöthige Ruhe zu erhalten; ni<ht ohne Noth die Schweiz und ihre schönen Fuslitutionen mit dem Auslande in Streit und

in die Millionen belaufen , da Neustadt ein betcächtliches Han-

MiShelligkeiten zu bringen; zu verhindern, was die wiedergewonnene Eintracht unter den Kantonen stören könnte.

_ Mehrere werthvolle Acb-citen kamen dagegen nicht zu dem ge- wünschten Ziele. So diejenige für Einführung elnes Ea MÚnz-Systems: für Gesammt-Taxirung der Brief-Pakete, für Aus- mittelung der Grundlagen einer dur< den Bund zu bewerfstelligen- den Reviston des Zollw-esens vermittelst Ausscheidung der verschicde- nen Zollarien und Aueseßung eincs für jede dersclben schi>lichen Maximums. Ferner gehört hierher der wohl ausgearbeitete Vor= schlag über den Umfang und die Anwendung der dur<h den Bund den Kantons-Verfässungen zugesicherten Gewährleistung, um zu ev- ztelen/ da? diese nicht einseitig nur auf die Befugnisse der Behör= den beschränft, sondern auch auch auf die Rechte des Volkes ausge- dehnt werde. Endlich das längst vorbereitete Konkordat über das Transitwesen. Soll nicht noch länger der Waarenzug zu Um- wegen von dreißig und mehr Stunden genöthigt werden, so thut hierin Hülfe Noth

__Die Bundes-Revision is nicht fortgeschritten; es ist vielmehr in diejem wichtigen Werk leider ein Stillstand eingetreten. Die Vor- auseilenden hatten ihre Schritte nicht verkürzt, die Zurückgebliebe- nen hatten sie nicht beschleunigt; der Kern für einen billigen gemä- ßigten Fortschritt hat. sich noch nicht gebildet. Wo liegen die Ur- sachen dieses Stillstandes? Nicht in dem Willen mißgünstiger Für= sten, sondern im Willen und den Verhältnisscn der Schweizer selbst. Die Schwierigkeiten , die von 1798 bis 1803, so wie in den Fahren 1814 und 1815 dem dauernden Abschluß eines umfassenden Bundes im Wege standen, stehen im Fahre 1834 ungeachtet der großen Um- änderungen in den Kantonen noch da. Noch heute wie damals sre- ben die Schwetzertschen Völkerschaften in thren Kantonen nach mdg= lichst unbeschränfter Selbstherrschaft; noch heute wie danials zeigt sich eine Abneigung gegen jede Über den Kantonen stehende Gewalt, die in ihre Gesepe, Sitten, Einrichtungen eingreifen könnte, und zwar bet denienigen Kantonen um so lärker, je weniger Antheil und Einfluß {hnen in dieser Bundesgewalt zutäme; noch heute wie da- mals bestreiten die fünfundzwanzig Haushaltungen die Ausgaben

ihrer Gemeinwesen auf ganz abweichende Weise, in dem einen Kanton zur Schonung des Armen durch direkte, in dem andern mit dem Vortheil einer bequemen Erhebungs-

art vorzugsweise aus indirekten Steuern Gegen die im allgemei- nen Juteresse anzubahnenden Verbesserungen legt nun bald ein Kan- ton scin Veto ein, der seine Finanzen durh hohe Zdôlle und Weg-=- gelder de>t; bald ein Kanton, der scine Konsumo- Steuer zu einer jogenannten Lebdensfrage ertlärt;, bald ein Kanton, der da glaubt, nicht mehr mit Ehren bestehen zu können, wcnn durch scin Gebiet leichte und schwere Reisende und große und kleine Briefe durch die eidgen. Post kutschirt würden Geneigt is der Kanton für solche materielle Verbesserungen nur da, wo fie seine Kantons-Kasse nicht berühren. Wie ist hier zu helfen? Einmal, daß man bei einer künf- tigen Revisions-Arbeit tracht: n muß, die einer stärkern Bundesgewalt entgegenstehenden Besorgnisse möglichsi zu beschwichtigen in der Zu- sammenseßuug der Bunde: behörden, in der Berathungs- oder Entschei= M der Tagsaßung, so wie in der Kompetenz des Bundes selbst; sodann, daß man die Opfer, welche die Kantone dem Bunde bringen sollen, so ermäßigt, daß nach der Billigkeit sïe an= gesvrochen und ohne Schande nicht verweigert werden kdnnen; endlich, daß man auch den kleinsten Fortschritt niht gering achtet, durch welchen alle oder zuleßt auch nur ein Theil der Stände da- hin fommen , sih über einzelne Gegenstände der Gesehgebung oder der Verwaltung ins Einverständniß zu seßen, damit der Sinn dev Gemetusamfeit, im Gegensaße der Veretnzelung, gewe>t und ge= stärkt werde. j Endlich sollte ich unter ihren Arbeiten auch aoch der Petitionen gedenken, daß die Tagsazuna gebeten worden, geschehenes Unrecht wieder gut zu machen; daß sie gebeten worden, Gnade für Recht zuispenden/,_und daß sie_ weder, das ¡Eine noch das Andere gethan,

weil se hierzu keine Kompetenz hatte. Es war seit: einiger Zeit ein schlechter Kunsigri, der Tagsaßung eine Kompetenz anzudich ten, um dann wider besseres Wissen dieselbe zu tadeln, daß sie nicht so gehandelt, wie sie nicht handein durfte; bald, weil der beßehe

Bund, bald, weil es der Wille decer nicht gestattet, deren Organ, deren Willensträger nur die Tag“aßung ist. Wunderlich! die Freund, de» Volks-Souverainetät find es vorzüglich, die das Werkzeug der Stel. vertreter der souverainen Gemeinden tadeln, die kraft der von dem Veltf angenommenen Verfassung:n fa œllein sind, welche in Eidgenbssischez| Angelegenheiten Ratb, und Stimme abzugeben haben Möchte doch unsere} Presse bald die Schmäh-Periode zurückgelegt haben, und sich, sat dieser unwürdigen Waffe, fleißig in unsern cidgenbssischen Verhält} nissen umsehen, sich aufrichtig besireben, die Hinderuie der Verbes.}" serungen în eidgenössischen Dingen, welche weniger in den Person} als in den hbesichenden Verhältnissen der Kantone liegen, zum V} wußtscyn des Volfes zu bringen, und die Wege auszumitteltt helfe} wie in der dürren Wirklichkeit, nicht durch Luftschlösser , sonden duecch brauchbare Mittel diese Verbesserungen zu erzielen seyn du ten! Wollen etiva die Wortführer dieses schon jelzt, wahrlich, dun mússen sie damit beginnen, fiatt Mißtrauen Vertrauen auszusäen,

„2 “4 A ane

Der Albion (ein Tory: Blatt) enthält folgende Korresp, denz aus Bayonne voin 5, Sept : „Es ist die offizielle Na rit hier eingeganaen, daß die Cholera in Bilbao anSgebroch it und dag die Behörden nah allen Richtungen hin fliche Dies wird das Vertrauen der Einwohner zu thren conftitutim| nellen Beherrschern erschüttern, die, nachdem sie den Handel vi} nic)tet und viele Familien ins Unglück gestürzt haben, zul unfähig sind, sie gegen die Karlisten zu vertheidigen, die, wn es ihren Absichten entspricht, sogleich in die Stadt einri könnten, Bilbao ist jest gegen das, was es früher war, ôder Ort, und die Cholera wird das Unglúck vollenden. G neral Rodil findet ein Vergnúgen daran, Geißeln für d gute Betragen der Karlisten zu nehmen, worunter sich der Kn respondent eines Londoner Morgenblartes befindet, auf des Unternehmer die Sorge für die gute Behandlung seines Agen ten wie ein Maulkorb wirken soll. Rodil blickt jedoch weit 1 die Zukunft und glaubt, daß, im Falle ihm und seiner Marqui schaft ein Unglück begegnen sollte, er besser wegkommen werd} wenn er Opfer zu sciner Disposition habe, unter denen au Kinder sind, und zwar cins von Zumalacarreguy. Und in d Haupiquartier eines solhen Mannes sandte die Britische Regi rung einen Offizier ihrer Armee, den Sohn eines Pairs un einen auch in anderer Beziehung merkwürdigen Mann? Wak dieser Offizier, in Hivsicht auf Erschießen und Niederbrennin erlebte, ist nicht befannt, obgleich viele Anekdoten, als vot ihm und seinem Bealeiter herrüßrend, im Umlauf sind, Engländern wie Franzosen ist es gleichmäßig ein Gegenstand di Mißfaliens , daß die Grausamkeiten Rodil's durch die Gegen wart von Personen, die Britische Uniformen trazen, sanctionit* worden sind! Ven Bewegungen in militairischer Beziehun oder von Erklärungen zu Gunsten des Don Carlos in den neren Provinzen ist wctiig zu sagen. Jn der Nähe von Sali manca, so wie in Murcia, haben indeß Demonstrationen in Karlistischem Sinne stattgefunden, und in Catalonien glau man, daß das Erscheinen der Cholera daselbst Viele in den Stan seßen wird, die Städte zu verlassen, und sih dann für entschi: dene Karlisten zu erklären. Jn Madrid wurde ein Minister wechsel für unvermeidli<h gehalten; aber au< das würde die Volksgährung nicht dämpfen. Die Ernennungen von Calatrava und Garcia Herreros würden nur Del ins Feuer gießen. Er- sterer kann große Leiden und ein langes Exil zu seinen Gunsten anführen, aber außerdem nichts. Jet verlang man mehx von einen Minister E \| von der (Um ßecrsten Bewegungs- Partei, ein Experimentalist, und der Res dacteur von Torrijo’s in London erlassenem famdsen Manifeste, | Calatrava ijt ein Rechtsgelehrter und eben so Garcia Hervreros der aber gemäßigter in seinen politischen Ansichten ist. Die Wakhl F dieser beiden Männer würde Spanien beweisen, daß die Königin durch den Wirbel der Bewegungs- Partei so weit Hinwegge führt ist, daß sie sich niht aus der Verwirrung hera.swi>eln kann. Selbst der große Einfluß des Herren von Rayneval kann Herrn Martinez de la Rosa nicht länger S A Mehrere Mitglieder der Karlistischen Junta von Nef varra haben sih nah Urdax begeben, da die Christinos von dem anderen Ende des Bastanthales her vordringen, dessen Haupt -Punkte, so wie San Estevan, le6tere befestizen wollen. Der König hat scinen Weg nach Leiza hingenommen, * wie man vermuthet, um nah Bisc4ya zu gehen. Man sagt, daß bei Murquia ein Kampf zwischen Zumalacarreguy und den Christinos stattgefunden have, doch ist nichts Näheres darüber bekannt. Bei der ersten Nachricht wird es natürli als gün! stig für die Leßteren ausgefallen dargestellt. Fn Erwartung dei Weiteren sende ic) Jhnen das Karlistische Bülletin vom 1st: September. És enthâäit hauptsächlich die Bewegungen des Kd nigs, aber es giebt ein lebendiges Gemälde von Rodil’s Grau samkeiten, und die vòôn dem Kriegsininister ain Ende der d

oie E

fügten Noten dienen dazu, um den Ausgang von zwei oder dri

| Domherren in dem dortigen Königl. Justitute zu Úberraschen,"

Treffen, welche die Freunde der Christinos zu entstellen versu!" haben, richtig darzustellen.‘/ E

,, Armee des Königs, unseres Herrn, Don Carlos V. —E Büiletin vom 1. September.“/ a

„Der König, unser Herr, befindet sh wohl, was so wi" tig ist für die Sache seines tapferen Heeres. Am 25. Augu um 11 Uhr verließ Se. Majestät Yarita mit 2 Compagniee Guiden, wovon eine súr den inneren Dienst zu Eguia bestimm war, wo der König um 6 Ußr Abends eintiaf, Am 26sten vet! ließ er Eguia um 10 Uhr und erreichte, indem ex Biscçarret, Espinal und Burguete passircee, um 5 Uhr Roncesvalles. Se. Majestät war heiter und in der besten Laune, und wünschte, dit!

welche Frühmessen lasen, und indem er schnell Burguete, nu von einem Kammerdiener begleitet, verließ, kam er eine Viertel" stunde vor seinem Gefolge in dem Orte an. Er nahm daraus! die in der Sakristei aufbewahrten Antiquitäten in Augensche! und na<dem er sich in den Palast zurückgezogen, empfing e auf die he? ablassendste Weise die Behörden und die angesehen sten Bewohner dieser achtbaren Gemeine. Am 27sten hörte et eine Messe in der Kapelle des Palastes. Um 9 Uhr begab et sich in die Kirche, wo er unter einem Thronhimmel empfangen wurde, dem Tedeum und dem Hochamte beiwohnte und um drei Uhr bei der Messe zugegen war, welche zu Ehren des hei F ligen Stifters des Ordens der Brüderschaft von Roncesvalles F gelesen wurde. Am 2sten hörte er eine Messe in der Ka | pelle und begab sich dann über Maya gegen sieben Uhr | nah Lusaretta. Hier befahl Seine Majestät, daß die | zum inneren Dienst bestimmten Guiden - Compagnieen, mik | Ausnahme von 50 Mann, sich nah dem Thale Salazar | begeben sollten, während der König mir seiner geringen Beglei: | tung über Aincioa, Erro und Zubiri nah Esain ging, wo er

umg10 Uhr Abends ankam, und auf diese Weise einen großen |

Theil der Straße passirte, die, wenige Stunden zuvor Rodil mit 7000 Mann in entgegengeseßter Richtung Aberfchüirteu hatte. Am 390. verließ der König Esain und erreichte am Abend Eslza- huru, begab si<h gestern na< Saldias, wo er das fünfte Ba- taillon vorfand. Es is merkwürdig zu schen, wie der König von nur zwei Bataillonen, die aus zwei Compagnieen bestehen, ja oft nur von 50 Mann begleitet, einen großen Theil des Lan- des ruhig durchzieht, und wohlthätigz Handlungen ver- richtet , während der Verräther Rodil, an der Spike von 7000 Rebe!len, ausschließlih zu der Verfolgung des besten Mo- narchen bestimmt, seine ‘Absichten vereitelt steht, seine Soldaten dur<h nußlose Märsche und Gegenmätrsche ershöpft und seine Bewegungen ourch die grausamsten Handlungen bezeichnet. Er fonnte die vier Niederlagen, welche scine Truppen in einem Monat erlitten, nicht rächen und er kehrt jeßt seine Wuth ge- aen die wehrlosen Einwohner. Das s{<hône Schloß und sechs Häuser des Marquis von Valdespina, das schône Kloster Aran- azu und unzählige andere Gebäude sind geplündert und dann angezündet worden. Jn jedem Ort, den die Soldaten Rodil's durchzichen, leiden die Bewohner von den Grausamkeiten dersel- bea. Dies sind die Triumphe des siebenten Generals, welchen die Usurpations - Regierung zur Unterwerfung dieser Provinzen gesandt hat. Aber sie täuschen sich, die Einwohner werden lie- der den Tod erleiden, a!s daß sie in der Treue gegen ihren Kö- nig nachiießen, dem sie ihr Theuerstes zu opfern bercit sind. ‘‘ (Hier folgen die Namen derjenigen Offiziere, die sih in dem Kampfe am 19. August ausgezeichnet haben.)

Französische Blätter berichten aus St. Sebastian vom 4. Sept.: „Rodil, der uns so viele Hoffnungen gegeben hatte, thut mit weit größeren Mitteln noch weniger, als heine Vorgänger. Wir sind jeßt mehr als je überzeugt, daß seine Ge- genwart die Zahl der Jnjurgenten sehr vermehrt hat. Eine kalte Grausamkeit, unsinnige Fordecungen, die in keinem Verhältnisse mit den Hülfsquelien des Landes stehen, eine unkluge Verfolgung der Verwandten der Karlisien , eine allgemeine Verschleuderung in allen Zweigen der Militair - Verwaltung, dies find keine sehr geeignete Mittel, um die Jnjurrection zu dämpfen. Don Car- jos ist no< einmal über eine Linie ent?ommen, die sein Ge«ner rings um ihn gezogen zu haben glaubte. Gesiern Abends 1i Uhr schrieb der Militair - Kommandant von Tolosa dem Gouverneur dieses Plaßes, daß Don Carlos am nämlichen Tage durch Bil- lanova gekommen ‘ey, und die Richtung nach Asteara eingeschla- gen habe; der Gouverneur schickte sogleich 1000 Mann zu sei- ger Verfolgung ab. Es ist übrigens eine Thorheit zu glau- ben, daß Don Carlos sich nach Frankreich flúchten, oder sich sei- nen Verfolgern ergeben werde; er könnte bies nicht, wenn er auch wollte, denn seine Anhänger bewachen ißn zu sehr, um ihm eine solche Unbesonnenheit zu erlauben; sie würden ihn eher selbst erschießen.“ A

Im FJndicateur de Bordeaux vom 8. September liest man: „Rodil war am 6tèn Abends mit 12,000 Mann im Bastanthale. Jn der Nacht vom Zten zum ten verlegte er jein Hauptquartier nach Elisondo und ließ San - Estevan von einer starken Kolonne besetzen. Vor beiden Orten hat er Redouten und Pallisaden errichten lassen. Diese Befestigungswerke schei- nea übrigens nur provisorisch zu seyn; denn um sie jolider zu erbauen, hat er allen Alkalden der Provinz Befehl gogeden, aüe Maurer nach Elisondo zu senden. Auch is die Rede davon, Urdach und Zugaramardy zu verschanzen. Zumalacarreguy war am 3ten zu Enlate; 2000 Jusurgenten, die am Iten Abends zu Lesaca waren, entfernten sich eiligst von dort, nachdem fie durch ihre Spione von dein Marsche Jaureguy's in Kenntniß geselzt worden waren. Die Karlíst-n erwarten stets Waffen, aus Frankreich; auch nähern sie sich oft der Gränze, in der Hoss- nung , Lebensmittel zu erlangen, woran es in den injurgirten Provinzen fast gänzlich mangelt. Mehrere Ballen Karlisti her Flugschriften, fünf Centner an Gewicht haltend, sind in Bayonne Nachts in der Straße Bourg-Neuf gesunden worden. Einige jener Broschüren tragen die Jahrszahl 1833 und führen die Titel: „Zwölf Kapitel von den 1200 und mehr, die man über die Rechte des Don Carlos schreiben könnte“, „„Rechtmä- ßige Thronfolge‘, „Beweise über das Recht des Don Carlos“ u. sw. Señora Zumalacarreguy hat, wie man versichert, die Aufforderung erhalten, Bordeaux binnen 24 Stunden zu verlassen, um entweder nah Spanien zurückzukehren, oder sich nah Tours oder Orleans zu begeben.“

Doe cal

Lissabon, 3. Sept. Die fünf Mitglieder der Deputirtens Kammer, welche gegen die Regentschaft Dom Pedros stimmten, waren die Herren Manoel Passos, J. da Silva Passos / F. Rebello Leitao, J. J. Placido Campeau und M. Castro da Fon- seca. Der Erstere hielt eine fehr bittere Rede, worin er erklärte, er glaube, nur nach seinem Gewissen zu handeln, wenn er sich der Bestätigung Dom Pedro's als Regenten wtderjeße. Er er- innerte daran, daß der Marquis von Saldanha gegen die Re- gentshaft Dom Pedro's protestirt habe, als zuerst auf den Az0- ren die Rede davon gewesen. Die Frage sey im Lande niemals gehörig erörtert worden, da die Presse nicht frei gewejen. Ía man habe sogar den obersten Pizarro wegen einer Flugschrift über dte- sen Gegenstand gleich nach seiner Ankunft in Lissabon in das Fort S. Juliao geworfen, „kraft eines von jenem infainen und obscuren Coriolan, C. J. Xavier, erlassenen Fermans, welcher seitdem verstorbene Minister drei Mal an seinem Lande zum Hoch- verräther geworden.“ Der Redner verwahrte si<h gegen den Vorwurf persönlicher Feindseligkeit gegen Dom ‘Pedro, dessen heldenmüthige Bestrebungen zu Gunsten der Freiheit Niemand besser zu würdigen wisse, als er. Er verwies auf den Buchsta- ben der Charte, daß der Negent der nächste Descendent oder Collaterale des Monarchen seyn müsse, und worin von Ascen- denten gar nicht die Rede sey. Uebrigens hatte er nichts dage- gen, Dom Pedro die faktische Regentschaft zu lassen, und die Frage auf unbestimmte Zeit aufzuschieben. Schließlich verlangte er die Aufhebung der Dekrete wegen Suéspenfion der Preßfrei- heit und persönlichen Freiheit, so wie die unverzügliche Aufld- sung der Cortes, um neue Wahlen vorzunehmen, da die frühe- re nicht frei gewesen.

M N Pairs-Kammer fam die Regentschafts-Frage am 28. v: M. vor, und zwei Amendements, von dem Marquis v. Loulé und dem Grafen Taipa, wegen Beschränkung des Regenten, wurden verworfen. Dom Pedro hat (wie bereits erwähnt) dieses Benehmen seines Schwagers sehr Übel genommen und ihn vermittelst Tages-Befehls vom 30. v. M. seines Postens als “Ad- jutant des Kaiserl. General-Stabes entlassen, so daß er jelzt nichts ist, als Cavallerie-Capitain, Der Deputation der Cortes, die ihm das Dekret wegen seinec Bestätigung in der Regentschaft über- brachte, erwiederte Dom Pedro, er fühle sich durch diesen Beweis unbeschränkten Vertrc.uens der Nation schr geschmeichele und für seine vielfachen Opfer belohnt. Er ersuchte die Deputation, den

1057 sih einem so wichtigen und {<wierigen Auftrage unterziehen und seine shon so sehr angegrissene zum lesten Hauche der Nation zu weihen. dffentlihe Vertrauen sich auch du Grundsäße, der einzigen soliden Basis einer erwerben, und die beiden heiligen

noch länger zu Gesundheit bis Er versicherte, das fúnftig durch die Festigkeit seiner freien Regierung, Bärgschaften des öffentlichen Wohls, Königin und Charte, nach wie vor eben so getreulich be-

<Ú6en zu wollen, als er sie früher auf dem Felde der Ehre mit se seinem Schwerdte vertheidigt, welches er stets der Nation wie- der anzubteten bereit jep, / / Die Einziehung des Papiergeldes wurde mit den vom Mi- nisterium versprochenen Modificationen von den Abgeordneten einstimmig zugestanden; es sollten die vor dem 23. Juli abge- s<{lo}senen Kontrakte bis zum 1. Jan. 1838 gültig seyn, _auch Sovercizns und Spanische Piaster keïnen gezwungenen Cours haben. Juadessen auch diese letztere Bestimmung wurde auf Ver- | d langen der Minister wieder zurückgenommen, und sonach haben | d die Pairs das Geseg angenomtnen.

h Tajo ij ein Geschwader ausgerüstet, aus dem Dom Pedro“ von 50 Kanonen und 4 kleinern Kriegs-Schissen beste- hend, welches Befehl hat , sich jeden Augenbli? zu einer gehei- men Expedition bereit zu halten. Das erstgenannte Kriegs- {i} hat am 27. v. M. 450 Matin aus Madeira mitgebracht, weiche Jnsel es am 13. v, M. ve:lassen. Es herrschte die voll- fommensie Ruhe ; nur waren die Britischen Kaufleute über die Auflage eines neuen Tonnen-Geld:é aufgebracht. | Jede amtliche Zeitung enthäit lange Anzeigen wegen Ver- áußerung von Kirchengütern. Das meiste Kirchensilber , welches in Elvas und in den Kldsern gefunden worden, wird aufs Ci- ligste gemünzt. Ein -Dawpfschisff hat 40,000 Pfd. Sterl. aus Cadix gebracht.

Tei Konstantinopel, 22, Aug. Die Türkische Zeitung (Tekwimmi Wekaji) erwähnt heute zum erstenmale der Unruhen in Syrien, und zwar geschieht dies in nachstehender etwas my- eriôsen Weise: „Die Ruhe sener Sraaten is immer ein Hauptaugenmerk unseres Sultans gewesen. Auch haben die Wesire und Statthalter , denen es zukam, über die Aufrechthal- tung derseiben zu wachen, imer eifrig ihre Pflicht gethan, So war es seit länzerer Zeit Mehmed Alis Wunsch und Bestreben, die spáter zur Statthalterschaft Aegypten gekominenen Orte dem Sultan zu erhalten, und die allgemeine Ruhe zu sihern. tur in der neuesten Zeit is es in Syrien, um Jerusalem und MNa- blus (Naplusa), zwischen den dortigen Bewohnern und den Aegyptischen Verwaltern zu Mißhelligkeiten und Kämpfen ge- fommen. Das von Seiten des Sratthalters Aegyptens keine schriftliche Anz-ige an den Sultan erfolgte, sag an einem tôrper- lichen Uebelbefinden desselben. Wie jest verlautet, ist Mehmed Ali von Alexandrien nach Jaffa abgegangen, und da etn solches Meseln und Blutvergießen unter dea rehtgläubigen Untertha- nen der Pforte keinesweas zu den erlaubten Dingen gehört, so ist man eifrig bemüht, demselben bestmöglichst Einhalt zu thun.“

Ore

die n.l.a n-d.

Nauplia, 11. Aua. Aus det Maina hôrt man nachthei- lige Gerüchte über den Gesundheits-Zustand der Truppen. Ein \ehr großer Theil derselben soll erkrankt seyn, theils an der Ruhr, theils am Fieber. z t

An Rumelien sind wieder 200 Räuber aus der Türkei her- eingebroczen. Es sind die Albanesen, welche ohne Gränzkordon schwerlich zu bändigen jeyn wérden. Ale diese Ereignisse sind der Regierung im gegenwärtigen Augenblicke schr unangenehm. Denn bei den großen Vetänderungen, die Jeßt vorgefallen , ist

die innere Ruhe und Sicherheit doppeites Bedürfniß. Jn der Administration sind wenige Wechsel vorgefallen. Hr. Trikupi

bleibr wieder in London als Griechischer Gesandter; Hr. Salome hat seine vorige Anstellung wieder erhalten, und die Regent- \chaftskasse ist ihr-m ersten Verwalter wieder zurückgegeben wor- den. Doch herrscht das Geföhl der Unsicherheit noch vielfach vor. Viele Beamte, höhere und niedere ,. wissen noch nicht, ob sie ihre Stellen beibehalten werden; andere erwarten Wiederan- stellung, die sie unter der vorigen Regierung nicht würden er- halten haben. Es ist dieser Zuïtand ganz derselde, wie in Franfk- reich bei einem Ministerwechjel.

Dent.

Schon vor einigen Monaten berichteten wir über die neuen Christen - Verfolgungen in Cochinchina. Jett schreibt der Ami de la Religion bei Schilderung der Lage der Missionen in Cochinchina und Tong - King in Hinterindien : „Eine heftige Christen - Verfolgung hat in jenem Lande begonnen. Ein Fran- zöfisher Missionair, Herr Gagelin, ist zum Tode verurtheilt und erdrosselt worden; cin anderer, Herr Jaccaxd, is zu harter Ge- fangenschaft verurtheilt und muß die Kangue (einen {weren Holzblo, der um den Hals befestigt wird) tragen. Ein Spa- nischer Mönch, so wie zwei Spaniche Priester , sind ebenfalls zum Tode verurtheilt worden. Die übrigen Missionaäire irren umher und verbergen sich oder sien gefangen. Da auf diese Weise die Hirten zerstreut sind, so wurde auch die Heerde eine leichte Beute. Ein Offizier farb durch die Qualen, die er auf der Folter erduldet. Der König“ hat durch ein Dekret seinen Entschluß, die christliche Religion zu vernichten, verkündet.‘

Cou mbit en:

Die Abgesandten der drei Republiken, in die sich Kolumbien gespalten hat, d. h. von Neu-Granada, Venezuela und der NRe- publif des Acquators , haben sich in Bogota versammelt, um über die Vertheilung der Schuid der ehemaligen Republik eine Uebereinkunfr zu tiefen. Allein die Schwierigkeiten sind sehr groß. Die Euglische Regierung will die neuen Republiken nicht anerkennen, weil wenigstens zwei von ihnen keine hinlängliche Sicherheit für die ihnen zufallenden Theile der Schuld darbie- ten. Venezuela ijè der einzige dec neuen Staaten, der eine günstige Zukunft vor sich hat. Paez, der Präsident, hat sich bis jet vollfommen gese6mäßig betragen, und man zweifelt kaum, daß er bei dem Ablaufe seiner Prâsident- \chasr im Oktober seine Stelle niederlegen werde; er hat die Finanzen von Venezuela in vollkommen guten Zustand ge- sekt, und schon vor einem Jahre einen Commissair nach Bo- gota geschi>t, um einen Theil der Schuld zu übernehmen, ohne jédo<h mir dem ungeordneten Gouvernement von Bogota sich verständigen zu können. Carracas, die Hauptstadt von Vene- zuela, macht täglich Fortschritte, während Bogota täglich zerfällt. Santander, der Präsident von Neu-Granada, ist kein Mann, der Bolivar ersezen kann, und der Verlust von Venezuela und dem Aequator hat Neu-Granada seiner besten Hülfsmittel beraubt. Dieses ist mit der Republik des Aequator im Streit úber den Besiß von Panama, das unter der Spanischen Regierung nie zu

dem Vice: Königreiche Neu-Granada gehörte, und daher jeßt von

Pana

dung des

können. nada den Anfang Hus Durchschnitt des Jsthmus i en, natima! Ad E den Jsthmus vermittelst des Flusses San Zuan und der Seen Nicaragua und D Ausführung zu bringen suchen wird.

en Vereinigten er Bildung der

Eines der

Berlin, 18

nigl. Konsistorial-Rath Der. Direktor des Gymnasiums große Anzahl verbreiten half,

meitien Deutschen aufgeführt sind.

Brüdern nicht tia hdhern Aufschwun {einer Gemeinde u seinen einzige jener 6 als Mitbúrger, a Familie gewesen, worden, vornehml tox - Jubiläum.

Rachrichten über einer zweiten Auf früheren Zeit auf

Verwandten fand

Bund am Altar ersten Hochzeit saß sammen. lichen Lebens. aus und besiegte hatte sich Hem Nur einzelne Kra schaft ihm näber v Art verdanfen rot

wählten Worten war mit mir und füllte, ihm den

L reichlich im Le

alte Liebe roährte thm

fuhr gen „die besorgte

Auch der Scherz schüßen solle. H

brúder von innig

so frisch emporge

chen werden mög

fromme Seele au Sterblicher. M die Worte setzen: Heim.

befiattet. Von d

Cortes seinen Dank zu hezeugen, (9 wis seine Bereitwilligkeit,

Panama isf {

| Aequatox angesprochen wird, Allein dex Besiß von

âltesie Geisiliche

tüchtiger Männer über das na< langer Kränklichkeit an den Nervenschlages mit Tode abgegangen.

D: Ernst Ludwig Heim, Kbnigl. L des Rothen Adler-Ordens zweiter Klasse mit E! Arzt hiesiger Stadt, war geboren den 22. Juli 1747 sen-Meiningenschen und / ». E ea, leßte von 6 Brüdern, von welchen vier neben ihrem F allge dem Pfarrec und Magister Fobann Ludwig Heim, 1 U En

Ein fünfter stand in

hle<ts, zu überlassen. Brüder. , S lt tr Was Heim als Heilkünstler der leidenden Menschheit, was er

mit so allgemeiner Theilnahme

Dies war die ! glu d- Ein oft wiederkehrendes Wechselfieber zehrte scitden an seiner Kraft, artete zuleßt in ein entschiedenes Leiden dec Lungen

unsere jeßige Kunsi-Ausstellun

<dnen Kreis von Kindern und Enkeln versúßt hatte. um seine eigenen Worte zu gebrauchen , stets in seinem Go; gnügt. Jn der Ruhe seiner legten Jahre verjüngte sich in- ihm die zu seinen Pflanzen, zu seinen Moosen/ manche : flunden wurden mit Borlesen und der Unterhaltung des täglich um ibn versammelten Familienfkreises ausgefüllt. Fm Juli d. F. jeterte er unter der großen Schaar seiner Kinder, der, C und Urenkel seinen 8sten Geburtstag. Bis vor wenigen Lagen er noc< tägli<h aus, um si<h am Grün der Bäume zu laben, Als ihm endlich die Kräfte man schwebte der klare freudi dein hinfälligen Leibe.

wäre es nun Zeit, es Wie gegen Gott -

Neu-Granada unentbehrlich, da es durch seinen Verlust von der Küste der Südsee gänzlih ausgeschlossen würde; es hat daßer mit Gewalt von der gu se Besi genommen, und macht sogar Ansprüche auf die

nier nie besessen hatten, zu haben behaupten. Neu-Granada hat den Plan ge\art/ ces Fsthmus bei Panama zu durchstehen oder wenigstens eine Ei- nbahn über ihn zu führen. Die Familie Paretes die reichste und beträchtlichste des Landes, hat der Vorschlag gemacht, Nh ee Ssten ausführen würde, und hat dazu ma an der westlichen und Chagres an der ; Kanals für Freihafen erklärt werden, und der Gesell- schaft ein gewisser D des Durchgangs: Zolls ausgeseßt würde. Di isie Paretes hat, um sten in Euro E, Staaten Vertrauen einzufldßen, besci;lossen, von Gesellschaft auf ihre Messungen u. \. w. machen zu lassen, ir, wenn die Aus- führbarkeit des ‘Planes und seine Kosten dur< Jngenieure de- re<net seyn werden, Theilnehmer den. gen, um Jngenieure zu

sirumenten zu versehen, ; E E | Es ist nicht daran zu zweifeln, daß, sobald Neu-Gra-

Mosquito - Küste, die selbst die Spa- und worauf die Engländer ein Recht Plan gefafit, den

in Panama, Republik den eine Gesellschaft zu bilden, welche den Kanal verlangt, daß östlichen Mün-

den Kapitalisten in Europa un

Vorarbeiten- Aus- Lk

Kosten alle und nur, wenn die

u dem Unternehmen einzula- Farnilie ist nach ‘Paris gegan- sich mit den nöthigen Jn- Vorarbeiten ausführen zu

Mitalieder der suchen und um diese haben wird, den so viel besprochenen ins Werk zu sekzen, auch Guatimala

San Leon zu durchshneiden, 1

Aan O

. . A, A K,

. Sept. Gestern Vormittags ist hier der Kd Karl David Jlgen, aseljähriger Y eler er eine

¿u Schulpforta, als wel>er er Cin 1 geleßrte Deut(<hland Folgen ces

a1) 12, a

Ero 4 : L (Keheimer Nath und öttitter Satchenlaub, der âltesle 7 1 Solz im Sac)=-

ats 4 4 On Non farb in Berlin den 13. Septcnber 1834, ek

Real - E ädie als ausgezeichncte Wp änner A »AHHGN Tüchtigkeit Men <, und der jüngsie, durch Kränklichfeit n auen g des Lebens gebindert, verwaltete, geliebt, vat nd segensreich wirkend, das väterliche Amt bis

Tod, um es seinem Neffen, cinem Heim des folgenucn Gé=>

Sett 1820 war der nun Verstorbene der

ls Freund, als Vater einer durch ihn aa isi schon während seines Lebens vielfach, at erunne ih bei seinem am 15. April 1822 #0 gealizeno E hier gefeierten funfzigiährtgen Dok- veranlaßte auch die Sammlung vos!

die damals gedru>t un9 1823 in Wir glauben, in Hinstcht der Die gúnitige

Dieses Fest sein Leben . di lage erschienen sind. 1be jenes BÚchlein verweisen zu dürft.

; c s ¿5 Aufnahme, welche dasselbe unter Hei m's zahlreicicit Freunden uno

, hat eine Menge shäßbarer Materialien über dit

verschiedenen Abschnitte seines Lebens ans Licht gebracht, zu deren Mit faluna sich vielleicht anderweit hi>liche Gelegenheit findet. Bis A Fahre 1830 war Heim unausgeseßt thätig in seittem A D Wirkungskreise und bot ein seltenes Bild eines kräftigen Greijes 0A Am 27. März desselben Jahres feierte ex seine goldene Hochzeit, pon demselben Priester gesegnet, welcher 50 Jahre zuvor den heilige

bestätigt hatte. Von zwanzig Tischgeno)en der en am oldenen Feste noch sechs lebende Zeugen bei- Thie Blüthe eines langen , heitere, glu F-

die gewaltige Natur. Fn den vier leßten Fahren deshalb gus seiner ärztlichen Praxis zurückgezogen. nke, durch besonderes Vertrauen over alte Freund- erbunden, besuchte er noch. Einem Verbältniß diejer r Hübners herrliches Bild des Verklärten, welches ziert; es ist mit den von Hetm ge- XXÎX. 5) bezeichnet: „Der Allmächtige

Hiobs Der } inder um mich her.// Jun diesen Worten

meine

drúüd>kte er selbst das tiefe Gefühl aus, welches ihn sein Lebelang er-

frischen Muth und die liebenswürdige Heiterkeit

icherte, womit er si< alle Herzen gewann und alle Widerwärtigkci- La des Lebens beseitigte; feinen Dank gegen Gott, welcher ihn

ten Abend durch eineti Er war, Gott ver-

den gesegnet und ihm den sp

und ge-

genußreihe Beschäftigung. Die Abend-

Schwtegcrkinder , Enkel

elten, sich vom Lager aufzuraFfen, e Geist in christlicher Ergebung frei über x verwies in den leßten Tagen den Seint- n ernsten Gesichter//, indem er versicherte, wie wohl

ihm in seinen Träumen sey, in denen er wunderbar shdne nie gese: hene Bäume mit Blüthen und Gottes selbs erbli>t, „„der sehr se

cúchten, Engel , ia das Antliß r freundlich zu ihm geredet habe.“ verließ ihn nicht in diesen ernsten Stunden. Er

erinnerte sich ciner vornehmen Kranken, welche, 84 Fahr alt, ihm oft dringend vorgestellt, daß

t if Nur VOE dem marasmus senilis âtte ih das rechte Rezept gefunden, sprach er, #0 mir selbfi zu verordnen. E

so war sein Gemüth guch gegen scine Mit=« er Dankbarkeit durchdrungen, und besonders gegeit

die gute Stadt Berlin, in welcher der Baum seines irdischen Glücks

wachsen war, so reiche Blüthe und Früchte getra:

gen hatte, wo ihm o viele Bewcise von Achtung und Liebe zu Theil

eworden. Fn den t er 0 ! daß dieser Fein Dank nach setnem Hinscheiden dfentlich ausgespro=

lebten Lebenstagen wicderholte er oft den Wunsch,

e. Sansft, ohne das leisefte Zeichen des Schmerzes,

in den Armen der Liebenden, welche um ihn waren, hauchte er die

s, bis an die Pforten des Todes cin glü>licher it Recht ließ er selb eins über setner Ruhestätte Es sey kein Trauerort für die Familie

% % Æ

Heute Vormiïtag (18) wurde die sterbliche H ülle Heim?s zur Erde

er Stelle, wo er sanft entschlief, wo der anwesende

den Ehehund dey sechs Kindex des Hauses ejuge«