1834 / 264 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

S O M E E D Er S A A Mr. M

Anland.

_ Berlin, 21. Sept. Man schreibt aus Prenziau unterm 17 tend.: „Am Uten beging die Bürgerschaft von Prenzlau mit dem 25jährigen Feste der Einführung der Städte- Orduung zugleich die 25jährige Diensifeier des Kämmerers Herb, der seit Einfüh- rung der Städte-Ordnung ununterbrochen theils als unbesoldetes Magistrats - Mitglied, theils als Kämmeter für das Gemein- wesen auf das ¿hâtigste gewirkt hatte. Ein feierlicher Gottes: dienst leitete den Festtag ein. Jhm folgte eine öffentliche Siz zung der städtischen Behörde, in welcher die auf Lebenszeit be-

\chlossene Wahl des Kämmerers Hergt bekannt gemacht und ihm | von Seiten der Stadt ein Ehren-Pokal gewidmet wurde. Mèit

herzlichen Worten der Liebe und Dankbarkeit überreichten ihm auch seine Kollegen und die Zöglinge der Tôchter|chule freund- liche Geschenke. Zugleich wurde eine Stiftung zur Belchnung und Aussteuer würdiger Bürgertöchter im dienenden Stande begründet, die auch von Privat - Personen reichliche Stiftungs: Geschenke erhiele. Ein Bürgermahl, woran 200 Personen aler Stände Theil uahmen, und ein zahlreich besuchter Bail, dessen Crérag den Armen zufloß, beschlossen den festlihen Tag, an wel: chem der tiefste Dank gegen den allverchrten Monarchen für die den Bewohnern Prenziau's verliehene städtische Ordnung, Und die edelsten Vorsäbe zu fernerem würdigen Gebrauche derselben jede Brust erfüllten.“ E |

Aus demn Regierungs: Bezirk Gumbinnen ivird übe den Ausfall der diesjährigen Aeondie Folgendes A n Folge der ungewöhnlich heißen und trocéenen Witterung des No- nats August hat die Getraide-Aerndte im Allgemeinen, namentli aber im súdlichen oder masurischen Theile des Reg.-Bez., sehr be: trübende Resultate geliefert. Bloß im Weizen, der aber in Ma- suren nur in geringer Quantität gebaut wird, läßt sich eine gute Aerndte annehmen. Dagegen ist der Roggen in den besten Ge: genden nur mictelmäßig, in den sandigen Strichen {let gera- then. Das sehr früh gesäete Sommer-Getraide hat noch einen ziemlichen Ertrag geliefert, das später aesáete aber ist im Allge- meinen gänzlich fehlgeschlagen. Die Masse des gewonnenen Win- terstrohs ist weit geringer, als im vorigen Jahre, und der Gewinn des Sommerstrohs, das seiner Kürze wegen zum Theil mit der Wur- zel gezogen werden mußte, is durchaus unbedeutend. Da der zweite Schnict der Wiesen und Kleefelder ganz verloren oegaän- gen ist, so überstcige auch die Masse des gewonnenen Heues un die Hôlfte des Ertrages guter Jahre, und es fann die L (e ves völlig trocken eingebrachten Futcers den Ausfall an der Lcasse bei weitem nicht ersegen. Die Kartoffel-Aerndte ist leider im Allgemeinen völlig fehlgeschlagen. Eben so mißrathen sind der Flachs, Buchweizen, die Garten: Gewächse und Kohl - Arten; dagegen ist die heiße Witterung dem Gedeihen der Erbsen und des Obstes, besonders des Kernobstes, förderlich gewesen. Wenn schon der Ausfoll der Korn- und Futter-Aerndre den Landmann in Sorgen versest und ihn zur Verminderung seiner Heerden nd- thigt, so wird seine Sorge noch durch die trúbe Aussicht für die nächste Aerndte vermehrt. Die Wiesen und neuen Kleefelder, die im kom- menden Jahre zum Schnitt geiangen sollen, sind so ausgedürrt und verbrannt, day die Pflanzen gänzlich abgestorben scheinen und nur ein sparsames Ausgrünen erwarten lassen. Die Brachfelder, mit deren Besaamung mit Winterung schon jeßt der Anfang ge- macht seyn solite, sind im strengen Boden felsenhart, so daß sie gar nicht gepflügt und bestellt werden können, im leichten Boden aber so in dücren Staub zerfallen, daß die eingestreute Saar nicht feine! könnte und von dem überzahlreichen Gewürm und den häufigen Máusen verzehrt werden würde. Nur ein baldiger und tief einw réender Regen und ein langer Herbst können die Befürchtungen fär die künftige Aerndte beseitigen. Ein eigent- licher Mangel an Lebenébedürfnissen ist gleichwohl nicht zu be- sorgen, weil der Bau an Weizen, Roggen und Erbsen doch das |

i

| haltige Erfahrung hinzu, welche | zu erwerben iha nur die leichte

Bedôrfniß der ‘Provinz bei weitem übersteigt. Wenn nicht Nachfrage vom Auslande eintritt, ist selbst nicht einmal | ein bedeutendes Sreigen der Preise, und damit eine ei gentliche Theuerung zu erwarten. Gleichwohl läßt der Aerndte: Auéfali einen großen Nothstand unter der fo zahlreichen Klasse der Handarbeiter voraussehen, indem dadurch in der nur Ge- traidebau treibenden Provinz dem Tage!dhner jede Aussicht auf Arbeits - Verdienst benommen wird, Der Bauer und selb der größere Gutsbesißer hat bei der geringen Masse der eingeärndtre- ten Feldfrüchte keine fremde Húlfe zum Dreschen nöthig ; er kann das Geschäft füglich mit eigenen Leuten bestreiten , wodurch den sogenannten Losleuten und Eigenkäthnern das Arbeits-Verdienst entgeht. Das son selbst erbaute Haupt- Nahrungsmittel, die Kartoffeln, fehlen, und der Flachs, dessen Zubereitung und Ver- arbeitung sonst Weibern und Kindern Beschäftigung und den Familien eine verhältnißmäßig bedeutende baare Einnahme ge- währte ist mißrathen.““

Außer dem bereits wiederholentlich zur dentlichen Kennt- niß gebrachten {weren Unglücésfall auf vi Grube Gouley bei ! Achen, dessen nächste Veranlassung noch zu konstatiren bleibt, haben si im Bezirke des Dürener Bivai: Aintes im ersten Se- mester d. J. noch sechs Unglücksfälle ereignet, und zwar zwei } beim Steinkohlen - Bergbau, einer beim Braunkohlen: Bergbau einer beim Blei-Bergbau, einer beim Galmei-Bergbau und einer heim Dachschieferbau. Es verloren dadurch sechs Menschen das Leben ‘und fünf wurden beschädigt. i |

i E R R E H D E Paortreram i

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N e rol G | Dex Wirkliche Geheime Staats-Minister Freiherr Friedri | von Schuckmann, am 23. Dezember O Ï Mölln 5 Mecklenburg-Schwerinschen geboren, erhielt seine Schul:Bildung auf der Kitter-Akademie zu Brandenburg, bezog 1775 die Uni- versität Halle, wo er die Rechts - und Kameral :- Wissenschaften \kudirte, und ging dann zunächst nah Mecklenburg zurü, um seine praktische Laufbahn bei dem Hofgericht in Güstrow anzu- treten. Allein schr bald erwachte auf's neue die bereits auf der Schule genährte Neigung zu dem Preußischen Staats - Dienst: er beschloß, diesem sein ganzes Leben zu weihen, unterwarf sich in Berlin der geordneten Prüfung und ward am 11. Ja- nuar 1779 als Kammergerichts - Referendarius vereidet. “In dieser Eigenschaft und später als Assistenzrath des Kammerge- rihts fam er mit den ausgezeichneten Gelehrten, die damals in Berlin lebten, namentlich mit Dohm, in freundliche Ver- bindung, wußte ihren Umgang zu Erweiterung und Berichtigung seiner Kenntnisse zu benußen, und machte {hon damals als Schriftsteller, indem er zu der Berlinischen Monatsschrift von Gedicke und Biester mehrere Abhandlungen lieferte, den schar- fen Verstand und treffenden Wit bemerklich, die ihn sein ganzes

1070

Lebelang so sehr auszeichneten. Noch unter Friedrichs des Gro- ßen Regierung im Jahre 1786 ward er zum Ober-Amts - Regie- rungsrath in Breslau ernannt, und 1790 ihm daneben zugleich das Amt eines Ober- Bergrichters in Schlesien mit übertragen. Der Ruf einer ganz vorzüglichen Geschäfts-Tüchtigkeit, welchen er sich in diesen Aemtern erwarb, bestimmte den König Friedrich Wilhelm 1l., ihn bei Erwerbung der Provinzen Anspach und Bayreuth zum Präsidenten der neuerrihteten Krieges- und Domainen - Kammer in Bayreuth zu ernennen und ihm bald darauf zugleih auch das Präsidium der Krieges- und Domainen-Kammer zu Anspach zu úbertragen. In diesem wichtigen Verwaltungskreise entwickelte der Verewigte, sowohl bei der ersten Organisation der Provinz, als auch später unter den schwierigen Umständen der Jahre 13805 und 1806, den ganzen reichen Umfang seiner Einsichten und seiner Geschäfts-Gewandt- heit: die unershütterliche Anhänglichkeit an den König und den Preußischen Staat aber, welche er nach der ihm natürlichen Of- fenheit seines Charakters niemals verbarg, zog ihm 1807 das Mißgeschik zu, daß er von den damaligen Französischen Gewalt- habern gefangen nah Mainz abgeführt wurde. Während er dort und in Heidelberg drei Jahre verlebte, wurden ihm mehrere sehr ehrenvolle Anträge zur Anstellung in andern Deut- schen Staaten gemacht: er lehnte aber, seinem Könige und Heren treu, alle ab, und kehrre 1810 nah Berlin zurü. Nachdem ihn dann des Königs Majesiät mittelst Kabinets-Ordre vom 20. November 1810 zum Geheimen Staacérath ernannt

und ihm von 1810 an bis 1814 nacheinander die Leitung nied! |

rerer Abtheilungen in dem Ministerium des Jnnern anvertraut hatten, ward er durch die Kabinecs-Ordre vom 3, Juni 1814 Ge- heimer Staats-Minister und Chef des Ministeriums des Jnnern. In diesem großen und erhabenen Wirkungskreise verbreitete der: elbe zwanzig Jahre lang Segen um sich Her; den großen Ta- lenreo, weiche die Natur ihm verliehen und die er mit Sorgfalt und Ansirengung herrlich ausgebildet hatte, sügte er eine reich in cinem so seltenen Maaß und sichere Beobachtungs- und die Schärfe des

und Auffassungégabe durchdringende

Urtheils, welche ihm vorzüglich eigen waren, in Stand selzen

fonnte. Jn der Gesesgebung und Verwaltung unausaec}eßt wirksam, hat er sich als einen der ersten Staatsmänner Preu- ßens bewährt, und allein schon die {wierige Ausführung der wichtigen und erfolgreichen Geseze, welche sich auf die gutsherr- lich-bäuerlichen Regulirungen, Ablösungen und Gemeinheitöthei- lungen beziehen, sichert ihm das danfbare und ehrenreiche An- denten der Nachwelt. Uebrigens seinem Charakter nach offen und freimüthig, ernsi, aber billig und nachsichtig gegen seine Un- tergebenen, gerecht gegen Jedermann, von eisernem Fleiß und eben so unermüdlich als pünktlich im Dienste, in jedem Augenbli

Herr seiner seltenen Einsichten und Erfahrungen und unerschdpflichen

Húlfsmitteln sowohl in der Diskussion als in der Verwaltung, erfreute

sich der Verewigte der allgemetinsten Achtung. Wie auch Seine

Königliche Majestät Allerhöchst\elb|t seine Vorzüge und seine

Dienste anerkannte, ergiebt die bei Gelegenheit seines 50jährigen

Dienst: Jubiläums an ihn ergangene Allerhöchste Kabinets-Ordre,

welche von neuem zur öffentlichen Kenntniß zu bringen hier

wohl der rechte Ort ist. Sie lautet also:

: „¡Mit besonderer Theilnahme habe Jch vernommen, daß heute die Feier Jhres funfzigjährigen Staatsdienstes eintritt. Ich statte Jhnen zu diesem würdig erlebten Tage Meinen aufrichtigen Glückwunsch ab und verleihe Jhnen zur Versiche- rung Meines Höchsten Wohlwollens und als ein dankbares Anerkenntniß der erfolgreichen treuen Dienste, die Sie in die: sem langen Zeitraume Mir und dem Staate mit musterhaftee Redlichkeit und thätiger Anstrengung cinsichtévoll geleistet ha: hen, Meinen Schwarzen Adlers Orden, dessen Jnsignien Sie hierbei empfangen und, wie ich aufrichtig wünsche, noch lange tragen mdgen.‘“

i Dies leßtere hat ihm die Vorsehung auch noch beinahe

sechs Jahre lang vergönnt, und selbst diese sind größtentheils dem

Srcaatsdienste gewidmet gewesen, indem Se. Majestäc thn erst

vor kurzer Zeit, im Laufe des gegenwärtigen Jahres, mit aus-

drúcélichem Vorbehalc der ferneren Benußung seiner tiefen Ein- sichten als Mitglied des Staats : Ministeriums, von der Leitung seines Ministerial - Departements zu entbinden geruhten. Er

starb aligemein geehrt und betrauert am 17. Sept. d. I.

Meteorologische Beobachtung.

Morgens | Nachmitt. | Abends Rach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. | 10 Uhx. Beobihtuna,

Luftdruck.… [339,6 o'Par.|838, 7 2”'Par.

18834. 20. Sepythr.

338,7 3 “Par.sQuellwärme 9,2 © N.

Kuftroärme | 11,1 °R. | 21,6 °R. | 14/,0°NM. fis

Thaupunkt | 10,2 0 R. | 0,3 6 R. | 11, R. Flußwärme 15, 42 R. Dunfisättg.| 93 pECt. | 43 pCt. | 80 pCt. sBodenwärme 14, t © R. Wetter... | heiter. heiter. beiter. M au 7 Wind N j SO. | SOD. SSH. Ausbdünft. 0, 1 ie N). Wolkctug| | SSO. | sfietershlag 0,

n L E E L E E L E L L L P L L R E I A T" T -

Auswärtige Börsen,

- _— Amsterdam,. 16. September.

Niederl. wirkl. Schuld 515. 55 do. 9j. Kanz - Bill. 225. 435 Amort 897. 3845 72k 98). Preoss. Pröm, - Scheine -—. do.

Ausg. Schuld 1. ¡ Russ. 975. Vester«. Ag Anl, 974. Span. 337

| 32 24.

: e Antwerpen, 15. September. Span, 58 35. 38 24, Zins]. 117. Cortes 424. London, 16. September. Cona. 38 pr. compt, 905. Belg, 99. Span. 325. Holl. 212 515. 58 991, Porr. §14. Engl-Ruxs. 1044. Columb. 305. Mex. 414. 5

35 26, 27. rar. 785.

5 è Met. 99.1. 4 Wien, 16 Septembec. Ü or. “uy . 0 89 E Bank - A Étie - es ctien

Neue Anleilie v.

Königliche Schauspiele.

Montag, 22, Sept. Jm Schauspielhause: Der ger

i , : , gerade Weg is der beste, Lustspiel in 1 Akt, von Kogzebue. Hierauf: Das leste Abenteuer, Lustspiel in 5 Abth., von Bauernfeld.

__ Dienstag, 23. Sept. Jm Opernhause: Zum erstenmale wiederholt: Der Zigeuner, romantische Opec in 4 Abth. , mit Tanz, von E. Devrient. Musik von W. Taubert.

Mittwoch, 24, Sept. Jm Opernhause: Jessonda, Oper

ven.

in 3 Abth., mit Tanz. Musik von L. Spohr. (Dlle. Lußer. | Jessonda, als leßte Gastrolle.) ;

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Königstädtisches Theater.

Montag, 22. Sept. Hinko, der Stadtschultheißen : Sohn von Nürnberg, Schauspiel in 5 Akten, mit einem Vorspiel, von Ch. Birch-Pfeiffer.

Wegen forcdauernder Krankheit des Herrn Holzmiller kann |* die Oper: „Die Unbekannte“ nicht gegeben werden. Die bereits | gekauften Billets bleiben zur heutigen Vorstellung gültig, ode

in Empfang genom

ann der Betrag dafür bis 6 Uhr Abends men werden.

Dienstag, 23. Sept. en, Posse in 5 Akten, von L. Angely. Posse in 1 Akte. E

Die Reise auf gemeinschaftliche K, Vorher: Nummer 777,"

Neueste Nahrichten.

Marschall Gérard ist wieder ausgefah:}

Paris, 15. Sept. den Ditek,

Gestern hat er wieder, wie gewöhnlich, mit toren und Chefs scines Ministeriums gearbeitet. Die Regierung hat gestern Abend folgende Nachrichten von Kriegs-Schauplake erhalten: „Rodil hat am 11. Aspepytia ver sassen. Don Carlos har sich in das Thal von Arratia gewor fen. Espartero hat sich nach Orchandiano begeben, um ihn y verfolzen. Die Beseßung Elisondo's vermehrt die Entmuthi gung der Karlisten. Die Junta ist in Saldias und weiß nit wo sie ihren Aufenthalt wählen soll.“ s

Der Bon Sens berichtet, es sey ein von Madrid am 9ty ò, um 2 Uhr Morgens abgegangener Courier hier eingetroffen und habe die Nachricht bejtätigt, daß alle Minister ihre Entla| , sung gegeben, die Königin - Regentin aber den Grafen Tore} beibeihalten und mit der Bildung eines neuen Kabinets beau" tragt hâátte. Der Temps nennt schon die neuen Spanishy| Minister. Es wärde bestehen: aus Toreno, Finanz - Minis! mit einer Modification seines Planes und einem neven Amotti}® sations-Sysieme für dée auswärtige Schuld; aus Herrn Florid Blanca oder Herrn Agostinho Argueiles, Minister der auswîr tigen Angelegenhciten; aus General Valdes, Kriegs - Ministe!“ aus Herrn de la Cuadra, Minister des Innern; aus Herrn G! * latrava, Justiz-Minister.

Das Jour nal des Débats enthält heute einige Betra§ tungen über den Gang der Dinge in Madrid, und tritt nu entschieden gegen die dortige Partei der Bewegung auf. (Vi behalten uns die Mittheilung dieses Artikels auf morgen vor.)

‘Don Carlos hat drei Dekrete erlassen. Durch das erste fat! f er einen Orden der „Legitimität“ gestiftet, welcher, gleich de eur de Lys in Franfreich, an einem weißen, roth eingefaßten Bande getragen wird, Die Diplome werden von Zumalacartu guy, dem Civil- und Militair - Großmeister dieses Ordens, aus gestell. Die, welche den Orden erhalten, sollen vor alla Andern zu allen Staats - Aemtern ernannt werden. Das zweit: Dekret bewiiligt allen Offizieren, welche die bestehende Regierung anzuerkennen fich geweigert haben, und dadurch genöthigt worden" sind, in das Ausland zu emigriren einen hdheren Rang in der f Armee, und verspricht denen, welche zu ihm nach Navarra tw men, noch außerdem cine Belohnung. Jn dem dritten Dekret wird verordaet, daß alle dfsentlihen Beamten, welche aus At hänglichkeit an die Legirimitát es vorgezogen haben, auf ihr} Stellen zu verzichten, Und die Provinzen, wo die ncue Regierung pro: H klamirt wurde, zu verlassin, ein Recht auf eine Belohnung ha|* ben und den übrigen Unterthanen bei Bescekung der Stella vorgezogen werden sollen. Don Carlos erklârt ferner, daß «f als seine besten Diener die betrachte, welche beweisen würden, daß ‘sie der revolutionnairen Regicrung seiner Nichte nicht di Eid der Treue geleistet hätten. i Der Indicateur de Bordeaux vom 12ten d. enthil Folgendes: ¿Die uns zugehenden Nachrichten aus Spanien b iveijen, daß der Bürgerkrieg in den drei insurgirten ‘Provinz seinem Ende noch nichr so nahe ist, als die Interessen der poli tischen Welt es wünschen ließen. Da wir aber vor allen Din gen unsern Lesern die Wahrheit schuldig sind, so theilen wir ih nen die Thatsachen ganz fo mit, wie uns unser Bayonner K respondent sie unterm 1lten d. meldet. Die Karlisten sind, wi wir bereits gemeldet hatten, gleih nach dem Abmarsche Rodil * wieder von den Bergen heruntergekommen, hätten versucht , s Vera's zu bemächtigen, und daselbst eine Zoll, Behörde im men Karl's V. einzusezen. Nach andern Nachrichten, welche iw" deß nur dur Reisende mitgebracht worden, wäre ein zweit Angriff auf Vera noch glücklichey ausgefallen, als der erste. Di! Insurgenten hátten die fleine, vou allen Seiten ofene Stad mit Sturm genommen, und die {wache Garnison über d Klinge springen lassen. Es bestätigt sich, daz Don Carlos bi! dem Gefechte gegenwärtig war, aber nicht kommandirte. Es || auch von eineti Angriffe Zumalacarreguy's auf die kleine Stad! Viana die Rebe gewesen. Er soll zuräckgeworfen worden seyt aber nicht, ohne den Truppen der Königin bedeutenden Verluß zugefügt zu haben.“

Gestern is die Tribune auf der, Posi und in ihren B reaus in Beschlag genommen worden. :

Jn dem gestern hier abgehaltenen Wettrennen hat der „Felix“ des Herrn Rieussec den großen Preis von 12,000 Fr. gewonne!

Das Gerücht, daß Toreno an die Spiße der Spanische! Verwaltung treten würde, hat heute ein ziemlich bedeutende Steigen der Spanischen Papiere veranlaßt, da unsere Spekl lanten, in ihrer jeßigen Lage, die Annahme des Toreno’sh#* Planes als ein Glúck zu betrachten gezwungen sind. B

Frankfurt a. M., 18 Septbr. Oesterr. 5 all! (1002. 1001. proc. 91,7. 91. 24proc. 534 L 0 Bank - Actien 1513. 1511. Bart. - Oblig. 1382. 1382, Loose pl 100 Gulden 2062. Br. Preuß. Präm.-Sch. 572. 562.- do. pro Anl, 94. Br. Holl. 5proc. Oblig. von 1832 964. 362 Polt Loose 653. 651. 5proc. Span. Rente 354. I5=. Iproc, do. 242, Un

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S E P D E

Medacteur C'attet.

R R E R E N T S A B Eta ag Aae arne

Gedruckt bei A. W. Hany t

Provinzen ; i , nenten das Blatt am Vorabende seines Datums durch dic Stadtpost frei

wir bitten, die Bestellungen bis spätestens den 30sten d. M. an

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Rade vor dem Walde, Rec hen Adler - Orden vierter Klasse

* länder zum Pfarrer der evangelischen Kirchen in Hermsdorf

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2 264.

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'Beim Ablaufe des Quartals wird hiermit in Erinnerung gebracht, daß die Bestellungen aber bei den Ködniglichen Posi-Aemtern zu machen sind, und daß der Preis für den ganzet! Umfang der

| des Blattes eine Unterbrechung erleidet und nicht sämmtli

Allgemeine

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Berlin, Dienstag 060i

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ins Haus gesandt wird. uns gelangen che Nummern vom

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zu lassen, indem #0 : Anfange des Quartals an nachgeliefert

auf diese Zeitung nebfi Monarch e auf 2 Rthlr.

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Amtlihe Nachrichten. Kronik des Tages. Se. Majestät der König haben dem Prediger Hoefer zu

Regierungs-Bezirk Düsseldorf, den Ro- zu verleihen geruht.

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Bec iMtigung: Der Allerhöchst zum Kommerzien - Rath ernannte faufmän- nische Beisitzer des Sradrgerichts zu Elbing, Kaufmann Rogge, führt nicht die Vornamen „Samuel Ferdinand‘/, sondern „J 9-

hann Friedri ch“.

Jm Bezirke der Kdnigl. Regierung zu Königsberg ist der bisherige Pfarr - Adjunkt Rey-

und Pellen ernannt worden.

Angekommen: Der Minister-Resident mehrerer Deutschen Höfe am hiesigen Hofe, Kammerherr Oberst-Lieutenant von

Röder, von Halle.

Zeitungs-Nachrichten. Mul an d

a Ed)

Paris, 15. Sept. machten vorgestern eine Spazierfahrt in der Umgegend von Com- piègne. Schon um 7 Uhr Morgens verließen Höchstdieselben diese Stadt, begleitet von dem Minister des Junern und dem Marschall Mortier. Fünf andere Wagen folgten mit den Adju- tanten des Königs und der ‘Prinzen, den Ehrendamen der Köni- gin und der Prinzessinnen, dem Fürsten Galißin, dem Obersten Caradoc und mehreren Generalen. Die Fahrt ging zunächst nach Pierrefonds und von hier nach Villers-Cotterets, wo, nach vor- heriger Musterung der National-Garde, unter einem in dem be- nachbarten Walde aufgeschlagenen Zelte cin Frühstück eingenom- men wurde. Nach Beendigung desselben begab die ganze Ge- sellschaft sich nah Crépy/, welche Stadt den König noch nie in ihren Mauern gesehen hatte. Auch hier wurde die National- Garde gemustert und den Behörden auf dem Rathhause Auw- dienz ertheile. Um 4ck Uhr bestiegen Ihre Majestäten wieder Jhren Wagen und waren Um 7 Uhr in Compiègne zw rûck, wo mittlerweile die Minister der Marine, des Handels und des öffentlichen Unterrichts aus París eingetroffen waren und jeßt mit zur Königl. Tafel gezogen wurden. Der König wird morgen aus Compiègne in Saint-Cloud zurückerwartet.

Der neue Túrkische Botschafter, Reschid Bey Efendi, ist hier in der Straße Laffitte im Hotel d’'Artois abgestiegen. Sein Gefolge besteht, außer seinem Sohne, aus einem Dolmetscher, 2 Legations-Secretairen und 12 Türkischen Domestiken. Der Tag, an welchem die feierliche Antritts-Audienz stattfinden wird, ist noch nit angeseßt.

Der (gestern erwähnte) Artikel des Journal de Débats über die Wendung, welche die Lage der Dinge in Spanien zu nehmen (cheint, lautet im wesentlichen folgendermaßen: „Die Bewegung der Reform schreitet in Madrid mit einer furchtbaren Hast vor- wärts. Man sollte meinen, man hätte es mit einem Volke zu thun, das erst zur politischen Freiheit heranwächst und noch keine der Stürme zu bestehen gehabt hat, mit denen man anfänglich die Eroberung, und später den Genuß derselben zu bezahlen hat. Und doch sien auf den Bänken der Prokuradoren-Kammer, von wo das Geschrei der Ungeduld ertônt, Männer, deren Namen sich an alle Epochen der Spanischen Freiheit knüpfen, Männer, die die dffentlichen Leidenschaften abwechselnd zu entfesseln und zu bezähmun gehabt, und die besonders die Schwierigkeit dieser leßtern Aufgabe kennen gelernt haben. Und jeßt sieht man sie sich auf demselben Meere einschissen, welches noch mit den Trúm- mern ihres ersten Schiffbruches bedeckt ist. „/,„Die Revolution muß in Erfállung gehen! ‘//’ mit diesen Worten reißt man Alles um sih her mit fort: Volk,/ Kammern, Miliz und Verwaltung. Und wer traut sih die Macht zu, diese Revolution zur ge- hôrigen Zeit aufzuhalten ? Wer will es verhindern, daß die Reform in alle Zweige einer Regierung eindringe, die ih- rer gänzlichen Aufidsung nahe war? Sicherlich Niemand und wir ohne Zweifel noch weniger, als irgend Einer. Aber wer mißt auch nicht mit tiefer Besorgniß den Raum, der in so kurzer Zeit durchlaufen worden ist! Welch eine Entfernung von dem Ministerium Zea und dessen Manifeste bis zum Kô- niglichen Statut und dem Ministerium Martinez de la Rosa! Kaum hat man das Land für reif erklärt zu einer Aenderung in der Thronfolge, zu einer alimäligen Reform in seiner Verwal- tung, zu der Unterdrückung seiner politischen und religiósen Miß- bräuche, und hon wollen einige leidenschaftliche, dur ihre frú- here Verbannung erzürnte oder durch Ehrgeiz verblendete Ge- müther ihr Vaterland in abenteuerliche Unternehmungen stür- zen? . Die politische Versammlung, welche eine so shwere Ver- antwortung auf sich nähme, würde nicht einmal den gewöhnli-

chen Vorwand allec geroaltsamen Revolutionen für sih haben. Sie kann die Regierung nicht der Schwäche, der Nachsicht oder der Theilnahme für den gemeinschaftlichen Feind beschuldigen. Alle Mitglieder des jeßigen Kabinettes haben sich für die Frei-

über, jeden Rückzug abgeschnitten. Jhre nissen von 1833 fúr die Unabhängigkeit naire Uebertreibung kann nicht so wei gegen die En dem sie den Grund gelegt haben, zu

en das Fortschreiten,

und alle Welt weiß mit ihnen, daß sche Freiheit zu profklami Geseßze einführen muß.

gen, und sie werden sie lösen.

wo die Lage des Landes die M erheisht und die ganze Sorgfalt der Regierung nimmt, jeßt, wo der Bürgerkrieg vier Provinzen verwüstet, und wo in anderen eine zerstdrende solchen Augenblicke will eine politische gierung Verlegenheiten bereiten ,

mäßigern Zeiten vielleicht erliegen E ¡ren insurgirten Provinzen die durch Eure wenn ZJhr wollt, Entse verbreitet nicht Unruhe Freunde. erörtern. lichkeit der Minister, das Alles sind Fra werden müssen, und Jhr we Freiheit günstigen Sinne lösen. womit Andere enden, U batten einer unerfahrenen Ver) in der Ruhe reiflicch erwogen wer Reiche umstürzen, un : i ben will. Der König und die Königl, Familie | schen Cortes nicht verstanden, und wi Heil Spaniens, daß

Revolut

Später kdnnt

Auf diese

schlecht verstandene V werden.‘

cine kurze Anzeige 10ten erhalten habe,

nehme. Ueber die gestrigen den großen Königl. P

zu gewinnen, ein doppe ten ih denselben streiti

Rieussec: die beiden er

Minuten 522 Sefun Ihm zunäch{t kam „, Dasselbe Pferd (Felix) Preis und im Jahre

Bemerkung, daß selbst

Unter dem Titel . d. J. Dagegen geht der ., Vi derselben Farbe,

Edinburg angetreten ,

Gränze der beiden

schen

heißen und dann von rúst hinaufgeleitet, Jn Bezug auf die geschehen, viel bleibe

weiter nah Kels\o.

tet. Ueberall, wo der

heit verbürgt; fast alle haben sich, der Contre-Revolution gegen:

úberreiht, Reden ge

ren, sondecn

nd wer

d in ihrem Weise hatten wir

Man wollte heute morgen wisse auswärtigen Angelegenheiten durch den Bayonner Telegraphen

{ aus Madrid vom Spanische Ministe- r revolutionnaire d mehr überhand

des Grafen von des Jnhalts, daß das rium in völliger Auflösun Geift in der Prokuradoren-K

Pferde-Rennen auf dem Marsfelde um . enthalten die hiesigen Die mit Gräben und diesem Rennen den zwei-

reis von 12 Blätter ausführlichere Mittheilungen. Barrièren versehene Bahn betrug maligen Umkreis des Maréfeldes,

Renner bekannt waren, nämlich mour, „Noëma“‘/ des Grafen von Cam

beiden Läufen erreichte „„Felix“/ zuer mal in 4 Minuten 50 Sekunden , gew

des Kronprinzen davon getragen.

auf der Bahn bei Paris mitgelaufen, als diesmal der „Felix“/,

nen machten den Beschluß. Le Réformateur““ wird vom 1. Oktober

blikanishes Blatt, und Kersausie, erscheinen. et Oise““, ein Blatt von usfômmt, von Herausgeber desselben

anschließen wollen.

Großbritanien und Jrland.

London, 16. Sept. Schottland eingegangenen Berichten , bereits in Coldstream, der ersten onnen.

ab in Paris ein neues repu von den bekannten Herren Raspail

demselben Zeitpunkte ab, ein, sich denen des „Réformateur

Ehrenpforte, auf der V

Wappen angebracht - jauchzt freudig der Ankunft Als der Wagen des Grafen unter entblôßte die ganze Menschenmasse, das Haupt und empfing ihn mit

von 1 6 Reform hieß es darin, noch zu thun Übrig,

dem Wege pu Hauptstadt

Dieser Aufgabe Aber jeh

würde die ion ge

ken in das Herz

und Besorgniß Ihr mit Muße

Fall F

sey und

bei

g, von denen 3 „Jra steren 4jährig,

den), und

„Noëma‘/ und

1833 den Königl.

die besten

gilanl de Seine

das gegenwärtig in Ve

indem

Lord Grey

und

auf Schottischem Boden , seinen Triumphzug beg ditte der Brücke errichtet, eine Fahne, unter

nigreiche ;

-

daß durch die Parlaments-Reform de Verbesserungen und Veränderungen g die Rede unter lautem

Beifall beendi Dort und in a

Lord durchreist,

tet, die Läden geschlossen, Adressen von

halten u. s. w.

t gehen,

itwirfung aller I

“Krankheit herrs

unter denen es

Rayneva ammer je mehr un

000 Fr

Englischen Pfe das Ziel n errreicht hätten.

führte die

Adresse in Schot einem dazu ernannten Comité elchem er eine Anrede an viel sey zwar schon aber tröôstiich sey es, zu allen nüßlihen

Herzen haben vor den Ereig- geschlagen. Die revolution- sie der Abneigung ge- twicéelung eines Werkes, zu 1 beschuldigen. 3 es nicht genügt, die politis daß man sie auch in die haben sie sich unterzo- dem Augenblicke, Zational:-Kräfte in Anspruch

tin

reun

sie auf der gefahrvollen Bahn, ergangenheit sie geführt hat,

n, daß der Minister der

daß de

und es war, um den lter Sieg erforderlich. Vier Pferde may bereits als ausgezeichnete Diavolo‘ des Lord Sey- bis und „Felix“/ des Herrn das le6tere 6jáhrig. st das Ziel

das zweitemal in 4 ann somit den Preis. „Fra Diavolo“‘“. hatte auch im Jahre 1832 einen Bezirks- Preis und den Preis Ein hiesiges Blatt macht die rde, die bisher iemals so rasch, Einige Privat-Ren-

dann

rsailles hera die

hat,

Inschrift :

des Patrioten Grey der Pforte angelangt war, welche die Brücke umstand, ehrfurchtsvollem als er die Brúcke passirt war, ershallte ein lautes „Lebehoch.“ Der Graf wurde in Prozession nach mit Ueberreichung einer

dem Marktplaßze tland willkommen ge-

x Weg

ebahnt worden. reiste Graf Grey llen folgenden Oertern auf sind ähnliche Festlichkeiten vovberei-

gt war,

werden die

Fünf und

t in einem Versammlung der Re- selbst in regel- ' Stellt zuvörderst in Ruhe wieder her; befriedigt fäáhrdeten Jnteressen ; \schleudert, Eurer Feinde; in den Reihen Eurer Eure abstrakten Jdeen Die Presse, die persdnliche Freiheit, die Verantwort- gen, die Euch vorgelegt rdet sie eines Tages in einem der

Aber fanget nicht mit dem an, fet niht in die verwirrten De- ammlung alle jene Theorieen, die den müssen, wenn man nicht d und Feind begra- die Mission der Spani- x hoffen noch immer zum

nach den leßten von seine Reise nach

benachbarten Städten

23îen September C C A D E T B NT RURERETETES

Stärke der teressenten e

See L R T E Cd E A m

Sie wissen

aber

auf die eine inne halten

Preis

In (das evrste-

redigirt

Stadt Eine bezeichnete die dem Schotti- „Schottland

entgegen.“

Schweigen; geführt,

auf ein Ge- das Volk hielt.

Nachdem

Glocken geláu-

eitung.

zum Bürger aufgenommen :

von Schottland ,

1834.

aE S A Ui E Ea E

ränumeration hier am Orte bet der Redaction ( Mohren-Straße Rr. 34), in den reuß. Cour. vierteliährlich festgeseßt ist, wofür den hiesigen Abon- uflage für das kommende Vierteljahr abmessen zu kbnnen , müssett s sich selbs zuzuschreiben haben, wenn die Zusendung

werden khnnen

von Edinburg, denen sich Deputationen der Zünfte von Leith beige- sellten, haben beschlossen, in Prozession dem Grafen bis an die Gränze des Gebietes entgegen zu gehen. Gebäudes, welches zu dem Edinburger Blätter eine Präsidirenden mit ihren Gehülfen werden auf erhöhten Platforms an beiden Enden des Saales Plak nehmen ; lange parallel laufende / von einein Ende des Gebäudes bis zum andern werden 3000 Gedecke enthalten ; Thronhimmel mit dem Buchstaben (G verziert, ist von der Pracht des Bärgerbriefes, Stadt Edinburg niche Rühmens genug zu ma Lithoaraphen mit großen Buchstaben in s{önen bunten Farben auf Pergament Stadthause zur

Von dem Jnnern des großen Festmahl eingerichtet ist geben die ausfúhrlihhe Beschreibung ; die beiden

Tische

ein erhöhter Sit in der Mitte, unter einen der Grafen - Krone, einem Lorbeerkranz und für Lord Grey bestimmt. Auch welcher dem Grafen von der wissen die Blätter

überreiht werden wird, von einem bekannten

hen. Er ist

geschrieben und war einige Tage lang auf den Schau ausgestellt. Die Schrift besagt, nach der Graf Grey von Howick werde

dem gewöhnlichen Eingange, l „nicht nur zum Beweise der Anevr-

kennung der glänzenden Talente und Tugenden, die ihn als Staatsmann während einer langen und schwierigen L anfbar-

auszeichneten, sondern auch zum Beweise der innigen feit für seine ausgezeichneten Dienste als erster Minister der Krone und vor Allem für die große Maßregel der ‘Parlamenrs- Reform, welche, wie sie fúr das ganze Reich eine unschäßbare Wohlthat sey, noch insbesondere beglückend sey fúr das Volk indem sie demselben das politische Gewicht

und Ansehen beilege, welches dem Búrger eines freien Staates

gebührt.“

Auch über den festlichen Berichte aus allen Städten ein. „Die Ankunft des Lord Brougham hat uns sehr erfreut. Der

gewdhnliche Gang der Geschäfte wurde unterbrochen, um den

Empfang feierlich zu machen. Solches Hurrahrufen, so lärmen-

den Beifall habe ih in meinem Leben noch nicht gesehen , selbst

bei Annahme der Reform-Bill nicht. Heute wurde dem Lord

von der Stadt ein Festmahl gegeben - seine Gesundheit wurde

unter so donnerndem Beifall getrunken, daß ih glaubte, der

Lärm werde gar kein Ende nehmen. Das Ministerium ist hier

so populair wie möglih. Alle Städte, durh welche der Lord-

Kanzler reist, ertheilen ihm das Ehrenbürgerreht, und ín Dun-

robin, dem nördlichsten Punkte seiner Reise, wurden ihm Adress

sen mit dem Ehrenbürgerrecht sämmtlicher nördlicher gelegenen-

wahlberechtigten Ortschaften überreicht. Am meisten Reden wurden

in Aberdeen und dann in Dundee gehalten. Am ersten Orte hatte

der Lord-Kanzler auf dem Stadthause die Adresse des Magistrats,

welche ihm das Bürgerrecht ertheilte, die der Zünfte und zulebt die

der Universität zu beantworten - welhe ihn zum Doktor der

Rechte ernannte. Als er von dem Stadthause nah dem Gilde-

hause gehen wollte, war das Gedränge auf dem Markte so groß,

daß der Zug nicht weiter konnte. Der Lord-Kanzler ging in ein

nahe gelegenes Hotel und haranguirte das Volk aus dem Fen:

ster. „„Es ist das erste Mal‘, sagte er, „daß ih zu den Unter-

thanen Sr. Majestät aus dem Fenster rede; vielleicht wird man

mich deswegen einen Radikalen nennen; da aber Jhr Beneh- men bisher so geseßt und ordentlih war, so hoffe ih, da Sie

doch so neugierig sind, einen Juristen aus London zu sehen, daß Sie mich jeßt lange genug angesehen haben werden und mich weiter ziehen lassen, ohne daß ih den Schub der Doktoren in Anspruch nehme.“ Lachend machte man jet dem Lord - Kanzler Pla. Auf seine Rede bei dem Diner war ‘man sehr gespannt, weil man die Worte, die er in Jnverneß gesprochen, desavouirt zu sehen hoffte. Wirklich äußerte er sich diesmal so wie bald darauf in Dundee in einem viel weniger konservativen Ton, wenn gleih er noch immer sehr heftig zegen die Radikalen zu Felde zog. „Es giebt eine andere Klasse‘“, sagte er unter Anderm- „„die nimmer zufrieden ist, wenn wir nicht fortwährend Verän- derungen machen, die, sobald wir einen Augenbli stehen blei- ben, um zu überlegen, ob und wie ein Fehler wegzuschaffen sey, über Saumseligkeit und Verzdgerung schreit; nur Zeit und Ueberlegung werden uns in den Stand seben, eine gute und we- sentliche Reform zu Ende zu bringen, und wer den andern Weg einshlägt, der ist kein Reformer , sondern ein ungeduldiger und leihtsinniger Neuerer. Fch lobe und schäßze die bestehenden Jn- stitutionen unseres Vaterlandes hoch; doch habe ih redlich mit- gewirkt, die Mángel dieser Institutionen, unter denen England groß und blühend geworden ist, zu verbessern; um diese Insti- tutionen aufrecht zu erhalten, würde ih mein Leben lassen, den- noch würde ih mi nicht euen, an den entferntesken Punkt der Erde zu gehen, um sie der Liebe und Achtung des Volkes noch würdiger zu machen. M. H., ich spreche zu Schotten, zu gebil- deten, besonnenen und wohl überlegenden Männern, und Sie werden mich verstehen.

Jch habe Jhnen den politischen Grund- salz dargelegt, nach dem ich bisher gehandelt; ih würde Alles thun, um unsere Institutionen zu verbessern, aber ih würde mein Leben lassen, um Sie vor einer Revolution zu shüßen. Man müßte ein Narr, man múßte verrúckt seyn, wenn man be: haupten wollte, daß diese beiden Aufstellungen mit einander un- vereinbar seyen. Dennoch habe ih mich neulich mit Vorwürfen überhäuft gesehen, als hätte ih die Grundsäße, welche- ih bis- her vertheidigte , (eichtsinnig verlassen; als sey ih kein Whig mehr; als hätte ih die Reform aufgegeben und die Liebe zu den Institutionen meines Vaterlandes verloren; und diese Vor- würfe macht man mir, weil ich kürzlich erklärt habe, was ich jeßt wieder erkläre, daß in der ganzen Geschichte derWelt keinBeispiel einer ehrwürdigeren, reineren und fleckenloseren, durch legislative Weis-

Empfang des Lord-Kanzlers laufen Aus Aberdeen schreibt man :

zwanzig Zünste

| heit ausgezeichneteren Versammlung zu finden ist, als das gegenwär-