1834 / 270 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

D F och immer kommt es vor, daß Belgische Schisser und Rheder die Anerbietungen der Niederländischen Regierung, ihr?

Schiffe unter Holländischer Flagge segeln zu lassen, annehmen. So ijt am 19ten ò. das Schif} „„Henriette‘/, Capitain Ooftwel den, von Antwerpen auf der Rhede von Vliessingen angekommen, um für die Zukunft für Rechnung eines Rotterdamer Han: delshauses zu fahren.

_ Amsterdam, 18. Sept. (Sehw. Merk. )- Der bekannte Torenoche Finanzplan, mehr aber der Antrag, den auf ben Srund dessciben die zu dessen Begutachtung von der Prokurado: ren: Kanimer ernannte Kommission in ihrer Mehrheit gemacht hat, s<heint bei unsern Kapitalisten der Sache des Spanischen Keon- Prätendenten, Don Carlos, sehr zu Statten zu komen. Es haben si nämlich in diesen legten Tagen viele Unteczeichner zu der fúr dessen Rechnung an hiesigem Plate (so wie auch zu Vondon) eröffneten Anleihe gemeldet, da man die Bedingungen derselben in sofern für vortheilhaft hält, als man sich, mircrelst einer eben nicht sehr bedeutenden baaren Daraufgabe, neue Ar: spráche fúr den Fall erwirbt, dag dieser Fürst den Sieg erlan: gén folie. Auch die für ebendenselben in mehreren Holländi- [chen Plägei! stattfindenden Schiffs. Rüstunaen und Waffen - An: schaffunaen haben auten Fortgang. Die Regierung aber, ermäch- tigt sle solche auch nichr förmlich, scheint sich doch dabei volltom- men theisnahmlos zu verhalten; ein Mittelweg, der bei den ei- genthún ¿taats Verhältnissen Hollands gewiß nur Biili- aung finden dürste.

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daeiiover, 22, Sept. Unter den le6ten Verhandlungen

der vereaaten Stände-Versammlung war die Berarhung zweiter Kamnaer über das Ministerial- Schreiben vom {. September von Wichtigkeit. Jn jenem Schreiben war nämlich von dem Mi-

nterium beantragt, es möchten die Geldmittel, die in Folge der

verhinderten Ausführung des Zoll- Vertrages mit Braunichweig

und durch die Uebernahme der Kavallerie- Verpflegung und des

Infanterte-Services auf die Landes Kasse herbeigeführt seyen, so

wie das Bedürfniß der Kassen und das Fortschreiten der anzu-

ordnenden Lequídationen über die seit dem i. Juli 1834 zu lei

fiende Becagutungen solche erforderten, bis zu dem Betrage von

240,004 Rehir. dur Anleihen herbeigeschasst werden. Ein

Thei¿ der Mitglieder der zweitenKammer glaubte, sich diesem Antrage

w'oersepen zu müssen. Sie wünschten, daß die Entschädigungen

@cgen der Kavallerie-Bequartierung und Verpflegung, so wie

vegen Aufhebung des Infanterie: Servis, zur Verminderung

des Deficits bis zum 1. Januar 1835 aufgeschoben und nur eine

¿inlethe bis zum Betrage von 90,000 Rthlr. genehmigt werde.

Das System der beständigen Anleihen, welches man seit einigen

Jahren befolge, sey dem Lande nur shädlih, zumal auch ‘die

Zinsen dieser Summen getragen werden müßten; durch die so

verspáteten Kojten würden die Vortheile der Aufhebung der

wf avalierie-Bequartierung fast ganz vernichtet; und man müsse an Ende befürchten, wenn man diesen Weg nicht ändere, einem

beständigen Desicit entgegen zu gehen. Die Mehrheit der Kam-

mer erf!árte dagegen, daß man bereits früher den Beschluß ge-

faßt habe, die Kavallerie:Bequartierung und den Infanterie-

Servis vom 1. Juli 1834 an aufzuheben; man könne jebt da-

von nicht abgehen, ohne durch die Aussezung dieser Maß- regel, die so lange gewünscht worden sey, Unzufriedenheit zu er- regen, Es bürfe das Versprechen doch darum nicht unerfüilt dièiben, daß wegen unvorhergesehener Ereignisse ein Theil der

Finnahme ausgefallen sey. Die Kavallerie: Bequartierung und

der Jnfanterie-Servis seyen drú>end gewesen, weil sie von cin-

zelnen Klassen hätten getragen werden müssen; aber durch diese

Unicihe werde die Last aleichmáfkig auf alle Unterthanen vertheilt,

und man kônne daßer nichc behaupten, daß die Erleichterung der Aufhebung durch die erhöheten Bedürfnisse der Anleihen aufge- wogen werde. Der Antrag des Ministeriums wurde bei der Abstimmung get. ehmigt, In dem Verlaufe jener Verhandlun- gen wurden guch die Verhältnisse des Finanz- Haushaltes im Ganzen gercürdigt. Man erwähnte tadelnd, daß 1830 in den Kassen en Uederschuß von 400,000 Rthlr in der Steuer- Kasse gewesen sey; aber seir diejer Zeit habe man -'5 der Gruad - Steuer erlassen, habe den Licent von Roggen erlassen, V die untere Klasse der Personen- Steuer vermindert. Alle iese Ausfälle seyen durch Anleihen gede>t worden. Man habe f:rner fúr die Kriegs-Rúüstungen und für Erleichterungen des Norhstandes andere Schulden aufgenommen, und so sey der Fi-

nanz Hauéhait der Steuer-Kasse seit 1830 um 1,400,000 Rthir. zurückgegangen. Außerdem habe die Domainen-Kasse einen Ver- lust von 1,200,000 Rthlr. erliuten. Darauf wurde jedoch er- wiedert, die Verminderung in der Domainen - Kasse sey dur polttische Ercianisse im Aligemeinen, dur< Unruhen in den be- aachbarten Staaten, dur<h den Aufruhr im Lande selbst und urch fehlge’<liaaene Aerndten herbeigeführt worden. Gegen (ce Verhältnisse könne doch die Finanz-Verwaltung nicht an- ¿mpfen. Was die Verminderung in der Steuer-Kasse betreffe, so habe das halbe Bundes - Kontingent aufgestellt werden müs- (¿n Außerdem scy mit Bewilligung der Stände die Grund- {teuer um 90,000 Kthlr. vermindert, und allmälig für Re- clamationen bei derseiben 400,000 Rthlr. erlassen worden. Um den Klagen, die von den Ständen über den Druck der unteren Klassen geführt worden seyen, abzuhelfen, habe man den Roggen- 'icent aufgehoben und die Personen-Steuer erleichtert, wodurch cin Ausfall von 150,000 Rihir. entstanden wäre. Dazu habe sich die Branntwein-Steuer dur<h ungünstige Aerndten und die fortgeschrittene Industrie von 400,900 Rthir. auf 280,000 ver- raindert. Den Ereignissen im Allgemeinen müsse man also diese Beriainderungen zuschreiben, und sie würden in nächster Zeit sich wohl bald wieder ausgleichen. Bei allem dem kdnne man aber gar nicht behaupten, daß die Finanzen im Ganzen sich verschlech- tert haben, indem von 1830 vis 1834 jährlih 450,000 Rthlr. oder zusammen 1,890,0(0 Rthlr. an Schulden getilgt woorden seyen.

Kassel, 24. Sept. Jn der Sibung der Stände-Ver- sammlung vom 23sten September wurde das Finanz- Gesetz nochmals revidirt und tnit den dur die neuesten Beschlüsse über den Militair - Etat und andere Differenz-Punkte nothwen- dig gewordenen Modificationen angenommen. Es wurde be- (<lofsen, dasselbe nunmehr Behufs Sanction an die Staats- Regierung zurückgehen zu lassen. Nachdem sodann verschiedene Petitionen ihre Erledigung gefunden, ging die dffentliche Sißung in eine vertrauliche über, in welcher, dem Vernehmen nach, die Frage úber Creirung von Kassenscheinen diskutirt und verneint

worden ift.

München, 21. Sept. (Leipz. Ztg.) Von unserem vandsmanne, dem Professor Falmerayer, sind Briefe aus Grie- chenland eingetroffen. Der Urlaub, welchen derselbe zur Berei- sung des Orients auf drei Jahre erhalten hatte, geht mit dem

1. November dieses Jahres zu Ende. Professor Fallinerayer,

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gegen Thiersh die Abkunft der heutigen Griechen von den alten Hellenen leugnen (m. s. Fallmerayers: „Geschichte der Halbinsel Morea‘/) scheint ni<t nur von seiner Ansicht ganz zurückzu- fominen, sondern schreibt selbi, er habe in Sparta einige Dôör- fer getroffen, dereu Einwohner die Alt-Griechishe Sprache no< so ziemlich in ihrer Ursprüaglichkeit besaßen. Griechenland be: dúrfte nur der Ruhe , um die Alt- Griechische Sprache alimälig bei der Nation einzuführen. Bereits sind mehrere Geschichtschrei- ber, Dichter und Gramrmnaciker aufgerreten, deren Erzeugnisse al- len Beifall verdienen, und die es mit Glück versuchen, unter vielen anderen Alt Griechischen Formen namentlich den selbsiständi- gen Infinitiv, die alten Participial -Conskructionen und den al- ten Periodenbau zu gebrauchen. Sie bereichern au<h das Ma- terial der Griechischen Sprache mit vielen neuen Wörtern. Sie bereiten bas Land, um alle im Munde des Volkes befindliche Wörter aufzuzeihnen und in ein Wörterbuch zu sammeln. Die- seiben haben auch bereits nicht nur die altgriechischen Wörter ge- fammelt, welche bisßer den Lexitographen entgatigen Waren , sou- deri auch durch Wörterbücher der Alt-Griechtschen Sprache auf die Bildung der neugriechi\<en zu wirken gesucht, indem sie die grotien Lexika von Schneider, Riemer und Stephanus Überselz- ten und für die Griechen gehörid bearbeiteten. Die Sprache des alten Hellas lebt noh in dem neuen Griechenland.

23, September enthält eine Bekanntmachung der MintKerien der auswärtigen Angelegenheiten und des Jnnern, wonach durch gegenseitiae, unter dem 19. August zu Parts ausgewechselte Er- klärungen der Königl. Württembergischen und der Königl. Grie- chischen Regierung, die Erhebunz des Abzugs und der -Nachsteuer gegenseitig aufgehoben und dabei bestimmt worden ist, daß die zwischen beiden Regierungen abgeschlossene, vom Tage der Aus- wechselung in Krafc und Wirksamkeit tretende Uebereinkunft auf alles noch nicht ausgeführte, wenn gleih früher angefailene Vermögen angewendet werden soil.

Darmstadt, 22. Sept. Gestern Mittag ließen Se. Königl. Hoheit der Großherzog, in Begleitung IJ. HH. des Erb- Großherzogs, der Prinzen Karl und Emil, und eines zahlreichen Stabes, die Regimenter der hier garnisonirenden 1sten Jnfanterie- Brigade, so wie das Regiment Garde - Chevauxlegers auf dem Paradeplatze nach einander die Musterung passiren. Beim De- filiren der Regimenter irat der dem ersten Jufanterie, Regimente als Seconde-Lieutenant aggregirte junge Prinz Alexander in sei- n n Zuge ein. Se. Hoheit der ‘Prinz Emil führte das Garde- Cevauxlegers-Regimenr Höchstielbst in der Uniform des Regi- meuts an des Großherzogs Königl, Hoheit vorbei. Nach der Revue hatten sämmtliche Stabs Offiziere der Großherzoglichen Truppen die Ehre, von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzoge zur Tafel gezogen zu werden. Heute Bormittag musterten Se. Königl. Hoheit auf gleiche Weise die Regimenter der hier durchtnarschirenden zweiten Jnfanterie- Brigade, welche hierauf Cantonnements in den Ortschaften südlich und östlich der Stadt bezog, in welcher Gegend den 23., 25. und 27. d. M. die größeren Feld- Manöver stattfinden werden. Hierauf begaben Sich Allerhdchst- dicselben mit Jhrem Gefolge auf den Exerzirplaß und inspizir- ten hier die mit einer halben Batterie reitender, zwei Batterieen Fuß-Artillerie und der zur Bedienung der Belagerungs-Batte- rieen nöthigen Mannschaft in Parade aufgestellte Artillerie. Nach- dem die Artillerie an Sr. Königl. Hoheit dem Großherzoge vor- bei defilirt war, zog sie sich zurück, um ein, Mandver mit schar- fem Feuer auszuführen. Die reitende Artillerie rückte im Ga- lopp vor und nahm seitwärts Position, um durch ihr Feuer den Aufmarsch der Fuß- Artillerie zu de>en, der raf vollzogen wurde. Avf zwei Positionen, 1000 und 600 Schritte vom Ziele, einer 80 sangen undo 6‘ hohen Bretrerwand, erfolgte ihr wohlgenähr- tes Feuer. Fast die Hälfte der abgcschossenen Kugeln durch- bohrie die Wand, meistens in der Nähe der dur< einen Streifen bezeichneten Mitte. Nicht minder günstiges Zeug- niß von ihrer Fertigkeit im Schießen legte die Artillerie durch das nun erfolgende Feuer aus der Demontir: Batterie gegen die Schießscharten einer Schanze, der Ricochett- Batterie gegen den Wallgang einer größeren geschlossenen Verschanzung und aus der Mösrjer - Batterie ab, welche leßtere Bomben, Steine und Spiegel-Granaten warf, so wie sie durch ihr Bataille-Feuer, des- sen Wirkung die zahlreichen Zuschauer allgemein in Erstaunen sezte, den Beweis von ihrer vorzüglichen takrischen Ausbildung geliefert hatte. Das neue Matertal der Artillerie, im wesentli- chen nach Englischem Muster, wobei jedoch die Hessische Artil- lerie keine Verbesserung anderer Artillerieen unberücksichtigt ließ, bewährte au<h heute wieder seine Vorzüglichkeir. Alle Kenner zollen der Einfachheit und Zwe>mäßigkeit diejes Materials ih- ren Beifall. Die neuen nach der Angabe eines Franzd- sischen Artillerie - Capitains verfertigten Frictions - Schlag- röôhrchen, deren sich die Artillerie bei ihren dieëjährigen Uebungen zum erstenmal versuchsweise bediente, haben sich im Allgemeinen bei vorsihtiger Bearbeitung als ziemlih gut ge- zeigt. S. K. H. der Großherzog geruhten diesem Artillerie- Manöver bis zu Ende beizuwohnen und Jhre Allerhöchste Zufrie- denheit auszusprechen, die Sie überhaupt bei allen Musterungen gestern und heute über den trefflichen Zustand sämmtlicher Trup- pen und ihre vorzügliche Haltung zu erkennen gegeben hatten. Von allen Regimentern und Corps waren S. K. H. mit dem lebhaftesten Enthusiasmus empfangen worden. Das herrlichste Wetter begünstigte diese kriegerischen Schauspiele, denen Tau- sende von Zuschauern aller Stände beiwohnten.

Frankfurt a. M., 18. September. (Allgemeine Zei- tung.) Die am verflossenen Sonntag Abends in unserer Stadt und nächsten Umgegend stattgefundene Entwickelung militairischer Streitkräfte soll allerdings mortvirt gewesen seyn. Man erzählt sich, daß an diesem Tage eine ungewöhnliche Anzahl Studiren- der in unserer Mitte verweilt habe. Einige sollen (wenn dieses wahr, vermuthlich im betrunkenen Zustande) an öffentlichen Or- ten gesagt haben: heute Abend werden die Gefangenen befreit 1c., und darauf hin, und auf Mittheilungen von Außen her, sollen dann die militairischen Anordnungen getroffen worden seyn. Jch will die Wahrheit dieser umlaufenden Gerüchte nicht verbürgen, allein bei diejer Gelegenheit eine Bemerkung mir erlauben, die von einer tollkühnen Befreiungsschaar, sollte eine solche wirklich bestehen, wohl beherzigt werden möge. Die Bewachung der hie- sigen politischen Gefangenen ist jeßt so eingerichtet, daß eine Mit- theilung von außen von ihren Freunden nicht mehr möglich ist ; sie kônnen also nicht wissen, was für sie unternommen werden soll. Wollte eine kleine Schaar fremder Exaltirter sich aber- mals ein Rendezvous bei uns geben, und mit verste>ter Wasse cinen Angriff auf die Gefängnisse wagen, jo würden sie nicht allein, da die frühern Ereignisse keine. Schonung mehr zulas- sen, augenbli>lic<h mit blutigen Köpfen zurückgeschi>kt werden denn die Wache ist immer stark besetzt sondern sie würden auch augenblicklih durch das Aufgebot der Bundes-Truppen um-

bekanntlich einer der gelehrtesten und heftigsten Kämpfer , welche

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p S E Í ¡ ( j Stuttgart, 24. Sept. Das Regierungs-Blatt vom |

Loos dann unzweifelhaft. Glaube man ja nicht, daß solche vey abscheuungswürdige Unternehmungen auch nur im Entfernte sten Anklang bei irgend einer Klasse von Frankfurts Bewoh, nern fänden. Wir glauben, die Ansicht äußern zu dürfen, Frant, f furts Bewohner haben alle Ursache, mit Wort und That dahin H zu wirken, daß es nie mehr einer Schaar Verblendeter gelingt, auch nur im Geringsten Unruhen bei uns zu erwirken. Ab, Deutschland kann si über ‘das Schicksal der jungen Mönner, welche seit jenen allbekannten bedauernswerthen Ereignissen hier E im Unrersuchunas-Arreste sigen, beruhigen. Sie werden ansiäy t dig behandele, ihrem traurigen Loose geschieht jede Erleichterunz s die sich mit der Natur der Hoft verträgt. Mehr zu thun liegt E nicht in unserer Macht, noch in den Gesehen. Und welche U; sache is vorhanden, zu glauben, daß nicht, nah beendiaten Uu} tersuchungen, ein milderes Loos jenen Unglücklichen bevorsteh: 5 als man vielleicht vermeint? Thätliche Theilnahme zur verme:n lichen Erleichterung ihres Schicksals, oder gar ein abermalizgs Befreiungs- Versuch, könnte dasseibe nur verschlimmern. N

Oesterrei Q. Wien, 21. Sept. Am 19ten Morgens sind. Jhre Map stäten dex Kaiser und die Kaiserin von Brunn nah Olmüy q,

einzutressen gedachten.

in Mähren, Graf von Mazzuchelti, ist zum General - Feldzeuz meister ernannt worden ;

Am 1lien d. M brach in der im Olmüter Kreise liece den Stadt Hof um die Mitternachtöstunde Feuer aus, weld,Þ begünstigt durch die anhaltend tro>ene Witterung und cinen h} tigen Wind, mit einer solchen Schnelligkeit und Wuth um [4Þ griff, daß aile Rettungsversuche fruchtlos blieben, und die gan}

einer Stunde beinahe bis auf den Grund niedergebrannt wurd, und selbt die Kirche der Wuth der Flamme nicht entging. h} eine Rettung der Habseligkeiten war nicht zu denken ; Jeder wu} nur auf die Rettung seines Lebens bedacht. Allein selbst dies} zu erhalien gelang nicht Allen, denn 1 Personen wurden en} Opfer der Flammen.

Schweiz.

Verhandlungen der Tagsaßung zu liefern. Jn der Sißbung anf 5. Sept. stellte der Gesandte von Graubündten instructionsze| mäß den Antrag, die Tagsazung möchte gegen den Mißbraug! der Presse in jo weit einschreiten, daß den Ständen zu ew pfehlen wáre, die geeigneten Maßnahmen zu treffen, namen

diesem Behuf solle durch den Abschied zu Jnstructionen auf du} künftige Tagsaßung eingeladen werden.

stand auss<ließli<h in den Bereich der Kantonal-Gesegebungen falle, als weil das niedrige und pöbelhafte Schimpfen viele öffentlichen Blätter gegen Behörden und einzelne Magistrate zu: verlässig nur Ekel und allgemeine Verachtung gegen die Ur heber errcge. Gegen die Aufnahme stimmten 162 Stände, dafúr Uri, Unterwalden, Wallis, Bündten; wollten den Antrag nehmen Baselstadt und Neuenburg. Bern crôffnete, daß dur<h ein Dekret seines großen Rathes die Aus

selben nur auf gemeins<hädliche Verbrecher anwenden werde; et F wünsche Überdies, daß die gesammte Eidgenossenschaft den glei chen Entschluß fasse. Diesen Vorschlag wollten ad insìxuendun in den Abschied nehmen 42 Stände (Bern, Waadt, Luzern, Zl: rich, Baselstadt). Die übrigen nahmen die Eröffnung einfa ad relerendum. :

Staliten

Turin, 16. Sept. Se. Majestät ver König haben den diesseitigen Gesandten am Königl. Bayerischen Hofe, Oberst Graf Vittorio von Sambuy, zum General-Major ernannt.

Mailand, 19. Sept. Die durch die lezten Natur-Erei

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fen úber die Adda sind in Folge der angestrengten Bemühu gen aller dabei betheiligten Beamten bereits wieder so weit het!

können.

In Lovere is die Ruße ganz wieder hergestellt. Mehre von den RädelsfÜhrern sind festgenommen worden, andere habet die Flucht ergriffen.

Ua, 19 Dept

Die hiesige Zeitung meldet: „Ju!

Rom nach Genua der Jnfant Dom Miguel von Braganza hier dur<passirt.‘ j

Bologna, 18. September. Der Kaiserl. Oesterreichish General-Major Baron Geppert, der seit zwei Jahren in Forl den Ober-Befehl über die in der Romagna befindliche Oesterrei" chishe Brigade führte, is| vorgestern von dort abgereist und’ dürfte, wie es heißt, den General-Major Grafen Auersberg zuw! Nachfolger erhalten. i

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Folgendes sind dle neuli<h \{on erwähnten Betrachtunget| des Eco del Comercio über den Bericht der Majorität det! Finanz-Kommission: „Jn der Prokuradoren-Kammer ist der Be' richt des Finanz-Comités über den vom Finanz-Minister am 7. August vorgelegten Gesesz-Entwurf verlesen worden. Nachdem! wir uns mit dem Jnhalt dieses wichtigen Dokuments bekannt gemacht, scheint es uns nicht, daß die Kommission die wahren Grundsätze eines National-Kredits zu Rathe gezogen, den Jnte ressen der Politik Genüge geleistet oder die shwierige Lage, wo rin wir uns jeßt befinden, berúsichtigt habe, Die Kommission berührt, vielleicht ohne es zu wünschen, eine wichtige und zarté Frage des öffentlichen Rechts, die wir schon früher erwähnten, nämlich , ob die jezigen Cortes irgend einen Regierungsakt FetF dinands VIL. für nichtig erklären dürften. Wir werden zur g! hôrigen Zeit über diese Frage, die von gefährlichen Folgen seyn F kann, unsere Meinung aussprechen , die in keiner Hinsicht für F die in dem oben erwähnten Bericht vorgeschlagenen Maßregeln günstig ausfallen wird. Wir glauben gehört zu haben , daß die Kommission den Vorschlag des Finanz- Ministers, eine Anleihe von 400 Millionen Realen zu machen, zu derselben Zeit, wo er eine Reduction der Schuld vorschlägt, als nicht zeitgemäß be trachtet; aber wir möchten noch größeren Tadel für die Kom! mission darin finden, daß sie die Regierung ermächtigt, eine An: F leihe von 200 Miliionen Realen zu kontrahiren, und zugleich "

zingelt seyn; an ein Entweichen wäre nicht zu denken, und ihr

durch die Nichtanerkennung der seit 1823 bis jeßt ge!

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gereist, von wo Allerhöchstdieselben am 23sken wieder in Brin

Der Feidmarschall - Lieutenant und kommandirende Gener]

innere, aus 188 Gebäuden bestehende Stadt binnen weniger a}

Die Züricher Zeitung fährt fort, Nachträge von dau : |

li in Bezug auf Anfeindungen gegen fremde Gesandte; uf i

t : Die meisten Gesandt} | schaften sprachen si ablehnend aus, sowohl weil dieser Gegen F

ad referendun f

lieferung politischer Verbrecher nicht mehr geleistet werden solle, und daher dieser Stand si< in so weit außer dem noch beste: henden Vertrag tnit Oesterreich und Baden erkläre, das er der F

nisse zer\törten Landstraßen im Lombardischen, so wie die Brü

gestellt, daß sie von allen Reisenden ohne Gefahr passirt werden!

der vergangenen Nacht um 2 Uhr is auf der Rückreise von

machten auswärtigen Schuld einen absoluten Bankerott an- fündige. Der d5te Artikel erklärt, daß die Anerkennung der in Folge des Traktats vom 30. Dezember 1828 zu Gunsten des Französischen Schaßes creirten Schuld, bis sie von den Cortes geprüft worden, suspendirt, mit der Zins- zahlung und Tilgung aber wie bisher fortgefahren werden soll. Dies heißt, die Nebensache zugeben und die Hauptsache verwel- gecn. Mögen indeß die Meinungen der beiden Sectionen des Finanz-Comités gut oder schlecht begründet seyn, wir sind erfreut zu sehen, daf alle Mitglieder darin übereinstimmen, die Regie: rung mit allen Hülfsmitteln zu versehen, deren sie bedarf, wie es ihr e¿nstimmiger Wunsch, den legitimen Thron Jsabella's zu erhalt-a und den Frieden des Landes wiederherzustellen, erwar- ten ließ.‘

„— Die Times meldet Nachstehendes aus Bayonne vom 17. Sept. : „Vorgestern wurde unter militairischer Eskorte ein Jrländer von der Gränze hier eingebracht, der ohne einen Paß aus Spanien gekommen war Sogleich, nachdem er die Gränze überschritten, begab er sich zu einem Französischen Öffizier, dem er anzeigte, daß er habe ohne Das kommen müssen, aber ungeactet er sich erbot, einen Wagen, der ihn, und eine Wache, wenn man diese für nôthig halte, nah Bayonne bringe, für sich zu bezah- len, so wurde ihm diese vernünftige Forderung dennoch verwei gert und er unter militairischer Bede>ung hierhergeführt, nach dem er von dem Obersten des an der Gränze sehenden Regi- ments eine grobe Behandlung erfahren hatte. Auch der Maire von St. Pée mischte sich hinein und nannte ihn einen Unver sc<ámten, Worauf der Jrländer dicht an den Maire herantrat und ihm sagte, wenn er dies Wort noch einmal wiederhole, fo werde er ihn zu Boden schlagen. Bei der Ankunft des Jriän- ders in Bayonne segte ihn der Unter-Präfekt sogleich in Freiheit und gab ihm einen Paß nach Paris. O ate Mit PICIen Manne, der sich mehrere Wochen bei Don Carlos auf ielt und ihn vor 6 Tagen verließ, eine lange Unterredung, woraus sich Folgendes ergab, wobei jedoch nicht vergessen werden darf, daß er Don Carlos schr ergeben ist. Jm Widerspruch mit den neue- ren Nachrichten befindet sich nah seiner Ausfage der Prâäten- dent sehr wohl, reitet täglich 10 12 Meilen über das Gebirge, ohne anscheinend zu ermüúden oder wenigstens, ohne sch zu be- flagen, und redet die Soldaten an, wenn es nôthig ist. Er hat, wenn au< nicht mir dem Vertrauen auf einen endlichen Erfolg, den festen Entschluß ausgesprochen, den Krieg fortzuseßen, |9 lange noch die geringste Hossnung úbrig bleibt. Seine Taktik scheint die des Königs der Niederlande zu seyn, nämlich, Zeit zu gewinnen, und indem er die endliche Festiktellung der Dinge in Spanien verhindert, sich für irgend einen günstigen Zufall, den der Wechsel der menschlichen Ereignisse oder die Verände- rungen in der Europäischen Politik darbieten indchten, die Thür ofen zu halten. Don Carlos, oder wenigstens sein Militair- Intendant, scheint immer hinreichend mit Geld versehen zu seyn. Die Ausgaben für das Heer betragen täglich 7000 Dollars, doch haben die Soldaten großen Mangel an Waffen und Kleidungs- stúcken, und könnten sie auf irgend eine Weise hiermit versehen werden, so wäre an dein endlichen Erfolge nicht zu zweifeln. Der Winter, fúgt mein Berichterstatter hinzu, wird den An- strengungen der Jnsurgenten kein Ende machen oder sie in einem wesentlichen Grade hemmen. Was ihren Muth am meisten nie- derschlägt, sind die heftigen Regen, aber diese fallen nicht viel mehr im Winter, als im Sommer, und die Kälte ist in diesem Theile von Spanien keinesweges so stark, das sie die Opera- tionen der Truppen verhindern sollte. Dies Alles zeigt, wie nöthig es ist, daß die Spanische Regierung um je- den Preis diesem Kriege schnell und mit Nachdruck ein Ende zu machen sucht, wenn sie nicht dieje wichtigen Provinzen und wahrscheinli<h in kurzem auch andere für eine unbesiimmbare Zeit jeder Art von physische und moralis<hem Elend und hâu- figen Wiederholungen barbarischer Mordscenen ausgesebt sehen will, wovon ein unversdhnlicher Haß zwischen den Bewohnern eines und desselben Landes und den Bekennern einer und dersel den Religion die Folge seyn würde.‘

GrteMmenlano.

Nauplia, 15. August. (Allg. Ztg.) Am Abend des 1lten d. hifften si< Staatsrath Maurer und Geheimer Legationsraih Abel mit ihren Familien auf einem Griechischen Fahrzeuge ein, um in das Deutsche Vaterland zurü>zukehren. Beide hatten an demselben Tage Abschieds-Audienzen bei Sr. Maz. dem Könige, welcher, wie man hört, sehr gerührt war. Se. Maj. geruhte, jedem der zwei Abgehenden eine kostbare Tabatiere, welche mit hôchstihrem Portrait in Brillanten geziert ist, als Andenken zu verehren. Dieser Tage wurden 28 ehemalige Rumieliotische Palikaren: Chefs theils als Obersten, theils als Majors und Haupt- leute angestellt. Wie man vernimmt, is der größte Theil der Truppen aus der Maina zurückgezogen Und naci Coron befeh- ligt worden. Mur die sesten ‘Positionen blieben no< besetzt. Gegenwärtig verhalten sich die Mainotten ruhig. Aber (n Ar? fadien und Messenien sind Unruhen ausgebrochen. Von Kari- tene; dem Geburtsorte Kolokotroni's, ging die Bewegung aus. Die Neffen des Plaputas und des Kolokotroni stehen an der is Der Neffe des ‘Plaputas hat in seiner Proclamation den Titel eines General en Chef angenommen. Diese Aufrüh- rer haben nun endlich die Maske völlig abgeworfen, denn sie verhúllen ihren wahren Plan nicht wie bei der ersten Verschwd- rung etwa damit, daß der König majorenn erklárt, und daß in der Regentschaft eine Aenderung getroffen werden josle, sondern sie sprechen sich direkt gegen den .König und die Regentschaft aus. Schon seyen, sagen sie laut, Schiffe mit Truppen unter- wegs, welche Kdnig Otto entthronen sollen. Mit solchen abge- s{hma>ten Gerüchten führen sie die Leute irre, während sie An- dere mit Gewalt zwingen, sih ihnen beizugesellen. Die Regie- rung hat Maßregeln getroffen, um diesen schändlichen Aufruhr zu unterdrücken. Jn Arkadien soll die Ruhe ziemlih wieder hergestellt seyn, da das Volk keinen Antheil daran genommen, sondern jedes Zumuthen der Ruhestörer mit Unwillen zurückge- wiesen hat. Jn Messenien aber, wo sie den Nomarchen und den Mirarchen überfallen und gefangen genommen haben, soll der Aufstand no< fortdauern. Doch werden hier alle Vorkeh- rungen sehr thätig betrieben, und es ist zu wünschen, daß es mit- telst derselben der Regierung bald gelingen möge, diesem Zustande der Dinge ein Ende zu machen. Ueber die nächste Veranlassung dieser insurrectionellen Bewegung wird erst die Folgezeit klare Aus- kunft geben, daß sie aber mit der Kolokotronischen erschwörung eng zusammenhängt, is nicht zu bezweifeln. Denn die Fnsurgenten verlangen unter Änderm, daß die zu zwanzigjähriger Gefängniß- strafe verurtheilten Kolokotroni und Plaputas in Freiheit geseßt werden. Das Sonderbare bei der Sache ist, daß die aufrúhre- rische Partei auf eine Constitution dringt, und behauptet, die in den Londoner Protokollen der Grichischen Nation versprochenen Freiheiten seyen nicht in Wirkung getreten, während dieselbe

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geseßzt hatte. Diese constitutionnelle Partei, an deren Spihe früher Koletti stand, ist der Regierung treu, indem sie sich über- zeugt hat, daß in den gegenwärtigen Zeiten und Umständen eine Constitution das traurigste Geschenk wäre, welches man der Griechischen Nation machen könnte. Es is leicht möglich, daß die Kapodistrianische Partei nun für immer besiegt wird, was g2\hehen muß, wenn Griechenland zur Ruhe kommen soll. Sie hat sich noch niemals so positiv un d offen ausgesprochen, als dies- mas. Es wird dadurch klar, daz der Kolokotronische ‘Prozeß fein Wahn war, wie man ihn von einer gewissen Seite hat darstel- len wollen, und die Regierung i| in ihrem damaligen Beneh- men mehr als gerechtfertigt. —— So eben hôre ich, daß der vor einigen Tagen aus Rußland hierher zurückgekehrte Oberst Kaler- gis gestern Abend gefänglich eingezogen wurde. Noch drei an dere Häuptlinge jener Partei, Zoaris und die beiden Brüder Zachioropulo, wurden ebenfalls verhaftet. Da die Regierung

ic6t Mangel an regulairem Militair hat, so wurde heute dem jüngeren Grivz der Auftrag ertheilt, mir 250 Palikaren gegen die Jnsurgenten zu ziehen Even jo hat sich von denjenigen | Mainotten ,- welche der Regierung treu geblieben sind, eine An- zahl aegen die Aufrührer in Marsch gesezr. Vielleicht werden die Aufwiegler so in die Mitte genommen, und von diejen trre- aulairen Truppen mit Hülfe der Gendarmen und einigen re- gulairen Militairs vernichtet. Allein dessenungeachtet ijt es inangenehm, daß die Regierung z Zuflucht nehmen müssen, und daß das Sriechi|che Heer nicht

lángst so aecordnet' ist, um allen diesen aufivieglerischen Bewe- gungen Troß bieten zu können. Jn -Rumelien snd zwel bis dreihundert Räuber von der Türkischen Gränze her cingefallen.

Sie wurden mir den geaen sie aesandten Truppen handgemetn, und wurden zeritreur. Das Gefecht joll sehr hartnäckig gewejen seyn; zwei Offiziere wurden dabei verwundet. Herr Geheime Rath Klenke 1 nah Athen abgereist, um die Vorarbeiten zu der Entwerfung des neuen Stadtplans zu beginnen.

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Berlin, 28. Sept. Nach einem Zeitraume von länger als fünf Jahren wurde gestern den Bewohnern unjerer Hauptstadt wieder das hohe Gick zu Theil, Jhre Majestät die Kaiserin von Rußland in ihren Mauern zu begrüßen. Allerhöchstdie)el- ben hatten Jhr letztes Nachtquartier in Landsberg a. d. W. ge- nommen, und man durfte daher erwarten, daß die Hohe Rei- sende noch vor eintretender Dunke!heit in der Residenz eintref- fen würde. Schon von Mittag an herrschte daher in der Nähe des Schlosses eine ungewöhnliche Bewegung. Mit jeder Stunde mehrte sich die Volksmenge, nicht bloß auf dem Schloßplaße, sondern in der ganzen Königsstraße bis zum Alexander - ‘Plalz, ja bis zum Frankfurter Thore, dur welches Jhre Kaiserliche Majestäcr Ihren Einzug halten mußten. Se. Majeñát der Kö- nig waren Allerhöchstdenselben bis Friedrichöfelde entgegen- gefahren, wo sih auch die Primzen und Prinzessinnen des Königl. Haujes zur Begrüßung Zhrer Majestät versammelt zatten. Gegen 5 Uhr näherten sich die Allerhöchsten und Höch- sten Herrschaften dem Weichbilde der Stadr. Jn dem ersten sechsspánnigen Wagen saßen Se. Maj. der König, Jhnen zur Seite Jhre Maj. die Kaiserin, und gegenüber Jhre Kaiserl. Hoheit die Großfürstin Maria und Ihre Königi. Hoheit die Erbgroßherzogin von Mecklenburg-Schwerin. In den nächsten Equipagen befanden sich die Mitglieder des Köntgl. Hauses, und mehrere Reisewagen mit dem Gefolge Zhrer Kaiserl. Mai. {ossen sich an. Ein unbeschreiblicher Juvel beateitete den Zug auf dem ganzen Wege bis zum Königl. Schlosse; alle Fen!ter waren mit Zuschauern dicht besetzt, und die darunter befindlichen festlich geschmücêten Damen gaben durch das Schwenken ihrer Tü- cer ihre freudige Bewegung zu erkennen, während ein unaufhörliches Lebehoch aus den gedrängten Menschenmassen erscholl. Nach der An- éunft aufdem Schloßylaße nahm der Zug seinen Weg durch das zweite Schloß - Portal, unter welchem die Allerhöchsten und Hôchsten Herrschaften ausftiegen. Bald darauf zeigten sich J. Kaiserl. Maj. , an der Seite Jhres Königl. Vaters, auf dem großen Balcon Jhrer nach dem Schloßplalze zu belegenen Wohnung, und geruhten, Sich wiederholt gegen die versammelte Menge auf das Huldreichste zu verneigen, was cine Erneuerung des all- gemeinen Jubels zur Folge hatte. Gegen 8 Uhr Ab:nds wurde unter den Fenstern Jhrer Majestàr von sämmtlichen Musik-Corps der hiesiaen und der ‘Potsdamer Garnison, ]o wie des ten KU- rassier-:Regiments (Kaijer Nikolaus), das nach den leßten Ma- ndvers no<h in der Hauptstadt geblieben war, etne glänzende Militair-Musik aufgeführt; die Musici bildeten einen Halbkreis, in dessen Mitre si< die Tambours auffsteliten. Zur Rechten standen die Musik - Corps der Kavallerie, zur Linken die der Infanterie. Die Herren Obersten von Wißleben und von Barner waren mit der Aufstellung der Corps beauf- tragt, und von jedem Regimente war etn Adjutant dabei fommandirt. Die Musik begann mit einem allgemeinen Tusch ; sodann wurde von allen Corps, zur Erinnerung an das große Hof-Fest bei Potsdam im Jahre 1829 zur Feier des Geburts- Festes Jhrer Majestät der Kaiserin, der Turmer-Marsch geblasen. Das Musik - Corps des ersten Garde - Regiments stimmte hier- náchst die Russische Volks - Musik, auf des jeßt regierenden Kaisers Majestät komponirt, an, worauf die úbrigen Regimen- ter abwechselnd verschiedene Musifstücke aufführten. Kaum war die Musik verstummt, als die zahlreich versammelte Volksmenge, die den ganzen Schloßplaß bis zul Schloßbrücke in gedrängten Reihen bede>te, wie aus einem Munde das ¡Heil Dir im Siegerkranz“/ anstinimte, worauf die Militair -Musik mit der Retraite der Kavallerie und dem Zapfenstreiche der Jnsanterie \chlog, Die Hauser am Schloÿplaße waren größtentheils erleuchtet.

Heute Vormittag von 11 —12 Uhr fand hierselb zur Feier der Ankunft Jhrer Majestät der Kaiserin eine große Pa- rade der Truppen der hiesigen und der Potsdamer Garni)on, so wie des 6ten Kürassier-Regiments statt. Nachdem Se. Ma- jestät der König an der Spike eines glänzenden Generalstabes auf dem Plabe zwischen dem Zeughause und der Linden Allee an den Têten dex Regimenter entlang geritten stellten Aller- hôchstdieselben si<h in der Nähe des Standbildes des Fürsten Blücher auf und ließen hier die Truppen, zuerst die Kavallerie, danu die Jnfanterie und zuleßt die Artillerie, an sich vorbei de- filiren. Jhre Majestär die Kaiserin mit der jungen Großfürstin Kaiserl. Hoheit, die Herzogin von Anhalt - Dessau Königl. Ho- heit, so wie die übrigen Prinzessinnen des Königlichen Haujes sahen dem militairischen Schauspiele aus den Fenstern des von der Frau Fürstin von Liegniß bewohnten Palais zu.

_— Seine Königliche Hoheit der Prinz August hat das Un- glück gehabt, gester mit dem Pferde zu stürzen, und dabei das linke Schlússelbein zu brechen, sih auch die Rippen derselben

Partei sih von jeher der sogenannten constitutionnellen entgegen

Seite zu quetschen. Wenn nichr besondere, unvorherzusehende,

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| igt, bält er die flache Schaale h, ar | sieht freudig zu, wie das Thier mit le>ender Zunge s{hlürft; das | andere,

ungünstige Umstände eintreten, kann die vollständige Wiederhe- stellung im Voraus versichert werden.

Am 27sten d. M. Vormittags um # auf 11 Uhr ert- {lief in Freienwalde zu einem besseren Leben Jhre Durch- laucht die Prinzessin Elisa Radziwill, Tochter Jhrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Louise von Preußen und weiland Sr. Durchlaucht des Fürsten Anton Radziwi!l- Königlichen Statt- halters im Großherzogthum Posen.

Fm Gefolge Jhrer Majestät der Kaiserin 9? Rußland befinden ch, außer den oben im amtlichen Theile dieser Zeitung benannten Personen, die Hof- Damen Gräfin von Thiesenhau-

sen, Fräulein von Tscheremetief} und Frau von Baranow/, so

| wie die Wirklichen Staatsräthe Graf von Wielchursky unß Herr

Chambeau. eum R E R L S E Alt E a e Ausstellung auf der Königl. Akademie der Künste. Wir wenden uns heut zu einem ganz einfachen und anspruchs- losen Bilde, das aber darum keine geringe Stelle einnimmt, viel-

| mehr als ein wahres und ehtes Kunstwerk vielen andecn zum Spie=- | gel dienen kann

es if ein Bild von Herrn Professor v. Kldber

(Nr. 364). Der junge Bacchus tränkt seine Panther/ der unbe-

spannte Wagen steht daneben; der Gott, auf der Mitte des Knaben s | uud Fünglings- Alters , sißt bequem auf dem Rasen und rechts

welcher gufrecht

Dem einen, | Weins dar, und

voll rothen

seine Thiere.

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Und Lins Da er

welches sich in liegender Stellung dehnt, Hat er m Arm; es \chmiegt seinen glatten Hals und den emporgebeugten Kopf an den Herrn. Zwei Nympyhen schauen zu, angelegentlicher die nahebe? Hockenude, denn se hält den Weinkrug in der Hand, um _wkeder zu füllen: gemächlicher die Andere, welche mehr hinterwärts gela= gert is, und fih nur eben noch durch den aufgestüßten Arm auf= recht hält. ' i E ¿ Wie einfach if dieser Vorgang und doch wie ansprehend das Bild. Oft mag dies, zumal im Alterthum, Gegensiand der Dare ellung geworden seyn - das hindert aber hier die Neuheit und Ort=- ginalität nicht, wenn man weiß, wie zart und geistig gerade 1m Reiche der Formen künfilerisches Eigenthum is. Zumal in einer Zeit, wie die unsere, ist das Einfache und Ungesuchte so viel shtt- rer, als das Erstrebte und Gezierte, und gerade finden wir nun hiet/ was oft und meist heutige Kunstwerke so sehr vermissen lassen, das natürlich Anmuthige. Oies Bild will so wentg seyn und ist doch so viel; was es aber ist, is es auf den ersien Blick ganz; es bedarf feines Kommentars und feiner Gelehrsamkeit dazu : es enthält feine verste>ten Anspielungen, nichts von Allegorie und entlegener Bedeut- samkeit. Dafür ist es lebendig, und wie gern sicht man, gleich ie- ncn Nymphen im Bilde, dem Spiel mit den zierli ungeberdigen Thieren zu; die Freude und das Behagen verbreîtet sich Uber den Beschauer , es geht jenes göttliche dolce far niente auf thn Uber- und er athmet das freie und unbefangene Naturleben mik. Es if in diesem Bilde so viel goldenes Zeitalter, d. h. diejenige Stimmung, von welcher die Kunst immer etwas an sich tragen sollte. Dieser Bacchus is kein Abstraktum, keine Personification, sondern selbs eine Persdnlichkeit und Fndividualität, und ebenso sind hier dic Panther nicht bloß Attribut, sondern es sind levendige Thiere, deren roir uns mit dem Gott freuen; es sind aber auch wteder nicht die reißen- den Panther der Raturgeschichte, sondern die einer poetischen At- \chauung, welche das weiche, spielende, in allen seinen Bewegungen úppige und s{<meichelnde, freilich aber auch krâftige und wilde Thier gerade diesem Gott von gleichem Wesen zugesellt hat. Und denselven bacchischen Charakter hat der Künstler auch in den Nym= phen, ganz vorzüglich in der hinterwärts gelagerten, sowohl in Ge- falt und Wendung, als auch in Miene und Gesichtsbildung, tre} lich ausgedrú>t. Obwohl sie hier ruht, so spricht sich doch darin ganz die Úppige Mänade aus, die sogleich- berauscht und des wildetr Gottes voll, dahinstúrmenwird. Ueberhaupt aber ift hier so viel Natur- kraft und Naturleben, als nur irgend der poetische Gehalt des Ge- genstandes verlangt, und gleichweit bleiben diese Gestalten von un- serer unmittelbaren Natur, die im Vergleich {wäclich, gebrechlih und luftscheu ist, als anderseits von der Überlieferten antif- plasli- schen Form, welche wieder marmorfalt und unbelebt zu scyn, und mit dexr malerishen Ausführung in Widerspruch zu treten pflegt, Durch und durch ist unser Bild malerisch, es ist nirgendher ent- lehnt, es i ni<ht zusammengeschoben, sondern als Ganzes empfun=- den und zusammen gedacht. Bei aller Fretheit - und Lebendigkeit der Gruppirung haben die Linien doch etwas Abgewogenes und Wohlgeordnetes, etwas Harmonisches und Wohlgefälliges, es scheint aber dabei weder etwas vermteden noch etwas gesucht. Ebendies gilt auc vom Kolorit, welches weder abgedämpik, no< auf den Effekt gearbeitet ist, weder dic« unmittelbare Natur, noch etwas Herkömmliches , das man für historisch und ify- lisirt zu geven pflegt. So hat denn das Ganze iene unmittelbar gewinnende Einheit , sowohl der Farben und Formen, ats auch der ganzen Stimmung und Empfindung, es ist in fich abgeschloffen und genügend, und der gleiche Grad von Jdealität, der darüber ausgegossen if, giebt ihm jene poetische Wahrheit, welche die etgent- liche Heimath der Kunst heißeh darf. Es wäre allerdings möglich- im Einzelnen noch natürlicher zu seyn, allein man verlangt es nicht ; man verlangt diese Panther nicht natürlicher, man verlangt nicht mehr unmittelbare Natur in der Carnation (der Künstler hat übri- gens das blonde und brünette Kolorit in den beiden Nymyphen schr {chbn unterschieden und durchgeführt); man verlangt auch nicht mebr unmittelbare Natur in der Landschaft. Warum? wetl hier Alles im Gefühl und Charakter des Ganzen ist: und hierauf be- ruht denn eben eine ganz andere Art von Jllusion, als die ge- wdhnliche. Dagegen is mit diesem Gemälde wieder einmal recht kräftig der Beweis geführt, wie wenig diejenigen Recht haben, welche ein- fúr allemal das Antike und Mythologtsche für abge- orben und nunmehr bedeutungslos halten wollen. Als bloße Sym- bole freilich sind jene Gestalten, wie auch andere, mei frosiig/ aver daß wir sie niht mehr mit unmittelbarem religiösem Glauben ver- ehren, schließt sle noch nicht von der Kunsi aus. Diese hat 1a eine Kraft zu beseelen, und findet se bei dem, was einmal in der mensch- lichen Brust gelebt, nur diefen wahren Lebenspunkt wicder auf, o wird sie von selbs ihr Recht schon geltend machen. e i Das Bild, das wir hier anzureihen wünschen, hat dem Ge- enstande nach viel Verwandtes: Diana mit drei Nymphea im Bade. Der Künstler, dem wir es danken, ist Karl Sohn, und Fedir- mann wird bei diesem Namen an die trefflichen Leistungen erinnert, welche in früheren Fahren der Stolz unserer Ausstellungen waren; an Rinald und Armide, an den Hylas und an die schòne Lauten- syielerin. Aux den ersten Bli> wird man auch hier den Urheber des Hylas shwerli< verkennen, denn wer fâme ihm gleich in sol- cer Klarheit und solchem Reiz einer leuhtenden Carnation ; auch fehlt es diesem Bilde von drei lebensgroßen Figuren und der faft mehr als lebensgrofßen Diana niht an Schönheiten und Auffassun- gen, welche jenem Namen, entsprechen; dennoch können wir es/ als (Ganzes, nicht mit des Künstlers früheren Werken in gleiche Hdhe tellen; es will nicht einen gleichen, ungetrübten Zauber ausúben. Fm Katalog (No. 756) ist das Gemälde shle<thin angekun- digt als: „„Dianenbad‘/, allcin diese Benennung reicht keinesweges aus, um die Situation verständlih zu machen. Offenbar is es vielmehr eine Ucberraschung der Diana mit ihren Nymphen im Bade ; auch hinsichtlich des Ueberraschenden kann kein Zweifel con, und wenn wir auch keinen Aktäon im Bilde sehen, 0 müússen wir doch zu- nächst an ihn denken, denn nur er kann es seyn, gegen welchen die Göttin ihren ausgestre>ten Arm ebieterisch richtet, um seinen Vor= wiß mit iener Verwandlung zu rafen, während die Nymphen sich scheu um ihre Herrin drängen. Dem Vernehmen naci hatte der Künst-

lec anfangs auch wirklich den Aktäon in seinem Bilde angehracht,