1834 / 274 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

E D M T E dia E B

D elgien. Brüssel, 26. Sept.

Viertein der Stadt spazieren. auf dem kleinen Sablon, Abends ward das große Konzert im botanischen Garten gegeben, dem JI. wohnten, Die dffentlihen Gebäude waren beleuchtet.

IN. bei

E Der Kdnig und die Königin fuhren gestern, als am dritten Tage des Septemberfestes, in mehreren Um 11 Uhr begann das Ballspiel armonie-

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Aerzte hatte heute mit dem Geschäftsführer Herrn Professor Dr. Jáger die Güte, den Vorständen und Gr es Boer der städtischen Behörden, für die Gastfreundschaft und für die Unterstüßung, tvelche dieselben, so wie die Einwohner von Stutt- gart dem Vereine bewiesen, ihre herzliche Dankbarkeit auszu-

drücken. Dem Wunsche der Deputation gemäß, erhält hiervon - | die Einwohnerschaft Nachricht, und diese wird in der den städti- hen Behörden in ihrem Namen zu Theil gewordenen Ehre und

Der zum Gouverneur von Luxemburg ernannte Herr Cop- | Auszeichnung einen neuen Beweis der Anerkennung ihres guten

pin hat, wie aus einem von ihm verdffentlihten Schreiben her: vorgeht, dieses Aint nicht angenommen.

Polen Warschau, 28. Sept.

hier angelangt, Die Gemahlin des Färsten Statthalters des Königreichs cholen ist von Marienbad hierher zurückgekehrt.

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 26. Sept. Jhre Mäjestät die Kaiserin von Siußland haben Jhrer Majestät der Königin mir einem eigen- bändigen Schreiben die Jusianien des Katharinen - Ordens Übersandet.

Der Kaiserl. Russische General-Gouverneur von Finnland, Fürs Meneschikow, wird Zier täglich mit einer besonderen Mij- on Sr. Majestät des Kaisers von Rußland erwartet.

Capitain Lindeberg hat aus feinem Gefänguisse eine Auf- forderung zur Subjeription auf seine gesammelten Schriften er- lassen, deren Ertrag nah seinem Tode, dem er scinerseits mit Gewißheit bald entgegensieht, seinen unverjorgten Kindern zu gute kommen soll. :

Unterm 22sten d. M. haben Se. Majetiät durch ein an |

die Quarantaine-Kommission gerichtetes Schreiben verschiedene Erleichterungen in Bezug auf die Land - Communicationen wäh- rend der Dauer der Cholera angeordnet.

Es etfrankten hier an der Cholera vom 23, zum 24. Sept. 128, vom 24ften zum 25sstten 108 und vom 25sten bis heute früh um 8 Uhr 70. Jm Ganzen sind bis heute erkrankt 7382 und davon 2919 genesen und 3157 gestorben.

_— Stockholm, 26. Sept. Die Cholera fängt nun, nachdem se fünf Wochen auf der Hauptstadt gelastet, allmälig an, abzunehmen, und es steht zu hossen, daß sie in wenigen Ta- geit ganz aufgehört haben wird. Die Zahi der Gestorbenen ist freilich jehr bedeutend; sle beläuft sich auf mehr als 3000, so viel, wie in gewöhnlichen Zeiten in einem ganzen Jahr hier ster-

ben; aber es ist auch anzunehmen, daß dagegen in den ersten Mo- | naten na< dem Aufhdren der Epidemie die Sterblichkeit weit -

geringer seyn wird, als sonst, weil die Krankheit einen großen Zheil der Gebrechlihen und Schwachen hat, s daß also wahrscheinlih die Zahl der Todesfälle in ! dem mit dem 31sten Juli 1835 abschließenden Jahre die ge: ; wöhnliche Sterblichkeit niht um mehr als höchstens 1000 oder 1200 übersteigen wird. Wenn man daher den heftigen Charak- ; ter der Epidemie und den Einfluß der übermäßigen Hite dieses | Sommers mit in Anschlag bringt, so wird man immer noch sa- | gen können, daß wir besser davongekommen sind, als man es | bisher zu hoffen wagte. Diese Milderung eines unvermeidlichen Unglücks verdanken wir zunächst zwar der Vorsehung, dann aber auch der Sorgfalt und Vorsicht der Regierung, den Bemühun- gen der Mictelklassen und der musterhaften Ruhe und Otrdnuna, | welhe während des ganzen Verlaufs der Krankheit in Stokholm | herrschte. Cin hier befindlicher fremder Arzt versicherte, daß er | nirgends so tresfliche Anordnungen zur Hemmung des Umsichgrei- fens der Cholera gefunden habe.

Deut\{land.

Kassel, 23. Sept. Jn der Sißung der Stände: Versamm- ' sung voin 27. Sept. wurden die in Bezug auf die Gemeinde- | Ordnung zwischen Staats-Regierung und Stände-Versaminiung | obwaltenden Differenz-Punkte diskutirt und erledigt. Zu $. 50, | das Bestátigungs-Recht betressend, hatte die Staats-Regierung vorgeschlagen, zu seßen: „wird der Gewählte nicht bestätigt, so | ist binnen kürzester Zeit eine neue Wahl vorzunehmen.“ Der | Präsident sprach sich óei der hierúber stattgehabten Diskussion für | den Antrag des Ausschusses und gegen die Fassung der lebten | Proposition aus, und hob dabei besonders hervor, daß | die Wirksamkeir der Gemeinde - Vorgesezten und fast al- | ler Erfolg ihrer Bestrebungen wesentli<h abhänge von dem Grade des Vertrauens, welches die Gemeinde in sie | seße: er selb würde nicht anstehen, sein Amt als Bürger- | meister niederzulegen „, sobald sich ihm darlege, daß er das Wer: | trauei; der Mehrheit der hiesigen Bürgerschafe nicht mehr be- ! sive. Jn dem durch die geseßliche Wahl ausgesprochenen Ver- | trauen könne die Regierung eine Bürgschaft für die Würdigkeit | des Gewählten finden, und nur Zweifel in seine Tüchtigkeit | dürften se bestimmen, diese erst einer Prüfung zu unterwer- fen... Nach lebhafter Erörterung ward zur Tagesordnung | übergeganzen; hierauf aber ein Amendement des Herrn Schef- fer, wona es heißt: „wird der Gewählte aus besonderen ' Gründen“/ niche bestätigt 1c. , mit 24 gegen 19 Stimmen ange- ' nommen Es fanden dann no< verschiedene andere in Bezug auf die Gesez- Entwürfe Úber die Gebühren dee Anwälte und ! der Aktuare obwaltende Disserenzen ihre Erledigung; und ein Gese üder die Errichtung einer Legge- Anstalt in der Grafschaft | Schaumburg wurde diskutert und in geheimer Abstimmung mit : großer Majoritát angenommen. —— Beim Schlusse der Stgung | erfiárte dec Landtags - Commissair, Regierungsrath Koch, Na- mens der Staats-Regierung, daß der Landtag nächsten Dienstag auf drei Monate werde vertagt werden. |

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Gotha, 28. September. JI. KK. HH. der Großherzog | und die Großherzogin von Oldenburg, Höchsiwelche seit dem 17. | d, M, zu einem Besuche in Weimar verweiiten, sind heute Nach; | mittag auf der Rückreise nach Oldenburg durch hiesize Stadt gekommen.

Stuttgart, 27. Sept. (Deutscher Courier.) Wie ' wir hôren, haben Se. Majestät der König an seinem heutigen | Gebu:tsfeste den Chefs der Departements des Innern und der ; Finanzen das Komthur-Kreuz des Ordens der Württembergischen | Krone verliehen, auch den Chef des Departements des Jnnern, | Staatsrath von Schlayer, zum Geheimen - Rath ernannt. | Se, Kdnigl. Hoheit der Prinz Friedrih von Württemberg ist | zum General ernannt und der Königlih Bayerische Staats, Mwnister von Mieg hat den Friedrihs:Orden erhalten. |

Die hiesigen Blätter enthalten folgende Kundmachung | des Stadt\chultheißen-Amts: „Eine Deputation der verschiede- | nen Sectionen der Versammlung Deutscher Naturforscher und |

hinweggerafft | feierliche Uebergabe der Fahne statt, die Jhre Königliche Hoheit

| prinzen, einen feierlichen Beweis der ganz besonderen Achtung

die Sie sich im Jahre 1831 so glänzend auszeichneten, und sie

| von Preußen, der Bürgerschaft von Valangin im

_nem Französischen Passe verschen über die Französische Gle

Willens, den sie dur< eine würdige und anständige Aufnahme der Versammlung zu bewähren si bestrebte, sowie der wohl- | wollenden Zufriedenheit, mit welcher deren Mitglieder die Stadt | Und ihren Aufenthalt in derselben beurtheilen, erbli>en. Gewiß

Der Militair - Gouverneur der | im Sinne sámmtlicher Li » lfd ; Der Pl j im )er Einwohner wurde der hochverehr Stadt Warschau, General Pankratjeff, ist von Dresden wieder j ) Tren Qw

putation die Versicherung gegeben, daß diese Versammlung für uns ¿{lle eine freundliche und angenehme Erinnerung seyn und | bletben werde; und gewiß wird Niemand, der Zeuge der Verei-

nigung in unserer Stadt gewesen is, daran zweifeln, daß durch solche Versammlungen, mehr als dur<h manche andere Mittel, nicht nur die Wissenschaft, und im edelsten Sinne die Humani- j ét, sondern auch eine Verbindung al E

f ! | den tnüsse.‘‘ | Die zahlreiche Theilnahme bei der diesmaligen Versamm- | lung der Naturforscher und Aerzte beweist das gedru>te Ver- | zeichniß der einheimischen und auswärtigen Mitglieder und Theil- nehmer, wel<zes 454 Namen aufführt. Nach dessen Fertigung sind 63 hinzugekommen, so daß die Gesammtzahl 517 beträgt.

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| schen Staaten (incl, 1 aus Ungarn) 16, darunter v, Littrow aus

Wien, Graf Sternberg und Professor Mikan aus Prag, Rei- | chenbah aus Blansko; aus Frankreich 28, darunter Breschet und MMontalembere aus Paris: aus Großbritanien und Jrland 9; j aus Rußland (incl. 1 aus Warschau) 7, darunter der Direktor | der Berg - Akademie, Oberst von Sobolewsky aus St. Peters- ; burg, von seiner Regierung hierher gesendet; aus der Schweiz 23 (avs diesem Lande ward der Stifter der Gesellschaft, Öken, erwartet, und ist sein Nichterscheinen allgemein bedauert worden); aus Jtalien 2 (1 aus Rom und 1 aus Catania); aus Dâne- mar? 1; aus den Nord-Amerikanischen Freistaaten 1; aus Me- xiko 1; endlich aus den Sächsischen Ländern überhaupt 12, näm- lich: 2 aus Altenburg, {1 aus Koburg, 2 aus Dresden, 1 aus Freiberg (Reich), i aus Jena (Dôöbereiner), 3 aus Le‘pzig, 1 aus Tharand, 1 aus Weimar. Zu den bekanntesten Namen, die hier no< Erwähnung verdienen, gehören: Buchner und v.

Martius aus München, v. Leonhard aus Heidelberg, Otto aus | Breslau, Rúppel aus Frankfurt. E

Ses Neuchatel, 24. Sept. Gestern fand zu Valangin die

A A E RE E RTEA AMIE T:

die Frau Kronprinzessin der dortigen Bürgerschaft geschenkt u mit folgendem huldreichen Seiden S A ,- Meine Herren! Da ich in Erfahrung gebracht, daß die Fahne, die ihrer treuen Bürgerschaft vor länger als einem Jahr- hundert von der Frau Herzogin von Nemours gewidmet wurde und ihr no< jegt zum Sammelpunkt dient, von der Zeit abge- nust ist, so ergriff ih diese Gelegenheit, um Jhnen nuit der ho- hen Zustimmung des Königs und meines Gemahls, des Kron-

und Gewogenheit zu geben, welche mir die Sie auszeichnenden Gesinnungen der Treue und Liebe gegen das Haus Jhrer recht- mäßigen Souveraine einflôßen. Die Fahne, meine Herren, welche ich J rerwvürdigen Bürgerschaft übersende und die ih Sie von meiner Hand anzunehmen ersuche, wird Ihren Nachkommen die schönen Acußerungen des Patriotiómus in Erinnerung bringen, durch

zugleich mahnen, Jhnen nachzueifern, und si, so wie Sie, die Geneigtheit Jhres Souverains und seines ganzen Hauses zu ver- dienen. Möge der Höchste diese neue Fahne in seinen Schuß nehmen, und sie mit denselben Segnungen umaeben, wie die alte. Berlin, 27. August 1834. j - Elisabeth, Kronprinzessin von Preußen.““

Die Fahne besteht aus einem foftbaren G e Farbe der Valanginer Bürgerschaft, blau und roth; in der Mitte der- selben befindet sich das Wappen der Stadt, darüber die König- liche Krone, das Ganze von einer rei gearbeiteten und mit Bändern von der Nationalfarbe durhflochtenen Guirlande umgeben. Sie trägt folgende Jnschrift: „Elisabeth Louise, Kronprinzessin

j . ' Jahre 1834, ¿um Andenken an den Monat September 1831, Treue, Ergeben- heit.// Die Fahnenbänder haben die Preußischen Farben, <warz

auf dem andern das Königlich Bayersche Wappen befindlich. Auf dem Schaft ist die Namens-:Chiffer Sr. Maj, des O E,

Der Vorort hat unterm 18. Sept. an die Stände folgen- des Kreis-Schreiben erlassen: „Mehrere Anzeichen lassen unter den in der Schweiz sih aufhaltenden fremden Flüchtlingen der- malen wieder eine besondere Aufregung wahrnehmen, welche strenge Wachsamkeit von Seiten der Behörden ndthig mat, da- mit nicht neue unangenehme Verwickelungen für die Schweiz dar- aus entstehen. Die Seele aller dieser Umtriebe soll der durch scine | y Theilnahme an dem Zug gegen Savoyen im Febr. d. J. hinläng- lich befannte Mazzini seyn, welcher, siherm Vernehmen nach und aller bisher angestellten Nachforshungen ungeachtet, sih immer noch auf Schweizerischem Gebiete aufhält, und zwar abwechselnd in Genf, Lausanne, Moudon oder anderen Gegenden, je nach- dem ihm dieser oder jener Ort für seine Anschläge am günstig- sen erscheine. Wir fordern Ew. Hochwohlgeboren daher wie- derholt und nahdräklihs auf, in Gemäßheit des von jämmtli- chen Ständen gleichmäßig ausgesprochenen Grundsaßes nur ruhigen Flüchtlingen ein Asyl zu gewähren diesen gefährlichen Parteigänger, welcher schon durch seine Theilnahme an dem Zug | a nach Savoyen den ferneren Aufenthalt in der Schweiz verwirkt hat, wo immer derselbe betreten werde, fesinehmen und mit et-

fortweisen zu lassen; wobei wir Hochdenselben die vom Franz

Kreis - Schreiben vom 16, Mai den Ständen zur Kenntniß ge- brachte Zusicherung, daß auch allen Jtaliänischen Flüchtlingen, welche an dem Unternehmen gegen Savoyen Theil genommen

haben, der Durhpaß durch Frankreich gestattet werden wolle wieder in Erinnerung bringen. Indem iele c. :

L l ‘bin! aller gebildeten Völker in | | Freundschaft und Liebe vorbereitet, befördert und bewirkt wer- | j

Es sind darutiter 34 aus Stuttgart selbst; aus den Oesterreichi- |

inan diesen Grundsas billigen? erlauben, einen Fürsten zu überlisien und heimli ise ei ) eimliher Weise eine

Provinz verkaufen, und würde die Nati i

i ion diesen galtig anerkennen ? T ershwendungen, wovon die Geschichte nichts A i

: 8 O A Id ; Aechnli “1 bietet, und welche die civilisirte Welt mit An Bd eiu T welche Spanien zwangen, schnell

Stufenleiter der Mißbräuche herabzusteigen, um Erni und Elend zu erdulden. Sina E E Ad

S man in ihrem Namen beging. Schrecken die ungeheure Last, welche man ihr

7 A r aufbi S sie s und elend war, gab es T va U ren Ruinen ostbate G { sischen Botschafter unterm 11, Mai d, J. erthellte und dur< | Y | O ior C U Sen hatten, haben in weni en Dichtungen öcs Orients vrerwirklict ivali | A S )t und vivalisire ( ihren Reichthum und ihre Pracht mit den Sre per Welt. Gehen wir von den Argumenten der Gerechrigkeit zu denen dec Klugheit über, deren sich der : ) at

und der Würde der Nation stüge. Jch werde darauf die rechtigkeit der in dem Bericht erwähnten Anleihen untersuche und dann dem Herrn Finanz-Minister antworten. y nannten Cortes: Anleihen, d. h. diejenigen, welche von 1820 1893 kontrahirt wurden , erfüllen so volifändig alle Bedingungen de Geseßlichkeit und Gerechtigkeit, daß es eine Beleidigung fär N Kammer seyn wúrde, wenn ich ihre Geduld mißbrauchen wollte, um einen so klaren und bestimmten Gegeistand zu erläy, tern. Die Majorität und die Minorität sind in diesen Punkte einer Meinung, und ich glaube nicht, daß irgend Jemand, der wahrhaft unparteiiïch ist, eine so geheiligte Schuid in Zweifel ziehen könne; eine Schuld, welche die Nation __ selbst dur< ihre Repräsentanten kontrahirt hat Aber während diese Schuld allen Bedingungen der Geseblich, keit und Gerechtigkeit genügt, hat dagegen die Guebhard-Anleihe in allen ihren Theilen einen völlig entgegengesezten Charakter Während die constitutionnelle Regierung noch bestand, kontrahirt eine, die Freiheit umstürzende Partei mit Guebharde in Paris | eine Anleihe von 334 Millionen Realen. Dies geschah, einzi zu dem Zwecke, eine Regierung de facto und de jure, eine Re gierung, welche von den verschtedenen Höfen Europa's anerkannt | wurde, umzufiürzen. Es geschah, um die Freiheit Spaniens zy zersidren und seinen Kindern die heiligsten Rechte zu entreißen Es geschah, um die sücchterliche Flamme des Bürger - Krieges | anzufahen. Es geschah endlich, um auf den Ruinen der Frei: heit den Thron der Tyrannei zu erheben. Sollen wit diese Anleihe anerêennen ? Deshalb vielleiht, weil ns uns die Senur um den Hals gelegt? Oder weil s zu dem Ungluck, zur Herabwärdigung und zur Unter drückung unseres Vaterlandes mächtig beigetragen hat? Kann ein solcher Bedanke nach den Grundiäzen der Gerechtig: feit in der Vernunft bestehen? Welche geseßliche Befugnis, welche Autorität hatte überdies die Regierung zur Kontrahiruna dieser Anleihe? Sie konnte nur die haben, welcher sich alle Re: bellen bedienen, die sich gegen eine anerfannie Regierung aufleh nen und ihr den Krieg erklären; dieselbe, welche Zumalacarreguy oder jeder andere Chef der Jusurgenten hat; und kdnnen wir eine so entseßiiche Lehre sanctioniren? Jndem wir die Gueb; hard- Anleihe verwerfen, wie es geschehen muß, ift es kar daß auch ihre Folgen gemißbillegt werden. Dies führt mich natúr: lich auf die Prüfung derjenigen becrügerischen Operationen, wel <e, unter dem Mamen der perpetuéllen Rente, die Finan ¡Welt mit Aergerniß und Erstaunen erfüllt haben. Da die egie: rung durch die Niche- Anerkennung einer so geheiligten Schuld wie die Cortes - Anleihe, sich in der grdjten Verlegenheit, ohne Hülfsquellen und Kredit befand, so suchte sie von Allem Vortheil h ziehen, um sich Geld zu verschaffen. Die Anleihen sind für ste eine unerschöpfliche Grube geworderi, indem sie den unvorsichtigen und habsüchtigen Spekulanten große Vortheile bot, har sie die Nation für bedeutende Summen verantwortlih gemacht, welche dieselbe niemals erhalten hat. Die ganze Finanz: Theorie dieser unglücklichen Zeit bestand darin, viel auf bin Papier anzuerkennen, um wenig in Geld zu erhalten; heute neue Kapitale anzuerkennen, um die Zinsen des alten zu deen Lassen Sie uns zu Beweisen übergehen. Don X. Burgos, Agent der Spanischen Tilgungs-Kasse zu Paris, machte in dem Journal des Débats vom 12. April 1826 einen Brief bekannt worin er, in Folge eines Dekrets Sr. Maj. vom 15, De 1827, die Inhaber von Obligationen der Guebhard- Anleihe A, dieselben gegen perpetueile Rente umzutauschen. Der scheinbare Vorwand zu dieser Convertirung war, den Jrhabern der Obli gationen der Königlichen Anleihe größere Sicherheit zu verschaf- fen. Es ist klar , daß die Rente, welche man an der Pariser Börse in Folge dieser Anordnung notiren wollte, dieselbe ist welche allein aus der Convertirung der Königlichen Anleihe her: vorgeht; es is keine neue Rente, es ijè keine neue Anleihe. Und was haben wir dessenungeachtet gesehen ? Die perpetuelle Rente weit entfernt, die Königliche Anleihe zu erseßen, hat sich mit furchtbarer Schnelligkeit vermehrt. Zum Beweije meiner Be- hauptung will i< anfúhren, daß die Gaceta de Madrid vom 18ten Juli 1829 in einem von Don Victoriano Encima y Piedra, Direktor der Amortisations - Kasse, unterzeichneten Dokumente offiziell anzeigt, daß man nur 274 Obligationen der Guebhard- Anleihe (zu 200 Piaster) in die perpetuelle Rente umgewandelt habe. Herr Aguado, Banquier des Spanischen

Hofes, durfte daher nur Obligationen bis zum 7 ausgeben. i zuin Belauf von 274 1,096,000 Realen, und die dur<h Aguado ausgegeben (

sich auf 547,123,000 Realen, d. h. gegebenen belaufen als es seyn soliten. Wie kann eine Anle:he von 334,000 Realen,

; ; f / ohne in eine andere S f ‘ti ; ; und we:ß; auf dem einen Ende ist das Königlich Preußische, M dere Schuld fonvertirt zu werden, eine Schuld

Dieje Obligationen haben nur einen Werth von

945,977,200 Realen mehr,

545,977,200 Reaten hervorbringen? Das is es, was ich

nicht begreife; ohne die Königliche Anleihe zu verni

h N Hue < ichten hat

man die perpetuelle Rente, und so statt ein é

[haffen / ste er Schuld zwei

annt und nôthigte den Finanz - Minister Ro

E N Anzahl V E elche Autorisation hatte Aguado zu der Ausgabe di j : : | A die

gationen? Er zeigte allerdings, als er von deni Tribuant N

grissen wurde, einen eigenhändigen Befehl des Königs vor: aber

Der skandaldse Wucher an der Pariser Börse ist b

von perpetuellen Renten zu verhindern.

vo ist dieser Befehl seit ünf Jahren geblieben2 Wie kann

Könnte ein Minister es sich

Dies war die Reihe von Betrügereien und

Der Herr Finanz-Minister hat in ge:

wisser Hinsicht die Nation deshalb verantwortlich machen wollen,

ber die Nation sah nicht mit Gleichgültigkeit die Verbrechen, Die Nation sah mit

Í j ihres Glückes aufführten,; Nenschen, die zuvor unbekannt waren, oder wenigstens e,

gen Jahren die glänzen:

i O t n io Mia so Finanz - Minister bedicne hat, jo (Unterzeichnet) Hirzel. finden wir uns ebenfalls veranlaßt, den Bericht der aon Spanien anzunehmen. Eine verständige Politik verlangt, daß wir die Na:

Folgendes ist die in der Sigung der Prokuradoren - Kam- mer vom 16. Sept. von Don Telesforo Trueba gehaltene (in No. 272 der Staats-Zeitung erwähnte) Rede: „Jch werde

tion nicht durch unerträgliche Abgaben bedrücker i i nicht du gliche Abga ) 1, vorzu Gerechtigkeit uns hüt. Klugheit und Pflicht V ebiete U, nuddas

c a

interesse der Nation, die wir repräjentiren, zu berücksichtigen,

ohne uns mit der Untersuchung aufzuhalten, ob unser Beschluß

den Bericht der Kommission vertheidigen, indem ih mich auf

denjenigen Ausländern unangenehm seyn könnte, die ihre Hoff: : / E11

P E 22 M

Bai E 4 b

die Grundsäße der Gerechtigkeit, der politischen Convenienzey F ung, Ga J unseres Vaterlandes zu bereichern, verschwinden sehen. an

Di | will uns mit Frankreih shre>en:! ie so k 23 E des Minister Villèle antworten, welcher sagte: „Daß die Fran-

| jisisde Regierung in

Jebel si vermehrt hat, statt sich zu vermindern? Es is nd- ' thig, daß die großen Kapitalisten in welche mit der Regierung Handel treiben, diejenigen, welche die

fel betrachten, eine wichtige Lehre empfangen, es ist nôthig, ich | wiederhole es, daß sie erfahren, daß diese

| fáhrlich sind, weil der -Tag kommen kann, wo das Volk, seine Fesseln zerreißend, au<h die Werkzeuge zerbriht, welche | dazu beigetragen haben, es in Fesseln zu shmieden. Der

| dies, als ob man den Kredir verlieren fônnte, wenn man die

] verführen.“ | der (kürzlich mitgetheilten) Bemerkungen eines Reisenden über

Spanien. Es heißt darin: rung der Catalonier an die neue Ordnung der Dinge sagte, er ärt au<h die Verwickelung, die si< im Schoße der Cortes

fundgiebt, und vor der das Ministerium Martinez de la Rosa's * leicht scheitern könnte. Der Lektere möchte nicht , daß die Dis-

den Strômungen überfluthet. Vi | wiederholte Wort , daß das juste - milien

tretenen Aenderungen und deren erste Stúge sind, als wegen der Thätigkeit der Gegenpartei, gegen die man des Beistandes,

| baren Widerspruchs glaube ich, daß die wahren Schioierigkei- | ten nicht hierin liegen, da die Minister liberaler sind, als ihre Stellung, und die Cortes gemäßigter, als ihre Worte.

ziehen und sih fragen sollen,

reno besteht ein jährliches U von 200 Millionen Realen

| nommen, es mit voller Kenntniß der Sache und auf seine Ge- | fahr gethan habe.// (Der Redner las das Dokument, worauf | x sich bezog.) War es nicht dasselbe Frankreich, welches durch die | Presse und die Tribünen den Börsenwucher der perpetuellen Rente | nkúndigte; wie kann man jeßt billigen, was man mit so großer

| wimmelt, und die durch falsche Gerüchte die Furchtsamen einzu-

Er hatte den Kabinetten gegenüber versichert, Spanien seße bloß die alten Gesege indem es die zwei Estamentos der Cortes berufe, weiter, und geben si | walt, so is die Versicherung des Herrn Ministers der aus-

e Angelegenheiten ,

i Maa Arm und Gemüth sinken zu lassen, als man mit einem e

' aus ' mischten System vortrat. ] | S aniae Charakter, es widerstrebt auch dem Zweck, den

| man im Anfange einer Revolution erreichen will, die nicht an- | zuerkennen man sich in Kopf geseßt hat, auf die Gefahr hin,

im Schatten der Mißbräuche und der Kraftlosigkeit

Was kann Frankreich thun ? werde dem Herrn Finanz-Minister hierauf mit den Worten

diesen Angelegenheiten nicht interveniren énne und daß derjenige, welcher Spanische Obligationen ange-

ndignation gemißbilligt hat ? Geschieht es vielleicht, weil das

Europa, daß diejenigen, Freiheit, die Rechte, die Thränen der Nation a!s Handels: Arti-

peculationen sehr ge-

Herr Finanz - Minister spricht von dem erlust unseres Kre- insen einer ungerechten Schuld nicht bezahlt! Die Urheber der urcht sind die fremden Agenten, von denen die Hauptstadt jeßt

hüchtern suchen. Man kennt die Triebfedern, weiche sie in den ge enwärtigen Umständen in Bewegung geseßt haben, und Gott be, daß sle sh begnügen, die Spanier zu schrecken, statt sie zu

Die Allgemeine Zeitung enthält eine Fortseßung „Was ich in Betreff der Anforde-

fussionen sich in diesem Augenblick bis zu jenen Fragen erheben.

der Spanischen Monarchie wieder in Kraft, Geht man die Cortes eine Art konstituirender Ge-

so sind alle Erklärungen der ge- rtigen Spanischen Regierung Úber den Haufen ge- stürzt, Zeigte es sich dann nicht bis zur Evidenz, daß eine wirkliche Revolution stattgefunden hat, und daß es sich darum handelt, sie zu organisiren? Die Stellung des Ministe- riums is äußerst \{<wierig. Von allen Seiten wird es von Bewährt hat si<h das oft in Spanien unmödg- lich sey, sowohl wegen der Stimmung derer, die für die einge-

genw

des Enthusiasmus der constitutionnellen Partei bedarf, die schon

rgangenheit und Gegenwart ängstlih und fünstlih ge- ) Dieses System widerstrebt nicht bloß

eine no< größere herbeizuführen. Indessen trol dieses schein-

Wenn ein Zwiespalt zwischen ihnen sich offenbart über die Entwickelung der Jnstitutionen nach einem vernünftig fortschreitenden Systeme, so dreht sich der, Widerspruch nur um die Râäthlichkeit des Au- enbli>s. Die Hauptschwierigkeit dagegen besteht in dem Finanz-

ustande des Landes. Toreno's Vorschläge scheinen mir ein

großer Mißgrisf. Wenn er Recht und Loyalitäc nicht in Be- tracht zog, so hätte er wenigstens Spaniens Interesse zu Rathe ob es klug sey, den Stand der

Spanischen Rente von 80, wie sie im Juni stand, auf 30, wie sie je6t steht, herabzudrúcken, und dies in einem Augenblicke, wo die Einnahmen die Ausgaben nicht deen, Anleihen also unumgänglich sind. Nach den Berechnungen des Herrn v. To-

(134 Mill. Rthlr.), was sich im folgenden Jahre verdoppeln wird, wenn man nicht schnelle und entscheidende Maßregeln anwen- det. Der von Toreno vorgeschlagenen Anleihe von 400 Mil-

lionen Realen müßten viele andere folgen, um die Defizits zu decken, da die Dividenden der Cortes-Anleihen seit eilf Jahren Wo die Sub-

scribenten zu solchen Anleihen finden ? Spanien hat eine jáhr- liche Einnahme von 600 Millionen Reaien (40 Mill, O Man

Dies ist leicht Hier ist die Gewohn- Es giebt Provinzen, wo man direkte Steuern gar nicht kennr, und wo es fast unmöglich ist, sie einzuführen. Man E, dort lieber 4 Piaster in indirekten Abgaben, als man einen

aus dem Spanischen Budget vershwunden waren.

Das einzige Kriegs- Departement verzehrt davon 350. wird, sagt man , das Abgaben-System ändern. gesagt, aber in Spanien schwer gethan. heit Alles.

alben für eine direkte bezahlen wúrde.

zu einer bleibenden Vermehrung der Ressourcen des Staates nur durch allgèmeine Durchführung der direkten Steuern (namentlich

auf Häuser), neben besserer Regulirung der indirekten fommen. M in Catalonien, Valencia 26€

in andern is sie ganz unbe- Es bestehen also verschiedene Steuer-Erhebungsarten fúr ein und dasselbe Königreich : keine Gleichförmigkeit, kein Gan-

Ín einem Theile “B. ertheilt man einem Eigenthümer gegen eine jährliche Abgabe das Recht, allein in seinem Hauje und seiner

Nur in einigen Provinzen, wie existirt eine solche direkte Steuer; kannt.

zes, so wenig als Uebersicht Und Kontrolle. Spaniens

Nachbarschaft bis zu einer gewissen Entfernung, einen Spezerei

laden oder sonst ein Magazin von Gegenständen allgemeinen Verbrauchs anlegen zu dürfen. Jn cinein andern Theile wird der Verkehr nach ganz andern Grundsägen behandelt, und da | g glaubt jede Stadt, jede Provinz, sie verliere nur, wenn man sich,

Ebenso unumgänglich nöthig | los Dieser enthält so übermäßig a f i U weniger als irgendwo zerstdrbares Neß auswirft, alle Verbrau ss Gegenstände üefert, Und fast nichts in die Staats - Kassen kommt. Mäßigere und verständiger angelegte Zölle sind ein hos-

hes Bedürfniß, um so mehr, als der Handel bei dem Verbot- 9 y n Ferner ist ndthig, die uner-

an diese alten Gerüste rühren will. ist eine Revision des Zoll-Tarifs. hohe Ansäze, daß der Schleichhandel, der

System nur Rükschritte machte. | B meßlichen Güter des Klecus, die fortwährend frei waren, mit eine

regelmäßigen jährlichen Abgabe

Indessen dürfte man | wo

u belegen, die Verwaltung der

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nahme von Vermächtnissen und Schenkungen unter die gleiche

Kontrolle zu stellen. Endlich fordert die Frage der Zehnten,

Frohnden und Gülten cine totale Reform. Nur in solchen

durhgreifenden Verbesserungen liegt die Hoffnung einer Wider-

herstellung des Kredits: aber es is eine {were , langwierige

Arbeit, und das bloße Wort Cortes und Constitution kann da

nichts helfen. Diese Finanz-Schwierigkeiten tragen viel zur Ver-

längerung des Krieges in den Baskischen Provinzen bei. Es

wäre dringend nöthig, die Armee zu vermehren, um den Öpera-

tionen Rodil’'s mehr Kraft zu geben und ihm zu gestatten, alle

Stádte der enipôrten Provinzen mit achtunggebietenden Besaßzun-

gen zu versehen.“

Ein Korrespondent des Morning- Herald meldet dew-

selben Folgendes von der Spanischen Gränze: „Um Ihnen zu

zeigen, wie ungere<ht der General Rodil zu Werke grht, und

wie sehr cs ihm an den gewöhnlichen menschlichen Gefühlen fehlt,

theile id Jhnen nachsteßende Erzählungen mit, die ich aus vie- len anderen ähnlicher Art ausgewählt have. Ein armer Alkalde, Vater einer zahlreichen Familie, wurde verhaftet, weil er den Karlisten Lebensmittel geliefert hatte. Er ward vor den Gene- ral Rodil gebracht, und dieser befahl, daß man ihn erschießen solle. Der arme Mann bat um fein Leben und schilderte den Jammer seiner verwaisten Kinder; aber umsonst. Zur äußersten Verzweiflung gebracht, wagte er es, sich zu verantworten. „Was habe ih verbrochen ?‘/ sagte er zu dem General; „ein Trupp Karlisten kam in unser Dorf und drohte mir mit dem Tode, wenn ih sle nicht mit Brod versähe; sie set; ten mir ihr Gewehr auf die Brus, und ich mußte ihnen nach- geben. „Und, Señor‘/, fuhr er fort, „haben Sie uns etwa vor den täglichen Ueberfällen des Feindes geshüst? Als ich das Brod hergab, war in einem Umkreise von zehn Meilen nicht cin einziger Soldat der Königin; konnte ih also anders handeln? Gewähren Sie uns Schuß, Señor, dann werden wir den Tod verdienen, wenn wir Zhren Befehlen nicht gehorchen.“ Rodil wurde wúüthend und ließ den unglücklichen Alkalden auf der Stelle füsiliren. Eine so brutaíe Polirik brachte die Provinz auf, und die Furchs vor Rodil bewog manchen ruhigen Mann, seine Woh- nung zu verlassen und sich den Zieihen Zumalacarreguy's anzu- schließen. Von Pampelona nahm Rodil seinen Marsch in die Gebirge und begann, in seinem Grimm über die Niederlage Lorenzo’'s und Carondelet's, wovon Sie das Nähere schon wissen, Häuser und Mühlen in Brand zu steen. Zu Lesa legte er dem Eigenthümer des Hauses, in welchem Don Carlos einige Abende vorher úbernachtet hatte, eine Geldstrafe von 1000 Piastern auf. Als diese bezahlt war, ließ er das Haus anzünden und den Eigenthümer mit seinem Sohn als Gefangene na< Pampelona transportiren, Jn Folge dieser barbarischen und unklugen Handlung entstand eine allgemeine Ds in der Provinz, und ein Jeder nahm nun Partei in dem Kampfe. So hat denn die Königin jeßt leider nicht einen einzigen Freund mehr daselbst. Die Gemäßigten haben sih aus Unwillen Über Rodil gegen sie gekehrt; die Unentschlos- senen haben sich zu den Karlisten gewandt und geschworen, dem Tyrannen den Garaus zu machen ; sle verlassen ihre Wohnun- gen und geben ihr Hab und Gut der Raubgier der Konfiskato- ren vreis. Der mächtige General findet nun auf seinem Zuge durch die Provinz Alles verôdet, und Weiber und Kinder flie- hen bei seiner Annäherung nach den Gebirgen. Noch ein an- derer Machthaber, der unter dem äußeren Anschein der Huma- nitát ein verhärtetes Herz verbirgt, har durch sein Verfahren den Unwillen gegen die Königin sehr vermehrt. Jch meine

den Grafen Armildez de Toledo, Vice - Statthalter von Navarra. Folgende herzzerreißende Scene ereignete sich vor wenigen Tagen. Acht Alkalden und Vice - Alkalden

wurden aus eben so viel Dörfern gefangen nah Pampelona ge- brahe. Man hatte sie auf offenem Felde in der Nöhe ihrer Wohnungen gefunden, und wußte ihnen weiter kein Verbrechen vorzuwerfen. Sie wurden vor die Militair-Kommission gestellt, und erkiärten in dem Verhör, daß die Karlisten ihnen anbefoh- len hätten, Schildwach zu stehen und die Bewegungen der Trup- pen zu bewachen; sie hätten dem Grafen von diesem Befehl An- zeige gemacht und um Schus gebeten ; man habe aber von ihrem Gesuch keine Notiz genommen. Die Mitglieder der Misltrtair- Komniission erklärten die Leute sür unschuldig. Darúber E der Graf in Wuth und drohte der Kommission, daß er sie auf- {dsen werde. Er verwies die Angeklagten vor drei Civil-Richter, die der Entscheidung des Kriegsgeriches beistimmten. Voll Grimm berief er die Kommission noh einmal zusammen und legte ihr folgende Frage vor: „Haben die Angekiagten einen im S 1830 gegen den General Mina erlassenen Kduiglichen Befehl verlebt ? Antworten Sie Ja oder Nein, ohne auf Erläuterungen einzu- gehen.//// Da die Antwort bejahend ausfiel, so wurden zei von den Leuten“ am nächsten Morgen erschossen; der Tine hin- terließ eine Frau und acht Kinder, der Andere eine Frau und sehs Kinder, die alle noch jung sind. Die übrigen 6 Gefange- nen wurden auf 10 Jahre zu den Galeeren verurtheilt. Ich erwähne aller dieser Thatsachen, um den Charakter der Beamten zu beleuchten, die von den Ministern na<h Navarra geschi>t worden sind, um die Provinz zur Ruhe zu bringen. on ei- ner anderen Handlung des Grafen Armildez war ich selbst Zeuge. Ein Karlistisher Soldat wurde gefangen genommen, und, weil er sich ungebührlich benommen hatte, nach Pampelona gebracht. Hier ließ ihn der Graf in einen unterirdi\chen Kerker \perren,

er über 3 Monate blieb. Jch sah den armen Men- schen. Jch fand Zutritt in sein Gefängniß; es war fin-

ster; nur dur ein kleines eisernes Gitter oben am Sims fiel ein Lichtstrahl hinein. Er hatte kein Bett; seine Kleidung reichte nicht hin, ihn gegen die Feuchtigkeit der Mauern zu \{<üken. Ein abscheulicher Geruch erfüllte den Kerker, Der Gefangene sagte über die harte Behandlung, die ihm widerfahre, und eigte mir seinen Nacken, in den die Ratten, die ihn Tag und Nacht quálten, eine Wunde, so groß wie ein Fünf-Schilling-Stück, genagt hatten. ‘Und dies ist nicht das einzige Schlachtopfer in Pampelona’s Gefängnissen. Die Jnqguisition mit allen ihren - | Gráueln waltet jelzt in dieser Stadt eben jo wie it den \<{<limm- sten Tagen Ferdinand’s VIL., und doch spriche man uns von constitutionnellen Bündnissen zum Schus der Liberalen gegen despotische Grund}äge. Die Provinz Navarra hat

fein E Dorf auégenommen , für Don. Car- erkiärt, Die Kinder singen die apostolische Hymne

von 1823, und die Männer \<wödren in den Kirchen, sür die Sache des Königs zu siegen oder zu sterben. Pampelona hat von einer 15,000 Seelen starken Bevölkerung an 2500 kräftige Mánner zu den Reihen der Karlisten gestellt, während, ungeac-

nur 200 National-Gardisten für die Sache der Königin ausge- bracht werden konnten, Die Gefängnisse, die unter Quesada's r | Verwaltung im Vergleich gegen jeßr leer waren, sind so úber- füllt, daß man, um die politischen Gefangenen alle unterzubrin-

tet Rodil's Proclamationen und der obrigkeitlichen Drohungen, |

nand;

Berlin, 2. Okt. Der Geheime Ober-Medizinalrath Yr. von Wiebel, Chef des Militair-Medizinalwesens, erster Genera! Stabs - Arzt der Armee und zweiter Leib- Arzt Sr. Maj. des Königs, Direktor des medizinis<-<irurgischen Friedrich: Wilhelms- Instituts und der medizinisch-<irurgishen Militair-Akademie, bes ging gestern (wie bereits erwähnt) sein 50jähriges Dienst - Ju- biláum. Die Feier dieses fúr die Familie des Jubilars, wie für dessen zahlreiche Freunde und Verehrer, und für sämmtliche Militair-:Medizinal: Beamten so erfreulichen als wichtigen Tages begann {hon am Vorabend mit einem Familienseste, bei welchem der Jubilar von den Seinen durch die zartesien Beweise derk Liebe und Anhänglichkeit Überrasht wurde. Die Compagnie - und Es?kadrons-Chirurgen der hiesigen Garnison brachten in Ver- einigung mit ihren hier zum Studium anwesenden Kollegen und den Zöglingen der beiden gedachten, unter der Direction des Herrn Zubilars stehenden ÎÄnstitute dem Gefeierten eine s{öône Abend-Musik und überreichten ihm ein auf sein Ehrenfest bezüg- liches, von einem der Zöglinge des Instituts verfaßtes, sehr ge: lungenes Gedicht. Von den Angebinden, die dem Jubilar bereits an diesem Abende zu Theil wurden, erwähnen wir na: wentlih des Brustbildes der Frau Fürstin von Liegnil, als ci: nes Geschenkes Jhrer Durchlaucht. Am Morgen des fest- lichen Tages selbst begaben sich sämmtliche Militair - Aerzte der hiesigen Garnison, welchen sh die Mitglieder der militair- ärztlichen Bildungs- Anstalten und die Beamten des Medi zinal- Stabes angeschlossen hatten, in die Wohnung des Jubi- lars, wo der zweite General-Stabs-Arzt Dr, Büttner demselben im Namen aller Anwesenden und sämmtlicher auswärtiger Mis litair - Aerzte, unter Bezeugung der innigsten Wünsche für sein ferneres Wohl, ein Exemplar in Gold von der auf diesen Tag aeprágten, von dem hiesigen Medailleur Professor Brandt ver- fertigten Denkmünze überreichte. Hierauf Übergab der c. Dr. Büttner die von mehreren der kommandirenden Herren Gene- rale eingegangenen Glückwünschungs-Schreiben, so wie denn auch einige der Anwesenden dem Jubilar von ihnen verfaßte wissen: schaftlihe Werke überbrachten. Jm Laufe des Vormittags wurde der Gefeierte nicht allein dur< Deputationen von allen hiesigen Behörden, welche ihre Glükwünsche zu diesem Tage abstatte- ten, überrasht und erfreut, sondern au<h dur huídreiche Zu- \hriften und werthvolle Geschenke sämmtlicher Mitglieder des Königlichen Hauses, so wie dur die persönlichen Besuche Jhrer Excellenzen des Geheimen Staats: und Kriegs-Ministers Herrn von Wißkleben, des Herrn Generals der Kavallerie von Borstell und des Herrn Geheimen Staats: Ministers, Generals der Jnfanterie, Grafen von Lottum, so wie anderer ho- her Militair- und Civil - Personen beglü>t, von denen des Herrn Kriegs - Ministers Excellenz dem Jubilar zugleich als einen neuen Beweis der Gnade Sr. Majestät des Kdnigs dis Insignien des Rothen Adler-Ordens zweiter Klasse mit dem Stern in Brillanten, begleitet von einer, in den huldvollsten Ausdrücken abgefaßten Kabinets-Ordre überbrachte. Von Jdrer Majestät der Kaiserin von Rußland erhielt derselbe einen kost: baren Brillant- Ring mit der Allerhöchsten Namens : Chiffre. Um 12 Uhr hatte die Königl. medizinisch -<irurgis{<he Militair- Akademie im Hôörsaale des Friedrih- Wilhelms- Jnstituts eine wissenschaftliche Feier des Tages veranstaltet, wobei von dem Königl. Hofrath, Professor Dr. Hufeland, eine passende Rede gehalten wurde. Zu dem im Jagorschen Saale veranstalteten Festmahle, wel- hes dur< die Gegenwart mehrerer der Herren Staats-Minister und der gesammten hier anwesenden hohen Generalität verherr- licht wurde, ward der Jubilar von des Herrn Kriegs-Ministers Excell., seine Gattin, Tochter, Enkelin und Schwiegersohn aber von den obersten Militair - Medizinal - Beamten aus ihrer Wohse nung abgeholt und in die eben so zahlreiche als glänzende Ge- sellschaft eingeführt. Nachdem bei der Tafel des Herrn Kriegs- Ministers Excellenz, als Chef des Ministeriums, welchem der Jubilar angehört, zwei Toaste auf das Wohl Sr. Ma- jestät des Königs und auf dasjenige des gesammten Königlichen Hauses ausgebracht hatte, wurde dem Gefeierten von dem drit- ten General Stabs - Arzt, Dry. von Gräfe, unter Assistenz der Herren General-Aerzte De. Lohmeyer und Dr. Schulz, im Na- men sämmtlicher Preußischer Militair - Aerzte , ein hier in Ber- lin bei Herrn Hossauer hôchst geschmackvoll gearbeiteter großer silberner Pokal überreicht und hiernächst die Gesundheit des Ju- bilars durch des Herrn Kriegs-Ministers Exc. ausgebracht. Darauf übergab der Herr Geheime Ober - Medizinal - Rath Dr. Rust, Präsident des Curatoriums für die Kranken-Anstalten, Namens sämmtlicher hiesiger Civil-Aerzte, Apotheker und Wun'9- ärzte, eine von Herrn Prof. Wichmann in Marmor angefer“igte treffend ähnliche Büste, welche in dem festlich dekorirten Saale aufgestellt worden und bis dahin verhüllt gewesen war , in die- sem Augenbli>ke aber aufgede>t wurde. Jn der hiebei gehalte- nen Rede erwähnte zugleih Herr Dr. 2c. Rust, daß der Rest der zu diesem Zweck von den Gebern zusammeng{orachten Summe, dem Jubilar zu irgend einem Wol . werden würde, und daß nach dessen dereinstigem Hinübertritt die Büste im großen Hörsaale des Friedrich-Wilhelms- Instituts auf- gestellt werden solle. :

Die Herren General-Aerzte Dr. Starke, Dr. Schwikart "¿nd Nr. Kothe überreichten hierauf die Biographie des Jubilars, \o wie die Herren Regiments-Aerzte Dr. Schilling, Dr. Biesfe und E> ein von der Universität Erlangen, auf welcher der Jubilar vor 40 Jahren die Doktorwúrde erlangt hatte, eingeazngenes Be- qalúcéæúns<hungs-Diplom ; auch verlas auf Veranla\{ung Sr. Exc. des Herrn Kriegs - Ministers der General - Btabs - Arzt Dr Büttner die obenerwähnte, an den Jubel-Greis erlassene Aller- hôchste Kabinets : Ordre, deren huldvoller Jnhalt die Versamm sung aufs Neue zur freudigsten Begeisterung stimmte.

Der Jubilar dankte gerührt in einfachen, die Herzen | ergreifenden Worten súr so viele und so allseitige Beweise der Liebe, Freundschaft und Theilnahme, und der Geist inniger Frdh-

wurde noch erhöht durch einige in heiterer Direktor Schadow gesprochenen Worte. Die Versammlung trennte sich mit dem Wunsch:, daß dem Jubilar vergönnt seyn môge, si< no< viele Jaßre hiudurch im vollkommensten Wohlseyn der ihm an diesem Tage zu Theil ges wordenen mannigfachen Anerkenntniße sciner Verdienste zu er- freuen.

Laune von Herrn

| Königliche Schauspiele.

Freitag, 3. Okt. Jin Schauspielhause: Das Käthchen von Heilbronn, großes Ritter- Schauspiel in 5 Abth. , nebft ei nem Vorspiel, von H. v. Kleist.

j Königstädtisches Theater. Freitag, 3. Oft. Der bôse Geist Lumpacivagabundus,

Güter unter die Kontrolle des

taats zu nehmen, und die An-

gen, das Kollegium in einen Kerker verwandeln mußte.“

oder: das liederliche Kleeblat, Zauberpofse mit Gesang in 3 Akten.

[thätigen Zwecke überwiesen -

lichkeit, welcher sih über die ganze Gesellschaft verbreitet hatte,

E,