1834 / 299 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

besten Ueberlegung zu Werke, damit ein Parlaments-Gebäude zu Stande kömmt, wie es einer großen Nation würdig ist.“/

, Gestern früh sah man eine Menge von Papieren auf der Themse shwimmen; da man glaubt Parlaments - Häuser scyen, so wurden sie aufgefisht und befin- den sich jebt bei cinem der Thorhüter der St. Katharinen-Docks in Verwahcung.

__ Die Briefbeutel, welche gestern Abend mit der Post ver- sandt wurden, waren alle außerordentlih \{wer, weil von den Zeitungen, welche die Details über die Zerstörung der beiden viel mehr Exemplare, als sonst, wurdenz die Zahl dieser Extra-

e, daß es Akten der beiden

Parlaments - Häujer enthalten, nach den Provinzen verschick Exceraplare soll sich auf 10,006 belaufen haben.

Dem Albion zufol

Sein sind die Protestanten in Zrsland ernstlich in Bewegung. i

1 1 Sie haben dem Ober-Scherisf der Graf- haft Dotwn eine Bittschrift überreicht, worin sie ihn auffordern, eine Versannnlung zu berufen, „um zu berathen, welche consti- tutionnelle Maßregeln in dieser gefahrvollen Krisis zu nehmen seyen.“ Diese Bittschrift ist nach der Evening Mail von ‘Per: sonen unterzeichnet, die jährlich über eine halbe Million Pfund Einkünfte haben, und sie wird daher gewiß selds die Aufmer?- samkeit derjenigen erregen, die jeßt die Angelegenheiten Jrlands Der Scherisff, Lord Hillsborough, hat die Ver: sammlung, welche in der Stadt Hilisborough gehalten werden soll, auf den 30. Oktober festgesckt. O

In der Mord ing Chronicle liest man: „Nach Briefen aus Bombay dürfte die Sendung, ger von Seiten der Ostindischen Compagnie an den Hof von Sind übernommen, höchst günstige Folgen haben. ging auf Eröffnung des gewaltigen Indus-Flusses für den Han- del Indiens und Europa's; dieser ist erreiht, und die von allen in den Fuß ein- oder aus demselben auslaufenden Schiffen zu erhebeaden Wasserzôlle sind dazu bestimmt, theilweise die Kosten des Schutzes für den Handel zu deen, nicht aber als Einnah- laequelle für die Regierung von Sind zu dienen. erhielt durch einen Vakil, d. h. außerordentlichen Gesandten, ein Schreißen von den Söhnen des verstorbenen Morad- Ali, Sou - verains von Sind; es is ein Traktat entworfen und dem Obere sto.tthalter zur Ratification zugesandt worden. ( tische Seemacht an der Mündung des Jndus soll den Handel schüßen und die Abgaben erheben. großer Wichtigkeit fär die Nation, besonders wenn man die ‘Tominunication über das Rothe Meer, vermittelst der Dampf- \chifffahrt, die dem Britischen Unternehmungsgeist wahrscheinlich hald wird dargeboten werden, damit in Verbindung bringt.“

Aus Quebek und Montreal sind Zeitungen bis zum In den letreren heißt es, die Zahl der in diejem Jahr dort angekommenen Schisse sey bei weitem geringer, als die des vorigen Jahres; es sollen nämlich bis zum 12. September des Jahres 1832 dort 100 Schiffe, bis zu demselben Datum im vorigen Jahre 109 und bis ebendahin in diesem nur 74 Schiffe angekommen seyn. sich in Quebek die Zah! der angekommenen Schisse, namentlich der Fahrzeuge zweiter Klasse, die Bauholz an Bord nahmen, bedeutend vermehrt.

Nachrichten aus Halifax zufolge, hat die Cholera dort arg gewüthetz am 12.-und 13 September belief sich die Zahl der Erkrankungen auf 98 und die der Todesfálle auf 16.

Die Nachrichten von der Jnsel Antigua gehen bis zum 6ten v. M.; die Neger-Lehrlinge benahmen sich daselbst sehr gut, wenn sie auch, wie sih erwarten ließ, nicht so viel arbeiteten, als vor ihrer Emancipation.

Aus den gestern hier eingegangenen Nor d-Amerikanischen Zeitungen voin 24sten v. M. ergiebt sich, daß in den Verei- nigten Staaten die Aus- und Einfuhr auf einheimischen Schif- fen in den lebten beiden Jahren um 18 pCr. und auf fremden Schiffen um 80 pCt. zugenommen hat.

Niederlande.

Aus dem Haag, 21. Okt. Se. Königl. Hoheit der Prinz Friedrich, welcher vorgestern Abend aus Berlin zurückgekehrt ist, war auch bereits bei der gestrigen Eröffnungs - Sißung der Ge- neral-Staaten zugegen, die unter dem Präsidium des jiattfand, welche Se. Maj. wieder zum Vorsiger der ersten Kammer ernannt haben.

Die zweite Kammer hat als Kandidaten sür die Präsiden- ‘tur die Herren d’Escurg von Heinenoord, Byleveld, und Lusac

vertvalten.

welche Oberst Pottin-

Der Zweck

Der Oberst

Eine kleine Bri-

Das Erreichte scheint von

19. v. M. hier eingegangen.

Dagegen har

arons Roecll

In den Provinzen Friesland und Overyssel haben mehrere Mehrere Landstraßen und große Ebe- daß sie über 11 Alle noch mt eingesammetite Früchte, namentlich die Kartoffeln, sind dadur vollends verdor- ben. Den leßten Berichten aus Zwolle zufolge, ist indessen das Wasser \hon wieder etwas gefallen.

0 A Im Mer cure liest man: olländische und Belgische Handelsleute

rneuerung von Verbindungen gemacht aber diese Ver-

Deichbrüche stattgefunden. nen wurden überschwemmt und zwar dergestalt, Ellen unter Wasser standen.

Brüssel, 21, Okt. lezten Zeit sind durch H vielfältige Versuche zur E worden, die ihnen gegenseitig vortheilhaft waren ; suche im Kleinen waren stets unglücklih. Der Handelsstand, des Schuses der Regierung beraubt, fand sich genöthigt, List an- wenden, sich fremder Flaggen zu bedienen, um Mannschaft und Waaren vor Plackereien zu {üben , verübt werden éönnen.

die aus Parteigeist hätten Dieser Zustand der Dinge brachte bei- den Ländern großen Nachtheil. Es is in Holland die Rede da- Mittel zur Hebung der Hindernisse zu bera- (máßigern und besser gesicherten Verbindungen Quelle haben wir in dieser Holländi¡cher Schisss-

von, sich Über die then, die fich rege entgegenstiellen. Hinsicht F

Aus glaubwürdiger O olgendes erfahren: Herr Dejeuw, r hatte von den Behörden jeines Landes die Erlaubniß

Civil - Gouverneur eser Capitain mehrere Unterredungen zu hat ihm versichert, daß, vom Laufe des näch- die Holländische Regierung ohne Schwie- lle Belgische Schiffe unter weißer Flaage zulassen und daß man von der Belgischen Regierung unter ähnliche Behandlung für die daß diese Fahrt über daß die Belgi-

Belgien , zu fahren. Seeland, mit dem di diefem Ende hatte, sten Nove rigkeiten a \{üßen würde; den nämlichen Bedingungen eine Holländischen Schiffe verlangen würde ; wie vor 1830, statthaben solle; endlich, s in Holland und die Holländischen in Belgien ein Der Capitain Deseuw, der die Wahrheit Handel wichtigen Thatsache verbürgt, fügte hinzu, ämlihen Gouverneur erfahren, daß man ( getroffenen und durch die beiden Re- nen Vergleich würden die Dinge während

mbers an,

[ | | | j | |

chen Capitain Patent zahlen dieser für den er habe durch den n nach diesem einma . gierungen angenomme 10 Jahren in Statu quo bleiben fönnen.““ ; Das Journal d’Anvers bemerkt in obiger Hinsicht :

F212 „Wir haben einen Beweis von der friedlichen Stimmung der beiden Länder durch einen regelmäßigen Diligence - Dienst von Antwerpen nach Breda, über West-Wezel, der, wie wir glauben, náchsten Sonntag beginnen und endlih eine so lange unter- brochene Verbindung wieder eröffnen wird.“

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 21, Okt. Se. Maj. der König haben den Frhrn. v. Ohsson zum außerordentlichen Gesandten und bevoll- mächtigten Minister am K. Preußischen Hofe, an die Stelle des verstorbenen Hrn. v. Biandel, ernannt. Dem Grafen v. Wrangel, Legations-Secretair im Haag, sind, bis zur Ernennung eines neuen Gesandten am dasigen Hofe, die Functionen eines Geschäftsträgers übertragen, und der Kammerherr J. Maj. der Königin und Secretair im Kabinette der auswärtigen Angelegen- beiten, Baron v. Troil, ist zum Legations-Secretair am K. Dä- nischen Hofe ernannt.

Gestern haben Se. Majestät dem Kaiserl. Russischen Gene- ral:-Adjutanten, Fürsten Mentschkoff, eine besondere Audienz er- theilt und aus dessen Händen ein Schreiben Sr. Majestät des Kaisers von Rußland empfangen. Nach der Audienz wurde der Fürst Zhrer Majestät der Königin, so wie JJ. KK. HH. dem Kronprinzen und der Kronprinzessiu vorgestellt, wonächst der- selbe die Ehre hatte, an der Königl. Familien- Tafel Theil zu nehmen.

Stockholm, 21. Okt. „Gestern wurde, zur Erin- nerung an den Tag, an welchem der König zum erstenmale den Schwedischen Boden betrat, von Sr. Majestät für die we- gen politischer Vergehen oder wegen Majestäts-Verbrechen Ver- urtheilten eine aligemeine Aninestie erlassen. Es ist bemerkens- werth, daß, nach ciner jo heftigen Erschütterung, wie die, welche im Jahre 13809 Schweden traf, nur sechs. Personen bestraft wurden, von denen zwei schon begnadigt find. Von den übrigen vier ist der Lieutenant Natt-och-Dag in Amerika, die Barone von Vegesack und von Düben in Deutschland und dem vierten, Capitain Lindeberg, welcher hier ist, wurden gestern die ‘Pforten des Kerfkers geöffnet. Die Cholera hat sowohl in der Haupt- stadt, als ia dem úbrigen Königreiche entweder {hon aufzehört, oder es kommen nur noch einzelne Fälle vor, von denen nur schr sel- ten einer tödtlich wird. Die geringere Verwüstung dieser Epidemie in der Hauptstadt, im Vergleich mit anderen Gegenden, (?) ver- dankt man hauprjächlich der Sorgfalt der Regierung, den Be- múühungen der Bürger - Vereine zur schnellen Hülfeleistu: g, end- lich der exemplar:schen Ruhe und Ordnung, welche unter dem Volke herrschte und die demselben Ehre macht. Die Nation haî mic aufrichtigen Gesinnungen von Ergebenheit und Dankbarkeit die väterliche Sorgfalt bemerkt, welche der Kdnig unausgeselßzt der Hauptstadt und allen von der Epidemie befallenen Ortschaf- ten gewidmet hat. Die Unterstüßungen an Geld und Lebens- mitteln, welche der König und die Königin vertheilen ließen, haben den Bewohnern große Erleichterung verschafft. Die Hin- gebung des Kronprinzen ist allgemein bekannt, und das Volk erkennt s dankbar an. Se. Königl. Hoheit leitete nicht nur die zur Hemmung der Krankheit getroffenen Anstalten, sondern besuchte auch die Kranken und sprach ihnen Trost ein, dessen sie so sehr bedurften.“

D O ano:

Dresden, 23. Okr. Gestern Abend fand in einer össent- lichen Sißung der zweiten Kammer der in dem $. 71 der Ver- fassungs-Urkunde vorgeschriebene Akt der Losung jtatt, nah wel- ec sich das Austreten eines Theils der Abgeordneten aus der zweiten Kammer bestimmt.“ Es treten aus: 6 Abg. der Ritter- guts-Besizer, 8 Abg. der Städte, 2 Abg. des Bauernstandes und 1 Vertreter des Fabrik: und Handelsstandes.

Die Nachrichten von dem Erfolge der Leipziger Michaelis- Messe sind fúr die Sáchsishe Gewerbs-Jndustrie sehr erfreulich. Auch die Preußischen Tuch-Fabriken am Rhein, so wie die Gör- lizer und Zúllichauer Tuchmacher, die Elberfelder und Crefelder Seiden - Fabriken, die Bielefeider und Schlesischen Leinwande, und vot Allem die Rhein- Preußischen Leder- Handlungen haben diesmal in Leipzig den besten Absas gehabt, wohingegen die Englischen Fabrikate in den wohlfeilen Artikeln, des hohen Zol- les wegen, faum mehr konkurriren konnten. Leipzig, als Sta- pelplalz des Deutschen Buchhandels, zählt nun bereits hundert Buchhändler-Firmen. An dem Aufvau der neuen Buchhändler- Börse war bereits thätigst die Hand angelegt. Die große Brock- hausische Buchhandlung fügte nun zu ihren dreißig gewöhnlichen und Schnell - Pressen auch eine Dampf- Presse. Sie hat von Bossange den Verlag des Pfennig- Magazins gekauft und end- lich auch den Druck des Converjations- Lexikons für die neueste Zeit beendigt.

Bei dem am 14. und 15. Oktober d. J. stattgehabten Herbst- Wollmarkte zu Baußen wurden überhaupt daselbst eingebracht : 463 Stein 4 Pfund Preußische, 71 St. 5 Pfd. einshürige und 992 St. 21 Pfd. zweishürige von Rittergütern, 600 St. 10 Pfd. zweischúrige von Bauergütern, durchaus Sächsische, und 661 St. 4 Pfd. Böhmische Wolle; zusammen 2789 St., wo- von 2728 St. 12 Pfd, auf hiesiger Rathswaage verwogen wur- den. Hiervon wurden 1400 St. 9 Pfd. Sächsische, 337 St. 20 Pfd. Preußische und 600 St. 16 Pfd. Böhmische Wolle, zusammen 2379 St. 1 Pfo. an inländische Fabrikanten verkauft. Den ersten Wollmarktstag ging der Verkauf ziemlich rasch von statren, und die Wollen wurden mit 1, 12:—2 Rthlr. der Stein hdher bezahlt, als in dem diesjährigen Frühjahrs-Wollmarkt. Den zweiten Markttag warcn die Verkaufsgeschäfte weniger lebhaft, auch hatten sich die Preise wieder etwas vermindert, so daß an diesem Tage für einige Wollen bis 1 Rthlr. der Stein weniger gezahlt wurde, als den Tag vorher darauf geboten worden war. Gute Mittelwollen wurden am meisten gesucht, und auf diese erstrecét sich auch bloß der obenangeführte Aufschlag des Woll- preises; geringe Wollen, vorzüglich die aus Böhmen eingeführte, behielt den früheren Preis.

Der diesjährige Wein- Ertrag im Elbthale von Pillniß bis Meißen ist in Güte und überschwenglicher Fülle über alle Er- wartung ausgefallen, und mag der Werth der schon jeßt von Aufkäufern sehr gesuchten Produkte wohl ohne alle Uebertrei- bung gegen eine Million Thaler geshäßt werden. Sachsens Futterbau und Aerndte hat durch die enorme Trockenheit im Verhältniß wenig gelitten. Beide sind im Erzgebirge und Voigt- lande gut ausgefallen, da der Waldbodrn weniger austrocknet, und häufige Gewitter-Regen die Erde anfrishten. Die für die Bewohner jener Gegend so wichtige Kartossel - Aerndte ist ergie- big gewesen, und sichert der Sächsischen Genügsamkeit genügen- den Unterhalt. Aber für die Besißer der veredelten Schäfereien und die Woll-Preise sind Fie Aussichten keinesweges erfreulich.

Es fehlte vor einiger Zeit auch im Sächsischen Erzgebirge und Voigtlande nicht an mancherlei Aufregungen und Vorschlä- gen zu Auswanderungen nach Nord - Amerika. Besonders be-

esandten und bevollmächtigten Ministers Freiherrn von Otter- t, sodann der úbrigen Mitglieder des diplomatischen Corps, Hofes und der obersten Civil - und Militair - Chargen, die lung Seiner Hochfürstlihen Durchlaucht des Erbpri llern-Sigmaringen mit Jhrer Hoheit der Prinzessin riederike Louise von Baden feierlich begangen wor- i Trauung vollzog zuerst nach katholischem Ritus der zischof und General: Vifar Hr. von Vicari, und hierauf nach elishem Ritus der Oberhofprediger Martini.

eine Hoheit der Markgraf Marimilian von Baden is estern Abend von einer Reise, welche derselbe nach Mailand Verona gemacht, um den Mandvers der dort vereinigten K. Oesterreichischen Armee beizuwohnen, glücklich zurückge-

trieb eín Voigtländischer Gutsbesißer, von Nanndorf, diesen Seit aber in jene Begenden dur(zd das Wiederaufleben der Fabriken neues Leben gekommen is, hôrt man wenig mehr davon sprechen. Wochen ein Verein von 64 Auswanderern, zum Theil Familien vátern, und nicht unbemittelten Männern, aus der Sächsischen Ober - Lausißk nah Bremen, einzuschiffen , noch zeitig genug

Plan mit Begeisterung.

Doch zog vor wenigen

um sh dort für New - Hy den Mississippi im Staate Illinois anzukommen hoffe Sie hatten zwei tüchtige Landsleute vorausgeschick, und erst als diese den Land - Ankauf und Alles besorgt hat ten, machten sie sich, zu einer Kolonie vereinigt, auf. Di Ueberfahrt wurde in Bremen für 450 Friedrichsd'or bedungey, Uebrigens ist zu bemerken, daß die Fabrikanten und Weber jy der Lausil dadurch, daß weit weniger Fabrikherren und Verh, ger ihnen ihre Arbeit siher bezahlen, und daß ein jeder sein Weberei für sich zu Markte trägt, weit öfter in Verlegenhj fommen, und von der Lust auszuwandern angewandelt werdey, als die Fabrikarbeiter im übrigen Sachsen, die an bestimm Kaufleute abliefern; die Joint-Societies aber , wo die Fabrik beiter sich zu Selbstverlegern eincn, sind selbsk in England hs wieder eingegangen.

Kassel, 22. Okt. Se. Hoheit der Kurprinz und Mies gent, Hôchstwelcher völlig wieder hergestellt ist, hat gestern V, | helmshöhe verlassen und das Palais am Friedrichöplatze bezo, F Abends wurde Hdôchfderselbe durch eine herrliche Militair-Mi beim Zapfenstreich von sämmtlichen Musik-Chôren der Garnis

Italten

Die hiesige Zeitung Voce della gerita enthält das reuige Bekenntniß des wegen politischer perbrechen verurtheilten Advokaten, Mattioli Berracchini, wel- her darin alle seine bisherigen Jrrthümer abschwört und den uns ausgesprochen hat, daß dieses Aktenstück bekannt gemacht erden mdge.

Modena,

S panien.

| Das Diario von Saragossa vom 11. Oktober enthält folgende Nachricht aus Tolosa: „Die Gräfin von Villafuer- s hat so eben folgende Anzeige von der insurrectionnellen Junta 71, Sollte der Revotutionnair Rodil n einziges Haus abbrennen lassen oder entweder selbst oder Furch eine andere Militair: oder Civil-Behôrde von der Familie gend eines royalistischen Freiwilligen Contributionen erheben jder ste gefangen setzen, so werden wir das ganze Besikthum dieses [hess in Brand stecken lassen, und es soll von all seinen Besißungen in huipuzcoa nicht ein Stein über dem anderen bleiben. Gott beshüse je Guten. Alegria, im September 1834. (gez.) Ignacio de Lardi- ¿hal, Manuel de Castanaga, ‘’ Das Diario fügt dieser Mit- heilung folgendes hinzu: „Die Jnsuroenten haben {hon ange- gen, ihr Versprechen zu halten; zwei vo nd bereits durch sie niedergebrannt worden. jeser Chef dadurch erlitten hat, beläuft sich auf 10,000 Duros, enn es brannte dabei auch eine herrliche Fabrik ab, die derselbe r fürzlih in der Umgegend von Tolosa hatte bauen lassen. der Pfarrer von Alzo is von den Jnsurgenten fortgeschleppt orden, ohne daß man einen anderen Beweggrund dafür wÜßte ; (s daß dieser Geijilihe mit dem Hause Villafuertes in freund- hastlichen Verhältnissen stand, ‘/

n Guipuzcoa erhalten :

Unsere Berichte aus Holland ven 21, d. melden die betrübendsten Verluste an Schiffen und My schen, welche in den leßten \{chweren Stürmen auf Zer dortigy Küste stattgefunden haben.

Múnchen

Hamburg,

Se. Maj. der König haben die z Erinnerung an die Befreiungsschlacht von Leipzig alljährlich a 18, Okt. statchabende öffentliche Ausspeisung der Armen an i gend einem Orte des Königreichs, in diesem mersheim, in Verbindung mit der Feierlichkeit der Grundstey legung zu dem doriigen Festungsbaue, an jenem Tage halt

Jahre zu Gy n Rodils Häusern Der Verlust, den

Herr Ministerial: Rath v. Greiner geht nächster Tage va auplia ab; auch geht die Sage, der Hauptman

hier nach N ( j Marschall Sr. Mi

Graf v. Sapporta werde späterhin als Hof des Königs Otto nach Griechenland abgehen.

Die Grundsteinlegung zur Festung Germersheim ging at 18. Okt. ganz nach den Bestimmungen des Programms vor si troß der unfreundlichen Witterung hatte sih eine große Me Die Reden des Jngenteur-Majot| und des fatholi}hen Stadt-Pfarrers waren ergreifend, und aus die vom Bürgermeister verlesene Dank- Adresse an Se. Ma) machte einen erfreulichen Eindruck. Gláäserne Kapseln mit de Bildnissen JJ. KK. MM., so wie der Königl. Prinzen un Prinzessinnen, verschiedene, unter der Regierung Sr. Maj. dée Königs Ludwig geprägte Münzen 2c. wurden eingesenkt. Du General-Lieutenant v. Braun bestrih den Stein mit Cement unter dem Rufe: „Jm Namen Sr. Maj. unsers Königs Lud wig!// und gab zuleßt mit dem Hammer einen dreifachen Schla darauf, mit den Worten: „Jm Namen der allerheiligsten Dr faltigkeit!‘/ Nach der von dem Bischof von Speyer abgehaltene Feldmesse mit Tedeum sangen Militair ünd Volk unter Begle! tung der Feldmusik ein der Gelegenheit entsprechendes Lied. Nad beendigter Feierlichkeit vereinigten sich die Offiziere und Beam ten zu'einem festlichen Mahle.

In Bayerischen Blättern liest man: nehmen nach ist aus Rom von der Päpstlichen Kurie beim Ari chiepiskopat dahier eine Entscheidung eingetroffen, welche zu des kirchlichen Friedens in Bayern wesentlich beitra Es ist bekannt, daß den geistlichen Stellen auf dds Bestimmteste verboten war, gemischte Ehen anders zu vollziehen zu assistiren oder zu verkündigen, als wenn die aus ihnen j hoffenden Kinder sammtlich in der katholischen Lehre sollten Von den Bischüfen unsers Königreichs ware den dadurch ve den Unsfriedet

GorteGenlan o

Unter den Sachen, welche jeßt als | efinitiv beschlossen zu betrachten sind, steht die Verlegung der Se. Maj. der König Otto war is dahin zwischen Korinth und Athen zweifelhaft gewesen; doch oll die leßte Reise nah Athen entschieden haben, und bei der ntscheidung von großem Gewicht gewesen seyn, daß die Wahl on Athen von einem großen moralischen Gewicht für das neue eich seyn, Und die Zustimmung von Europa eben so wie die hereitwilligkeit vieler begüterten Judividuen, sich in der neuen hauptstadt anzusiedeln, zur Folge haben würde.

(Allg. Ztg.) Wir sind dieser Tage Vorgängen gewesen, welche für die Ueberreste ({thellenischer Kunst auf dem heiligen Boden von Athen den Anfang einer neuen Epoche bezeichnen. ,„„Sicherm Vall

schenmenge eingefunden. Nauplia, 18. Sept.

Residenz nach Athen oben an.

Athen, 10. Sept.

Hr. Geheime: Rath von Fienze hatte sich vorgenoinmen, neben den Geschäften seiner Sen- ung, wo möglich etwas Wesentliches für die Alterthümer zu thun, belche bis dahin unter einem General-Konservator, der ohne enntniß irgend einer*Kunst und Wissenschaft, oder eines Wor- s Griechisch und Lateinisch, sich um ganz andere Dinge, als bekümmerte, ja die meisten nicht ein- al geschen hatte im Zustande der vollkommensten Verlas- Auf seinen Antrag werden nun bei allen Haupt- enfmälern von ganz Griechenland Jnvaliden - ‘Posten gebildet, die Spezial - Aufsicht über Ronservatoren Übertragen ist. Als solche sind Pitakis und Rost, ei túchtige Mánner für die Alterthümer , schon früher ange- ellt, und haben jezt Mittel und freie Hände. : gleih, das Verborgene aufzudecken, und das in Trümmern Lie- ende so weit wieder herzustellen, als es die noch vorhandenen Auf den Antrag unsers berühmten und unsterfahrenen Gastes wurde mit der Akropolis bei uns der An- ing gemacht, und ihm von der sehr bereitwilligen Y ugsmittel angewiesen. ( nkunft waren gegen hundert Arbeiter an der ördlihen Seite des Parthenon in Thätigkeit, um zu gora- en, aufzudeen und die gestürzten Säulen - Trommeln aus dem Da zugleich die definitive Erklärung rfolgt war, daß die Akropolis nie wieder als Festung dienen ollte, kam Herr von Klenze einem langgehegten Wunsche aller (lterthums - Freunde entgegen, und ließ den mittleren Säulen- Durchgang der Propyläen, welche, wie bekannt, von den Vene- ianern zum Behuf der Festung vermauert worden, durchbrechen, d daß die Burg auf dem alten Wege des Perikles wenigstens n dieser Stelle wieder bestiegen werden kann. Schwierigkeiten erhoben sich bei diesen Arbeiten durch den Man- el an Werkzeugen, welche nöthig sind, große Massen zu bewe- m, Auch die Ungesundheit der Jahreszeit war hinderlich; doch ah 31. Wochen der rühmlichsten Anstrengung war das Haupt- ihlihste vorbereitet und yestern ging der Kdnig mit seinem Befolge zum erstenmale wieder seit so langen Zeiträumen durch ie Propyláen auf die Akropolis, und segte dann den ersten Bäulen-Tambour wieder auf seine Basis am Parthenon. (Pracht dieses an großen Erinnerungen und an Zukunft reichen (Westes zu beschreiben, ist unmdglih. Ueber 6000 Griechen be- tckten die Trümmer der Burg, und namentlich den Parthenon, n allen gangbaren Stellen bis auf die höchsten Giebel-Gesimse n malerischen Gruppen, der König, umgeben von einem großen Befolge in allen möglichen Europäischen Kostümen , der Jubel er Menge, das Schmettern der Trompeten, dazu Gesänge, Myrthen, Rosen - Oleandet, Lorbeern und Palmen in Reisern ind Kränzen im Ueberflusse, und umher die Herrlichkeit des Meeres, des Kanales von Salamis, der Piräus, Munychia ind Phalerus, beleuchret von dem Glanze dieser Sonne, welche Kissinkend noch die Akrokorinth, den Parnaß,und näher die Höhen don Trôzen, Methone, Aegina vergoldete. Jch lege Jhnen die Vegeisterte Anrede an Se. Maj. den König bei, welche bei die- er Gelegenheit Hr. Geheime-Rath von Klenze sprach, und welche ugleih in einer Griechischen Uebersezung gedruckt vertheilt vurde. Es sind ungefähr 80 Fuß in der Länge von dem Fuß- oden des Parthenon aufgedeckt, und auf diesem Raume schon dier Platten des großen Frieses vom Aeußern der Cellamauer

Herstellung

gen wird. m die Monumente,

nheit waren.

zogen werden. an das Erzbisthum von Verhandlungen Gehässigkeit gen, welche durch jene Strenge herbeigeführt worden, un mannigfaitigen Es ward deshalb von der Erzbischöflicht Stelle dahier in diesem Sinne an die Kurie berichtet, und ein dem Frieden und dem Jureresse der Kirche zusagende Entscheidut Man saat, daz Se. Excellenz unser ech würdiger Herr Erzbischof v. Gebsattel persönlich sehr viel zu di sem Schritte beigetragen habe, welcher so sehr von Einsicht | die Bedürfnisse der Kirche zeugt, und dem Versöhnungsgeiß dieses würdigen Prälaten zur größten Ehre gereicht. | sen Bericht ist nun, wie wir hören, die Päpfilihe Entscheidu dahin erfolgt, daß zur Vermeidung größerer Nachtheile, und j! Wahrung d-r Eintracht und des Friedens der Gewissen, ! Schließung und Verkündigung der gemischten Ehen von d Priestern der katholischen Kirche auch dann könne vollzogen n den, wenn nicht bedungen wäre, daß die aus ihnen zu hofft den Kinder in der katholischen Lehre sollten erzogen werden. Die hiesigen Blätter sprechen davon , daß die Gril dung eines Vereins zur Ermunterung des Gewerbfleißes | Bayern nach Art derjenigen Vereine, welche bereits seit län)! rer Zeit in Preußen, Sachsen, Böhmen bestehen, im Wel sey, und daß demnächst die vorbereitenden Schritte gescheh!

München sie unter Leitung von Erklärungen

s{limmen

Indeß galt es

bringen mußten. D Materialien erlauben.

regentschaft

Sr. Heiligkeit erbeten. il Schon den zweiten

ie nôthigen Vo ag nach seiner

Pchutte hervorzuziehen.

Bedeutende

Ueber den bekannten Brandbriefleger enthält das n chen! Tagsblatt folgende Bemerkung: „Die Verhaftung dieses famdös! Menschen muß zur größten Beruhigung der Bewohner M chens beitragen und widerlegt so manches verbreitete Gerü über heimlihe Umtriebe, Brandstiftungen 2c. Drohbriefe zwar auf jene, welhe Münchens Einwohner ur den stets bewährten rechtlihen Sinn derselben kennen, feint! Eindruck gemacht, und konnte man nur lächeln über solche Ei fältigkeiten, so gab es doch eine große Zahl Eingeschächtertt! welche die Stadt schon an allen Ecken brennen sahen. E sehr erfreulih, daß die Behörde nun Gewißheit erhält, chen Schleichern ihre bôswillige Absicht nunmehr für immer v

Gestern Abend um 8 Uhr ist i

treiben wird.““ Karlscuhe, 22. Okt. dem Großherzoglichen Residenzschlosse in Gegenwart Seiner K niglichen Hoheit des Großherzogs und der sämmtlichen hier a wesenden Glieder der Großher

oglichen Familie, Jhrer Kön Hoheit der Prinzessin Ama S 50

ie von Schweden, Jhrer

laucht des Fürsten und der Fürstin von Hohenzollern - Sil maringen und des von Seiner Majestät dem Könige von Pre ßen, als Familien-Chef des Hohenzollernschen Hauses, zu Alle hôchstihrem Vertreter ernannten Königlichen außerordentliche}

1213

gefunden; welche reihe Ausbeute verspricht das für das Ganze! Die Königl. Regentschaft hat auch schon die von dem tresslichen Architekten berechnete Summe für die völlige Ausgrabung und Wiederherstellung des Parthenon, so weir es die antiken Mar- morblôcke gestatten, bewilligt, und diese wird jeßt ihren regel- mäßigen Gang fortgehen, um in drei bis vier Jahren beendigt zu seyn. “Dann wird man mit den Propyläen und dem Erech- theum beginnen. Die Festungsmauern werden, wo sie nicht antik sind, abgebrochen, mit Ausnahme einiger Theile aus dem Mittelalter, z. B. des Thurmes an der südlichen Ecke der Pro- pyläen ; das obere Plateau, nachdem es von dem Schutt gerei- nigt seyn wird, wird mit Palmen und Cypressen bepflanzt, und am östlichen Ende, wo der Felsen etwas niedrig und kahl wird, soll ein National - Museum, bestehend aus ein paar Sälen für kleinere Antifen und aus offenen Hallen für die Werke der ‘Pla- stil, gebaut werden, so daß hier ein Heiligthum aller antiken Kunft geöffnet wird. Leider werden wir unsern Gast, der si während eines so kurzen Aufenthalts um uns so wohl verdient gemacht hat, bald von uns ziehen schen. Er geht in drei Ta- gen von hier mit dem „,Madagascar“/ über die Cycladen nah Nauplia zurúck, um dann über Arkadien und Elis am 29. Sept. in Zante einzutreffen, und mit dem Dampsschisse an jenem Tage nach Ankona zurückzufahren.

Aus Marseille schreibt man: „„Die neuesten Nach- richten aus Griechenland, die bis zum 16. Sept. reichen, mel- den, daß außer Grizzalis, dem Haupt - Anstifter der lebten Jn- surrection, der von jeinen eigenen Leuten ausgeliefert wurde, nun auch die Übrigen Chefs, Kolios Plaputa und Kolokotroni's Neffe, gefangen eingebracht worden sind. Grizzalis wurde durch den Spruch des Kriegsgerichtes, unter Vorsiß von Oberst Gordon, zum Tode verurtheilt. Das nämliche Urtheil erwarten die beiden anderen. Der alte Petrovas, ebenfalls einer der Rebellen, der sch freiwillig vor den Gerichten stellte, wird wohl begnadigt werden. Er hatte sich frúher im Befreiungs- Kampfe ausgezeichnet. Alle in der Eile geworbenen Palikaren sind bis auf die Corps von Grivas und Kahzako wieder entlassen worden, und ruhig nach ihrer Heimath zurügekchrt. Die Corps von Grivas und Katzako bleiben entweder beständig in dem Dienste der Regentschaft, oder wenigstens so lange die Gährung in der östlichen Maina dauert. Man sieht ein, daß die 4000 Bayerischen Freiwilligen für das Land nicht hinreichend sind. Man erwartet daher nächstens eine Verordnung, welche jene 2000 irregulairen Truppen, die sih in diesem kritischen Momente so sehr durh Tapferkeit, Eifer und Ordnung auszeichneten, als Landes - Militair erklären wird. Auch andere Führer der constitutionnellen Partei, z. B. der ta- pfere Kißos Tsavellas , einer der heldenmüthigen Vertheidiger von Missolunghi, der noch unlängst zu Nauplia als verdächtig gefangen saß, haben der Regentschaft ihre Dienste und ihre Pa- likaren angeboten. Graf von Armansperg, für den man fort- während allgemein die größte Hochachtung hat, war nah Nau- plia zurúckgekehrt. Sein leidender Zustand schien sich etwas ge- bessert zu haben. König Otto war in Athen mit unbeschreib- lichem Enthusiasmus empfangen worden. Zwölf der schönsten Athenienserinnen überreichten ihm einen Kranz von Lorbeer - und Oelzweigen, und der Feier der Ankunft folgten nationale Feste. Der junge König sprach seine Verwunderung über die Veränderuug aus, welche Athen seit seiner früheren Anwesen- heit erfahren. Neue Häuser, neue Straßen waren entstanden, und die alte Stadt hatte ein ganz modernes Ansehen gewonnen. Am láten reiste der König nah Rumelien ab. Er will alle Theile seines Landes kennen lernen und alle seine Unterthanen besuchen. Der neue Türkische Gesandte am Griechischen Hofe lag vor Hydra in der Quarantaine. Er wurde einstwei- len von Georg Konduriotti im Namen der Regentschaft begrüßt.“

Athen, 11. Sept. Jn dem Griechischen Blatte, der Er- lôser, liest man: „Seit der Ankunft des Königs sind wir hier sehr fröhlih. Gestern feierce man auf der Akropolis ein s{hônes Fest. Der König begab sich, von einem zahlreichen Gefolge um- geben, in Pomp dahin. Die Veranlassung des Festes war die Wiederherstellung des Parthenon. Eine Anzahl junger Mädchen bildeten eine niedliche Zierde der Versammlung. Sie waren weiß gekleidet, und hatten Myrthenkränze mit blau und weißen Bändern auf dem Haupte. Eine von ihnen trug eine blauseidene Fahne, in deren Mitte sich auf einem weißen Felde ein vergoldeter Minerva- Kopf, auf der Rückseite eine Eule befand. Die Musik des Ma- dagascar spielte National-Lieder. Nach dem Gottesdienste über- reichten jene Mädchen dem Könige eine Krone von Myrthen, Oelzweig und Lorbeer, mit der Jnschrift: „Athens Jungfrauen dem Könige, dem ruhmreichen Wiederhersteller des Parthenon.““ An demselben Tage besuchten Se. Majestät die Schule, wo Sie lange verweilten. Der Königs-Palast wird auf dem Grund und Boden des Herrn Gropius, bei der kleinen Kirche, aufgebaut werden. Der Plab könnte nicht besser gewählt seyn; auch soll der König bereits im kommenden November nach Athen zu zie- hen beschlossen haben. Herr Johaun Chlados hat die Vorberei- tung und Anordnung des beschriebenen Festes getroffen; man muß seinem Geschmacke Gerechtigkeit widerfahren lassen. Die Regentschaft nahm einen Plan an, welchen Herr Feraldi, ein wohlbekannter Geschäfcsmann aus Paris, ihr vorlegte; Herr Feraldi wird hiernach fsogleih den Bau von 32 Häusern be- ginnen.“

Vereinigte Staaten vou Novrd- [merika,

New-York, 24. Sept. Die Regierungs-Zeitung von Neu- Granada vom 13. August meldet, daß der Bevollmächtigte die- ses Staates vorgeschlagen hat, Anordnungen zur Abzahlung des Neu-Granada zugefallenen Theiles der Columbischen Schuld nach Verlauf von drei Monaten zu treffen, selbst wenn die Repu- blik Ecuador sich weigern sollte, ihren Agenten zu senden. Der Bevollmächtigte von Venezuela stimmte diesem Vorschlage bei.

Folgendes ist der Auszug eines Briefes aus Fort Gibson vom 4. August: „Nach einem langen, beschwerlichen und gefahr- vollen Marsche mit meiner Compagnie an der Gränze zwischen den Vereinigten Staaten und der Republik Mexiko, bin ich vor Kurzem hierher zurückgekehrt. Als ich das leßte Mal an Sie schrieb, dachte ih auch nicht an diese Reise, zu der ih mit mei- ner Compagnie sehr unerwartet kommandirt wurde. Jch müßte nämlich eine Handelskaravane, auf ihrem Wege nah Santa Fe in Mexiko, von den Gränzen des Staates Missouri bis an das äus gerste Ende unseres Landes eskorciren. Es gebricht mir an Zeit umalle unsere Entbehrungen, Mühseligkeiten u. #\. w. im Detail zu er- zählen; ih will daher nur anführen, daß wir mit den beiden ge- fürchteten Feinden der Kaufleute, den Camantsches und Pawni Mahaws, zusammentrafen. Mit ersteren wären wir fast hand- gemein geworden; beide Parteien standen in Schlachtordnung, und ih war eben im Begriff, „Feuer‘/ zu kommandiren, als die Indianer ihre Gewehre in die Luft abfeuerten, während einige von den Pferden sprangen, andere ihre Bogen und Pfeile auf die Erde warfen und um Fricden baten und uns ihrer Freundes

schaft versicherten. Dies ges{ah, als wir die Kaufleute be- gleiteten, die etwa 100 Wagen mit Kaufmanns - Waaren bei sich hatten. Bei der Rükehr trafen wir mit den Pawni's zusammen. Wir hatten uns zum Gefecht bereitet y aber die Indianer kamen heran, reichten uns die Hände, und wir rauchten die Friedenspfeife mit ihnen. päter begegneten wir den Kansas und den kleinen Osagen, von denen wir wußten, daß sie unsere Freunde waren, denn wir hatten ei- nen der Lesteren als Führer bei uns. Wir marschirten mehrere Tage mit ihnen zusammen und unsere Lager waren in der Nacht niht mehr als 460 Yards von einander entfernte. Wir waren 68 Tage abwesend. Am Tage vor unserer Ankunft ging unser Mehl-Vorrath zu Ende, Zucker fehlte uns {hon länger. Unsere Pferde waren sehr angegriffen. Der Rest unseres Regiments ist nach einer anderen Richtung hin abgesandt uns hat einen {weren Dienst, Sie sehen also, daß wir „tapfere Dragoner“ eben keine Muße haben.“

Deastllen.

Rio- Janeiro, 12. August. (Börsenhalle.) Es be- darf wohl noch kaum der Andeutung, daß durch die von der Kammer der Abgeordneten dekretirte constitutionnelle Re- form die bisherige Verfassung des Kaiserreiches jener der Ver- einigten Staaten von Nord-Amerika sehr genähert wird. Voll- ends fällt die populaire Form, in welcher die Wahl des Regen- ten stattfinden soll (wenn man gleich vorausseßen dürfte, daß bes erfolgter Großjährigkeit des jungen Kaisers die weitere Gelegen- heit dazu einstweilen wegfallen wird), so sehr in die Augen- daß man versucht wird, in Gedanken „Präsident“ statt ¡¡Regent“ zu sesen. Der durchgefallene Gegen-Entwurf in zehn kurzen Artikeln, unterzeichnet am 22, Juli pon den Abgeordneten Cor- nelío Ferreira França, Antonio Ferreira França und Paulo Josékde Mello Azevedo e Brito, enthált zwar ebenfalls die we- sentlicheren Grundzüge des angenommenen, allein so \fizzen- artig, daß wirklihe Hauptbestimmungen durch reg‘ementarische Geseße würden haben nachgetragen werden müssen (was zu Ver: fassungs- Gesegen doch gar nicht paßt), und der Verdacht aller- dings Raum gewinnt, die Opposition habe durch ein solches pis-aller nur gestrebt, das ganze föôderalistishe Vorhaben zu stürzen. C0 fand die Aurora denn freilih leichtes Spiel, um den Gegen- Entwurf s{harf durhzunehmen. Dieser will, die jeßigen ‘Pro- vinzial Räthe sollen sich nur ohne Weiteres in gesebgebende Pro- vinzial-Versammlungen verwandeln (zu welchem Zweck ein solcher Rath von 21 Mitgliedern in der Provinz Rio Janeiro, wo bisher keiner war, erst von der Regierung ernannt werden sollte), und ihren bisherigen Befugnissen bloß noch diejenige, Auf- lagen zu beschließen, mit Aufhebung des Art. 83 9$. der Verfassung, hinzufügen. Jhre Gesetze follten aber ers von der ermäßigenden Gewalt (dem Kaiser oder Re- genten) sanctionirt und gleich den allgemeinen Gesen 1m Namen des Kaisers promulgirt werden. Die Provinzial-Finan- zen sollten durch allgemeine und Provinzial-Geseßze conjunctive verwaltet (was man gar nicht verstcht), die Auflagen jährlich bestimmt werden. Der Regent, während der Minder- jährigkeit des Kaisers und in Ermanglung eines qualifizirten Verwandten desselben, sollte nur für die Dauer jeder Legislatur, durch die absolute Mehrheit der Stimmen der ‘Provinzen, jede Provinz nur mit Einer Stimme zählend, gewählt werden, so auch der Vice-Regent. Jn Ermangelung beider sollte die allge- meine Versammlung einen interimistishen wählen, und bis zu dessen Ernennung sollte der Präsident des Senats, oder der der Abgeordneten-Kammer, oder der des Stadtrathes der Hauptstadt regieren, Der Stadtrath sollte aufgehoben werden. Folgen- des is die Anrede, welche der Präsident der Abgeordneten-Kam- mer bei der Ueberreichung der (gestern mitgetheilten) constitu- tionnellen Reform an den Kaiser hielt :

„„Senhor! Da die Kammer der Abgeordneten die Reformen der Verfassung des Reichs beendigt hat, sendet sie uns in feierlicher De- putation, um die Ehre zu haben , Ew. Kaiserl. Majestät die Frucht ihres Nachdenkens und ihrer Arbeiten zu überreichen. Diese Wohl- that, seit langer Zeit durch die fortschreitende Verbreitung der Ge- sittung und der Aufklärung und durch die wachsenden Bedürftisse der Provinzen erfordert; diese Wohlthat, welche Brasilien , ange- spornt durch cine glühende Vaterlandsliebe, ehrerbietig von der ordentlichen Wirkung des Geseßes erwartete, ist das neue Denkmal in den Fahcbüchern seiner politischen Geschichte, das cs heute ver- trauensvoll in die hohen Hände Ew. Kaiserl. Mai. niederlegt. Bez rufen durch die freie Stimme der Wähler, eigens ermächtigt, das Werk der Reform zu beschließen, konnte die Kammer der Abgeord- neten, sich bewußt des ganzen Umfangs ihrer Pflichten, der ganzen Yerantwortlichkeit, welche fie gegen die Nation Übernommen, weder größere Treue gegen das Geseß vom 12. Oktober 1832, das ihr den &reis ihrer foustituirenden Gewalt bezeichnet, noch grdßere Sorg- falt beweisen, den Provinzen alle erforderliche Hülfsmittel zu ihrem neuen Daseyn zu verleihen. Der National-Geist, welcher mehr als Alles den Patriotismus zu seinem rechten Werth erheben muß, über- wiegt hier nun die kleinlichen drtlichen Fnteressen; die von den Pro- vinzial - Versammlungen zu erwägenden Gegensiände sind aufs ge- naueste angegeben und begränzt, um auf diese Weise die Kotflikte und endlosen Zwiste zu verhüten, welche so shädlich für das Wohl des Volkes werden können, indem sie seine Ruhe und Sicherheit gefährden; die Einheit und Kraft des Handelns, ohne welche der gesellschaftlichhe Körper ermattet und hinschwindet , sind der allgé- meinen Regierung erhalten , damit sie mit Nuyen für den Staat die mannigfaltigen und s{hweren Verpflichtungen , die ihr ob- liegen, erfüllen könne ; der reich entfaltete Föderal - Grundsaß bekommt in sciner Anwendung nur diejenigen Modificationen, wel-= che das Nachdenken und die Erfahrung der gebildetsten Nationen an die Hand gegeben hat; es is endlich gewissenhaft die Regierungs- Form geachtet worden, welche die Nation angenommen und welche in den grdßten Krisen beigetragen hat, sle im Kampfe der Leiden- schaften zu retten, und die Prärogativen der Kaiserkronc erhalten neuen Glanz und Ruhm. Senhor!? Dieses wahrhafte Werk der Na- tion, gebildet dur die Repräsentanten, welchen sie diesen wichtigen suftrag ertheilte, bietet den Bau einer Regierung dar, der bisher in Europa der Traum einiger Politiker gewesen zu seyn scheint, der aber in Amerika zur Wirklichkeit wird eine Monarchie, gestüßt auf volksmäßige JFnstitutionen. Es sind dies auch die dauer- hafteren Elemente zur Erhaltung der Monarchicen. Senhor! Es gefalle demnah Ew. Kaiserlichen Majesiät , zu befehlen, daß dieses Reform- Geseh promulgirt werde, das Pfand der Eini- gung der Provinzen, der Gegenstand der Wünsche und Hoffnungen der Nation, an deren Spize Sie stchen, damit dessen Vollziehung im Voraus alle Verbesserungen und neben ihnen die allgemeine Wohlfahrt, welche sie verspricht und sichert, empfinden lasse. Diese Akte, Senhor, in welcher die Vorstellungen einer heiligen Pflicht sich mit dem Verlangen und den Neigungen des constitutionnellen Fürsten verpflehten, der uuter den glücklichsten Vorbedeutungen den Thron dieses weiten Reiches an dem denkwürdigen 7. April bestieg, wird den erlauhten Namen Ew. Kaiserlichen Majestät zu einem Muster - Bilde ewigen Ruhms erheben, heilbringend den Brasiliern und der Freiheit aller Nationen.

Antonio Paulino Limpo v. Ahreo.//

Der Präsident der Regentschaft- antwortete:

„„Die Regentschaft im Namen des Kaisers und Herrn Dom

Pedro's 11, úberzeugt, daß die Reformen der Verfassung, welche von

E

is. ficht SEM D R R E A A E B O A D E E Ai Rz SINEETN CEICE E e

E L

124 R S R A P vis

B P E E L WIE S