1834 / 313 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

a eti Li bat vam imi AD

Von Seiten dey Admiralität ist die Verfügung erlassen worden, daß män nicht mehr so viele junge Freiwillige aus den höhern Ständen in den Seedienst aufnehmen und anderen higen jungen Leuten das Emporkommen in diesem Dienste mög- lichst erleichtern soll.

Der Sun dringt darauf, daß die Regierung die inländi- \<{e Abgabe von roher Baumwolle je eher je lieber aufheben solle.

Den beiden Herren Deane, die sich schon so oft durch ihre Taucher-Arbeiten ausgezeichnet haben, ist es gelungen, von dem alten Wra>k des „, Royal George‘ im Kanal zwei metallene Zweiunddreißigpfünder, jeden über 52 Centner schwer, herauf- zubringen, wofür sie 500 Pfd. Belohnung erhalten. Man hofft, daß sie no< das ganze Schif} wieder ans Tageslicht bringen werden.

Die Tiítmes theilt jest das von dem Portugiesischen Finanz- Ministex entworfene, aus 17 Artikeln bestehende Geeß in Be- tref ves Verkaufs der Narional-Gúüter mit, dessen Beitimmun- gea das genannte Blatt als äußerst liberal bezeichnet, besonders weil auch Ausländern der Arkauf solcher Güter freigesteür fey ; die Times zweifelt nicht an der Annahme desselben von Seiten der Portugiesischen Kanimern.

Im gestrigen Börsen Bericht der Times liest man: „Heute wurden allerlei Muthmaßungen darüber aufgestellt, von wem upd wie die Span:\che Anleihe werde übernommen werden, und es zeigt sich, daß sh, troß der wenig vorcheilhaften Aussichten,

dem sie sich von pekuniairen Lockungcn verleiten laffen. Kontrahenten sollen nämlich nicht bloß von dem Betrag der neuen Anleihe, sondern von der ganzen auewärtigen Schuld Spaniens Provision erhalten, und diese Schuld soll zugleich auf einen niedrigeren Zinsfuß herabgeseßt werden. Demnach bier-t sich den Spekulanten als bloßes Bonus ein Gewinn von 3— 40,00 Pfund dar, und, wenn das Pubiikum bereitwillig unterzei<net, ein no< weit größerer. So hätte also der Spanijche Ft nanz - Minisier gut fkalkulirt und sich, wenn auch kei nen glänzenden Erfolg, doch festen Fuß für seine erste oroße Operation gesichert, da sich bei so reizenden suchungen wohl in ganz Europa Coalitionen bilden und mit libe-

ralen Anerbietungen hervortreten dürften, ohne genau zu beden- |

ken, ob Spaniens Zustand ihr Vertrauen rechtfertige. Hier ha- ben sich hon eine Menge von Personen, die úber große Kapi talien gebieten, zu solchen Verbindungen gemcidet, obgleich die Namcn der angesehensten Banquierhäuser noch nit darunter erscheinen. Zeit ist nicht zu verlieren, da die Vorschläze am 20. d. M. in Madrid seyn müssen. Wenn jedoch dieje Anleihe an unserer Börse recht populair werden soll, so muß vorerst noch

Ver- |

eine größere Veränderung in Spaniens Finanz-Politif vorgehen.“

Der heutige Börsen- Bericht der Times knüpft an obige Be-

merkungen an ; es heißt darin: „Obgleich die aus Madrid eingegange- ; nen Nachrichten in mancher Hinsicht entmuthigend sind, so läßt sich doch :

der Aus\chuß, der sich hier gebildet hat, um auf die Anleihe zu bieten, dadurch in seinem weiteren Verfahren nicht stören. Nan versi- chert, daß eine der am meisten dabei beschäftigten Perfonen heute Nacht nah Madrid abreise. Natürlich wird derjenige, der diesen s{hwierigen Auftrag übernimmt, großen Spielrauin haben. Die Bedingungen der Anleihe-Vorschläge werden jedoch, wenn auch jezt schon einige Anerbietungen gemacht werden, da- von abhängen, wie es am 20. d. M. in Madrid mit der Sache stehen wird. Das Steigen der Spanischen Fonds wurde heute plöolih dur< die in den Madrider Privatbriefen enthaltene Andeutung von einem zu erwartenden Ministerwechsel gehemmt.“ In demselben Bericht liest man auch Folgendes : „Die Mitglieder der Fonds-Börse, die dfters durch außer Landes befindliche Spekulanten gelicten haben, wenn diese sich weigerten, ißre Differenzen zu

zahlen, sind, da man si gegen sie nicht des Mittels der Aus- i Jhrer Majestät der jüngeren Königin von Ungarn ernannt.

stoßung von der Börse bedienen kann, welches in solchen Fällen gegen diejenigen, die persdnlich an der Börse erscheinen, ange- wendet zu werden pflegt, auf die Auskunft gefallen, die Namen jener Auswärtigen zur Warnung an der Börse anschlagen zu lassen. Dics it heute einem Jndividuum begegnet, das sich n

höheren Kreisen bewegt, einen Rang in der Armce bekleidet, ja, -

den Bath-Orden hat; und wenn jenes Mittel noch nichts hilft, so soll der Börsen: Auéschuß dessen Namen sogar durch die Zei- tungen bekannt zu machen beabsichtigen.“

Nieder ande

Aus dem Haag, 4. Nov. Heute is die Leiche des am 1 ten d. verstorbenen jungen Prinzen einbalsamirt worden. Mor- gen wird dieselbe nah Delft gebracht, um dort in der Gruft des Königl. Hauses beigesezt zu werden. Vier Kaminerherren werden die Leiche begleiten.

Heute hat die zweite Kammer die von ihr beschlossene Bei- leids- Adresse an Se. Majestät den König angenommen und an die erste Kammer der Generalstaaten gesandt, damit sich dieselbe damit vereinige.

Degen

Brüssel, 5. Nov. Jhre Majestät die Königin hat dem a T'Kint-T'Kint, Vice-Präsidenten der philanthropischen esellschaft, zwei Gegenstände von der höchsten Vollendung, ei- nen Ofenschirm und ein Tabouret , für die Ausstellung zum Besten der Armen, welche diese Gesellschaft im Stadthause veranstalten will, übersandt. Das Tabouret it ganz von Jhrer Majestät angefertige. Einige Tage zuvor empsing der Kdnig Herrn T'FKint- T’Kint und unterhielt sch lange mit ihm über die Lei- stungen der Gesellschaft und über die wirksamsten Mittel zur Un-

terstüßung der Armen in der Hauptstadt.

Deut Glan d

München, 4. Nov. Jhre Majesiät die verwittwete Kd- nigin Coroline werden, dem Vernehmen nach, am 16. Okt. von Tegernsee zurúck in der Herzog-Maxyburg hier erwartet.

Gestern Nachmittags starb hier der außerordentliche Ge- fandte und bevollmächtigte Minister Sr. Maj. des Königs der Franzosen am hiesigen Hofe, Graf Alfred von Vaudreul, in einem Alter von 34 Jahren. ;

Am Sonntag Abends traf der Geheime- Kaih von Klenze aus Griechenland hier ein. Derselbe hat, zur Anerkennung sei- ner verdienstlihen Thätigkeit während seines Aufenthalts in Nau- plia und Athen, von Sr. Majestät dem König Otto das Com- mandeur Kreuz des Königl. Griechishen Erlöser-Ordens er- halten. Von den in Griechische Dienste getretenen Königl. Bayeri- schen Offizieren sind mehrere auf dem Rückweg nah Bayern begriffen, darunter der Jngenieur-Oberstlieutenant v. Zeh, Ma- jor Fuchs u. \. 1.

Das Winter- Halbjahr an der Hochschule bei München hat den 20. Oktober seinen geseßlichen Anfang genommen, von wels hem Tage an die Jnscription 14 Tage offen bleibt, die sodann unbedingt geschlossen wird. Außer den ältern styengen Discipli-

1272 nar-Vorschriften liest man gegenwärtig am schwarzen Brette der Universität au<h die Verfügung, daß das Zusammenkneipen der Studirenden nach der Polizeistunde in Privathäusern (das so- genannte Nachtlichteln), D eve Versammlungen in Häusern und auf den Straßen, so wie die Darbringung von Ständchen ohne vorherige Genehmigung der Polizei bei Vermeidung em- pfindlicher Strafen verboten seyen. Eben so darf ein Studiren- der den anderen ohne vorherige Anzeige au< nicht eine Nacht bei sich beherbergen. Eine polizeiliche Bekanntmachung seßt die Einwohner von diesen Maßregeln in Kenntniß, und droht den- jenigen Strafe an, welche, ohne Anzeige zu machen, auch nur die entfernteste Kenntniß oder Vermuthung haben, daß irgendwo Waffen aufbewahrt oder daß Privat-Fechtübungen vorgenommen werden.

Nach einer amtlichén Mittheilung sind in Wunsiedel 206 Wohngebäude mit ihren Nebengebäuden und 98 Scheunen ab- gebrannt. Zu den erfleren gehören: das Rentamt, das Rath- haus mit der Syndikats - Wohnunce, der Koppetenthurm , das Zeughaus, die Apotheke, die Brandenburgsche Zeug: Banufaktur, \ámmtliche Malz: und Braujstátten u. \ w. Die Zahl der dur den Brand verunglückten Familien beläuft sich auf mehr als 500.

Das Unternehmen, die Donau mit dem Main und Rhein zu verbinden, nähert sich seiner Ausführung. Bercits hac die Staats - Regierung die s<leunige vollständige Herstellung des Fahrwassers auf dem Maine angeordnet, und der Obver-Baurath

doch {on Cealitionen bilden, um auf die Anleihe zu bieten, in: | Frhr. v. Pechmann geht nächstens zu diesem Zwecke nach Würz- io Die

burg ab. Seichte Stclien des Watnflusses und einige unzwe>- máßig angebrachte Darchfahrts- uud Mühlwehröffnungen ver- zdgerten nemlich bisher dio- Schifffahrt ungemein, und zwangen die Mainschiffe zu ünverhaltnßmäßig leichten Frachten. Genaue Ermittelungen beweilen, daß diese Hindernisse mit uünverhältniß- mäßig geringen Kosten beseitigt werden können, indein die ange- messenen Vertiefungen des Fiusses bewirkt, die Mühlwehre gänz- l:< entfernt oder mie Kammerschleusen umgeben werden. Da- dur wird nicht nur die beretts bestehende direête Schifffahrt aus den Mainhäfen nah dem Rheine vor allen Nachtheilen sicher gestellt, sondein auch der beabsiztigte Kanal auf die Stufe seiner hôchsten Wirksamkeit gebracht.

Braunschweig, 18. Okt. Das hiesige Schloß ist in seinem linfen Flügel nun aufgerichtet, und das Dach wird hef- fentlih in diesem Herbjte noch völlig gede>t werden. Daß es ein Werk Deutscher Kant und nts Nachgemachtes sch Und werde, darüber sind alle Kenner einig, und die Reisenden be- trachten es mit Fleiß und mit Freude. Unsere Handels-Ange- legenheiten werden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, und ge- hen einen lebhaften Gang, obaleih der Gränz - Verkehr mit Hannover ers<hwert worden, seit die landitändiiche Verhandlung úber die Zoll: und Steuer-Getneinschaft vectazt ist. Von den übrigen beendigten Verhandlungen möchte von allgemeinem Interesse seyn, daß, gegen die Meinung: der Präsident der Stände - Verjanm!una músse sich immer auf Seite der Stim- men - Megrheit befinden, woraus er hervorgegangen ist, und er den ward, daß er immer setne ständische Stimme habe, und zu den anwesenden Mitgliedern mitzähie, daß also in dem Falie, der nicht felten vorkam, wenn von 44 Mitgliedern 22 gegen 21 stimmen, feine Stimmen - Mehrheit vorhanden scy, sondern fich erst aus der Abstimmung des Präsidenten ergebe, welche entweder von selbst auf Seite der 22, oder fünstlih in ihrer dann doppelten Geltung auf Seite 21 den Ausschlag gebe.

De ere Wien, 5. Nov. Se. Majestäc der Kaiser haben den Hof- Bibliothet: Präfekten, Noriz Grafen von Diecrichsicin, unter Be- lassung dieses jeines bisherigen Ätntes, zum Oberst: Hofmeister

Der Gubernial: Vice-Präsident, Ritter von Prochazka, ist zu der im Königreiche Bdhmen ezledigien Stelle eines Oberst: Landschreid-rs befdrdert worden.

Der Prinz Gustav Wasa ist von den Mandvern in Ve- rona hierher zurückgekehrt.

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Basel, Z Nov. Durch Kreisschreiben vom 27. Okt. bringt der Vorort den Ständen mehrere Zuschriften der Württembergi- schen Regierung zur Kenntniß, betreffend die zu begünstigende Einfuhr Schweklzerischer Seideufabrifate in die Königreiche Würt: teinberg und Bayern, Auf wiederholte Verwendung hin erhielt námlih der Vorort die Rúcfäußerung (vom 15. Oft., datirt) des Würit mbergischen Ministers der auswärtigen Angelegenhzei- ten, Graf v. Beroldingen, daß am 14. Okt., demselben die end- liche Erklärung der Bayerischen Regierung zugekommen sey, wel: che mitzutheilen er sich beeile, und unterm 25. Oft, wurde die Verordnung, welche das Würtrembergische Finanz-intsteriurma an die Zoll-Direktion erlassen hatte, selbst zugesandt. Nach derjelben gemeßen 743 Ctr. 37 Pfd. mit Ursprungszeugnissen als Schweiz. Fabrikate verschene Seiden - Waaren im Jahre 1834, und, da der im Jahre 1825 geschlossene Handels - Vertrag niit Ende des Monats Sept. zu Ende geht, drei Viertheile des “obigen Quan- tums bei ihrer Einfuhr in Württemberg und Bayern im Jahr 1835 die bekannte Zoll- Begünstigung Die Elnfuhr dieser Waag- ren kann nur über die Zoll. Aemter Krauchenwies, Friedrichsha- fen und Lindau geschehen, welhe zur Prüfung der Ursprungs: Zeugnisse, zur Abwägung und zur Besichtigung der Waaren an- gewiescn sind. Das Quantum für das l. J. it noch in die- jem, ohne Ucbertragung auf das näâchsie Jahr, und eben- so die Rate von 1835 bis zum Schlusse des Monats Sep- tember k. J. einzuführen. Eine Anrechnung der bereits im Laufe des Jahres zum voien tartfa:äßigen Zollsage etwa einge- führien Quantiräten Schweizer Seidenwaaren an dem dasselbe trefsenden Gesammt- Quantum, mithin eine Rückvergütung des Mehrbetrags gegen den begünstigten Zolljab, kann nicht stattfin- den. Der Vororr, dieses Ergebniß der Unterhandlungen sür sehr unvollitändig ansehend, hat sich neuerdings an Württemberg gewendet, und in einer Note begehrt, daß gestattet werde, das für das Jahr 1834 zu einem Begünstigungs-Zollansaßz bewilligte Einfuhrs-Quantum auf das Jahr 1335 zu Übertragen, indem unmöglich in ben zwei lezten Monaten des l. J. die bewilligten 743 Ctr. 27 Pfd. noch ausgeführt werden fönnten. Wo nicht, so möchte Rúckvergütung des halben Zolis auf den seit dem 1. Januar 1834 eingeführten Quantitäteu zugestanden werden. Gleichzeitig stellte der Vorort vor , daß eine vorherige Verstän- digung ber die Lizerz-Scheine stattfinden müsse, damit eine bil- lige Vertheilung derselben auf die betressenden Schweiz. Seiden- Fabrikanten Plaß nehmen könne. Um zu vermeiden, daß nicht etwa ein einziges Handelshaus durch eine große Sendung das ganze Quantum von 743 Ctr. erschöpfe, und sich den Vortheil allein zuwende, ließ der Vorort das benannte Quantum auf alle Schweiz. Seiden-Fabriken nach Maßgabe ihrer 1830, 1831 und 1832 vorgenommenen Versendungen nah Bayern und Württems

stimme nur, wenn Stimmen - Gleichheit vorhanden sey, entschie- | Cariílo de Aiborno definitiv zu der Ansicht der 5 Kommissa

berg repartiren, und will darauf fußend die Lizenz-Scheine, s0,

epat y fónlih gegen Palmella richicte, dessen Popularität în Por- bald sie ihm übermacht seyn werden, vertheilen. per) 7 Dele SMOPUIaLiN -

tugal, wie ih dfters bereits bemerkt, niht mit dem diplomati- j en Rufe, dessen er in Europa genießt, im Verhältnisse stehet. Bai en, Die herrschende Partei wird indeß doch wahrscheinlich Palmella Rom, 25. Okt. Das Diario di Roma enthält das nei “i Ruder dulden, weil sie das Bedürfniß A Mittels-Person vom Kardinal Bernetti unterzeichnete, aus fünf Haupt - Abschnit, p gland gegenüber, fühlt, und ich darauf beschränken seine Eiñ- ten bestehende Statut für die jeßt mit dem Namen „Banca R, Pbietung auf die innern Angelegenheiten uit eGtiaen Augen mana“ belegte bisherige Disêonto - Bank. u bewachen. Dieser Eifersucht hat auch bereits Graf ‘Villa- Spanten jeal y a N P gebracht een müssen, daß er, statt * ¿ acdacht J tuns Des “Inner Die Times meldet Nachstehendes aus Bayonne voy e Ani E L 29. Oktober : „Mina is gutes Muthes und seine Gesundheit ij Pte immer Palmella selbst bleibt, hat begnügen A. wos fúr cinen Mann, der so lange gelitten, ziemlich kräftig. Ay Nei es sehr bemerkenswerth is, daß dieser neue Títulair-Minister dem Wege von Cambo nach Bayonne (27\ten) traf er an vez Acußern kurz vorher in der Pairs-Kammer gegen die Mün- schiedenen Stellen der Straße Gruppen seiner Landsleute, d} teits-Erklärung der Königin und auch gegen die dem vei stor- si< hier und in der Nachbarschaft, theils aus Furcht vor de, hen Regenten zu Übertragende Wahl des Geinohles der Donna Cholera, theils aus politis<en Gründen, aufhalten und wur) i Ç du F oon ihnen herzli<h begrüßt. Diejenigen, welche das Land genau fennen , erwarten nicht nur viel von den Erinnerungen

Naria, das heißt gegen die Wahl des Herzogs von Leuchten- ¿ O & V V C 5 d rg, gestimmt hatte. Jn dem Progrannne der Grundsäße welche sich an Minas Namen fknúpfen, sondern auch von dey neuen Verwaltungs- und Militair-System, welches von dey

iner Verwaltung, welches der Herzog von Palmella in den bisher befolgten ganz verschieden seyn wird. Was indeß ne,

ammern entwiceite, hat man vor Allem diè Aeußerung be- ekt, daß das M Ministerium alle Portugiesen möglichst : i eder unter dem Paniere der jesigen Regierung zu vereini günstiger fär den Erfolg zu sprechen scheint, ist das Mißvergnh, 6e seyn werde. Freilich E E gen der Karlisten, welches fast zur Wuth steigt, über die Vis Spt derherstellung Mina’'s und die bevorstehende Uebernahme dg Kommando’s. Sie behaupteten, daß er schon als ein Stetby

melzungs - Andeutungen“ um so greller die Mordthaten,

elche die fanatische Bevölkerung Lissabons, in der ersten Auf- der zu betrachten und zu jeder Anstrengung unfähig sey. ( gcht nun über St. Jean Pied de Port nah Navarra in der Ri

gung, die der Tod Dom ‘Pedros verursachte, an mehreren 1 (ülichen A A Miguels beging, die zum Theil e ; dem Juneren der Häuser auf die Straße hinausg ) tung von Elisondo ab und wird an der Gränze von Lorenzo un H bt Ali wahrem C seiner 5000 6000 Mann starken Division, so wie von duWgndeß ist doch in der jetzigen Portuziesishen Emigratton die, Englischen Oberst Wilde und dessen Sekretair, Lieutenant T A P j Sa ner, erwartet. Eben dahin if auch eine bedeutende Geldsum welche von der Spanischen Regiexung zu Minas Dispositiy gestellt wurde, abgesandt. Die Karlisten sind jedoch nicht di

iláufig gesagt, fast eben so 1ahsrei als diejenige von 1828 ist, ne Spaltung eingetreten, vie als die Vorláuferin der Aus: einzigen, wel<he mit Mina's Eintritt in Spanien unzufrieda

leichung der einen Fraktion derselben. mit der jeßt bestehenden TRegierung amusehen scyn dürfte. Von den früheren Anhän- c Dom Miguels, die bei dem Sturze dieses Prinzen,

sind; auh die Franzosen geben ihr Mißfallen deulWhortugal verlassen zu müssen glaubten, hat sich nämlich zu unen, und diese Gesinnungen finden sich nin Theil mit demselben nah Italien gewandt, während nur in Bayonne, sondern au<h an anderen und wihiWer andere, der vorzugsweise die betreffenden Mitglieder der

geren Orten. So hält das Journal des Debats dem Gener Rodil eine große Lobrede und tadelte seine Entlassung, währen es zugleih die Ernennnng Mina's verdammt vnd großes ® trauen Úber den Erfolg seines Kommando's in Navarra \pricht. Um das Geheimniß dieser pld6lichen Sinnesänderuy zu entschleiern, bedarf es keines großen Stharfsinnes.‘/ j Der Madrider Korrespondent der Times bleib seinem Schreiben vom 24. Oktober (aus welchem wir schon kern einen Auszug mitgetheilt haben) noch immer der Meinun welcher auch die Times selbst beipflihtert, daß es sich neben di Anerkennung der Guebhardschen Anleihe um die binnen zwi Jahren zu betwirkende Umwandlung der ganzen passit S <uld, ni><t bloß der rückständigen Zinsen der Cortes: Obliza tionen, in aktive handle. Er berichtet auch, daß der ‘Prokurady

der Proceres-Kammer úberzetreten sey, so daß die Mehrheit du Kommission sich wahrscheinlich für die Modificationen der Pr ceres entscheiden dürfte. Dagegen scheint es ausgemachter al je, daß die Kammer der Prokuradoren diesem Beschlusse rid beitreten werde.

—— Lissabon, 11. Okt, Der Tod Dom Pedros [m noch zu nahe, als daß die Geschichte bereits ihr Urtheil úber die sen Prinzen fällen könnte, dessen Leben sie, für diesen Zwed, wohl jedenfalls in zwei scharf gesonderte ‘Perioden, einestheils sein Wirken in Brasilien, und anderntÿheils in den Zeitraum, er in Europa seine Tochter wieder auf den Portugiesischen Thro! zu seßzen und darauf zu befestigen bestrebt war, eintheilen dürft! Dieser Todesfall, der úbrtigens wahrscheinlich weitgussehende!, fich auf die gesammte Pyrenkische Halbinsel erstrekenden Pläne!

H rankreich und England wandte. Dieser leßtere Theil der Emt- und seine Bereitivilligkeit, derselben den Huldigungs- Eid zu lei- irte, hebe ih hier den Grafen von Viana, den Comendador adaval und Lafoens hervor. Diese leßtern beiden, die gewiß: E Rin Beginn der ‘Portugiesischen Umwälzungen unveränderlich arteien zum Zwecke haite, fanden sih dessenungeachtet in der ihte Portugals verwachsencn Häuser dauernd zu vernichten, “det Ka Herzogliche Wúrde an Palmella und Villaflor verlieh. iner vom 13. Oft. nahm der Marschall Saldanha den Vorsch| dafür folgenden an dessen Stelle: „1) Die Regierung soll (hier fortwährend in großer Spannung. Die Kriegs-Rüstungen bänglichkeit an die Sache der Königin und der Freiheit keiniziren unausgeseßt mit dem Reis- Efendi, und hielten zugleich nen, in dem stehenden Heere oder in. der Reserve gedient haba St. Petersburg, Paris und London abgefertigt wurden. Rede vorher, aus der Folgendes das Wichtigste ist: „Jch erfe nzwischen soll Lord Ponfonby für nöthig erachtet haben, den aber i< will nicht, daß unter dem Schub dieses Namens s([Webterer hat, dem Vernehmen nach, alle seine Kriegsschisse in rillas zu ihren Chefs zu wählen. Dies haben wir zu erwartthört aber doch nicht auf, seine Armee in Asien eine drohende Guimaraes, Porto, Coimbra, Alcobaçer, Aldea de Cruz, Tho kriegerish. Daß aber beide Gegner es wagen soilten, gegen Garde errichtet, so kann uud darf sie do< für den Augenbli\daß es beim Drohen bleiben wird, vorausgesczt, daß nicht find, in die National-Garde einzutreten, haben sich nur 19 4‘riedenheit in diesem Lande, das sih nah der milderen Herr- und Guerillas. Eine vortreffliche National-Garde für eine b&|Palästina bis jezt nicht bestätigt; allein man dürfte sich nicht liche Miliz giebt, denn einer solchen Phalanx können wir nid\Wassen, um sich auf dem Marmora- Mecre in großen Manövers ommen hat. Man erzählt sich, der Sultan, welcher den Uebun- ey dadurch so bestúrzt worden, daß er den Befehl gegeben, um- er, der es auf allen seinen Zügen und Schlachten getragen ha- ( ist, überlassen sich die abergläubischen Türken den düstersten Ah- ein Ende machte, hat ein lebhaftes Bedauern bei der Partei t} regt, an deren Spie Dom Pedro stand, und die wohl fühlt As L rovinzen erträglich; die Pest wüthet hauptsächlich in der Haupt- Geschäfts- und Kriegs-Kunde bis auf einen gewissen Punkt dur} ; seyn, was man den zwe>mäßizen Vorkehrungen ihres Anführers nisterium, mit Palmella an der Spibe, das Geschäfts - Rudel. er Naval l : {hlünde mit verhältnißmäßiger Artillerie - Mannschaft. Man ten waren, und eine starke Partei in der Deputirten - Kamme! f [Schreiben aus Konstantinopel vom 7. Ottober meldet, daß

idalguia Und die bedeutendern Grundbesitzer begriff, sich nach ation hat nun großentheils sich bei den betreffenden Gesandt- aften der hiesigen Regterung vorgestellt, die leßte anerkannt, isten, ausgedrüctt. Aus der desfallsigen Namens- Liste, welche die hiesige offizielle Zeitung bereits vor dem Tode Dom ‘Pedros lie- oronha, den Grafen da Ponte Sehn, D. Jaime de Mello, Franceeco Arraes de Vilhena, endlich die beiden Herzöge von rmaßen als Mitglieder der Königlichen Familiè betracitet wur- en, eines besonderen Ansehens in Portugal genoßen, und seit ‘eine eigene Familien -Politif befolgten, die ein möglichstes per- Aónlihes Ausweichen bei dem gewaltsamen Zusammentreffen der ten Krise Dom Pedro gegenüber gestellt. Der Letktere, der wohl sein Unvermögen fühlte, jene mit der ganzen neueren Ge- Portugal bemühte sich nun, ihr Ansehn dadurch zu vermindern, daß er die —— i : : his dahin den Cadavals und Lofoens ausschließlich zustehende Lissabon, 15. Oft. Jn der Séí6ung der Deputirten-Kw|i in Betreff der National-Garde, welchen er in der Sizung va U Zten der Kammer zur Prüfung vorgelegt hatte, zurü, und s(WM Konstantinopel, 15. Okt. (Allg. Zeit.) Wir leben mächtigt werden, die nôthigen Maßregeln zu ergreifen , um disdauern fort, und eine ungewdhnliche Thätigkeit herrscht unter National-Garde nur aus solchen Bürgern zu bilden, deren Aden Diplomaten. ie Botschafcer der grozen Mächte klommu- Zweifel unterworfen ist. 2) Diejenigen Bürger, welche ni(n der verflo]senen Woche zweimal in dem Hause des Oesterrei- 1(:0,000 Reis Einkünfte haben, jedoch in den mobilen BatailsWWhischen Jnternuncius Zujammenktünste, in deren Folge Couriere können, im Falle sie es wünschen, in die National-Garde ausyWMan bietet Alles auf, um einen Bruch zwischen dem Sultan nommen werden.“ Der Lesung dieser beiden Artikel ging eiMund Mehmed Ali zu verhüten, und hofft darin glücklih zu seyn. den Nuben einer gut organisirten National-Garde, und dit Englischen Admiral in Mittelländischen Neere zu ersuchen, die ist eben der Grund, weshalb ich die Errichtung derjelben vorschlag( Eskadre des Vice-Königs aufs genaueste beobachten zu. lassen. Bataillone bilden und bewaffnen, die das Recht haben, chemWllexandrien vereinigt und neu verproviantirt, damit sie auf den lige Beamte Dom Miguels, royalistische Freiwillige und GuWersten Befehl in See gehen können. Der Sultan weiß dies, wenn die Regierung nicht in einigen Theilen des Königreih{Stellung behaupten zu lassen. Dies har dann mit zu den Be- die Errichtung der National: Garde suspendirt. Wenn man schwerden Mehmed Ali's Anlaß gegeben, und stimmt denselben mar, Abrantes, Punhete, Banguinha, Collegua, Beja, und (sden Willen aller Europäischen Máchte unter si<h Krieg anzu- ner großen Anzahl anderer Städte und Flecken eine Nationlfangen, ist schwer zu glauben, und man darf mithin hoffen, an anderen Orten nicht eingeführt werden. Nach Durchsi\durh das unpolitische Betragen Jbrahims eine größere Bewe- des Verzeichnisses derjenigen ‘Personen, welche in Braga würdisgung in Syrien eintritt. Unstreitig herrscht allgemeine Unzu- fanden, welche das Vertrauen der Constitutionnellen verdientschaft des Sultans zurücksehnt. Indessen hat sich das vor eini- die übrigen sind Miguelistishe Beamte, royalistische Freiwilligen Tagen verbreitete Gerücht von einem neuen Aufstande in barische Regierung: Jh werde, so viel in meiner Macht steh/vundern, wenn es si<h in kurzem erwahrte. Die Otto- zu verhindern suchen, daß es in meinem Vaterlande eine äh\manische Flotte hatte vor aht Tagen den hiesigen Hafen ver- als unserem cinzigen Bollwerk, die Beschüßung der Freiheit, du üben, sie ist aber seit vorgestern wieder vor Anker gegan- Charte und der Königin anvertrauen.“ jen, und es scheint, daß lie gar keine Evolutionen vorge- gen beiwohnen wollte, habe in dem Augenblicë, wo er das Ad- iralschiff bestieg, sein Schwert in das Meer fallen lassen, und Utehren und die Uebungen einzustellen. An jenes Schwert fnüpf- en sich námlich große Erinnerungen ; es stammte von Soliman [I Wen soll; es ward daher von den Türken gleichsam ais ein Heis ligthum betrachte. Mun es in der Tiefe des Meeres verloren hungen und fürchten großes Unglück für das Reich. Hinsicht- ; E ih des Gesundheits - Zustandes lauten die Berichte aus den daß sie in ihm einen Chef verlor, der ihr einen bestimmten Mit! ì l telpunkt sicherte, und welcher die ihm vielleicht mangelnde tiefe! stadt, und hat auf dem Lande keine so großen Verheerungen ingerichtet. Auch die Armee soll beinahe ganz verschont geblieben eine, mit großer Ausdauer verbundene, rastlose Thätigkeit eel ' n: i Unmittelbar nah Dom Pedros Hinscheiden ergrisf das neue MFReschid Pascha's zuschreibt. Diese Armee zählt gegenwärtig 32 [Regimenter Jnfanterie, 19 Regimenter Kavallerie und 160 Feuer- Aber obgleich die beiden Häupter des alten Ministeriums, Silva} i Carvalho und Agostinho Freire, mit in das neue hinúbergett& hät ihre Stárke auf beinahe 89,000 Mann. i : Ein von Englischen Blättern mitgetheiltes Privat- mit sich brachten, wurde doch nur mit einer Mehrheit von sh! | : wenigen Stimmen der Angriff zurückgewiesen, den die Opposition Îder Sultan von der Insel Chalkis, wo er den Flotten-Uebungen

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beigewohnt, nah Stawros zurückgekehrt war. Man erzihlt als der Großherr das Dampfschiff bestiegen, sey sein Säbel ins Wasser gefallen und nicht wiedergefunden worden. Er erbleichte, blieb einige Augenbli>e sprachlos und schien in tiefe Gedanken versunken. Keiner der Höflinge wagte ein Wort zu äußern. Endlich warf der Seraskier sih zu den Füßen des Großherrn, mit den Worten: „Lange lebe unser Herr! Es freue sih seine Seele und betrübe si nicht über dieses unzweideutige Zeichen. Der Prophet hat die Frage entschieden, welche die Rathschläge der hohen Pforte so sehr verwirrte: er hat erklärt, das Schwert Muhamed's solle für jeßt nicht gezogen werden.“ Da nun auch der Hof - Aftrolog diese Auslegung bestätigte, so soll die Flotte Befehl erhalten haben, wieder auf ihren Ankerplaß zu- rúckzukehren. Reisende aus-Aleppo, Tripolis und Damaskus schil- dern die Aegyptische Schreckens-Regierung in Syrien als so un- erträglih, daß eine Jnsurrection nicht ausbleiben könne. Ueber- all wurden den Einwohnern die Wassen abgenommen und die Häuser durchsucht, was in Mußhamedanischen Ländern unerhört ist. Ibrahim hatte so viele Verschwörungen entde>kt, daß man zu glauben anfing, er habe sie selbst anzetteln lassen, um sich der Schäße der Theilnehmer zu bemächtigen. Jn Tripolis wa- ren 11 angesehene Kaufleute gekdpft und über 100 ins Gefäng- niß Jeworia worden und Niemand war vor der Bastonade ge- sichert. Jn Konstantinopel sollen seic drei Monaten wöchent- lich im Durchschnitt 1000 Menschen gestorben seyn. Jn Folge der Sturme waren 30 Schiffe im Schwarzen Meere unterge- gangen. Der berühmte Französishe Botaniker, Herr Aucher de Blois, der etnen großen Theil von Klein-Asien und Syrien, die Ufer des Euphrats, so wie die Gebirge von Lasistan und Kurdistan bereist hat, war in Konstantinopel eingetroffen und hatte úber 150 neue Species mitgebracht.

O tee an o:

Nauplia, 22. Sept. (Allg. Ztg.) Jn der innern Or- ganisation hatte man ein neues Colonisations-Geset beabsichtigt, welches dem Ministerium mit der Erklärung zugeschi>kt wurde: in vierundzwanzig Stunden solle es bekannt gemacht, oder es soll- ten die „„allenfallsigen“/ Erinnerungen darüber vorgelegt werden. Koletti antwortete: in vierundzwanzig Stunden habe er kcine Zeit, es nur zu lesen, geschweige zu-erwägen und zu beurtheilen. Mur sehe er gleich beim ersten Anblick, daß es setner Ueberzeu- gung im Prinzip entgegen sey; erst müsse für die Griechen ge- sorgt werden, ehe man zu den Fremden komme. Er halte darum für gut, die Sache beruhen zu lassen, bis er mit seinen Vor- schlägen über die Griechishe Änsiedelung im Reinen sey.“ So geschah es, und von der „Fremden - Colonisation‘ und „„Civil- Conscription“/ ist ni<ht mehr die Rede. Ueberhaupt rathe ich, mit neuem „Zuzug‘/ von Fremden nicht voreilig zu seyn. Denn die Abneigung gegen das Fremde, ja der Haß nimmt zu, wie die Achtung ab, und die Griechen wollen im Grunde Fie- manden als den König, und einige solche, die mehr Griechen als Deutsche sind, und ihre Meinung is jeßt von Gewicht, denn nicht verbergen darf man sich, daß durch die fläglichen Mainoten - Händel die fremde Macht oder das fremde Ele- ment der neuen Macht gebrochen ist, und das einheimi- sche, nationale, vorwaltet. Dies ist wichtig, und Sie werden bald die Folgen davon sehen. Jm Uebrigen bleibt es im Jn- nern ungefähr beim Alten. Das Gemeinde - Geseß, d. h. die Ausführung seiner verwickelten Bestimmungen und einander ba- lancirenden und kontrollirenden Behörden rückt nicht vorwärts, und geht man nicht bald davon ab, so verwandelt es Griechen- land vollends in ein kolossales Nest von Jntriguen, Parteiungen, Leidenschaften. Scbulen, Kirchen, Marine, Tribunale sind feinen Schritt vorwärts, und das band ist nun beinahe zwet Jahre nach Ankunft der Regentschaft no< ohne Civil - Gerichte und Civil-Rechtspflege. Die Folgen davon? Gänzlicher Mangel an Kredit, an Sicherheit des Eigenthums, Lähmuug des Acker- baues, des Handels, und schon je6t die Staats, Einnahmen des ersten Jahres auf 6! Millionen herabgesunken, statt auf 10 bis 12 gestiegen, wie man uns rühmte, und das bei einem Auf- wande von 15 Millionen! Jn der Finanz erschten eine Verord- nung, bestimmt den „geliebten Unterthanen ‘/ Erleichterung von den fur<htbaren Erpressungen zu verschaffen, welche die Mauro- kordatischen Zehent-Pächter und Zehent-Einnehmer ihnen aufge- legt; auch ein neues Zollgeseß steht zu erwarten. Em junger Mann, Herr Zwierlein, der uns aus München zugekommen, ist vom Herrn Präsidenten beauftragt, es zu verfassen, und dabei den Preußisch - Bayerischen Zolltarif zum Grunde zu legen. Möge dies besser gelingen, wie die Ueberpflanzung des K. „„Hof - Commissairs ‘‘, der in Messenien schleczte Geschäfte macht. Ueber Alles aber steht die Verlegung der Residenz nach Athen. Den 1. Januar soll der Aufbruch geschehen. Man sagt, Hr. Staatsrath von Kobell habe nebst Hrn. von Klenze das Meiste beigetragen, die Sache zur Entscheidung zu bringen. Daß Athen die Hauptstadt von Griechenland werden mußte, war eine geo- graphische und politische Nothwendigkeit; aber jeßt? J| es am 1. Januar schon an der Zeit, den Peloponnes zu verlassen, wo die Haupt - Bevölkerung, die Hauptstärke, und die eigentliche Schwierigkeit der Lage von Griechenland ist; wo die Parteien mehr als je in Bewegung, die Leidenschasten mächtig, die Ab- neigungen steigend sind, um s< in dem mit Phanarioten, Chio- ten und Spekulanten aller Vöiker und Farben ausgefüllten, für die wahre Macht des Landes abgelegenen Athen einzurichten ? Dazu verläßt man eine Seestadt und eine gute Festung, um sich in einer Landstadt und an einem offenen Orte niederzulassen, noch in dieser Ungeordnetheit der Dinge; und warum? Jch be- sorge, es is viel Unklares, wenn au<h nicht Unlauteres in dieser Uebereilung, und die architektonishen Einflüsse, die ‘Propyläen, das Parthenon haben eine größere Macht ausgeübt, als sie soll- ten. Mögen die Geister der großen Athenienser, die nah Hrn. v. Klenze unter dem Schutte ruhen und hervorkommen, um ihre Arme \<hütend über die Ruinen auszubreiten, au<h die Bewoh- ner s<hü6en, welche sich unter ihnen mit einem edlen Selbstver- trauen niederlassen. Mir schiene es besser gethan, wenn man vor der Hand noch hinter den Mauern von Nauplia, unter den Kanonen jeiner cyclopischen Veste, und auf der Rhede von den Flotten der Seemächte geschüßt, mit Einem Worte, im Herzen und Mittelpunkt der Macht sich in Verfassung gegen die Ereig- nisse gehalten, als jest schon an eine ästheti)h-archäologisch-archi- tektonishe Promenade na< dem Parthenon, dem Lyceum und der Akademie der abgeschiedenen Geister gedacht hätte. An die Feste kommt man immer noch zeitig genug.

Uan

Berlin, 10. Nov. Jn der Provinz Ost-Preußen sind (wie die Königsberger Zeitung melder) in diesem Jahre 2553 junge Pferde von dortigen Pferdezüchtern für die Königl. Re- monte- Depots angekauft, und im Ganzen 200,473 Rthlr. da- für bezahle worden. Als Durschnittsþreis wurden 80 105 Rehlr.

nur einige wenige Pferde wurdet zu dem niedrigsten Preise von 45 Rthlr, mehrere dagegen zu dem höchsten Preise von 150 Rthlr. bezahlt. Die zum Re- monte- Empfange beorderten Truppen - Theile erhielten aus den Depots 2302 Pferde. :

für jedes Pferd bewilligt;

Haupt -Momente neuerer Finanz- und Polizei-Geseßgebung des Auslandes - so weit selbige den Handel betrifft.

XIV.

Berlin, 4. November 1834.

Großbrittannien. Bei Barbados ist am äußern Ende der Untiefe von Neldhams - Point eine Boje mit Stange und Flügel ge- legt, und bekannt gemacht wordén, daß sie auf 5 Faden Wasser liege, und Schie, an ihrer äußeren Seite vorbeifahrend , vollkommen sicher in die Bai gelangen werden. Es scheint übrigens, nach den sich meh- renden Klagen des Schifffahrt treibenden Publikums zu urtheilen, in der That an der Zeit zu seyn, daß die Regierung Ernstliches thue, um die, theils dur< Abwesenheit von Leuchtfeuern und S Siche- rungszeichen, theils dur< fehlerhafte Anlage derselben auf bedenkli- u Me Westindischen Gewässer häufig gefährdete Schifffahrt icherer zu stellen. f

Die Staats-Zeitung hat Nr. 289 bereits eine kurze Nachweise vom Resultat amtlicher Bekanntmachung der Staats-Einnahme des leßten Trimesters mitgetheilr. Nachträglich bemerken wir darüber noch Fol- gendes. Es ist allerdings richrig, daß agegen das entsprechende Quartal von 1833 ein Minu s von 330,064 Pfd. Sterl. sich ergiebt; vergleicht man aber die beiden leßten Jahre in ihren Perioden von Oftober zu Oftober- o zeigt sich für das legte ein Plus von 313,448 Pfd Sterl. Die Belastung der fonsol. Fonds war im vorjährigem dritten Trimester 10,772,099; im diesjährigen nur 10,158,907 Pfd. Sterl. Die Aufhe- bung der Haustaxe hatte auf das direkte Steuer -Einfkommen bis jest nur erst sehr wenig Einfluß üben können, weil der beträchtlichste Er- hebungs-Termin erst noch bevorsteht. Jm Stempel - Artikel betrug, sehr bedeutend eingetretener Erleichterungen ungeachtet, das leßte Jah- res-Minus doch nur 596,609 Pfd. Das letzte Pkus bei den Zöllen, o wie das Minus bei der Accise sind eigentlich beide nur scheinbar, weil auf dem Umstande beruhend, daß seit Aufhören des Ostindischen Com- pagnie-Monopols die Thee-#bgabe, statt sons bei der Accise, leßt bei den Zöllen erhoben wird. Man muß also zur richtigen Vergleichung der dritten Quartale von 1833 und 34 eigentlich die Zoll- und Accise- Einnahmen zusammenwerfen, dann aber ergiebt sich für das leztere eint Minus von 2000 Pfd. Sterl. L

Der Einfuhrzoll vom Kapweine nach der Insel St. Helena ist von 20 Schilling pr. Pipe auf 10 D. pr. Gailone ermäßigt worden.

Frankreich. Die Regierung publizirt die Staats-Einnahme der ersten drei Trimester d l. J. aus den indireïten Steuern. Die zwei ersten hatten, gegen die forrespondirenden 6 Monate d. v. J., ein Mi- nus von 1,700,000 Fr. gezeigt: durch Hinzutritt des dritten is das- selbe auf 1,075,000 Fr. vermindert, also hier ein Plus von 625,000 Fr. vorhanden. Wenn man außerdem bemerkt, daß bei der Lotto- Einnahme cin Minus von 3,687,000 Fr. vorkommt, o kann man den Franzosen zu dem ganzen Resultate nur Glü>k wünschen! Außer dem Lotto hat eine Einkfommens-Verminderung noch stattgefunden bei den Rubriken Enregistrement, Stempel, Gerichts- und Hypo- theken-Sporteln, und Salz-Regie; eine Einfommens - Ver - mehrung hingegen bei den Rubriken Getränkesteuer, öffentli- ches S Tabak, Schießpulver, Briefpost, und die 5proc, Abgabe von baaren Geld-Versendungen. Im Ganzen wird, elbst von Oppositions - Journalen, der Bilanz der gesammten Staats - Einnahmen und Ausgaben d. l. F. ein, wo nicht glänzendes, doch günstiges Prognostikon gestellt.

Eine Königliche Ordonanz vom 10. Oft. d. J. modifizirt die bis- herige Stempel-Freiheit- der Inscriptionen des großen Buchs der Na- tional-Schuld und der Staats-Effekten dahin, daß dieselbe künftig nur insofern, als bei Emission und Eirculation der bezüglichen Effekten (z. B. Renten-Kontrakte, Königliche Bons, Mandate, Tratten auf die Depar- tements , Sola-Wechsel der Generai-Einnehmer) das Interesse des öfe fentlichen Dienstes vorwaltet, nicht aber insofern dieselbe irgend für Privatgeschäfte stattfindet.

Nach Decision des Os vom 6. Oft. d. J. sollen Ba- stard-Perlemutter, und die unter dem Namen Haliotiden bekannten U D in Paris zum Entrepot zugelassen werden, wenn sie über die in der Ordonnanz bezeichneten Häfen von Marseille, Bordeaux, Nantes, Havre und Rouen eingeführt werden.

Der Moniteur publizirt in Nr. 271 eine Königliche Ordonnanz vom 25. Sep. d: Ï. zur ns neuer Statuten der zu Paris etablirten General-Assekuranz-Gesellschaft gegen Seegefahr.

Für den Hafen von Boulogne is eine polizeiliche Bekanntmachung erschienen, felgenden wesentlichen Inhalts: s

1) Vom 1. Nov. d. J ab wird der neu eröffnete Eingang zunt Hafen seewärts der einzige praktikable scyn.

2) Die Spiße des sudwesilichen Hafendamms soll durch ein rothes Leuchtfeuer bezeichnet werden, dessen Höhe über dem Meeresspiegel bei hohem Wasser ungefähr dieselbe seyn wird, als die der Katadioptrischen Feuer, die sich schon früher auf der Spiße des alten Hafendammes int Westen befanden, jet aber dort östlich des Hafens liegen. Luf der außersten Spiße der Verpfählung im Nordosten wird eine hölzerne Hütte errichtet, worin der {wache Wiederschein eines Lampenlichts das Ende des Hafendamms andeutet.

3) Einlaufende Schiffe haben auf das rothe Feuer zu steuern, das fleine Licht und die: Katadioptrischen Feuer aber auf Backbordsseite lic- gen zu lassen. Sie nähern sih demselben möglichst , und halten bei SSW. und SW. dicht am Winde, weil die Strömung an der Spitze des Hafendammes in nördlicher Richtung geht mit 4 5 Knoten Schnelligkeit. : ;

k) Die Spitte des südwestlichen Hafendammes ist um 170 Meters egen die Spiße der nordwestlichen Verpsählung vorgerückt, 450 gegen die Katadioptrischen Feuer; der Kanal hat im Fonds 72 Metres Länge.

5) Beide Feuer, das rothe und die Katadioptrischen, brennen nur von Mitte Fluth bis Mitte Ebbe: zu jeder anderen Zeit würde es höchst unvorsichtig und gefährlich seyn, ohne einen kundigen Ortsloot- sen am Bord, einlaufen zu wolien.

6) In den Tagssignalen if nichts verändert; ste bestehen noch der Bekanntmachung vom 23. Febr. 1833 gemäß.

Die seit einigen Wochen eifrig verfochtene Ansicht der Französischen Fournalistif, daß die vom Handels-Minister Herrn Duchatel mit fämmtlichen Handels -Kammern eingeleitete Berathung über Zuläßig- Feit einer bedeutenden Modification des bisherigen Prohibitiv-Sysftems in Bezug auf die Einfuhr fremder Fabrikate, nicht nur zu keinem ge- deihlichen Resultate führen, sondern auch den Stand der Sache ärger als bisher verwirren werde, scheint sich allerdings zu bestätigen. Die Gemüther erhißen si<h und zwar ofenbar in einer dem Plane des Mi- nisters nicht günstigen Richcung, und zwar in einer solchen , welche, jetzt vielleicht mehr als sonst geschehen wäre, von der Monopolisten-Partei der Deputirten-Kammer in Schuß genommen werden wird. Die Han- dels-Kammern von Rouen, St. Quentin, Roubaire, Elboeuf und Lou- viers haben bereits laut gegen jede Milderung des bisherigen Restriktiv- Systems protestirt; die von Havre hat alle Theilnahme an der Bera- thung abgelehnt; die von Bordeaux beharrt zwar auf ihren bisher schon fkundgegebenen liberaleren Ansichten, glaubt aber für Realijirung ders selben auf dem eingeschlagenen Wege wenig Hoffnung zu sehen. Auch die bei der Untersuchungs-Kommission stattfiudendeu Abhörungen eins zelner bedeutenden Fabrikanten gaben bis jeßt no< kein besonders trösliches Resultar. Ueber Zugabe etwaniger Möglichkeit künfciger Zus lassung einiger bisher zur Einfuhr verbotener Arcitel gegen cinen Schuß- ¡oll von 39 pCr. ad val. scheint sich noch feine individuelle Liberali- kaet erheben zu haben. Wie könnte es aber auch anders seyn? Wie

mag man dem Franzö ischen Fabrikanten zumuthen, für die Leistungea