1834 / 323 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

pfünd. rotl bunten Kbnigsberger 172 Fl., für 122pfünd. Preußischen Rocgen 1?8 Fl., für 114pfünd. alten dito 140 Fl., für 121p;ünd. Meckl: nburge® Roggen 140 Fl., für 93v¡Ü1d. feinen Hafer 97 Fl., für SSpfür.d. diéen dito 89 Fl. , für 76pfünd. Futterhafer 76 Fl., für Hafer ohne Gewichts-Angabe 54 Fl. :

Belgien.

Brüssel, 15. Nov. Jn der S ibung der Repräsen- tanten:Kammer vom 14, November war die Diskussion des Enrtnz urfs zur Beant vortung der Thron - Rede an der Tagesord- nung. Herr Do ignon verlangte, daß die Kammer in einem befonderen Artikel ihre Zufriedenheit mit dem Ministerwechsel ausdrúcke, eine Maßregel, die das ganze Land mit Freude wahr- genommen habe. Er wünsche nur, daß der Fall dieses Ministe- r:ums den neuen Ministern zur Warnung dienen möge. „„Wo- her mag es fommen“‘/, fuhr der Redner fort, „das im Allgemei nen diejenigen, welche zur Macht gelangen, bald nicht mehr die- selben Menschen sind? Die Ursache ist wohl, daß sie allmälig nicht mehr auf die Eingebungen ihres Gewissens hören. So veraaßen unsere Ministec, als viele Europäische Mächte sich ge: gen unsere Constitution, eine der freiesten in Europa, erhoben, baid, um der fremden Politik zu s{<meiheln, ihren Eid, und enibiddéten sich nicht, s unseren kostbariten Freiheiten feindlich zu zeigen und ihre Fähtgkeiten und das Vertrauen der Kammer zu mißbrauchen, um sie mit erbäármlichen Concessilonen zu táu- ichen. Unsere Minister haben sih vorzüglich vor dem Franzdsi- schen Einfluß, vor der Galldmanie, zu hüten, vor dem Lande, wo der geheiligte Name der Freiheit so oft gemißbraucht tvird, wo noch Geseve in Wirksamkeit sind, welche die persönliche Freiheit, die Freiheit des Gewissens, des Kultus, des Un- terrich1s U. s. w. zersidren; vor dem vulkanischen bande, wo die Staatsmänner zu häufig ihre Projekte und Sophismen auf unser so ruhiges und friedlihes Belgten anwenden, das wohl cher Frankreih zum Muster dienen könnte; auf unser Belgien, daé, ohne soviel von Freiheit zu sprechen, wie unsere Nachbarn, doch den Werth derselben weir besser kennt und einer wahren Fretheit genießt. Schande und Sc<mach den Ministern, welche den Einslústerungen Frankreichs Gehör geben oder sich durch das Beisptel oder die Macht dieser fremden Regièrung versühren lassen ! Sollten einlge von unseren Staatsmännern nicht den Muth ha- ben, den Fremden, welche uns ihre Gesege aufdringen oder un- sere Constitution verlcsz-n wollen, cinen edlen Widerstand entge- gen zu schen, so beshu dre ih sie, sich lieber zurückzuziehen, als unser s{<dnes Vaterland zu erniedrigen. Wir hoff:n, die neuen Minister werden niemals vergessen, daß die wahre Macht in der Gerechtigkeit und in der freien und loyalen Ausübung des geelschaftlichen Vertrages besteht, und daß ihre Vorgänger die Regierung durch Verlegung der Constitution und der Geseße zum Theil der Licde des Volks beraube haben. Es würde uns zum Vergnügen gereichen, alle Handlungen des neuen Ministe- riums loben zu fôanen, allein wir sehen uns in die unangenehme Nothwendigkeit versetzt, die lezten Ernennungen, welche es in meh- reren Provinzial. Gouvernements vorgenommen, tadein zu müssen. Das Ministerium würde sich vergebens hinter die Königl. Prä- rogative zurücfziehen, um sih gegen den Tadel der Kammer zu hüten. Man tann allerdings dem Könige das Recht nicht streitig machen, diejenigen ‘Personen zu Beamten zu ernennen, òte ihm gefallen, allein die Kammer hart auch das unbesireitbare Recht, über diese- Handlung der exekutiven Gewalt, wie über j-de andere, zu debattiren. Die Thron - Rede schweigt gänzlich ber den Stand der Unterhandlungen in Betreff unserer aus- wärtigen Angelegenheiten; ih verlange von den Ministern: hier- úber- Zuffiärung.“/ Nach diesem Vortrage nahm Herr Dus- mortier das Wort und sagte, da es Gebrauch sey, daß ein neucs Ministerium bei der Uebernahme seiner Functionen der Nation ein politisches Glaubensbekenutniß ablege, worin der Gang, den, es zu befolgen gedenke, angeg?ben sey, so habe er erwartet, daß in der Thron Rede etwas Über die großen seit ei- zigen Jahren angeregten Fragen gesagt werden würde, und er scy erstaunt úber das gänzlihe Stillschweigen in dieser Bezie- hung. „Obgleich ih“, bemerkte der Redner, „noch andere Ein- wúrfe gegen die Adresse zu machen hätte, so beschränke ih mich doch für jeßt auf die großen Fragen, welche durch unsere Tren: nung von Holland entstanden sind. Die Convention vom 21. Ma! ist ein Baum des Guten und Bösen, er hat kostbare und b'tiere Frúchte getragen, kosibare fúr die Gegenwart und bittere fúr die Zufunst. Dur> sie bleiben wir im Besis der durch die Revolution erlangten Vortheile, und wir entgehen durch sie der Verpflichtung, einen Theil der Holländischen Schuld so- gleich zu bezahlen. Das sind die guten Früchte der ¿onvention, und sie beziehen s< auf die Gegenwart. Túr diz Zukunfe läßt sie immer noch den Traktat vom 15. No- vember beistehen und versétt Belgien dadurch in die traurigste que; sie binder uns, aber ni<ht au<h Holland, so daß dasselbe frei (t, wáhrend wir es nicht sind; sle gestattet ferner, daß Hol: land eines Tages von uns die rúständige Schuld fordern könne. Die Convention vom 21. Mai gewährt uns also viel Gutes für iee und viel Bdses sür die Zukunft. Hätte das Ministerium daher die Lage Belgiens begriffen, so würde es die Verlegenheit Englands und Frankreichs dei der Blokade Hollands benußt und acza.t haben, daß es den Vertrag vom 153. November nur an- nehme, wenn er unverzüglich in Aueführung gesekzt werde. Geschehe dics nicht, so halte es sich nicht dadurch gebunden. Hicrvon geschah indeß nichts. Auch die gegenwärtige Adresse <hweiat hierüber, während der Holländische Minister erklärt, 3 die Schuldfrage unwiderruflich festaeseßt sey. Der Vertrag “om 15. November legt Belgien eine Schuld auf, die es nicht font: ahirt hat, und verpflichtet es, jährlich eine Summe von is

illionen Fr. zu zahlen, bis dieser Vertrag durch die Unter- eichnung Hollands definitiv vollzogen is. Die Einkünste Be! ens erlauben aber feine Ausgaben dieser Art und wir müßten

( einer Anlethe schreiten. Es is daher für uns vom hdchsten AZateresse, zu wissen, welche Maßregeln das neue Ministe rium in dieser Beziehung ergrifssen hat, und ih verlange hierüber Auskunfe. Noch wichtiger indeß, als diese Schuld- frage, is die Frage in Betreff der Provinzen Limburg und Lu- r-mburg. Was gedenken die Minister in dieser Beziehung zu thun? Sie müssen der Konferenz erklären, daß der Vertrag »om 15. November, wie jeder andere Vertrag, für die eine Par: + i nicht bindend ijt, so lange die andere ihn verletzt.“ Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten bemerkte hierauf, der vorige Redner habe offenbar die Absicht, den Trak- «21 vom 15. November als unzúltig darzustellen, Er müsse je- voch erfláren, daß die Regierung ihn als die Haupt-Grundlage ¿hrer Rechte betrachte, daß jedoch nm<t alle Artikel desselben für Belziea bindend scyen. Die einzelnen Artikel der Adresse wur- den mit einégen Aenderungen 001genommen; bei der Abstimmung uber die Adresse stimmten von 65 Mitgliedern 61 für die An- n1hme derselben unò 2 (Gendebien uNd Dumortier) enthielten h der Abstimmung, Die Adresse wurde dger angenommen.

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Die Kommission, welche dem Knie die Antwort auf die Throns Rede überbringen soll, besteht, mit Einschluß des Präüdenten, aus 12 Mitáliedern.

Im Journal de Liège wird eine ganze Kirche (deren Abbildung beigefügt ist) nebst drei Altären, gelegen in Hasselt, zum Verkauf ausgeboten. Der Bischof hat nämlich den fernern Gottesdienst darin untersagt und die Eigenthümer finden sich daher veranlaft, ihr Grundstück realisiren zu wollen.

Der hier sih aufhaltende Englische Edelmann Hoy, bekannt durch scine tollen Wetten, ist von einem seltenen Reiscgefährten, einem Wolfe, begleitet, der sehr zahm seyn soll. :

Schweden und Norwegen.

Stocfholm, 11. Nov. Beim Reichstage hat dieser Tage die bereits früher erwähnte Frage wegen Einrichtung von Volks- Schulen zu sehr lebhaften Erörterungen, besonders beim Bauer- stande, Anlaß gegeben.

Der Hof- Kanzler hat am 7ten d. M. den Ständen ein Königl. Schreiben Übergeben, betreffend die Aufnahme einer An- leihe von 2 Millionen Reichsthaler, welche im Auslande abge- schlossen und zur Beförderung der Hypotheken: Vereine verwandt werden foil.

Danemark

__ Kopenhagen, 14. Novo. Der bisher von Frankreich hier: selbst a?freditirt gewesene außerordentliche Gesandte und bevoll- mächtigte Minister, Herzog von Montebello, der in gleiher Ei genschafr bei dem Königl. Schwedischen Hofe ernanne ist, hatte am 12ten d. seine Abschieds: Audienz bei Sr, Maj. dem Könige, und gleich darauf úberreihte der Baron von Talleyrand Aller: höchstselbigem sein Kreditiv als außerordentlicher Gesantter und bevollmächtigter Minister von Frankreich bei dem Königl, Däni- schen Hofe. Baron von Talleyrand war bekannil:< bisher Französischer Minister in Hamburg.

Deutschland

München, 15. Nov. Wie man so eben vernimmt, -hat Se. Maj. der König für die dur< Brand verunglückten Be- wohner Reichenhalls eine Summe von 5000 Fl. aus Seiner Kabinets: Kasse an das Königl. Staats-Ministerium des Junern abgeben lassen. Gestern Abend erschien der-König zum ersten- mal seit Seiner Rückkehr im Theater, und wurde mit Jubel empfangen.

Am Zten November wurde der Maler Georg Stamberger aus Schnei bet Lichtensels, wegen politischer Vergehungen, nach 2ährigem Untersuchungs - Arrest und nah vorgängiger Abbitte vor dem Bilde Sr. Maj. des Könizs, nach Lichtenau zu acht: jähriger Zuchthaus-Strafe abgeführt.

Jtalien.

Genua, 8, Nov. Jhre Majestäten, so wie der Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Graf della Torre, sind am 5ten d. M. hier eingetroffen und wurden bei ihrer Ankunft von den höchsten Militair- und Civil: Behdrden, von der in Parade aufgestellten Garnison und von den zahlreich versammelten Ein- wohnern begrüßt.

Rom, 6. Nov. Wir haben aus Palermo die Nachricht von dem Ableben des General-Vikars, Kardinals Placido Zurla, erhasten. Die Rdômische Zeitung giebt mit vielem Wort- Gepränzge eine Lebensbeschreibung dieses Kardinals, wovon Fol- gendes das Wesentlichste ist: Aus cinem altadeligen Geschlechte den 2. April 1769 zu Legnago geboren, trat er frühzeitig in den Benediktiner-Orden, und wurde von Pius Vli, in dem Konsistorium vom 16. Mai 1823 zum Kardinal ernannt. Leo Xil, erhob ihn zu seinem Vikar, welche Würde er auch bis zu seinem Ende bekleidete. Er starb am 2). Oktober zu Palerino, wohin er sich begeben hatte, um die Kldster zu inspiziren, welche in Sicilien unter seiner Aussicht standen. Auf seinein Posten als Vikar war er ein strenger Richter der Sitten, welches ihm aber eben nicht die Liebe der Rômer zuzog, die nun gern behaupten möchten, er sey keines natürlichen Todes gestorben; cine Nach: rede, welche keine Beachtung verdient, da es sih erwiesen hat, daß ein Schlagfluß, welcher ihn bald nach seiner Ankunft in Pa- lermo- befallen hatte, seinem Leben cin Ende gemacht hat. Uls seinen wahrscheinlic)ven Nac@folger nennt man den Kardinal Valzi aus dem Dominikaner: Orden. Da in der lelzten Zeit durch das Ableben mehrerer Kardinäle die Zahl des heiligen Kollegiums sehr zusammengeshmolzen i, so erwartet man, daß der Papik nächstens eine Kardinals: Creation vornehmen wird, und nennt hon die Namen verschiedener Prälaten a!s Kandidaten zu die- ser Würde.

Gestern ist die Römische Bank eröffnet worden, wozu die Direction eine Einladung an die Geistlichkeit, Diplomaten und Beamte erlassen hatte, um Augenzeugen zu seyn, wie die Baar- schaften in der Kasse deponirt wuroen. Etn Notar fertigte dar- Über ein Jnstrument aus, das von den Beamten der Bank und vielen Zeugen unterschrieben wurde. Man wird nun in den Provinzen mehrere Filial-Banken errichten, damit alle Theile des Staates dieselben Vortheile wie die Hauptstadt genießen. Die Regierung hatte sich früher init einer andern Gesellschaft wegen Errichtung einer Bank eingelassen, aber die Unternehmer konn- ten, wie es scheint, ihr Wort nicht halten, und die neue Gesell- schaft erhielt den Vorzug, Hierüber unzufrieden, klagten jene Herren, wurden aber von den hiesigen Gerichten abgewiesen ; sie wolien nun als geborne Franzosen in Paris Schus suchen. Die

Päpstliche Regierung wird jedoch ohne Zweifel triftizge Gründe |

fúr ihr Verfahren anführen können.

Neapel, 5, Nov. Se. Majestät haben den zum Königs, Sardinischen Gesandten am hiesigen Hofe ernannten Ritter von Breme in einer Audienz empfangen und die Beglaubigungs: Schreiben desselben entgegengenommen. |

S paniá«n

Madrid, 6. Nov. Der Observoador spricht in scinem heutigen Blatt von der Ernennung des Generai Llauder zum Kriegs: Minister und des Herrn Modrano zum Minister des Innern; beide Ernennungen mißbilligt er, doc erwähnt er der: selben noch bloß als eines allgemein verbreiteten Gerüchtes, ohne eine offizielle Bestätigung hinzuzufügen. Cben dieses Blait ent- hält drez Königliche Verordnungen; durch die eine wird die von dem Kriegs-Minister Herrn Zarco del Valle eingereichte Ent!as- sung angenommen, durch die zweite demsclben zum Lohn für seine Dienste das Großkreuz des Ordens Karl’'s Ul. verliehen und durch die dritte Herr Martinez de la Rosa’ interim: stich mit der Verwaltung des Kriegs: Miniseriums beaustragt. (Aus diesen Nachrichten ,- die wir einem Theil unserer Leser noch in der gestrigen Nachschrift mittheilen konnten, ergiebt sich, daß die frühere eldung des Journal des Débats, als seyen die beiden Ministerien des Jnnern und des Kricacs, das erstere mit dem

| Saragossa selb sich in der Umgegend bildete.

Generak Valdes, das lettete mit Herrn Modrano, {on wied definitiv besckt morden, voreilig war.) i Die hiesigen Zeitungen fordern die Regierung Wlederßole

lih zur nachsihtslosen Stienge gegen die Karlisien Und zy il energischeren Policik auf. So sagt unter anderen das Eco V Comercio: „Es wäre endlich einmal Zeit, die Täushun y aufzugeben und nah den Erfordernissen der Umstände zu Q deln. Die Grundsäße der Mäßigung und Menschlichkeit m J dann befolat werden, wenn die Gefahr erst vorüber ist. V handelt es fich darum, zu wissen, wer unterliegen soll, wir V die Rebellen. Ein ganzes Jahr lang wiegt man uns bereitg L dem Gedanken ein, daß. Spanien endlich bei einer Ens <e der Größe und des Wohlitandes angelangt scy, A heute schen wir uns am Rande eines Abgrundes, N ziehe das Schwert und lasse es unerbittlich auf unsere Fei niederfallen.‘“/ Im Cortes-Boten liest nan: „Der Uns des Krieges in Navarra hat alle Gemüther mit Bestürzung U Mißmuth erfüllr. Die Regierung muß die allgemeine Angst | einem so wichtigen Augenbli>k auf irgend eine Weise zu bél gen suchen. Vergebens verbirgt man uns den Zustand der Din, das Geheimniß kann nicht undurchschaut bleiben; es vetbteity sich dústere Geruchte, und das Stillschweigen der Reg rung vermehrt den allgemeinen Schrecken. Eine blo Ministerial - Veränderung kann da niht Genüge leißy, was wir dringend fordern, i! eine Veränderung der jeßt von dem Ministerium befolgten Politik, deren traurige y, sultate wir nur zu sehr zu beklagen haben.‘/ Die heutige F, vista äußert sich folacndermaßen: „Werden wir andere Minis erhalten? Dies ist Frage, welche dieser Tage in einer Versam, lung in der Hauptstadt verhandelte wurde. Die meisten my senden antworteten bejahend, aber eine angesehene Peson welche gegenwärtig war, sprach sih mit einem Ton der festesy Ueberzeugung in folgender Weise aus: „,„Nein, wir wet feinen Ministerwechsel Haben, und selbst wenn die Vy sonen gewechselt würden, wird das System bestehen hi benz das ist eben das Unglück, das auf uns (asu Jh achte und ehre die jegzizgen Minister, ih verl ihren Sturz nicht, aber so talentvoll und redlich gesinnt sie aj seyn môgen, so erkläre ih doch, daß sie unmdalich länger y der Spihe der Verwaltung bleiben können, ohne da} das bh Faktum ihrer Gegenwart unsere Lage no<h schlimmer und f scher macht und der Enthusiasmus der Freunde der Nation sache ganz ersti>t, und das in dem Augenbli>, wo wir der Hy gebung derselben mehr als jemals bedürften. Unscre Admini toren haben fih bei feinem Ereigniß gacschi>t benommen, 4 es in ihrer Macht stand, oder nichr, die auf uns lastenden { den zu beschwören, danach sragt vas Publikum nicht; aber unbeskreitbar ist, was Jedermann sicht, ist, daß der Krieg j den ‘Provinzen einen immer ernsthafteren und dr

rafter annimmt. Die Öffentliche Meinung hatte dies ausgesehen, hatte es zu wiederholten Malen vorherver!h| digt und zürnt jeßt daruber, daß man es nicht glaub wollte ; sie wird immer gebieterischer, je mehr sie einsieht, di si: mehr Divinations-Gabe hatte, als die Personen, weiche (y Staats-Ruder sizen. Seit langer Zeit schon hatte die Öffentlidi Stimme den General Mina genannt. Endlich, da das Ut schon vollkommen ausgebildet is, vertraut man ihm das Kon mando an. Schon sagt man, diese spâte Ernennung habe nu zum Zweck gehabt, den Ruf des Generals aufs Spiel zu stellen Wenn Mina glücklich i, wird man die Minister arklagen, daf sie so lange angestanden haben, ihm die Kriegführung in Vu varra anzuvertrauen. Jt er unglücklich, so wird man sie für si Mißgeschick verantwortlich machen, weil fie ihm eine Sache úby tragen, an der sle selbst schon verzweifelt hatten, Jmmer wi das Volk die Sczuld auf die Minister schieben. Jn Rey sentativ. Staaten is blendender Schimmer die Grundlage | Macht; wenn dieser Nimbus zersidrt ist, stürzt die Macht sammen. Was kann ein tüchtiger und wohlgesinnter Minis unter solhen Umständen thun? Sobald er ins Ame tritt, fi det er sich in ein Labyrinth von Anmaßungen, Ränkay Eifersüchteleien und Forderungen von Seiten alier deri gen, die irgend einen Einfluß haben, verwicfele. Mz muß mit großem Büärgermuth begabt seyn, wenn m so viel Leuten, die sich mit ihrer Stellung in der Ges

schafe brüjten, de zum Vortheil ihrer Verwandten ov

Günsilinge eine unerlaubte Gewalt über die Regierung ausl

wollen, zu widerstehen und Stillschweigen zu gebieten im Sta

seyn soll, Der Grund unseres Uebelbefindens liegt nicht in dsf

Ministern, sondern in der Demoralisation und dem Mangel s fraate ein anderer Deputirter den gerade anwesenden Finanz- j

Patriotiômus, die sich in der Gesellschaft zigen. Sehen ti nicht hochstehende Corporationen, deren Mitglieder ein ihra Range angemessenes Vermögen besizen, dur die größte Z|

dringlichkcit und Anmaßung eine Vermehrung ihrer Emolumnff} | ertroßen, ohne Rücfsiht ouf die Armuth des Staats: Schaß

das Unglück unseres Vaterlandes und die Mißbräuche ruh niht allein von den Feinden unserer Königin her; m muß fle au< im Schatten ihrer Gunst aufsuchen./

Aus Saragossa sind sehr bedenkliche Nachrichten Hier ei

| getroffen, worüber der heutige Mensagero de las Cortd

folgendermaßen berichtet: „Die Gemüther waren darüber t! bittert, daß Carnicer mit 2009 Mann fünf Leguas von d Stadt stehe, und daß ein anderer Karliten - Haufen l b Bald gab ( Auflauf und Bewegung, uad ein Wundarzt wurde an der Stil des General-Capitains E:peleta verwunder. Nun ließen die V hörden einen Börger-Gardisten ohne hinlängliche Jndicien {d nehmen und ins Gefängniß abführen. Auf diese Nachricht u

ten die beiden Bataillone aus eizenem Antriebe unter Waff}

und auf die Anfrage des General-Capitains, was sie wünscht verlangten ste die Freilassung ihres Kameraden. Nachdem i dieses erlangt, gingen sie weiter und forderten, daß eine andi! Behörde, die des dentlichen Vertrauens nicht genieße (vermu! li der General-Capitain selbst), ihr Kommando aufgeben soll: Beim Abgange des Couriers war die Stadt noch schr aufgered!, und die Milizen in Begleitung der Garnison schickten sich zuin Auszuge an, um die Kühnheit der Aufrährer zu zúchtigen.“

Portugal.

Jn einem von der Times mitgetheilten ‘Privat: Schreib

aus Lissabon vom 4, November liest man noch folgendes N here über die lesten Verhandlungen in der Porugiesischen De! putirten: Kammer: „Die Debatte über die Ausschließung Don! Miguels und seiner Detcendenten von dem Portugiesischen Thro!

und Gebiet in der Deputirten-Kammer bot bei der Gleichhe! der Ansichten Über diesen Punkt wenig von besonderem Jnteress!}

Die Deputirten überboten sich in Aeußerungen des Hasse} ( - ot Ÿ ¿f nun im Hafen vor Unker, und wird theilweise entwassnetr. Der

dar. gegen den vertriebenen Jnfanten, und die meisten suchten durch allerlei Amendements zu tem von der ligten Geseges Entwurf ihren ganz besonderen Unwillen an di" Tag zu legen. Der hierdurch noch verschärfte Gesetß-Entwurf, de

En, als man sie zu Abgeordneten gewählt habe.

J riellen Partei den Garaus machen ?‘/

Besoldung der Pfarrer betreffend, unmittelbar vorher.

Kommisston gebib i non N ili fal, melan<olifih: pn,

frellich feiner Zusäke mehr zu bedürfen scheint, wurde einstimmig f Herrn dée Sache als unbedeu:

angenommen. Die wichtige Fr g? ob die Ernennung des Her- ogs von Palmella zum Präsidenten des Minister-Conseils ohne ln Verantwort!ihkeit auferlegendes Portefeuille verfassungsmäßig ey oder nicht, wurde am 31sten v. M. den Deputirten vorgelegt. ir und wider ließen sih der Redner viele vernehmen, an jenem Abende hauptsächlich Hr. Magelhaes und der Marine - Mi- ister auf der einen und die Herren Silveira und Ribello auf der anderen Seite. Der Leßtere nannte sich elnen pers- sónlichen Freund des Herzogs, glaubte aber hier, wo es sih um eine dffentliche Angelegenheit handle, gegen ihn auf- (reten zu mússen, weil die Verfassung ausdrüklich die zu beselzen- den Minister-Stellen namhaft mache, ohne eines von thnen ver- shiedenen unverantwortlichen Conseils-Präsidenten zu erwähnen. Der Redner erzählte bei dieser Gelegenheit, als er (Ribello) und ein anderer Deputirter (vermuthlih Saldanha) vom Her- ogé angegangen worden, einen Siß im Kabinette einzunehmen, aße man ihnen Nichts davon gesagt, daß die ses verfassung- máßigen Departements sieben Ministern übergeben werden soll- (en, Der Ausgang der Debatte war um die Zeit, wo die Siz- ungen geschlossen zu werden pflegen, no< so wenig entschieden, daj die Opposition darauf antrug, die Diekussion bis auf die náhste Sibung zu vertagen; dies wurde denn auch durch eine Majo- ricát von 4 Stimmen genehmigt. Vorgestern war Festtag. Ge- stern wurde die Debatte fortgeseht; abermals Reden für und wider, und abermals um ZUhr der Antrag der Opposition, die Diskus: sion zu vertagen ; dieses Mal aber wurde er verworfen. Man dispu- tirte noch ein paar Stunden weiter. Hr. Silveira meinte, es sey ein gan fruchtloser Streit, ob die Ernennung Palmella's zu bestä tigen sey oder nit, da Niemand daran zweifle, daß das Mint- erium sich auf feinen Fall werde halten können; der Herzog und der Graf Villa Real seyen in allen Dingen den wohlthäti- \ ven Absichten ihrer Kollegen entgegen und würden si< nie mit ihnen vertragen fônnen. Endlich um 5 Uhr wurde zur Abstim-

mung geschritten. Herr Pasos fragte, ob die Herren Silva Car- j t uffi ( ( und die Syrier im Vertrauen auf Hülfe die Aegyptischen Trup-

valho und Freire sich wirklich entschließen könnten, mit zu stim-

men, da ste doh Beide wissen müßten, daß das gegen die Charte .

sey. Herr Freire antwortete, er votire nicht als Minister, son- dern als Abgeordneter der Pertugiesishen Nation, und sein Freund Carvalho eben so; sie Beide scyen {on Minister gewe-

Bei der Ab- ?immung ergaben si<h 53 Stimmen für den Herzog von PPal- nella und 42 gegen ihn. Awffallend war es dabei, daß einige Deputirte von der ministeriellen Partei gegen den Herzog und 4 Mitglieder der Opposition für ihn stimniten. Als das Resul- tat bekannt wurde, rief man auf den Zuichauer: Tribünen : „Nie- der mit den Verräthern ! wollen wir den Deputirten der ministe: Aber cs ‘blieb bei dem Geschrei, und die Ruhe der Stadt ist nicht gesidrt worden. Den beiden eben erwähnten Verhandlungen ging in der Depu- tirten: Kammer die Dieskujsion über einen Gesebß - Entwurf, die Ein De-

Bra I

e E E A SEI E CUE L E EMERE MUE Ber E

putirter scheute sich nicht, bei dieser Gelegenheit Dom Pedro . wegen der von ihm bewerkstelligten Abschaffung der Zehnten mie |

Vorwürfen zu úberhäufen; die Zehnten, meinte er, seyen im aôttlihen Recht begründet, seyen schon von den Jfraeliten und spáter von Karl dem Großen sanctionirt worden, und derglets hen shlagende Gründe mehr. JZhm antwortete Hr. Fonseca de

Sie

Magelhaes mit einer Rede, welche nicht verfehlte, bei dem Pus- |

\lifum auf den Tribúnen, für welches sle hauptsächlich bestimmt war, tiefen Eindruck zu machen. Er schilderte alle die Nachtheile und Unannehmlichkeiten, welche die Abgabe der arbeitenden (asse mit si< führe; allerdings stamme sie aus Karis des Großen Zeiten her; aber damals seyen

elben zu dreierlei verwendet worden: Unte halte

zum

Armen. Wozu dagegen in den späteren Jahrhunderten jene

Einkünfte verwendecr worden seyen, wisse man zur Genüge. | zi ! 1 i Haupesiadt des Reichs seyn soll.

} Was die Begründung im göttlichen Recht betrisse‘“/, fuhr er fort, „so is das vollends ein Unsinn. sollen wir übrigens nicht nur Zehnten zahlen, sondern auch Frei- tags und Sonnabends uns der Fleischspeise enthalten. Dennoch hat ein ganzes benachbartes Land (Spanien) durch glückliche Lei- tung gewisser finanzieller Umtriebe in Rom für immer Dispen- sation von diejer leßteren Pflicht erhalten. Kann man aber in dem einen Punkte dem göttlichen Rechte Abbruch thun, so kann man es auch im anderen, und brauchen wir dazu nicht erst Geld

na< Rom zu schicken.‘

Minister : ob auch Geld da seyn werde, die Pfarrer zu salariren, wenn man ihnen ein Gehait bewillige? Hr. Silva Carvalho antwortete: es seyen jeßt allerdings noch hinlängliche Mitrttel vor- handen; ein Anderes aber werde es in der Zukunft seyn, denn das von ihm in den nächsten Tagen vorzulegende Budget weise ein großes Defizit nach; nichtsdestoweniger nehme Jer keinen Anstand, der Kammer zu versichern, daß er ohne neue Anleihen auskommen könne und werde, nenn gewisse von ihm beabsichti zte Maßregeln die Billigung der Legislatur finden soll- ten Diese Erklärung machte, wie sich leiht denken läßt, tiefe Sensation. Jundessen ist das Budget noch immer nicht vorgelegt worden. Man schreibt diese Berzdaerung abermals dem antiliberalen Treiben Palmella's und Villa Real’s zu, welche Alles anwenden sollen, um die Absichten Carvalho’s und Freis re's zu vereiteln. Das Publikum geht no< weiter und beschul- digt diese beiden Herren sogar, mit dem halb ge@ürzren Spani- hen Ministerium Martinez de la Rosa in geheimer Verbin- | dung zu stehen. Eine angejehene Person am hiesigen Hofe, heißt es (doch nicht der Spanische Gesandte "Perez de (Lastco), spiele den ) Unterhändler und übermache dem Minister-Präsidenten die Weisun- gen von Madrid. Die Finanz-Kommijsion der Deputirten-Kain- mer hat darauf angetragen, der Kaiserin Wittwe einen Pallask | zur Residenz einzuräumen und 49 Contos Reis, so wie igrer

Tochter, der Prinzessin Amalia, bis sie älter wird und mehr ges braucht, ein Gehalt von 400 Millreis (100 Psd.) monatlich zu be- |

willigen. (Man vergleice hiermit das gestrige Schreiben aus

) der Morning:Chronicie, wo diese Summe viel hdher angegeben

war.) Von der jungen Königin etwas ungnädig, von der Kai- serin dagegen sehr freundlich entlassen und mit einem Ring von Don Pedro's Haaren beschenkt, geht Admiral Napier heute end- lh nah England ab. (Seine Ankunfec in London is bereits im | vorgestrigen Blatte der Staats-Zeitung gemeldet.) Seine Pen- | sion, die so viel Streit und bdses Blut erregt hat, soll jekt de- | fiaitiv auf 600 Pfand jährlich festgeset worden scyn.““

TU t kel; Konstantinopel, 21. Oft. (Allg. Ztg.) Die Flotte liegt Sultan soll no< immer über den Verlust seines Schwertes un-

| Der Reis: Efendi, ein aufge- | flárter, von Aberglauben freier Mann, bemüht sich, seinem

Nach göttlichem Recht ' j " tirten-Kammer bes<loß, daß der Senat keinen Theil | Die ganze Maßregel | Amti.

Im ferneren Verlauf der Debatte

die Einkünfte der- | der ||

Geistlichen, zum Bau der Kirchen und zur Unterstüßung der | : L fol zum Hauptort dieter Provinz Und zum Siß der Provin-

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vatzuftellen, und wîe es wirks- lich der Fall ist, die Schuld vem Riemer beizumessen, der tas Degengeháng nachlässig gearbeitet, und fúr das zu tragende Gewicht zu schwach gemacht habe; denn es i| in dem Augen- blik zerrissen, wo der Sultan mit einiger Anstrengung den re<h- ten Fuß an Bord des Admiral-Schisses geseßt hatte. Ein solcher Zufall sheint uns Europäern geringfügig, und nur insofern der Beachtung werth, als mit dem Verluste eines leblosen Gegens standes geschichtliche Erinnerungen zerstört werden. Hier ist es aber anders, und es scheint unleugdbar, daß seit dem Augenblick, wo das Schwert in den Abgrund versank, und der Sultan die Fiotte verließ, eine völlige Umwandlung in der Politik der Pforte eingetreten, und alle Kriegslust verschwunden ist. Nach dem zu urtheilen, was seit zehn Tagen im auswärtigen Depar-

tement vorgeht, will man wirklich einlenken, und jedes Zer- |

ganz uner- | ten wie srüher von der hiesigen Bürgerschaft wiederhergestellt.

würfaiß mit Mehmed Ali vermeiden. Es múßten wartete Ereignisse eintreten, oder Reschid Pascha richt zeitig genug mit den jeßt vorherrschenden Gesinnungen bekannt ge- macht worden seyn, und insofern na<h den früher erhaltenen

Instructionen gehandelt haben, um besorgen zu lassen, daß der j d ì | Krieger das fcühe Grab fand,

Friede noch aesiôrt werden fônne, wenn ni<t von Aegpyptischer Seite angrifféweise vorgegangen wird. unmöglich , daß, in Folge der vor drei Wechen an Reschid Pa- scha ergangenen Befehle, er die Umsände benußt, und eine feind- lihe Stellung gegen Jbrahßiin Pasa angenommen hätte. Man spricht sogar seit gesiern von Bewegungen, die bei der Armee des Seraskiers stattgefunden hätten, indem sie sih der Gränze Syriens unter dem Vorwande genähert, den Schleichhandel zu verhindern, und den Streifzügen der Kurdischen Horden ein Ende zu machen. Indessen ijt diesen Angaben keinesweges zu

i trauen; in der leßten Zeit sind so viele widersprechende Gerüchte

umlaufend gewesen, daß es unmöglich i, das Wahre von dem Halbwahren und Unmwahren zu unterscheiden. Solite Reschid Pascha vorgerückt seyn, so wúrde es wahrscheinli<h, daß der schon lanae in Syrien organisirte Aufstand ausgebrochen wäre,

pen angegriffen hätten. Ob es dann fiug, ob es möglich seyn würde, sie ihrem Schicfsale zu überlassen, wage ich nicht, zu entscheiden. Bei dem diplomarischen Corps herrscht Übrigens we- niger Thätigkeit, als vor ein paar Wochen; man hört in den Salons von Pera allgemein die Ueberzeugung aussprechen , daß an eine Wiederaufnahme der Feindseligkciten ni<ht mehr zu den- ken sey. Thatsache i es, daß die lezten Englischen Kriegs- schiffe von Vurla nach Maita unter Segel gegangen sind, wo sie überwintern werden. Die Botschafter der drei Máchte, welche den Traktat von London wegen Griechenland unterzeich- neten, hatten kürzlich einige Konferenzen mit dem Griechischen Gesandten. Vermuthlich hat man sich über die der Pforte zu leistenden Geldzahlungen berathen; auch soll ein Handels - Ver- trag, welchen Griechenland mit der Pforte zu schließen wünscht, zur Sprache gekommen seyn. Bali en

Der Albion enthält folgendes Privat-Schreiben aus Rio Janeiro vom 28. August: „Seitdem ih das leste Mal an geschrieben, sind die Reformen von der Deputirten- Kaminer angenommen worden. Sie wurden am 2lsten d. von der Mu- nizipal-Kammer promulgirt, von der Bevölkerung der Hauptstadt aber übel aufzenommen. Es frage sich nun, welche Aufnahme sle in den Provinzen finden werden. Am Abend fand Erleuch- tung statt, und gegen 10 Uhr durchstrich ein Haufen von Men- schen die Straßen mit dem Geschrei: „Tod den Caramurus !‘/ Im Schauspielhause soll der Nuf ercônet seyn: „Es lebe die Föôderation! Fort mit allen Ausländern !“/ Die Reformen seben unter Anderem fest, daß in den Hauptstädten der ‘Provinzen Pro- vinzial-Versammlungen einberufen werden sollen. Praia Grande

zial - Versammlung ausersehen seyn, während Rio - Janeiro die Ein noch nie vorgekommener Umstand bezeichnet die Annahme dieser Reformen: die Depu-

an der Diskussion haben solle. ì schmeckt stark nach Repuöblikznismus. Der Muth der Caramu- cus scheint dur Dom Pedro’'s Glück in Portugal wieder ein

wenig belebt, und die von einer Englischen Zeitung ausgesprochene !

Ansicht, daß Dom Pedro, so wie er Portugal erobert habe, auch Brasilien wieder erobern werde, |cheine einige Mitglieder der Deputirten - Kammer in Bestürzung versekt zu ha- ben, denn eines derseiben drang darauf, daß ein

abzuschließenden Defensiv-Traktat gegen autwärtige Anmaßungen und zur gegenseitigen Unterstüßung in der Entwickelung des Ge- deihens beider Nacionen vorgelegt werden solle. Die Kammer

ließ diejem Vorschlage keine Aufmunterung zu Theil werden. Jn | f Cstpr. Fand ° N firossh2 vos do.

der Sibung vom 23sten d. M. kam unter den vorläufig zum Druck verordneten Anträgen auch einer vor, der zum Zweck

hatte, daß es vier Jahre hindurch keinem "Portugiesen gestattet ; seyn se, sich in einem Hafen des Kaiserreichs aufzuhal- Der Senat hat dem Beschlusse der Abgeordneten, Herrn

ten. Andrada von dem Posten eines Vormundes der Katjerlichen

Familie zu entfernen, feine Zustimmung ertheilt, und man ift

zu einer neuen Wahl geschritten, die auf den Marquis v. Jtha- naem fiel. Die „„Matilda‘“/ ist vor kurzem von London hier an- gekommen. Es 11k eines der Schisfe, welche für die hiesige Re- gierung Rekruten hierher gebracht haben; seine Fahrt dauerte Über hundert Tage. Es hatte 126 Matrosen an Bord, die un- terweges eine Meuterei anjiifteren, |o daß der Capitain sich ge- nôthige sah, in Sierra Leone anzulegen, wo 52 derselben deser- tirten. Die einzige Veränderung, welche in dem Min!sterium vorgegangen , ist die Abdankung des Marine- Ministers. Am 26sten d. langte das Packetbozt „Camden“/ hicr an. Die Ge- schäste liegen sehr danieder.“

Aan

Berlin, 20. Nov. Man schreibt aus Posen unterm 17ten d. M.: „Der hiesige Gesang - Verein, dess:n awusgezeich- nete Leistungen zur Genüge bekannt sind, hatte am vorigen Frei: tag zum Andenken an die verewigte Prinzessin Eiisa Radziwill in dem sinnreih geshinú>ten, mit dem Bildniß der hohen Ver- hlichenen verzierten Saale des hiesigen Schlosses eine Trauer- Muñsßik veranstaltet, zu der ein zahlreiches Auditorium eingeladen war. Die trefflich ausgefüßrien Gesangstücke waren: Arte mit Chor aus „David‘/, von B, Klein; das Requiem von Mo- zart, und Chor aus „Faust“, komponirt von dem Vater der ver- ewigten Prinzessin, dem ¿hr vorangegangenen Fürsten Anton Radziwill. Die innige Liebe und Verehrung, welche die liebens- würdige Fürstin hier bei Jung und Alt genoß, spra si bei dieser Gelegenheit auf das lebhafteste aus, denn bei Keinem der Anwesenden fehlten die äußern Zeichen der Traucr um die \o

Treilich wdre es nicht |

Ent- | ' wurf zu einem zwischen Brasilien und den Vereinigten Staaten

| Danz, do. in Th.|

frúß Daßingeschledene, deren Andenken în dem Herzen Allet, die sie kannten, unaustilghar fortleben wird.‘

Aus Stromberg im Kreise Kreuznach des Regierungs- Bezirks Koblenz geht uns unterm 14. d. M. folgende Mit- theilung zu: „Heute feierte unsere Stadt den Jahrestag der beglü>enden Anwesenheit Sr. Königl. Hoheit unsers verehrten Kronprinzen. Jm vorigen Jahre glaubten unsere Bürger, den Freudentag besonders dadurch autzeichnen zu können, daß sie das zerstörte Denkmal wieder herstellten, welches dem am 20. März 1793 auf den Ruinen des Gollenfels rühmlih gefallenen Licu- tenant J. G. von Gauvain gesekzt ward. Seine Freunde ehr- ten damals sein Andenken dur ein Denkmal, welches die Fran- zosen im Herbste 1796 auf ihrem bekannten Rükzuge zerstörten. Heute vor einem Jahre ward nun dieses Monument durch die Errichtung eines vierseitigen Obelisken mit dxnselben Jnschrif-

Se. Königl. Hoheit der Kronprinz geruhten am 14. November v. J. die Bitte, bei der neuenAufstellung gegenwärtig zu seyn,

| huldvoll zu gewähren, und begaben sich zu diesem Bchufe Über

die Ruinen der alten Burg an die nahe Stelle, wo der junge Posaunenschall und der durch die tiefen Thäler weit hinrollende Donner der Böller bezeichne- ten die Ankunft Sr. Kdnigl. Hoheit, und unter dem ununicr- brochenen Jubel: Rvf des Volkes legten Höchstdieselben den Mörtel in die Einsenkung des Fuß- Gestelles, in welche sofoit der Obelisk sich niederließ. Se. Kdnigl. Hoheit genehmigten damals, daß in der Jnschrift der vierten Seite (der Obveliek hatte früher nur drei Sciten mit eben so viel Jnschriften) Höchst- ihrer Gegenwart Erwähnung geschehe; nachdem nun diese lebte Anschrife jüngst vollendet worden, ward heute der Jahreëtag je- ner Feier festlih begangen. Die Geistlichkeit und die städtische Behörde fanden sich um dieselbe Stunde, wie im vorigen Jahre, bei dem Denkmale ein, und der Pfarrer Pollih sprach einige eben so herzlihe als angemessene Worte, die der zahlreich ver- sammelten Menge die vorjährige beglúkende Gegenwarr des N Königesohnes recht lebhafr ins Gedächtniß zu- rückrief.““

Nach den eingegangenen Nachrichten i| die Wintersaat im Regierungs-Bezirk Posen fast überall völlig bestelit und ihr Zustand zur Zeit höchst ersreulih. Die Kartoffel-Aerndte ist da- gegen durhweg schlecht ausgefallen und die gewonnene Frucht als Nahrungsmittel weder gut no< gesund. Bei der Wichtig- Feit dieser Fruche fâr die niedere Volkéklasse ist der diesjährige geringe Ertrag derselben um so mehr Besorgniß erregend, als auch die Buchweizen- und Kohl-Aerndte nur eine karge Ausbeute geliefert har. Dazu kommt noch, daß es zweifelhaft is, ob die diesjáhriaen Kartoffeln sich den Winter hindurch halten werden. Jm Reg. Bez. Bromberg herrschen, wie im Posenschen, Fieber und Ruhren. Letutere Krankheit will man ebenfalls dem Genusse von schlecht gerathenen und nicht zur Reife gekommenen Kartoffeln zuschreiben. Die große Sterblichkeit unter dem Federvich dauert in diesem Regierungs-Bezirk no< immer fort, und besonders auffallend scheint cs, daß man auch ein bedeuten- des Sterben unter den Fischen in der Nee wahrgenommen hat Der Wiederaufbau der abgebrannten Städte Schneide- múhl und Uscz schreitet rasch vor. Unter die hülfsbedürftiasten Abgebrannten zu Uscz haben Se. Majesiät der König ein Gna- dengeschenk von 600 Rthlrn. huldreichst vertheilen lassen. Der Graf Franz von Czapski zu Bromberg hat \si<h um das Gedeihen des dortigen Sina ur Erziehung verwaister und verwahrloster Kinder ein großes Verdienst erworben, indem er zur besseren Verpflegung der Verwaisten eine Stiftung errichtet hat, wovon die Einkünfte mindestens 180 Nehlr. jährli betra- gen. Die Tuchmacher des Bromberger Regierungs - Bezirks haben im vorigen Monate über 1000 Stk Tuche angefertigt; leider aber sind diese nur zum Theil abgeseßt worden; dagegen haben die Tuchmacher aus Schdnlanke auf der leßten Leipziger Messe 300 Stücke Tuch ohne Farbe und Appretur verkauft.

Berliner Bôrse. Den 20. November 1834.

Fonds. uud Geld-Uours-Zettel. (Preufs. Cour.) 0 Artref\fse tas ireid.

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/ Antwerpen, 14 November.

pan. 55 45 35 277. Guebhard 39. Zinsl, 14!

do. Coup. 25. Neap. 89 Belg. 99 Vesterr. —. Hamburg, 18. November.

Engl. Russ. 1024. Hope in Cert. 973, Preuss. Pröm.-Scheins

119. Polo. 135. Schatz Üblig. —,

Caortss 492. Vras. 7€12,

Kdöniglihe Schauspiele. Freitag, 21, Nov. Jm Opernhause: Auf Befehl: Dies Stumme von Portici, große Oper in 5 Abth., mit Baller. Mut von Nl pie Vera - : u dieser Vorstellung sind nur no< Billets zurq Payrvter:- à 20 Sgr. und zum Amphitheater à 10 Sgr. im ce faufs-Búüreau zu haben.