1834 / 335 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

„_ Der Marquis von Lansdowne besuchte gestern den Lord Auland in Admiralitäts-Amte. Lord John Russell hat London

verlassen, und [h na< Devonshire begeben.

Lord Russeil und Oberst-Lieutenant Fox haben den Wählern von Tavista>k angezeigt, daß sie im Fall einer Auftôsung des Parlainents wieder als Kandidaten fr die Vertretung dieses Flockens auftreten wollen Auch Sir F. Knotles, ein Uttra- Liberaler, soil sich dazu gemeldet haben. Für Barth will, wenn das Parlament aufe{dï werden soüte, Herr Henby W. Hor-

House als Kandidat aufcreten.

Die heutige Times enthäl(: Folgendes in Bezua auf die Bildung des neuen Ministeriums: „Noch ift Alles 11 SISDCHSO und wird wahrscheinlich auch no< mehrere Tage fo bleiben, bis Str Robert ‘Peel ankömmt, den eine unserer Zeitungen schon in Neapel angelangt seyn läße. Es if feine Frage, daz ein solcher Aufschub in den Staatsgeschäften große Verlegenheit und Ver- wirrung herbeiführen taan, so unvertmneidli< dies aus seyn mag. Zugleich läßt man es si sehr angelegen seyn, das Gerücht zu verbreiten, daß der Baronet, wenn er erst angekommen seyn und

Zeit gehabt haben würde, sich ein wenig umzuschauen, die ihm angebo

¿ene Ehre ohne Umstände ablehnen werde. Als Autorität für dies Gerücht wrd ein alter Freund Sir Robert Peels in Stafford- lire angeführt, deres von einem Verwandten des sehr ehrenwerthen *Daronets gehört haben soll. Ob Sir Robert, der immer für einen sehr verschlossenen und vorsichtigen Mann galt, feine ge- heimen Absichten, besonders wenn es so wichtige Angelegenheiten betrifft, Leuten mittheilen möchte, von denen er wüßte, daß sie dieselben veröffentlichen könnten, sjobald er den Rücken gelehrt hátte, das möchten wir noch dahingestellt seyn lassen. Jndeß unter den tausenderlei Gerüchten, die man jebt aussprengt, be- findet sich auch dieses. Wir zweifeln aber sehr daran, daß der seßr

ehrenwerthe Baronet sich jo etwas vorgenommen haben sollte. In der Kraft seines Mannes - Alters, mit großer Vorliebe für die Politik, mit Sitten und Gewohnhe:tin ausgeñattet, die dur< lange parlamentarische Thätigkeit und durch lange ämtéführung in ihm sich bildeten, mit einer starken und energi- schen Partei in seinem Rücken, wird ein Staats: Mann, wie Sir Rodert Peel, gewiß nicht aus bloßer Apathie scinem Beruf entsagen und cinem ihm auf so ehrenvolle Weise angebotenen ‘Posten auêweichen. Wir können also zivar nicht behaupten, daß Sir Robert Peel an der beabsichtigten Verwaltung Theil nehmen werde, aber wir müssen doch auf die große Unwahr- icheinlichteit der Gründe hinweisen, aus denen Andere das Ge- gentheil herleiten wollen.“/ Obgleich die Times bei ihrer Behauptung beharrt, daß Lord Melbourne dem Könige durchaus kein Bedenken über die _ Möglichkeit der Fortdaucr leines Kabinets zu erkennen gegeben Habe, so sucht sie do die Aufldsung des Melbourne’\hen nisteriums von Seiten des Königs, wo nicht zu rechtfertigen, so doch begreiflich zu machen, indem sle die Unmöglichkeit, die Stelle des Lord Althorp, als ministeriellen Wortführers im Unterhause, dur< ein anderes Mitglied jenes Kabinets zu erseßen, in fol- gender Weise darlegt: „Geseßt, Lord John Nuss)el wäre Sr. Majestät zu diesem Posten empfohlen worden, so frazen wir, ob man nicht zu besorgen gehabt hâtite, daß die von ihm in Bezug auf die Dissenters und auf die de- finitive Verfügung über das Jrländische Kirchengut eingegan- genen Verbindlichkeiten ihm die Nothwendigkeit auferlegt hätten, Maßregeln von so kühner Art einzubringen und durchzuseßzen, daß andere Minister, z. B. Lord Landsdowne und Herr Spring Rice hâtten resigniren müssen. Was Herrn Abercrombie be- trifft, so wäre die Sache ganz diesclbe gewesen, wie mit Lord Russell. Wäre endlich Hcrr Spring Rice. zu jenem Posten vor- geschlagen worden, so möchte zwar dieser /hochgechrte- Herr sich nicht mit so gefährlichen Maßregeln befaßt ha- ben, allein die radikale Whig - Opposition Hätte es thun müssen, und in diesem Falle würden, wie wir fürchten, necht weniger als vier Miniter sich genöthigt gesehen haben, gegen ihre Koltegen zu stimmen und auf diese Weise ge- rade in der Hiße der Session die Aufiôsung des Kabinets her- beizufüßréen. Um diese Spaltung im Melbourne’shen Ministe- rium zu geiwvazren, brauchte man nicht dur< das Schlüsselloch zu guen; die Debatten im Unterhause am 23. Juni thaten dieselbe hinlänglich kund. Man wird si erinuern, daß Lord Lansdowne früher behauptete, ein etvaniger Ueberschuß von dein „zrtándisczen Kurchen-Fouds inüsse ausschliëßiich zu protestantischen Zwecken verwendet werden. Wir können au<h nachweisen, dag Lord Brougham aufs entschiedenste dieser Anficht beiltinmte. Dies war also das Glaubens, Bekenniniß des einen äußersten Endes des Ptetbourne’ sen Kabineis. Das andere nahm Lord John Russel cin, der jo weit ging, zu erklären, er habe nichts dagegen einzuwenden, das cin Thril der protesiantiscen Kirchen-Einkunfte zu Zwecken dec religiósen und sitilichen Volks-Bildung, woran sowohl Katholi- fen als Protestanten Theil tiehmen könnten, benußt wurde. Zw chen diejen Leiden Exiremen standen die Minister zum Theil ven einen, zum Theil dem anderen näher, und Lord Althorp meinte, es würde nicht angemessen seyn, Einiges von dem Ueber- schuß zu katholischen Zwecken anzuwenden, - wiewohl er nit ein- sche, mit wel@en Gründen man es bestreiten könnte, daß das . Parlament berechtigt sep, jenen Ueberschuß überzaupt zur Bils “_danz des Volks iv der Deiigion und Moral anzuweisen. Dies schien deun ziemlich deutlich die Kacholifen von allem Antheil auszu- schliezen, Lord John Nussell hingegen hielt di selben iazu bevechtizt, Hr. Spring Dice meinte, der Ueber|<uß musse zu Zwecken verivatnidt werden, die mit der ursprüngiichen Bestimmung der pretestanti- ichen Kirche in U?tvereintimmung ständen; welche Zweeke dies f yen, wolite er nit angeben; sicherlih war er aber ni<t ver .Deeinung, daß Schulen fär die Katholiken errichtet werden foil: ten. Herr Sbice äußerte sich unen!schiceden, doc schien cs, ais {chldije er sich den Ansichten Lord John Kussel's an. So vicl 41 Detress des angeblichen Einklangs, der nah dem Aus\teidea ves hohfir<li<hen Theils des Grep’schen Ministeriums unter den vortaen Ministern geherrscht haben soll.‘ Die Tiraes beginnt je6t auch, gegen den Grafen von Dur- _ ham zu polemisiren, den sie si bekanntl.<h früher zu ihrem Gänst. ling auseréohren hacte; so macht sie unter Anderem über ‘seine lebte in Newcasile gehaltene Rede (\. Nr. 332 der Siaats-Zei- tung) folgende Bemerkungen: „Es thur uns l id, zu jazen, daß der ic6te Theil dieser Rede einen auffallenden Beweis bavon giebt, wie sehr das Urtheil des edlen Grafen durch Leiden‘chafc gctrúbt worden ist, Denn warum bezeichnet er sonst den doch möglichen Uebergang vom Schlimmen zum Guten als widerwär- tg und entehrend? Meint er etwa, die Nation sey dermaßen in der Sklaverei des Factionsgeistes befangen, daß sie sih wei- orn würde, von einem Minister eine wohlthätige Maßregel an- ¿inchmen, weil derselbe kein Whig wäre? Solch? ungeceimtes Zug ist des klaren Verstandes eines Lord Durham unwürdigz :e3 ist bloß das sinnverwirrende Gewäsch eines blinden Partei- “Nenschen. Wir weisen im Natnen des Volks dergleichen abge-

Der erste Redner , welcher in der (v . zu Edinbur gehaltenen Volfs-Versa

orgestern erwähnten) am g unter dem Vorsis des Lord-Profoß mmlung auftrat, war Sir T. fonte nicht umhin, zu erkláren, daß ihn die neueren Je so verwirrt und erfigunt hätten, daß er ( doch deshalb um Nachsicht bitten iche der Begebenheit mache es ¿hm einigermaßen zu sammeln. Ein Redner fort, hade alle Klassen der Tories selbst nicht

: , obgleich ge- wohnt, öffentlich zu reden,

msse, denn das Außerordenil( schwer, seine Gedanken auch nur ähnlices Erstaunen, fuhr der Bevölkerung ergrissen, ja die besonneneren ausgenommen, weiche niht zmhin fonnten, die Katastrophe mit dem bekannten terminus technicus der neueren Politik als „un- gelegen“ (unloward) zu bezeichnen. Der Redner {loß mit dem Antcage auf Annahine der ei: sten der in Verschlag gebrachten hast im Allgemeinen Bedauern úber die g- Minister und Mißtrauen in den Herzog den folgenden Rednern zeichneten sich durh heftige Vorträge einige Radikalen aus, ! die eine größere Ausdehnung des Wahlrechts als Punkt bezeichneten, zu dessen Durchsegunz sich alle Fractioñen der liberalen Partei verbinden müßten, und welche daher eine Bestimmung diescs Jnhalts in die Resolutionen mit auf die Majorität der Versammlung, aus | Aeußerung wve>mäßig "nd begnügte den König, in

Resolutionen, deren Entlassung der Whi Wellinaton ausdrückce.

deñjenigen

Whigs bestehend, dieser Gelegenheit nicht z der Annahme des Entwurfes einer Adresse an welcher derselbe dringend gebeten wird, den Herzog von Wellin:- ton von seinen Rathgebern auszusc;ließen und zu denselben nur Judividuen zu erwählen, welche den Willen hegten, alle Miÿ- Dem Beispiele Edinburgs sind bereits wo an éinem Taze drei Versammlungen zu Gun- sten der Reforin gehalten wurden, Dundee, Leith, Kirkaldy und mehrere andere Orte Schottlands | cin entschiedenerer Sinn zeigte und der siebenjährigen Parlamente, nach und nach geheimer Abstimmung ionen und Adressen einverleibt

bráuche abzuschaffen. Glasgow,

gefolgt, in denen sl jedo mei Wunsch nah Abschaffung der dem Wahlrecht aller Besteuetten ausgesprochen und den Resolut

Der in der Stadt Macclesfield erscheinende Courier sagt: „Einige Loutoner Blätter haben allerhand Muthmaßun- gez darüber aufgestelit, wie die Nachricht von dem Mi in den Manufaktur - Bezirken aufgenommen werden würde, und eines derselben äußerte sogar, daß man dem Resuls tat mit ängstlicher Spannung entgegensehe. L unsere ängstlichen Kollegen, ganz ruhig zu sere Stadt und die Umgegend anbetrifft, so in Diebstahl oder ein Selbstmord,

Wir ersuchen aber pn, denn was un- hat manches lokale hier weit größe- Staats Begebenheit. ‘/

Schuldklage gegen den die Vornamen

Ereigniß, e res Aufsehen erregt, ais jene schre>liche

Ein hiesiger Gerichtshof hatte eine Herzoz von Cadaval abgewiesen, weil der Kläger dieses Portugiesischen Großen nicht genau anzugeben wußte und so war es dem Herzoge, nachdem er 500 Pfund abbezahlc hatte, gestattet worden, aus England abzureisen. wteder hier befindet und Gefahr im Ger:cht nunmehr die Kla Iu diescn Tagen wurde hier eine Wette vor Gericht sehr érupulôs entschieden; es hatte nämlich ein hiesiger reicher Edel- Jahren mit einem anderen Herrn um 1000 Pfd. gevettzt, daß die Whigs nicht 4 Jahre am Ruder bleiben wür- den. Diese Wette glaubte er nun in der That gewonnen zu haben, indem er sich darauf berief, daß das Wellingtonsche Mi- nisterium in der Sibung des Unterhauses vom 15. November 1830 gestürzt wordei: sey, und daß das Melbourne'’sche „rium am 14. November 1834 Mittags um 12 Uhr seine Ent: Die Schiedsrichter fällen aber ein an- deres Urtheil. Sie eiklärten, es habe die Abstimmung Über die Civil-Liste im Unterhause, in Folge deren der Herzog von Wel- | lington abdankie, erst am 16. November 1830 früh Morgens frattzefunden; die Resignation des Melbourne? schen Ministeriums aber sey, da der Kdnig in Brighton gewesen, ers am 17. No- vemder d. J. durch Ueberlieferung der Amtssiegel erfolgt; mit- hin hâtten die Whigs 4 Jahre und eine der adlihe Herr habe seine Wette verloren. i Mic dem Schooner „,Pike‘/ sind Nachrichten aus Lissa- bon vom 8. Nov. hier eingegangen , Ausland weuig Jateresse haben , Finanz- Zustand beziehen. genannte Schiff hate, iw den Ostivinde

Da er sich jeßt abec Verzuge ist, so hat jenes ge angenommen.

mann vor 4

lassung erhaiten habe.

n Tag regiert, und

die im Ganzen fúr das da fie sich meist auf Portugals (Vergl. den Artikel Portugal.) Das egen der seit einiger Zeit vorherrschen- , tine sehr- schwierige Fahrt zu bestehen, und nur der auperordentlichen Geschicklichkeit des Comm nant Brofing, {reibt man es zu, hier angekommen ist. 5

__ Der Schooner „Esperança“’, welcher, der Seeräuberei be- s{uldigt, von dem Königlichen Schiffe „Curiew ‘/ nach mouth aufgebracht worden war, soll jelzt gierung ausgeliefert werden. 2 S

Lissabon bringen.

Berichte aus Bogota vom 5. August d. J. schildern den

andeurs, Lieute- daß dasselbe no< so zeitig

der Portugiesischen Ne- Lieutenant Richards wird ihn uach

nen gütigen Vater mit Freudenthränen und lautem willfommte, begab sich der Monarch nach der Citadelle

ser in Begleitung des Feldmarschalls Fürsten von Warschau a

einem Besuch und begab sich sodann in den Palast Die hochbeglückten Einwohner Warschau's umringten den gen, in welchem der -erlau<hte Monarch ohne alle Bedecfun frei umherfuhr, und erfüllten die Lufc mit ihrem Freudenty Im Belvedere geruhten Se. Majestät, die Generalität, d, Russischen Bischof, so wie die karholischen Bischöfe und »" Mitglieder des Administrations: und Staats-Raths zu mpf gen, und reisten dann Abends um 8 Uhr úber Praga nach M Neu-Georgien- Festung (Modlin) ab. Die ganze Stadt war q Abend erleuchtet.‘ ; L

=

Dee ano

Cöôthen, 29. Nov. Der Herzogliche Negierungs-Prä von Renthe feierte am 2isten d. M. sein funfzigiähriges Dies Jubiläum, „das sowoh{ Sr. Durchlauche dem Herzoge, als der hiesigen Bürgerschaft, Gelocenheit gab, dem geachteten Juhe greise die innigste Theilnaßae zu bezeugen. /

Stuttgart, 27. Nov. Se. Hoheit der Herzo Ale der von Württemberg ist zum Besu bei At i Majes hier eingetroffen.

Hiesigen Blättern zufolge, hat der Kdnigl. Gehei Rath den stän“ischen Ausschuß aufgefordert, die vos E geordneten - Kammer ernannte Kommisiion zur Vorbereitung d Verwaltungs - Gesehe zusammen za berufen Es heißt, daß di Kammern au 1. März 1835 wieder zusammentreten würden,

Karlsruhe, 27. Nov. Das Großherzogliche Staats- uy Regierungsblatt enthält eine Verordnung über die Vot nahine einer auperordentiihen Volkszählung, nebst dem Formu lar. Es heißt darin: „Jn Erwägung, daß in den zum große

den nähsfolgenden Jahren den Ertrag der gemeinschaftli Zoll-Einkünfte vertheilen zu können; in fernerer Éewählnz, es falls das Großherzogthum dem Zollvereine beitreten würk nothwendig ist, den auf dieselbe Zeit Und nach den nämlicq Grundfägen erhobenen Stand der Bevd.kerung zu kennen, wi im Einverständniß mit Großherzoglichem Ministerium des R nern und nach vôrdersamst eingeholter hôchster Ermächtigung Sr, Königlichen Hoheit des Großherzogs vom heutigen verordnet, wie folgt: $. 1. Jm Laufe des nächstfolgenden Monats Dezem ber ist im Großherzogthum eine außerordentliche Volkszählung vorzunehmen 2c, j

Da im stadt, 23. Nov. Das heute erschienene Regierungs Blatt enthält die Bekanntmachung des Großherzogl. Ministeriums der Finanzen, daß, da die mit den Ständen des Großherzoy- thums durch die Prorogation des Finanz- Geseßes vom 29. Of: tober 1830 vereinbarte Steuer-Bewilligung mit dem Z1, Dezeme ber laufenden Jahrs ihr Ende erreiht, und ein neues Finan Geseb bis hierher no< nicht zu Stande gebracht werden konnte,

sungé-Urkunde, gnädigst zu verordnen geruht haben, die sämmt

bestehenden, von den Ständen bis zum 1. Januar 1835 bewil staten direkten und indirekten Steuern, so wie solche durch dit vorliegenden Gesege und Verordnungen, insbesondere durch di: Verordnung vom 18. Sept. d. J. festgeseßt sind, in den ersten se<s Monaten des Jahres 1335 fortzuerheben, nebst den nähe ren Bestimmungen hierüber.

während zum Weichen. Es kamen von außen feine bedeutende Cours

e

für den Monat fiel diesmal auf den 27. Nov. und gab befriedi

in dem Cours der Oesterreichischen und Holländischen Fonds inden die Baissiers sehr darauf bedacht dat Al Flaubeit n bej edern, Jhre Bemühungen blieben inzwischen fruchtlos: die Kauflust nat 4pcocent. Metall. , Actien, 21 5 5 procent. Holländischen Obligatic: nen erneuerte sich, und während der ganzen Bdrfe blieben dies Fonds pr. compt. gesucht, namentlich ging in den Actien zu steigen den Preisen viel um, ind:m no< einige zugesagte Posten gede>t werden mußten und es an efffeftiven Stücken fehlte. Das haar (Geld war ziemlich abondant und man fonnte Prolongationen auf obengenannte Effeëten für den Zinsgenaß willig machen Die Fragt

Zustand von Neu-Granada als vollkommen ruht, aehimnen nach, sollien am 15ten de der Nichttzeilnahme von Ac der. Schulò von den Bevollmächti

| Dem Ver- i }. Mis. unter Protest wegen j il quator die Konferenzen in Betreff j änelegenheiten der vormaligen Republik Columbien

‘ceitbar verloren scheint.

erst nach dem heftigsten Wider des General Flores genomimcn müßen in den S welches ¡um Am 11lten wiederholte er den gierung, sich zu ergeben.

aber die Angreifenden Schon früher n aufgeld| worden; Chimbara:o und L

pen der Re

gen wollen.

Und dieser wird e, ohne Zweifel der von der Regie- die Rat fi: votzunehmenden zu fordern, war in

unterwerfen müssen. rung von Neu-Granada ab cation des Traktats von Pasto in Betreff der Liquidation der Columbischen Staats-Schuld Quito angekommen.

P Warschau, 28. Nov.

gesandt worden war, um

Die hiesigen Zeitungen m-[-

shinaréro Bohnuntinarn uh 44

„Gestern, den 27iten d., aeaen Mittoa wurde Warschau

nach Spanischen Papieren hdrt fast ganz auf; nur kleine Posten wa-

im Laufe des ganzen Monats November nicht ansehnlich, jedo (n Ganzeti für die Spekulanten aufs Steigen nachtheilig. “Die O cent. Metalliques standen Anfangs des Monats 10077 und het de!

gten Neu - Granada's und Venezuela's er- | Liquidation nur 99#/ die 4procent. Metall. 913, fekt 912; Acticn fi

Der Bürgerkrieg in Lequator ist no< keines- ves vecndet, wenn gleich bie Sacwe des General Flores, derx sich nur no in dem Becsis der Stadt Guayaquil befindet, un- Der Zustand dicser Sttadt soll der trau- rigste seyn, denn seit dem 8. Juni waren nicht iveniger als $!:0) Menschen in derselben Opfer des Kriegs und der Seuchen ge- worden. Die Haupistade Quito war von dem Oberst Guercro ¡and von Seitcn der Anhänger Nach einizen Schar- nüs traßen während des Zten, 4ien und bten Zuli kam es am 7cen zu einem regelmäkigen Gefecht, Vortheil von Guerero endete. Anzriff und ¿wang die Trup Sie hatten eine Capitulation verlangt, hatten ihnen nux das Leben verbr ivar die Regierung durch den Vice-Prásidente die Provinzen Quito, Jmbahura, hatten sich gegen den Hräsidenten Flores erklärt, sih jest, ohne Geld und genügende Streitkräft Der Major Acevedo,

| hingegen stiegen um 12 Fl. pr. Stú>k. Jn den Holländischen Pa

pieren war die Differenz kaum 1 pCt. Polnische und Preußische Loose waren am Schlusse des Monats citós eint Qualer t Cen gestiegen. Jm Wechselhandel i| es fortdauernd fill; die meisten Devisen sind, aus Matigel an Nehmern, im Sinken. Der Diskonto schwankt zwischen 4 und 43 pCt. Nachschrift. Heute sind die aben Vei Tinte und A EnoiGen Fonds gewt<e!; | m am, Paris und Wien ungünstige ® -Nach- richten eingetroffen waren. 1 NNDAn ge Seite B

Desterreic.

Ungarische Blätter schreiben: Zu Dorogh, in der Näht von Gran, hat si< auf unbekannte Weise unweit der ñach Grat führenden Brücke der Boden entzündet. Man sieht ni<t nur Rauch, sondern bemerkt auch im Finstern Flammen, wenn mat mit einen Stock in den Boden siôögt. Das Komitat beorderte cine Deputation zur Untersuchung und befahl au<, um jene brennende Stelle einen breit:n und tiefen Graben zu ziehet, damit der Brand st< nicht weiter verbreite. Der Boden ent hált unstreitig viel Torf, vielleicht auch Steinkohlen - Adern da in dem nahen Tokod eine reiche Steinkohlengrube ist, Aud der Monat Oktober war leider in unserem Vaterlande reich al Feuersbrünsten.

S<{<weis

__ Bern, 24. Nov. (Schweizer Blätter. ) In der heu tigen Si6ung des großen Raths machte Herr Kasthofer folgen

den Antraa. der einen fleinen Boarif nan dor

durch die längst ersehnte Ankunft Sr. Maj. des Kaisers (is ben k i [ ini G hab

/ ) mus geben kann, în welchem sih einige der Gewalthaber Königs beglückt. Allerhöchstdieselben langten im erwün „nis difa umtummeln. Der Antrag lautet: „Da durch die Wohlseyn hier an. Dicht gedrängt vom Volk umgeben, duen E her g ; < Jubel be; Eidgenossenschaft und der Republik Bern inébesondere verleßt tigte dieselbeund kehtte dann auf den Parade-Pla6 zurü, wae die hier stehenden Truppen eine Musterung abzuhalten geruhte v zu seiner vollkommenen Zufriedenheit ausfiel. Hierauf kam der Kai

dem Schloß, bechrte daselbst die Gemahlin des Statthalters tit Belvedey,

/

S =>

Deutschen Zollvercine gehörigen Staaten im Dezember dies Jahres cine Volkszählung vorgenommen wird, um hiernach 1

des Großherzogs K. H., in Folge des Ärtifels 69 der Verfas F lichen, in den drei Provinzen des Großherzogthums gegenwärti F

Ÿ den Mitgliedern des Bürger-Rathes und des Einwzehner-Rathes N und ihren Beamten unverweilt der Eid zu leisten seyn, daß sie die Verfassung für heilig halten, jedes Unternehmen der Frem- I den gegen die Unabhängigkeit des Schweizerischen Vaterlandes nah Kräften bekämpfen und die ihrer Verwaltung anvertrauten

7 Franffurt a. M., 29. Nov. Die Notirungen der Staats Effekten haben im Laufe dieser Woche nur geringe Schwankungaf erfahren. Das Geschäjt war im Ganzen unbelebt, die Tendenz fort:

Aenderungen, und dabei feblte es an Aufträgen zum Ein- oder Ver: | kauf, weshalb sih die Umsäße auf den täglichen Bedarf beschränt-|" den, um Unterhandlungen wegen Anerkennung ihrer Regierung

fen und die Speculation keine Nahrung fand. Der Abrechnungstaz i bei den verschiedenen Hôfen von Jtalien anzuknüpfen. Das gende Resultate. Vor der Börse glaubte man an feine Besserunz |# Hauptziel sciner Reise is Neap-l, wohin ihm aber bisher die

E einem Hofe empfangen will, dessen Regierung noch niht vom

l um einige Angelegenheiten der Spanischen Geistlichkeit in Ordnung zu bringen. Der Marquis Toledo, welcher früher von Don Car-

ren zu der Tages-Notirung anzubringen. Die Variationen ware

umuthungen fremder Mächte die Unabhängigkeit und Ehre der

worden ist; da ferner weder die leßte Tagsaßung noch der Vor- rt Zürich das Vaterland vor herabwürdigenden Zumuthungen und beleidigenden Maßnahmen dieser Mächte bewahrt haben ; da endlich der auf unfere gefährdete Verfassung ges{worne-CEid und die Pflicht für die Rettung der Schweiz vor fremder Unter: drúung zu sorgen uns aufruft, außerordentliche, der Gefahr angemessene Maßrezeln zu ergreifen, so trägt der Unter- | shriebene darauf an, daß der große Rath die folgenden Er- 'ijèrungen an alle Eidgenossen erlasse und die folgenden | Vorkehrungen gebiete: 1) Der gro¿e Rath erklärt die (Unabhängigkeit des Schweizerischen Vaterlandes dur< die Um- | iriebe fremder Gesandten und dur< die Drohungen fremder Mächte aefährdet. 2) Er befiehlt dem Vollziehunzsrath, alie diplomatischen Agenten fremder Mächte, welche dur Umtriebe eder Drohungen die Ehre, Sicherheit und Unabhängigkeit (6 Schweizer Volkes ferner antasien würden, aus dem Ge- Ì hiete der Republik Bern zu verweisen. 3) Er befiehlt dem Ne- | gierungs Rath, unverweilt für Anstellung eines erfahrenen, von " Schweizerischen Gesinnungen beseelten Generals zu sorgen, um } demselben das Kommando der Berner Truppen zu úbertragen Ÿ und unsere Wehr- Anstasken zu ordnen und zu vervollkomm- P nen, 4) Der Regierungs - Rath erhält Vollmacht, im Falle die dióponiblen Finanzquellen der Republik hierzu nicht hinreichen | sollten, die nôthigen Summen durch Verpfändung der Staats- Ÿ doimainen aufzunehmen. 5) Wenn ferner eidgenössische Uebungs- ) (ager auf dem Boden der Republik abgehalten werden sollten, s) wird der Regierungs - Rath dafür sorgen, daß derselbe nicht | yon Truppen betreten werde, welche die Kokarden fremder Fúür- | sien tragen, und das Berner Kontingent zurückzuziehen , wenn P das Lager in anderen Kantonen abgehalten und dieser Fall ein- Ÿ treten sollte. 6) Jn Rücksicht des Asylrechts der Schweiz be- N fiehlk der große Rathe dem Regierungs-Rathe, gemäß dem gro- N en Raths- Beschlusse und der Erklärung der Berner Gesandt- N schaft auf der Tagsaßung am 22. Juli, alle Zumuthungen frem- der Mächte, welche der Schweiz dicses heilige Recht be- streiten, von der Hand zu weisen und wo eine Fortwei- sung fremder Flüchtiger oder fremder Ansiedler überhaupt nothwendig seyn könnte, diese Fortweisung nur in Folge deutlicher Forderung unserer Geseße zu verhängen. 7) Der große Rath erklärt die bestehende Bundes - Akte für ungeeignet, die Unabhängigkeit der Eidgenossenschaft gegen das Ausland zu sichern, entstehende Zwietracht zwischen den Kantonen zu beseiti- en und den Wohlstand der Schweiz zu begründen, und da die agsakung ihre gänzliche Ohnmacht beurkundet hat, eine das Wohl und die Sicherheit der Schweiz sichernde Bundes - Akte ufzustellen, so ladet der große Rath die Eidgenossen und großen 7 Räthe sámmtlicher Kantone ein, mit Bern sich dahin zu ver- È sehen, daß Abgeordnete (deren Zahl nach dem Maßstab der Be- Î vóiferung zu bestimmen wäre) mit unbedingten Vollmachten sich | in Sempach vereinen, um dem Schweizervolke eine Bundes- | Akte zur Annahme vorzuschlagen und Abgeordnete des Volkes, wie bei dem Entwurfe der Mediations-Akte im J. 1802 zur Be- rathung derjelben beizuziehen. 8) Der große Rath erklärt, daß der Kanton Bern jederzeit, nicht nur den zu diesen Bundes-Erneue- rungen beitretenden Kantonen, sondern auch allen Eidgenossen je- ner Kantone, welche bei der je6igen Bundes-Akte verharren sollten, [die alte Bundestreue bewahren, und mit ihnen gegen jede fremde PUnterdrükung einzustehen und zu kämpfen bereit sey. 9) Da laut den gedru>ten Verschwörungs - Akten die “Reichtümer der Stadt Bern zu Anzettelung des Bürgerkrieges und zum Sturz Ï der bestehenden Gletaüng mißbraucht worden sind, so wird von

Gelder zu politishen Zwecken nie gebrauchen werden.“/ s Jtalien. A Rom, 18. Nov. (Allg. Ztg.) Der Marquis Los Lla-

#

Ï nos ist von der Königin- Regentin von Spanien abgeschi>t wor-

\ Pâsse verweigert wurden, weil man dort keinen Gesandten von

Ï Könige anerkannt ist. Der Marquis wird indessen hier verweilen,

T los zu ähnlichem Zwecke abgeschickt war, mußte hier eine geraume Zeit warten, bis man ihn in Neapel zuließ, denn auch er ver- langte als Gesandter seines Königs empfangen zu werden, wei- Ÿ hes man nicht zugestand; er reiste also am Ende als Privat- 7 Agent hin. : i h Der Graf Rudolph von Lüßow if, nah einer Abwesenheit Ï von drei Monaten, hierher auf seinen Posten als Oesterreichi: Ï scher Botschafrer bei dem heiligen Stuhle zurückgekehrt. | Der Marschall Bourmont ist hier angekoinmen und hat Ÿ dur<h Kauf von der Regierung das Fidei-Kominißgut Farnese Jan sich gebracht. ; x Beta starb hicr der Oberst Antonio Almiedes, Adjutant | von Dom Miguel während seiner Feidzüge vor Porto. : Í Der Kardinal Legat von Bologna, Spinola, hat seine Di- j mission eingereicht und is bereits hier eingetrosfen. Dieser Kar- Ï dinal, welcher si< durch eine weije Mäßigung die Achtung der ) Einwohner von Bologna erworben hat, joll feine Legateti stelle Ÿ niedergelegt haben, weil man wider seinen Rath auch dort die Centurioni einführen will. Diese Centurioni, eine Art freiwilli- ger Polizei Soldaten, welche mit Dolch und Pifiolen bewaffnet } sind, wurden vor zwei Jahren errichtet, und sind Über den Y größten Theil des Kirchenjtaats verbreitet. Sie haten das N Recht, Jeden , welcher ihnen ve:dächtig scheint, zu arretiren., Natürlich mißbrauchen diese Leute, welche hauptsächlich aus der | Unteren Volksklasse genommen werden, nicht selten die ihnen an- vereraute Gewalt aus Neben Absichten oder Privat-Rache, wel- hes dann ofc zu Klagen und noch ôster zu blutigen Händeln | Anlaß giebt. Jn den Ortschaften, wo Oesterreichische Besaßung # ift, dürfen sie dergleichen nicht wagen; diese shügen die Einwoh- Ï ner gegen jede willkürliche Gewalt. Zum Lobe dieser Truppen Ï ann man versichern , daß sie ih Überall die Liebe der Bevölke, Ï rung erworben haben, sie halcen die strengste Mannszucht, und die Offiziere zeichnen sh dur<h Bildung und feine Sitten aus, Als vor kurzem eine Abtheiung dieser Truppen eine Stadt in der Romagna verließ, um nach einer anderen verlegt zu werden,

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1363

Portugal

Lissabon, 8. Nov. Jn der Si6ung der Deputirten-Kam- mer vom áten d. legte Herr Silva Carvalho das Finanz: Bud- get für das Jahr vom 1, Juli 1834 bis zum 30. Juni 1835 vor, welches ein Defizit von 5333 Contos Reis oder 1,280,000 Pfund Sterling eraab. Der Minister bemerkte jedo<, daß aller Grund vorhanden sey, zu hoffen, es werde in kurzem eine theil: weise Zahlung der von Brasilien an Portugal schuldigen Summe eingehen und das Defizit dadur auf 2971 Contos Reis (720,006 Pfund Sterling) herabgebracht werden. Er wies überdies nicht tur auf die bereits bewirkten Ersparnisse hin, sondern ver- sicherte au<, daß man si<h in allen Departements anustren- gen werde, um die Veranschlagungen möglichst zu vermin- dern, so wie er andererseits auf eine Vermehrung der Einkünfte re<nete, die, namentli< in den Zöllen, immer sichtbarer werde. Der Minister deutete auch an, das man mit Hinsicht auf Por- tugals auswärtige Desißbungen einen Plan annehmen twolle, wodurch man die Einkünfte derselben wenigstens auf gleichen Betrag mit den Kosten zu bringen hoffe, die ihre Verwaltung verursachez er versprach sich davon eine Ersparniß von ungefähr 32,000 Pfd. Sterling für das Land. Das Kriegs, Departement soll für den Fall, daß Portugal mit dem Auslande in Frieden bleibt, eben so wie die Marine, bedeutend reduzirt werden, viel- leicht 1m ein Drittheil des je6igen Etats. Eine Unterredung zwischen Lord Howard de Walden und dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Grafen von Vilia-Real, die am legten Donnerstag, angeblich in Bezug auf die Vermählung der Königin, statthatte, soll für keinen von beiden Theilen ein befriedigendes Resultat gehabt haben. Der Admiral Napier hat am 5. d. M. Lissabon verlassen ; es wurde ihm, als er aus dem Tajo absegelte, nicht die geringste Ehrenbezeigung erwiesen, ja, es begab si<h auch nicht eine Seele hinaus, um ihn abreisen zu sehen, außer sein Secretair, der Capitain Carvalho. Eins der hiesigen Oppositions: Blätter hat ihn hart mitgenommen und ihm vorgeworfen, daß ec Migueli: stisce Offiziere in der Marine angestellt habe.

Der Oberst - Lieutenant Barreiros hat den Befehl erbalten, sich nah dem Hauptquartier des General Mina zu begeben, um

drei Baskischen Provinzen zu folgen und der Portugiesischen Re-

Kommando zusammengezogen wird.

der ganzen Mannschaft zu Grunde gegangen seyn. S Ube

Kiutahia zu begeben und dort weitere Befehle avzuwarten.““

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schaft anschloß. i

begleiteten die Einwohner das Militair bis drei Miglien, und ange no< erscholl der Ruf: Viya le truppe tedesche!

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den Operationen der Spanischen Armee in Navarra und den

gierung darüber Bericht zu erstatten. Andererseits ist der Ge- neral G. d’Aviles nach der nôrdlichen Gränze von Portugal ab- gegangen, wo eine kleine Armee von 5000 Mann unter seinem

Das Französische Kauffahrteishif} „Jeanne d’Arc““, auf ivelchem gegen 350 ihres Dienstes entlassene Französische Solda- ten sich eingeschifft hatten, um nach ihrer Heimath zurü{zukch- ren, soll in der Náhe des Cap Finisterre gescheitert und fat mit

Französishe Blätter melden aus dem Orient: „Un- geachtet der mehr oder weniger aufrichtigen Bemühungen eini- ger Europäischen Gesandten, den Krieg zu verhindern, zweifelt man in Konstantinopel an der Erhaltung des Friedens. Ein weit bestimmterer Beweis, als illusorishe Unterhandlungen, ist, day die Kriegsrüstungen mit einer Thätigkeit betrieben werden, wovon man seit langer Zeit kein Beispiel gese- ben hat. Die Pforte benust alle ihre Mittel und wendet alle ihre Hülfsquellen mit einer solchen Folgerichtigkeit und Einsicht an, wie ste selbst zu der Zeit, als das Reich in Gefahr war, un- bekannt waren. Es giebt keinen noch so kleinen Distrikt in den Europäischen und Asiatischen Provinzen des Sultans, in dem die Bairaktars nicht beschäftigt wären, die Trvuppen zusammen- zuzieben. Die Jnhaber von. Militair : Lehen, aufgefordert, hr j Kontingent zu steüen, beeilen sich so sehr wie möglich, um Reiter und Fußvolk auézurüsten. Mehrere Aga's in Rumelien und Macedonien haben Unterhandlungen mit den Epiroten und Al- banesen angeknüpft, die sie in Sold nehmen wollen. Man üúber- läßt die Bosnier und die anderen nicht unterworfenen Völker- schaften fast ganz sih selbst, um alle Truppen, die nicht zur Be- shüßung der Festungen nöthig sind, nah Klein. Asien senden zu können. Die Organisation und das Einúben der Truppen hätt gleichen Schritt mit dem Rekrutiren. Die Anordnungen für das Kriegs - Material, die große Menge von Munition und Le- bensmitteln sind für den, der die gewöhnliche Sorglosigkeit der Türken in dieser Beziehung fennt, überraschend, und zeigen, daß sie gut geleicet werden. Nach den sichersten Nachrichten soll die bis jeßt in Klein- Asien konzentrirte Macht 200,000 Mann be- tragenmit Einschluß derjenigen Truppen, welche die Pascha?s aus dem Norden und Osten bewassnet haben. Jhre Zahl vermehrt sch täglich, aber es sind nicht so viel regulaire Truppen darunter, | wie man hat wollen glauben machen. Die Zahl der auf Euro- páische Weise organisirten Bataiïlone, welhe Gewchre von gleichmäßzigem Kaliber und Bajonnette haben, Übersteigt nicht 20 | oder 22, von denen erst einige mittelmäßig mandvriren. Die sogenannte regulaire Kavallerie it ziemlich s{<le<t, und wegen der eingewurzelten Gewohnheiten der Spahis und Delis, welche den Stamm diefer Reiterei bilden und wegen ihrer Art zu rei- | ten, noci) Lar E A [O A j

at eine hinreichende Menge Geschüze und bespannter Wagen, aber | gun ( noch) in Lp! ( N geubte Kanoniere; man hat sie mit Rus. Unteroffizieren | ren, und eben 0, I L: E R versehen, was indeß zunächit au<h w?nig nügen wird. Res | eben moderne Dracht, ader ein solides, S S E ALANEN schid Pascha soll seine Bewegung begonnen und die Pforte | drei auderen Generalen den Befehl zugesandt haben, sich nach

Berlin, 2, Dez. Am 29sstten v. M. beging das Dowm- Gymnasium zu Magdeburg die Feier des 190jährigen Ge- burtstages seines im Jahre 1514 verstorbenen Rektors, des Kon- sistorial- Raths Dr. Gottfried Beneditr Funk, der st< um die Anstalt hochverdient gemacht hatte. Die beiden oberen Klassen versammelten sich zu diesem Behufe mic mehreren ehemaligen Schülern und anderen Verehrern Funks um 10 Uhr Morgens im Saale der Schule, wo nach einem Kirchenliede und cinem Festgesange der Prediger Neide zu Giebichen|jtein, einer dec frühsten no<h lebenden Schüler des Verewigten, die Gedächtniß- Rede hielt. Der Herr Geheime Staats-Minister von Klewiz, der bei der Feierlichkeit zugegen war, vertheilte sodann, nach der Bestimmung des Verwaltungs: Raths der Funkschen Stiftung, an 4 von dem Lehrer - Kollegium vorgeschlagene Obver- Primaner eben sv viel Exemplare von Funks Schriften, worauf der Herr Bischof De. Dräseke den Segen des Höchsten fúr das fernere Gedeihen der Anstalt erflehte. Ein Chor-Gesang beendigte die Feier, der sih ein Festmahl in dem Lokale der Harmonie-Gesell-

/ Königstädtisches Theater. | Minna von Barnhelm. Nicht allen Zuschauern, die dieser

Vorstellung beigewohnt haben, wird es erinnerlih gewesen seyn, daf dies Lustspiel schon vor 70 Jahren geschrieben und vor beinahe 68 Jahren auf die Berliner Bühne gekommen is (am 21. März 1767 wurde es hier zum erstenmal von der damals wandernden Ddbbelin- schen Gesellschaft aufgeführt); und manche Zuschauer dagegen mö- gen, wenn sie der Fnhalt des Stücks an das Alter desselben crin- nerte, bei si gedacht haben: „Ei, das t ja etwas Veraltetes. Fndeß hat das StÜ>k doch gewiß auch Viele noch innig erfreut, und wir wollen hoffen, daß es nicht bloß diejenigen waren, die mit Preußi- schem Sinn sich an dem JFnhalt dieses allerdings eht Preußischen Lusispiels erquickt und erhoben gefühlt haber. Bekanntlich arbeitete Lessing gleich na<h dem T7jährigen Krieg die Gedanken und Bilder dramatisch aus, die er als Secretair eines der tapfersten Streiter in diesem Kriege, des Generals Tauenzien, aus eigener Anschauung empfangen hatte; sein Schauspiel ruht demnach freilih auf einer bestimmten, abgelaufenen, aber ewig denkwürdigen Zeit. Preu- Fische ruhmbefränzte Krieger dieser großen Zeit werden uns in den beiden Haupt - Charakteren, einem Ober - Offizier und einem subal- ternen Wachtmeister vorgeführt und so charakteristisch individualisîirt, daß selbfi die mâkelnde, kleinliche und miswollende Kritik, woran es zu keiner Zeit gefehlt hat, die lebendige Wahrheit und Kraft diesec

Charakterzeichnung nichr anzutasten gewagt hat, und es ist nicht die

kleinsie Blume in ihrem Siegesfkranze, daß sie auch eine Eroberung an zwet ltebenswürdigen Sachsinnen gemacht haben, so wie es ge- wiß nicht der kleinste Zeig in dem Kranze Lessings ist, wenn er,

eben so zart empfunden als geschi>* ausgeführt, dem besiegten Sachsen die Genugthuung gewährt, daß seine Frauen durch An- muth, Geist und Herz wteder Sieger über die stolzen Preußischen Männer werden. Aber diese Basis ist es doch nicht allein, die noch gegenwärtig so vielen, von jeder Zeit unabhängigen, nur das Schbne fordernden Zuschauern dies Lustspiel erfreulih macht. Es ifi der unverwüsliche Reiz, den Lessing jeder: seiner Werke cits haucht; wenn es die Aufgabe war, ein Lusispiel zu schreiben, sah er sich mit offenem Blick in der wirklichen Welt um, so wie er bei Aufs gaben anderer Art mit seinem Geiste in die Tiefen menschlicher Erkennt- niß drang. Und dieser ausgebildete Geist spricht auch in diesem Werke, aus jeder Scene, ia aus jedem Wort. Eine so innige Herzens- funde, Welt- und Menschenkenntniß, voller und sicherer Besiß aller Schbnheiten unserer Sprache und ihrer dialogischen Kraft und Manuigfaltigkeit muß, wie wahr es auch seyn mag, daß ein Lusi- spiel, sofern es auf Zeit und Sitten ruht, immer nach Zeit und Sits ten angefrisht werden müsse, zu aller Zeit jeden rein empfängli- chen, vollends aber den gebildeten, nicht verbildeten, Zuschauer ansprechen. Die testimonia autorum haben sons immer etwas ge- golten: vielleicht finden sich auch gegenwärtig noch gute Leute, die sie gelten lassen, und darum mag es uns vergönnt seyn, Gd- t he’'s Urtheil über „Minna von Barnhelm“/, wie er es im Ver- trauen zu einem Freunde geäußert hat, anzuführen. Vorz Les- sings Verdienst, Talent und Scharfsinn, und wie er eine neue Periode begründet habe, sprach, wie Falk erzählt, Gbthe mit der größten Anerkennung. Als Exposition habe vielleicht die gatizz neue dramatische Kunst nichts so Unvergleichliches aufzus- weisen, als bie erften beiden Aufzüge von „Minna von Barnhelm“/, wo Schärfe des Verstandes und ursprünglich Deutsche Sitte mit einem raschen Gang der Handlung aufs innigste verbunden sey. Nach- her finke jedoch das Stück und vermöge kaum nah dem einmal angelegten Plan sich in solcher Höhe zu behaupten; das könne aber das Lob weder schmälern, noch solle man es deshalb zurücEnchs« men. Höchst bemerkenswerth is es, daß dies Urtheil eines \o A len und gebildeten Kunstkenners, mit dem Urtheil der fähigen und empfänglichen Zuschauer der gesammten Bühnenlaufbahn der ¿„Minna von Barnhelm// übereinstimmt ; ohne Klügelei haben fie alle, so weit die geschichtlichen Zeugnisse reichen , nicht den gleichen Ge= nuß an den Ausspinnungen des Verhältnisses der Minna zu Tell- heim in den beiden leßten Akten, aber doch immer die ungemeine Geistesfraft des Dichters empfunden. :

Wir müssen, indem wir uns nun zur mimishen Darstellung wenden, nach dem zugemessenen Raum uns darguf beschränken, was Uber die schon in diesen Blättern viel belobten Kunstjüngerinnen, die beiden Dlls. Bertha und Clara Stich, oftmals gesagt worden.

[ Wir wollen zuvdrder| dabei nachholen, daß Beide in einem Mits

und Gegenspiel, bei der Aufführung des Körnerschen „grünen

| Domino‘‘/ außer dem angebornen Talent auch son eine wahrhaft

bewundernswürdige Fertigkeit des Conversationstons und des Zus sammenspiels erwiesen haben. Dort hatte die jüngere, Clara, die sentimentale Partie, und die âltere, Bertha, die muntere; hier in ¿Minna von Barahelm‘/ war es umgekehrt; aber hier und dort bewiesen Beide in Geist und Wahrheit, was sie seyn sollten. Wir müssen demttach auch die unseres Erachtens zu voreilig ange- nommene Zumessung des passendern Talents der einen und der andern für diese und jene Rollengattung abweisen; es wird nach wie vor no< immer nicht genug beachtet, weder vom Publikum noch von der Kritik, wodurcy die Rolle selbs anzieht. Jn jedem Fall hat aber die gegenwärtige Darstellung abermals oFenbart, daß beiden Schwestern von der Natur ein Talent verliehen ist, wie sie es nicht eben häufig austheilt, aber auch eine so frúhe Bildung, wie sie vielleicht noch seltener wohlbegabten Kunstjüngerinnen zu Theil wird. Nur mit dem gewählten Kostüme kann Referent sich durchaus nicht einverstanden erflären. Man scheint fast von dem unglü>lichen Gedanfen auszugehen, daß das Aeußere der Tracht das Wesen ter bedeutenden Charaktere jener Zeit ausmache. Wie falsch! Wer denkt sich denn jeßt die Helden jener großen Zeit in dem damaligen steifen, oftmals vertraften Kleide. Die Wúrde und Schönheit if die ersie, nie abzuweisende und nie zu verießende Form. Wer mag sih den Tellheim mit einer Perü>ke denken, die ihm den Anschein eines Sechzigiährigen giebt, oder den Wachtmci- ster Werner in einem Rock, der uns an die Trddelbuden oder an das Jnvaliden- Haus erinnert. Und geseht, wir wollten nicht das hdhere, geistige Argument beachten, war denn, in historishem Be- trocht genommen, der Major am Schluß eines so bluttaen, dem Avancement so günstigen Krieges nicht noch in den dreißiger Fah-

sprechendes Soldatenkleid, und kurz, wir wollen, daß man die Nei gung und den Geschmack der Minna und Franziska zu aller Zeit begreife. Darum fordern wir auch ni<ht von Minna und Franziska die Luftballons ähnlichen Aermel der neuesten Mode, aver eben o wenig die Reifrd>e und die Ja>ken der alten; und können Übrigens diesen, hauptsächlich den beiden jungen Schwestern gewidmeten Be-

! richt nicht {liefen , ohne unsere hohe Achtung dem Herrn Devrient

für seinen Ricaut, den wahren Cheralier d'industrie, den er mit portraitmäßiger Treue, doch ohne alle Karrikatur verkdrpert, zu cr- kennen zu geben. Madame Crelinger hatte die kleine Rolle der ,- Dame in Trauer‘/ übernommen; ader Trauer hat sie nicht dem Königstädtischen Theater gebracht, sondern Lust und Leben, indem sie demselben zwei blühende Töchter zugeführt, deren angebornes Talent, Anmuth und frühe Bildung alle Vergleichung mit gewöhn lichen Anfängern verbieten; das Haus war Übervoll, wie noch ims« mer, #0 oft die beiden jungen Mädchen auftraten.

_— H

Meteorologische Beobachtung.

1834. / Morgens | Nachmitt. | Abends è Nach einmaliger 1. Dezbr: | 6 Uhr. | 2 Uor, | 10 Ubx. Beobachtung.

Luftdru>.. 332, s 4 Par.|331, 7 2 Par. |330, 2 4 ‘Par. Quellwärme 8,7 ® M.

èuftiwvärme 4 5,1 ° R.|4- 5,2 *®R.|4- 3,3 ® R]. Thauvunkt ik S R.|-+ 2Min M

Dunfisättg.| 88 vClt. 79 pCt. 82 pCt. Bodenwärme 4,2 R, Wetter. ube: halbheiter. | reanig. Ausdünst. 0,01 0 " Rè,

Wind W. W. NW. : | 2 | S IDahontdhia D Aga

4 C Fn lE-tiuirna D: