1834 / 337 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

im Advokatenstande zeihe; wenn übrigens, sgt das genannte Blatt hinzu, irgend etwas es wünschenswerth machen könnte, daz Lord Brougham vom Lord-Kanzler:-Amte zum Schaßkammer- Gericht herabstiege, so wäre es eben die Möglichkeit, daß sonst iener unbeliebteste aller Englischen Rechtsgelehrten sich dieses ‘Po- ens bemächtigen möchte. Der Courier rügt ebenfalls das Benchmen Lord Brougham's und fragt, warum der Ex-Kanzler nicht gehandelt habe, wie Sir James Graham, der auf die ihm zu- ehende Pension von 2000 Pfund jährli<h ganz und gar ver- zichter haben soil. Das lestgenannte Blatt macht úbrigens dar- auf aufmerksam, daß Lord Lyndhurst sich in der dem Lord Brougs bam, ertheilten Antwort nux als provisorishen Lord- Kanzler ansehe.

y ‘Lord Brougham ist wirkli<h in Dover angekommen, wie von dort unterm 25. d. gemeldet wird, und hat sich in Beglei- cung des Lord Brudenell am 26sten Morgens auf dem Dampf- h: „„Britannia‘/ nach Calais eingeschit. -

Dec verstorbene Graf Spencer hat eine überaus reiche Biúliothek hinterlassen, die, dem Vernehmen nach, ungetrennt biciben soll.

Die Cambridger Chronicle widerspricht der Angabe, daß der Marquis von Camden sich um die Stelle eines Ober- SFurators der dortigen Universität beworben habe.

Am Montage wurde ein gewisser Eduard Collins, ein Mann von mittleren Jahren, auf offener Straße festgenommen, weil er durch seine politischen Reden einen Auflauf veranlaßt hatte. Es zeigte si indessen, daß der revolutionnaire Redner betrunken war, und als man ihn ins Gefängniß brachte, zog er sih na>end aus und hielt in diesem Zustande Reden an seine Mitgefangenen. Er ist mit einer kleinen Geldstrafe wieder entlassen worden.

In dem Kirchspiele Rotherhithe (Southwark ) sind am Sonnavend ein großes Korn: Magazin und drei Häuser durch ab- schtliche Brandftifcung ein Raub der Flammen geworden. Am 23. d. fand man dort abermals ein Feuer in dem Korn-Magazin der HH. She> und Redman und in dem Wagarenspeicher des Hrn. Grice angelegt. Beide Feuer wurden indeß zeitig entdeckt und geldshe. Die Behörden in jenem Kirchspiele, dessen Ein- wohner natürlich sehr in“ Unruhe sind, haben für die Habhasft- werdung des Brandstifters eine Belohnung von 200 Pfd. aus- geseßt, und der Herzog v. Wellington hat ihnen sagen lassen, daß die Regierung zu dem gleichen Behufe eine Belohnung von 4100 Pfd. ausseben werde. Seitdem sind indessen wieder meh- rore Feuersbrünste in diesem Kirchspiele vorgefallen, und meh- rece a<tbare Einwohner haben Drohbriefe erhalten. Auch aus Sent, Lincolnshire und andern Punkten Englands gehen Be- "<te úber Brandstiftungen ein.

Die Berichte aus Frland lauten fortwährend sehr beun- rußigend. Mehrere Mordthaten sind wieder gegen Zehnten-Ein- saminler begangen worden, und der Geist der Empörung breitet nh von der Grafschaft Tipperary nah den Grafschaften Cork und Limerick aus.

Admiral Warren is auf der Fregatte „Jsis‘/ von der West- iste Asrika’s, wo er drei Jahre lang das Kommando geführt hat, wach Portstreouth zurückgekehrt. Seiner Aussage zufolze, segeln die Französischen Sklavenhändler nunmehr unter Portugiesischer und Spauischer Flagge:

Zwei Söhne des Jngenieurs Galloivay, der seit längerer Zeit in Alexandrien ansässig ist, sind mit Vollmachten und Geld- mitteln von dem Pascha von Aegypten hier eingetrossen, um die ’snlegung einer Eisenbahn von Kairo nah Suez zu befördern, und werden nächstens den Ankauf von Eisen und Dampfwagen vornehmen. Auch wird thätig an der Herstellung einer Dampf- c ifsfahrt mit Alexandrien gearbeitet. Es sind zwei Dampf- bte in Liverpool gebaut, um die Fahrt zu unternehmen.

Vorgestern Abend wurde in Guidhall der Ball zum Besten der Polen gegeben, an welchem 3000 Personen Theil nahmen. Unter den anwesenden Polen bemerkte man auch den ehemali- gen General Uminski. Nach Abzug der Kosten hat dieser Ball 709) Pfund für die Polnischen Flüchtlinge eingetragen.

Herr Weeding, der Präsident des Ausschusses der Jnhaber Spunischer Cortes - Bons, begab sih am Sonnabend mit dem Hrn. Loall (einem der Parlamentsglieder für London) zum Her- 203 v. XVellington, und Beide hatten eine Unterredung mit dem- elben, Qer Herzog äußerte seine Zufriedenheit mit dem, was Lord Palmerston für die Jnhaber gethan habe, wünschte aber ert zuvor die -Bapiere und Vorstellungen wegen ihrer Ansprüche durchzusehen, ehe er einen Schritt in der Sache thäte. Die bei- den Herren scheinett mit ihrem Empfange sehr zufrieden zu seyn.

Im heutigen Börser1-Bericht der Times liest man: Das Ausbleiben aller Nachrichtén aus Madrid úber die Anleihe, die doch, auch ohne den Telegraphen, schon dur< Courier hätten hiex seyn kdnnen, ist o merf!würdég, daß man sonderbare Muth- maßungen darüber äußern hört. Einige glauben, das Resultat werde absichtlich zurüEgehalten, um einen etwanigen Einfluß dessclven auf die Fonds - Abre<nung zu verhindern. Gegen den Schlup der Börse fielen die Spanischen Papiere um 3 pCc., woraus man folgerte, es sey eine Nachricht aus Madrid eingegangen, und es werde darauf hin operirt, Man

glaubt úbrigens allgeznzein, daß die Parteien, die auf die Anleihe

bi-ten wollten, sich vereizigt haben, und daß nun in der That nur ein einziges Gebot erfolgt seyn wird, und zwar von eini- aen Bedingungen zu Gunsten der Cortes: Schuld bezleitet , so daß Herr Toreno, wenn er in diese Bedingungen nicht einwil-

ligte, gar keine Anleihe erhalten würde.“

Laut den Buenos- Ayres- Zeitungen vom 6. Sept. war die Präsidenten-Stelle no< nicht besezt, und Señor Nichos 11s Nnchorena, der nach Rosas von dem Hause der Repräsen- zauten zu dieser Stelle erwählt worden war, hatte sle ebenfalis ausgesclagon. Das Haus besloÿ eine neue Wahl.

*__ Die Hannoversche Zeitung enthält nachstehendes Schreiben aus London vom 25. November: „Es bestätigt sich

von allen Setcen, daß vor Sir Nobert Peel's Rückkehr an keine

isdu Minzisteriums gedacht wird. Der Herzog v. Wel- iee E etw Gesandten das Ministerium des Jn- nern als den Ort, wo er für jeßt zu finden seyn werde, ange- eigt; daß er sh der auswärtëgeit Angelegenheiten demnächst mit Nachdruck annehmen werde, darf als gewiß gelten. Die nächste irkung davon wird Spanien empfinden; die Maßregeln welche das Whig-Ministerium gegen Don Carlos getroffen hatte, um dee Zufuhr von Geld und Waffen und Mannschaft zu ershwe- ren, werden aufhdren; die Englische Diplomatie überhaupt nir-

aends mehr im Gefolge der Französischen erscheinen, de- tin raus zu so bitteren Erfahrungen Anlaß gegeben hat, wie no< zuleßt die Antwort des Deutschen Bun-

ors auf die Franzóôfisch - Englischen Noten über die Be- s6ung m Fritsuet worin beiden Mächten ein einstimmiger Beschluß der Bundes-Versammlung, daß Deutschland von keiner Macht irgend eine Jntervention in seinen Angelegenheiten dul- d-n wolle, zu erkennen gegeben toar, und wobet selbs Lord ‘Pal-

merston h beruhigen zu müssen einsah, nachdem das Fran-

1372

zösische Ministerium mit Aufzcbung der Sache selbst, s{ auf den vergeblichen Versuch, eine mtldernde Abänderung in der

Form der Mittheilung zu erlangen, beschränkt hatte. Für die Ruhe von Europa ist, wie jedem einleuhten muß, durh das neue Ministerium gewonnen. Was die in-

neren Angelegenheiten betrifst, so ist der Zeitpunkt zu einer Aenderung des Ministeriums jehr klug gewählt worden ; beide Par- teien erkennen dies an, natürlich mic sehr verschiedenen Empfin- dungen. Die erste und unumgängliche Folge des Ministerwech- sels wird eine Aenderung in schr vielen Stellen seyn, da die Whigs sich cin Geschäft daraus gemacht hatten, zum Theil mit großer Härte in einem bei früheren Ministerwechseln unerhörten Maße die Jnhaber zu verdrängen und ihre Freunde dagegen cin- zusebenz das neue Ministerium darf schon seiner eigenen Sicher- heit wegen diesen Zustand nicht fortdauern lassen, und es wird sich dur<h die neue Besezung eine kräftige und ihm ergebene Handhabe der Geschäfte wiederherstellen. Die zweite große Maßregel würde die Aufiösung des Unterhauses seyn; es ist aber darüber no< nichts beschlossen; schon aus dem einleuch- tenden Grunde, weil der Mann, welcher die Leitung des Unterhauses zu übernehmen haben wird, nicht anwesend ist, und seine Stimme dabei entscheiden muß. Doch wrd wahr- scheinlich, früher oder später, zu dieser Maßregel gegrissen wer- den. Den Hauptwiderstand erwartet man von Seiten der Ra- dikalen, oder wie sie im Gegensaß zu den Konservativen genannt werden, von den Destruktiven. Die Whigs, als Partei, haben dur<h das srgerliche Schauspiel der persönlichen Zerwürfnisse ihrer Führer, der Lords Grey, Brougham und Durham, auf Jahre hin ihr Vertrauen und Ansehen bei Freunden und Fein- den verloren, und es steht dahin, ob die Bemühungen Dur- ham'’s, der seiner persdnlichen Eigenschaften, besonders seiner Un- vertcäglichkeit wegen, zum Haupt einer Partei niht gemachr zu seyn scheint, die uneinigen Elemente wieder sammeln, und dur< Verbindung mit den Radikalen stärken kann. Die leßtern haben sich des Sturzes der Whigs gefreut, da sie hoffen, daß die Tories, der Regierung nicht gewachsen, ihnen de- ren Zügel werden überlassen müssen. Die Hauptkraft der Radi: falen sind die Dissenters, und es scheint, als wollen sle sich bei dieser unvorhergesehenen Veranlassi:ing aufrafsen. Dann kann der Kampf zwischen Erhaltung und Zerstdrung nicht ausbleiben. Seine Entscheidung aber liegt grdöztentheils in der Hand des Herzogs von Wellington; sollte er, wie Viele vermuthen, die Ab, sicht haben, die schreienden Mißbräuche selbst abzuschaffen, welche unsere bischöfliche Kirche verunstalten, und so den gerechten Forderungen der gebildeten und wohlidenkenden Mehrheit der Na- tion zuvorzukommen, so darf man seiner Verwaltung FestiFkeit und Dauer versprechen. Das thun sogar die biéherigen Whig- Zeitungen. Selbst die Times, welche alles Heil von Lord Dur- ham erwarteten, haben in der Schnelle des Augenblicks, wie wir sagen, gerattet (ratted), den Ratten gleich, das Einsturz dro- dende Gebäude, das unkrersinkende Schiff, verlassen, und sich dem neuen Ministerium zugewandt.

London, 28. Nov. Das so eben erschienene Stück der Quarterly Review enthält in einer Nachschrifr eine kurze Angabe der Umstände, welche zur Auflösung des Melbourne" schen Ministeriums geführt. Es sind dieselben, welche gleich anfangs in Umlauf kamen, und Jhnen von mir als die wahrscheinlichste Angabe mitgetheilt wurde: nämlich, daß in Hinsicht auf die in der Kirche von Jrland zu machenden Reformen Meinungs-Ver- schiedenheiten im Kabinette herrshten, welche eine Auflösung desselben während der nächsten Session unvermeidli<h maten, und der König, so wie wahrscheinlich Lord Melbourne mit ihm, es für das Rathsamste hielt, dieselbe lieber jekt und fre{willig vorzunehmen. Die Morning Chronicle wider- spricht diesem zwar mit vieler Heftigkeit, und behauptet, die Meinungen der Minister seyen durchaus nicht von so entschiede- ner Art gewesen, daß sle sich niht hätten unter einander aut- gleichen lassen; der unbefangene Theil des Publikums ist jedoch gencigt, jene Erklärung sür die richtigsie zu halten. Ohne Zweti- sel hatten die kräftigen Bewegungen der Jrländischen Protestan- ten, so wie die Angriffe vieler liberalen Zeitungen auf Lord Brougham, den Monarchen bewogen , etwas rasch zu verfahren, und sih den Dank der Gemäßigten zu verdienen. Sollten au< die Tories jet manche ihrer bisherigen Jdeen zum Opfer brin- gen müssen, so werden sie sich doch mit dem Gedanken trösten, daß sie nichts geopfert, als was die unüberwindliche Nothwen- digkeit erheischt, während die Whigs immer noch weiter aegan- gen seyn würden. Dies is offenbar die Ansicht, welche sich bei dieser Klasse von Politikern zu entwickeln anfängt, wie sich so- wohl aus ihren dffentlichen Örganen, wie aus ihren Reden, be- sonders im Gespräch, deutlich abnehmen läßt. Aber auch bei vielen Unparteiischen, und selbst bei manchen Whigs, scheint diese Ansicht Boden zu gewinnen; und die Adresse des Herrn Span- kie an die Wähler von Finsburp drückt gewiß die Gesinnungen einer sehr großen Anzahl vernünftiger gebildeten Personen im Lande aus.. Diese finden, daß die Whigs als Partei sich er- {dpft hätten, ihre besten und geschi>ktesen Männer seyen entweder gänzlih von der politishen Bühne abgetreten, oder wenigstens zurü>geblieben, weil sie mit den übrigen nicht mehr gleichen Schritt halten wollten. Leßtere seyen entwe- der wirkliche Radikale, oder so sehr mit dieser Partei verwickelr, daß sle sich nicht mehr mit freier Mäßigung bewegen könnten. Ja, da die, welche nicht wirklich mit den Radikalen gemeinschaft- liche Sache machen wollten, auch in kurzem hätten zurücktreten müssen, so bliebe dem Lande nichts übrig, als entweder von jenen alle Jnstitutionen umstürzen zu lassen, oder sich den gemäßigten Männern unter den Tories zu vertrauen, welche, von der Zeit belehrt, bereit seyen, alie nothwendige Reformen einzuführen, und dies um so eher thun könnten, weil alle gemäßigte Whigs sie dabei unterstüßen würden. Wenn demnach der bessere Theil der Nation die Entschuldigung, ja die Nothwendigkeit nachweist, weshalb jene Herren selbsi dasjenige thun dürfen, was sie in ihs- ren Gegnern verdammt haben, und es auch allerdings, sobald es von ihnen ausgeht, Vieles von seinem zerstörenden Charakter verlieren muß, so wird Sir Robert Peel wohl auch keinoa Anstand nehmen, das angebotene Stguer zu ergreifen, und die Radikalen selbst werden sih's am Ende gefallen lassen; von der- selben Partei die Kirchen: Reform anzunehmen , welche den Ka- tholifen die bürgerlichen Rechte bewilligte. Fnzwischen machen die Radikalen so viel Lärm, als sie nur immer kônnen, und suchen aus Leibeskräften die Nation glauben zu machen, es sey zu einer Krisis gekommen, wo es die Frage gelte, ob die Er- wartungen, wozu sie die Reform-Bill berechtigt, je gere<tfer- tigt, oder für immer ntedergeschlagen werden jollen. Dies ist der unmittelbare Zwe>k aller bisherigen Versammlungen, wie aller ihrer Reden und Schrifcenz und in diesem Sinne hat auch Herr Edward Lytton Bulwer so eben eine Flugschrift her- ausgegeben, welche zwar gut geschrieben und recht unterhaltend

dessen scheinen doch alle Bewegungen dieser Klasse nicht die Vi fung hervorzubringev, die sie davon erwarten. Der Stadt Rate der City hat seine Versammlung gehabt, und, wie zu erwar siand, eine Anti-Tory- Adresse an den König durch eine große Mehrheit durchgesezt, wobei nur das Einzige bemerkenswerth ist, daß die Adresse, welche die Gegenpartei vorschlug, als Ha grund der Beruhigung es für ausgemacht annahm, daß neueMinisterium die nüßlichen Reformen fortsezen würde. Der Lord Mayor, ein besonnener Mann, hat eine Zujammenberufung d, Bürgerschaft abermals abgelehnt, doch glaubt man, er werde i noch dazu 'bereden lassen, besonders da die Gegner der jebigen Bewegung bei jener ersten Versammlung Gelegenheit gefunden manches Beruhigende einfließen zu lassen. Auch is es in Enz, land nicht immer re<t, Versammlungen dieser Art verhindern zu wollen, weil die Erfahrung lehrt, daß, wenn der Rausch n; t die ganze Nation und zwar recht tief ergriffen hat, er sich durds Reden am schnellsten verliert. Lord Brouabóm hat sich wirt; lich bei Lord Lyndhurst erboten, dessen Stelle als Ober - Richtey anzunehinen, und zwar ohne Gehalt, da er eine Pension von 9000 Pfo. habe. Doch verlangt er die Wiedererstattung der damit verbundenen Unkosten, was denn wohl zusammen dem wirklichen Gehalt diejes Richters, nämlih 7000 Pfd. , glei, kommen würde. Er wußte natürlich, daß man es ablehney würde, und wollte dabei nur seine Uneigennüßigkeit blicken (as, „sen. Wenn die Whigs dem Lord Lyndhurst jene Stelle gaben so geschah es, weil er wirklih einer der ersten Rechts8gelehtte

Niederlande.

Aus dem Haag, 28. Nov. Morgen wird si die zwi Kammer der General-Siaaten wieder versammeln.

__ Der Contre-Admiral Ziervogel, Kommandant des Marine: Corps, is seiner bisherigen Stellung als Ober: Befehlshaber dy Land- und Seemacht am Helder entbunden worden.

Mit dem 1. Jan. 1835 sollen au< die noch im Umlays befindlichen 6pCtigen Schaß-Billets eingelöst werden.

__— Amsterdam, 29. Nov. Die abgelaufene Woche zeichnet sich am hiesigen Foudsmarfte durch einen ruhigen Geschäftsganj „aus, welcher ohne Zweifel eine Folge der Nachrtchten aus London war. Man wird die dortige ministerielle Krisis wohl abwarten, eh Uber die Folgen Muthma-ungen und Ansichten entstehen und Spe culationen darauf gegründet werden. Für Holländische Staatspa: piere erhielt sich eine mäßige Neigung zum Einkaufen, wodur

deren Preise etwas angenehmer wurden; das Gegentheil fand sit mit den Russischen, roelche einen flaueren Stand behielten; Preuß sche Prämienscheine sind mehr wte gewdhnlih ausgeboten gewese und gtngen dadurch um F Fl. niedriger. Jn Spanischen Fonds sin nur wenig Geschäfte gemacht worden; auch weisen die mehrtägige

nicht geschehen ist. Am Getraidemarkt gin olnischer Weizen während diesee Woche in demselben Preis-Vorbiltinis Be Lie voti ab; der Handel war aber wegen mehrerer öffentlichen Veckäufe weniger lebhaft; schône neue rothe Sorten holten etwas bessere Preise. Von Mogzen waren keine bedeutende Partieen zu Markte, wodurch die Course fich auf ihren vorigen Stand erhielten. Mit Gerste und vorzüglich Hafer ging es lebhafter her, auf leßteres Korn scheint sich die Speculation besonders legen zu wollen. Die gestern ange- legten Preise sind: für 131pfünd. weißbunten Polnischen Weizen 222 Fl., fúr 130pfünd. bunten dito 195 Fl., für 131pfünd. zeuen \chdnen rothen Kdmigsberger Wetzen 193 Fl. , für 12WBpfünd. Mies lenburger 164 Fl., für 121. 122pfünd. Pommerschen Roggen 110.12 SL., für 115. 117pfünd. Preußischen dito 142.148 Fl, für 110pfünd. Wismarer Gerste 108 Fl. /, für 104pfünd. Oldammer Winter=Gerfsit 114 Fl., für 105pfünd. Sommer-Gerste 110 Fl, für 96pfünd dien Hafer 98 Fl., für 71 pfünd. Futterhafer 72 Fl., für 75. 76pfünd. dite 80.81 Fl., für 81pfünd. feinen Hafer 90 Fl.

Do (en. Warschau, 30. Nov. Se. Majestät der Kaiser brachten den vorgestrigen Tag in der Festung Modlin zu, und es hatten sich viele Generale und Beamte aus Warschau dorthin begeben,

noch nichts.

Die Generale Maletski und Bontemps sind aus St. Peters burg hier angekommen.

Nach einem hier erschienenen statistischen Nachweis belies

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4,037,925 Seelen; unter dieser Einwohnerzahl waren 2,002,38! männlichen und 2,035,543 weiblichen Geschlehts. Warschau | zählt im Ganzen 129,705 Einwohner, worunter 63,212 männli chen und 66,493 weiblichen Geschlechts. Die Bevölkerung der Hauptstadt hat sich seit dem Jahre 1832 um 4837 Seeien ver mehrt. Die meisten Einwohner hat (selbst ohne die Stadt Wat schau) die Wojewodschaft Masovien und nach ihr die Wojewod schaf Kalisch. Die weibliche Einwohnerzahl ist Überall größer als die männliche, ausgenommen in den Wojewodschaften Plozk und Augu- stowo. Was die verschiedenen Religionsparteien anbetrifft, so if die Zahl derer, die sich zur Griechischen Religion bekennen, in der Wojewodschaft Podlachien am größten, die Zahl der Luis raner in der Wojewodschaft Masovien, die Zahl der Reformirten in der Wojewodschaft Kalisch, und die Zahl der Juden in det Wojewodschafren Masovien und Augustowo. Am meisten ha! sich die Bevölkerung vom Jahre 1832 bis 1833 in den Wojt wodschaften Masovien und Plozk vermehrt.

Devtschianhd.

Gotha, 1. Dez. Des regierenden Herzogs Durchlaucht ist gestern von hier na<h Koburg zurückgekehrt.

Darmstadt, 29. Nov. Das Großherzoglihe Regie: rungs-Blatt enthält eine Verordnung vom ‘25. d. M,, w& durch den diesseitigen Handwerks-Gesellen das Auswandern nah der Schweiz verboten wird. Ausländische Handwerker, die si< nah dem 1. Januar 1834 in der Schweiz aufgehalten haben, sollen an den Gränzen nicht zugelassen werden.

Oesterrei

Wien, 28. Nov. Das Oesterreichishe Dampfboot „, Maria Dorothea‘‘, geführt vom Capitain Visconti, welches am 1. Nov. Triest verlassen hatte, ist nach so eben eingegangenen Berichtel am 14. Nov. um 8 Uhr Morgens glücklih in Konstantinopel eingetroffen. Das Schiff legte die Reise

Von Ste O A 62 Stunden Go a Se 16 /

/ Saite nad) Smyrna n e S 52 é Smyrna nach Konstantinopel in... ... . 34 /

: us i

C 164 Fahrjtun den zurü>; die übrige Zeit wurde zum Aus- und Einschiffen def Reisenden und Güter und zur Auftiahme des nôthigen Bren stoffes verwendet. Das Schiff erfreute si< nicht nur alle! Orten der freundschaftlichsten Aufnahme, sondern genoß auch vol!

ist, aber sehr viel Unwahres und Uebertriebenes enthält. Jn-

Seiten der K, K. Oesterreichischen Gesandtschaft in Konstantine

Course beinahe keine Abwechselung nach, welches in längerer Zeit (1 [i

Ueber die Weiterreise des Kaisers melden die hiesigen Zeitungen N ) O ; rovinz Herzegowina sieht ec ge trau Ge MWaltthätigfeiten und Willkür-Maßvegein der Lüiken gegen Rajas

sich die Bevölkerung des Königreichs Polen im Jahre 1833 auf

( allen jenen egende

iffes, dessen schöner, j 1 i S rchender Bau, Úbertrafen in allen Häfen, wo es bis-

y einlief, die

und man erklärte es als das vorzüglichste, was in jenen {sern erschienen war. Das Schiff hat am 15. Novem-

; Abends Ko

ischen Konstantinopel und Smyrna regelmäßig fortzuseßen.

Ankona, {hrend von d

hi ohne Grund: rere mit Artilleristen ,

anfommen. hières seinen Adjutanten, Hrn. v. Caraman, der thn zum Zwei-

t bedarf,

f gefordert

heit seßen lassen, worauf Herr von Caraman nach Frankreich bereist ist. -—

j wissen nich

hte abgenommen. zeht unserer Nachbarschaft, vor sich.

sei Zeit if L B i E 7 Nov. einer Zeit ist, was man Lord Brougham nicht nachsagen kay, Phar über die füczlich bei den J ) i: P vers der Türkischen Flotte folgendes Artikel: „So wie Se. hoheit von Zeit zu Zeit fich von der

bt exerzirten hicstdieselben nd ließen in

oschee von

h die Flotte

Hoheit führende 1scht 3 Nessadi“/ an ihren Spitzen. Da Mf diese Flotten- Abtheilung zu, und Se. dchsteigener Perjon das

d die Manó h Hôchstdiese

rpaaren anla

ahme bei Sr.

om Kapudan

de, Hoheir begaben sh in ganzer Dealeitung nach der Jusel

<hahif, wosel

teten von da aus das Manóver der Fiotte/ am rhergehenden Abend in zivei, von den Schissen „Mahmudie hd „„Messadi

irtgesebt wur

lindgeladenen Kanonen abfeuerte. je Flotte zu entlassen, und in Begleitung h auf dem Dampfboote na) dem i

ds zurückzuzic

usdrücken.“/ i Die S

Mehren sich auf eine ¡haudervolie Weite. dn Stolacz |v lanae ei

r Allürte u

Men Undank. Man glaubte damals, al i‘ L Wi den Waffen rief, er handle cinzig im Juteresse des Sultané, lein nun sieht man tlar, daß nur sein perfdnliches Interesse Und Haß und Eifersucht

hef Hussein

ufbürdung v Ot dahin zu l erlaubt. 0) Rajas, m

eflúchtet. er fich Pforte nach Muhe aber

hem Gebiete

ien bestimmt

uh in der Herzegowina ein geseblicher Zustand eingeführt wer- den, welche Nachricht die Rajas vorläufig in der Geduld stärkt, Und einen Ausbruch von Unrußen verzögert; allein in der That

it diese Hoff Man darf \

"ginnen.

n unumgänglich bedürfen.

hienschiffe, Fregatren un» Korvetten, zusamm? ¡ehn Schiffe, ter dem Befehle des Kapudan Pascha 8, nah den Prinzen- seln aufbrechen. ben | Beylerócy verr?chreten freitägigen Andacht nach aiderpasche, Und | h

/ M onloitit Öi T Jampsboot, in DE8 ettung e E , Ne A s 1 of<Gargen, ver Palast -Secretaire, des Weiten Hof: Jmans vnd der aiserl, Vertrauten Abdibei und Said Efendi.

st zurü>zogen. Ju dem für ven folgenden Tag destimmten Ma- ver waren der Groß-Wester, der Serinster, der Kaiserl. Schwie- Fersohn, der Kaiserl Moichir, der Garde: Divisions- General, die divisions : Generale der Linientruppen, Deehmed Pascha, Said \ascha und Selim Pascha, der Drigade - General Aschfer Pa- da, dann ver Kiayabei und der Finanz-Minister der Armee ge- den, weiche sämmtlich feüh Moruens in Barken mit fünf Ru-

n über die dabei entwicelte Wolkommenheit Aur

inem wahren Lichte, als der rohe bigoite Muselmann, und rgilt diesen die ißm srähzer geleistete Hülfe mit dem shwärze-

hen Fnsurrection i : le früher gegen thn gestritten, hat er beanadigt, und viele als ‘inahe unumschränkte Herren über die Rajas geselzt, an welchen hren ehemaligen Feinden) ihren Grimm auszulassen jene nun ine Gelegenheit versäumen. i it immer neuen Gelderpressungen unter allerlei Vorwänden und

erinnern wissen; zugleich aber scheint seine

at, unschädlich zu machen, woz» er si die abschzulichsten Mit- Es ist erwiesen, daß in diesem Jahre chon über

{h umgebracht worden sind. t größere ja nd auch mache uo< vem Sultan ergebene Türken haben fich Der Jgzumen des Klosters Dugi (Duschi), wel-

lines Geistlichen von Ali Pascha und mehrerer anderer Perso- en als Flüchtling in unsern Mauern, Andere auf Oesterreichi-

Unter den Bewohnern der Herzegowina immer tiefer Wurzel, nd gegenseitiges Mißtrauen macot die Lage mit jedem Tage un- tträglicher, so daß mit allem Grunde eine Katastrophe zu be- Mürchten is,

verzeugt seyn, daß beim Anzuge eines Türkischen Heeres die Bosnischen und Herzegowinischen Türken dem Sul- tan ihre Ergebenheit von Neuem versichern werden, um die Plorte dadurch zu veranlassen, von weitern Sicherheits-Vorkeh- ungen abzustehen, dann aber ihr alies Treiben von Neuem

Schuß, den Unternehmungen in so entfernten | Die vorzügliche Ausstattung der beabsichtigten Schnelligkeit so

Erwartung, die man si< von demselben gemacht

nstantinopel wieder verlassen, um seinen Dienst

Fitalien. 17. Nov. (Allg. Ztg.) Man spricht hier fort: em Abzuae unserer Französischen Besazungz aber im Gegentheil soll nächster Tage eine Ga- deren die hier befindliche halbe Batterie Wie man erzählt, har General

hatte, in Arre nehmen, doch gestern wieder in

Auf: Befehl dec Päpstlichen Regierung werden, t aus Delhem Grunde, den Centurionen ihre Pa- Heute geht diese Operation zu Camerano,

Tv ket. Die Türkische Zeitung Prinzen - Juseln stattgehabten

Süchtigkeit der unagusge- Landtruppen- zu überzeuzen pflegen, so wollten nun auch die Marine in Augenschein nehmen dieser Abstcht die vor Beschiktasch ankernden

Se. Hoheit begab: sich na der in der

efiegen das das in Boceitschaft gesebte j Kaiserlichen Prinzen,

Mittlerweile hatte in zwei Lheilen aufgestellt, das deu Namen Sr. | inienschi} „Mahmudie““ und das Linienichifs | Das Daunpfboor îeuerte gerade Hoheit geruhten, in Kommando derjeiven zu übernehmen ' ver ausführen zu laFen, nach deren Beendigung lben in den auf ver Zase! Chalki befindlichen Pa-

naten, und, nachdem sie sich einer gnädigen Auf Hoheit zu erfreuen das Slück hatten, mit einem Patcha veransiasteten Gajstmahle beehrt wurden. hst besondere Z:lte aufzeichiagen waren, und beob- Fiotte, welches wie am e‘ angeführten Abtheilungen dutch eine Stunde de, und wobei das erstzenannte Lintenschiff seine Se. Hoheit geruhten hierauf Fhres Hof- Staates fer: Palaste von Staave- hen. Die Augenzeizgen bei diesen Manövers konn- ihren Beifall <lesi\<2 Zeitung meldet: „Jn der Türkischen | gegenwärtig traurig aus. Ge-

Der Wesir Ali Pascha

ihren Beistand nôthig hatte nd Begünstiger der Chrefien, zeigt sich jet in

s Ali Pascha die Christen

Bosnischen Rebellen- Häupter der Bosníi- Alle Türken,

gegen den Capetan unt andere i seéne Schritte motivirte.

Ali Pascha selb ist unermüdlich

on Frohndiensten, wir sich's die ältesten Leute nicht barbarische Ab- gehen, bie Rajas, deren Kraft er kennen gelernt

Anschen, größrentheils meuchelmdörde-

eistens voti ( l des Eine weir grögere Anzahl Rajas

Unruhen als Anhänger der nach Herstellung der Gesellschaft

hrend der lebten Ragusa geflüchtet hatte, 1 j zurückgeteßrt war, ist wieder in

überhaupz. Haß und Zwietracht schlägt dadurch

Es heißt zwar, es st.y in Scutari eine für Boss- e Tütkische Armee angefoinmen und werde dadurch

ung wenig geretfertigt, wie die Erfahrung lehrt.

| den Stadtverordneten, den Lehrecn und Schülern, auch die höhe: j ren Militair - und Civil; Behdrden eingefunden,

1373

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Berlin, 4. Dez. Die in der Leipziger Zeitung vom 20sen v. M. enthaltene Nachricht aus Berlin, daß in der Provinz. Sachsen 8000 Mann Kavalleríe mit 10,000 Pferden aus les | slen erwartet würden, um dort Winter-Quartiere zu halten, weil in Schlesien das Futter bekanntlih mißrathen sey, ist vôl- lig ungegründet, und an eine solche Truppen - Verlegung auch nicht entfernt zu denken.

-—— Aus Torgau wird Folgendes gemeldet: „Der Bau unseres neuen allgemeinen Schulhauses, zu welchem am 1. April d. F. von Sr. Königl. Hoheit dem Prinzen Albrecht der Grund- stein gelegt wurde, ist im vergangenen Sommer dergestalt geför- dert worden, daß das stattliche Gebäude am 8ten v. M. geri(- tet werden konnte. Zu dieser Festlichkeit hatten fich an dem ge- dachten Tage Nachmittags Z Uhr, außer dem Magistrate und

Der Schüler- Chor eröôffnete die Feier mit einem Festgesange. Hierauf hielt der Stadt: Mauermeister Michael vom Gipfel des Gebäudes herab eine Rede in Versen. .Auf diese folgte ein zweites pas- sendes Gesangstúck und nun wurde von dem Superintendenten Dr. Koch ein Dankgebet gesprochen, an welches sich das von der zahlreichen Versammlung andachtsvoll mktgesungene Lied: „Nun danket alle Gott! ‘/ anschloß. Statt der sonst üblichen Trink- sprüche wurde zuleßt von dem Mauermeister Michael zuerst Sr. Majestät dem Könige, dem erhabenen Beförderer des Volks- Unterrichts, und dann Sr. Königl. Hoh. dem Prinzen Aldrecbt, in dankbarer Erinnerung an die von Höchstdemselben vollzogene Grund|kteinlegung, ein dreifahes Lebehoch gebracht.“

Jn Breslau erfolgte am 26. v. M. mit angemessener Feierlichkeir die Einweißung des hinter der Eilftausend - Jung- frauen-Kirche neu aufzeführten Gebäudes für die Hospitaliten der beiden Institute von Eilftausend - Jungfrauen und von St. Hieronymus. Das newe Hospital-Gebäude ist überall auf das Zweckmäßigste eingerichtet; die Wohnzimmer sind freundlich und geräumíigz srische und gesunde Lust kann in jedes derselben ein- dringen, und beinahe 50 Personen finden hier die Bequemlich- keit, nach der sch das Alter, in welchen Verhältnissen es auch sey, sehnt. Die Baukosten haben fast ganz aus den eigenen Mit- teln der beiden gedachten Jnstirute bestritten werden können, und das Fehlende is| von dem Magistrate und der Stadtver- ordneten - Versammlung auf das Bereitwilligste hergegeben wor: den. Die Einweihungas-Feier schloß damit, daß sämmtliche Hes- pitaliten festlich bewirthet wurden.

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Haupt - Momente

neuerer Finanz- und Polizei - Geselgebung des Auslandes, so weit selbige den Handel betrift.

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Berlin, 30. November 1834.

__ Großbrittannien. Verschiedene Tagblätter behaupten, daß es im Werke sey, in Ostindien die inneren Zölle aufzuheben, und die in den dortigen großen Städten erhobene Accise bedeurend herabzuscten. Die lestere ist bisher den damit belajieten Städten besonders deshalb drückend gewesen, weil sie bei etwaniger Wieder-Auëfuhr der veraccise- ren Waare nicht zurückerstattet wurde, und dadurch eben die größten Stadte Ostindiens außerhalb aller Möglichkeit eines nit sclcheu Waa- ven zu treibenden Transito-Handels sich befanden.

Frankreich. Die sogenannte „Enquête commerciale” is unter allen im leßteren Monate eingetretenen Ministerial-Krisen fortgeseßt worden Ueber ihr Resultat darf man kürzlich behaupten, daß es iicht-

verbreitet, aber die Hofsnung eines in der nähsten Kammer - Session zu adoptirenden liberaleren Handels-Systems zu nähren wenig geeignet ist. Die Mehrzahl der abgehörten großen Fabrikanten, und selbst der Handels-Kammern, hat sich im Sinne des Prohibitiv-Spsrems, mehr oder wentger unbedingt, ausgesprochen. Es ist vorauszusehen, wie die par- lamentarische Faction der großen Grundbesißer dieses Thema in ihxem Interesse zu kommentiren und zu variiren wissen wird; auch erscheint es zweifelhaft, 1h ein etwaniges liberales Zoligefetz -Projeft des Mi- nisteriums Duchatel durch die unterdessen in England vorgegangene Ministerial - Veränderung begünstigt und erleichtert werden dürfte.

Zu Marseille hat sich zur Gründung einer dortigen Dtskonto- Bank eine Actien - Gesellschaft gebildet, und ihre Staturen bereits der Regierung zur Apyrobation vorgelegt. Es is nicht zu bezweifeln, daß die Regierung auf einen Plan eingehen werde, welcher für Frankreichs Handel und Wechsel -Cours mir allen Ländern des Mittelmeeres sich schr nüßlich zu erweisen verspricht. Doch hört man vorläufig die Meis nung äußern, daß die in den Statuten für das Stiftungs - Kapital be- stimmte Summe von 3 Mill. Fr. bald einer Erhöhung bedürfen werde, um den Zwe>en des neuen Instituts in allen Konjunkturen und Jah- reszeiten gerecht zu seyn. Die Banf von Bordeaux ist mit 3,150,000 Fr. fundirt; und das Circulations- Bedürfniß stellt s<, periodisch weuig- stens, zu Marseille ungleich höher als zu Bordeaux.

Die Französische Diplomatie sche:nt sich mit Co®solidation der Franzöfischen Handelsverhältnisse zu den Süd-Amerikanischen Republifen eifrig zu beschaftigen. Der Französische Geschäftötrger, Hr. Mar- tigny, war, nachdem er ein Arrangement mit Bolivien abgeschlossen, zu Quito angekommen, um auch hier eine provisorische Uebereinkunft zwischen Franfreich und der Nepublik Ecuador zu unterhandeln. Man sagt, daß \&ne Vorschläge in verschiedenen Konferenzen günstig aufgenommen, und wirklich einige, dem F'anzö ischen Handel ungemein vortheilhafte, der Genehmigung des Kongicsses in seiner nachsien Sißung zu unterwerfende Präliminair - Artikel bereits unterzeichnet wurden. Herr Martigny hat sich darauf na<h Callao einge- schisst, um eine gleichartige Negociation mit der Republik Peru zu eröffnen. :

Hingegen will der Französische Handelsstand bis 1eut keinesweges die Wirkungen des neuen Handels - Traktates zwischen Frankreich und Venezuela loben, indem der neueste in diesem Jaßre zu Laguayra publizirte Zoll-Tarif sämmtliche Hauyt-Artifel der Französtschen Einfuhr daselbst (Seidenwaaren, Bänder, Parfümecrieen, Liqueure, eingemachte Früchte, Makaronen 2c.), statt sie zu erleichtern, bedeutend höher als bisher besteuert, und auch im lezten Jahre, gegen das nächstvorher- gehende gerechnet, die Französische Ein - sowohl als Ausfuhr zu La- guayra nicht unbeträchtlich, und zwar in folgender Proportien, ab- genommen habe:

1832 1833 1833 1834 Einfuhr in 4 Schiffen 55,963 Fr. Einfuhr in 4 Schiffen 42,908 Fr. Ausfuhr in 5 Schiffen 146,928 Fr. Ausfuhr in 4 Schissen 111,593 Fr.

Die von der General-Zoll-Verwaltung offiziell veröffentlichten Er- gebnisse des gesammten Französischen Handels im Jahre 1834 enthält der Moniteur vom 30sten v. M. Nr. 303 in einem Auszuge der Haupt - Fakten und Zahlen, wovon das Wesentlichste den Lesern der R Le S »U j ino j . ' »& Staats-Zeitung bereits in einer früheren Nummer dieses Monats mit- getheilt wurde. : /

Seit dem 1dten d. M. wird der Eingang des Hafens von Antibes im Var - Departement, offiziell vorangegangener Ankündigung zufolge, durch ein die ganze Nachr hindurch brennendes, ausgezeichnetes, inters

volle Aufklärung über viele Punkte der Französischen Gewerbs-Staristik

fürilih an der Spiße des öftlichen Molo's errichteten Thurme; lex - ledesmalige Glanz dauert 4—5 Sekunden, und wiederholt sich alle z Mauten, Bei gutem Wetter soll es auf 34 Seemeilen sicht ar seyn.

Rußland. Aus dem Departement des auswärtigen Handels sind

folgende Vorschriften und Publicationen ergangen :

1) Im Falle des Anhaltens ausländischer, dur<h Ukas vom 283.

Märi 1771 in Rußland verbotener Lotterie-Loose , sollen dieselben den

Eigenthümern nicht ausgehändigt, sondern aufbewahrt und Acht gegeben

werden, ob nicht auf irgend eins derselben ein Gewinn fällt, der Ge

winn dann abgefordert, der Confizcation unterworfen, und darüber, ivie uber alle aus dem Verkaufe verbotener Einfuhr-Waaren gelösten

Gelder nach $. 392 des Zoll-Reglements disponirt werden.

2) Auéländische Assignationen und Billets ausländischer Banken,

die im Tarife nicht genannt sind, sollen nicht in dea Bereich der Zoll-

Behörden gehören, sondern frei durchgelassen werden, sowohl nach als

aus Rußland, auf derselben Grundlage wie ausländische Kredit-Papiere

oder Wechsel fr-i aus einem Staate in den andern übergehen. 3) Es sind zu klassifiziren : : : L

a) Aus Holz gedrechselte Figuren, in Gestalt von Eiern, Früchten und andern Gegenständen, mit Harmonika's im Jnnern dersel- ben, niht mehr wie bisher unter «deu zur Einfuhr erlaub- ten Artikel „Musifalische Instrumente‘/, sondern unter dert VerbowArtiktel des Tarifs „Spielzeug für Kinder; :

b) Thermometer mit bronzenem Gestelle, unm sie auf einen Tisch zu stellen, nicht mehr wie bisher unter den zur Einfuhr ver- statteten Artikel „Thermometer“, sondern unter den Verbots Artikel des Tarifs „Bronze-Fabrikate :‘* \

c) allerlei fupferne Platten zum Graviren, mit Ausnahme der für die Ziz - Fabriken erlaubten gravirten Blätter, zum Verbots- Artifel des Tarifs „Kupfer in Geschirren und allen andem Ar- beiten, außer den besonders angeführten ;‘/ i

4) wollene Türkische Fessi mit verschiedenartigen Fkittern gesti>kt, zun TarifseArtifel „Müßchen, Türkische oder Fessi, wollene, rothe und weiße, mit 2 Rubeln Silber das Duzend belastet ;“ : Ï

e) irdene Tabackpfeisen mit Vergoldung verziert, zum Tarifs-Arti- fel „Tabackspfcifen von Gips und Thon ohne Einfassung, mit 10 Kop. Silber das Pfund belastet :‘/ j

{) Bernstein-Mundstüke mit eingelegter Metall -Damascirung oder ähnlichen Verzierungen, zum Verbors-Artikel des Tarifs „Bern- stein, eingefaßt.‘/ : In Bezug auf $. 40—42 der Verordnung vom 12. Febr. 1830

über den Vau und die Seefahrt der Russischen Handels-Fahrzeuge, tf

nach Prü‘ung der Frage im Kommerz - Conseil wie mit Schifferu

Russischer Kauffahrteischifse zu verfahren sey, welche keinen Eigenthums-

M und fein Pateut haben? folgender Beschluß gefaßt und be-

tättgt : 2

„In Betracht der Verhütung des Betruges und der Mißbräuche,

denen die Theilhaber an der Ladung durch mancherlei Verluste und

Schäden ausgesezt seyn möchten, {oll unnachläßlich gefordert wer-

den, daß. die Schiffer bei’m Absegeln des Fahrzeuges den Sigen-

rhums-Brief und das Patént zum Aufziehen der Flagge bei fich fühs ren, wodurch allein die Nationalitär des Schiffes bewiesen, und deshalb, auch selbs im Falle diese Dokunente verloren gegangen wären, eine Bescheinigung ihnen darüber ertheilt, und die hitret- chende Frist eines Jahres gestattet wird, um sich dieselben aufs

Neue zu verschaffen. Um nun die Schifss- Eigenthümer zu nöthi-

gen, unerläßlich die in $. 42 der Allerhöchst bestatigten Verorduung

vom 12. Febr. 1830 verordneten Dokumente zu haben, sollen die

Zoll-*emter feine Schiffer zum Laden zulassen, welche diese Doktu-

mente nicht haben. Damit aber durch diese Maßregel kein Auf-

enthalt für das Absenden der Ladungen entstehe, sell dieselbe erst vier Monate nah Bekanntmachung von der Ober - Zoll - Behörde, vermittelst der Handels- und anderen Zeirunaen, in Kraft treten.

(St Petersb. Handels-Zeitung Nr. 8 vom 27. Oft. 1824 a. St.)

Niederlande. Am 13ten d. M. hat der Ober-Statthalter von Batavia, im Namen des Königs, einè auf Beförderung des Kolontal- Schiffbaues gerichtete Verordnung erlassen, deren Details in Nr. 6951 der diesjährigen Hamburger Börsenhallen-Zeitung naclgesehen weden mögen. Es sollen danach fünftig in uus nur für Schisse und Fahr- zeuge, die in Niederland oder Niederl. Judien gebaut wurden, See- Briefe ausgegeben , die bereits ausgegebenen jedoch aufrecht erhaiten werden. Jedes mit einem neucn Sec-Briefe zu versehende Fahrzeug soll nur von einem festen Einwohner des Niederländischen Judiens gesührt werden dürfen, vvrbehältlih etwaniger ven diescr Regel (ems porair durch die Regierung zu . gestattenden . usnahmen Dann sell aber jedes, vermöge solcher Auêsnahmen durch Auéländer zu führende Schiff, nach Verhältniß seiner Lastenzahl, 1 - 3 mit gewissen Eigen- schaften versehene Steuermann - Lehrlinge an Bord haben, oder für jeden Fehlenden $00 Fl. jährlich zu einer Kasse zahlen, aus welcher aewisse Ermunterungen der See-Schifffahrt zu besirciten die Regierung beabsichtigt.

Spanien. Durch Königl. Dekret vom 6. Sept. d. J. i die unter dem Namen la compañia de las Felipinas befannte Handelg- Gesell(chaft aufaehoben, und dem Spanischen Handelsstande, ohne Uns terschicd, der Handel und die Schifffahrt nach den Philippinischen Jn- feln freigegeben worden.

Portugal. Für die aus Schweden in Portugiesische Häfen an- kommenden Schiffe, Personen und Waaren is von der Königl. Sani- tätö-Junta eine Beobachtungs-Quarantaine von resp. 12 und $ Tagen verordnet worden.

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika. Die große Bank-Frage sieht der Lösung durch den neuen Kongreß demnächst ent- geaen. Cine große Wahrscheinlichkeit, daß sie nicht anders als im bee harrlichen Sinne des Präsidenten Jackson gelöf\t, folglich eine Ver- längerung oder Erneuerung des Frei-Briefs der United - States - Bank nicht werde zugestanden werden, geht aus dem Ergebniß der bisheri- aon Wahlen hervor, bei welchen, nach glaubwürdigen New - Porker N1uchrichten, die Opposition bedeutendes Terrain A haben soll.

di fb

Meteorologische Beobachtung. | 1834. j Morgens | Rachmitt. ! Abends j Nach einmaliger 3 Dezbr. | 6 Uhr. | 2 Uhr. | 10 Upgr. { Beobachtung.

Lastdrud.. 335,16 Par. 335, 5 8 Par. 338/4 é Par. Quellwärme 8,7 ® R. gujitwärme + 46° N.|+ d4°R./-+4- 3,5 N. ° Thaupunkt 4+ 25° N[(+ 2,7 "R.|-4 0,1 ®RPluswärme 2 R.

Dunftiätig.| 82 vCt. 80 pCt. 75 vEt. odenwärrmne 4 2 * M. » \ S Cn. . Îa A Sette.) trübe. | Meeen | Poser | uin, 0,016 Wolkenzug NW. | ntiederschlag 0,043 'Kh, Auswärtige Börsen. Amsterdam, 29 November. Niederl. wirkl. Schuld 525. 58 do. 99/5. Ausg. Sehuld —,

348 7477. Russ. 974. Oewiterc,

Kane«-Bill 2212, 45 # Amort. 9175. "7 do. 42 Avl. —. Span. 58 442,

972. FPreuss. Präm.-Secheine 107.

32 272. S RE Ap, 28 November, Span. 58 44 38 27 Guebbard 444. Lins]. 157. Cortes 405. Hamburg, 2. Dezember. 5 Engl. Russ. 1024. Hope in Cert. 97. Preuss. Präm.-Scheine Pola. 1343. Sebatz-Oblig. —. Portug. 804. Wien, 29. November. 58 Met, 994. 48 9027. Bank-Acties 1277.

119,

Neue Anleihe v.

mittirendes Leuchtfeuer angedeutet. Es befindet sich dasselbe auf dem

1834 54D,