1834 / 356 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Stanley seine Weigerung ausgedrückt habe, sey von der Be- (<affenheit, daß er ihrer Partei noch Hofsnungen lasse. Es is nur Schade, daß Lord Stanley's Absichten etwas sehr hand- oreiflih aus dem Beistande hervorleuhten, den er den Barlaments- Kandidaten Herrn Wood und Lord Molyneux, dein Lord F. Egerton gegenüber, der wahrscheinlih wieder cin Amt erhalten wird, angedeihen läße. Das suaxiler ¡n modo. welhes dem Lord Stanley so freigebig zugeschrieben wird, ist von derselben Bedeutung, wie die Versicherungen der Tories in Betreff der Geneigtheit des Grasen Grey, das neue Kabinet zu unterstüßen. Wir wissen, daß der edle Graf den herzlichsten Wunsch geäußert hat, daß die Reformer in dem neuen und leßten Kampf gegen die Tories , den diese hervorgerufen haben, siegen möchten.// Die Tory-Blätter lassen sich jedoch durch diese NRai- sonarments nicht irre machen; sie begründen ihre Behauptung, daß zwischen Lord Stanley und Sir Robert Peel nicht die ge- ringfie Meinungs - Verschiedenheit herrsche, namentlich auch auf ein Schreiben des Ersteren, welches der Glasgower Courier mit folgender Einleitung mittheilt: „Das nachstehende Schrei- bcn ist dem ersten Magistrats: Beamten der Stadt Hamilton, Herrn Robert Henderson, von Lord Stanley zugegangen ; es ist die Antwort des Letzteren auf die von dieser Stadt an ihn er- gangene Einladung, ihre lopale Adresse an. Se. Majestät zu überreichen. Man wird aus dem in Lord Stanley's Briese herrs{Wenden Tone erschen, daß derselbe den lebten Minister- Wechsel mit günstigen Augen betrachtet, und daß das Ministe- rium, welches in der Bildung begriffen ist, wenn er auch nicht felbst daran Theil nehmen kann, sich do< des Beistandes seines Namens, Ranges, Einflusses und Talentes erfreuen wird: 1, ¡,Trentham, 7 Dezember 1834.

Mein Herr! Fch habe die Ehre, Fhnen den Empfang Fyres für mich zu schmeichelbaften Schreibens vom 1sten d. nebst der das- selbe begleitenden Adresse an den König anzuzeigen. Das Schreivet ist in Ausdrücken abgefaßt, die für Se. Majestät hdchst genugthuecnd seyn müssen, und tch kann nicht umhin, meine vollkommene Freude darúber zu Cußern, daß ich Gesinnungen darin ausgesprochen finde, die mit den meinigen ganz übereinstimmen. Da ich schwerlich Gelege1n- heit haben dürfte, die Adresse dem Könige selbst zu Überreichen, und da ich keinen Pair in London kenne, den ih sons damit behelligen Tonnfe, so habe ih fie offiziel an Se. Gnaden den Herzoz von Wellitigton, Sraats-Secretair des Jnnertt, befördert, mit der Bitte, daß er sic in der gewöhnlichen Form zu den Füßen des Thrones niederlegen möge. Fh bekenne, daß ich mich sehr dadurch geschmet- chelt fühle, von dem Stadt-Raty von Hamilton zum Orgait und Dolmetscher, mit einem Wort zum. Depositar des Ausdru>s seiner Gesinnungen gewählt worden zu seyn. Fch habe die Ehre, u. #. 1.

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Sir James Graham ist am Sonnabend mit dem Courier, der an ihn abgeschicke worden war, von Netherby in London angekommen. Der Sun sagt, er habe mit großem Vergnügen vernommen, daß Sir James eben so fest an seinen Grundsätzen Hâánge und eben so eifrig auf seinen Ruf bedacht scy, als Lord Stanley, und daß er sich also gleich jenem geweigert habe, an dew, Tory-Ministerium Theil zu nehmen.

Lord John Russeil wohnte am Sonnabend einer Versamm- lung seiner Freunde zu Plymouth bei und äußerte sich dort fol- gendermaßen über: die jeßige Lage der Dinge: „Man sagt uns, daß es der Wunsch des Königs sey, Mißbräuchen abzuhelfen Und die Wohlfahrt scines Volks zu befördern. Jh möchte Sie Haßer auffordern, in Uebereinstimmung mit den Wünschen Sr. ‘Majestät zu handeln, und im Fall einer Auflösung des Parla- ments solche Männer zu wählen, die sich aufrichtig dafür ver- bürgen, Mißbräuche abzustellen und an dem Wohle des Landes Zti arbeiten. Wenn es der jetzigen Verwaltung roirfklich damit Ernst ist, die bestehenden Mißbräuche abzuschassen, so werden Ihre Repräsentanten die leichte Aufgabe haben, ihr dabei be- húlflih zu seyn; wenn sie aber die Absicht haben sollte, die Miß- bräuche aufrecht zu erhalten, so werden Jhre Repräsentanten ¿n Stande seyn, ihre Zwecke zu vereiteln und zuleßt doch die von der Nation gewünschte Abitellung jener Mißbräuche in Kir- che und Staat zu bewirken, Meine Herren, das feste und eh-

penwerthe Benehmen, welches Sie an der großen Mehrheit der

Volks-Repräsentanten bemerkt haben müssen, ist eine hinreichende Bürgschaft dafár, daß uns das, was kärzlich verlautet ist, keine Besorgnisse zu erregen braucht. Jch wenigstens werde das Vor- gefallene nicht bedauern, sobald i< die Verwaltung festen Schrit- tes an die Verbesserung der bestehenden Mißbräuche gehen sche; aber bis dahin werde ih ihr nicht sehr trauen; ist es ihr jedoch ernstlih darum zu thun, alle Mißbräuche abzuschassen, so werde ich mi glâ>Elih s{äßen, unseren gemeinsamen Zweck erreicht zu even, s / L 2 derr Spankie hat ein zweites Schreiben an seine Konsti- tuenten zu Finsbury gerichtet, worin er dem Volke anempfießlt, in Geduld die Handlungen des neuen Ministeriums abzuwar- ten, auf den König zu bauen, der sih „„gegen die vermeintlichen Wünsche des Volks vielleicht schon zu nachgiebig gezeigt habe“, und die Folgen ungezügelter Ungeduld zu bedenken, Folgendes ist ein Auszug aus diesem Schreiben : | „Wenn woir auch auf einen Augenbli> annehmen wollten, daß diejenigen, welche sich aus\c<hließli<h die Volksfrcunde nennen, wirk- lich die Absicht hätten, Fhre Lage und die des ganzen Landes zu verbessern, was aber noch sehr die Frage ist, so würden Sie doch gut thun, erfi zu erwägen, wie und mit welchen Kosten dîieïe Ver- besserungen ausgeführt werden dürfte, Denn bedenken Sie, wel- che Folgen es für die verschiedenen Professtonen, für die Schuhma- cher, Viaurer, Zimmerleute, Uhrmacher und alle andere Fabrikantei und- Zendwerker dieses Fle>ens, ja im ganzen Lande, haven würde, follte das lte Losungswort dec Rebellion: „Fn Deine Zelte, Fs- rael!/‘/ jeßt wievee ertónen und Gehorsam finden? Welches Rejul- tat wúrde ein Kreunzzug zur gewaltsamen Demüthigung des Kdntgs, des Unterhauses, der Englischen Kirche und zur Abschaffung andc- rer „„anerkannter// untd noch nicht reformirter Mißbräuche diesec Art für Sie haben? Es muß Fhnen bekannt seyn, daß es eine schr große Menge Menschen von starken Körper und kräftigem Geiste giebt, dic entschlossen sind, jene Dinge zu vertheidigen, die cinige Refor- mer Sie angreifen heißer, uud daß ein langer und blutiger Kampf würde durchgefochten werden müssen, ehe den zerfidreriscen Zefor- ern ihe Plan gelingen könnte, wenn ex thnen Überhaupt gelänge. Rehmen Sie at, daß es wirklich zu einem solchen Kriege käme, oder auch nur, daß beständig die Furcht und Besorgniß vor einem fol- chen Kriege über uns shwebte, wic würde es dann ienen Klassen erge- heit, zu denen viele von unsgchdren? Erinnecn Sie sich noch, wte während der durc) die Reform-Bill verursachten Aufregung Jhre Kunden aus- blieben? Die Nachfrage nach den Erzeugnissen des Fabrikanten wurde unterbrochen. Was würde also die Folge eines Bürgerzwi- stes seyn? Schon cine allgemeine, längere Zeit anhaltende Trauer fiórt den Gang des Handels und läßt Fhre Vorräthe unverkauft in Fhren Händen. Was würde also geschehen, wenn das Land in jah relangen Zwiespalt und Aufruhr gestürzt und mit Bürgerblut über- shwemint würde, und wenn die allgemeine Trauer vicle Fahre hin- durch dauerte? Sie müssen cinsehen, daß, wenn dem Gutsbesißer der Yacht nicht gezahlt wird, dieser auch die Produkte und Fabri- Éate, von denen sich jeßt #0 viele nähren und kleiden, nicht bezahlen Xann, Der Profcssionist würde seinen Bedarf nicht bezahlen können,

wril seine Hülfsquellen vertro>nen würden. Die Erzeugnisse des [ 2 Man wärde

Fahrifanten würden von Niemanden gesucht werden.

145A bloß die ndthigsten Bedürfnisse kaufen. Die Nachfrage, welche Mil- lionen beschäftigt, würde aufybren. Der Handelsmann würde nur bettelarme Kunden haben, denn Alles würde arm seyn. Er seiner- seits würde nicht die Mittel haben, die Luxu:5- Artikel oder selbs nur die ndthigiten Bedürfnisse, die er von anderen Handelslcuten bezdge, zu bezahlen; kurz, aller Verkehr würde aufhören.‘/

In dieser Weise fährt Herr Spankie no< eine Zeit lang fort und {ließt damit, daß ein Minister - Wechsel nothwendig gewesen sey, weil die vorigen Minister dur) ihre Verroaltung eine Kollision zwischen den verschiedenen Zweigen der Geseßge- bung und also den oben geschilderten Zustand der Dinge herbei- geführt haben würden. Natürlich machen die Oppositions- Blät- ter diesen Bricf zum Gegenstand der heftigsten Angrisse und werfen dem Verfasser dies und jeues vor, was ihn dazu veran- laßt haben fönnte, seinen früheren, wenigstens doch gemäßigt whigistishen Grundsäßen untreu! zu werden. Der Sun meint, Here Spankie habe sic; dur< Geld bestehen lassen; die Mor- ning Chronicle, er ziele auf eine Richterstelle. Der Cou- vier cLtaut D tvar N Theil mit den Ansichten des Brief- stellers einverstanden, hält sie jedoch fúr unrichtig angewendet und glaubt vielmehr, daß es dur< den Miniiterwechsel dahin kom- men fônnte, wovor Herr Spankie zurückschre>en will.

Die Wähler von Westminster beschlossen am Freitag Abend, eine Mittheilung an Sir F. Burdett ergehen zu lassen und ihn um seine Ansicht über den leßten Ministerwechsel und Über den jesigen Zustand der öffentlichen Angelegenheiten zu ersuchen. Sobald die Antwort des Sir Francis eingeganaen scyn wird, soll eine dffentlihe Versammlung einberufen werden. Es wurde bei dieser Gelegenheit auch cin Schreiben des Obersten Evans verlesen, worin dieser meldet, daß Sir F. Burdett eingewilligt have, mit ihm zusammen sih zum Könige zu begeben, um Sr. Maj. die in der lesten Versammlung zu Westminster angenom- inene Adresse zu Überreichen.

Der Globe enthält eine satyrishe Schilderung von eínem angeblich in Apsley-House stattgehabten Reform-Diner, bei wel- chem er den Herzog von Wellington, Sir Robert Peel, Lord Lyndhurst, den Grafen von Aberdeen, Sir G. Murray, Herrn Goulburn und Sir H. Hardinge im Sinne der eifrigsten Re- former sprechen läßt. Der General Sir H. Hardinge bringt dabei unter Anderem einen Toast auf den Herausgeber der Times aus, der mit großem Beifall aufgenommen wird. Auch die Mor- ning Chronicle macht ihrer satyrishen Laune in folgendem Artikel Luft: „YDr. Joseph Surface“/, sagt sie, „langte kürzlich aus dem Auslande hier an, um dem Befinden des Herrn John Bull seine ausschließliche Ausmerksamkeit zu widmen. Der Pa- tient befand sh seit mehreren Jahren in einem sehr unbefriedigen- den Gesundheitszustande. Seine leßten Aerzte hatten ihm etne gänzliche Veränderung seiner Diät vorgeschrieben, und der Kranke sing allmálig an zu genesen; da erhob sich ein Streit in der Fa- milie; seine erprobten Aerzte wurden entfernt und Hy. Joseph Surface herbeiberufen. Der Doktor soll jedoch mit der frühe- ren Behandlungsart des Patienten vollkommen zufrieden seyn und die Absicht haben, nuc sehr wenig von dem System seiner Vorgänger abzuweichen.. Die Familie ist S erstaunt über dies Verfahren des Doktors, da er no<h kürzlich geäußert hatte, daß der Kranke bei einer so verkehrten Behandlung sterben músse. “Man sing an, in dem Vertrauen zu schwanken, und Herr John Bull soll s so Úbel befinden, daß er die Arzneien des Doktors schwerlich bei sich behalten dürfte. Dies ist um #o auffallender, als es fast dieselben Arzneien sind, bei deren Gebrauch Herr John Bull noch vor kurzem solche Fortschritte in sciner Gene- sung machte. “/

Der Standard erwähnt einer Probe von Unparteilichkeit, die das neue Ministerium gegeben, indem es Lord Lepredocë, ob- gleich dessen politische Ansichten allgemein bekannt scyen und man wobl wisse, daß er fr die Reform gestimmt, zum Oberst des ersten Garde-Jnfanterie-Regiments ernannt habe.

Die wahlberechtigten Dissenters von Edinburg hielten in voriger Woche eine Versammlung, um über das Verfahren zu beraib schlagen, welches fle annehmen wollten, wenn es zu neuen Parlaments: Wahlen käme. Es waren gegen 500 Personen zu- gegen, und die angenommenen Beschlüsse gingen dahin, daß die Dissenters einem Ministerium ihr Vertrauen nicht schenken könn- ten, welches aus Männern bestehe, die sich stets als Feinde aller Reform erwiesen hätten.

Herr Gideon Colquhoun will, dem Courier zufolge, als Parlaments-Kandidat für die Stadt Londen auftreten.

Lord Roßlyn wúrde, wenn der Morning Chronicle zu olauben ist, zum Lord-Lieutenant von Jrland ernannt werden. Der Capitain Roß ist vom Könige zum Ritter geschlagen worden und führt demna< nunmehr den Titel Sir John Roß.

Vorgestern ist die Stimmliste über die Kirchen-Steuer in Birmingham geschlossen worden; die Steuer is, wie na< den an den früheren Tagen publizirten Angaben über die Zahl der Stimmen für und gegen dieselbe bereiis zu schließen war, defi- nitiv verworfen worden, und zwar mit einer Majorität von 4976 Stimmen.

Am Freitag Nachmittag um 3 Uhr, während eines sehr dichten Nebels auf der Themse, trafen die Dampfböte „London Merchant‘“, von Rotterdam kommend, und „Brillant“/, welches die Themse hinunterging, auf einander. Beide Fahrzeuge gin- gen mit halder Schnelligkeit und waren si<h {hon sehr nahe, ehe die Capitaine und Piloten es bemerkten. Obgleich der Be- fehl zum Anhalten gegeben wurde, so war do< das Zusammen- stoßen ni<t mehr zu vermeiden, wodur< das Eisenwerk am Backbord beider Schisse zerstóre und noch andere Beschädigun- gen verursacht wurden. Der Stoß war #o heftig, daß der „„Brillant‘/ sich auf die Seite und gegen ein Kohlenboot legte, das nur mit genauer Noth entkam. Beide Fahrzeuge sebsten jedo nach einem kurzen Aufenthalte ihren Weg fort.

Der Courier nimmt von dem vor dem Pairshofe in Pa- ris s{Wwebenden Prozesse Anlaß, folgende Bemerkungen über den jeßigen Zustand Frankreichs zu machen: „Diese gerichtlichen Ver- handlungen erregen in Varis gar kein Juteresse, ja selbst von der Vorladung des Herausgebers des National vor die Schran- fen der Pairs-Kammer wird wenig gesprochen. Kurz, wir wer- den inne, daß die Sehnsucht na<h Ruge. in Frankreich alle an- dere Rücksichten Überwiegt, und daß Gleichgültigkeit, ja selbst Widerwille gegen die Politik jeßt als die in Paris vorherr- schende Stimmung zu betrachten ist. Dies nimmt uns gar nicht Wunder, auch sehen wix darin nihts Bedauernswerthes, so viel auc) einige unserer Kollegen sich darüber wundern und die Besorgniß äußern, daß diese Apathie das Grab aller Freiheit seyn werde. Wenn es auc<h wahr seyn mag, daß die jeßige Französische Regierung der Freiheit nicht schr günstig ist, so hat doch die Erfahrung gezeigt, daß die Regierungen, welche Lurch Revolutionen entstanden, ihr immer gleich feindlich waren. Wie solite man also von der jebigen Regierung verlangen, was die früheren nicht leisteten? Nur die Personen find gewe<selt, das System ist wenig oder gar nicht verändert worden. Ob

Ludwig KlV., oder Napoleon, oder Karl X, oder Ludwig 6, lipp auf dem Throne sisen, das Königlich Kaiserlihe S Ph dessen großes Prinzip in dem Ausspruche liegt : u c’est moi, bleibt unverändert, und alles Andere w “lat sem Gruudsaße aufgeopfert. Jn der That, so auch die alten Systeme verdammen mag, die Stelle geseßten scheinen eben so fehlerhaft zu sepn verjährte Gebrauch hat ohne Zweisel viel von seiner Cu verloren, aber die Vernunft hat es no< nicht dahin gebe “n cine gute Verwaltungs-Theorie an dessen Statt aufzustellen M dies geschießt, kann man von der Französischen Nation nige Anderes als Jndifferenz erwarten; is es aber erst einmal dah, gekommen, dann wird sle even so besorgt seyn, diese gute V, waltung zu unterstüßen und aufrecht zu erhalten, wie sie it jeßt beeifert zeigt, das Eigenthum zu bes<üßen , welches t ; das Hauptziel aller Regierungen seyn muß.‘ Mis Die Times sagt: „Die Meldung mehrerer Blätter daf Lord Granville schon na London zurückgekehrt sev, if vorne, doch wird Se. Herrlichkeit Paris verlassen , sobald die Vilduy, des neuen Kabinets beendigt i.“ Der Morning Pos 1 folge, würde Lord Stuart de Rothesay seinen fcüheren Gesant schaftsposten in Paris wieder übernehmen; die Morning Chr, nicle dagegen will wissen, daß Lord Cowley zu dieser Stel, auserschcn sey. ' Aus Madras sind Zeitungen bis zum 16. August ang, fommen. Es war mehr Regen gefallen, als um diese Zeit fi Jahren der Fall gewesen, und die Landleute waren emsig mi dem Ackerbau beschäftigt. Baumwolle war theuer, und es hq, ten nur wenige Verladungen na< London in diesem Artik:( 4 macht werden fönnen. Der Bengal Hurkaru vom i Juli giebt Nachricht von einem gefahrvollen Aufikande, dey in Gwalior stattgefunden hat. Neun bis zehn Regiment wit 400 Kanonen und 400 Mann Kavallerie empörten sich gegen den Maharadschah. Die übrigen Truppen desselben mit 1 Kanonen, unterstüßt von den Englischen, die sh dort befind, zogen gegen die Empörer. Die Königin und andere Dam, vom Hofe wurden der Sicherheit wegen bis zur Entscheiduy des Kampfes in die Festung Gwalior gebraht. Der Mahar, schah zog aus und ließ seine Zelte aufshlagen, als die Räd führer kamen und um ihr. Leben baten. Gwalior i für jet gerettet, aber dennoch ist das Land in einem traurigen Zustand, Der Globe spricht von einem Aufstande, der auf der Ju sel Ceylon auégebrochen seyn sollte, und bei welchem meh Personen ums Leben gekommen wären. Zeitungen vom Vorgebirge der guten Hoffnung ki zum 8. Oft, enthalten nur die Nachricht, daß die Kaffern ihre Räubereien an der Gränze wieder begonnen haben.

Y olen.

Warschau, 19. Dez, Die hiesigen Zeitungen biiy gen folgenden Nachtrag zu dem von Sr. Majestät dem Kaise unterm 29. November in Modlin erlassenen Tagesbefehl zut dffentlihen Kenntniß: „Se. Majestät haben während Jhry Aufenthalts in Warschau mit Vergnügen die dort herrschend,, in jeder Hinsicht musterhaste Ordnung und Einrichtung wahr genommen und bezeugen dem Militair -Gouverneur der Stad Warschau, General - Adjutanten Pankratjef 1, dafür Jhre voli fommene Erkenntlichkeit und dem General-Militair-Polizeimeiste der aktiven Armee, General-Major Storozenko, Ihre hláse Zufriedenheit, Den Unter-Beamten der Warschauer Polizei bu stimmen Se. Majestät cinem Jeden einen Rubel, ein Pfund Fische und eine Ration Branntwein.“

Der hinterbliebenen Familie des Geisilihen Adam Ph fowitsh, Administrators der Krakauer Diözese, haben Se. Vv jestär mit Rücksiche darauf, daß der Verstorbene die einzige Sti seiner Verwandten war, ein Gnaden - Geschenk von 65,000 f bewilligt.

Vorgestern wohnte der Fürst Statthalter der Aufführun der Hapdnschen „Schöpfung“/ bet, die von hiesigen Dilettantet und Artisten ausgeführt wurde, und zu der sich gegen 500 Per sonen cingefunden hatten. Man verdankt diesea musikalischen Genuß besonders den eifrigen Bemühungen des Grafen Hein rih Lubienski,

Deuts Gland

Kassel, 13. Dez. Die (gestern erwähnte) neue Städt und Gemeinde - Ordnung ist vom 23. Oktober datirt, und besteht aus 6 Titeln und 108 Paragraphen. Jn Betreff di Gemeinde - Angehdrigen findet s< darin bestimmt: Ein jede Staats- Angehdrige, mit Ausnahme der Glieder des Kurfürstl Hauses, der Standesherren, der Ritterschaft, muß für seine Person und Familie in irgend einer Gemeinde ein Heimaths Recht, mit den Ansprüchen auf Benußung der Gemeinde-Av staiten, haben. Die Gemeinde- Angehdrigkeit, so weit sie nicht durh Aufnahme und Heirath erworben wird, is angeboren; s entstedt au durch definitive Uebertragung einer Stelle im Hof oder Civil-Staatsdienste. Die Militair-Personen bleiben in den! Gemeinde- Verbande, in welchem sie vor ihrem Eintritt in den Militairdienst gestanden haben. Die Mitglieder der Gemeinde sind entweder Ortsbürger, weichen das Recht zur Mitwirkung bei den ffentlichen Angelegenheiten zusteht, oder Bw sizer. Die Aufnahme zum Ortsbürger zu verlangen sind bere tigt: alle Gemeinde - Angehdrigen, welche entweder ein eigent Wohnhaus besisen, oder die Landwirthschafe auf eigenen Grund stücken mit eigenem Anspann betreiben, oder cin zünftiges Öt werbe als Meister desselben ausüben, oder ein sonstiges Gewet"t betreiben , oder von vem Ertrage eines Vermögens leben, wt hes ihnen in den Gemeinden unter 1000 Einwohnern ein jähr liches Einkommen von 100 Thalern, in den Gemeinden übt 1000 und unter 3000 Einwohnern ein solches von wenigsten? 200 Thalern und in den Gemeinden mit mehr als 3900 Ei wohnern ein sol<hes von wenigstens 300 Thalern gewährt, oder die durch wissenschaftliche oder künstlerische Betriebsamkel oder auf sonst eine Weise ein jährlihes Einkommen von wen) stens 200 Thalern beziehen. Diese Personen sind auch zuglei verpflichtet, Ortsbürger zu werden. Die Gemeinde - Behördt! bestehen aus cinem Orts-Vorstande, einem Gemeinde: Rathe u? einem Gemeinde - Ausschusse, welcher eine Mitaufsicht auf Gemeinde - Verwaltung sührt. Die Wahl des Gemeinde- Aus schusses erfolgt durch die siimmfähigen Ortsbürger, die des Go meinde-Rathes durch den Gemeinde-Ausschuß; die Hälfte der Ml glieder muß zu den Höôöchstbesteuerten gehören. Die gesetlió erforderliche Bestätigung des Orts - Vorstandes durch die Regif r!:ng oder die Standesherren kann aus besonderen Gründen v! weigert werden. Die Mitglieder des Gemeinde-Aussusses- ( wie des Gemeinde-Rathes, werden alle fünf Jahre neu gewählt sind aber stctê wieder wählbar. Der Orts - Vorstand wird "e weder auf Lebenszeit, was jedo< nur mit landesherrliche Öt nehmigung geschehen kann, oder auf bestimmte Zeit, jedo n!

unter fünf Jahren gewählt, Die Stadt-Schreider, Stadt-Kiw/

Poigschusses geschieht unentgeltlich. ( a lande mit der Orts - Polizei beauftragt; deren Aus-

never und alle andern Gemeinde-Diener werden vom Gemeinde- Rathe im Einverständnisse mit dem Gemeinde-Ausschusse bestellt. Die Geschäftsführung des Gemeinde-Rathes und des Gemeinde-

In der Regel bleiben die

jhung kann aber auch einer Staats - Behörde übertragen wer- Die Einführung neuer Auflagen guf Verbrauchs - Ge-

stände um Besten der Gemeinde - Kasse kann nur dureh S eliaund des Ministeriums des Innern im Ein-

erstándnifsse mit dem Finanz-Ministerium erfoigen. Die Ge- nehmigung der Aufsichts -Behörde ist erforderlich zur Veräuße- ung und Verpfändung von Gemeinde-Grundstücken, so wie zu qugerordentlichen Auflagen, welche die Gemeinde - Behörden be- (ließen, wenn beide eine bestimmte Summe übersteigen. Die un den Gemeinde-Räthen und Ausschüssen für die einzelnen Gemeinden zu entwerfenden Statuten müssen zur öffentlichen Kenntniß der Gemeinde gebracht werden, um binnen der näch- en zwei Monate die Erinnerungen zu vernehmen, welche Ge- meindeglieder dagegen zu machen finden. Gültigkeit erlangen solche Statuten erst dur< die Bestätigung der Regierung. München, 15. Dez. Der Herbst des Jahres 1832 ent- ci uns den, auch als Naturforscher und Geschichtskundigen be- E annten Veteranen unserer Diplomatie, den Grafen Bray, ves nige Wochen nachdem er seinen lesten Posten in Wien verlas: (en hatte. Fräher hatte er den Missionen in Peteréburg und Paris vorgestanden. Die heutigen Pariser Briefé melden uns nun auch den Tod unseres dortigen Gesandten von Pfesfel, der 1323 dein gelehrten und kunstliebenden Baron Adam Äretin als Bundes-Gesandter in Frankfurt, 1826 aber dem Grafen Bray in Paris nachgefolgt war. Herr von Pfeffel, selbst ein Mann | von vielseitigem Verdienste, war der Sohn und Neffe zweier

hochverdienter Männer. Sein Vater, Christian Friedrich von Pfeffel, Zweibrückscher Geheimer Staatsrath, darauf Publicist

‘im Französischen Ministerium des Auswärtigen (einundachtzig Zahr alt, im Februar 1807 verstorben), gehörte unter die Grün- [der der Münchener Akademie, des großartigen Urkundenwerkes der monumenta boiea, und unter die gediegensten Arbeiter der Abhandlungen jenes gelehrten Körpers, die für die Geschichte Ides gesammten Ober - Deutschlands so fruchtbringend gewesen snd, Sein blinder Oheim, Gottlieb Conrad Pfeffel, Stifter der Kriegsschule in seiner Vaterstadt Colmar, batte bekanntlich } (8 Deutscher Fabeldichter einen hohen Rang.

Stuttgart, 18. Dez. Unser Mitbürger, Herr Ober, Me- \dizinal Rath Nr. Köstlin, hat kürzlich den Antrag erhalten, die N Stelle eines Leibarztes JJ. MM. des Königs und der Köni- gin der Belgier unter den ehrenvollsten Bedingungen zu über- I nehmen; er hat jedo diesen Antrag abgelehnt. | Darmstadt, 18. Dez. Das Großherzogl. Hessische Re- gierungs-Blatt enthält eine aus 27 Paragraphen bestehende Jn- iruction für die Zusammenlegung und neue Vertheilung der Grundsiücke. Diese Instruction ist mit folgenden Worten ein- (geleitet: Um den Grund - Eigenthümern Gelegenheit zu geben, die großen Nachtheile zu entfernen, welche eine zu weit getrie- bene Zerstückelung der Grundstücke und eine zu große Unregel- máßigkeit in der Form und gegenseitigen Lage derselben auf das [Emporfommen des Ackerbaues äußert, wird nachstehende An- leitung für die Zusammenlegung und neue Vertheilung der Grundstücke durch freie Uebereinkunft zur allgemeinen Kenntniß gebracht, (Folgen nun die einzelnen Bestimmungen.)

Schweiz.

Zürich, 15. Dez, Vorige Woche ist nun wirkli<h Herr Kasthofer mit seinem kriegschnaubenden Antrage wieder im Sro- fen Rathe zu Bern aufgetreten. Derselbe hat zwar seit seiner Zurückziehung einen Uinguß erlitten, wodur aber nur die äu- here Form, nicht der innere Gehalt umgeändert worden ist. Da [diese sauberen Vorschläge lelzten Sonnabend debattirt werden sollten, so müssen wir bald erfahren, in wie weit die Weisheit der radifalen Berner Geseßgeber dieselben gebiilkgt hat. So vie die Sachen in dem gegenwärtigen Augenölicke stehen, sdürste die Kasthoferscß)e Motion als unzeitig verworfen werden ; denn die Führer des Großen Rathes, die mit ihrer Politik von feinem Tage zum anderen leben, scheinen einzusehen, daß die der- maligen Zeit-Umstände und namentlich die jeßigen politischen Ver- hältnisse in Großbritanien und Frankreich ihren Schweizerischen [Revolutionsplänen in hohem Grade ungünstig sind. Bemer- fenswerth ist, daß seit dem Sturze des Melbourne’schen und der Wiederbefestigung des doctrinairen Ministeriums die inso- Hlente und drohende Sprache der Berner Blätter sich ctwas ge- máßigt hat.

} Jn voriger Woche verlor die Schweiz eíne ihrer neuen No- tabilitäten in Herrn Eduard Pfysfer aus Luzern. Derselbe starb an einem Schlagflusse auf einer Reise in Olten. Bis dieser ¡Mann am Ruder war, handelte er gemeinschaftlih mit den Radikalen ; einmal zur Gewalt gelangt, huldigte er mäßigen Grundsätzen. Ohne Pweifel wird jest jein Bruder, der bekannte [Vortführer der Schweizerischen Bewegungs - Partei, Casimir her, an seine Stelle treten, und dur< ihn Luzern auf eine p 1ge Weise mit Bern verbunden werden.

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika,

| New-York, 11. Nov. Das Schicksal der Bank ist durch die puuen Wahlen entschieden worden. In funfzehn Monaten erlischt ibr : tivilegium. Wenn die öffentliche Meinung nicht eine vollkommene lung erfährt, wird dasselbe nicht wieder erneuertwerden, und Y ank stirbt dann ab, um später unter einer neucn Gestalt eder aufzuleben, wenn eine neue Reihenfolge kommerzieller j idéfälle den Ungläubigsten bewiesen haben wird, daß man Mp sie nicht fertig werden kann. Es ist bemerkenswerth, daß I dur< die beiden Staaten gestürzt wird, die ihr am n en verdanken, nämli Pensylvanien und New-York. Bes- | ers ist die Verblendung Pensylvaniens unerklärlih; denn i in Philadelphia aufgehäuften Kapitalien würde jener M noch heut zu Tage eine Wüitenei seyn. Er würde weder 00 Meilen langen Kanäle und Eisenbahnen , die ihn fon en, besizen no<h die viel zahlreicheren Heer- Va noch jene unzähligen Brücken, die {dnsen der Welt, Vas N Manufakturen und Bergwerke, die ihn bereichern. das U Wähler von New- York betrifft, so darf man glauben, besen n der Sib der Jational-Bank in dieser Hauptstadt ge- bers ad re, die Wahlen der Stadt und des Staates ganz an- Rettun a seyn würden... Die einzige Möglichkeit ciner ber südlich r die Bank besteht noch darin, wenn es dem Theile Wirginie en Union-Staaten der sich unter dem Einfluß von sheinlich endet, gefallen sollte, ihr die Hand zu reichen. Wahr- kuf zwar ist ein solches Verfahren nicht, aber doch möglich. zwischen den Amerikanern des

Bord hôrt man im Streit: ; elche di u Südens, jene behaupten, daß nur sle es seyen, / e dsteren vor dew Aufruhr ihrer Sklaven bes{"zen |

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könnten, während diese dagegen den Ersteren ihren Schus gegen die Schrenisse der Ultra-Demokratio oder vielmehr Ochlokratie anbieten. Jett bietet sih dem Süden eine {<öône Gelegenheit dar, zwischen den beiden Parteien des Staates die vermittelnde Rolle zu übernehmen, welche übernehmen zu können er si< so oft gerühmt hat.

Der Schag-Amts-Secretair hat an alle Steuer-Einnehmer ein Cirkular erlassen, durch welches denselben verboten wird, ge- wisse Tratten der Filial-Banken in Zahlung anzunehmen. Diese Tratten waren von der Bank emittirt worden, der physischen Unmöglichkeit wegen, in der si<h der Präsident und Kassier der Central-Bank in Philadelphia befanden, eine Anzahl von fünf, zehn und zwanzig Dollar-Noten zu unterzeihnen, die hingereicht hâtte, die durch einen so lebhaften Verkehr abgenußten Noten zu ersegzen. Diese Tratten sind bis jest überall wie Banknoten betrachtet worden, obgleich das Privilegium der Bank ihrer nicht erwähnt. Der Beschluß der Regierung wird indeß der Bank keinen Schaden verursachen, denn wenn diese gezwungen wird, jene Tratten, die man auf ungefähr 36 Millionen Frcs hät, außer Circulation zu seßen, so hindert sie nichts, ei: gentliche Banknot:n zu demselben Belaufe zu emittiren. Die Bank hat sih auf alle Ereignisse vorgesehen. Die Masse ihrer Noten, mit Einschluß der Tratten der Filial - Ban- ken, übersteigt ni<ht den Werth von 85 Millionen Fr., und ihre Hülfsquellen an baarem Gelde und anderen sogleich zu realisi- renden Aktivis übersteigen 100 Millionen. Der einzige Nach- theil if, daß der Präsident und der Cassier der Bank jet täg- lih Z bis 4 Stunden hae Unterschrist der Noten werden ver- wenden müssen, welche statt jener einzuziehenden Tratten emittirt werden. Der unmittelbare Nachtheil der neuen Maßregel kommt daher für die Bank nicht in Betracht, aber wie gesagt, sie wird den fortwährenden Anfechtungen der demokratischen Partei nicht widerstehen können. Sie ist bestimmt, für fremde Sünden zu büßen; denn sie verdient durchaus nicht den ihr gemachten Vor- wurf der Habgier, Die Dienste, welche sie dem Staate erwie- sen hat, sind sehr bedeutend, die Vortheile, welche sie selbst ge- zeßt, schr mäßig.

Das Stillschweigen der bedeutenderen Redner im Kongreß, dic fast alle auf Seiten der Opposition sind, hat ebenfalls zu den MNachtheilen beigetragen, welche diese seit dem Schlusse der Ses- sion erlitten hae. Die Anhänger der Regierung im Kongresse, und besonders im Senate, unterlagen immer bei den Diskussio- nen; sie waren sich dessen bewußt; {hon dur< ihr Auftreten ge- standen sie es formell ein, die ganze Partei war in Verwirrung, weil die Chefs derselben verlegen und unsicher waren. Seit dem 30. Juni aber *) hat die Partei Gelegenheit gehabt, ihre Stel- lung zu erlennen; sie hat sich neu organisirt außer dem Bereich des Feuers ihrer so gefürchteten Gegner Clay, Calhoun und Webster, und jeßt ist es ihr gelungen, einen Sieg davon zu tragen, den sie vor vier Monaten nicht hâtte erwarten können.

Endlich ist au< die wiederhergestelite Ordnung in den in- dustriclen und kommerziellen Verhältnissen dcs Landes zum Nachtheil der Opposition ausgefallen. Bei den Wahlen in MNeto - York? während des Aprils war man eben erst aus einer Krisis hervorgetreten ; alle Klassen hatten durch dieselbe gelitten und litten no<h dadur<. Es war nicht schwer , zu der Einsicht zu gelangen, daß dieses temporaire Unglück scheinbar oder wirk- lich dur< den Angriff des Präsidenten auf die Bank verur- sacht worden war. Jekbt sind die Geschäfte in günstigem Zu- stande. Daher is denn auch der Feldzug der demokratisczen Partei in diesem Herbste sehr gut ausgefallen. Alles berech- tigt zu der Erwartung, daß er im nächsten Frühjahr nicht we- niger günstig seyn werde. Eine Menge Menschen, die si< in der demotratischen Partei wie în ihrem natärlihen Elemente bewegen, und welche fich von derselben im vorigen Frühjahr zu- rücfgezogen hatten, haben sh ihr jeßt natärlicherweise wieder angeschlossen.

Kürzlich hat in Charleston ein tumultuarischer Auftrilt zwischen den Anhängern der Union und den Nullifizirern oder Vertheidigern der Staaten - Rechte stattgefunden. Ein großer Hause derx Leßteren begab sih nach dem Unions-Hause, wo die Unions - Männer versammelt waren, welche auf die Angreifer feuerten. Jede Partei behauptet, die andere habe zuerst gefeuert. Die Nullifizirer, welche se<s Verwundete hatten, zogen si< zu- rüd und liefen, während der Haufe sich immer mehr vergrdö- ßerte, nah dem Zeughause, wo ste Waffen veclangten. Der Gouverneur Hayne und der General Hamilton redeten sie an und bewogen sie endlich, aus einander zu gehen.

Inland.

Berlin, 23, Dez, Se. Königliche Ge der Kronprinz hat auf die Bitte des Vorstandes des Kunst-Vereins für Pom- mern zu Stettin das Protektorat über den Verein mit den wohlwollendsten Verheißungen für die Förderung der Zwecke desselben zu übernehmen die Gnade gehabt.

__— Jn Breslau sind im abgelaufenen Kirchenjähre 3136 Kinder geboren und 3241 Personen, worunter 120 Todtgeborne, gestvrben, so daß 195 Menschen mehr geskorben als geboren sind. In dem Kranken-Hospitale Allerheiligen wurden 2787 Personen verpflegt ; von diesen genasen 2142; es skarben 400, und am 1. Dez, verblieben in der Pflege 245 Kranke als Bestand.

Literarische Nachrichten.

Die Leb ensgeschihte des großen Königs Friedri von Preußen. Ein Buch für Jedermann von Dr. J. D. E. Preuß, Prof. der Geschichte. Zweiter Theil. Berlin 1834, Naucêsche Buchhandlung. 409 S. 8,

. Wir haben vor einiger Zeit, nachdem der erste Theil des gegen- wärtigen Buches erschienen war, über den Plan und Zweck dieser tleineren Biographie gesprochen; bei einer großen Reichhaltigkeit des Jhhaltes entspricht sie durch eine gedrängte , sahgemäße Dar- stellung der Absicht, ein Buch „für Federmann-/ zu seyn, also nicht nur Belehrung, sondern au<h Unterhaltung in reichem Maße zu ge- währen. Dieser zweite Theil beschließt nun das Werk, zu dessen Empfehlung wir die Versicherung wiederholen dürfen, daß es kci- neswegs ein magerer Auszug aus der größeren Lebensgeschichte, sou- dern eine selbsisiändige neu durchforschte Arbeit if, welche bei dem Lesen das grbdßere Werk nicht vermissen läßt und dieser kleineren Biographie einen eigenthümlichen Werth verleiht; der Verf. hat nicht ndthig, durch leeres Wortgepränge einen Mangel an Stoff und Sachkenntniß zu verde>en, vielmehr trägt die Aufopferung, mit welcher er sein ganzes Leben diesem Einen, großen Gegenstande gewidmet hat, ihm die hdône Frucht, daß er seine Werke lediglich aus der Fülle der thm zu Gebote stehenden Thatsachen hervorgehen lassen kann. Der Sachverständige (so äußert sh Herr Prof. Preuß in der Vorrede, indem er seinen Wunsch, fernerhin durch Mittheis lung verborgener Quellen unterstüßt zu werden, wiederholt) mag bemerken, daß der Verf. solche Arbeit nie als abgeschlossen betrach-

*) Am 30, Juni wurde die Session des Kongresses geschlossen, |

tétt kant; dies gilt nut besonders von dem diesem kleinere Werke angehängten neunten Buch, welches eine ausführliche Erörterung Über Friedrih's Schriftwerke gtebt und durch vollständige Ausfüh= rung aller gedru>ten Briefsammlungen, Gedichte, Elogen, Ge- schichtswerke, philosophischen und militairishen Schriften, z. B. al=- ler, theils bereits gedru>ten, theils nur handschriftlih vorhandenen taktischen Jnstiructionen, auf die Thätigkeit des gekrbnten Schrift= stellers ein neues Licht wirft.

_ Wir {ließen mit der Bemerkung, daß das Werk auch durch scinen billigen Preis sich zur Verbreitung in allen Kretsen des Va= terlandes empfiehlt und daß ein beigefügter gelungener Kupferstich : das Brustbild Friedrich's nah der Lodtenmaske, ganz dazu geeignet ist, uns auch dic äußeren Züge des großen Kbnigs wieder vorzuführen, Mee immerdar die Glorie des Preußischen Staates ausmacheit wird. x

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Berliner Börse,

Den 23. Dezember 1834. AmtI, Fonde- und Geldà-Cours-Zettel. (Preufes. Cour.) ne Áts Hi ied t R? 1 DUOP S A ets’ e I Edin R E R Bt E E I: [2 (43 Cf 1EIT 8 \Geid. ARSNZSENSSCO: S ECZAIED GUSLA A Ia T

Torr Pader A O17 1007 955 omm. do. 4 10685 [1067 607 #Kur- uo Neum, do.] 4 11067 11061

St.- Schuld - Sah. Pr. Engl. Obl. 30.| à | 98 Präm, Sch.d.Soeeh.| | 612 Kurm. Ob). ma. !. C.!

| 4 991 ISchleziecke do,| 4 1065 | Neum.lot.Sch, do.) 4 [Rkat.C. d K.-u. N | 734 | 737 Berl. Stadt - Obl. | 4 | 997 | -— [Z.-Seh. à, K.-u.N.j— | 733 | 734 Königsb, do. 4 |— |— matanar H Elbing. do. if | Holl. vollw. Duk.|-—} 171 | Danz. do. in Th.|— | $72 | Neue do.|— j 185 | Fer: Psanäbr.| 4 [1014 [1004 fFriedriehzd’or . . |—| 135 | 131 Groschz. Pos. do.| 4 [1024 [1024 [Disconto . .….. | _—| 3 4 E Fa S E |PreussCour. Wech - C : S e sel-Cours |Frief Guld. R R Ca A Ameterdan 250 F! (Kurz. [1413 | O 250 FI 2 Me. 1ái Hn 300 Mk. |Kurz 1525 | O A A . 200 Mk Mr 1513 Fon R NEufe 6 2412| a 300 Fr. [2 Bt. 8915 i Mien M O 150 Fl 2 Mt. -- [104 AUDU 150 FI. 2 Mt. 1037 | De . 100 Thl, |2 Mt. 99s | 9814 F. 100 Thl. |8 Tage 1627 11025 Frankfurt a. M. WZ. .... .. 100 Fl. 2 Mit. 1035 | Mera 100 Rbl. 13 Woch. | | 30,5 Warschau 600 FI. Kurz -_{—

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Königliche Schauspiele.

Mittwoch, 24. Dez. Kein Schauspiel.

An diesem Tage ift das Billet-Verkaufs-Bürcau nur Wor - mittags von 9 bis 2 Uhr gebffnet.

Donnerstag, 25. Dez. Jm Opernhause: Hamlet, Prinz von Dänemark, Trauerspiel in 5 Abth., von Shakespeare.

Im Schauspielhause: Je toller, je besser, komisches Sing- spiel in 2 Abth. Musik von Mehul. Hierauf: Der Bär und der Bassa, Burieske in 1 Akt, mit Gesang, von C. Blum.

Königstädtisches Theater. Mittwoch, 24. Dez. Kein Schauspiel.

Donnerstag, 25. Dez, Zum erstenmale wiederholt: Dia Weihnachts-Präsente, iokaler Gelegenheits: Scherz in 1 Att, von L. Angely. Hierauf: Die Reise auf gemein\{caftlihe Ko- sten, Posse in 5 Akten, von L. Angely.

G 4a, 26. Dez. Norma, Oper in 2 Alten. Musik von ellini.

p H M P A T p E E Ae N T -- T por arn E S C A Es f e E tra E V AT B è nre e C E E ee

Meuceste NaGrtiOtean Paris, 17. Dez. Der Fürst von Talleyrand und dec Graf Me di Borgo wurden vorgestern Abend von dem HKô- nige empfangen. Gestern Vormittag um 10 Uhr is der Herzog von Orleans aus Brüssel wieder in den Tuilerieen eingetroffen. Ueber die gestrige Sißung der Pairs-Kammer ist no< Felgendes nachzuholen: An der zweiten Abstimmung über die dem Herrn Rouen, Herausgebcr des National, aufzulegende Strafe nahmen nur 151 Personen Theil, da si<h in den Wahl - Urnen 3 weiße Zettel fanden. Eine absolute Majorität ergab sih nur für die Geldbuße, da 121 Pairs fär 10,000 Fr., 1 für 6000, 10 für 5000, 2 fúr 2000, 11 fár 200, und 3 fúr 100 Fr. stimmten. Ueber die Dauer der Gefängnißstrafe zersplitter- ten sich dagegen die Stimmen dergestalt, daß die Abstimmung wiederholt werden mußte. Das Maximum, wel<es beantragt wurde, war 2jährige und das Minimum 1monatlihe Hast. Für jenes stimmten 45, für dieses 34 Pairs; die übrigen Stimmen hielten sich in der Mitte. Bevor die zweite Abstimmung er- folgte, ermahnte der Vicomte Dubouchage die Versammlung noch zur Milde, indem die Geldbuße von 10,000 Fr. {on an sich eine sehr harte Strafe sey. Diese Ermahnung fruchtete in- dessen wenig. Bei der zweiten Abstimmung zählten nur noch 150 Stimmen (absolute Majorität 76), da si<h in der Wahl- Urne 2 weiße Zettel fanden. Für die 2jährige Haft entschieden sich jeßt 67 und für die 1monatlihe 36 Stimmen. Bemerkens«- werth ist es, dag nur das Maximum und das Minimum die meisten Stimmen für sich hatten, während die in der Mitte lie- genden Fristen von 15, 12, 6, 3 und 2 Monaten zusammen nur 47 Stimmen erhielten. Da die absolute Majorität auch bei die- ser zweiten Abstimmung noch nicht erreicht ward, so mußte zu einer dritten geschritten werden, an welcher no< 148 Pairs Theil nahmen. Von diesen entschieden s{< nun 98 für die 2jährige und 50 für die 1monatlihe Haft, worauf die Kammer fast cinstimmig folgenden Urtheilsspruch erließ: ¡Nach Einsicht des Artikels des „National von 1834‘/, der mit den Worten anfängt: „„es ließe sich ein {dnes Kapitel“ und mit den Worten schließt: „„selbs nicht bei der s{reiendsten Un- E (\. Nr. 351 der St. Ztg. ), und nachdem der Herr dolph Rouen sowohl in seiner eigenen, als in der von seinem Rechts - Beistande für ihn geführten Vertheidigung vernommen worden, erklärt die Kammer den Rouen der Beleidigung gegen sle für s{uldig, und verurtheilt ihn demnach zu 2jähri- ger Haft und zu einer Geldbuße von 10,000 Fr.“ Die Herren Lanjuinais und Excelmans waren die beiden einz& gen Pairs, die gegen diesen Beschluß stimmten.

Es heißt, daß der Bericht über den Geseß- Entwurf, *08- durch die Regierung einen Kredit von 360,000 Fr. zum Bau eines neuen Gerichtssaales für den Pairshof verlangt, morgen in der Deputirten-Kammer abgestattet werden wird. Man hatte nämlich so lange damit warten wollen, bis der Pairshof über die KompatenzMacs entschieden und die Deputirten-Kammer die ihr gemachten verschiedenen Amnestie- Vorschläge beseitigt haben würde, Zum Berichterstatter ist Herr Dumon ernannt worden,