1901 / 178 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Nichtamiliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 30. Fuli.

Seine Majestät der Kaiser und König hielten, wie dem „W, T. B.“ aus Molde berichtet wird, am Sonntag Vormittag auf der Yacht „Hohenzollern“ den Gottesdienst ab. Später besuchten Seine Majestät den in Molde eingetroffenen Dampfer der Hamburg - Amerika - Linie „Prinzessin Victoria Luise“, dessen Passagiere eingeladen wurden, die „Hohenzollern“ zu besichtigen. Gleichzeitig wurden au die Einwohner von Molde zur Besichtigung des Kaiserlihen Schiffes zugelassen.

Der hiesige Großherzoglich hessishe Gesandte von Neid- hardt hat Berlin mit Urlaub verlassen. |

Der hiesige französische Oa Marquis de Noailles hat Berlin mit Urlaub verlassen. ährend seiner Abwesenheit fungiert der Botschaftsrath Herr Gaston Prinet als Ge- schäftsträger.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Char- lotte“, Kommandant: Kapitän zur See Vüllers, am 28. Juli in A angekommen und an demselben Tage nah Christiansand in See gegangen.

S. M. SS. „Jrene“, Kommandant: Fregatten-Kapitän Gildemeister, und „Gefion“, stellvertretender Komman- dant: Kapitänleutnant Weniger, sind gestern von Colombo nach den Seychellen in See gegangen.

S. M. S. „Fürst Bismar>“, Kommandant: Kapitän zur See Graf von Moltke, mit“ dem Chef des Kreuzer- Geschwaders, Vize- Admiral Bendemann an Bord, und S. M. Torpedoboote „S 91“ Kommandant: Oberleutnant zur See Püllen, und „S 92“, Kommandant: Kapitänleutnant Pfundheller, sind am 29. Juli von Kobe in Yokohama eingetroffen und beabsichtigen, am 7. August nah Hakodate in

See &! E . M. S. „Geier“, Kommandant: Korvetten-Kapitän Bauer, ist am 27. Juli in Kobe angekommen.

S. M. S. „Jaguar“, Kommandant: Korvetten-Kapitän Berger, ist am 26. Juli in Yoköhama eingetroffen und beab- sichtigt, am 1. August nah Hakodate in See zu gehen.

Der Dampfer „Rhein“ ‘mit den abgelösten Be- saßungen derSchiffe in Ost-Asien an Bord, Transport- führer: Kapitänleutnant Huß, ist gestern in Port Said an- gekommen und hat an demselben Tage die Heimreise fortgeseßt.

Königsberg i. Pr., 29. Juli. Der Minister für Handel und Gewerbe Möller besichtigte heute, wie „W. T. B.“ meldet, das hiesige Bernstein-Museum und hatte dann eine längere Besprechung über wichtige Fragen des Handelsverkehrs. Heute Abend erfolgte die Rückreise nah Berlin.

Kiel, 29. Zuli. Der Staatssekretär des Reichsamkts des Jnnern, Staats-Minister Graf von Posadowsky traf heute hier ein und besichtigte auf den Howaldswerken das Schiff der Südpolar-Expedition „Gauß“. Nach Verabschiedung von den Mannschaften und den Gelehrten kehrte der Staatssekretär am Nachmittag nah Berlin zurü.

Sachsen-Coburg-Gotha.

Seine Königliche Hoheit der Herzog ist gestern früh und Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Hessen gestern Abend in Coburg eingetroffen, um der heute |statt- findenden Trauerfeier für den verstorbenen Herzog Alfred beizuwohnen, an welcher, der „Cob. Ztg.“ zufolge, auch die oberen Hofhargen und die Spißen der Behörden theilnehmen.

Großbritannien und Frland.

: Der Sekretär der britishen Botschaft in Berlin Viscount Gough ist, wie „W. T. B.“ meldet, zum Minister-Resi- denten in Dresden und Coburg ernannt worden.

Im Oberhause theilte gestern Lord Rosebery mit, er werde beantragen, daß die Bill, betreffend die Königliche Erklärung bei der Thronbesteigung, an die Kommission ur weiteren Erwägung Sin werde. Sodann wurde ie zweite Lesung der Bill, betreffend den Titel des Königs, enehmigt: Lord Rosebery schlug vor, zu sagen „König der riten über See“, statt „König aller überseeischen britischen

Besißungen“.

Im Unterhause theilte der Finanzsekretär des Kriegs- amts Stanley mit, daß die Zahl der Buren, welche seit

Ausbruch des Krieges gefangen genommen worden seien oder sich ergeben hätten, eiwa 33000 betrage. Auf eine Anfrage Stewart?’s, ob die Regierung es für rathsam erachtete, China behufs Beschaffung der Kriegsentshädigung zu einer Erhöhung der Opiumsteuer zu ermuthigen, erwiderte der Unter-Staatssekretär des Auswärtigen Lord Cranbourne, die Frage, welche Ein- künfte Chinas für die Zahlung der Kriegsentschädigung zu verwenden seien, sei dur Beoitinbiguià der Mächte unter einander bereits erledigt worden. Der Erste Lord des Schaßz- amts Balfour legte dem Hause eine Botschaft des Königs vor, welche besagt: der König, von dem Wunsche beseelt, Lord Roberts zur Anerkennung für dessen hervorragende Ver- dienste als Ober-Kommandierender in Süd-Afrika ein be- sonderes Zeichen der Gunst zu geben, empfehle dem Hause, Lord Roberts eine Dotation von 100 000 Pfund zu gewähren. Die Verlesung der Botschaft wurde von den Jren mit lauten Protestrufen aufgenommen. Auf eine Anfrage bemerkte der Unter - Staatssekretär des Auswärtigen Lord Cran- bourne, das Auswärtige Amt wisse nihts davon, daß irgend welche Verhandlungen zwischen der portugiesischen und der britishen Regierung wegen Verpachtung der Eisenbahn

wischen Lourenço Marques und Ressano Garcia an

ie britishe Regierung gepflogen worden seien. Eine Anßxage, ob es wahr sei, daß einem Londoner Blatte weitere offizielle Mittheilungen verweigert worden seien, beantwortete der Staatssekretär des Kriegsamts Brodrick dahin, daß das betreffende Blatt im Laufe dieses Jahres zweimal über bevorstehende Ereignisse Mittheilungen gebraht habe, welche auf geheimen amtlihen Dokumenten Vlisien r habe

/ Malta, am Sonntag fcüh Biserta passiert.

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bereits einen Beamten entlassen, weil derselbe von ver- traulihen Dokumenten einen 1 emacht habe. Das Haus werde ihn hoffentlich darin unter- tüßen, folhen Vorkommnissen ein Ende zu machen, die niht nur den Staatsdienst in Mißkredit brächten, sondern auch eine Gefahr I das Land seien. Jm weiteren Verlaufe der Sißung wurde die Vorlage, betreffend die ländliche Grundsteuer, zu Ende Gegen den Schluß dieser Verhandlung kam es zu lärmenden Auftritten. Während der Rede eines Liberalen stießen Konser- vative laut die Rufe aus: „Abstimmung! Abstimmun 14, William Redmond rief dagegen: „Polizei! Po- lizei!“ und rief dem Sprecher zu: „Warum halten Sie die Ordnung nicht aufre<t?“ Nach einer Reihe weiterer Unterbrechungen wurde William Redmond vom s genannt und danah mit 303 gegen 71 Stimmen für den no<h übrigen Theil der Sißung S Zwei irische Mitglieder erhoben Beschwerde, daß . die Ab- stimmung hierüber A in vorschriftsmäßiger Weise an- L worden sei. atri> O’Brien suhte sich über iesen Gegenstand mit dem Sprecher auseinanderzuseßen und weigerte sich, sih niederzusezen. Auch er wurde vom Sprecher E und dann von der Sigzung ausgeschlossen. Während dieser Vorgänge war das Haus O beseßt und die Stimmung sehr erregt. Von den irishen Bänken ertönten mehrfache Protestrufe. Doch gelangte die zweite Lesung der Vorlage, ohne daß es zu weiteren Zwischenfällen kam, zur Annahme. i

Jn der gestrigen Sißung der Kommission zur Prüfung der Entschädigungsansprüche der aus Süd-Afrika ausgewiesenen Personen führte der Vertreter der britischen Regierung, General Sir N Ardagh aus, Dr. Sieveking habe geltend gemacht, daß die deutsche Regierung allein das Recht habe, zu entscheiden, ob jemand deutscher Unterthan sei, und daß sie die Möglichkeit zugebe, daß ein und dieselbe Person zwei Nationalitäten angehören könne. Er A daß eine Person, die niht Unterthan einer befreundeten Macht sei und keinerlei Nationalität besize, au<h keinen Beistand von seiten der Kommission erwarten könne. Die Hauptfrage sei indessen, ob die Ansprucherheber die Neutralität bewahrt hätten. Sir John Ardagh führte sodann mehrere Juristen aus allen Theilen der“ Welt an, um zu beweisen, daß, wenn ein Unterthan eines befreundeten Staates in den Dienst einer kriegführenden Partei getreten sei, er die sih aus seiner Nationalität ergebenden Rechte verloren und sih selber der Behandlung als Feind aus- geseßt habe. Auf die Frage Lusada’s, wann die Nieder- ändish-südafrikanishe Eisenbahn-Gesellshaft zuerst thätigen Antheil an dem Kriege A habe, lautete die Antwort, daß dies im Oktober 1899 bei Beginn des Krieges der Fall gewesen sei. Der Präsident der ahn van Kretshmar habe alle Hebel in Bewegung gescßt, um die Bahn in den Dienst der A zu stellen, und die Angestellten hätten si<h diesem Bestreben mit sehr wenigen Ausnahmen angeschlossen. Einzelne derselben hätten si<h an ihre Konsuln gewandt, um ihre Neutralität zu bewahren, in diesen Fällen sei der Kommission eine Erwägung in günstigem Sinne zu empfehlen.

berathen.

Frankreich.

Der Dampfer „Gera“, mit dem General-Feldmarschall Grafen von Waldersee an Bord, ist gestern Morgen, wie dem „W. T. B.“ berichtet wird, in Maier eingetroffen. Am 26. d. M. Vormittags holte die „Gera“ im Mittel- ländishen Meere die eimkehrende Panzer - Division ein. Der General-Feldmarschall Graf von Waldersee ließ derselben dur<h Flaggensignale herzliche Grüße und VA S Reise Ade. Auf demselben Wege dankte

er Contre-Admiral Geißler und wünschte der „Gera“ glüd- liche Heimkehr. Beim Herannahen der „Gera” formierte si die Division in Kiellinie, die Besaßungen nahmen Paradeausfstellung. Sobald die „Gera“ das hinterste 200 der Division erreicht hatte, ertönte der Salut. Unter dem Donner der Ge- schüße, einem dreifahen Hurrah der Mannschaften und den Klängen des Preußenmarsches fuhr die „Gera“ an den in derselben Richtung gehenden Panzerschiffen vorüber. Der General-Feldmarschall nahm von der Kommandobrü>e der „Gera“ aus die E über die Panzer-Division ab. Graf von Waldersee äußerte si<h erfreut über die Aufmerksamkeit des Admirals. Am Sonnabend Nachmittag wurde Die | „Gera“ fuhr diht an die Küste - heran. Jn Algier ange- kommen, beauftragte der General-Feldmarschall den Major von Gebsattel und den Hauptmann von Gemmingen mit der Meldung bei dem Gouverneur und den Armee- und Marine-Kommandanten und machte dann am Nachmittag dem Vertreter des kommándierenden Generals, Divisions-General de Bellegarde und dem Marine-Kommandanten Laportaire einen Besuch, welchen beide Kommandanten am Abend ‘er- widerten.

Nach einer Meldung aus La Ciotat nahm das Untersee- boot „Gustave Zédé“, an dessen Bord sich der Minister- C o seau und der Marine-Minister

anessan befanden, gestern Morgen verschiedene Tauch- versuche und andere Manöver vor.

Ftalien.

Gestern, am Jahrestage der Ermordung des QLOS umbert, trugen, wie „W. T. B.“ berichtet, in Rom alle offentlihen und viele Privatgebäude auf Halbmast gehißte Fahnen. Die Läden waren geschlossen. Viele Tausende von heilnehmern an den Trauerfeierlichkeiten trafen aus dem ganzen Lande in Rom ein; auch die italienischen Kolonien im Auslande hatten Vertreter entsandt. /

Um 7 Uhr früh fand im Päntheon eine Trauermesse statt, welcher der König und die Königin, die Königin Margherita, die Königin Maria Pia von na und die übrigen Mitglieder des Königlichen Hau}es mit ihrem Hofstaat beiwohnten. Die Messe wurde von dem Hof- faplan Nitti gelesen. Die Kirche war innen schwarz ap 10

roße Velarien, Palmen- und Cypressengruppen erhöÿten

über der Thür war eine weithin tniß ‘des Königs gewidmete Juschrift itte der Kirche ragte, von brennenden MWachskerzen umgeben, ein mit den Königlichen Jnsignien geshmücter mächtiger Katafalk empor. Zahlreiche Kranz- spenden waren vor dem - Sarkophag des Königs Humbert niedergelegt. Von dem D begaben si< die Majestäten und die Königliche Familie nah der Kirche del Sudario, wo Monsignore Lanza eine Trauermesse zelebrierte. Auf den

en ernsten Eindru>; sichtbare, dem Gedä angebracht. Jn der Y

unangemessenen Gebrauch .

Straßen wurden Allerhöchstdieselben von der Bevölkerung ehr-

s fand im Pantheon die E att, n derselben nahmen die Ritter des Annunziaten- Ordens, die Präsidenten des Senats und der gi U

viele Senatoren und Deputirte, Ver- Heeres und der Flotte sowie der Zivil behörden, ferner zahlreihe in tiefe Trauer gektleidete Damen theil. Auh der Schwager des Sultans, Ferid Pascha, war anwesend. Monsignore Bianchi zelebrierte das Trauer- amt. Die von Sgambati komponierte Messe wurde unter R Leitung von über hundert Sängern aufgeführt. Auf em Plate vor dem Pantheon war eine ungeheure Menschen-

furhtsvoll begrüßt.

Um reu L Gedächtnißfeier für den welche ebe eindru>svoll verlief. die Vertreter des Königs,

S Humbert

das diplomatishe Korps, sämmtliche Minister Staatswürdenträger,

treter der Stadt, des

menge versammelt.

Nachmittags fand die Huldigung des italienischen

Volkes, an dem Grabe des Königs Humbert statt. Von 4 Uhr ab bewegte sih ein Zug von über 100 000 Menschen vom Exerzierplaß im Nordosten der Stadt aus auf dem Wege Me die Via Nazionale dem Pantheon zu. Die Straßen trugen Trauershmu>, alle Geschäfte waren geschlossen; eine unabsehbare Menge säumte die Straßen ein und erfüllte die Fenster und Balkone. Jm Zuge schritten zuvörderst die Abgesandten der italienishen Kolonien, unter ihnen der Gouverneur von Erythräa Martini sowie zahlreiche frühere und jeßige Offiziere des Kolonialheeres; es folgten mit ihren Fahnen die Vertreter der Provinz und der Stadt Rom, sowie die aller Provinzen und von mehr als 3000 Städten und Gemeinden des Landes, ferner die Ab- ordnungen unzähliger bürgerlicher und militärisher Ver- eine der Hauptstadt und aller Landestheile; Ne ehemalige Offiziere des Heeres und- der Flotte bildeten den Schluß des Zuges. Me der Theilnehmer trug eine Denkmünze mit dem Bildniß des Königs Humbert; zahllose Standarten, Banner und Kränze wurden im Zuge getragen. Der Vorbeimars<h nahm zwei Stunden in Ans\pru<h. Am Pantheon angelangt, dur<schritten die Theilnehmer des Quges die Kirhe von der Rechten zur Linken, an dem

arkophage vorüber, an welhem sie Kränze niederlegten. Unweit der Kirche löste sih sodann der Qua auf. Die Kund- gebung verlief ohne Störung der Ordnung und oßne Bwischenfälle in würdiger und feierlicher Weise.

Jn Gegenwart des Herzogs der Abruzzen, als Ver- treters des Königs, der Zivil- und Militärbehörden und der Geist- lichkeit fand gestern in Monza die Grundsteinlegung zu der Sühne-Kapelle statt, welhe der König an der Stelle errihten läßt, an welcher der König Humbert ermordet wurde. Hierauf wurde ebendaselbst eine Messe zelebriert. Sodann be- ab si< der Herzog in die Kathedrale, wo gleichfalls eine rauermesse A wurde. Den Feierlihkeiten wohnte eine große Volksmenge bei, welhe aus der ganzen Lom- bardei Roma war. Die Stadt onza trug Trauershmu>, .alle Geschäfte waren geschlossen. Am Nach- mittag bewegte si<h ein überaus großer Zug, - der si< auf Veranlassung der Munizipalität gebildet hatte, in tiefem Stillshweigen dur< die Trauers<hmu> tragenden Straßen der Stadt, in denen eine dihte Volksmenge Aufstellung genommen hatte, nah der Stelle, an-welher König Humbert unter Mörderhänden sein Leben endete, zog an dem dort errihteten Kreuz vorüber und legte zahlreiche prächtige Kränze an demselben nieder, während die Musik Trauermärsche spielte.

“Der Bürgermeister und der Deputirte Pennati hielten Reden,

welche sehr beifällig aufgenommen wurden. “Ein zweiter, von den monarc<hishen Vereinen Monzas und ganz Jtaliens gebildeter Trauerzug bewegte sich um 3 übr Nachmittags nah dem Orte, wo König Humbert er- mordet wurde, und legte daselbst Kränze nieder. Einen dritten Zug bildete die große Menge der militärischen .und Arbeitervereine der Lombardei. Um 4 Uhr zogen die Bürgermeister von 47 Gemeinden und eine gewaltige Volksmenge troß des inzwischen eingetretenen heftigen Gewitters nach - dem Orte der Mordthat. Die Reihe dieser Trauerzüge wurde durch einen solchen der Turnerschaft geschlossen.

Jn Anwesenheit des Herzogs der Ee uge Ne dex städtischen, militärischen und kirchlichen Behörden von Mailand wurde gestern Nachmittag in dem Schlosse Sforzesco der Grundstein zu dem dem Andenken des Königs Humbert ge- weihten Thurme gelegt. Der Senator Negri sprach dem Herzog für dessen Erscheinen bei der Feier -seinen Dank aus.

ie anwesende Menge empfing Höchstdenselben mit lebhaften Zurufen und brachte Hochrufe auf das Haus Savoyen aus. Nach Beendigung der Feier reiste der Herzog wieder nah Turin ab.

Crispi sandte gestern früh an den König, die Königin Margherita und den Bürgermeister von Nom De- peschen, in welchen er seine Theilnahme an dem gestrigen Gedenktage ausdrü>te. Jn dem Befinden Crispi?'s ist gestern Nachmittag eine merkliche Besserung eingetreten.

Aus allen Theilen des Landes sind in Rom Mel- dungen über Trauerfeiern eingelaufen, wel<he zum Ge- dächtniß des Königs Humbert veranstaltet wurden. Ueberall trugen die öffentlihen Gebäude Trauers<hmu>, in vielen Orten waren die Geschäfte geschlossen. Jn Florenz wurde in der Kirche Santa Croce eine Gedächtnißtafel ‘für den verewigten König enthüllt.

Spanien.

- Die Königin-Regentin empfing gestern, wie „W. T. B.“ meldet, in San Sebastian eine Depesche des Prinzen Heinrich von Preußen, in welher Höchstderselbe sagt, es sei seine erste Pflicht bei seiner Ankunft mit dem deutschen Geschwader in den spanischen Gewässern, die Königin-Regentin im Namen des u Kaisers zu begrüßen. Die Königin- Regentin sandte hierauf dem Prinzen Heinrich ein Telez gramm, in welhem Allerhöchstdieselbe in herzlichster Weise für die Begrüßung dankte. Gestern stattete der e Heinrich dem Hafen-Kommandanten von Cadix einen Besuch ab.

Veber die Fahrt der 1. Division des k. deutschen A von der Elbe na< Cadix wird dem „W. T. B.“ erichtet:

je Linienschiffe „Kaiser Wilhelm. der Große* mit dem Geschwaderchef, dem Vize-Admiral Prinzen Heinrich an Bord, „Kaiser Wilhelm I1.*, „Kaiser Barbarossa“, sowie die Kreuzer „Victoria Lou.ise" und „Gazelle“ verließen am Morgen des 22. Juli die Elbe. Das gute Wetter hielt bis Cadix an. Am Dienstag früh meldete die außer-

kehre. Proviant. Am Mittwoch fuhr die „Gazelle“ voraus, um die A

plâße in Cadix zu bezeichnen.

halb fahrende „Gazelle“ ein Fisherboot, das scheinbar in Noth zurü>- Es war ein belgischer Fischerkutter, der 18 Tage unterwegs war, und dem der Proviant ausgegangen war. Der Kutter e nker-

Noch lange blieb sie dur die draht