1876 / 32 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

8s, welche im festen Lohn uud Gehalt stehen, wenn fie an diesen Digén feiern wollten. Sie verlôren dadur nichts, erwi1 kten aver für die Arbeiter, denen dadur< ihr Verdienst entginge, großen ee lust. Dabei dürfe au nicht vergessen werden, daß auf der Fabri viele Evangelische in Arbeit ständen, die mit feiern müßten, wenn die Katholischen feierten. Jeder von denen, w-lche die Petition mit unterschrieben hätten, wisse, daß ein in die Woche fallender Feiertag der Fabrik viele Tausende von Thalern Le dur< Verlust an Hitze, Dampf und Generalunkosten. s sei besser, diese Verluste auszugleihen dur< Arbeit, als dur Lo hnreduftion, besonders in jetziger Zeit, wo der Lobn leider obnebin

Berlin, den 5. Februar 1876.

Im Dezember is in Yedo das neue Yedo-Lehrerinnen- Seminar im Beisein der Kaiserin von Iapan eröffnet worden. Die Anstalt hat den Zwe>, Lehrerinnen für Máädchenschulen auszubilden, und dadur allmählih die bisher in Japan fast ganz vernachlässigte Erziehung und Bildung des weiblihen Ge- \hle<ts zu fördern und zu heben. i j

Gegenwärtig find 2 Lehrer und 3 Lehrerinnen, sämmtih Eingeborene, angestellt. Die Schülerinnen, jegt 71 an der Zahl, entrihten ein monatlihes Schulgeld von 3 bis 5 Dollars. Bei einer Maximalzahl von 200 Schülerinnen sollen 10 Klassen eingerichtet und in ihnen folgende Unterrichtsgegenstände gelehrt werden : S :

In der 10. Klasse: Lesen und Schreiben der gewöhn- lihen chinesischen Zeichen, Geographie, Geschichte, Re<hnen, Hand- arbeiten, Deklamiren von Gedichten, Turnen. |

In der 9. Klasse: Geschichte, Naturbeschreibung, Rechnen, Schreiben. i

In der 8. Klasse: Lesen verschiedener Schriften, Ge- schichte, Sittenlehre, Rehnen, Schreiben, Abfassen von gewöhn- lichen Briefen.

In der 7. Klasse: Geographie, Sittenlehre, Lesen von Büchern, Rechnen, Schreiben der gemischten <inesishen Schrift, Abfafsen von Briefen, Handarbeiten, Zeichnen, Defklamiren, Turnen. ß

In der 6. Klasse: Geographie, Geschichte, Gesundheits- lehre, Rehnen, Schreiben wie in der 7. Klasse, Abfassen von amtlihen Schreiben, Verträgen, Bescheinigungen 2c. L

In der 5. Klasse: Lesen von Büchern, Geschichte, Natur- beshreibung, Rechnen, Aufsäge. R

i e L Ra se: Lesen von Büchern, Geschichte, Natur- beshreibung, Rehnen, Schreiben der chinesischen Kurfioschrift, Aufsätze, Handarbeiten, Anleitung zum Ertheilen von Zeichen- unterriht. i

In der 3. Klasse: Geschichte, Elementar-Chemie, Lesen von Büchern, Rechnen.

S 2. Me 1. Klasse: Oekonomie, Naturgeschichte, Pädagogik, Rechnen, Buchführung, Aufsätze, Handarbeiten, Zeichnen, Ertheilen von Unterricht in den unteren Klassen.

Das Institut kann, wenn von Anfang an für tüchtige Lehr- kräfte gesorgt und der Unterricht sahgemäß und gewissenhaft gehandhabt wird, dur die zu erhoffende veränderte soziale Stellung und größere Bildung der Frauen von hoher Bedeu- tung für die Zukunft Japans werden. j i:

Die Kaiserin \sprah mit Bezug darauf bei der Eröffnungs- feierlichkeit den Wunsh aus, daß es ihr vergönnt sein möge, die mit Eröffnung dieser Schule erstrebte Ausbreitung und Be- festigung der Frauenbildung im ganzen Lande \selbst| noch zu erleben.

Neuere Entde>kungen und Erfindungen.

Henri de Parville giebt im „Journal des Débats“ eine Uebersicht neuerer wissenschaftlicher Resultate und technischer Er- findungen, unter denen wir die folgenden ihres allgemeineren Interesses wegen hervorheben.

Hr. Signol, ein erfahrener Thierarzt, hat dur< zahl- reihe Versuche jegzt außer allem Zweifel geftellt, daß das Blut aus den tiefer liegenden Venen jedes gesunden ersblagenen oder ersti>ten Thieres mindestens \se<szehn Stunden nah dem Tode mit außerordentlicher Heftigkeit giftig wirkt. Wenn man vier- undzwanzig Tropfen von dem Blut ershlagener oder ersti>ter Pferde Schafen oder Ziegen einimpft, \o sterben diese Thiere nah einigen Stunden.

Dieses so giftige Blut bietet dabei do<h weder dur< Ge- ru< no< dur<h Aussehen Zeichen der Fäulniß; es ift bei ober- flählicher Besichtigung gewöhnliches Blut. Mit dem Mikroskop läßt fich das Vorhandensein von Bacteriden, die dur< ihre Dimensionen und ihre Unbeweglichkeit leiht zu erkennen sind, allerdings nachweisen. Im Blute der an pestartigen Krank- heiten verstorbenen Thiere findet man ebenfalls Bacteriden, und mehrere Physfiologen glauben sogar, daß diese Bacteriden die Ur- sache der Krank! eit sind, eine Ansicht, die bis jegt durhaus hypothetischer Natur ist. Man möchte daher versuht sein fih zu fragen, ob das in den tieferen Venen gesammelte und 16 Stunden mit den Eingeweidegasen in Berührung gelassene Blut nicht Pestblut würde; hierdurh würden \i<h seine an- ste>enden Eigenschaften \chr wohl erklären. Man möchte um so mehr geneigt sein dies zu glauben, als die Kügelchen dieses Blutes klebrig werden und kleine Inselhen mit Zwischen- räumen bilden, wel<he von Serum erfüllt sind.

So viel is gewiß, daß die Versuchsthiere von Hrn. Signol gesund, durchaus nicht pestkrank waren. Noch mehr bei den ge- impften Schafen und Ziegen sah man die Bacteriden sih keines- wegs vermehren, wie dies bei den Thieren der Fall ift, denen man die Pest einimpft. :

Das von den Oberflächen-Venen entnommene Blut ift un- \hädli<, während dagegen das Blut der tiefer liegenden Venen, wie der Hohiader, Pfortader, bei der Berührung mit den Ein- geweidegasen giftig wird; diese beiden Thatsachen sind wohl zu beachten. P ire:

E interessant diese Untersuhungen sind, so berechtigen sie an sih do<h no<h ni<ht zu den Betrachtungen des Verfassers über die Behandlung des zur menshli<hen Nahrung bestimmten Fleishes. Wären die Gefahren bei Berührung mit demselben in der Tyat so groß, wie er meint, so würden die Erfahrungen

dies häufiger bestätigen müssen, als es in Wahrheit der Fall ift.

Hr. Sacc, der bekannte Chemiker von Neuchâtel, hat der Akademie der Wissenschaften eingehend über das amerikanische Verfahren der Brodbereitung mittelst Hopfen berichtet. Um das Gebä> lo>er und leiht verdaulih zu machen, set man bekanntli<h dem Mehl Hefe zu, welche den Teig auftreibt. Die hierbei eintretende Fermentation zerseyt einen Theil der Stärke des Getreides und verwandelt sie in Alkohol und Kohlensäure. Diese Beobachtung hat bereits wiederholt zu Vorschlägen von Einrichtungen geführt, in größeren Bäckereien den hierbei ent- stehenden Alkohol zu gewinnen; diese . Vorschläge sind jedo unseres Wissens niemals zu praktisher Ausführung gelangt.

| Papierdüten an der De>e eines ganz tro>enen Zimmers aufge-

{on vemindert werdén müsse, wenn die Fabrik überhaupt in Arbeit bleiben solle. Die Anordnung der Firma werde daher ni<t aufgehoben werden. „Vor 59 Jahren, so fährt Hr. Krupp fort, trat ih die Fabrik an, und sowie i) seither «eda<ht und gehandelt habe, wird es auch ferner geshehen. Die alten Mitarbeiter wifsen no<, wie ih 1848 mein leßtes Silber eins<melzen ließ, um nur feine Arbeiter entlassen zu müssen Rechnend auf die Einsicht und Treue besonders meiner älteren Mitarbeiter, habe ih diesmal selbft und ausführlich geschrieben, weil ih als Freund zum Guten rathen wollte. Möge Jeder in seinem Kreise so dafselbe thun. Wer in unserm Verbande bleiben will, darf

sich dieser Einsicht nicht verschließen.

Fermentation dur< die Wärme unterbrochen, die Kohlensäure dehnt fich aus und giebt die jedem guten Gebä> eigene porôse Struktur. Zur Fermentation bediente man fich früher ganz aus\<ließli<h der Bierhefe, die seit längerer Zeit aber von der sogenannten Preßhefe, Teighefe oder tro>enen Hefe fast ver- drängt worden ift. E :

In Amerika wird nun die in ihrer Wirkung langsame, ungleihmäßige und unzuverlässige Teighefe dur< den Hopfen ersezt, wel<her, na< Hrn. Sacc, die Fermentation momentan ein- leitet. Zur Bereitung dieser Hefe ko<ht man eine Handvoll frischen Hopfen in einem Liter Wasser und gießt die Flüssigkeit dur< ein Tuch. In größeren Bäereien wird diese Lösung sofort mit dem Mehl gemisht und genügt für 5 Kilogramm; man segt dann noch fo viel laues Wasser zu, als zur Konsistenz des Tei- ges nothwendig ist. In den Haushaltungen wird die Hopfen- lösung mit Maismehl oder Kartoffelstärke in genügender Menge zu einem di>en Teig zusammengeknetet, deu man bei mäßiger 9ärme tro>nen läßt. Die Fladen werden zerbrochen und in ängt. Beim Gebrauch dieser Hefenkonserve löst man eine Hand V0 derselben in Wasser, set fünf Handvoll Mehl zu und so viel Wasser, als zur Bereitung eines klaren Teiges nothwendig is, den man in ein tiefes, irdenes Gefäß \chütte. Die Fermentation tritt \sogleih ein; der Teig geht und steigt sehr bedeutend. Am folgenden Morgen mist man die so bereitete Hefe mit 5 Kilogramm Mehl, Salz „und \o viel Wasser, als gerade für die gewünschte Art Brod nöthig ist; je mehr Wasser man zuseßzt, desto mehr steigt das Brod. Zuweilen macht man den Teig so flüssig, daß man ihn in einem Blechgefäß in den Ofen bringen muß und dasselbe nur bis zur Hälfte füllen darf, weil der Teig beim Batten sonst übersteigen würde. :

Die Brodbereitung mittel| Hopfen unterscheidet sh also von der mittelst Hefe darin, daß bei dem Mehl die Fermentation augenbli>lih eintritt, wodur die langwierige, kostspielige und unsichere Hefebereitung fortfällt. : : Nach Hrn. Sacc enthalten die Hopfenzapfen ein alfoholi- \ches Ferment, welches viel kräftiger wirft, als das der Bierhefe. Dies Ferment i| in Wasser löslih und widersteht merkwürdiger Weise der Einwirkung kohenden Wassers. Der Schweizer Che- miker ist ferner der Ansicht, daß der Hopfen bei der Bierberei- tung keineswegs in Folge seines Gehalts an Tannin und äthe- rischem Oel als Antiferment wirkt, sondern daß derselbe das Bier dadur konservirt, daß er den Zu>ker sehr {nell in Alkohol ver- wandelt, welcher das durch die Veränderung des Klebers entstehende Ferment niedershlägt. Der Hopfenaufguß, welcher als bitteres und blutreinigendes Tonikum empfohlen wird, wäre demnach wesentli ein kräftiges Verdauungsmittel.

Nach einem Bericht in dem Dezemberheft des „ournal de Thérapeutique““ hat ein Arzt des Hospitals von Romorantin Dr. Soulec subcutane Ein)prizungen von Chininbromhy drat bei Fieberkranken mit bestem Erfolg angewendet. Diese Ein- \prizungen, welhe im Allgemeinen eine Stunde vor dem Ein- tritt des Fiebers gemacht werden, haben selbst da Heilung herbei- geführt, wo \si<h die Anwendung des Chininsulfats erfolglos erwiesen hatte.

Gegen Gicht, Rheumatismus und selbst Gelenkrheumatismus ist neuerdings die \{hweißtreibende Wirkung des „Jaborandi mit bestem Erfolge angewendet worden. Diese Pflanze, welche vor zwei Jahren aus Brasilien eingeführt wurde, gehört nah Baillon zur Familie der Rustaceen und führt den wissenschaft- lihén Namen Pilocarpus pinnatus; fie ist von Hrn. Albert Robin eingehend physiologis<h untersucht worden. 4 Gramm Blätter, in 125 Gramm kochenden Wassers oder 20 Gramm alkoholischen Syrops eingenommen, bewirken hon nah 24 Minuten ein Shwigzen des Patienten, wel<hes 1——2 Stunden anhält. Gleich- zeitig mit dem Schweiß tritt eine ‘fehr starke und eben so anhaltende Speichelabsonderung ein. Der Speichel ist zähe und sehr rei<h an Alkalien, namentli< an Carbonaten und Chlorüren. Hrn. Hardy, dem Dirigenten des Regnault- \{hen Laboratoriums, ift es gelungen, aus den Blättern der Pflanze ein Alkaloid, das Pilocarpin, zu gewinnen, welches in seinen Anwendungen als Heilmittel noch erfolgreicher zu werden verspricht.

Bekanntmachung,

betreffend die Kunst- und kunstgewerbliche Ausftellung zu München. Der Herr Handel:-Minister hat die Königlichen Eisenbahn- Direktionen der Preußischen Staatsbahnen ermächtigt, für diejenigen Ausstellungsgegenstände , welche unverkauft bleiben, eine Transportbegünstigung in der Art zu gewähren, daß für den Hin- transport die velle tarifmäßige Fracht berehnet wird, der Rücktrans- port auf derselb:-n Route an den Aussteller aber fractfrei erfolgt, wenn dur< Vorlage des Original-Frachtbriefs für die Hintour, sowie durch eine Bescheinigung des Direktoriums für die Jubiläumsfeier des Kunstgewerb -Vereins zu München nachgewiesen wird, daß die Gegenstände 2c. auégestellt gewesen und unverkauft geblieven sind, und wenn der Rü>tra1.éport no< inuerhalb des nächsten Jahres statt- findet. Außerdem siad die Königlichen Eisenbahn-Kommissariate be- auftragt worden, den unterstellten Privat-Eisenbahnverwaltungen die Gewährung einer gleichen Transportvergünstigung zu empfehlen. Unter denselben Bedingungen ift von den Königlich württem- bergischen Staatsbahuen der freie Rü>transport auf derselben Route unter der Vorausseßung gewährt, daß mit Rücksicht auf den 8 48 IL. A. 13 des Betriebsreglements für die Eisenbahnen Deutschlands bei der Aufgabe von B und andern Kunstgegenständen eîne Werthangabe unterbleibt. Auf den bayerischen und badischen Staatsbahnen find 50% der Fract für den Hin- und den innerhalb 6 Wochen nah dem Schluß rer Ausstellung erfolgenden Rücktransport erlassen. Die Gegenstände sind mit der Erklärung zu begleiten, daß sie für die Aus\stellung be- stimmt sind, beziehungsweise unter Voriegung des Frachtbriefes für die Hinveförderung mit der B-seinigung der Ausstellungs-Kommission, daß die Gegenstände ausgestellt waren und unverkauft geblieben find. Mittheilungen über die En'schließungen der Kaiserlich Königlich österreichischen, dec Königlich sächsischen und der Großherzoglich hessi- \{<:n Regiecung erfolgen später. Berlin, 30. Januar 1876.

zu München. Der Vorfitzende. K. Lüders, Geheimer Regierungs Rath.

Das Central-Comité für die Kunst- und kunstgewerbliche Ausstellung

amburg, 4. Februar. (W. T. B.) Der Verwaltungsrath der Rente Sa Bank hat in seiner heutigen Sißung die Dividende für 1875 auf 62/9 festgeseßt.

Wien, 5. Februar. (W. T. B.) Der „Neren freien Presse“ wird aus Paris Debts gemeldet, daß die FranzJofefsbahn mit Pariser Bankiers wegen Uebernahme ihrer Goldprioritäten in ndlung stehe. ; Ea M den Kohlengrubenarbeitern in Nort- h umberland und ihren Grubenherren bestehende langwierige Lohn- fstreit is dur< \hiedsrihterlichen Spruch beigelegt worden. Der Schiedsrichter erkannte auf eine Herabseßung der Löhne von 8%.

E In der leßien S1ßung des Centralausschufses der Gesell- \chaft für Verbreitung von Volksbildung erstattete u. A. Hr. Dr. Hammacher Bericht über die Thätigkeit des Kuratoriums

/ für die Errichtung von Arbeiterinnens<ulen und die Eröffnung

einer sol<hen unter dem Namen „Erste Berliner Fortbildungs\shule für Mädchen“. Der Berichterstatter vermochte eine große Theilnahme der für das Instiiut ins Auge gefaßten Bevölkerung zu foustatiren ; denn bei den mehr als 300 Schülerinnen, die fih zum Eintritt mel- deten, mußten neben dea ursprünglih geplanten Klassen no< zwei neue Parallelklassen eröffnet und troßdem no< viele Bewerberinnen zurückgewiesen werden. Von den aufgenommenen 300 Schülerinnen haben 275 bereits ihre näheren Familienverhältnisse angegeben : darna<h sind 25 Töchter von Geschäftsinhabern, Kleinhändlern 2c., 42 von Fabrikarbeitern, 37 von Unterbeamten, 63 von Handwerks- meistern, 53 von Handwerksgesellen und 99 von Wittwen. Dem Aiter nah stehen 26 Mädchen im 14. Jahre, 66 im 19., 92 im 16,, 54 im 17, 29 im 18.,, 15 im 19, 12 im 20. 9 im 21, 8 im 22., 2 im 23. und 2 im 24. Jahre. 4 besuchten eine höhere, 25 eine mittlere Töchterschule, 222 die Berliner Gemeinde- oder Privat-Elementarschulen und 24 auêwärtige Schulen. Die Wahl der einzelnen Unterrichtëgegenftände ist dea Schülerinnen freigestellt und wird in dieser Hinsicht nur ein Einfluß durch den Rath des Schullei:ers geübt. Am Handarbeitsunterricht nehmen Theil 195, am Deutschen 182, am Rechenunterrichte 165, am Zeichen- unterrihte 113, an der Buchführung 92. Die disponiblen Räum- lihfeiten sind vollständig gefüllt und reichen faum fü: das Bedü fniß aus; ganz besonders gilt dies für die Unterhaltungen an den Sonn- tagsabenden, für wel<he no< die Ueberlassung der Aula einer benach- barten Gemeindeshule vom Magistrate erbeten werden mußte, 10 daß diese Vergnügungen für die Mädchen unter 16 Jahren getrennt ab- gehalten werden können.

Soeben is der Bericht übec die Verhandlungen des XVI. Kongresses deutscher Volkswirthe in München am 1., 2. und 3. September 1875, im Auftrage der ständigen Deputation herausgegeben dur< Dr. Alexander Dorn zu Triest (Berlin, Verlag von Leonh. Simion), an die Kongreßmitglieder versendet worden. Die ständige Deputation des Kongr es tritt in nächster Woche hier zu- sammen, um die Tagesordnung des nächsten Kongresses, der zu Bre- men stattfinden wird, festzunellen und die Referate zu vertheile7, Am Freitag, 11. Februar, wird ihr zu Ebren von der hiesigen „volS- wirthichaftlichen Gesellschaft“ ein Festessen im Englischen Hause ver- anstaltet, an dem au< Damen theilnehmen fönnen.

Aus Nürnberg, 3. Februar, erhält- die „Allg. Ztg." folgende Privatdepeshe: Während des Frühftücks der Arbeiter ist eine Bau- bütte der Fichtelgebirgbahn bei Shwarzen ba < in Folge einer Dynamit-Explosion in die Luft geflogen. Drei Personen wurden getödtet und acht verwundet. .

Der „H. A* meldet weiter aus Hof unter dem 2. Februar: Gestern früh zwischen 8 und 9 Uhr fand an der neuen 1m Bau begriffcnen Bahntrace der Fichtelgebirgsbahn zwischen Fattigau und Schwarzen- ba cine Dynamitexplosion statt. Wie es scheint, haben die Bahn- arbeiter die Frühstü>szeit benußt, um in einer an der Bahn bfind- lichen Arbeiterbude Dynamitpatronen zu tro>nen. Plößlich ertönte eine heftige Detonation, das Häuschen flog in die Luft, einer Frau wurde die Brust, einer anderen der halbe Kopf, einem Arbeiter das Gesicht weggerissen und 8 weitere Personen, darunter 2 Kinder, leicht verwundet.

Nach einer Meldung aus Saint Etienne über Paris - 4. Februar, Abends hat in einer dortigen Grube eine heftige Ga s- explosion stattgefunden, Von den in der Grube arbeitenden 930 Mann waren bei Abgang der Meldung 26 zu Tage gefördert worden, zwei davon waren todt. In der (Srube waren ¿ur die Explosion starke Senkungen und Einstürze erfolgt.

Hr. Dr. W. Schwarz, Verfasser des in Fachkreisen wohl- bekannten „Systems der Gesangfkunst na< physiologiscen Gesetzen“, hat seinen Unterricht in Stimmbildung und Ge-

ang wieder begonnen. Zum ersten Male ift in der erwähnten \Schrift der Gesangkunst eine sichere wissenschaftliche Begründung ge- worden, und da Hr. Dr. Schwarz duch eine Anzahl ‘trfflicher Schüler früher schon auch die praftische Nuyßbarkeit seiner Lehr- methode bewiesen hat, ist im Interesse dec Kunst zu wünschen, daß seine Bemühungen vom b-sten Erfolg gekrônt sein mögen.

Die Flora in Charlottenburg wurde von Ihren König- lichen Hoheiten der Prinze)sin Carl und der Landgräfin Anna von Hessen am 2. d, M. mit einem Besuche beehrt. Die Höchsten Herr- \haftea promenirten, von dem Direktor geleitet, fast eine Stunde im Palmengarten und sprachen Sih mit Anerkennung über die Arran- gements, namentlih üver den ueu angelegten Lorbeerhain und die be- reits ausgestellten ersten Boten des nahenden Frühlings aus.

E A U m Friedrih-Wilhelmstädtishen-Theater findet am Dieke die 21, Aufführung von Salingré's Posse: „Die Reise durch Berlin in 80 Stunden“ zum Benefiz des Hrn. Carl Swoboda statt. : E

Die Vo.bereitungen zu: „Die Reise in den Mond“ find in Paris und Berlin für das Victoriatheater nächstens beendet, fo daß die Aufführungen von „Die Reise um die Welt in 80 Tagen bald werden geschlossen werden, troßdem der Besu<h no< immer rege ist. : y l Da die Weihnachts - Ausstellung im Krollschen Theater auf das Publikum noch immer Zugkraft ausübt, hat die Direktion, um derselben einen neuen Reiz zu geben, die beliebte Zauberposse: „Der verkaufte Schlaf* neu einstudirt, und es gelangt dieselbe am Sonntag, den 6. Februar, zur ersten Auf- führung.

Der Vorstellung im Cirkus Renz wohnten gestern Se Maiestät der Kaiser, Ihre Königlichen Hobeiten der Prinz und die Prinzessin Carl, in Begleitung Ihrer Königlichen Hoheit der Landgräfin vok essen, so wie der Prinz Friedri<h Carl und Prinzesfinnen Tôchter bel.

e. Majestät wurden beim Eintritt in die Hofloge von dem Publi- fum, welches si< von den Pläßen erhob, mit lautem Jubel empral- gen. Das glänzende Programm, das in dem prächtigen „Afrikank- schen Feste“ gipfelte, wurde von sämmtlichen Darftellern vorzügli ausgeführt und den einzelnen Leistungen reicher Beifall gesvendet. Die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften bieben bis zum Schluß der Vorstellung anwesend.

E ————

Redacteur: F. Prehm. _ Verlag der Expedition (Kessel). Dru>k W. Elsner

Fünf Beilagen

Berlin:

Wird nun der Teig in den Ofen - gebraht, so wird die

(eins{ließli<h Börsen-Beilage).

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staals-Anzeiger.

N B2

E L Deutsches Nei.

Preußen. Berlin, 5. Februar. Die am 31. v. M. in Constantinopel überreihten Reformvorschläge des Grafen Andrassy lauten nah dec „Köln. Ztg.“ im Original und in der Uebersezung wie folgt:

Bada-Pest, le 30 Décembre 1875.

Dès l’origine des ftroubles de l'Herzégovine les cabinets Enuropéens, intéressés à la paix générale, ont fixer leurs regards gur des événements qaïi menagaient de la mettre en péril,

Les trois cours d’Aufriche-Hongrie, de Russie et d'Allemagne, après avoir échangé leurs vues à cet égard, se sont unies pour em- ployer en commun leurs efforts ä’apaisement,

Ce but scmblait trop conforme au voeu général, pour qu'invités à s’y a socier par l’organe de leurs Représentants à Constantinople, les autres catínets ne se soient pas empressés de joindre leurs efforte aux nôtres.

Les Puissances se sont mises d'’accord pour user de tonte Vinflvence dont elies disposent afin de localiser le conflit et d’en diminuer les dangers et les calamités, en empêchant la Serbie et le Mo: ténégro de participer au mouvewent.

Leur laängage a été d’autant plus efficace, qu’il a été identiqze «t a, par counséquent, témoigué de la ferme volonté de lEurope de me point permettre que la paix générale iût mise en péril par des entraînements iiréiléchis.

Les ca-inets ont en outre ofzrt au Gouvernement ture les bons offices de leurs agents consulaires pour concourir à l’apaisement do linsurrection, En pourzuivant cette tâche, ils ont eu soin également d'éviter tonte ingérence et de ménager la dignité, les droits et l’autorité dn Souverain.

Les délégués ne devaieat pas s'ériger en commission d’enquête ni ce faire les avocats des voeux des populations insargées. Ils avaient pour mission de leur ôter toate illusion quant à une assìatance du dehors, et de les exhorter à se dispenser après avoir exposé leurs voeux et lears griesfs, Les Puissances se réservaient seulement de soutenir auprès du Gouvernement tarc celles des de- mnandes des insurgés qui seraient irouvées légitimes; cette action conciliante des cabinets attestait suffisamment Ll'intention amicale qui avait présidé à leu's bons offic-s. Elle témoignait gua’à leurs ycux il y avait une solidarité complète dans les intérêts de VEurope, de la Porte et d«s populations insurgées, afin de mettre un terme à une lutte ruineuse et sanglaute, et d’en prévenir le retour pþar des réformes sérieuses et des améliorations eificaces de nature à concilier les besoins réels du pxays avec les légitimes exigences de Tautorité.

Tel est en peu de mots Vhistorique de l’action ex‘rcée par les Pauiszances depuis que l'insurrection a été éclaté,

Les cavinets ont été jusqu’à ce jour gaidés surtout par le désir d’éviter teut qui €eût pu être interprété comme une ingérence prématurée de lEurope.

Dans «et ordre d’idées tens les cabinets se sont bornés à con- geiller anu Gouvernement du Sultan de ne ças se tenir aux seules mésures mvilitaires, mais de s’attacher à combattre le mal par des Immoy-ns moraux, destinés à prévenir des perturbations futures.

En agissant ainsì, les cabinets avaient en vue de fournir à la Sublime Porte lappui moral dont elle avait besoin et de lui donner en outre le temps de pacifier les esprits dans les provinces s80u- levées, espérant que tout danger d’une comolication ultérieure se trouvérait ainsi écartée, Malheareusement leurs es; érances ont été déçues. D’un côté, les réformes publiées par !a Porte ne seublent pas avcir cu en vue l’apaisement des populations des provinces insurgées ni être suffisantes pour atteindre ce but essecntiel De Tautre les arines turgues n’'ont pas réussi à mettre fin à Vinsur- rection.

Dans ces circonstances nous croyons, que le moment est venu pour les Pauissances de convenir d’une marche à suivre en commun, aûn d’enwpêcher q'ie le mouvement, en se prolongeant, ne finisse par compromettre la paix de l'Euzrope.

Do même que les autres Puissances nous avons applandi aux bienveillanutes intentiens qui ont inspiré les récents manifestes du Sultan. L'’Iradé du 2 Octobre et le firman du 12 Décemhre contien- nent une série de p:incipes destinés à introduire des réformes dans Vorganisation de l’Empire Ottoman.

ll y a lien de croire que ces principes, s’'ils sonf traduits en dispositions législatives sagement conçues, et si surtout lenur mise en pratique correspond pleinement aux Yvues éeclairées qui les ont dictées, apporteront de sérieuses amélioratious dans l’administration de la Turgquie.

Nous ne pouyons nons dissimuler toutefois que les réformag annoncées ne sauraiïient à elles senles avoir poar effet d’arrêter même momentanément l'efffu:ion de sang dans lHerzégowiue et la Bosuie, ni à plus forte raison d’asseoir sur des bases solides le repos futur de ces parties du territoire Ottoman,

En effet, si l’on examine le contenu de l’Iradé da 2 Octobre et du firman du 12 Décembre, on ne peut s'empêcher de re:on- naître que, la S. Porte semkle s’être préoccupée plus de principes génézraux qui lorsqu’ils auront été précisés, pourront servir de bases à l’a’ministration de l'Empire, que de la pacification des provinces aujourd’hui soulevées.

Or, il est de l’intérêt du Gouvernement Ottoman que la paci- fication soit assurée avant tout; car tant qu’elle ne sera pas 0ob- tenue, il serait impossible de mettre en vigueur les principes mêmes que 1a Sublime Porte a proclamés.

D'’un autre côté l’'état d’anarchie qui sévit dans les provinces Nordonuest de la Turquie n'implique pas seulement des difficultés pour la S, Porte, il récèle aussi de graves dangers pour la paix générale, et les divers Etats Européens ne sauraient voir d’un oeil indifférent se perpétuer et s’aggraver une situation qui, dès à pré- sent, pèse lourdement sur les commerce et l’industrie, et qui, en ébranlant chaque jonur davantage la confiance du public dans la conservation de la paix, tend à compromettre tous les intérêts.

Aussì croyons nous remplir un devoir impérieux en ap: elant la séricuse attention des Puissances garantes sur la néceszité de recommander à la S, Porte de compléter son action par telles me- gurés qui paraissent indispensables pour établir l’ordre et la tran- quillité dans les provinces ravagées en ce moment par le fléau de la guerre ciyile,

A la suite d’un échange confidentiel d’idées qui a eu lieu entre nous et les Cabinets de St, Pétersbourg et de Berlin, il a été re- connu que ces mesures doivent êtra recherchées dans une double direction, D'’abord eur le terrain moral, en second lieu sur le ter- rain matériel,

En effet, létat matériel même des habitants chrétiens de Ila Bosnie et de l'Herzégovine est dû, en dernière analyse, à leur po- sition sociale et morale,

En examinant les causes fondamentales de la síituation pé- nible lHerzégovine et la Bosnie ae débattent depnis tant d’années, on est frapré tout d’abord des sentiments d'izimitié et de rancune qui animent les habitants chrétiens et maho- met2ns les uns contre les autres, C'’est cette disposition des esgprits qui a rendu impossible à nos délégués de persua- der aux chrétiens que les autorités turques pouvaient avoir la vyolonté sincère de redresser leurs griefs, Il n'’est peut-être pas de contrée dans la Turquie d'Europe, l’antagonisme qui existe entre la Croix et le Croissant, prenne des formes aussíi acerbes,

Berlin, Sonnabend, den 5. Februar

Cette haine fanatique ect cette méfiance doivent être attribnées anu voisinage de peuples de même race, jouissant de la plénitude de cette liberté religieuse dont les chrétiens de l'Herzégovine et de la Bosnie se voient privés. La comparais:n incessante fait qu'ils ont le sentiment d’être courbés sous le joug d’une véritable servitude, que le nom même de raia semble les placer dans une position moralement inférieure à celle de leurs yvoisins; qu’en un mot ils ce sgentent esclaves,

Plus d’une fois V’Enrope a cu à se préoccaper de leurs plaintes et des moyens d’y mettre un te:me. Le Hatti Houmayoun de 1856 est un des fruits de la sollicitude des Puissances. Mais aux termes mêmes de cet acte, la liberté des cultes est encore limitée par des clauses qui, surtont en Bosnie et dans l’Herzégovine, sont maintenues avec une rigueur qui chaque année provoquait de nouveaux conflts, La construction des édifices consacrés az culte et à l’enseignement, l’usage de cloches, la constitution des communautés religieuses se trouvent encore assujettis dans ces provinces à des entraves qui apparaissent aux Chrétiens comme autant de couvyenirs toujours vivaces de la guerre de conquête qui ne lear font voir dans les Musulm:ns que des ennemis de lear foi et perpétuent en eux lim- pression qu'’ils vivent sous le joug d’un esclavage qu’on a le droit et le devoir de secouer.

Le dernier firman touche bien ce point de Ila liberté de religion ainsi que l’avait déjà fait du reste le Hatti Chérif de 1839, le Hatti Houmayoun de 1856 et d’autres actes émanés de la S. Porte, 11 con- firwe les pouvoirs dont sont investis les Patriarches et autres chefs spirituels pour les afaires de leurs communautés respectiyes et pour le libre exercice de leurs cultes; mais il leur assigne pour limites les droits et auterisatións qui leur ont été cctroyés. Il promet aussi des facilités pour la construction des églises et des écoles, premesse qui a été plus d’une fois consignée dans des documents officiels, mais qui ne saurait tranquilliser, parce que sa réalisation dépend des antorités provinciales qui, subissant la pression locale, ne pourront même les mettre à exécution à moins que le principe ne soit hante- ment proclamé.

Le firman qui vient d'être promulgué ne dépasse donc point la mesure de ce qui a été accordé par le Hatti - Houmayoun, lequel, ainsi que je l’ai fait ressortir plus haut, entoure la liberté religieuse de restrictions qui, dans le cours de ces dernières années, ont Pro- voqué de nombreux conflits. Rétrécies comme elles le sont, les con- cessíons dont il s'agit, ont toujours été insuffisantes pour contenter les Chrétiens. A plus forte raison en sera-t-il ainsi aujourd’hui après les événements qui sont venus ensanglanter le pays et qui n’ont fait qu’envenimer l’antagonisme qui sépare les deux croyances. Une fois l’'insurrection étouffée, l'élément mahométan, se considérant comme Yainqueur cherchera sans doute à se venger sur les Chrétiens des pertes qu’une lutte aussi violente lui a fait subir, Un état de choses qui rende possible la coexistence des populations qui viennent de se combattre avec tant d’acharnement, ne pourra donc être assuré que la religion chrétienne est placée en droait et en fait sar un pied d’égalité complète avec l’Islamisme, que elle est hautement reconRrue et respectée et non tolérée comme elle lest aujourd’hui. C’est pourguoi les Puissances garantes doivent selon nous non seulement demander à la Porte, mais obtenir d'’elle comme Ppremière et principale concession, une liberté religieuse pleine et entière.

L'’égalité devant la loi est un principe explicitement rroclamé dans le Hatti-Houmayoun et consacré par la législation. C'est sans doute pour cette raison, que les actes récents du Sultan en omis d’en- faire mention,

Mais, tout en étant obligatoire en droit, ce principe n’est pas encore généralem:nt appliqué dans tout l’'Empire. De fait, le té- moignage des <hrétiens contre les musulmans est accueilli par les tribunaux de Constantinople et de la plupart des autres grandes villes, mais dans quelques provinces éloignées, telles que lHerzégo- vine et la Bosnie, les juges se refusent d’en reconnaître la validité. Il importerait done de prendre des mesares pratiques pour qu’à l’avenir les Chrétiens n’aient pas à redonuter des dénis de jastice.

Un autre point qui appelle un rémède urgent c'’est le fermage des <contributioens, Déjà le Hatti-Chérif de 1839, en parlant de ce 5ystème, s’exprimait dans les termes suivants: „Un usage funeste subseiste encore, quoiqu’il ne puisse avoir que des conséquences dés- astreuses, c’est celui des concessions vénales conçues s0us Ile nom d’Iltizam. Dans ce système l’administration civile et financière d’une localité est livrée à l’arbitraire d’un seul homme, c'’est-à-dire quelques fois à la main de fer des passions les plus violentes et les plus cupides,“

Et le Hatti-Houmayoun de 1856 porte ce qui suit: „on avisera aux moyens les plus prompts et les plus énergiques de corriger les abus dans la perception des impôts, notamment des dîmes. Le système de la perception directe sera successivement et aussitôt que faire se pourra substitué au régime des fermes dans toutes le bran- ches du revenu de l’Etat.

Malgré ces décla1ations formelles le système du fermage est enctre debout dans toute s0n étendue,

Aujourd’hui la S, Porte fait entrevoir des réformes dans cette direction, mais «ans rien préciser. Le firman de 12 décembre qua- lifie de nouveau d’anormal le régime de perception des contributions actuellement en vigueur. Il ordonne de rechercher un mode d'’uni- fication des impôts. 11 prescrit encore de prendre des mesures „Pour prévenir l’arbitraire dans la perceptios de la dîme par l’in- termédiaire des fermiers,“ mais il n’abolit pas le fermage,

Si Von vent donc enlever a l’insurrection un aliment essentiel et incessant, lan des points qu’il faut demander à la Perte, c’est qu’elle émette la déclaration nette et catégorique, que le régime du fermage des contributions est supprimé non seulement de droit mais de fait pour la Bosnie et l’Herzégovine, et il faut que cette mesure reçoive“ une applicatiorn immédiate.

Une des causes qui aggravent encore le fardeau matériellement déjà lourd des impôts en Bosnie et dans I'Herzégovine, c'est que les habitants se croient ex ploités financiellement au profit du centre, Ils ont la conviction que le rendement des contributions n’est point consacré à subvenir aux nécessités de la province elle- même , mais que le total des s0mmes recue:llies est immédiatement dirigé sur Constantinople pour être employé à lussage du Gouver- nement central,

Il serait donc nécessgire d’alléger moralement le poids des cbarges que la Province a à supporter, en obtenant que, sans pré- judice de ce qu’exigent les dépenses de l’E wpire, une partie du pro- duit des taxes payées par la Province soit réservée à des destina- tions profitables à ses propres iutérêts,

Dans ce but la S. Porte devrait déclarer que le revenu des con- tiibutions indirectes serait comme par le passé affffecté aux besoins de l’Empire tout entier, mais que les fonds provenant des contribu- tions directes resteraient dans la Province et seraient exclusirement appliqués dans son intérêt à féconder les ressources et à augmenter 801 bienêtre,

L'exécution de cette disxosition devyrait être placée s0us la contrôle de la commission électire dont il va être question dans le cours de ce travail

La triste condition des Chrétiens de la Bosnie et de l'Herzé- govine tient en grande partie ò la nature des rapports qui existent entre la population des campagnes et les propriétaires fonciers, Les difficultés agraires ont toujours un caractère tout particulier d’aigreur

dans le pays la classe des propriétaires diffère goit par la re-

1876.

ligion soit par la nationalité de la masse des cultirateurs; on n'a que trop d'exemples des luttes passionévs qui on été la conséquence d’une situation pareille.

Dans 1-s Provinces dont nous nous occupons, la presque totalitó des terres qui n’appartiennent pas à lEtat 01 aux mosquées 80 trouve entre les mains des Masulmans, tandis que la classe agricecle £e compose de chrétiens de deux rites. La question agraire s'y complique donc de l’antagonisme religieux. ;

Après la répression de la première insurrection des Pegs de la Bosnie en 1851, le servage a été aboli, mais, ainsl qu il arrive s00- vent en pareil cas, cette mesure, an lieu d’alléger la condition deg paysans, n'’a fait que Veggraver. Ils ne sont plus traités par ceux- ci avec les mêmes ménagements qu’autrefois. Aujourd’hui il ny a plus en présence que deux intérêts et deux religions antagonistes. A partir du moment la disparition du régime féodal est venne transformer ses anciens serfs en fermiers ou métayers, les pratiques excessives des propriétaires ont provoqué de nombreux eoulévements partiels ou génécaux. Un mouvement de ce genre ayant éclaté en 1838 dans le nord de la Bosnie, la Porte s'’est trouvée amenée & s'occuper des contestations qui y avaient donné lieu, Des délégués des deux parties furent mandés à Constantinople et, après de longs pourparlers, dans lesqueis l’intercession officieuse de l'internonce de S. M. l’Empereur et Roi eut sa part, un firman âdu Sultan fat ob- tenu dont les dispositions semblèrent à cette époque propres à con- cilier assez heureusement les intérêts des agriculteurs fonciers. Toutefois ce firman n'’a jamais été mis en vigueur, :

Il y aurait lieu d’examiner si quelques-unes des dispositions de ce document ne pourraient pas aujourd’hui encore servir de point de départ à un arrangement équitable apte à améliorer la condition doe la population rurale, ou s'il conviendrait de faire intervenir le trésor public pour faciliter lexécution des mesures prendre dans ce buf à l'instar de ce qui a en lieu il y a une vingtaine d’années en Bulgarie, les charges foncières ont été rachetées au moyen de l’émission de titres publics dits „Zehims“. Nous sentons que la tâche est difsficile et que sn accomplissement ne saurait être l’oeuvre d’un jour ; mais nous croyons qui’l est important d’y travailler, afin d’amé- liorer le sort de la population rurale dans la Bosnie et de lHer- zégovine, et de fermer ainsi une de plaies béantes de l’'état s0cial de ces provinces, Il nue nous paraîtrait pas impossible de tcouver nne combinaison qui permît gräduellement aux paysans de se rendro acquéreurs à des conditions peu onéreases de parcelles de terrains incultes que Vétat mettrait en vente, Tout en continuant s'ils le désiraient à cultiver à titre de fermiers les provriétés de leurs com- patrio:cs Musulmans, ils arriveraient successivement à posséder eux- mêmes un petit immenble qui leur assurerait une certaine indépen- dance et les mettrait à labri de leurs exactions.

Si l’on songe anu peu de créance que rencontrent auprès des 7 0- pulations chrétiennes les promesses de la S, Porte, on ne peut se dissimuler que les réformes promulguées ne pourront inspircr Ia confiance nécessaire qu’à condition que lon crée en même temps une institation propre à offfrir une certaine garantie que ces réfurmes seront sérieusement appliquécs. En se bornant à. remettre leur exé- cution à la discussion des Gouvernements de la Province, on ne parviendrait pas a surmonter la méfiance dont je parle. II y aurait donc lieu d’'établir une commission de notables du pays, composzée par moitié de Masulmans et de Chrétiens, et élue des habitants de la Province suivant un mode qui secrait détermióvé par la S. Porte,

Je viens â’exposer les points dont il faudrait obtenir lappli- cation aux provinces soulevées pour pouvoir se liv:er à l’espoir fondé d’ene pacification,

Ces points les yvoici:

La liberté religiense pleine et entière;

L’abolition du fermage des impôts ;

Une loi qui garantisse que le produit des contributions directes de la Bosnie et de l'Herzégovine soit employé dans l’interêt de la Province même, s0us le contrôle des organes constitués dans le sens du firman du 12 décembre,

L'institation d’'une commissinan spéciale composée en nombre égal de Musulmans et de Chrétiens pour contrôler lVexécution des réfo’ mes proposées par les Puissances ainsiì que de celles qui ont été proclamées dans lIradé du 2 Octobre et dans le Firman du 12 décembre,

Enfin Vamélioration de la situation agraire des populationg rurales,

Les premiers points pouvaient et devaient être réalisés immédia- tement par la -S, P., le cinquième graduellement et aussitôt que faire se pourra.

Si, indépendammenrnt de ces conditions qui nous paraissent les plns ecssentielles, la Bosnie et l'Herzégovine obtiennent encore les réformes snuivantes indiquées dans le dernier firman, un conseil pro- vincial et des tribunaux librement élus par les habitants, l’inamoyvi- bilité des juges, la justice laïque, la liberté individuelle, la garantie contre les mauvais traitements, la réorganisation de la police dont les aggissements ont souleyé tant de plaintes, la cessation des abus auxquels donnent lieu les prestations pour des travaux d'utilité publique, une juste réduction de la taxe d’exemption du sei vice militaire, les garanties à donner au droit de propriété;, si toutes

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pour en prendre acte solennellement, sont appliquées dans les pro- vinces insurgées qui, à en juger par je texte du firman, sembleraient ne pas devcir en bénéficier dès à présent, on pourrait esoérer de voir ramener la paix dans ces contrées désolées, N

Je me résume. Les promesses indéfinies de l’Iradé du 2 octobre et du Firman du 12 décembre ne pourront qu'’exalter les aspirations sans les contenter, D'’un autre côté il est à constater que les armes de la Turquie n’ont pas réussi à mettre fin à l'insurrection, L’hiver a suspendu l'action, le printemps la verra renaître, La conyviction que, le printemps venu, de nouveaux éléments fortifieront l'action, que la Bulgarie, les Crétois etc. viendront grossir le mouvement, est générale parmi les Chrétiens, Quoi qu’il en soit, il est à prévoir que les Gouvernements de la Serbie et du Monténégro, qui, jusqu’à ce jour déjà, ont eu bien de la peine à se tenic à l’écart du mouve- ment, seront impuissants à résister au courant, et dès à présent, 8008 l'influence des évyénements et de l'opinion publique dans lears Pays, ils semblent s'être familiarisés avec l’idée à prendre part à la lutte, à la fonte des neiges, En présence de cette situation la tâche des Puissances, qui, dans l’intérêt de la paix générale, veulent écarter les complications ulié- rieures, devient bien difficile, L’'Autriche-Hongrie et les deux autres cours Impériales, en suite d’un échange d’idées confidentiel, se sont rencontrées dans la conviction, que, lon se bornait à attendre les faits des principes proclamés, par Ile dernier firman, principes qui d'ailleurs, dans l’intention de la Porte, ne semblent pas devoir être immédiatement appliqués aux psays soulevés, on obtiendrait d’autres résultats que de voir le conflict prendre une plus grande extension au sortir de lhiver. Les trois cabinets pensent donc que lunique chance d’'éviter de nouvelles complications, se trouve dans une manifestation émanant des Puissances et constatant leur ferme résolution d'arrêter le mouvement qui menace d’entraîner l’Orient. Or ce, but ne saurait être atteint par le seul moyen d'une injonction à l’adresse des Gouvernements Princiers et des populations chrétiennes sujettes du Sultan, Pour que cette action très-difficile en elle-même ait une chance de réussite, il importe absolument, que

ces réformes dont nous demandons la communication par la Porte, -

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