1876 / 101 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

wird aufgelöst rad dle Ausführung der Liquidation einer auë 5 Mit- liedern be‘ehenden Kommisfion übertragen. 11. Die Gesellschaft fübrt ¿ortan die Firma: „Aftiengesells<haft Norddeutsche Gabrif für Eisenbahn-Betrieb8material in Liquida- tion.* III. Zur Verpflictung der liquidirten Gesellschaft genügt die Unterschrift zweier Mitglieder der Liquidationékommisfion, von denen das eine der Vorsigende oder dessen Stellvertreter sein muß 2c. VI. Die Liquidatoren erbalten für ibre Mühewaltung zuammena eine Tantième vor 1 °% von der zur Vertheilung geläaügcaäden Liquida- tionsmasse bi2 3,000,000 „K und 2 9/5 von der darüber zur Verthei- lung fommenden Summe, über deren Vertheilung unter si sie fih selbst zu einigen haben. YVIT. Dem Auffichtsrath wird für seine Thätigkeit während des Liquidationsverfahrens eine Remuneration von 1 9% der si ergebenden Liquidationêmafse bewilligt.

Die Versicerungs-Gesecll<waft Victoria hat nah

dem Recnungsabs<luß für 1575 einen Reingewinn von 314,301 erzielt. Der Aufsichtsrath hat beschlossen, aus diesem Reingewinne als Dividende an die Aftionäre 25% = 150 Æ pro Aftie mit 150,000 Æ zu vertheilen. Von dem Reste find 41,743 & der Kapi- talreserve, 56,075 Æ der Gewinnzeserve zugeführt und 14,000 Æ zur Vez ftärkung der Tranéport-Prämienreserve verwendet, während 10,000 M zu einer Extra-Abschreibung auf Inventariumkonto benußtt, 8752 Æ als erste Zahlung dem von den necuen Statuten vor- gesehenen Beanmiten - Unterstüßungsfonds angewicsen find und 2301 der neuen Rechuung für 1876 vorgetragen werden. Die Victeria besaß Ende 1875 eine Kapitalrefserve von 190,599 A, daneben eine Gewinureserve von 147,785 # Die Schäâdéen- und Prämienreserve der Transportversicherungsabtheilung ist mit 39,793 M vorgetragen, während die re<nunaëgemäße P-ämienreserve in der Lebensversiherungsbranhe mit 3,216,520 4 dotirt ift. Der Hypo- thekenstand der Sesellscaft bob si von 2,473,650 A auf 2,924,035 M, aiso um 459,385 4 Die Gescllschaft hat ferner die Sawme vou 736,748 #6 zum Arkaufe eines neuen Gesell:haftsgrundftüd>es, Mobren straße 45 und Markzrafenfstraße 41 und 42 verwendct.

In der Generalversammlung der Aktionäre des Baltischen Lloyd vom 25. d. M wurde vom Borsißenden konusta- tirt, daß mebrere Tausend Aktien mehr vertreien waren, a!s fiatuten mäßig zum Beschluß der Liquidation erforderli< find. Die Decharze wide ertheilt und die statutenmäßig ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrathes ebenso wie die früheren Revisoren wieder ge-

wäglt. Ferner genehmigte die Versammlung die Abänderuag des $. 10 einstimmig wie folgt: „Statutenänderungen und Auf- lôsung der Gesellihaft Eênren in erdentliden oder außer-

oidentlichen Generalversammiungen dur< einfache Stimmenmehr- heit der antrefenden oder vertretenen aktionäre beschlossen werden. * Die Liquidation wurde da auf einftimmig beschlossen. Seitens eines Aftionärs wurde teantragt, bei Verleibung der vorhandeaen Gelder an die Aktioräre den Zinéfuß von 4°/9 herabzuseßen, und längere Kündigungéfristen eintreten zu lassen. Der Voisitzezde erklärte sich

Berlin, den 28. April 1876. Königlich Preußische Lotterie. (Ohne Gewähr.)

Bei der heute fortgesezten Ziehung der 4. Klasse 153. Königl. Preuß. Klassenlotterie fielen: es E 1 Gewinn à 45,000 F auf Nr. 57,484.

5 Gewinne à 6000 # auf Nr. 6038. 9462, 77,199. 81,395. 89,617. ! E

36 Gewinne à 3000 #4 auf Nr. 3764. 4064. 7708. 8329. 9004. 11,185. 11,286. 12,019. 13,206. 16,819. 19,280. 21,851, 23,744. 26,628. 35.017. 36,636. 37,635. 37,674. 41,850. 41,880. 42,996. 43,825. 44,031. 45,440. 55,472. 2G.088. 91.191. 0,082. 69,096. (O30. 1 SOTIL

81,696. 85,152. 91,278. 94,490.

48 Gewinne à 1500 # auf Nr. 5375. 6437. 7807. 8540. 11,801. 13088. 13,912. 16,497. 16,705. 20,510. 21,008. 94,840. 33,647. 35,139. 35,427. 37,910. 37,981. 38,385. 46,399. 48,960. 49,099. 49,507. 53,252. 57,874. 58,884. 59 925. 62,243. 65798. 66,262. 68,448. 68,484. 68,821. 68,944. 70470. 70,819. 73,413. 73.979. 74,499. 82,719. 5 417. 88.430. 89046. 91,274. 91,644. 91,857. 92.052. 92456. 94,160. S

77 Gewinne à 600 # auf Nr. 1285. 1921. 3072. 3124. (?) 3415. 3525. 3607. 3645. 4320. 4648. 9188. 11,103. 13,222. 13,357. 15,398. 17,544. 17,952. 20411. 22 508. 22.706. 22.991. 25524. 25,825. 25,950. 27025. 31,074. 32.200. 32,228. 33,385. 33,724. 34677. 34,889. 36,017. 36,913. 37,970. 40,291. 42,621. 43,438. 43,637. 45/901. 47,230. 48,226. 50,978. 51,005. 51487. 51,605. 59 059. 53,278. 54,695. 56,031. 56,458. 59,117. 63.202 64,209. 66,446. 66,921. 67,917. 68,913. 70,245. 73,278. 73,927 74,084. 78,862. 80,163. 81,606. 82343. 83/001. 83,635. 85,941. 86,434. 88,363. 88,124. 91,073. 92,7 93 22s. 93 737. 94,379. R S S

Weltausstellung in Paris 1878.

Das „Journal officiel“ veröffentliht das von der Weltausftel- lungtfkommisfion festgestellte nähere Programm für das bereits an- gekündigte Preisausscbreiben. Der wesenilite Inhalt dieses Pro- gramms ift folgender: Die Ausftellung, welde am 1. Mai 1878 zu Paris eröffnet werden oll, soll si< über das Marsfeld und die un- bebauten Terrains des Trocadero erstre>en. Der bede>te Raum ioll 270,000 Quadratmeter eiunehmen, nämli 220,000 auf dem Mars- felde und 50,000 auf dem Trocadero. Der Auéstellungépalast auf dem Marêfelde joll in Eisen gebaut und mit Mauerwerk gefüllt scin und die Anerdnung einer pythagoräischen Tafel baben, so zwar, daß man einer und derselben Richtung felgend die Erzeugnisse derselben Art der entgegengeteßten Richtung foigend die Ezreugnisse nah den Na- tionalitäten besichtigen kann. Die einzelnen Fäber müssen fo gleich- mäßig konftruirt sein, daß sie in kürzester Frist wieder abaetragen und noch für andere Zwe>e verwendet werden können. Im Centrum des bedi>ten Raumes des Marsfeldes soll die Ausstellung der ihöônen Künste und Kunstgewerbe, alleufalls auch eine retrospektive Ausftel- lung ihren Plaß finden. Das Marsfeld soll mit dem Trecadero dur< eine bede>te Galerie verbunden werden, wele die Quais und die Jena-Brü>ke überwölben und den Verkehr für Wagen und Fuß- gänger auf Quais und Brü>e frei lassen wird. Dec Treocadero soll die Land- und Gartenbaugegenstände, die Haustbiere, die Mec-

dille für Bergbetrieb, Fluß- und Seeschiffahrt, Heizur

Lüftung aufnehmen. Auf dem Gipfel des S n sich cin auf 10,000 Personen berechneter Saal erheben der für die Feierlihkeiten der Eröffnung und Preisverihei-

lung, für Konzerte und öffentlihe Vorträge bestimmt if den Ausstellern au< mit Kunftgegenftänden ges<mü>t i Le Die Restaurants und Cafés sollen nicht im eigentlihen Umkreise der Ausstellung ihren Plaß finden, sondern in Gärten, fei es vor der Ecole militaire oder längs der Seine und auf den freien Pläßen des Trocadero. Die an der Hand dieser allgemeinen Vorschriften ent- worfenen Pläne nebst Pceisanschlägen sind bis zum 15. Mai d. J. einzureichen ; ste werden dann fünf Tage ausgestellt und darauf von der Kommission geprüft werden. Für die beften Pläue sind ein g von 5000, einer von 3000 und drei von je 2000 Fr. ausgeseßt. ide ai L En wie ge E der Arcitekten nc< hinzu- i rd, aus zwanzi ruppen i f - Den vertbeilen T zig pp estehen, die fi<h auf zehn Gale Ebenso veröffentlicht das „Journ. offic.“ jeßt au< das vom Seine- Präfekten dem Munizipalrath vorgelegte Projekt einer A il 420 Mill. zum Zwe> der Weltauteliuae i e

damit einverstanden, den Zinsfuß auf 1% herabzuscß n, sowie die Kündigungéfriften auf drei Monate zu verlängern. Hierauf beantragte Hr. Rud. Abel dem Vorstande und dem Auf- sihterath für ihre Bemühungen 2°/ von dem dir die Liquidation erzielten Kapitalsbetrag zu bewilligen. Die Versammlung geneb- migte die Bewilligung dieser Gratifikation. Nah der der General-

ammlung vorgelegten Bilanz beträgt das emittirnte Aktienkapital 5,987,400 (4, davon find verloren 3,182,563 J, so daß dana<h no< ca. 48/5 übrig bleiben würden.

Wien, 28. April. (W. T. B.) In der heutigen General- versammlung der Lemberg-Czecnowiß-Ja1syer Eisen- bahngefells<aft wurde kteshlofsen, die am 1. Mai c. ial gen Coupons der Priorität2obligationen mit 5/0, also mit 5 $1. in ¡ Silber, und die Aftiencoupens ebeufalls mit 5/9 einzulösen, ¡owie in gleicher Weise für die Einlösung der am 1. November c. liz werdeuden Prioritätêcoupons Vorsorge zu treffen. Die zur Berzin- sung ecforderlihe Gesammtsumme beträgt 1,676,602 Fl., es müssen daher, da die Betriebsübershüfse ¿zu gering find und die rumänische Regierung bereits 1,928,512 Frs. bezablt hat, von der österreichischen Begierung 225,000 Fl. in Silber von der Garantiesumme beansp:uHt

en. :

__ Paris, 27. April. (W. T. B.) Die Versammlung der Ak- tionäre des Crédit foncier de France hat die von deren Gou. verneur gestellten Anträge genehmigt und die Vertheilung einer Er- gänzungsdividende von 23,75 Frcs. beshlofsfen. Dem Reservefonds wurde der Betrag von 921,634 Frcs. überwiesen.

28. Apcil. (W. T. B.) In der gestrigen Versamm- lung der Aktionäre des Crédit foncier de France theilte der Präsident desselben mit, daß die zwishen London und Paris ge- führten Verhandlungen, betreffend die Regelunz der Finanzlage

Aegvptens, welche auf kurze Zeit unterbroen waren, wieder auf- genommen seien und fügte hinzu, daß die Gläubiger des Khedive gute Resultate aus diescn Verhandlungen erwarten könnten.

N A Se,

Aus Baden wird der „Köln. Ztg.“ unter dem 283. i s{rieben: Folgendes sind die Eröffnungsdaten der E f Elsaß-Lothringen im Bau begriffenen Eisenbahnen Die 56 Kilometer lange Linie Straßbure-Lauterburg wird den 1. Juli 1876 eröffnet werden kênnen ; am nämlichen Tage die Linie Bolchen- Teter&én mit 9 Kilometer und die Kurve b-i Rieding mit 3 Kilo- meter den !?. Oktober 1876. Im Jahre 1876 also eine Gesammt- stze>e voa 68 Kilometer. Jm Jahre 1877 werden eröffnet werden: die Bahnen Colmar-Breisach mit 21,14 und St. Louis-Leopotdéb öhe mit 3,50 Kilometer den 1. Mai; Zabern-Wasselnheim mit 18 21 und Barr-Sclettstadt mit 17,85 Kilometer den 15. Mai; Mußig-Rothau mit 22,97 Kilometer den 1. Juli; Remilly-Berthelmingen mit 5413 Kilometer den 1. September; Steinburg-Buchêweiler mit 12,91 Kilo- meter am 1. Oktober; Mültausen-Müllkeim mit 17,56 Kilometer am 1. November 1877, und Diederhofen-Sierk mit 22,18 Kilometer am

Die Kutführung des Projekts der Umwandlung des - bauses in eine Rubmethaile ift, wie verschiedene M e A G E E E Wenigstens ift nichi zu er-

, daß nce< in dieser Session cine darauf bezügli 3 dem A E werden wird. E

Dur es{luß vom 16. März cr. batte die hiesige Stadt- verordnetenversammlung in Sachen der Ricdeclegieng der Gebäude an der Shloßfreiheit die Beschlußfassung auf 6 Wochen vertagt Diese Frist ist nunmehr verflossen. Judessen theilte der Vorsißende der Versammlurg in der gestrigen Sihung mit, daß ihm der Öber- BVürgermeifter eröffnet habe, der Magistrat bea:beite eine Vorlage welche eine volliiändige Klarheit über die finanzielle Seite, die arcitektonischen Anlagen 2c. geben foll. Die Versammlung bes{loß daher, die Angelegenheit bis nah Eingang dieser Vorlage zu vertagen.

__ Das soeben ausgegebene 10. Heft des Generalstab8werke über den Krieg von 187071 s<ildert E den Maric der IIT. und der Maasarmee nah der Kapitulation von Sedan auf Paris. Dann wentet fi< die Darstellung einer kurzen Be- trachiung der politishen Ereignisse in der Hauptstadt nah der Sélact vom 1. September zu und knüpft daran eine Terrain- beschreibung der Umgebungen von Paris, Den Schluß des ersten Ab- s<nittes bildet die Beschreibung der Einschließung von Paris dur< die IIl. und die Maasarmee in der Zeit vom 17. bis s 19. September. Das V. preußis&e und 2. bayerische orps hatte bei dieser Gelegenheit am 19. September Gefechte bei Bicêtres und Chatillon zu bestehen. Am 18. und 19. September wurden au< Friedensyerhandlungen zwisben dem Bundeskanzler Grafen Biêmar> und dem franzesis&en Minister Jules Favre ge- pflogen, welche aber zu keinem Refultat führten. Jm Rü>en der Beiden deutschen Heere wurde indeß die F-stung Toul na< 14tägiger Beschießung durch die Armeeabtheiluug des Großherzogs von Me>len- burg bezwungen und am 24 September besezt. Die Schilderung dieses Angriffes auf Toul und der förmlichen Belagerung von Straß- burg in der Zeit vom 27. August bis zum 27. September, sowie der Ne Dn und Uebergabe dieses Platzes, bilden den zweiten Theil Zeftes.

Das Deutscear<äologis<he Institutin Rom {loß

21. April in herkömmlicher Weise seine wöchentlichen Rufammetatie t einer feierlichen SißungzumGedästnifse des Gründungstages der ewigen Stadt. Die Auëgrabungen auf dem Etquiiin, veranlaßt tur die Neubauten, welche diese ganze Gegend umzvwandeln im Begriffe find, haben namentli bedeutende Refie des alten Stadiwalles ans Tageslicht gzförz ert, leider großentheils wieder zerftört, wenn au einzelne Stüd>e als Denkmäler jener uralten Zeiten erbaltca bleiben sollen. Auf vielen Quadern derselben find alterthümliche Butstaben eingehauen, die ältesten Beispiele des lateizishen Alphabets, da ge- rade die Theile der Mauern auf denen sie si befiaden unkeftritten der Servianischen Zeit angehören. Diese Vuchftaben nun sind von dem ge- lehrten Barnabiten P. Bruzza sorgfältig gesammelt, und ven ihm in der Sißung vem 21. in eingehender Weise bespro<en worden. Nachdem er ihre Wichtigkeit füc die Erkenntniß des ältefien Bildungszustandes Roms erörtert, zeigte er, wie dergleichen Buchftaben scwebl den ur- älteften sogenannten Remulishen Mauern der Palatinishen Roma quadrata als au< dem Mauerkreise des Aventin und Câlius fehlen und am Buirinal in wenigen Spuren vorkommen, wogegen sie aus- sciießli< dem Agger des Servius argebören, sowie am Palatin fi an einem Gebäude finden, das nah der Seite des Velabrum zu ge- legen ist. Das Material für den Stadtwall fei aus den vor der Stadt belegenen Steinbrüchen herbeigebra<ht und deéhalb Bezeich- nung nöthig gewesen; wo dagegen dasselbe an Ort und Stelle gebro<hen und verwendet worden, tei eine sol<e, wie an den rômishcn Hügeln, in Wegfall gekommen. Zwar seien die Servianischen Mauern später restaurixt worden, die mit Vudcsta ben verschenen Steine jedo gehören den unterev, also sicher- lid ältesten, Schichten an. Der Vortragende erörterte sondann na< den Monumenten und na der Ueberlieferung der Srifisteller die | Geschichte der Einführung des Alphabets in Italien und speziell in | Latium, indem er zuglei eine gleichfalls auf dem Es8quilin g-fundene roh geformte und gebrannte Schale vorlegte, die, troß des offenbar hohen Alterthums, eingerißte Buchstaben aufweist, Er s{loß, indem ! er die Anficht auêëspra, daß der Kulturzustand der römischen Königs- zeit biêher für zu niedrig gehalten worden sei. Es folgte ein Vor- trag E A Henzens über eine im vorigen pes binter der Bafilika des Maxentius gefundene, dem Balerius Messalla, Kon- sul im J. d. St. 693, Censor im Jahre 699—700, an- ebôrige Inschrift, welhe die von ihm bekleideten Ehren- elen in genauer Reihenfolge aufführt. Dieselben wurden an er Hand der aus Sri tstellern über ihn bekannten Nachrichten einer sorgfältigen Erörterung unterworfen und sodann die Vermuthung aufgest:llt: es möge der Stein, welcher noch. einige Refte einer zweiten wabrsheinli< dem Valerius Corvinus, Consul des Jahres 723, an-

1. Januar 1878. Es giebt dann iw Elsaß 1119 Kilometer Eisens bahnen mit 224 Stationen ; re<hnei man die Luxemburger De binzu, so sind es 1289 Kilometcr und 257 Stationen. Die Bahn Zabern-Wasselnheim-Barr-Schletiftadt verkürzt den Weg ua< dem Ober-Elsaß, der Schweiz und Jtalien um 20 Kilometer und dec Scienenweg Remilly-Berthelmiugen die Entfernung von Meß nah Gs um 45 Kilometer.

_ Leipzig, 27. April. (L. N.) Von dec im Wasser liegenden kleinen Brü>enträger der Riesaer Eisenbahnbrüd>e, welcher circa 5 Meter tief versandet ist, hat maa die über dem Sande be- ndlichen Eisentheile nunmehr glü>li< abgesprengt und zwischen zwei Zillen nah dem Lande tran*portirt Dieses abgesprengte Stü>k hat ein Gewicht von 500 Centnern. Die Schiffe können nunmehr dur< den bieher dur< dieseu Träger gesperrien Brü>enbogen fahren. Nachdem diefe Arbeit glü>lih vollendet und somit ein ungehinderter Verkehr der Schiffe gewahrt ist, gedenkt man in den nächstea Tagen den no<h von der Riesaer Seite aus auf den Pfeilern liegenden großen, 76 Meter langen Träger herunterzusprengen, um fodann mit den Arbeiten zum Aufbau der Interimébrü>e beginnen zu können. Das Herausholen der im Wasser liegenden kleinen Eisentheile geht un- unterbrochen ras und sicher vor fi.

Trief , ‘27. April. (W. T. B.) Der Lloyddampfer „Achille* ift mit der oftindishen Ueberlandpost aus Alexandrien heute Nachmittag 6x Uhr hier eingetroffen.

Der Ober-Ingenieur Wetli hat soeben eine Boschüre, „die te<nis<hen Vorarbeiten der Gotthardbahn, Erläuterung z1 der offiziellen Una der Finanzlage* erscheinen lassen, in welcher er den Nachweis zu leisten unternimmt, daß die Kostenberehnungen der international-n Konferenz ni<ht als Grundlage gedient haben, sondern daß dieselben viel bôher gewesen seien, als der von der izternationalen Kommission s<ließliz angenommene Kostenvoranshlag, ja daß au< der Voranschlag des Hrn. Ober-Jngenieur Gerwig vom Jahre 1873 sich noch bedeutend unter den von ihm, Hrn. Wetli, aufgestellten Ziffern bewege, daß ferner der Voranschlag des Hrn. Hellwag vom Jahre 1874 für die s{wierige Linie von Giubiaëco über den Monte Cenere na< Lugano bei faft ütereinstimmenden Trace vom Wetli'schen Vor- | anshlag vom Jahr 1864 nur ganz unbedeutend odec eigentlich gar

nicht abweiche, wie denn überhaupt Hr. Hellwag der Leistungen des Hro. Weili für die Gotthardbahn in teinem Bericht in fehr anerken- nender Weise gedenke und daß endlich die endlose Verzögerung der Tracirung und der Kostenbere<nung für die Babn ebensowenig in bee E F Wetli’schen Jona ihren Grund habe, als e außerordentlide Uebershreitun es Kostenvoranschla i tessiniichen Thalbabnen, 8 l E E me ern, 26. April. (N. Zür. Ztg.) Wegen massenhaften Sc<hneefalls find der Simplon und St. Gotthard N acelen unpraktifabel und der Spiügen nur s{wierig passirbar. Es sind jedo Vorkehrungen getroffen, um die Verkehréstörung zu beseitigen. _ London, 27. April. (W. T. B.) Die Kabelvervindung ist zwischen Java und Auftralien unterbrochen.

des Forums angegebenen Monumenten der Valerier angebraht ge- wesen fein, wodur< zu feiner historishen Bedeutung no< ein topographifches Interesse hinzutreten würde. Der von Fremden und Einheimishen zahlrei<h besuhten Versammlung wohnten namentih der Kaiserlihe Botschafter v. Kéudelk nebft dem Botschafts-Rath v. Derenthall, der italienishe Unterrichts- Minister Ceppino, der Präsident der Akademie der Lincei Sella, der General-Direktor der Alterthümer Fiorelli, der Direktor der neuen französis<hen Ecole de Reme Geffroy, von einheimishen Gelehrten die Gebrüder de Rossi und Professor Lignana bei.

Der Verein für die Geschichte Berlins, der Sonnabend seine 200. Versammlung hielt, nahm als Crb, versammlung für den Sommer eiye Fahrt nah Lehnin in Ausficht. Nachdem der Geheime Hofrath Schneider eine kleinere Arbeit des Ge= beimen Regierungs-Rath, Freiherrn von Ledebur, über die Wafser- straße von Berlin nah der Oder (mit Hülfe der damals s<{ifbaren Finow) im Mittelalter gelesen, folgte der Vortrag des Hrn. F. Mever über das Haus Poststraße 12. Bekanntlich hatte in der vorigen Sißung Hr. Alfieri dies Haus als die älteste Berliner Propftei hingestellt. Dem gegenüber wies nun Hr. M-cyer nah, daß die Wasser- seite der Pouleaye sehr spät bebaut worden sei und daß von dem Hause Nr. 12 erft um 1540 eine Spur auftrete. Gleichzeitig trug derselbe eine Arbeit des Archivars Fidicin vor, worin derfelbe an der Hand der Urkunden nachwies, daß die Berliner Propstei niemals an ciner andern Stelle gelegen gewesen sei, als wo fie heute liege. Ar- <iteft Prüfer theilte sodann mit, daß er als Techniker das Haus Poststr. 12 untersucht habe : der Thorweg stamme aus dem 16. Jahr- hundert, der Keller dagegen und die Kopelle aus dem 15., wel leßtere sowobl in ihren Massen, wie in ihrem Bau, in den Gewölbr ppen, Konsolen und Formfsteinen genau übereinstimme mit der Kapelle an der Südseite der Nikolaikirbe, die von Hrn. Alfieri als älteste Sacristei bezeichnet werde. Dieser Vorbau sei aber - die alte Lieb- frauenkaypelle, die 1452 vom Küchenmeister Zeuschel erbaut sei. Post- straße 12 rühre unzweifelhaft aus diejer Zeit her und sei wahrfchein- lih das eigene Wohnhaus Zeufchel8 g-weser. Ja einem weite- ren Vortrage behandelte sodann Hr. R. Fischer das Thema: Rosen- feld und die Rosenfeldianer in Berlin.

Theater.

Die Beseßung der Hauptrellen in dem Kleistshen Schauspiek eDas Käthchen von Heilbronn“, womit das E O gp theater am 1. Mai fein diesfähriges Gastspiel eröffnet, ift folgende: Käthchen, Frl. Pauli. Graf Wetter von Strahl, Hr. Nesper. Kuni- gunde von Thurne>, Fr. v. Moser - Sperner. Theo“ ald Friedeborn, Hr. Hellmuth-Bräm. Gottschalk, Hr. Hafsel. Kaiser, Hr. Weilen- a E von Stein, Hr. Teller. Burggraf von Freiburg,

. Richard.

__— Jm Woltersdorff-Theater sind jeßi, nahdem es Hrn Direktor Thomas gelungen ift, für Frl. Galnte tate g einen Erfaß zu finden, die Vorstellungen der beliebten Posse Luft- \<1össer wieder aufgenommen worden. Frl. Pagey spielt und singt die Rolle der „Grillhofer® so trefflid, daß fie ihre beliebte Vor- ne in dieser Partie nit vermissen läßt, was ihr dur reichen

eifall, sowie wiederholte Hervorrufe in offener Scene bestätigt wird. Hr. Direktor Thomas als „Pinneberg“ trägt nah wie vor zum Er- folge der Posse bei.

Für die ersten Tage der nächsten Woche wird im Residenz- The ater ein Novjitätenabend vorbereitet, der in mancher Bezichung besonderes Interesse erregen dürfte. Gegeben wird das neue Lustspiel des nordischen Poecten Björnson (Verfafser von „Ein Fallifsement“) x Die Neuvermählten“, das eben am Laubiscen Staditheater in Wien einen ungewöhrlihen Erfolg errang. Dazu wird aufgeführt ein neues Luftspiel von Oëcar Blumenthal, das den Titel führt. „Die Philo- sophie des Unbewußten® und endlih ein eben sol<hes, welches fih „Simson und Delila* nennt. In den beiden leßten Stü>en wird Sr. Claar-Delia vom Königlichen Landeétheater in Prag ein Gast- spiel eröffnen. Der Urlaub der Hofschauspielerin Pauline Ulri <h- geht mit Montag, den 1. Mai, zu Ende und kann deshalb eArria und Meffalina® nur no< einige Male zur ‘Aufführung gelangen.

Redacteur : F. Prehm. Verlag der Expedition (Kessel). Dru>! W. Elsner.

Vier Beilagen, (eins<ließli< Börsen-Beilage),

Berlint

gehörigen Jnschrift enthält, an den unterhalb der Velia in der Nähe

außerdem ein Fahrplan dex Königlichen Osibahn,

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Freitag, den 28. April

8 101.

i tamfíli Meine Herren, wel<:8 sind denn diese Säße? Der Hr. N < es. Uns: T E aue E e K ie in welcher R J age, daß i ein Anhärger enigen Richtung Tei, welche

Deutsches Leich, sämmtlihe Bahncn auf dea Staat übertragen welle, daß

Preußen. Berlin, 28. April. Die Rede, dur< welde ; ih cine jol2 Auffassung nicht theile und daß ih diesen Standpunkt

der Handels-Minister Dr. Achenbach in der gestrigen | auc festhaiten E Des e gr K : ; ; gegenüber gegenwärtig ein ? ake im Jahre 1873, als es 11

Sigung des Hauses der Abgeordneten die Diskusfion darum bandelte, große Staatsbahnen zu bauen, die betreffende Bor-

über den Gesezentwurf, betreffend die Uebertragung der Eigenthums- und sonstigen Rehte des Staats an Eisenbahnen auf das Deutsche Reich eröffnete, hatte folgenden Wortlaut:

Meine Herren! Es ist mir E meizem lebhaften Bed auern gestern niht möglich gewesen, das Wort zu ergreifen. Nachdem Sie indessen in der vorigen Verhandlung einen Freund der Vorlage, zu- glei< eines der hervorragendsten Mitglieder dieses Hauses, gehört, nacdem der Herr Reichskanzler fich wesentli< von seinem Stand- pankt als Chef der Reichsverwaltung über die Vorlage ausgesprochen hat, glaube ih ni><t zögern zu dürfen, heute bei Beginn der Dis- fussion dasjenig?, was für die Vorlage angeführt worden ist, noch in

einig-zn kurzen Zügen zu vervollständigen. J< werde bei meinen Ausführungen mi< wesentl< an dasjenige an- \hlicßen, was Seitens des Abg. Richter gegen die Vor- lage vorgebra<ht ivorden ist. Der Herr Abgeordnete wird,

wenn i< Gelegenheit nehmen muß, ihn bei vershiedenen Punkten an- zugreifen, darin erkennen, wie sehr er bei mir in Ansehen steht. Leider is meine Neigung zu ihm, wie ih nah seinen gestrigen Aus- führungen glaube, eine ganz einseitige und unerwiderte. Aber auf der auderen Seite, meine Herren, soll mi die3 nicht abhalten, ob- jektiv diejenigen Gesichtspunkte zu beleuchten, welche von ihm in der

Hauptsache vorgebracht find.

Meine Herren! Als ih die Ausführungen des Hrn. Richter vernahm, hätte ih glauben können, mich nicht in dieser hohen Ver- sammlung, sondern im Reichêtage zu befinden. In der That war das ganze Wesen, der ganze Kern Viare Ausführungen darauf ge- rir Dos angebli gefährdete Interesse des Reiches an dieser Stelle zu wahren.

Mit einem gewifsen Pathos rief er aus: Bedenken Sie, meine Hecren, daß zu einem Verkaufe zwei Personen gehören, ein Verkäufer und ein Käufer, das Reich wird über den Kauf zu entscheiden haben. Ic glaube, es wäre richtiger gewesen, wenn er_ diese Apoftrophe an îih selbst gerichtet hätte. Hätte er überlegt, daß zu diesem Geschäfte zwei Personen gehören, so würde er daéjenige, was vom Standpunkt des Käufers über diese Angelegenheit zu sagen ist, an anderer Stelle als’ hier vorgebra<t haben, wo es si< zunäst nur darum handelt, cine Ermächtigung zu Verhandlungen mit dem Reiche zu geben. Meine Herren! In Felge dieser Verschiebung der ganzen Diskussion ist es allerdings sehr s<hwer, deu Kern der Rede des Abg. Richter nach allen Seiten hin sicher zu erkennen : wenn ih indessen die Schale abstreife, so glaube i< annehmen zu dürfen, daß in der That seine Auffassung dahin gerichtet ift, es möge zunächst Alles so bleiben, wie es gegenwärtig besteht. Er neunt sih einen Freund des Reiches, lie- fert aber im gegenwärtigen Falle den Beweis dieser Freundschaft dadur, daß er den Standpunkt, welchen die einzelnen Staaten bis- ber in diejer Angelegenheit eingenommen haben, unbedingt lobt. Er sagt, er habe keine Sympathien für die einzelnen Staaten gegen- über dem Reiche, und denno< sind seine Ausfübrungen dahin ge- richtet, die Auffassung, welche von den einzelnen Staaten bei dieser Frage vertreten worden ist, zu. vertheidigen. Ih werde darauf später

noch zurü>fomen. - : :

eine Herren! Um nun der Sache einen großen Hinter- grund zu geben, hebt der Abg. Richter die Wichtigleit der Angelegenheit in lebhaften Zügen hervor: er behauptet , seit dem Jahre 1866 sei vor dieseè hohe Haus eine Angelegenheit von ähn- licher Bedeutung nicht gelangt ; er sprieht aus, es handle si<h um eine Revifion der Verfassung und der Hauptgrundsäße der bisherigen Reichscinrichtungen. Er betont gewissermaßen , daß eine Angelegen- beit in Frage sei, . bei der, wenn ich so sagen soll, Bruder von Bruder in Meinungsvexschiedenheit si< trenue und bei der der Vater im Stande ist, seinen Sohn zu verstoßen. Große politische Parteien sollen in Spaltuag und Gährung begriffen sein, kurz die Gestal- tung unseres politishen und öffentlichen Lebens soll dur diese Vor- lage vollständig aus den Angeln gehoben werden. Sehen wir aber bei Licht, um was es sih zunächst handelt, so ist eine Autorisation in Frage, wonach die preußischen Staatsbahnen auf das Reih über- gehen sollen; es haudelt fich um eine Ermäghtigung, welche weitere Perhandlnngen im Reichstage über die allgemeinen Gesichispunkte, zur Voraussezung und weiteren Erörterungen über die abgeschloffenen

Verträge sowohl in diesem hohen Hause wie in dem Reichs- tage zur Folge hat, gewiß also eine Angelegenheit, die mit aller Bedachtsamkeit \<hon nach ihrer for-

malen Lage behandelt werden muß und behandelt werden kann, eine Frage, die fih zunä<hst aber no< ledigli< in der Einleitung befindet. Allerdings is über die Absicht der preußischen Staatsrcgierung sehr viel Staub aufgewirbelt worden, und ih glaube, dasjenige, was der Hr. Abg. Richter nah manchen Seiten hin ausführte, richtete si viel mehr gegen Darlegungen, welche dur< die Presse erfolgt sein mögen, als gegen denjenigen Standpunkt, welcher in der gegenwärtigen Vorlage enthalten ist. Der Abg. Richter geht so weit, daß er, wenn ih mi< ret erinnere, sogar die Sozial-Demokratie in Bewegung seßt, und si< sodann erinnert, daß er aus seinem heimischen

Wahlkreise Mittheilurgen erhalten habe, wona die Schädi- im Zusammen-

gung der Eisenindustrie mit dieser Vorlage im, hang stehe. Sollte i< mi< darin irren, so bitte ih um Ver- zeibung. I<h meine, daß, wenn Hr. Richter in. Erwägung

ziehen will, welhen Umständen man die Schädigung der Eisen- industrie in seinem heimishen Wahlkreise beilegen mag, er jedenfalls auf eine andere Ursache gelangen wird, als diejenige ift, welche er bezeichnet hat. Er würde, wenn er diese Kalamität im Sinne seiner einflußreihsten Wähler beseitigen wollte, Wege beschreiten müssen, die ex mit Entschiedenheit perhorreszirt. Meine Herren ! Ich glaube nit, daß die Wähler des Herrn Abg. Richter, die industriellen Wähler nämlich, den Standpunkt theilen, daß man, um, aus dem Krach zu kommen, Alles erft gehörig auskrachen lassen müsse. Viel- lei@t würde der etwaigen Ausführung einer solchen Auffassung viel cher die Kalamität im Lande zugeschrieben werden können, als einer ziemlih harmlosen und uns<huldigen Vorlage der Regierung.

Um nun solche Behauptungen aufstellen zu köunen, entwirft Herr Richter selbft ein Programm, es besteht in dem Sayhe: alle Bahnen müssen Staatsbahnen werden, und alle Bahnen ohne d U müfseu auf das Reich übertragen werden. Gegen diese Sätze, die er selbsi gebildet Hat, richtet er sodann seinen Angriff. Wo ftehen aber diese Sätze sonst? Der Regierungsvorlage find fie vollständig und nah allen Seîten hin fremd. Es handelt si< um Behauptungen, welche der Abgeordnete selbst aufstellt, damit er etwas widerlege, was er herna<h felbft nicht aber die Regierung zu vertreten hat. Wenn er jo verfährt, dann kann es ihm freilich sehr leiht gelingen, mi èer Inkonsequenz zu zeihen. Allerdings hat er ja erklärt Men dasjenige, was i< früher programmartig auêgesprohen habe, seiner eits wenig Werth zu legen ; er seßt au< hinzu, daß, als er nach Anhörung jener programmartigen Säße nah Hause gegaugen sei und fich über meine eigentliche Aust dere habe, er meine Meinung nicht habe ergrün-

den können, Glei{wohl ist er in der Lage, verschiedene sehr bestimmte

lage in diesem hohen Hause vertreten,

mals sehr lebhaft, wie i< anerkenne, bekämpft wurde. Jn dieser Vorlage ausgesprochen, daß es nothwendig sei, eisenbahnnetzes die Vergrö uebmen und na< dieser

heißt es in der Vorlage der Regier

Erste Be

ung der

Der Staat würde, wollte er

Rentabilität dées

Privatbahnen, über welchen er neben Eisenbahngeses vom 3. als Bahneigenthümer verfügt, würde um so s{werer wiegen, je wesen gestaltet, und mit je größeren eine wirksame Ausübung des aus de resultirenden Einflusses verbunden ift. Ergänzt Seitens der Staats - Kommissarien dam worden : Möge au< das Auffichtsre<ht an es ist das sehr <arafteriftis< so sei es doch sehr fraglich, ob dur Besserung zu erwarten sei. Prenen mit den Folgen onzessionéwesen, 1 kapitals zu fämpfen haben. es s{<wer, mit dem bloßen der Staat selbs müsse dur< babnwesens die Führung in die Hand

gegeben, daß der Staat eigene Neg in Zukunft kaben si der Billigung dieses

auszude

dem Staate denjenigen Einfluß Ich habe mir auszusprechen, daß wir es forderung zu thun hätten, lichkeit, die an dieser Stelle steht, g vertretung zu treten. Es ift ein unver Sie ihn ni<ht bes reiten wollen, führen wird, was diejenigen Herren, haft vertreten, unter allen Umständen

eingenommen habe. dem hohen Hause ein eine Reihe von Vorschriften enthalten Bahnen an den Staat sichern solllen. bahngeseß von 1838 vorgesehen, Su wesentlih zu erleichtern. er beit der Budgetdebatte über die Eisenbahntarife citirt. gegenwärtiges Verhalten mit dieser stehen sollte. Jh sagte nämli

Warum und ia welhem Zusammenhan avon.

nordnungen getroffen worden, wona zwar in folgendem Sinne fühlten das Bedürfniß {sowo Berkehrs, dessen die Befürchtung, herbeiführen würden, später höhung der daber im Interesse bestimmt, daß den t freie Bewegung zu gestatten sei. sich meine damalige Ausführung, die Kommisfion, welhe Seitens des über die Tarifgrundsäße 1 besonders formulirten Artikel einen hat. Jch wüßte nun nicht, tion nachgewiesen werden

die

mir halten, ih kaun ihn nit gen; i< habe den Wur s, daß

Licht erscheine, Me.ne Herren! : Herr Abgeordnete dazu Über,

Bei dieser Geleg

zunächst von dem Herrn er unter dem Ausdru> l vermuthe bei der Stellung, die er im unter fsol<he Bahnen begreifen will,

Anlagekapitalien kasse zu liefern. zutreffend sein, das muß mir diesem hoh nahe Zeit gesagt werden kann, daß erhoffen sei. Ih ih anführen darf, der Auffassung auêgegangen , erfüllen habe, Landschaften, besißen, um fi selbst bezüglich wenn das Bedürfniß vorliegt, Hülfe zu kommen; ih bin von E dies eine der wesentlichsten unserer beutigen Zeit sei und daß

aus den

daß

theilen, wel<he dem Lande durch dur Vermehrung des Verkehrs, wachsen. i 2

Es ift mir außerordentlich auffä

Sätze von mir zu zitiren und ihnen mein gegenwärtiges Verhalten gegenüber zu stellen.

indem er die Regierung dieserhalb an Behauptung aufstellt, daß lange ni

Bahnbesiß zu erweitern und zu konsolidiren, niht nur die ihm gehörigen Neßzes gefährden resp. preis- geben, sondern des nicht gering anzuschlagencen Einflusses auf die

Nevember 1838 ibm gewährten Einflusse verlustig gehen. kfomplizirter fi< das Eisenbahn- Schwierigkeiten in Folge dessen

sind diese Ausführungen in der Kommisfion.

der überwuchernden Macht des Privatbahn- Diesen Kapitalmächten gegenüber sei Auffichtsrechte des Staats durhzudringen, die Entwi>elung seines eigenen Eisen-

Es findet si< also hier ganz bestimmt N : in Aussicht

hohen Hauses erfreut, und ih selbst habe bei Gelegenheit der Debatte unter Anderem ausgesprochen: Es hat deshalb diese Vorlage allerdings au<h die Tendenz, ß zu sichern, welcher ihm gebührt. deshalb auch gestattet, bier gewissermaßen mit einer Minimal- mit welcher jede Regierung, jede

gerade zu demjenigen Resultat

Das ift also der Hergang bei Gelegenheit jener Debatte gewesen. Das hohe Haus wird daraus ersehen, punkt ein pôllig identisher mit demjenigen ift, wel<hen ih damals I<h muß außerdem ß

Gesetzentwurf unterbreitet worden ist,

den Erwerb der

Herr Abg. Richter hat sodann eine von mir bei Gelegen- im vorigen Jahre

Ich weiß nicht,

Tarifen auf die freie Thätigkeit der Bahnen wesentli Meine Herren, in der damaligen Zeit waren von mir

zugelaffen wurden. höhung der bea r pri d hatte stattgefunden.

[ im eigenen Interesse wie in dem des mit den Tarifsäßen herunterzugehen; daß, wenn

Tarif- niht mehr genehmigen werde. t der Industrie und des Verkehrs darauf aklgemein Bahnen bis zu diesem Maximalsa Gerade auf diese Bestimmung und i babe die Genugthuung, daß Reiches berufen worden ist, um der Zukunft zu beschließen, unter ihrem

wo mir irgend eine Handlung, cine Ak- könnte, die mit diesem Verhalten in Wider- sprn< steht. Der Hr. Abg. Richter mag außerordentli<h wenig von zu einer besseren Ueberzeugung zwin- er jedenfalls ni<t Aeußerungen citire, ohne der Sache in ihrem ganzen Zusammenhange zu gedenken, damit das Bild ein vollklommenes werde und meine Thätigkeit in dem welches ihr gebühren mag.

der gegenwärtigen ] werfen, daß sie unwirthschafilihe Bahnen gegründet habe. Es ift Abgeordneten nicht ausgeführt worden, was „unwirthschaftlih“

die niht in der Lage sind, ihre u verzinsen oder au< Ueberschüsse in die Staat8- Mag diese Vermuthung zutreffend, mag sie nicht

ih allerdings Bahnanlagen word sind, bei denen keineswegs mit fiherer Aussicht wenigstens für eine

aber und die gesammte Staatsregierung und, wie au der Herr Finanz-Minifter, wir Alle find von der welche nicht genug : des Verkehrswesens zu helfen,

die etwa auf das Anlagekapital fällt, sondern au< na den t Os A e die Verstärkung der Steuerkraft,

Hebung der Industrie u. \. w. er-

isage

eine Vorlage, welhe au<h da- | von uns geschehen. von dem Hrn. Abg. Richter | h war regierungsseitig bestimmt zur Konjsolidation des Staats- | 0 er Staatsbahnen in Auéficht zu Richtung hin energis< vorzuschreiten. So | d ung ausdrüd>li< :

darauf verzichten, seinen

dem geseßlichen, durch das | t Dieser Verlust

m geseßlichen Aufsihtsre<t

Es ift als Folgendes auêgesprochen

nehmen u. |. w. der Auffassung Ausdru> zu nehmen habe, das

hnen. Diese Grundsäße

in meiner gestrigen Rede

) ersôn- enöôthigt ist, vor die Landes- meidliher Weg, welcher, wenn

die die Privatindusftrie so leb- vermieden sehen wollen.

daß mein heutiger Stand-

daran erinnern, daß von mir worin war, wel<he den Anfall der Es war gegenüber dem Eisen- ahnea Seitens des

gethane Aeußerung wie mein in Widerspruch es bei den mit ankomme. ge habe ih diesen Saß aus-

Aeußerung

damals, da

sogenannte Maximaltarife und Die L20prozentige Er- Viele Bahnen

hegten in- Ermäßigung eine Er-

Ich habe

sie “fle Une Aufsichtsbehörde

e eine gewisse bezog

ähnlihen Saß aufgenommen

enheit geht sodann der genannte Regierung vorzu-

überhaupt verfteht ; ih Ganzen einnimmt, daß er dar-

zugestehen, daß von vorgeschlagen worden

eine Rentabilität derselben zu Staat au< die Aufgabe zu eigene Kraft angemefsener Weise zu

Meinung ausgegangen, des Staates in

in der Aufgaben

der Vortheil, welchen der Staat Eisenbahnen ziehe, si nicht blos nah der Rente beftimme,

Vor-

(lig, daß der Hr. Abg. Richter, reift, auf der anderen Seite die

regierung gescheheu sei.

derjenigen Bahnen, wel<e wetentlihfte Bedeuturig Mir find, wenn ih nit irre, voa dem dert worden, do< unseren Einfluß in dieser Richtung zu verwenden zu Gunsten der Provinz Preußen.

Bahn walde

maden zu fönnen. fein und bleibt abzuwarten, ob etwa der Hr. Abg. Richter nameat- lih mit semen Vartreenen aus Preußen die bezüglihen Anträge siellen wird.

sie haben hervorragend wenigstens zur Zeit noch eine lokale Bedeu-

über die Rentabilität solcher Anlagen gemacht hat, Allgemeinen selbft für bahnen in den meisten Fällen, : ; : Gegenden geführt sind, sid gar nicht oder de< nur gering rentiren.

richtet weiterhin gewissermaßen eine Warnung nit auf das Gebiet der Phantasie begeben zu wollen. die Regierung ftellt alle möglichen günstigen Erfolge in Aussicht, wenn erst einmal das gewünschte Reichseisenbahnsystem begründet sein

1876.

Herren! Wenn Sie ins Auge fassen eine größere Anzahl wir vorgeschlagen baben, so liegt ihre gerade in der Hebung des Lokalverkehrs. Hrn. Abg. Richter aufgefor-

Meine

Nun wohl, es ift dies ja bereits Das muß ic aber zuglei< erklären: sollte das obe Haus jeßt von der Anficht au8gehen, daß beispielsweise die von Lo> na< Insterburg oder die Brcü>e bei Graudenz der die Bahn von Posen na< Belgard, Stolp und Rügen- unwirths<aftlihe Anlagen seien, fo_ i die . Löge Babhnkbauten no< derart, um die Beschlüsse rü>gängig

ieser Es würde das also mögliher Weise zu erwägen

eine Herren, es sind dies wesentlich lokale Bahnen, die man auch in anderen Ländern l 4 muß man im verkehrêreihere Länder zugeben, daß Lofal- wenn sie vit gerade dur< industrielle

ung und na< den Erfahrungen,

indeß diese Seite der Sache; der Hr. Abg. Richte an das Haus, sich Er meint,

Vezrlasse ich

Man wird, so führt er ironis< aus, billige Tarife haben ;

ih übe werd?. das Reich übergehen, man wird, so zu sagen, umsonst auf N as Daten diesen bloßen U: L fabren, und do<h werden _die Bahnen l angemessen Das Reich D elo Wie ies Diaai verzinsen, kurz, es wird ein wahres Eisenbahn-Eldorado des gemishten Systems, namentli deu ein:reten, wenn die beabsichtigte Maßregel auëgeführt ist,

Hat aber die Regierung etwas derartiges erflärt? Haben wir in der That eine sol%e Wendung der Dinge in Ausficht gestellt ? Haben wir gesagt, daßz in Zukunft die bestehendin Schäden mit einem Male und durchweg beseitigt werden könnten ? Dies mag immerhin in ¿ffentlichen Blättern behauptet sein, von Seiten der Regierung ift es nicht ge\<ehen, und ih möchte meines Theils von diesem Stuhle aus geradezu warnen, von einer derartigen Auffaffung bei Beurthei-

find Hoffnungen, die

lung der Vorlage auszugehen. Das d

si< in diesem Maße niht erfüllen. Wir find zwar der Pieinung, daß sehr wesentliche Verbesserungen im Eisen- bahnwescna fi<h einführen lassen werden, wenn eine einheitliche

eintreten sollte; wir sind der Meinung und wer das Gegentheil behauptet, muß nachweisen, daß das Gerade ungerade ist —, daß dur< die Vereinigung des bisher Getrennten in der That eine Verbesserung und Erleichterung des Verkehrs, eine Verringerung der Kosten eintreten kann und muß, wix siad aber nicht der Ansicht, daß derartige Phantasiegebilde erfüllt werden können, wie sie mehr- fa die Presse in Aussicht gestellt hat. : . : Wenn nun der Hr. Abg. Richter recht anmuthig schildert, wie er sich, bei seiner lezten Reise, auf der Eijenbahn fahrend, gewissermaßen iu einem au- genehmenZukunststraum befunden habe; wie das Bild des Reichseisenbahu- wesens in Gestalt von behaglich geheizten, wentg beseßten Coupés, geringen

ivergezogen, und wie er dann plößlich

Preisen u. \. w. vor ihm vorl j i li dur den rauhen Ruf auf der Station Hannover aus seinen Träumen

zur Wirklichkeit zurü>geführt fei: „Die Retourbillets fiad auf zwei Tage beschränkt!" und aus dem leßteren Umstande folgert, daß das, was man dem Pubiikum in Aussicht stelle, do< wohl nicht so weit her sein könne: so ift es mir zunächst do ret angenehm gewe]en, daß derartige angenehme Traumbvilder selbst auf einer (Staaisbahn

f nicht absolut noth-

Leitung desselben

vorkommen Eönnen, und daß eine Privatbahn dazu nil i wendig ist. Wena aber auf der anderen Seite, hierdurch ein An- griff gegen die Staatsverwaltung beabsichtigt sein sollte, }o möchte ih

den Hrn. Abg. Richter darauf hinweisen, daß, was die Gültigkeit der Retourbillets anbetrifft, von der Cöln-Mindener Eisenbahn vom 1. Oktober 1875 ab dieselbe von 3 auf 2 Tage herabgeseßt ist, daß die Berlin- Anhalter, die Berlin-Stettiner, die Berlin-Magdeburger, die Berlin-Leipziger, die Berlin-Halberstädter, die Berlin-Hamburger im vorigen Jahre die Retourbillets von 3 Tage Gültigkeit auf 1 Tag herabgeseßt haben, und daß in der Konferenz des Tarifverbandes zu Braunschweig ein Be)chluß gefaßt worden ist, wona< man über- haupt es für rathsam erachtet, die Gültigkeitsdauer der Retourbillets auf den Tag der Ausgabe zu beschränken. e Sie werden uun vielleicht eine bessere Meinung über jene Maß- regel bekommen, da ih dem Beschluß im vollen Umfange keine Rechnuug getragen, vielmehr einen Mittelweg eingeshlagen habe und nicht, wie die bezeichneten Privatbahnen, die Dauer auf einen Tag, sondern auf zwei Tage ausdrü>lich zugelassen habe. Meine Herren! Jch wiederhole also no<mals: Jene Phantasie- gemälde, wenn fie irgendwo bestehen, existiren wenigstens nicht bei uns. Es ist fernerhin auch nit entfernt nothwendig, mir und meinen Kollegen gegenüber die Bedeutung der Privatbahnen zu vertheidigen. Pir verkennen diese Bedeutung und was erstere Verdienstvolles ge- leistet haben und leisten, durhaus niht. Wir ftehen auch hier auf dem Standpunkt, den wir in der Vergangenheit eingenommen haben, zuglei aber E wir “e lib Bestimmtheit, daß es geboten sei, das Staatseisenbahnneß zu kon]olidiren. j i :

Frage ih nun dem gegenüber: was will der Hr. Abg. Richter ? Wenn i ihn re<t verstehe, so gipfelt seine ganze Dedukition dahin: keine Kons olidation der Staatseisenbahnen, keine Vermehrung und Ausbildung des Staatseifenbahnneßes und feine unmittelbare Auf- sicht des Reiches über die Bahnen. Wenn man eine derartige Auf- fassung theilen sollte, so könnte ih nur den Rath geben: lasset die Privatbahnen sich fusioniren und verkauft die.Staatsbahnen, das ift das Ende Eurer Politik. : S

Meine Herren! Was will dem gegenüber die Königliche Staats- regierung durch diese Vorlage? Sie hat das aufrichtige Streben, die Verfassung des Reichs zur Wahrheit zu machen. Sie will zugleich diese Verfassung in einer Weise zur Wahrheit machen, daß andere Interessen, insbesondere diejenigen ihrer Bundesgenossen, wie, ihre eigenen, am wenigsten verleßt werden. Der Hr. Abg. Richter ist in seinen Ausführungen freilich der Ansicht gewesen, daß és doch andere Mittel gebe, um zu demselben Resultate zu gelangen, und verweist insbesondere hierbei auf ein Rei geisenbahn-Gesfet. Bekauntlich sind, was den Entwurf eines Reichsei enbahn-Gesctzes betrifft, zwei Ver- suche gemacht worden, der eine unter dem Hrn. Präsidenten Scheele,

der andere wähcend der Amtsdauer des Hrn. Präsidenten Maybah. Meine Herren, beide geehrte Herren sind mir persönli<h näher bekannt, und ih bitte daher, wenn

ih in meinen Ausführungen mich übec den einen oder anderen Ent- wurf ausfpreche, keine persönliche Spihe darin erkennen zu wollen, son- dern ledigli objektive Bemerkungen, die ih meinestheils machen muß, weil der Herr Abgeordnete den einen Entwurf benußt hat, um Angriffe gegen den anderen zu richten. Wenn man die beiden Eat- würfe kurz gegen einander charafterisiren wollte, so würde das untex- \cheidende Element wobl darin zu finden sein, daß zwar in dem ersten cine Aufficht des Reiches über das gesammte Eisenbahnwesen in ziemli< weitgehender Weise in Anspruch genommen, auch die Befug- niß begehrt wird, direkte Anordnungen an die Eisenbahn- verwaltungeu zu erlassen, daneben aber das Aufsichtsre<t der einzelnen Staaten anerkannt ist, Mit einem Worte, der

t genug für die Belebung des

Extwurf beruht auf dem Prinzip, daß eigentlih zunächst