1900 / 87 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

gehilfinnen und Hilfslehrerinnen 750 f als lange in Vorschlag gebraht. Weiterhin bezeihnet die Denk)chrift für die finanzielle Durchführung dieser Reformen eine jähr- lihe Mehrausgabe von 3054529 # als erforderlich. Davon soll die Staatskasse 1500000 # übernehmen, den Rest sollen die betreffenden Gemeinden tragen. Eine Verstaatlihung der Volksschule wird abgelehnt und an den Grundsägen des Schulbedarfgeseßes festgehalten, nach welche-m zunächst die Gemeinden und subsidiär die Kreise für den Schulaufwand aufzukommen haben. Eine Herabsezung der Normal-Schülerzahl ciner Schule bezw. Schulklasse wird in Aussicht genommen. Die soforiige Aufhebung des Schul- geldes cmpfiehlt die Denkschrift im Junteresse der Gemeinde- kassen nicht, dagegen eine wohlwollende Regelung desselben.

Sachsen-Coburg-Gotha.

Seine Königlihe Hoheit der Herzog von Albany traf, wie „W. T. B.“ berichtet, gestern Nachmittag in Gotha ein und wurde am Bahnhofe von Seiner Königlichen Hoheit dem Herzog und dem Staats-Minister von Strenge empfangen.

Oesterreich-Ungarn.

Das „Ungarishe Correspondenz - Bureau“ meldet aus Wien, daß die gemeinsamen Ministerberathungen zur Feststellung der den Delegationen zu unterbreitenden Vor- lagen beendet seien. Der ungarishe Minister-Präsident von Szell und der Finanz-Minister von Lukacz scien am Sonn- abend Nachmittag nah Budapest abgereist.

Großbritannien und Frland.

Die Königin nahm, wie „W. T. B.“ meldet, am Sonnabend Nachmittag im Phönixpark zu Dublin die Huldigung von 30 000 Kindern entgegen, die aus allen Theilen Jrlands herbeigekommen waren. Jhre Majestät fuhr zweimal die Neihen der Kinder, welhe mit Fahnen wehten, auf und ab. Das Wetter war schr |chön. Der Königin wurden lebhafte Ovationen bereitet.

Frankreich.

Der Deputirte Georges Berry hat, dem „W. T. B.“ zufolge, ècm Minifter dcs Auswärtigen Delcassé mitgetheilt, daß cr ihn heute in der Kammer über die von der portugiesi- schen Regierung Großbritannien ertheilte Ermächtigung zum Transport von Truppen und Kriegsmaterial von Beira nah Umtali befragen werde.

Jn Nizza wurde gestern der General Bérenger (Re- publikaner) mit 335 von 396 Stimmen zum Senator gewählt.

Die „Liberté“ hat am Sonnab?nd eine Subskrivtion für ein Denkmal eröffnet, welhes dem Obersten Villebois- Mareuil errihtet werden soll. Paul Vivien wird im Pariser Munizipalrath beantragen, daß eine Straße in Paris nach dem versiorbenen Obersten benannt werde.

Rußland.

Aus Anlaß eines Festes des Leibgarde-Regiments zu Pferde nahm, wie „W. T. B.“ aus St. Petersburg berichtet, der Kaiser die Parade über dasselbe ab und wohnte der Speisung der Unteroffiziere und Mannschaften bei. __ Später versammelte Allerhöchstdersclbe das Offizierkorps bei sich. Der Feier wohnten die Großfürsten, die Militär-AttaGés und zahlreihe Diplomaten bei.

Ftalien. Der Kriegs-Minister Graf Ponza di San Martin

o ist, wie „W. T. B.“ erfährt, zum Senator und der G:neral ! - } funden und sich, ohne fich in einen Kampf einzulassen, auf

Zanelli zum Unter-Staatssekretär im Ministerium ernannt worden.

Kriegs

Spanien.

__ Aus Madrid vom heutigen Tage berihtet „W. T. B.“, daß in der Provinz Murcia aus Anlaß der Erhöhung der Tabackpreise Ruhestörungen stattgefunden hätten, bei denen eine Person getödtet worden ci.

Niederlande.

Dem „Neuter'shen Bureau“ zufolge hat die Körigin Wilhelmina ein eigenhändiges Beileidsschreiben an die Wittwe des Generals Joubert gerichtet.

Türkei.

Wie „W. T. B.“ aus Konstantinopel meldet, über- reichten die Botschafter am Sonnabend der Pforte cine Kollektivnote, in welcher sie erklären, eine einscitige Zoll- erhöhung jei undurchführbar, sie seicn jedo bereit, mit der Pforte darüber zu verhandeln, wenn ihre Regierungen hierzu die Zustimmung gäben.

Griechenland.

Das Journal „Asty“ meldet, der König leide an einer Ohrenentzündung als Folge cines Jafluenzaanfalls und werde demnächst nah Wien reisen, um cinen Spezialarzi zu kon- sultieren.

Däncmark.

Der Prinz von Wales empfing, wie dem „W. T. B.“ aus Kopenhagen berichtet wird, am Sonnabend den französi - shen Gesandten, welher auf Befehl des Präsidenten Loubet dem Prinzen die Freude der Regierung der Französischen Republik und des französischen Volkes über das Mißlingen des Attentais auf den Prinzen zum Ausdruck brachte, und gestern Nachmiitag die sämmtlichen übrigen am dänischen Hofe be- glaubigten Gesandten, welchze ihre Glückwünsche aussprachen.

In «er englischen Kirhe zu Kopenhagen fand aestern anläßlich dcs Mißlingens des Attentats in Brüssel ein Dank- gottesdien}t statt, welhem der Prinz und die Prinzessin von Wales beiwohnten.

Amerika.

Nach ciner Meldung aus Washingion ist der General Otis auf seinen Wunsh von dem Oberkommando auf den Philippinen enthoben und der General Mac Arthur zu seinem Nachfolger ernannt worden.

Asien.

Aus Tientsin meldet das „Reuter'she Bureau“, daß das amerifanishe Kanonenboot „Wheeling“ und das rusfische Kanonenboot „Korejez“ in Taku eingetroffen seien: das legtere sei sogleich wieder abgegangen.

Afrika.

Die „Daily Mail“ meidet aus Mafeking vom 1. April, daß die Buren ihre Laufgräben wieder verlassen und fich noch weiter von der Stadt zurückgezogen hätten. 4

Aus Warrenton vom 6. d. M. berichtet das „Neuter'she Bureau“, daß die Buren an diesem Tage bei L Streams von einer britishen Batterie beschossen worden seien; sie hätten darauf ihre Stellungen verlassen und im Gebüsh Deckung gesucht, wo fie gegen die Geschosse der bri- tishen Kanonen sicher seien.

Dasselbe Burcau meldet aus Boshof vom 6. d. M., daß eine Anzahl der von Lord Methuen gefangen genommenen Mannschaften Franzosen seien. Der Oberst Villebois- Mareuil sei am Freitag mit militärishen Ehren beerdigt worden.

Die „Times“ erfährt aus Boshof, Lord Methuen sei gestern auf Zwartskopfontein, 10 Meilen östlih von Boshof vorgerückt, ohne auf Widerstand zu stoßen. Die Buren seien Tags zuvor abmarschiert. /

Aus Brandfort vom 2. d. M. berichtet das „Reuter'sche Bureau“, eine aus dem Lager der Buren bei den Wasser- werken am Modder River eingegangene Depesche vom 1. d. M. besage: Freitág Nacht erhielt de Wet die Nachricht, daß die britische Truppe, welche seit kurzem Thabanchu besetzt gehalten hatte, infolge des Anmarsches Olivier's vom Süden her, diesen Ort räume. De Wet beschloß, dieselbe abzufangen, und gelangte nah einem brillanten Nachtmarsh zu den Amla Kopjes diht bei den Wasserwerken nördlich vom Modder River; er fand das britishe Lager ohne Vorposten friedlich \{lummernd. Sofort brahte de Wet eine Batterie in Stellung, und Kommandos in Stärke von 1500 Mann beseßten die strategishen Punkie rings um die Engländer; die Sektionen aus Kroonstad und Bloemfontein nahmen dicht bei den Ge- bäuden der Bahnstation und unterhalb der Drift Stellung. NA!s das Tageslicht weit genug vorgeschritten war, wurde das Signal gegeben, und die Geschüße begannen, das Lager der Engländer mit Shrapneës und Kartätschen zu überschütten ; es folgte große Verwirrung, die britishen Artilleristen stürzten zu den Geschüßen und eilten einer entfernten Stellung zu. Die Mannschaften von Winburg und Bethichem galoppierten angesiGts des Gewehrfeuers der Engländer, die sih von ihrer Bestürzung nicht erholten, über das offene Feld. De Wet spornte die Leute an und ritt über das freie Feld ohne Deckung auf die Stellung der Engländer ¿u; während dessen sprengte cine britishe Batterie auf cine dicht von Buren beseßte Anhöhe zu. Kein Shuß wurde abgegeben, che die britishe Artillerie auf 39 Yards herang:kommen war; dann aber wurde die Bespannung der Geschüße reihenweise mit ihrer Bedienung niedergeshossen. Sieben Geschüße fielen in die Hände der Freistaat - Buren. Nach einer Meldung aus Pretoria vom 2. April verloren die Engländer in dem Kampfe bei dem Reservoir von Bloemfontein 11 Kanonen und 2 Waggons mit Munition. :

Eine Depesche des Feidmarschalls Lord Roberts aus Bloemfontein vom 6. d. M.’ besazt: Die Vecluste der Engländer bei Neddersburg betragen an Todten 2 Offiziere und 8 Mann. Zwei Offiziere find gefährlich verœundet, 33 Mann weniger {wer verl:-ßt. Acht Offiztere und die übrigen Mannschaften jind gefangen genommen. Der Feind joll eine Stärke von 3200 Mann gehabt und 5 Kanonen mitgeführt haben, während die Engländer 167 Maun becittene Jnfanteric und 424 Mann Jnfanterie zählten.

Das „Reuter'she Bureau“ meldet aus Bethanie vom 5. d. M.: Die gefangenen fünf Kompagnien wurden über- rast, als sie quer durch das Land über Dewetsdorp nah Smithfield marschierten. Die Truppen hatten keine Geshüge.

Die „Times“ meldet aus Bloemfontein, der General Gatacre habe Reddersburg von den Buren beseßt ge-

Bethanie zurückgezogen.

Die Londoner Blätter melden aus Kapstadt vom 7. d. M. Abends, es gehe das Gerücht, daß die telegraphische Verbindung mit Bloemfontein abgeschniitzn sei.

Aus Bloemfontein vom 7. d. M. berichtet das „Reutershe Bureau“, es werde gemeldet, daß eine beträhtlihe Streit- macht der Buren die Eisenbahn bedrohe, welche indessen gut bewacht werde. Die britishen Vorposten bei Springfield, 8 Meilen von Bloemfontein, scien am Sonnabend von den Buren angegriffen worden, welhe von dem Reservoir vor- rücten. Die Eifenbahnbrücke in Glen sei fertig. Man lege jeßt die Schienen. EinBruder des Präsidenten Steijn, der in der Nähe von Karee zum Gcfangenen gemacht wurde, sei in Bioemfontein eingetroffen

Aus Aliwal North vom 7. d. M. wird gemeldet: Vier Kompagnien irisher Schüßen und zwei Kompagnien Freiwilliger seien am 6. d. M. von Kourville doct ein- getroffen, gedeckt durch zwei Shwadronen Grenzreiter, welche von dem General Brabant entsandt worden seien, um den Feind an der Vereitelung dieser Truppenbewegung zu ver- hindern. Ein Leutnant und zwei Mann von den Grenz- reitern würden vermißt. Die Buren hätt:zn zwei Todte und einen Verwundeten verloren.

Nach ciner Meldung aus Maseru vom 6, d. M. herrsche unter den Basutos eine ungewöhnlihe Erregung; sie fürchteten, daß die Buren, um die britische Flante zu um-

zen, die Basutolandgrenze überschreiten würden. Von den

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ese d e Ea Basutos, welche man zu Bahnbauten bei Blocmfontein heran- gezogen habe, seien wiedervolt einige unter verschiedenen Vor- J

vänden entfommen.

Die „Times“ meldet aus Ladysmiih vom 8. d. M. daß eine Patrouille der 13. Husaren bei Waschbank mit den Buren in Fühlung gekommen jei.

Ein Telegramm des „Neutershen Bureaus“ aus Le- bombo (Swaziland) schildert die Lage des Lands als eine schrecklihe. Die Regimenter der Königin (Queen's Imp.s) im Swazilande megzelten die s{lecht angesehenen Häuptlinge mit ihren Familien und ihrem Gefolge massenhaft nieder.

Aus Simonstown vom 7. d. M. berichtet dasselbe Burcau, daß in der vorhergehenden Nacht mindestens 30 ge- fangene Buren entflohen seien, von denen jedoch 6 bald darauf und 3 später wieder festgenommen worden seien.

Eine Depesche des „Reuter'shen Bureau's“ aus Accra vom 7. d. M. besagt, daß der Gouverneur und seine Ge- maßlin sich vorausshtlich in cinem Fort von Kumassi be- fänden und daß zwei Offiziere verwundet worden seien. Einzelheiten über die Empörung der Aschantistämme fehlten.

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Statistik und Volkswirthschaft,

Feuerversiherung bei Privatgesellshaften i ' Provinzen Preußens. n den

(Stat. Korr.) Jeder Versuch, die Höbe der Versicherun innerbalb eines größeren Gebiets durh Nachfrage bei den Veefgiite eiwa bei Gelegenheit der Volkszählungen zu ermitteln, fz auf Schwierigkeiten, um welchen Zweig der Versicherung es sih ast bandeln mag. Anstatt die große Menge der Besitzer versichery. fähigen Eigenthums mit Fragen zu behbelligen, die viele von ie nit begreifen, wendet man sich deshalb an die verhältnißmäßje wenigen Gefellshaften, von denen die Versicherung übernommen wart Auch dieser Weg is wegen des Mangels an einer ¿uverläisigen Kontrole nit bedenkensrei und füh:t zu Irrthümern, ohne daß e die Größe des wahrsheinlihen Werths der Angaben abzus¿ vermag. Andererseits aber knüpfen sih an die Nahweisungen des Ver, sicherung8bestandes so vielerlei andere Betrachtungen an, daß selbt muthmaßlich ungenaue Zusammenstellungen cin Bedürfniß der Wissèn schaft befriedigen. Es fei daber hier eine Uebersicht der Feuer, versicherung bei den größeren Gesellschaften, auf wel? der Erlaß des Ministers des Innern vom 22. Februar 1893 Anwendy

efunden hat, in den einzelnen Provinzen des Königreichs zu Ende dez Sabhres 1897 gegeben.

Im direkten Geschäfte der zum Betriebe innerbalb Preußens zugelaffenen 40 bedeutenden Anstalten bestagden zu jener Zeit nah vorläufizer Zusammenftellung, h E

; E Bz2rsicherungen auf Tausende dur.

in der Provinzen Gecin Frier K Werth s@nitilin « Oftpreußen . 430.177 1702 214 13 076 Westpreußen . 107 89s 1 370 560 12 703 Statt Berlin 325 93s 3405 173 10 447 Brandenburg . 433 473 5 322 379 12 278 D es 175 277 1 971 220 11 246

S 81 018 868 585 10717

lesien . 2+ AOEVEL 4962219 10906 Sadhsen . e e C o e L ORO OBR 3 Tá1 587 11 309 Schleswig-Holftein. . . . 112607 999 058 8 872 Hannover . ee e L O 3739 967 9 833 Westfalen . . 347 146 3 581 024 1031s Heffen-Naffau 250 715 2 964 933 11 82s Rheinland 706 018 8 931 139 12 650 Hoßtenzollern . 13 495 82 395 6 106.

Die von einer Anftalt für Oft- und Westpreußen tereinigt an, gegebenen Summen sind nah dem Verhältnisse bei den Übrigen preußischen Gesellschaften zerlegt und für eine in Bezug auf Zahl der Versicherungen in Hohenzollern zweifelhafte Gesellschaft 500 an, geseßt.

,_ Daß der auf eine Versicherung entfallende Durchshnittsbetrag mit Ausnahme weniger Landestheile geringe Unterschiede zzigt, ift angesihts der großen Verschiedenheiten in der Wohblhabenbeit über. raschend. Die Abweihungen nah unten erklären sich haupt\äßlih aus einem Ueberwiegen der Gebäudeversiherung bei den öffentlichen Anstalten. Untersuhi man, ob in dieser Hinsicht bei den Grupven der Gesellschaften Unterschiede ftattfinden, jo erhält man für dea

ganzen Staat: M e Tau duci ers auf Tauf. ur; Arsftalten sicherungen M \hnit:lih 18 preußische 2 561 848 31 292 539 12215 13 andere deutshe .. 839 3614 8 629 243 10 281 9 auferdeutsche 448 761 3 720 652 8 291 überhaupt 3 849 973 43 642 435 11 336 auf Aktien 35554322 401038466 1120 6 auf Gegenseitigkeit 291 541 3 538 589 12 014.

__ Hiernah is der Versihherungébeftand der Gesellschaften, deren ‘‘aupisiß außêrb alb des Staates lizgt, sowie der gegenseitigen wie freilid zu erwarten tvar im Mittel geringer als der Bestznd rerseits bei den cinheimishen und andererseits bei den Akticng-fell-

waften. Die Provinzen verhalten ih hierin ungleich: es kamen

bei niht preußischen Den | wei : e e it | außerhal gegenseitigen

ani im Reiche ¡j Deutschlands | Anstalten: V-rsih. Tauf. 6 | Versich. Tauf. .# | Versich. Tauf..4 Oftpreußen .. 30794 33398511878 144983| 40322 57115 Wettpreußen . 27605 82337911118 132384| 5984 72729 Stadt Berlin 89101 817424 61203 470125! 21 002 290701 Brandenburg . 105048 1183 179 | 63662 608426 | 37426 529550 Pommern... 53630 53450815040 119 023 20684 247 627 Posen 12695 137355| 8877 66206| 6482 86737 Súlesien .…. 89266 76194639318 32459423611 259 330 Sachsen... . 86309 927 50031261 200021 | 28 003 369 689 Schle2w.-Holst. 28614 253777 122442 148 437113115 105521 Hannover... 76470 764501 | 56772 499704 |62 144 501 695 Westfalen 70915 646187143945 262663 [15680 169 848 H-fsen-Naffau 44956 59013028183 261 841118357 317949 Rheinland. . 120610 134046049354 478711137127 ‘525 931 Hobenzoliern . 2351 14912} 703 3 536 895 7 569 In sämmtlichen Provinzen waren 16 preußische, 7 sonstige deutsde und 4 außerdeutshe Anstalten vertreten, in allen mit Ausnahme Hobenzollerns ferner 1 preußishe, 3 andere deutsche und 1 außerdeutiche, in zehn Provinzen 2 niht preußische deutsche, in fünf 1 preußische und 4 außerdeutschz, in drei bezw. zwei je 1 außerdeutshe, in einer

einzigen 1 niht preußifche deutshe und 1 außerdeutsche.

Ein Museum für Arbeiter-Wohlfahrtseinrihtungen wird, der „Allgem. Zig." zufolge. mit Bewilligung des bayeriichen Ministeriums des Innern in München gegründet werden. Das Muscum ist als cine siändige Ausftellung für Arbeiter-Woblfahrtzeinrihturgen gedachi und wird sich auf Unfallverbütung, Gewerbehyziene, Woßhlrahrtsverbältnifse sonstiger Art (Wohnungswesen 2c.) und Literatur erstreck:n. Nah dem Plan des Unternehmens sollen ihm die betreffend-n Gegenstände von GöZanern und Interefsenten in der Hauptsahe fkostenfcei, theils \chenkungs-, theils füc eine gewiße Ausftellungszeit leibweise überlchfsen werden. Der Auzsstellungêraum befindet fich Kirchplaßstraße 9 in München, wohin die Uebermittelung etwaiger Ausstellung®gegenstände erbeten wird. Jede weitere Auskunft ertheilt der Königliche Fabrik- u«d Gewerbe-Inspektor Poellatb, der von dem genannten Minifterium mit der Eiaritung und Leitung des Museums betraut worden ift.

Zur Arbeiterbewegung.

Zum Ausftand dec Berliner Maßschneider theilt die „Vos. Zig.“ mit, daß inzwischen diz Mehrzahl der Geschäfte, in denen Forderungen erhoben wurden, eine Verständigung mit den Ar- beitern erzielt hat. Theilweise ist der Tarif der Lohnkommission an- erkannt worden, andererseits baten die Arbeitgeber au den von den Unternehmern festgeseßten besonderen Tarif einge/ührt. Gine Er- böbung der Löhne um 10 bis 25 9/9 ift fast überall eingetreten. Bei den Firmen, die fi noch immer ablehnend verhaltea, wird der Aus- ftand weitergeführt (vergl. Nr. 85 d. Bl.), ;

Wegen des Ausstandes der hiesigen Lino leum- und Teppich- leger hat das Gewerbegeriht als EGinigung2amt vorgestern foigen- den Vergleiwévershlag gema#t: „Für Arbeiten nah Zeitlohn werden vergütet für die Zeit von 7 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends 60 pro Stunde, von 7 Uhr Abends ab und Sonntags 75 4; für Stüd- arbeiten, diz von 7 Ubr Abents ab begannen werden, wird ein Zuschlag von 25 % nah dem vereinbarten Tarif berehnet. Sobald die Fahrt ¿ur Arbeitsftätte außerhalb Berlins mehr als eine &tunde währt, wird die Zeitdauer über eine Stunde hinaus in Stundenlohn vergütet; wenn die Arbeitnehmer außerhalb des Weichbildes von Berlin Arbeiten zu verrihten haben, wird ihnen eine Vergütung von 2 #4 gtwährt; für den Nachtaufenthalt haben sie einen Zuschlag von

u beanspruhen. Die Abrechnungen haben Sonnabends bis 1 Übr zu erfolgen. Im übrigen nehmen die Parteien, foweit nichts Anderes ‘verabredet ist, den von den Arbeitgebern in der Verhandlung vorgelegten Tarif an. Maßregelungen dürfen nicht stattfinden. Die Ps verpflichten \ih, vorstehenden Verg!-i 14 Jahre in allen Punkten zu halten und für den al daß nah A6lauf der Frist für den Verglei Differenzen entsteben und neue Forderuagen aufgestellt werden, bevor es zum Ausstand oder zu einer etwaigen Aussperrung kommt, das Einigungsamt des hiesigen Ge- w:rbegerihts gemeinsam anzurufen.“ Dieser Vergleich wurde von den Arbeitgebern vorbebalt!lcs und von den Zwishenmeistern vor- behaltlih der Zustimmung einer später stattfindenden Versammlung angenommen und unterzeihnet. (Vergl. Nr. 77 d. Bl.) Zur Lage des böhmischen Bergarbeiter“ Ausstandes m-ldet W. T. B.* aus Kladno, daß in mebreren am Sonnabend und am Sonntag abgehaltenen Versammlungen beschlossen wurde, heute auf den Werken wieder zur Arbeit zu ersheinen. Gbenfo beschlofsen die Textilarbeiter zu Warnsdorf, die Arbeit heute wieder aufzu- nehmen. (Vergl. Nr. 80 d, Bl.)

Kunst und Wissenschaft.

A. F. In der April-Sigung der Gesellschaft für Erd- funde, am Sonnabend v. W., malte der Vorsizende, Geheime NRegie- rungératb, Profeffor Freiherr von Richthofen Mittheilung von der inzwischen auch dur die Presse befannt gewordenen glüdÆlihen An- funft der Borhgrevink’shen Südpolar-Expedition in Neu- seeland und knüpfte dacan diz Hoffnung, den Forshungsreisenden im nächsten Winter zu eingehendem Bericht in Berlin begrüßen zu können. Auch pon Sven Hedin, dem bekannten s{wedischen Erforsher des _mittel- asiatischz2n Hochlandes. find E eingetroffen, denen zufolge er auf großza Booten, diz am Oberlauf des Tarimflusses ecst erbaut werden mußten, diesen, Fluß auf einer langen Strecke abwärts be- fahren hat. Gegenwärtig befindet siŸH der Reisend2 nah großen Strapazen auf dem Wege nah Tidvet, in dessen bohsten Theilen er den nähften Winter zubringen will, un dann über Kalkutta nach Europa zurückzukehren. Den Vortrag des Abends hielt Profefsoc Dr. Hans Steffen aus Santiago de Chile über seine Neisen in den patagonischen Anden. Der Vortcagende ift voc zehn Jahren in den Dienst der dilenishen Regierung getreten. Die Aufgabe, zu -deren Lösung er als Mitwirkender berufen war, eröffnete ihm ein weites Feld der geographishen Forshung; denn es handelte fh darzm, im füdlihen Chile und in Patagonien bis zur Magalhaens-Str2ß- die Grenze gegen Argentinien festzulegen. Zwischen den beiden Staaten war die Vereinbarung getroffen, daß die Wafsserscheide ¿wischen den ¡um Stillen und den zum Atlantischen Ozean abfließenden Gewisszrn die Grenze bisden solle. Diese Wasszrscheide festzustellen erwies sich aber häufig ser s{chwierig, denn fie war nihis weniger als überein- fimmend mit dem Gebirg3grai, zumal die Anden in diesem Theile Süd - Amerikas fkeineswezs eine einzige zusammen- hängende Ketie bilden. Je höher sich aber die Shwierigkeit-n thürmten, um fo abwethselungs- und ergebnißreiher war die Niise, die nah manHŸen, vor ihrem Beginn zu überwindenden Hindernissen im Sommer 1891/92 angetreten wurde und fich vom 419 20“ \. Breite bis zum Eingang der Magalhaens-Straße unter 529 30' #. Breite ec- fireckdte. Der Vortragende erstattete in großer Ausführlihkeit an der Haind einer seine geographisch:n aao enthaltenden Karte Bericht über seine hohinterefsanten Forshunzen, die sih ebenso auf die der südŒlenishen und der patagonishezn Küste vorgelagerten Jaseln und auf die Kanäle und Golfe zwischen Inseln und Festland, wie auf die großen Seen und auf die Untersuchung der Flußläufe, ob pacifish oder atlantisch, bezogen. Jm allgemeinen ift Patagonien keineswegs das unwirthlihe Land, als welches man geneigt ift, cs fih vorzustellen; die zum Schluß gezeigten, ganz ungewöhnlih s{chönen und scharfen Lihtbilder erwiesen es vielmehr als ein malerisches Sebirgsland und als ftellenwzise mit chôönem Wald und üppigem Pflanzenwuhs bedeckt. Sehr günstige Ein- drüd? hatte der Vortragende ‘von der siY in Patagonien ftark ausbreitenden SchafzuŸt.

Vom 18. bis 21. April wird zu Wiesbaden unter dem Vorsitz des Herrn Professors Dr. R. von Jaksch der is. Kongreß für innere Medizin tagen. Die Sigzungen finden im weißen Saale des Krrhauses statt. Das Bureau befiadet sih neben dem Eingange des Kurhaufes, Als schon länger vorbereitete Verhandlungsgegen- stände, für welŸe Autoritäten ersten Ranges die Referate übernommen haben und welche bedeutendes aktuelles Interesse haben, ftehen auf dem Programm: Die Behandlung der Paeumonie (Referenten: Hzrr bon Korányi aus Budapest und Herc Pel aus Amsterdam); Die Eadocarditis und ihre Beziehungen zu anderen Krankheiten (Referent: Herr Litten aus Berlin).

Außerdem baben folgende Herren Einzelvorträge angemeldet : Neusser (Wien): Zar Klinik des Maltafiebers (mit Demonstcation) ; Wenckebach (Utrecht): Ueber die vhysiologishe Ecklärung verschiedener Heri-Puls-Arbythmien , Türk (Wien): Ueber die Ha-mamozba Löwit?s im Blute Leukämischer ; M Lôwit (Jansbruck): Weiterz Beobachtungen über die Parasiten der Leukämie; -K. Grube (Neuenaÿr - Londoa): 1) Ueber gihtische Erkrankungen des Magens und Darmes, 2) Ueber ein dem Coma diabeticum analoges künstlich hervorgerufenes Coma (Demonstration) ; M. Bresgen (Wiesbaden): Die Reizung und Entzündung der Nasfenshleimhaut in ihrem Einflusse auf die

thmung und das Herz; - Schott (Naubeim): Influenza und cheonisch: Herzkcankheiten; Martin Mendelsohn (Berlin): ebr ein Herzionicum; Wöeintcaud - (Wiesbaden): Ueber den Abbau des Nucieïnes im Stoffwehfel ; Herm. Hildebrandt (Berlin) : Ueber eine Synthese im Thierkörpzr; von Noorden (Fcranffurt a. M.) : Zur Arzneibebandlung des Diabetes mellitus; Kohastamm (König- stein i. T.): Die abfübrenden Kleinhirnbaßnen und ihre klinishz Be- deutung; Sonnenberger (Worms): Beiträge zur Actiologie der akuten Verdauungs\tôcung insbesondere der Cholera nostras des Säugling3- alters; Edgar Gans (Karlsbad): Die Gade’? Methode der quan- titativen Harnstoffbestimmung; Shüking (Pyrmont): Die physiolo- gien Wirkungen der Alkalisacharate; Lzané (Neuenahr): Die Eiweißiu- fabr in der Diabetikerdiät; Aug. Hoffmann (Düsseldorf): Zur Pathologie der parory3malen Tachycardie; Herm. Vierordt (Tübingen): Ueber Cyanose; Bettmann (Heidelberg): Ueber eine besondere Form des Yronishen Icterus; Bumpreht (Jena): Ein neuer Bestandtheil der normalen Spinalfluüssigkeit; Karl Wornstzia (Bad Lande) : Ueber die ‘littel zur Hebung des Giweißbestandes im Organismus; A. Saith (S&loß Marbach): l) Ueber einige neue Methoden zur Bestimmaag der Herzgrenzen, 2) Ueber objektive Veränderungen des Herzens unter dem Einflusse lokaler und allgemeiner Elektrisation; zugleih ein Deitrag zur Lösung der Fragc: Beruht die Wirkung der Elektrizität bzim Menschen auf Suggestion oder nicht? Boas

erlin): Statistisch - klinishse Studien an 200 Fäâllea fon intestinalen Carcinomen: A. Poehl (St. Peters. burg): Die organtzerapzutishen Mittel bei Äutointorikationen; Emil Kraus (Praz): Zühtung des Typhusbaciflus aus dem Stuhle; Walko (Prag): U?ber den therapeutishen Wertb und die Wirkung der Blut- éntziehung bei Urämiz und Pnzumonie; Queirolo (Pifa) : Die Magza- renzen und ihce Veräadzcungen, sowie ein neues Verfahren (Queirolo-Landi), dieselben zu bestimmen; A. Strubell (Breslau) : ever eine neu? Methode dec Urin- ‘und Blutunteesuchunzy ; dee Ms jr. und ‘Theodor Paul: Vechalten und Reaktioacn (r Varnsäure und ihrec Salie in Lösungen; R. Behla Zzudau N. - L): Ueber Cancor à deux; Friedel Pick (Prag): (Me etgenartige Lähmungtersheinung bei Hyfterie; Mori NMünen): Eine 'einfaHe Methode, um beim Röntgenverfahren mit Vilfe der Schattenproj-ktionen die wahre Größe der Gegenstände zu ermitteln, und die exatte Bestimmung der Herzgröße mittels dieses ne clabrens (mit D2monstration); Heinz (Erlangen): Experimentale u eetsuhungen über Digitaliswirkung; Quesse (Wiesbaden) Epilepsie 2 adenoïde Vegetationen; Ad. Bick:l (Berlin): Ueber die krampf-

regende Wirkung der Galle und dec gallensauren Salze (mit Demon-

ftration); ‘Agóron (Hamburg): Diagnostishe und therapeutishe Be-

ngen zum chronisch-zn Magengeshwür; Starcke (Berka) : Ueber Blutkörperhenzählung; Wiß (Basel): Die Erfolge der Urosin- behandlung bei harnfaurer Diathese; Gent Bendix (Berlin): Ueber Agglutination d?r Tuberkelbaciflen (Demonstration); Leo Schwarz (Prag): Ueber Aceztonaus\ch2zidung; Magnus-Leoi (Berlin): Ueber den Bence-Jones’[ch:a Giwzißkörver; Mar Michzëlis (Berlin): Ueber Sauerstofftherapie; Müller (Leivzig): Zur Entstehung der Lungen- entzüadungen; Wolf Becher (Berlin) und Rud. Lennhoff (Berlin): Weitere Untersuchungen über die Beziehungen zwishzn Köcperform und Lage der Nieren.

Thsilnehmer für einen einzelnen Aues kann jeder Arzt wecden. Die Theilneh merkarte koftet 19 46 Die Theilnehmer können si an Vorträgen, De2monstrationen und Diskussionen betheiligen und er- balten ein im Buchhandel ca. 12 (6 kost-ndes Exemplar der Ver- handlungen gratis.

Mit dem Kongreß is in einem Nebenraum? des Sizungssaals eine Ausstellung von neueren ärztslihen Apparaten, Instrumenten, Präparaten u. st. w., soweit sie für die innere Medizin Interesse haben, verbunden,

Diz: Königlich dänische Gesellschaft der Wissenschaften in Kopenhagen nahm in ihrer legten Sißung, wie „W. T. 5 meldet, folgende Gelehrten als auswärtige Mitglieder auf: Profeffor H. Usfener- Bonn, Professor E. von Benedea- Lütti, Professor W. Flemmiíin g- Kiel, Professor H. D oh rn, den Gründer dec biolozischen Station zu Neapel, Professor W. Engelmann- Berlin, den Direktor des Königlichen Instituts füc experimentelle Therapie, Professor Ehrlich- Franffuri a. M., den Direktor des Geodätishen Faftituts in Potsdam, Professor Dr. Helmert- Berlin, Professor Louis-Henr y - Loewen, den Direktor des botanishen Gartens in Buitenzorg (Java) M. Treub und den Professor H. Vries- Amsterdam.

In den Tagen vom 17. bis 25. April fiad:t in Nom der ¡weite Kongreß für christliche Arhaeologie ftatt. Zam Protektor desselben hat der Pavyst den Kardinal Parcchi ernannt und zugleich gestattet, daß die Sißungen des Kongresses im Palazio dell’ Appollinace, dem rômishen Seminar, abgze- halten werden. Abgesehen von den Hauptversamml{lungen, werden die Berathungen ia folgenden sicben Sektionen stattfinden: 1) Frübchristlihe Alterthümer und Kunstwerke, 2) occidentalisthe Alter- thümer des Mittelalters und Kunsiwecke, 3) orientalishe Alterthümer des Mittelalters und Kunstwerke, 4) Liturgie, 5) Epigravhie, 6) Literatur der e:sten Jahrhunderte bezüglich der Hristlihen Alter- thümer, 7) theoretishe und praktishe Archäologie (Unterricht, Verbreituag, Ausgrabungen, Museen). Die Theilnehmer genießen - auf den italienishea Fisenbahn- und Dampfschiffs-Linizn echeblihe Preis- ermäßigungen. Anra-ldungen mit genauer Angabe der Adress- siad an den Sekretär des vorbereitenden Comiiés, A. Bevignani (Roma, piazza Crociferi 3) zu richten, Die Eiuschreibgebühr beri: 10 Fr. (8 46).

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs8- Maßregeln.

Das Erlöschen der Maul- und KlauenseuDe ist dem Kaiserlih-zn G-sundhei!82mt gemeldet worden som Viehhofe zu Magdeburg am 7. Apcil und vom Schlahthofe zu Dresden an demselten Tage.

Verkehrs-Anstalten.

Der Fahrplan für den Eisenbahn-Direktionsbezirk Posen vorn 1. Mai 1900 enthält folgende wihtigecen Aende- rungen: A. Neue Züge. Abth. 7. Zug 402 Birnbaum ab 6,33, Meseriß an 7,31, Abth. 8. Zug 452 Shrimm ab 54°, Czempin an 6,40. Zug 459 Czempin ab 9,20. SHhrimm an 10,24. Abth. 9. Zug D. 55 Sor ttubue, S a. D. ab 11,08, Posen an 1,59 ab 2,04 (Œydtkuhnen). Zug D. 56 (Eydtkuhnen) Posen an 3,04. ab 3,12, Franffurt a. D. an 5,59 (Berlin). Abth. 9, Zug 409 Meseriy ab 8,39, Bentschen an 9,32, Zug 410 Bentschen ab 1012, Meteriy an 11,32. Zug 411 Schwerin a. W. ab 9,20, Meserit an 10,05. B. Son1ige Aenderungen. Abth. 1. Zug 447 Posen ab 12,00, Wreschen an 2,27 ist 10 Min. fcüher gelegt. Zug 448 Straikowo ab 12,00 (5 Min. früher), Posen an 2,42 (15 Min. früher) erhält in Posen Auschluß an den neuen D -Zug 56 nach Berlin. Abth. 2. Zug 801 Jarotschin ab 6,25 (5 Min. früber). Dels an 8,53 (6 Min. früher). Zug 802 O-1s ab 4,12 (10 Min. früher), FJarotshin an 8,19 (6 Min. _ früher). Zug 803 Koschmin ab 9,39 (9 Min. später), Krotoshin an 10,10, ab 10,59 (6 Min. früher). Zug 806 Oels ab 9,24 (unver- ändert), Jarotschin an 11,47 ab 12,02, Wreschen an 12,55 ab 1,00, Gnesen 1.38 (7 Min. früher), hat Aufenthalt in Grünfeld erhalten. Zug 899 Gaesen ab 6.12 (5 Min. früher), hat Aufenthalt in Grünfelz ervalten. Abth. 3. Zug 821 Jarotshia ab 6,16 (12 Mia. früher), Osftcowo an 8,05 (20 Min. fcüber), Zug 826 Kreuzburg ab 8,412 (unverändert), Jarotschin an 11,53 ab 12,00 (9 Min. früher), Pssen an 1,45 (9 Mina. früher). Zug 827 Posen ab 10,16 (i2 Min. früber), Jarotschin an 11,55 ab 12,09 (12 Min. früher), Kreuzburg an 4,04 (unverändert). Abth. 4. Zug 472 Ostrowo ab 5,49 (9 Min. früher), Krotoschin an 6,55 (10 Min. früßer). Abth. 6. Zua 747 Sagan at 2,50 (unverändert), Lissa an 5,13 (4 Min. früber), Zug 748 Lissa ab 5,01 (8 Min. früter), Glogau an 691 (3 Min. früber), ab wie biéher. Abtb. 7. Zug 271 Reppen ab 6,32 (1 Min. früher), Birnbaum: an 10,22 (31 Min. früher). Zug 275 Meseritz ab 5,22 Birnbaum an 6,28 (5 Min. früher), und weiter wie bisher. Zu1a 277 Meseriz ab 10,27 (5 Min. später), Rokietnice an 2,20 (2 Min. früber). Zug 278 Posen ab 10,44 (106 Min. früher), Mesecitz an 2,25 (130 Min. früßer) zu Anschluß an den später gelegten Zug 406 nah Land3berg, Meseriß ab 4,35 (5 Min. früher), Reppen an 7,22 (8 Min. früher). Zug 279 Reppzn ab 11,596 (61 Min. später) im Anschluß an den neuen D-Zug 955 von Berlin, Meseriß an 2,15 (16 Min. soäter), ab 2,26 (6 Min. später), Posen an 6,22 (5 Mio. früßer). Zug 230 Nokietnice ab 4,03, Pinne an 5,36 ijt 5 Nin. früber gelegt. Zug 282 Posen ab 7,22 (28 Min. früher), Meseritz an 11,92 (30 Min. früher). Abtb. 8. Zug 42 Breslau ab 11,05 (unverändert), Posen an 1,53 (10 Min. früher) zum Anschluß an den neuen D-Zag 55 nach Eydtkuhnen. Zug 711 Posen ab 3,15 (12 Min. früber), Breslau an 7,32 (8 Min. früher). Zag 453 Cz:mpin ab 7,05 (93 Min. später), Schrimm an 8,05 (94 Min, später). Zug 458 Sgrimm ab 2,45, Czempin an 3,49 (10 Min. früher). Abth. 9. Zug - 201- Frankfurt a. O. ‘ab 9,27 (45 Min. früber), Posen an 1,49 (32 Min. früber). Zug 5109 Bentsh2n ab 6,33 (unverändert), Rothenburg an 7,32 (3 Min. früher), weiter wie bisber. Zug 513 Neutomishel gab 7,03 (3 Min. später), Posen an 845 (5 Min. sväter). zua 516 Rothenburg ab 4,068 (7 Min. fcüher) sont unverändert.

1g 435 Opaleniga ab 11,05, Gräg an 11,42 (13 Min. früher). 341g 438 Gräß ab 12,05, Dpaleniga an 12,41 (35 Min. früher). Adoth. 10. Zug 420 Lissa ab 12,50 (20 Min. früher), Bentshen an 4,03 (79 Min. früher) zum Anschluß an den neu?:n D-Zug 56 nah Berlin und SŸhnellzug 53 nach Pojen. Asvth, 11. Zug 402 beginnt in Bicubaum, Meseriß an 7,31, ab 7,35 (135 Minuten später), Landsberg a. W. an 9,03 zum unmittelbaren Anschluß aa dea D-Zug 22 na Berlia.- Zug 403 Landsberg a. W. ab 5,22 P Min. früher), Meseriß an 7,30 (9 Min. früher). Zug 404 Meseriß ab 10,25 (5 Min. fcühßer), Landsberg a4 W, an 12,07 (8 Min, früher). Bug 405 Landsberg a, W. ab 11,57. (28 Min. früher), Meseriß an 1,37 (295 Mia. früher). Zug 406 R ab 2,49 (15 Min. später), Landsberg a. W. 4,40 (4 Min. früher). Zug 407 Landsberg a, W. ab 2,20 (unverändert), Meseriß an 4,23 (5 Min. früher) Zug 409 Landsberg a. W. ab 6,422 (25 Min. früher), Meseriß an 8,22 (66 Min. früher) wird bis Meseriß durchgeführt. Abth. 12. Zug 645 Reppen ab 6,45 (15 Mina. früher), Rothenburg an 12,15 (7 Min.

früher), ab 12,40 (3 Min. früher), Glogau an 2,21 (1 Min. später). Zug 650 Grünberg ab 3,42, Rothenburg a1 4.24 (5 Min. früßzer".

Der Fahrplan für den Eisenbahn-Direktions-Bezirk Münster i. W. vom 1. Mai 1905 enthält folgendz wesentlicheren Aenderungen. I. Neue Züge: Badeschnell;üge 92a Müniter ab 3,20 Wanne an 4,34 vom 1./7.—39./9,, 15 Hamm ab 1,24 Münster an 29 vom 1./7.—30./9., 100 Münster ab 2,52 Norddeich an 7,20 vom 1/7.—30./9,, 23a Hamm ab 1058 Münster an 11,30 vom 10./7. big 10./9., 104 Hamm ab 11,08 Norddeih an 4,40 vom 10./7.—10./9., 101 Norddeich ab 10,20 Hamm an 3,51 vom 1./7.— 30./9., 107 Nord- deih ab 9,12 Hamm an 322 vom 10./7.—10./9., 96a Münster ab 3,22 Hamm an 48 vom 10./7.—10./9., 1092 Leer ab 7,55 Norddeich an 10,02 vom 15 /6.—309./9., 106 Leer ab 4,11 Norddeich an 6 09 bom 1./7.—15./9,, 105 Norddeichß ab 10,52 Leer an 12,52 vom 15./6.—30./9., 109 Norddeich ab 7,8 Leer an 912 vom 1./7.—15./9. Badezüge 618 Wittmund ab 9,34 Esens an 10,0 vom 1./7.—15./9., 619 Esens ab 10,15 Wittmund an 10,43 vom 1./7,-—15,/9., 51 Norden ab 5,15 Norddeich an 5,30 vom 1./7.—30./9., 51a Norddeich ab 7,23 Norden an 7,32 vow 1./7.—30 /9.,, 18 Aurich ab 5,55 Georgsheil an 6,25 vom 1./7.—39/9., 19 Georgsheil ab 6,33 Aurih an 7,03 vom 1 /7.—30./9. Personenzüge 677 Oderhausen ab 1,57 Coesfeld an 3,20 täglih, 676 Coesfeld ab 2,56 Oberhausen an 4,26 tägli. IT, Ausfallende Züge. Zug 540 Löhnz ab 11,32, Bünde an 12.10. Bug H Bünde ab 12,20, Löhne an 12,38. IIL. Verlegte Züge. a. 2nne—Bremen. Zuz 717 erhält Anshluß von Dortmund und fährt 13 Min. fpäter (11,33) voa Wanne. Zug 708 fährt 4 Min. früber (8 22) von Osnabrück und 10 Min. früber (9,22) von Münster. b. Bremen—Harburg. Zug 726 fährt 4 22 von Rotbenburg und trifft 9,2 in Bremen ein. c. Rheine—Löhne, Personenzug 525 fährt 10 Min. fcüher (5,27) von Osnabrück, Löhne an 6,15. Personenzug 527 fährt 4 Min. fcüher (8,34) von O3nabrück, Löhne an 9,47. Perfonen- ¡ug 524 hält von 8 07—8,08 in Kirhlengern. Personenzug 526 fährt 7 Min. früher (12,07) voa Os3nabrück. d. Bünde—Rahden. Zug 901 fährt 8 Min. früber (4,22) von Rahden. e. Osnabrück—Bielefeld, Zug 692 fährt 7 Min. früher (5,22) von Bielefeld. Zug 610 fährt 72 von Bielefeld. Zug 609 fährt 7,42 (13 Min. später) von Osnabrück. f. Wesel—Haltern. Zug 831 fährt 16 Min. früber (5,98) von W-fel, Haltern an 6,19. Zug 832 fährt 18 Min. früher (5,13) von Haltern, Wesel an 6,35.

Nah einer Mittheilung des St. Petersburger „Herold“ aus Irkatsk iït am l. Februar d. I. auf der ganzen Str-ck2 der Trans - baikal-Eiscnbahn von Myssowoje bis naH Stretens? a. d. Shilka (1100 km) der regelmäßige Personen- und Güterverkehr eröfnet worden. Mit Beginn der Stiffahrt werden auf der Sghilka und dem Amur im Anschluß an die fahrplanmäßigen Züge Dampfer von Stretensk bis nah Chabarowsfk verkehren. Von * Chabarovsk führt die Uffuari-Gisenbahn nach Wladiwofstok. Gleich- zeitig tritt dann auch die Baikalfähre in Thätigkeit. Auf diese Weise wird bereits in diesem Monat, unter Benußzzng der Wasfserwege eine unmittelbare Verbindung zwishen d:n Stationzn des russis{- europäischen Eisenbahnneßes, und Wladiwostok hergestellt. Das Eisen- bahnfährschif unternahm am 27. Januar d. F. eine Probefahrt von Listwenit]Qnoje nah Perejemnaja, wobei Eis von etwa 80 cm Stärke ohne besondere Schwierigkeit durchschnitten wurde. Das Fährihiffff legte die gegen 128 km lange Strecke in zwölf Stunden zurück. Nach einer Verfügung vom 17. Dezember 1899 find die Betriebsstrecken der west- und mittelsibirishen Eisenbahn unter der allgemeinen Bezeichaung „Sibirische Eisenbahn“ vereinigt worden.

Köln, 9, April. (W. T. B.) Nah einer Mittheilung der „Deutsch-Atlantischen Telegraphen-Gesellshaft“ werden die beiden Stiffe, welche die erste Sektion des Deutsh- Atlantischen Kabels Emden-Fayal an Bord haben, am 1. Mai zur Legung des Kabels in See gehen,

Dresden, 8. Apcil. (W. T. B.) Wz2gen Hohwasszrs wird vom Montag, den 9. d. M., ab der Betrieb auf der ganzen Strecke der sähsisch -böbmishen Dampfschiffahrtsgesellscha,t eingestellt. Die Elbe steigt infolge des Regens anhaltend.

Bremen, 9. April. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. Dampfer „Kaiser Wilhelm 11.“ 6. April v. Neapel über Gibraltar n. New York, „Bonn“ 6. April v. Gravezend n. Antwerpen ab- gegangen. /

Hamburg, 7. April. .(W. T. B.) Hamburg-Amerika - Linie. Dampfer „Assyria“, v. Hamburg n. Baltimore, und „Penns \ylvania“ 6. Avril in N-w York angek. „Columbia*, v. Hamburg n. New York, 6. April v. Cherbourg abgeg. „Francia“, v. St. Thomas über Havre n. Hamburg, 6. April Lizard passi:rt. „Calabria“ 6.¿April v. St, Thomas n. Hamburg abgeg. „Sardinia“, v. Ham- burg n. Westindien, 7, April in Bremerhaven angek. „Ambria*, v. Hamburg n. Ost-Asien, 6. April Dover passiert. „Val-si2* 6. April in St. Thomas angekommen. :

9. April. (W. T. B.) Damvfer „Kaiser Friedrih" 7. April in New York angek. „Palatia“, v. Hamburg über Boulogne fur mer n, !New York, 8. April Cuxhavzn pass. „Phönicia* 7. Aoril v. New York über Cherbourg n. Hamburg abgeg. „Cheruskia" 7. April in Hamburg, „Francia“, v. St. Thomas n. Hamburg, 7. April in Havre angek. „Bulgaria“, y. Baltimore n. Hamburg, 8. April Curßaven Vai, „Udria" 7. April in Hamburg angek. „Teutonia“ 7. April v. New Orleans über Newport News n. Hamburg abgeg. Christiania”, v. Hamburg n. Genua, 8. April Dover pass. „Anda- lujia“ 8. April in Singapore, „Hamburg“ 8. April in Port Said, „Frisia“ 7. April in Colon angekommen.

Theater und Musik.

Deutsches Theater.

Am Sonnabend ging Max Dreyer's dreiaktizgez Drama e Wintershlaf* auf dieser Bühne zum ersten Male in Scene, nachdem es vor mehreren Jahren bereits in Berlin aufgeführt worden wak, aber feine besondere Beachtung gefunden hatte. Bei der vor- gestrigen Aufführung war ihm jedoch ein durchshlagender Ecfolg beschieden, den die fesselnde Dichtung mit ihren leben8wahren, scharf arakterisierten Gestalten, der natür- lichen und doch fo empfindungsvollen Sprah2 und ihren spannen- den Situationen auch in der That verdient. Hierzu kam now, daß sämmtliche Darsteller si ihrer Rollen in hervorragender Weise gewachsen zeigten, sih in dea Geist derselben vertieft hatten und thnen eine überzeugende,Verkörperung zu geben verstanden. Die in einsamem Waldhauje in unerquicklihen Familienyerhältnissea lebende Föesterstohter Trude, deren reger Geist b-i ihrer nur voa beute auf morgen denkenden Umgebung fein Verstäadniß findet, wurde von Fräulein Sarrow schauspielerisch vollendet versinnliht. Sie fand für das allmählihe Erwachen aus dem seelischen Winterschlafe der geistigen Unthätigkeit und für das sich immer mächtiger Bahn brechèende innerlihe Verlangen nah höheren Zielen die rechten Töne; stsi: wußte den daraus zwischen ihr, dem Vater und dem Bräutigam entstehenden Konflikt flar und deutlih zum Ausdruck zu bringen und die Veczweiflung über die ihr in der Folge desselben seitens des Verlobten angethane Schmach in erschüiternder Weise wiederzugeben Leßterer, der Forst- gebilfe Franz, wurde von Herrn NRittner mit der dem brutalen gareer dieser Rolle eigenen wilden Letdenschaftlichkeit dar- gestellt. Ebenso fanden der derbe, grämlihe Förster Ahrens, der unstete Schriftsteler Meincke, sowie die mißgünftige, Unfrieden stiftende alie Tante Gzrloff in den Hzrren Nissen und Sauer und rau von Poellnig eine durchaus entsprehende Jaterpretation. Zus aminensptel und Insceaierung waren einwandfcei. Das nahezu aus- verkaufte Haus zollte lebhaften Beifall und rief auch den Autor wiederholt vor den Vorhang.