1900 / 89 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Regt. Nr. 139, Kadett Pechwell beim 12. Inf. Regt. Nr. 177, Kadett v. Ammon beim 1. Feld-Art. Regt. Nr. 12, Kadett Frhr. v. Gers8do-ff beim Fuß-Art. Regt. N-. 12, Kadett b. Wiedebath beim 7. Feld-Art. Reat. Nr. 77, Kadett v. Schön - berg (Veorg) beim 2. Gren. R-gt. Nr. 101 Kaiser Wilbelm, König von Preußen, Unteroff. v. Germar beim 14. Jnf. Regt. Ne. 179, Kadett Gauland beim 13. Inf. Reat. Nr. 178, Kadett v. Noftig U. Jän kendorf beim SHügen- (Füf.) R?gt. Prinz Georg Nr. 108, Kadett Smidt beim 3. Feld-Art. Regt. Ne. 32, Kadett v. Bar beim 6. Inf. Negt. Ne. 105 König Wilhelm 11. von Württemberg zu charafteris. Fäßnrihen ernannt.

XULE. (Königlich Württembergisches) Armee - Korps.

Im Sanitäts-Korps. 30. März. Dr. v. Shmidt, Gen. Arzt, Korvs - Ar.t und Abtheil. Chef im Kriegs - Minifterium, der Rang als Gen. Major verliehen.

Beamte oer Militär-Verwaltung.

30. März. v. Gansser, Ober-Kri-gsrath und vortragender Nath im Kriegs - Minifterium, unter Aaerkennung der langjährigen irzuen Dienste und unter Becliihung des Titels und Ranges eines Minifleriai - Direktors auf fein Ansuchen mit der gescßliGen Penfion in den Ruhestand versezt. Forcht, Bureau - Diätar, zum Intend Sekretär bei der Militar-Joterd., Hasenmaile, Militär: Anwärter, zum Kanztisten im Kri-as-Ministerium, ernaant. Neuburger, Kanzlift bei der Korp3-Intend., der Titel Kanzlei. Sekretär verliehen. Glodck, Garn. Verwalt. Kontrol-ur, beauftragt mit Wahrnebmung der Garn. Verwalt. SDeschäfte auf dm Truppen-Uebungéplaßz Münsingen, zum Garn. Verwalt JInfp., Friederihs, kontrol- führeader Kasernen-Jasy. in Weingarten, Ma ih, Kasernen-Insp. in Stuttgart, zu Garn. V-r»alt. Ko-troleuren, Dr. Müller, Schwarz, Sauger, Unter-Apoth-ker der Ref. vom Landw Bezirk Stuttgart, zu Ovec-Apoth:kern, eraannt. Erbe, Reuß, Schmid, Schweizer, Oder-Avoth-ker dzr Landw. 2. Aufg:bots vom Landw. De Hall bzw. Gmünd, Calw und Reutlingen der Abschied be- willigt

Dur Verfügung des Krieg8-Minifteriums. 30. März. Hehn, N-Hnungsrath von der Jatend. der 2s. Div. (1. K. W.), in einz Erpedienteastelle beim Kriegs-Minifterium versezt.

Nichtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 11. April.

__ Seine Majestät der Kaiser und König hatten, wie „W. T. B.“ meldet, heute Vormittag im Auswärtigen Amt cine Konferenz mit dem Unter-Staatssekretär Feeiherrn von Richthofen und hörten hierauf im Königlichen Schlosse den Vortrag dés Chefs des Zivilkabinets, Wirklichen Geheimen Raths Dr. von Lucanus.

Der Staatssekcetär des Auswärtigen Amts, Staats- Minister Graf von Bülow hat einen ihm Allerhöchst be- willigten kurzen Urlaub angetreten. Während der Abwesenheit desselben ist mit seiner Vertretung der Unter - Staatssekretär, E Geheime Legationsrath Freiherr von Richthofen etraut. 7;

Der Präsident der Königlichen Eisenbahn - Direktion Berlin, Wirklihe Geheime Ober-Regierungsralh Kranold hat sicy mit kurzem Urlaub nah Schlesien begeben.

_Der Bevollmächtigte zum Bundesrath, Königlich bayerische Ministerialrath von Geiger ist von Berlin abgereist.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M.S. „Hansa“ Kommandant: Fregatten-Kapitän Pohl, gestern von Wusung nah Nagasaki in See gegangen. Der Kontre-Admiral Fritze hat am 9. April seine Flagge auf S. M. S. „Hansa“ niedergeholt.

__S. M. S. „Jaguar“, Kommandant: Korvetten-Kapitän Kinderling, ist gestern von Tsingtau nach Nagasaki in See gegangen.

Sachsen-Coburg-Gotha. Der Landtag des Herzogthums Gotha ist am 9. d. M. wieder zusammengetreten. Demselben is ein Geseß- entwurf, betreffend die Aufnahme einex Anleihe von 2 000 000 zu verschiedenen Staaiszwecken, zugegangen. Der Gesehentwurf wurde der Finanz-Kommission überwiesen.

Oesterreich-Ungarn.

Der Kaiser hat, wie „W. T. B.“ aus Wien erfährt, dem ösierreihish-ungarishen Botschafter ina Berlin von Szögyény-Marich und dem Botschafter in London Grafen Deym den Orden des Goldenen Vließes verliehen.

Frankreich.

__ Der Ministerrath faßte, wie „W. T. B.“ meldet, in seiner gestrigen Sißung den Beschluß, daß der Minister des Aeußern Delcassé es ablehnen solle, die angekündigte An- frage des Deputirten Berry, betreffend den Durhmarsch britischer Truppen durch portugiesishes Gebiet von Beira aus, zu beantworten.

__ Der Senat hat gestern das Budget mit einigen Ab- änderungen angenommen. Dasselbe muß daher nochmals an die Deputirtenkammer zurückgehen.

Rußland.

Außer den sonstigen, im Herbst 1900 abzuhaltenden größeren Manövern und kleineren Detachementsübungen wird, dem „Ruff. Invaliden“ zufolge, im Laufe des August cin großes Manöver vor dem Kaiser zwishen Kursf und Orel stattfinden. Oberster Schiedsricht:r ist der General - Feld- marshall Großfürst Michail Nikolajewitsh. Es werden an dem Manöver 154 Bataillone, 78 Eskadrons und 348 Geschüße theilnehmen, welche auf zwei Armeen: die Moskauer, 75 Batailtone, 37 Eskadrons, 168 Geschüße, unter dem Großfürsten Sergei Alexandrowitsh, Oberbefehlshaber des ilitärbezirks Moskau, und die Süd-Armee, 79 Ba- taillone, 41 Eskadrons und 180 bt E unter Befehl des Kriegs- Ministers Kuropatkin vertheilt find, Die Reiterei beider Armeen wird in Armee- und Divisions-Kavallerie geschieden sein. Die Armee-Kavallerie wird bei jeder Armee eine Division stark se.:n. Als Divisions-Kavallerie wird jedem

sechs Eskadrons, den Korps der Süd-Armee dagegen je eine. aus aht Sotnien bestehende Kosaken-Brigade bei- gegeben werden. Die General-Jdee ist folgende: a. Eine von Westen kommende Hauptarmee geht über Örscha und Rätschiza über den Dniepr und dringt gegen Moskau vor. Die zur Sicherung der rehten Flanke der Hauptarmee bestimmte Süd- Armee soll, von Kursk aus vordringend, versuchen, Orel und die Eisenbahnverbindung mit Brjansk in Besiß zu bekommen, muß aber, da der Feind stärker ist, zunächst Kursk zu halten suchen und kann erst nah Eintreffen der Verstärkungen zur Er- füllung ihrer eigentlihen Aufgab? schreiten; b. die Haupt: Ostarmee zieht sich vor dem den Dniepr überschreitenden Geaner gegen Moskau zurück. Um den Feind auf der Linie Smolensí—Brjansk aufzuhalten, hat die Moskauer Armee die von Kursk her vordringende Süd-Armee zurückzuwerfen. Bei dem Manöver werden die neuesten teien Hilfsmittel : Luftballons, Fahrräder, Automobilen, Feldeisenbahnen, Tauben - post, Telegraphie ohne Leitunasdrähte, Abessynish:" Roßhr- brunnen 2c. zur Anwendung kommen.

Jtalien. Die Mission der Südafrikanischen Republik und des Oranje- Freistaats, welhe aus den Mitgliedern des Autführendea Raths Fischer, Wolmaraans und Wessels esteht, ist, nach einer Meldung des „W. T. B.“, gestern an Bord des deutschen Reichs-Postdampfers „Kaiser“ in Neapel eingetroffen und von dem Gesandten des Oranje-Fceistaats in Brüssel Dr. Müller und dem Legations-Sekretär oan Boe- shoten empfangen worden. Sowohl der Gesandte wie die Mitglieder der Mission lehnten es ab, irgend einen Bericht- erstatter zu empfangen. Die Mission wird einige Tage in Neapel verweilen.

Dänemark.

Beide Kammern des Reichsiages wählten, wie dem „W. T. B.“ berichtet wird, gestern einen gemeinsamen Aus- \{huß für die Berathung der Vorlage, betreffend die Dampf- fähren-Verbindung Gjedser—Warnemünde, sowie für die damit im Zusammenhang stehenden großen Eisenbahnvorlagen. Der Aus\huß wird nah Ostern zusammentreten.

Amerika.

Die New Yorker „Evening World“ meldet, daß der Admiral Dewey si entshlossen habe, seine Kandidatur für den Posten des Präsidenten zurückzuziehen.

Aus Bu enos Aires erfährt das „Reuter'she Bureau“, daß der Finanz-Minister Dr. Rosa am 30. d. M. von seinem Posten zurücktreten und an seiner Stelle der Deputirte Verdu c das Portefeuille des Finanz-Ministeriums übernehmen werde.

Afrika.

Einer Meldung des „W. T. B.“ aus Kairo zufolze, ist dzr großbritannishe Delegirte zur egyptishen Staatsschulden- Kommission, Sir Alonzo Money, am Montag gestorben.

Wie das „Nzuter'\he Bureau“ aus Pretoria vom 9. d. M. erfährt, ist dort die amtlihe M-ldung eingetroffen, daß Lord Methuen auf Hoopstad vorrücke. Der Volfks- raad ist zu einer außerordentlihen Session zum 7. Mai einberufen worden.

Die „Times“ veröffentlicht ein Telegramm aus Zwart- fopjesfontein vom 9. d. M. wona die Truppen Lord Methuen's zur Zeit dort Halt gemaht und ein Lager 10 Meilen öftlich von Boshof aufgeshtagen haben. Die Kavallerie habe einen Erfundungsritt nah Osten gemacht, aber nur ein fkleines Burenkommando angetroffen, welches die Flucht ergriffen habe.

Aus Mafeking vom 27. v. M. berichtet das „Reuter'sche Bureau“, daß die Buren an diesem Tage das Feuer aus 7 Ge- s{hüßen eröffnet hätten. Die Beschießung sei die heftigste seit Beginn der Belagerung gewesen. Gleichzeitig hätten die Buren cinen Angriff von Norden und Südwesten gemacht, seien jedoch zurückgeworfen worden.

Demselben Bureau wird aus Bulawayo vom

3. d. M. gemeldet, der General Plumer habe am 31. März ein Gefeht mit den Buren zwishen Mafcking und Namathla- bama gehabt. Als er sih gegen drei Uhr Nachmittags jechs Meiien von Mafeking befunden habe, sei eine große Truppen- masse der Buren erschienen, und der General Plumer habe sich, um niht auf beiden Seiten umgangen zu werden, allmählich nach Ramathlabama und später nah seinem früheren Standort zurückziehen müssen. Das Gefecht habe bis 6 Uhr Abends gewährt. Der Rückzug sei gut ausgeführt worden. Nach einer weiteren Meldung des genannten Bureaus aus Gaberones betrug der Verlust auf britischer Se!te: 3 Offiziere und 7 Mann todt, 3 Offiziere und 24 Mann verwundet, 11 Mann vermißt. Der Gen?zral Plumer wurde leiht am Arm verwundet. Der Verlust auf Seiten der Buren soll shwer gewesen sein. __ In Pretoria verlautete, es sei in der Naht auf den 5. d. M. einer Schaar bewaffneter Kaffern gelungen, dur die Linien der Buren vor Mafeking durhzubrehen. Die Buren hâtten sie aber verfolgt und im Busch eingeschlossen. Nach längerer Beschießung mit Nordenfeldt:-Geschüßen hätten die Buren den Busch gestürmt und 31 Kaffern getödtet, welche hartnäckigen Widerstand geleistet häiten.

Dem „Reuter shen Bureau“ wird aus Bloemfontein

vom 9. April gemeldet: Jnfolge der Erfahrungen, die man gemacht habe, frage man si ziemli allgemein, ob die Eagländer die Angehörigen des Oranje-Freistaats nicht allzu milde be- handelt hätten. Die Mißhandlung der Farmer, welche die Waffen ausgeliefert, habe im Heere große Ecregung hervor- gerufen. Der Korrespondent des „Reuter'shen Bureaus“ theilt weiter mit, daß nach den Autsagen eines Sachverständigen die Engländer wahrscheinlich auf cinen Verlust von 5000 Pferden monatlih rechnen müßten. Die „Morning Post“ meldet aus Bloemfontein vom 9. April, daß die Schanzarbeiten auf den Bergen, welche die Stadt beherrscten, rasch vorwärts gingen. Zu den Arbeiten würden auch Zivi!personen herangezogen.

Die „Daily News“ melden aus Pretoria unter dem 9. d. M.: Amtlich sei bekannt gemacht worden, daß in einer neuen Schlacht südlich von Brandfort 600 Mann britische Truppen getödtet und verwundet und 800 Mann gefangen genommen worden seien.

Die „Daily Mail“ erfährt über Lourenço Marques aus Brandfort vom 8. d. M., der General Dewet habe die Engländer am 7. d. M. vei Merkatsfontein ge- \hlagen. 600 Mann seien getödtet oder verwundet, 900 Mann gefangen genommen und 12 Wagen erbeutet worden. Die

der beiden Korps der Moskauer Armee ein Regiment zu

Vom gestrigen Tage wird der „Dail ¡[4 Lourenço Marques; telegraphiert: Die dortige 1; 218 ländische Eisenbahngesellschaft behaupte, eine ielentas 7 Meldung über einen Sieg der Buren bei Kroonstad erode zu A gg Me dem 900 Engländer gefangen genommen s und die Buren nur einen vers{winde i hte. : s: \{ kleinen Verlust gehabt

em „Reuter’shen Bureau“ wird aus Bethuli 9. April gemeldet, die Buren hielten thatsächlich u Je pol östlih der Eisenbahnlinie beseßt. Sie hätten zwölf Meile östlih von Bethulie Stellung genommen. len

Dasselbe Bureau berichtet aus Aliwal North y Pion Tage, es verlaute, daß am: Dienstag abermals 2 eftiges Gefecht bei Weppener stattgefunden habe def Aus gang nicht bekannt sei. Die Streitkräfte der Buren ständen aus drei Kommandos, welche Vikers-Marximgeschÿ und andere Geshüße mit sih führten. lje

Aus Norwalspont wird vom 8. d. M. gemeldet: In d Bezirken Philippolis und Fauresmith herrsche beträchtliche Un ruhe. Die Proklamaticn des Präsidenten Steijn sei wi

hin verbreitet worden. Die britische Garnison sei leßthin ay

dem benachbarten Gebiet zurückgezogen worden, worauf it sofort unter den Freistaatlern größere Rührigkeit bemerkte gemacht habe. Die britischen Einwohner, welche infolge desón in Besorgniß gerathen seien, hätten sih an die britischen Be- hörden in af dch dund e gewandt und diese ihnen ver: sichert, es würden sofort Schritte gethan werden, um ihre Ye

fürhtungen zu beshwichtigen. .

Nach einer Meldung aus Ladysmith wäre daselbst geftern früh vom Sunday River her ein heftiges Feuern ge: hôrt worden, welches einige Stunden angehalten habe. Einzel: heiten lägen noch nicht vor. Ein Kaffernläufer, welcher aus Newcastle dorthin gekommin sei, berichte, daß die Buren damit he: shäftigt seien, auf dem Biggarsberg Geschüße in Stellung zu bringen.

Wie den Londoner Blättern aus Pietermarißburg vom gestrigen Tage berihtet wird, hätte gestern früh eine heftige Kanonade vor Elandslagte begonnen.

Der „Standard“ berichtet aus Durban vom gestrigen Tage, daß eine große E Truppen von der Armee dez Generals Sir Redvers Buller dorthin kommen und von da nah der Kapkolonie verschifft werden würden. wei Regimenter seien bereits eingetroffen und sollten alsbald in See gehen. Auch decr General Hart gehe nah dem Kay, Mit dem Dampfer „König“ seien zwölf britische Offiziere, die sich auf dem Wege nah Rhodesien befänden, nah Beirg abgegangen.

Aus Simonstown berichtet das „Reuter's{he Bureau“ daß der Nest der fciangenen Buren, etwa 2000 Mann, welche sich an Bord der Transportschiffe befunden hätten, an Land gebraht worden sci, mit Ausnahme von neunzig Kranken, für welche man auf dem „Harleh Castle“ die nöthigen Einrichtungen treffen wolle.

Nach einer Meldung aus St. Helena ist das Schiff mit den gefangenen Buren gestern dort eingetroffen; die Gefangenen würden wahrscheinli heute gelandet werden.

Von Accra' ist, wie dem „W. T. B.“ berichtet wird, am Montag eine Truppe von 102 Haussas zum Entsaß von Kumassi abgegangen. Das Fort von Kumassi sei offenbar e:ngeschlossen. Die Aschantis hätten einige eingeborene Lehrer gefangen genommen. Der Aufstand breite sich weiter aus.

__ Aus dem Congostaat ist gestern in Brüssel die Nachricht eingetroffen, daß die aufständishen Bundja-Neger am 4. März in der Nähe von Yambata den Führer des Congo- postens, Leutnant Wey nants und den Agenten der Antwerpener Handelsgesellschaft Rab ermordet hätten.

Nr. 15 des „Centralblatts für das Deutsche Reith“, berausgegeben im Reichsamt des Innern, vom 6. April, hat folgenden Inbalt: 1) Konsulat-Wesen: Ernennungen; Ableben eines Konsuls. 2) Militär-W-sen: Gesammtverzeihniß der zur An- ftzllung von Militäranwärtern verpflihteten Privateisenbahnen. 3) Polizei-Wesen: Ausweisung von Ausländern aus dem Reichs

gebiet,

„Ne. 15 des „EGisénbahn-Verordnungsblatts“, heraus- gegeben im Ministerium der öffentlihen Arbeiten, vom 7. April, hat folgenden Inhalt: All-rhöchste Urkunde, betr. die Betriebsführung auf Kleinbahnen durch die Stargard-Küftriner, die Prignizer und die Daÿme-Uckroer Eisenbahngesellschaft, vom 26. Februar 1900. Erlasse des Ministers der öffentlihen Arbeiten : vom 29. März 1900, betr. Zablbarmaßung der bewilligten Zivilvensionen und Wittwen- und Waisengelder ; vom 30. März 1900, betr. Pcüfang zum Masginisten für eleftrishe Anlagen. Nachrichten.

Statiftik und Volkswirthschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

Ein Drittel der in den Zigarrenfabriken zu Finsterwalde (N.-L.) beschäftigten Personen, ungefähr tausend, hat, wie der „Volkte Ztg.“ berichtet wird, den Fabrikanten gekündigt, um am Sonnatead in den Auéftand ¡u treten; an demselben Tace wollen auch die obne Kündigung beschäftigten Leute die Arbeit niederlegen. Die Ursache siad Lohndifferenzen.

Ia Remscheid is, der „Rh.-Welf. Ztg.“ zufolge, ein Aus- stand der Tischler autgebrochen, an dem sih etwa 100 Gesellen be- theiligen. Die dortigen Mitglieder des Holzarbeiterverbandes hatten an ißre Meister verschiedene Forderungen bezüglich der Ueberftunden und der Mittag8pause gerihtet, sowie eine 10 prozentige Lohnerhöhung verlangt, auf welcher leßteren fie auch nach der Bewilligung von ©°/ und der Übrigen Forderunçgen feitens der Meister be» standen. Die „Freie Vereinigung der Schreinereibesißer Rem- scheids" Hat infolge defsen ihre Mitglieder verpflichtet, keine aut- ständigen Gesellen einzustellen und keine über 59/6 binausgehende So nerBEhung zu bewilligen. Im Uebertretungsfakle is eine Kon- ventionalstrafe von 500 M4 zu zahlen, die in einem Sichtwehsel hinterlegt find. Die gleiche Strafe soll eintreten, wenn ein Mitglied mit einer Firma der Vereinigung, bei der innerhalb Jahresfrist nat Beendigung des jetzigen Ausstandes ein soler von neuem ausbri#t, nicht gemeinsam handelt. ( __ Die Sattler einer Lederwaarenfabrik in Leipzig haben, wie die „Lpz. Ztg." berihtet, von ihrem Arbeitzeber eine Lohnerhöhung von 10 bezw. 15 9% verlangt, während der leßtere erklärte, nur eine folie vcn 59% gewähren zu können. Da eine Einigung nit 1 stande kam, erfolgie die Arbeiiceinstellung seitens der Gehilfen. Nur 3 Gehilfen betheiligten sich nicht daran.

In Paunsdorf bei Leipzig haben sämmtlite Schlossert- gehilfen der Firma G. Böttcher, wit den Schriftgießergebilsen gemeinsame Sache mahend, die Arbeit eingestellt. (Vergl. Nr. 201/

Buren hätten 5 Todte und 9 Verwundete verloren.

1899 d. Bl.)

Kunft und Wissenschaft.

Jufolge der Einladung des Königlich sähsisen Alterthum3vereins » der Stadt Dresden wird die diesjährige Generalversammlung E Gesammtvereins ‘der deutshen Geshihts- und dterthumsv-reine in den Tazen vom 24 bis 27. September in Dresden statifinden. Der Octsausshuß, dessen Vorftand unter dem oteftorat Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Georg, 21008 ¡u Sachsen, die Herren Ober-Bürgermeister Beutler, Re- Heri srath Dr. Gcmisch und NRaths-Archivar Dr. Richter bilden, Ds dec Vorstaad des G:sammtverezins haben das Programin der Gnecalversammlung vorläufiz, wie folgt, festg?ftellt: i Montag, 24. September: Zweiter allgemeiner deutscher Archiz- tag und ester Tag für Denkmalpfiege. Abends: Vorbegrüßung der Theilnehmer dec Generalversammlung im Neustädter Kasino. Dienêtag, 25. September, Vormittags: Erste Hauptversamm- lung in der Aula der Königlichen Technishen HoŸhshule. Geschäfts- periht, Vortrag des Herrn Profeffors Dr. Geß. Delegirtensiung. Nachmittags: Fahrt nah Sch{loß Weesenstein im Mügligrthal, Parkfest. Abends: Gesellige Vereinigung. MittwowS, 26. Sep! tember, Vormittags: Sektionssigungen. Fahrt nah Meißen. Zweite Hauptversammlung: Festsigung zum 75 jährigen Jubiläum des Königlich sächsischen Alterthumsvereins in der Albrehtsburg zu Meißen. Fest- rede des Herrn Regiérungsrath8 Dr. Gemisch. Vortrag des ern Hofraths, Professors Dr. Gurlitt üver die Albrehtsdurg. Nachmiitags: Besihtigung des Doms zu Meißen. Abends: Festmahl im Königlich-n Belvedere auf dec Brühl'sch2:n Terrasse in Dreéden. Donnerstag, _27. September, Vormittags: Sektions- figungen. Dritte Haupt- (Schluß-) Versammlung. Nachmittags: Besuch des Königlichen großen Gartens und Besichtigung des Mu- seums des Alterthumsvereins im Palais daselbst. Fest der Stadt Dresden in den Räumen der deutschzn Bauausstellung. Freitag, 95, September: Bei günstigem Wetter und genügender Betheiligung Ausflug in die Sächsische Schweiz.

Dem Gesammtverein siad nah dem „Correspondenzblatt" neu beigetreten: der „Verein für sächsische Volkskunde“ (Vor- sizender: Herr Generalmajor i. D. Freiherr von Friefen in Dresden); die „Numismatishe Gesellschaft zu Dresden“ (Vorfißender: Herr Geheimer Hofrath Dr. Erbstein in Dresden); der „Verein zur Er- haltung der Denkmäler der Provinz Sachsen“ (Vorsigender: Fürst ¡u Stolberg-Wernigerode); der „Freiberger Alterthumsverein“ (Voc- sigender : Herr Bürgerschullehrer Knebel zu Freiberg in Sachsen) Die Zahl der dem Gesammtverein angehörigen Vereine steigt damit auf 129.

Als neueste Publikation des Zentralbureaus der inter- nationalen Erdmessung ershiea im Verlage voa Georg Reimer in Berlin der von dem Abtheilunas. Vorsteher im Geodätischen Institut zu Potedam, G-heimen Regierung3rath, Professor Dr. Theodor Albrecht verfaßte Bericht über den Stand der Erforshuna der Breitenvariation am Shlusije des Jahres 1899. Dieser Berit enthält das Grgebniß der erften, nen Zeitraum -von zeba Jahren umfassenden Reihe von Beob- ahtungen über die im Jahre 1889 zum erften Male mit Sichzrheit nahgewiesene Erscheinung, daß diz Drehungsaxe der Erde ihre Lage im Erdkörper beständig, wenn au nur um sehr kleine Beträz2z, ändert. Diese wahrscheinli durch die Massenverschiebungea des Luft- und Masserozeans verursahte Erscheinung bringt eine Aenderung in der geographischen Breite der Orte der Erde bervoc, und aus einer genauen Feststellung dieser Aenderung an mözlihst vielen Punkten (vis jegt sind 1s Stermvarten in allen fünf Erdtbeilen daran betheilizt) [äßt fiŸ die Hgenänderung des Nordpols ableiten. JIrgend welhe Periodicität konnte biélang niht nahzewiesen werden. Sehr tnteressant ift die dem Bericht beigefügte, von Herrn Geheimen Rath Albrecht gezeichnete Tafel, welhe die Wanderung des Nordpols der Erde von 1890 bis 1900 darstellt.

Unter dem Titel „Reigen der Todtentän:e*“ hat Fer- dinand Marx Kurth eine gedrängte kunstgehihtlih? U2bersiYt der bedeutendstzn Todténtänzz bezw. Bilder des Todz8 vom Anfang des 15, Jahrhunderts bis auf die Gegznwart verfaßt (Adolf Bcand?s Verlag in Berlin-Neu-Rahasdori, Pr. 1 A 59 4). Von dem „Triumph d23 Todes* im Camposanto zu Pia und din uns nähstliegenden Wandzemälde im Thurm der Marien-Kirh2 augehend, vzrzeihzet und schildert ec die Todtentänze von Holbein dem Jünger?zn, Albrehi Dürzr, Alfred Rethel, Graf Franz voa Pocci, Wilhelm von Kaulbah, Max Kliuger, Hans Meyer, Joseph Sattler, Otto Siß, Arnold Böcklin, Gustav Spangenberg u. A. Die kleine Schrift ift sorgfältig ausgestattet und mit Zinkäßungen und Farbendrucken nah Blättecn von Joseph Sattler, Otto Seit und Hans Kurth ges{chmüdckt.

Die Académise de Médecine zu Paris wählte, wie W, T, B.* meldet, nahezu einstimmig den Geheimen Rath, Profefsor Röntgen in Würzburg zum auswärtigen Mitgliede.

Bauwesen,

Die Auëstattung des Tambours des Karolingishen Münfsters ju Aachen mit Mosaikgem älden, eine Frage, die hon seit langen Jahren |chwebt, ift, wie das „Centralblatt der Bauverwaltung“ mittheilt, jet ver Verwirklihung näher gerückt, nahdem Seine Majestät der Kaiser und König das Modell und die Kartons des Professors S Gaper aus Hannover gutgeheißen hat, dessen Entwürfe im Jahre 1889 in einem engeren Wettbewerbe preisgekrönt worden waren. Seine Majestät sandte am 4. d. M. aa den Karlsverein in Aachen, der si die Wiederherstellung des Aahener Münsters zur Aufgabe gestellt hat, folgendes Telegramm:

Professor Schaper hat Mir heute sein Modell und die Kartons gezeigt, welche für die Aus\chmüdckung der alten Krönungskirhe Karls bestimmt sind. Selbst ein unermüdliher Forscher auf dem G-biete der romanishen und byzantinishen Mosaikkunst, bin Ich auf das freudigste überrascht gewesen von der großartigen und ftilgerechten Auffassung, sowie von der Korrektheit der Linienführung und der barmonischen Gesammtwirkung, welhe das Modell fo vcrtr-flih beranfhauliht. Die Wiederherstellung nah dem vorgelegten Ent- wurfe ist wahrlich im Geifte Karl’'s des Großen aufgefaßt und seiner würdig. Ich beglückwünshe den Karls - Verein dazu.

Wilhelm, I. R.

d Die Antwort des Geheimen Regierungsraths Dubusc namens ts Vorstands des Karlsvereins lautete:

L „Geruben Eure Majestät, der Allergnädigste Protektor des Karls- Sha: für das huldvolle Telegramm bezüglih der von Profeffor n aper für die Auéshmückung der Krönungskire Karl's des Großen ‘worfenen Kartons den unterthänigsten Dank entgegenzunehmen. F fein neuen Beweise des großen Antheils, den Eure Majestät na er stilgerehten Wiederherstellung dieses ehrwürdigen Kaiserdomes i pigelept zu nehmen geruhen, wird der Karlsverein einen um so eh \ cadg Anlaß erkennen, nunmehr mit allen ihm zu Gebote inl n Kräften ohne Verzug zur Ausführung des Allerhöchst so

voll gebilligten Entwurfs zu reiten.

a dem Wettbewerb für Villen und Landhäuser der da etätten-Afktien-Gefellschaft“ in Berlin wurden, wie In Al entralbl. d. Bauvzrw.*“ meldet, folgende Preise vertheilt: n tbeilung A.: der erste Preis dem Architekten Gustav Jänicke der zweite Preis den Architekten Becker u.

in Berlin, Zum Ankauf wurden empfohlen die Entwürfe Kenúworten: „Lucie“, „Drei ftarke vershlungene

Ringe*, „Bürgerlihe Heimstätte*, „Dreifah ift des Raumes Maß“ und „Ein deutshes. Hzim*: Ja Advtheilung B,: der erste Preis dem Arqhitekten Paul Hoppe in Berlin, der zweite Preis dem Architekten Gustav Jänick: in Schöneberg, Zum Ankauf wurden emvfohlen die Entwürfe mit den Kennworten: „Zieh hinaus" und „Viel Arbeit*. In Abtheilung C.: dec erfte Preis dem Architekten Gustav Zänidte in Schöneberg,- der zweite Preis dem Architekten Hago Janssen in Berlin. Zum Ankauf wurden empfohlen die Entwürfe mit den K?znnworten: „S2n Norden“ uad „Chi-lo-sa". Die Heim- stättengeseushaft ist bereit, für diz zum Ankauf empfohlenen Entwürfe je 150 A Gatshädizung zu zahlen. Sämmtliche eingegangenen EGat- würfe werden bi3 zum 21. d. M., mit Ausnahme der Feiertage, tägli von 8 Ur Vormittags bis 6 Uhr Namittags im Baubureau E A Friedrih-Muscumsz, Kleine Museumstcaße in Berlin, aus- gestellt sein.

Literatur.

Im Verlage von F. A. Brokhaus in Leipzig hat ein neues großes Werk von Fridtjof Nansen zu ercsheinea b-gonnea, welches die wissenshaftlichen Ergebnisse der-in seinem Werke „Ix Nacht und Ei3* geshilderten kühnen Nordpolarreife behandelt. Das von ihm gesammelte Material an Beobachtungen ift so umfangreih, daß erft j-t der erîte Band vocliegt. Das Werk wird nur in englischer Sprache veröffentlihi und t betitelt: „The Norwegian North Polar Expedition 1893—1896, Scientific Results, edited by Fridtjof Nansen“. U-ber Zweck und Inhalt spricht sich der H:rausgzber in dem Vorwort zum erften Bande folg?:ndermaßen aus: „Der Zweck dieses Wzrkes ift, in einer Reize einzelner Abhandlungen einen vollständigen Bericht: über die wissenshaft- lih:n E-g2bnifse der Norweaishen Polarexpeditioa von 1893 bi3 1896 zu geben. IY hab? das Glück geha5t, mir zur Vorbereitung des- selben di? Mitvirkung eiaiger der ersten Vertreter der vecshiedenen

weig der Wissen!chaft fihzrn zu können, die alle mit freund- ister Bereitwilligkeit die Bearbeitung des Materials üver- nahm-n. Dank der freigebigen Beihilfe des „Fridtjof-Nansen-Fonds zur Förderung der Wifsen]hast“ sind die zur Publikation erforderlihzn »Mittel zu meiner Verfügung gesteilt worden. Ih hoffe daßer Erfolg zu haben mit meinem Bestreben, die Bände des Werkes nah Inhalt und Form der norwegishen Nation und der eifrigen, hingebungsvollen Arbeit meiner wackeren Erxpeditionsgefährten würdig zu gestalten. Während der Vorbereitung des Werkes habe i mir stets vor Augen gzhalten, daß wir unbekannte Rezioaen der Erde durhquert haben, Gebiete, die wahrsheinlih ia der nächftea Zeit niht wieder besuŸt werden. Unsere Bzobachtangen haben daher noch einen besonderen Werth, und ich halte es infolge defsen für recht, daß jede Einzelheit mit größimögliher Sorgfalt ausgearbeitet und nichts ausgelassen werde, was auch nur das gzringste Interesse zu bieten v2zrmag. Da dieses Werk für eine Reibe von Iabren hinsichtlich unserer Kenntniß des Nordpolarbeckens das Standard Work bleiben wird, babe ih mi bestrebt, alle An- gaben fo iuverfässig wie nur möglih zu maYen, indem in der Mehr- zahl der Fälle die Ocigiaalbeobachtunge1r und das Material vollständig wiedergegeben werden. Dadurch ift dec Leser selbs im stande, zu beurtbeilen, inwieweit die Ergebnisse und die SWlußfolgerungen der- felbzn zutreffend siad, und fann eventuz[(l fein: eigenen Schlüfse zizhen. Es wird dieses Verfahren in vershizdenen Fällen, z. B. bei den astconomishen, met:orolozishen, magnetischen, ozeanishen und Nord- liht-Beobachtungen den Umfang des Werkes beträhtlich vergrößern, wird aber au, wie ih hofe, den wifsenshzftlizzen Werth desselbza wesentlih erhöhen. Um die verschiedenen Abhandlungen der wifsen- shafilihzn Welt so rasch als möglih vorzulegen, veröffentliche ih fie in der Reibenfolge, in der fie fertig werden, sobald gzaügendes Material zur Zusammenstellung eines Bandes beisammen ift, ohne Nücksiht auf systematish- Folge. Die Abhandlungen sind jede für paginiert und erhalten eine fortlaufende Numerierung, fodaß si2 bequem zitiert werden können. Es würde vielleiht angebracht erscheinen, den Bänden eine zusammenfassende Schilderung der Expedition voran- zuschicken. Da dieses aber beceits in mzinz2m Reiseberiht „Ja Nacht und Ei3* geschehen ist, so erübrigt es fiH hiec. Eine werthvolle Hülfe für künftige Polarexy-ditioaen wird es sein, baß Colin Archer, der Erbauer unseres Schiffes, so freundlich ist, das Werk mit einer Besprehung der Fram zu eröffaen, der die Exrpzdition einea fo großea Theil ihres Erfolgs schuldet. Wünschenswerth wäre ewesen, in dena ersten Band eine detaillierte Karte der Route der Fram und meiner Schliitenreise aufzunehmen. Da aber eine folŸe Karte auf fämmilih- astconomishen BeovaŸßtungen aufgebaut werden muß und dieses weitläufize Material, dessen Bearbeitung Professor Geelmuyden in Händen hat, nochþ niht zur Veröffentlichung reif ift, wird die Karte im ¡weiten Bande erscheinea, der dem ersten hoffentlich bald wird folgen können. Das ganze Werk wird wahrscheinlich fünf oder fech3 Quartbände bilden, die voraussfihtlich im Laufe von etwa zwei Jahren ersheinen und von denen vermuthlich jzder ungefähr denselben Peeis wie der erfte Band baben wird. Sie werden nur ia englisher Sprache veröffentlicht. G3 ift meine Absiht, am Ende des Werks eine voliständige U-bersiht der wissenshaftlihen Grgebnifse der Expedition zu aeben.“ Der erste, \taitlihe Quartband (VII1, 379 Seiten und 46 Tafeln; Preis, in Leinwand geb. 40 4) enthält fünf Abhandlungen. Er beginnt mit der hon oben erwähnten, ausführlihen Beschreibung der Fram durch ihren Erbauer Colin Archer. In der zweiten Abhandlung \childert Professor I. F. Pompeckj in München die Fossilien von Franz-Joseph- Land, wobei er si auf die Thierwelt beshränkt, während die versteinerten Pflanzen in der dcitten Abhandlung von Profeffor A. G. Natdorît beshrieben werden. Nansen [elbst giebt eine geologishe Skizze voa Kap Flora. Ueber die reihe Vogzelwelt der arktischen Gebiete berihten R. Collett und Nansen, wobei auch die anmuthig2, choa „Ja Naht und Eis“ hervorgehobene Rosenmöve beshrieben wird. Der interessante Vogel wird in einer hübschen Farbendrucktafel veranshauliht. Besonders reich an Tafeln ift der leßte, umfangreihste Abschnitt, in welhem G. O. Sars von de1 Cruftaceen handelt. Ueber den zu erwartenden Inhalt der folgenden Bände giebt ein beigelegter Prospekt Auskunft. Aus dem Angeführten ergiebt sich die wissenschaftlihe Bedeutzng der Publikation, diz kein Gelehrter, der auf dem Gebiete der Geographie oder Natur- wissenschaften thätig ist, wird unbeahtet laffen dürfen.

Deutsches Land und Leben in Einzelshilderungen. Landshaftskunden und Städtegeshichten: „Geschichte der Stadt Naumburg an der Saale“ voa Dr. Ernst Borkowsky, Stuttgart, Verlag von Hobbing u Büchle. Nachdem \{chon in früberen, bis zum Jahre 1304 zurückreihendea Zeiten vershiedentliŸ Versuche einer Geschihtsshceibung der alten slavischen Siede- lung, aus wzlchec Naumburg mittelbar hervorgegangen ift, gemacht worden waren, wird in der vorliegenden Arbeit inm erften Male eine zusammenhängende Darstellung der Geschihte der Stadt gegeben. Sie isstt das Ergebniß ein- gehender, langjähriger Studien und hat außer aus dem allgemein zu- gänglihzn Materiai noh aus einer Anzabl bisher uabenugter Quellen geschöpft. Die Arthive de? Raths und des altea Domkapitels sowie die Akten der Kramerianung waren hierbei die wihtigften und er- giebigsten Fuadgruben für den Verfasser, und er hat dieselben nah sorgfältiger Sichtung und weselseitiger Abwägung ges{hickt benußt. Die einzelnen Abschnitte des Buches geben in üdersitlichzr Anordnung zunähst die Vorgeschihte der Landschaft, in der Naum- burg liegt, und s{ildern dann die Anfänge dec Stadt, sowie ihre allmäbhlihe Entwickelung im Mittelalter, im Zeitalter der Reforma- tion, unter der Verwaltung Sachsens, während des siebenjährigen Krieges und endlich unter preußischer Drs b Die Darstellung umfaßt den stattlihen Zeitraum vom Jahre 968 bis auf unsere Tage und schließt mit einer nderung durch die jetzige Stadt fowie einer Betrachtung ihrer geshihtlihen Baudenkmäler. Das Buch ift mit achtzehn gur ausgeführten Abbildungen, sowie einer Tafel der Bischöfe und Adminiftratoren des Stifts Naumburg ausgestattet.

Geschichte der Revolutionszeit 1789—1800. Von

HeinrihvonSybel, Wohlfeile Ausgabe. Stuttgart, J. G. Cotta'sche .

Buchhandlung Nachfolger. Der mit dem Erscheinen der 69. Lieferung

nunmehr vorliegende leßte Band, der die Gelchihte des Konsulats erzählt, liest ch wie ein Epiloz auf die Zeit vo: 109 E Ge j ish2 G2-

französishe Nevolutioa war beeznder; dzr phanta danke der W-lcbefreiung war vo1 dem der Welteroberúung abgelöft worden und verkörpzrte fh in dem Korsen Napoleon Bonaparte dessen gewaltthätig u1d rücksichtslo3 vorwärts stürmender Uzbermuth endlih an Deutschland sih brechen follt-z, weil er die im Geiste des deutschen Volfs waltenden sittlichen Kräfte nicht begriff. Diese neue Ausgabe des Werks in z2hn handlihen, gediegen ausgestatteten Bänden, an Stelle der früheren großen zehn Bände, gelangt damit zum Abschluß. Der mäßige Preis (24 4) erscheint gzeignet, ibr die weiteste Verbreitung zu vershaffen, und diese verdient Sybel’3 Darstellung der französishen Revolution vor anderen deshalb, weil si2 die Ergebnisse gründlihster Forshang in abgeklärter, klafsfisch \chöôner Form vorträgt und darum ih varzüglih zu cinem deutschen Volksbuch eignet.

Die neueste Nummer (2962) der Leipziger „Illustrierten Zeitung“ (Verlag von I. J. Weber in Leipzig; Preis viecteljäßhrliŸ 4M; Einz:lnummer 1 #4) ift deshalb besonders bemerkens- werth, weil die Zeitung darin zum erften Mal mit Jilustrationen in Farbendruck geschamüdckt ersBeint, dann aber auch wegen der inter-

efsanten, eingehenden Sthilderung, die sie von d?r Kaiserlichen

Werft in Kiel darbietet. Dzr von S. Hoffmann verfaßte Artikel is rei iluftriert durch Holzshnitte nah Zeihnungea von E. Limmer; etwa ein Drittel dieser Blätter ift farbig, darunter das Dopp:lblatt . „Panzerkreuzer erster Klafse Fürst Bismarck im Bau“. Am malerishîsten wirken die beiden Motive aus der Kefselshmiede und der Shmiedewerkstätte. Andere Bilder zeigen die Taklerwerkstätte, die S2gelmachherei, den großen stehenden Krahn von 609009 kg Trag- fähigkeit, einz Stanimashine z 1m Dur§lohen von Stahlblechen, eine Plattenbohrmaschine, das Bekleid:n eines Panzerkörvers mit Metallbleh und einen Taucher bei der Unterfuhung von Be- \cchädigungen am Schiffsrumpf. Sehr instruktiv ift das Blatt, das den im Bau befiadlihen großen Kreuzer A zur Darstellung bringt. Eine figuren- reihe photograpbbische Aufnahme zeigt Seine Majeftät den Kaiser und S:ine Königliche Hobeit den Prinzen Heinrih nebft der Schiffs- b-faßung auf S. M. S. „Deutschland“.

Verdingungen im Auslande.

Spanien.

18. April, 2 Uhr. Marine-Ministerium, Materialienaötheilung Madrid : Lieferung von Messingröhren für die Dampfkefsel und Kon- d2asatoren der Staatsarfenale und Staatss{chiffe. Näheres bei der ovengenannten Stelle.

Niederlande.

25. April, 12 Uhr. Lieferung von Flußeisen (Bedingungsheft Nr. 240), 129 000 flaßeisernen Unterlage: Platten (Bedingungs8heft Nr. 241), 14? 009 flußeisernen Hakenbolzen und 190 000 galvanisiect flußcisernen Schraubennägeln neuen Modells für die Staatseisen» bahnen auf Java (Bedingungsheft Lätt. 242), Flußeifen (Bedinzungs3- heft Litt. H 4), Ringplatten, Bremsscheiben, Konira-Gewichten für Bremsblöcke, Brems-Zylindern mit Zubehör und mit Ersaßtheilen, für Zwecke des Betriebs des Ombilienkohlenfeldes (Bedingzungsheft Litt J 4), Flußeisen für Zwecke des Marine-Departements in Nieder- ländisch-Indien (Bedingungsheft Litt, K 4), Untergestellen mit Kästen für ofene und ges@loffene Güterwagen, theilweise mit und theilweise ohne Bremse, wie auch von Untergestellen obne Kästen für ges{chlo#fsene Güterwagen ohne Bremse (Bedingungsheft Litt. L 4) für Zwecke des Dampfftraßenbahnwegs3 in Atjeh. Die Bedingungshefte liegen in dem

Technischen Buceau des Kolonial-Ministeciums aus und sind beider Firma . :

Martinus Nyhoff im Haag, Nobelfstraat 18, zum Preise von 0,50 Gulden für jedes dec Bedingungshefte Nr. 240, Litt. H 4 und K 4, von 1 Gulden für jedes der Bedingungshefte Nr. 241 und Nr. 242, von 1,50 Gulden für Bedingungsheft Litt. J 4 und von 3 Gulden für Bedigungsheft Litt. L 4 erhältlich.

Brasilien.

Ohne Datum. General-Fntendantur des Kriegs-Ministeriums: .

EScrihtung einer Fabrik für rauhloses Pulver und Ertheilung der Konzession zur alleinigen Herstellung desfelben,

Theater und Musik.

Königliches Opernhaus,

Die Herren Axel Delmar und Ferdinand Hummel, deren erfolgreihe Opzr „Mara“ noch in gutem Andenken teht, haben in gemeiasamer Arbeit ein neues einaktiges Opernwerk, „Die Beichte“ betitelt, verfaßt, welhes geftern zum erften Mal in Scene ging. Die Handlung, wenn man von einer solchen überhaupt sprechen kann, ift recht kompliziert: zu dem Einsiedler Jacinto Herrera, der in der Einsamkeit einer Felsenböble eine alte Shuld büßt, kommen ein Mönch, Manoel, und ein junges Mädchen, Beata. Die letztere ift einem „ehebreherishen Verhältniß der Frau Manoel's zu einem Fremden enitsprossen. Dieser Fremde aber ift kein anderer als der Einsiedler Jacinto, der nun in diz Lage kommt, dem zum Mönch gewordenen Gatten des von ibm vor Jahren verführten Weibes seine Schuld zu beihten. Diese Beichte aber wird nicht in die Form einer Erzählung gekleidet, sondern spielt sich scenisch ab, indem Jacinto pvlöglich verjüngt und

Beata, seine Tochter, als das Gbenbild ihrer verstorbenen"

Mutter erfcheint. Ohne Hilfe des Textbuhes is es kaum mögli, diesen poetisch an fih fein empfundenen Vorgang zu ver- stehen, der durch Hummel's Masik eher noch verduxkelt als erläutert wird. Der letzteren wäre eigentli die Aufgabe zugefailen, den Ueber- gang von der Wirklichkeit zum Traumbild und wiederum vom Traumbilo zur Wirklichkeit deutlih in die Erscheinung treten zu lassen; leider aber fehlt ihr jegliGer Charafter, und es läßt sich von ihr nur sagen, daß sie zwar recht ansprehend und méclodi63, aber, gänilich obne Eigenart ift. Um die Aufführung machten K Frau Goeße (Beata), die Herren Philipp (Izcinto) und Berger (Manoel) verdtent. Am Dirigentenvult waltete Kapellmeister Dr. Muck umsichtiz scines Amtes. Der Novität follte Kienzl’s musikalishes Schauspiel „Der Evangelimann“ folgen, zur Aufführung gelängte aber, wegen Heiserkeit des Herrn Sylva, statt dessen Humperdinck's g:fätliges Märch:nspiel „Hänsel und

Gretel“. Theater des Wefiens. i

Als vorleßte Gastrolle fang der Königlich württembergishe Kammers- fänger Herr Rothmühl gestern den Don José in Bizet’s Oper „Carmen“, in welher noh Herr Josef Cianda vom Hoftheater in Darmstadt in der Rolle des Escamillo und die Köntglihe Sängerin Frau Thea Redwißtz in der Titelrolle als Gäste mitwirkten. Herr Rothmühl ist in der Partie des José {hon hbäufiz gewürdigt worden; er erfreute au gestern" wieder durch sein êlangvolles Organ, feine musikalis@e Sicherheit und seine temperamentvolle Darstellung. Herr Cianda gab den stolzen Stierkämpfer nit immer lebendig genug, führte aber sonst mit seiner wohllautender Baßbariton-Stimme die Partie reht ansprech2nd durch. Frau Redwiy ift in der Partie der Carmen hier bereits bekannt. Ihre Darftelung ist noch zu wenig auêgeglihen, außerdem sien die Künstlerin gestern dur Befangenheit an der vollen Gntfaltung ihrer Mittel gehemmt; sie bot abzr, abgesehen davon, gesanzlih eine durhaus annehmbare Leistung. Fräulein vom Sheidt führte die Rolle der Micaëla in anmuthiger, sympathisher Weise sowohl in Gesang wie in Spiel dur. Auch das fonstige Ea N war zufriedenstellend. Kavellm?ister und Regie hatten das JIhrige gethan, um der Auftübrung zum Erfolge zu verhelfen. Der ira viecten Akt eingéfügte „Spanische Tanz* war von der Balletteifterin Fräulein Stralucky reht exakt eing-übt und wurde anerkennenswerth ausgeführt. Das “zablreich erschienene Publikum spendete im ganzen Verlaufe der Vorstellung lebhaften Beifall.

A Lie ie E É E is E + O s Ce E: s S R E E R R B R E

L E Si a