1900 / 94 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Literatur.

Das umfangreihe Unternehmen der Länder- und Völker- beshreibung Oesterreih-Ungarns, das der hochselige Kronprinz Rudolf ins Leben gerufen hat, nähert ih mehr und mehr seiner Bollendyag, Bis jeyt find von dem Werke Die österreihisch-ungarische Monarhie in Wort und Bild“ 346 Lieferungen erschienen. Nach dem Ab- {luß der Bände, welche Galizien und die Bukowina schildern, wurde am 1. Dezember v. I. die erfte Lieferung des Bandes „Bosnien und

cegovina“ ausgegeben. Dieser Band ging unter den Auspizien des cih8-Finanz-Ministers von Kállay aus dem Zusammenwirken der bervorragendsten Kräfte der Landesregierung hervor. Was die beiden Länder an Schätzen der Natur und der Kunft aufzuweisen haben, ihre kulturelle Gntwickelung seit dem Eintritt in die S nament» li das farbenreihe Leben der Bevölkerung, die ortschritte auf geistigem und volkswirthschaftlicem Gebiet in Vergangenheit und Gegenwart, alles das wird in allgemein verständliher Weise zur Darstellung gebracht. Den Schilderungen ift ferner cine große Zahl von Fslustrationen beigegeben, welhe das Bedeutsamfte bildlich zu ergänzen ftreben. Der Band wird 23 Artikel und 178 Abbildungen (darunter ein farbiges Trachtenbild) enthalten, in 17 monatlichen Lieferungen ausgegeben werden und anfangs des Jahres 1901 abge\{chlofsen vor- liegen. Der Band „Ungarn“ V, 2. Abtheilung, nähert si dem Ende. Demnächst beginnt auch der Band „Kroatien und Slavonien“ zu er- sheiner, welhem si dann der Band „Siebenbürgen“ anséließen foll, der den gänzlihen Abschluß des Gesammtunternehmens bilden wird. Bis jetzt liegen von dem Werke „Die öfterreihisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild“ folgende Bände vor: 1, Wien. IL. Uebersihts- band, 1. Abtheilung. (Naturwissenschaftlicher Theil.) IIT. Uebers- dtsband, 2. Abtheilung. (Ethnographish-geschichtliher Theil.) 1V. Niederösterrei. V. Ungarn, Band 1. VI. Oesterrei und Salzburg. VII. Steiermark. VIII. Kärnten und Krain, IX. Ungarn, Band 2. X. Das Küstenland. XI. Dalmatien. XIL, Ungarn, Bänd 3 X1V. Böhmen, 1. Abtheilung.

XV. Böhmen, 2. Abtbeilung.. XVI. Ungarn, Band 4. XVII. Mähren und S(hlesien. XVIII. Ungarn, Band 5, 1. Abtheilung. XIX. Galizien. _— XX. Bukowina. Probehefte und Prospekte des Werkes werden auf Verlangen von dem Verleger Alfred Hölder, K. u. K. Hof- und Universitäts - Buhhändler in Wien, I, Rothentburmstraße 15, portofrei zugestellt, während alle Buchhandlungen des In- und Aus- landes, in welhen auch Lieferungen zur Ansicht verlangt werden fönnen, Bestellungen annehmen. i

Unter dem Titel „Zur modernen Dramaturgie“ hat der bekannte Kritiker und Cssayist Eugen Zabel im Verlage der Sculze’shen Hofbuhhandlung (A. Shwarß) in Oldenburg einen neuen Band „Studien und Kritiken über das deutsche Theater“ erscheinen lassen (Preis geh. 5 4), nachdem ihm zu Be- ginn des Jahres 1898 ein anderer vorausgegangen war, der si mit dem ausländishen Theater beschäjtigt hatte. Der Verfasser unterzieht darin die hervorragendsten Erscheinungen des modernen Theaters einer eingehenden und verständnißvollen Beurtheilung. Neben allges meinen Fragen, die sich auf die Kunst des Bortrags und die Geschichte des Bühnenerfolgs beziehen, behandelt er, nah einem Seitenblick auf die dramatischen Pläne und Kritiken von Berthold Auerbach und nach einer liebevollen Charakteristik des genialen Dramaturgen Karl Werder, die tonangebenden Talente der Bühne unserer Zeit. Schon ein Blick auf das Inhaltsverzeihniß beweist, wie wenig fich der Verfasser dabei von Parteiströmungen leiten läßt, indem neben einem feinfinnigen Dichter wie Wilbrandt ein _geschickter Luftspielautor wie Gustav von Moser geœücdiat wird. Die neuesten Dramen von Sudermann, Hauptmann, E. von Wildenbruch,

ulda, Paul Lindau geben ihm zu ausführlihen fritishen

Ae ilen Anlaß. Die öôsterreibishen Dramatiker ziehen von den Zeiten Raimund?3 und Nestroy's bis auf den jüngsten Nahwuchs am Auge des Lesers vorüber, und neuere norddeutsche Talente schließen sih an. Viel Persönlihes und Unterhaltendes bieten die Aufsäge „Bei den Meiningern* und „Immanuel Kant auf der Bühne und im Leben“. Ein breiter Raum is ferner nambaften darstellenden Künstlern gewidmet, deren Reihe die verstorbene Tragödin Charlotte Wolter eröffnet. Es folgen die Porträts von Mitterwurzer, Sonnen- thal, Baumeister, Haase, Barnay, Engels, Vollmer, Matkowsky und Kainz. Der Verfasser befleißigt sih eines maßoollen, ftets sahlich begründeten Urtheils, und fein Stil hält si ebensosehr von doktrinärer Schwerfälligkeit wie von feihtem Geplauder frei. L

„Der bessere Mensch." Von einem Optimisten. Breslau, Shlefishe Verlags-Anstalt von S. Sottlaender. Pr. geh. 3 Mt Dem Niehsche’shen „Uebermenschen“ stellt der sich als „Optimist“ be- zeihnende Verfasser, der zu den Delegirten bei der Friedenskonferenz im Haag gehört hat, einen anderen höheren Menschentypus, den „befieren Menschen“, entgegen, der mit seinem Nießsche’shen Bruder wodl mante verwandten Züge gemein hat, aber sid auch durch charakteriftishe Merkmale voa ibm unterscheidet. Der Berfasser offfen- bart fi, indem er diesen „besseren Menschen“ als Ideal, als Ent- widelungsziel aufstellt, ihn in seiner Wesenheit und seinen Be- ziehungen zu allen Lebensverhältnissen carakterisiert und die Wege Fennzeiénet, auf denen die Entwickelung des Menschen zum besseren Menschenthum zu erreichen sei, als ein selbständiger Denker, der die realen wie die idealen Lebensmächte in gleiher Weise in Betracht zieht und dabei in seinen Schlußfolgerungen und den Perspektiven, die er eröffnet, sh nie in unfruhtbare Phantasterei und müßige Spekulation verliert. /

„Masurenblut, Geshihten und Gestalten® betitelt fh eine Reibenfolge von aht Erzählungen von Franz Skowronnek, welche bei der „Vita“ (Deutsches Verlagshaus) in Berlin ecshienen find. Obwohl inhaltlich ohne Zusammenhang, tragen fie fast alle den eigenartigen düster-melanwolishen Charakter de3 Masurenlandes, dem fie entftammen. Es ist alles wahrhaft und naturgetreu geschildert, aber es erweckt fast den Eindruck, als wäre menshlihes Elend und menschliche Verkommenheit dort vornehmlich zu Hause, als stände das dortige Volkéleben unter keinem glücklihen Stern. Dem if jedoch in Wahr- beit niht so. Auh in jenen Gegenden, von denen es im Volksmunde ganz mit Unreht heißt, daß „Fuchs und Hase sh dort gute Naht sagen“, giebt es, wie überall, alückliche, zufriedene Menschen, die sihch der Schönheiten ihrer „Masurishen Wilckniß* und ihres Lebens freuen. ‘Die Kehrfeiten, welche der Verfasser vielfah herausgegriffen hat, bilden nit die Regel. Sie sind aber, wie gesagt, geschickt der Wirklichkeit ab- gelaust und fo lebenswahr naier:ählt, daß ein Kenner von Masarenland und Masurenblut di: geschilderte Landschaft förmlih mit ¿u durch- wandern, die sie belebenden Gestalten verkörpect vor si zu sehen glaubt. Die leßte Erzätlung, welch? in der Schilderung des Liebes- erwachens cines jungen Blutes gipfelt, fällt aus dem Rahmen des Ganzen heraus. Das braucht niht gerade Masurenblut zu fein: fo fühlt und handelt auch jedes andere Naturkind, wenn Amors Pfeil es getroffen. |

„Die Romanwelt*, die bekannte, im Deutshen Verlazs-

hause „Vita® hierselbst erscheinende „Zeitschrift für die erzählende Literatur aller Völker“ (Preis vierteijährlih 3,75 4) bat es verstan- den, ihre Gigenart immer mehr zu befestigen und auszubilden. AuŸ das neue Quartal verspricht, dem alten Prozramm getr-u, eine Fülle von bemerfenswerthen Beiträgen. Die neueste Arbeit Ernst von Wolzogen'¿ „Die lieben Brüder“, ein Karnevalscapriccio aus dem Münchener Faschingsleben, wird in einem der nästen Hefte erscheinen, ferner der Roman „Frau Lohengrin“ von H. von Beaulieu, der cin Frauenproblem von besonderer Art behandelt, und eine Erzählung „Ariftokrateles* von Olga Woblbrück. Neben diesen deutschen Ar- beiten, denen sih ncch Beiträge von Sophie von Adeiung, Victor Blütbhgen, Felix Heinemann, Marie Madeleine, Elisabeth Sievert, Curt Julius Wolf u. A. m. zugesellen, werden au Romane und Novellen der ausländischen Literatur, Werke von Emilia Parda-Bazán, Stanjukowiish, Rudyard Kipling zur Veröffentlihung gzlanzen.

Monatschrift für Deutsde Beamte. Alleiniges

Organ des Verbandes Deutscher Beamten- Vereine. Herausgeber : Fr. j Geheimer Ober - Regierunzsrath und vor- !

Caépar, Kaiserlicher

XIIL. Tirol und Borarlberg. .

tragender Rath im Reichsamt des Innern; R. v. Decker's Verlag,

G. Sql Köntglicher buchbändler, Bexlin SW. ets rteljährliß (6 Hefte) 150 # Das 7. T UR hb 1. April hat folgenden Inhalt: I. nachrichten. des Verbandsvorstandes8,

19.

Halb- Bal: Mittkeilaneen

band Deutscher Beamten- Vereine : eilungen en fr |Mrabedürktige Hinterbliebene, Beamten-

verein in Brieg; Preußischer Beamten-Verein, Versicherungs-Anstalt für Deutsche A R Hannover: Versicherungsstand Ende Januar

Don: Juguttel fie f niton8-Zu|MQuulanñe [Ur

Be L E tniffe der Beamten : ordnungen, Erkenntnisse:

A. Gesetzgebung,

stige Beamten-Vereine und Verbände: e Beciluer, besoldeten Gemeindebeamten.

Ver-

Verzeichniß der veröffentilibten Gesetze,

Ministerialblatt Nr. 2, Bestimmungen über die Militärdienstzeit der

Volks\chullehrer, grenzen von

Berechnung der Reise- und Umzugskosten (Orts- Köln), Vordatierung der Offizierpatente, Fürsorge für

die Wittwen und Waisen der Lehrer an öffentlihen Volks\{ulen.

B. Abhandlungen und Nachrichten über Fragen des Beamtenth

Zur Berufswahl, Die Vorbildung der höheren Verwaltungébea Die große juristishe Staatsprüfung, der Erxekutivpolizei. ILLI.

ums: nten,

Die Ausbildung der Beamten Sprechfaal. 1V. Büchershau. Als

Beigabe enthält das Heft ferner Nr. 6 der Sammlung von Bild-

nissen und Biographien verdienter Reich2- und Staatsbeamten : Bize - Präsident des

Der

Königlich preußishen Staats- Ministeriums,

Staats- und Finanz-Minister Dr. jur. Franz Johannes von Miquel.

Handel und Gewerbe.

Am 1. April sind in Norwegen eine Anzahl Abände- rungen des Zolltarifs in Kraft getreten, unter denen

folgende hervorzuheben sind: } 1) Die Anmerkung 2 zu dem Artikel „Getre (Position 267 bis 284), welche bisher lautete :

ide“

„Von Säcken, in welhen Getreide, gemahlen oder ungemahlen,

eingeführt wird, wird ein Zoll von 8 Oere per Stück erlegt“ hat folgenden Zusaß erhalten:

„do sollen für Säte, die niht mehr als 65 kg enthalten können, nur 0,04 Kron. per Stück erlegt werden, wenn ungeahlene®

Getreide darin eingeführt wird.“

2) Von den in Position 468 Zollfsaß 0,15 Kron. per Kilogramm aufgeführten Papierwaaren haben Brief- umsläge eine Zollerhöhung auf 0,20 Kron. und Blanquets,

Vignetten, Etiketten, Empfehlungskarten, O K Kil fahren auf 0, ron. per Kilogramm erfahren.

! 3) Der Zoll auf Spielkarten (Position 469) b

Bekanntmachungs- Gesellschafts\piele und Gratulationskarten eine solche

isher

0,15 Kronen per Spiel ift auf 0,25 Kronen per Spiel

erhöht worden. i E

4) Der Zoll auf in ausländishem Verlag er) Bücher in norwegisher Sprache (Position 473) ist efallen. j M 5) Der Zollsay für Zigarren und Zigare (Position 597) is auf 5,00 Kronen per Kilogramm b 3,60 Kronen festgeseßt worden.

erschienene

weg-

tten isher

(Aus den im Reichsamt des Innern zusammengestellten

„Nahhrichten für Handel und Industrie“.)

8 r Deutschlands nah den Vereinigten Sta E von Amerika im ersten Vierteljahr 1900.

aten

Na der Zusammenstellung des amerikanishen General-Konsuls in Beru e sih der deklarierte Werth der Ausfubr Deutsch- lands nah den Vereinigten Staaten von Amerika in den Monaten

Ee bis E

bezirken, wie folgt :

y Es Dollars D 331 770 550 336 171 901

1 296 706

1 693 451

Annaberg A

ei

Leipzig

Maddebutg as Mannheim . .. Mainz . . München Nürnberg

Plauen

Solingen Stettin Stuttgart Weimar

Dillali

Berlin .

Bremen

Breslau Braunschweig . .. Chemnitz

Köln

Coburg

Krefeld

Dresden Düsseldorf .. . . 263238 rankfurt a. Main . 1 611 856 reiburg i. B. . ., 434120

März 1900, getrennt nah den einzelnen Konsulats-

ollars

288 467

5 764 835 266 499 483 761

1 634 406 2 191 935 . 1104611 395 175 167 924 800 363 851 736 348 729

1 868 829 230 3953 153 627 266 354

2( 990 471.

Zusammen

Gisen- und Stablproduktion Großbritanniens

im Jahre 1899.

Nach den fiatistiswen Veröffentlihungen über die Eisenindustrie

Großbritanniens im Jahre 1899 betrug die

Gußeisenproduktion

9 305 319 t. Das Mehr gegen das Iahr 1898 belief sih auf 624 248 t, woran das südlihe Wales allein mit 435 661 & betheiligt

war. Eine beteutende Zunahme gegen das Vorjahr hatten Cumberland (82 499 t), (63 185 t) aufzuweisen,

um 23 426 t und in Durham um 45 322 & verringerte.

auch

Derbyshire (43 112 t) und Staffordshire wogegen die Produktion in Schottland sich

Eine Uebersicht über die gesammte Gußeisenproduktion

Großbritanniens giebt die folgende Zusammenstellung : Bezirke : 1899 1898

189

wen

in Tonnen 1190 264 1 086 258 2 091 840 835 801 737751 507 314 318 994 280 600 321 077 273 313 375 687 241 337 297 489 42102 81 244

8 681 071

Schottland

Durbâm

Nord. Yorksbire Cumberland

Lancasbire

Süd-Wales

Lincolnshire. Northamptonshire . . Derbyshire i Notts und Leiceftershire Süd-Staffordshire. . . Nocd-Staffordshire . Süd- und West- Yorkshire Shropshire

Nord-Wales

l E

45 18 82 T: 435 13 6 43 14 18 63 7 1 7

624

++++++++| ++1++| |

9 305 319

9

+ mehr

iger

23 426

332 T7 409 489 661 DU9 070 112 279 758 185 987 562 316 248,

Auf die einzelnen Gußeisenarten vertheilt sih die Gefammt-

ktion wie folgt: A g 1899 1898

in Tonnen 4 258 956 44083 017 3 990 282 3 273 152 ¿ 860 672 780 028 Spei „o 195 409 219 874 zusammen 9 305 319 5 681 071.

Die Produktion der Gußeisenarten geschah in de ¿elnen Bezirken in folgendim Umfange :

Puddel- und Formereisen . Vematite-Eifen Basisches Eisen .

n eine

Puddel- 2c. _ Eisen

i288 9 1 047 349 51 119 57 984 59 947 266 298 274 600 363 234

287 592 276 842 271 271 177 601

22 341

Hematit- Eisen Eisen in Tonnen

486 838 50 000

568 854 56 674

663 894 335 780

816 080 E 579 683 26 826

874 933 E 66 205 955

Bezirke :

Schottland . Durham. . Cleveland . Cumberland Lancasbire . Süd-Wales . Lincolnshire . . Northamptonshire Derbyshire. . . . Notts und Leicester- E 4 Süd-Staffordfhire . Nord-Staffordsbire . E s hropshire. . Nord-Wales 2c. . 64 380 24 180 : zusammen 4208956 3990282 860672 19515

Die Zunahme der Gußeisenproduktion im Vergleih mit dem Vorjahre ijt hauptsählih auf die gesteigerte Produktion von Hematite, und basishem Eisen zurückzuführen; denn die Produktion von Pudde, und Focmer-Eisen zeigt eine Abnahme von 150 000 t. Die Produktion von Süd-Wales, welche hauptsählich an der Zunahme gegen daz Vorjahr betheiligt war, fiellte sich wie folgt: |

Frisch- und Hematit- Spiegel, Former-Eisen Eisen Eisen

in Tonnen R e ATA08 464 953 1D BEDET

1899 mehr oder weniger -+ 39 479 -+ 409 980 97

“In der Produktion von basishem Eisen blieb Groß, britannien hinter den übrigen Produktionsländern und besonderz hinter Deutschland zurück. Die Produktion war im Jahre 1899 in

Großbritannien die folgende: Hohöf Basiches Eis T en asische en Bezirke: Anzahl Tonnen D S 56 674 Cleveland... .. 11 335 780 Laas 1 26 826 Süd-Staffordshire . 5 117 603 Derbuiblie e e 1 955 Lircolnshire . . z 66 205 5 1

Eisen

117 603 33 251 127 875 21 323

{T

l

24 893

Nord-Staffordshire . 33 251 B 127 875 Itord-Wales, . 24 180 Shropshire . . 1 21 323,

Die Eisenerzpyroduktion Großbritanniens ift bisher nit genau bekannt, jedo weiß man, daß die Einfuhr von ausländischem Eisenerz, welche 1899 7055 178 t betrug, diejenige des Vorjahres um 1 587 000 & überschritt. Rechnet man nun auf 2 Erz 1 t Guß eisen, fo ergiebt sich aus der vermehrten Einfuhr ausländischen Eisen- erzes eine Mehrproduktion von Gußeisen von 793 000 t, Da die Mehrproduktion von Gußeisen, wie oben dargestellt ift, jedoch nur rund 625 090 t betrug, so folgt daraus, daß die Gußeisenproduktion aus dem in Großbritannien selber gewonnenen Eisenerz um rund 170 000 t abgenommen hat. (Nah dem Moniteur des Intérêts Matériels.)

Kohlen- und Kokshandel.

Frankreich fübrte im Januar 1900 im Verglei mit dem ent- sprechenden Monat des Vorjahres folgende Koksmengen ein und aus: Januar 1900 1899 in Tonnen Einfuhr . 125 650 69 930 D 6 750. / Belgiens Koblen - Ein- und Ausfuhr in den ersten beiden Monaten 1900 stellte sch im Vergleich mit den entsprechenden Monaten des Vorjahres, wie folgt: i; Januar bis Februar

1900 1899 in Tons Gift . e 561 551 339 777 Ausfuhr . . 773 102 686 451. Ftalien bezog im Februar 1900 453 259 Tons Koblen und Koks aus Sroßbritannien gegen 511 932 Tons im Februar 1899. (Nach Industries and Iron.)

Abstellung des Kohlenmangels in Warschau.

Die vom russishen General-Gouverneur in Warschau Mitte Januar d. I. verfügte Fesiseßung des Steinkoblenpreises in Warschau unter Androhung administrativer Zwangsmaßregeln gegen mebr fordernde Kohlenhändler erreihte insofern den beabsichtigten Erfolg, als seitdem die Preise sih thatsählich in den vorgeschriebenen Grenzen gehalten haben. Als jedoch die Geshäftsleute, welche vermöge ihrer mit den Koblcengruben des Dombrowaer Bezirks abges{lofsenen Verträge den Kohlenmarkt beherrshen, nahdem ihnen in Warschau die Ausnuzung der Konjunktur unmöglich gemacht worden war, große Mengen von Kohlen theils nah anderen Gegenden Rußlands, theils nah Oesterreich dirigierten, um von den dortigen Ro1bstandé- preisen zu profitieren, wurde Warschau ganz ungenügend mit Koblen versorgt, zumal da zahlreihe fleine Kohlenbändlêr sich genöthigt sahen, wegen mangelnder Vorräthe ibre Geschäfte zu schließen.

Mit Rücksiht auf den großen Mangel an Steinkohlen und d! im Anfang vorigen Monats eingetretenen Fröfte wurden darauf pol dem General-Gouverneur außerordentlihe Maßnahmen zur Ver‘ sorgung der Bevölkerung Warshaus mit Brennmaterial getroffen, Es wurden drei Extrazüge mit Steinkohlen verlangt und die! Kohlen den Inhabern von Kohlenlagern zum Nettopreise verkauft. Außerdem ift ein Beamter des General-Gouverneurs nah Dombrowa gesandt worden, welwer mit sämmtlihen Gruben Kontrakte au! längere Zeit zur Lieferung bedeutender Quantitäten Steinkohlen abschloß. Die Versorgung der Stadt War|chau mit Brennmateria wurde dur dieje Maßregel gesichert. i )

(Nah Berichten des Kaiserlichen General-Konsuls in Wars(au.

Gold- und Platina-Erzeugung im Ural-Distrikt.

Im Jahre 1899 wurden im Ural-Distrikt 651 Pud Gold Z Werthe von 750009 Rubel gewonnen. gegen 611 Pud im Jade 1598. Die Platina- Ausbeute betrug 1899 380 Pud gegen 364 e im vorhergehenden Jahre. Ein Drittel der Platina-Ausbeuts S fällt auf die Platina-Bergwerke des Grafen Schuwaloff; die ide des Fü:sten von Donato lieferten 70 Pud, während eine auslän Gesellshaft 100 bis 120 Pud Platina gewann. Infolge der seg Preije wird der Betrieb der Platina- Bergwerke zunehmen. Board of Trade Journal.)

Ftaliens Textilwaaren-Ausfuhr im Jahre 1899.

Gg E ; ben Die Ausfuhr italienishec gewerbliher Fabrikate, ne derjenigen gewerbliizer Rohstoffe und Nahrungémittel hat ene des vergangenen Jahrzehnts eine ansehnlihe Steigerung et Nacy Maßgabe der italienishen Statistik wurden ausgeführt: in Millionen Lire g 1893 1895 1897 183: 3223 3586 83483 923,7 1524 192,9 2206 286,6 Tia po 5689 810,3

Halbfabrikate Ganzfabrikate . zusammen

BasisGes Spiegg,

Jn Betracht kommen hierbei vorwiegend die verschiedenen Gruppen

der A Aae O ch der Baumwollen- und der e und zwar, wie folgt:

e in Millionen Lire

Fabrikate aus 1891 189% 1899 anf, Leinen und Ju 143 168 108 E s S s T 236 506 Ee ee s 0/0 6,7 9,7 Seide . « . 2803 3492 5163 zusammen . 309,1 3968 601,1 er hieraus fich ergebende Aufschwung des Ausfuhrhandels in Va Lten Manufakturwaaren hat sh befonders innerhalb der legten fünf Jahre 1895 bis 1899 entwickelt, und zwar nehmen daran die einzelnen Hauptwaaren-Gattuagen, wie nahstehend an- gegeben, theil: a. Waaren aus Hanf, Leinen und Jute: 1895 1896 1897 1898 Seilerwaaren dz 21 487 27 954 30 193 34 556 Garne -_ ‘s 30 434 37116 28 494 34179 Gewebe j. Att e 29 694 31 627 37 926 38 173 zusammen dz 81619 96697 96613 106908 b, Waaren aus Baumwolle: 1895 1896 1897 Garne « « dz 10 852 15 408 36 563 Gewebe j. Art „55 952 67 848 67 651 zusammen dz 66804 8256 104214 c. Waaren aus Wolle: 1895 1896 1897 2 701 3472 3 758

d. Waaren aus Seide: 1895 1896 1897

1899 36 196 35 269 34 985

106 446

1898 78 963 118 954

197 917

1899 82 096 138 910

221 006

1898 9788

1899

Gewebe . . dz 7 243

1898 1899 HGesponnene u. aezwirnte Seide . . dz Ee! ger ponnene . - Nähseide. . 4371 Gewebe j. Art , 4433 5 115 5 070 5 983 8142

¡usammen dz 71920 T1068 713429 81338 94281

Demnach is die Ausfuhr der Waaren aus Hanf, Leinen und Jute während der leßten fünf Jahre von 81615 dz auf 106 446 dz gestiegen, der Waaren aus Baumwolle von 66 894 dz auf 221 006 dz, der Waaren aus Wolle von 2701 dz auf 7243 dz, der Waaren aus Seide-von 74 920 dz auf 94281 dz, was im Ganzen einen Auf- \{wung der Ausfuhr von 226 040 dz auf 428 976 dz oder eine Zu- nahme von rund 1009/9 ausmacht.

Als Hauptabnehmec italienisher Terxtilwaaren im Jahre 1899 wzrden genannt :

Seilerwaaren: Zentral- und Süd-Amerika 10491 dz, Griechenland 6765 dz, Nord-Afrika 3782 dz, Türkei 25939 dz,

Garne aus Hanf, Leinen und Jute: Frankieih 9756 dz, Großbritannien 8179 @¿z, Oesterreih-Ungarn 3475 dz, Schweiz 3247 dz, Deutschland 2423 dz

Gewebe aus Hanf, Leinen und Jute: Nord-Amerika 7425 dz, Griehenland 6349 dz, Zentral- und Süd-Amerika 4848 dz, Türkei 4576 âz, Oesterreich Ungarn 2444 dz.

Hdáumwollengarne: Türkei 42310 dz, Zentral- und Süd- Amerika 16 329 dz, Nord- Afrika 4778 4z Ramänien 2230 dz.

Baumwollengewebe: Türkei 23 338 dz, Zentral und Süd- Amerika 75 957 dz, Nord- Afrika 9306 Az, Schweiz 3779 dz, Oesfter- reit-Ungarn 2321 dz.

Wollengewebe: Zentral- und Süd-Amerika 3414 az, Oester- reih-Ungarn 633 dz, Türkei 596 dz,

Seide, gesponnene und gezwirnte: Schweiz 25 687 dz, Deutschland 22 320 dz, Frankreich 11 995 dz, Nord-Amerika 8311 dz, Oefterreih-Ungarn 3919 dz.

Seidenabfälle, gesponnene oder rohe: Frankreich p dz, Schweiz 6762 dz, Deutschland 4922 dz, Nord-Amerika 1557 dz :

d Nähseide: Zentral- und Süd-Amerika 1038 dz, Frankreich 71 dz.

Seidenaewebe: Großbritannien 273 763 kg, Schweiz 143165 kg, Deutschland 71 913 kg, Türkei 73 170 kg, Nord-Afrika 51127 Kg, Franfreih 47 726 kg, Nord-Amerika á5 667 kg, Zentral- und Süd- Amerika 33 694 kg, Oesterreih-Unaarn 37 075 kg.

Die vornebmlih im Jahre 1899 zur Ausfuhr gelangten italient- {hen Textilwaaren ftelen in den einzelnen Positionen die nahstehend verzeihneten Werthe dar:

Hanf, gekämmt 2,9 Millionen Lire, Seilerwaaren 4,3 Millionen Lire, Hanfgarne, rohe, ungebleihte 4,9 Millionen Lire. Jutegewebe, glatte, rohe 871 125 Lire, desgleihen Hanfgewebe 1,2 Millionen Lire, Gewebe aus Leinen, robe oder gebleihte, glatte 352 075 Lire, Spitzen und Tülle aus Leinen und Posamentterwaaren 495 700 Lire, Säcke 1,1 Millionen Lire.

Baumwollengarne, einfache, rohe oder gebleihte 8,7 Millionen Lire, desgleichen gefärbte 1,4 Millionen Lire, de8gleihen gezwirnte, rohe oder gebleihte 912 095 Lire, desgleichen gefärbte 1,7 Millionen Lire. Gewebe aus Baumwolle, robe oder gebleihte, glatte 2,8 Millionen Lire, desgleihen gefärbte oder bedruckte 30,4 Millionzn Lire, des- gleichen gemufterte oder damascierte 1,8 Millionen Lire, Stcumpf- waaren aus Baumwolle 757 065 Lire, Spißen und Tülle aus Baum- wolle 820 455 Lire, Bänder, Besazartikel, Posamenterie 1,2 Millionen Lire, genähte Gegenstände 4 Millionen Lire. :

Wollene Kammgarne 830 925 Lire, wollene Gewebe aus Streich- garn 4,4 Millionen Lire, desgleichen aus Kammgarn 1,3 Millionen Lire, Filze 313 180 Lire, Posamentierwaaren 960 960 Lire, genähte Gegenstände aus Wolle 3,4 Millionea Lire. [

Seide, oesponnene 201,5 Millionen Lire, Seide, gezwirnte 217,5 Millionen Lire, deégleichen gefärbte 2 Millionen Lire, Seidenabfälle gesponnene 11,2 Millionen Lire, desgleihen nur gekämmte 6,7 Mil- lionen Lire, Seidengewebe, schwarze, glatte oder gemusterte 8 Mil- lionen Lire, desgleichen anders gefärbte 40 Millionen Lire, balbseidene Gewebe 5,5 Millioxen Lire, Filusellgewebe 1,4 Millionen Lire, Band- und Besaßwaare aus Seide 1,8 Millionen Lire, genähte Gegenstände aus Seide 3,8 Millionen Lire.

Für den deutshen Ausfuhrbandel ift vor ollem der Aufshwung bemerfen8werth, welhen der Absatz italienischer Seidenwaaren, Baum- wollengarne, Baumwollengewebe und Seidengewebe na Zentral- und Süd-Amerika, sowie nah der Türkei und nah Nord- Afrika ge- nommen hat. Förderer dieser Bewegung sind ohne Zweifel die in lenen Ländern vorhandenen, bedeutenden italienishen Ansiedelungea.

(Nach einem Bericht des Kaijerlihen Konsuls in Neapel.)

58 258 7 858

57 167

7 497 4 789

59 835

6 860 1614

67 969

7 943 2443

73 852

10 080 2 207

Der Außenhandel Serbiens im Jahre 1899,

Der Werth der Ausfuhr Serbiens im Jahxe 1899 übertrifft den Verth der Einfuhr um rund 19,46 Millionen Dinats, während der Ueberschuß des Jahres 1898 nur 15,89 Millionen Dinars betrug.

lerzu kommt noch, daß der Werth der Einfuhr von 1898 auf 1899 um 5,18 Millionen Dinars und jener der Aus- fuhr um 8,75 Millionen Dinars gestizgen is. Jan der Ausz- fuhr fand au éine ganz bedeutende Mengenzunahme ftatt, indem gegen 181 Millionen Kilogramm im Iabre 1898 231,9 Millionen

ilogramm im Jahre 1899, also rund 50,9 Millionen Kilogramm mebr goeführt wurden, wogegen die Menge der Einfuhr voa 133 Milliozen 1g,ogramm im Jahre 1898 auf 98,8 Millionen Kilogramm im Jahre

99, also um rund 34,2 Millionen Kilogramm zurückgegangen ist. Da die

insuhr im Werthe um 5,18 Millionen Dinars stieg, der Menge N aber um 34,2 Millionen Kilogramm sank, \o léßt dies auf cine

‘entlihe Erhöhung der Kaufkcaft der Bevölkerung des Landes Duiehen, da si? offenbar im tande war, tbeuere Artikel zu faufen.

les wird au dadurch bestätigt, daß alle Gruppen der Einfuhr mit

Ausnahme der Bodenerzeugnisse bei nur geringer Mengenzunahme, ja fogar bier und da bei mäßiger Mengenabnabme (Eßwaaren und Ge- tränke, Steine, Erden und Glas, Kolonialwaaren, Maschinen) ein ftarkes Anfteigen in den Werihziffern aufweisen. Nur bei der Ein- fuhr von Steinen, Kohlen, Ztegeln und Porzellanwaaren ging eine Abnahme in der Menge mit einer folchen des Werthes Hand in

nd.

In der Gruppe der Bodenerzeugnifse trat cin Abfall im Werthe der Einfuhr von 2,8 Millionen Dinars und in der Menge gar von 26,3 Millionen Kilogramm ein. Serbien mußte nämli im Jahre 1898 ungewöhrliherweise 22,8 Millionen Kilogramm Mais einführen, da infolge der 1897er Mißernte ein empfindliher Mangel an Schweinefutter herrshte, während im Jahre 1899 fogar an- nähernd 25 Millionen Kilogramm Mais ausgeführt wurden, Aus dem eien Grunde sank auch die Einfuhr anderer Boden- erzeuanisse, so insbesondere von frischem Obst (von 2,4 auf 1,3 Millionen Kilogramm), von Weizen (von 1,5 auf 0,01 Millionen Kilo- gramm), von Gerste (von 0,5 auf 0,2 Millionen Kilozramm) u. \. w. Auf- fallend und sehr bezeihnend ift die bedeutende Zunahme des Einfuhr- werthes von Baumwollgarnen und Geweben, dte rund 3,3 Millionen Dinars ausmackte und von einer allerdings niht glei hohen Zu- nahme in der Einfuhrmenge (1,4 Millionen Kilogramm) begleitet war. Diese Thatsache allein beweist, daß der ferbishe Bauer, der vorwiegend Baumwollgaxne und Waaren für seinen Hausgebrauch und seine Be- kleidung benütt, ein besserer Abnehmer als bisher geworden ist, was in erster Linie auf den guten Ernteausfall zurückzuführen ift.

Die Ausfuhr der Bodenerzeugnisse weist sowohl der Menge als au dem Werthe s eine wesentliche MOUIE gegenüber dem Jahre 1893 auf, die si hauptsählih aus Mehrausfuhren von Mais (23,7 Millionen Kilogramm im Wertbe von 1,8 Millionen Dinars), Weizen (15,8 Millionen Kilogramm im Werthe von 1,3 Millionen Dinars), Gerste (9,2 Millionen Kilogramm im Wertke von 1 Million Dinars), frishem Obst (4,8 Millionen Kilo- gramm im Werthe von 0,3 Millionen Dinar?) zusammen- seßt und im Ganzen 46,8 Millionen Kilogramm im Werthe von 7,2 Millionen Dinars ausmaht. Nur die Ausfuhr von Hafer erlitt gegenüber 1898 eine starke Einbuße (um 10,5 Millionen Kilogramm im Werthe von 1 Million Dinars). Dagegen nahm der Werth der Pflaumenausfuhr bei gleiher Menge um 3,4 Miliionen Dinars zu wegen der bedeutend besseren Ernte des Jahres 1899,

Die Ziffern der Ausfuhr von Thieren und thierishen Erzcugnissen weisen eine eigenthümliche Veränderung auf, die dem Gingreifen des im Jabre 1899 in Betrieb geseßten Schlachthauses in Belgrad zuzu- schreiben ift. Die Gewichtszunahme der Ausfuhr betrug nämlich an- nähernd 33 9/0, die Werthzunahme dagegen kaum 409/69, Die Schweine- auéfuhr ging auch thatsählih um 1,7 Millionen Dinars zurück, während die Ausfuhr „eschlahteten Viehes um 0,9 Millionen Kilogramm im Werthe von 0,7 Milltonen Dinars zunahm. Die Ausfuhr von Hornvieh, das im Jahre 1899 noch nicht im Sthlachthause zu Belgrad ge\hlachtet wurde, stieg sowobl der Menge (5000 Stü) als auch dem Werthe nah (1,3 Millionen Dinars). Auch die Ausfuhr von lebendem Geflügel, Eiern und Milch ergab ein Mehr von ungefähr 322 000 Dinars. (Nah einem Bericht des österreichischen Konsuls in Belgrad, veröffentliht im Handels-Museum.)

Jamaikas Außenhandel im Jahre 1898/99.

Im Anschluß an frühere Nachrihten geben wir nachstehend eine ZusammensteUung der wichtigsten Ausfuhrartikel nah ihrem Werthe in den Jahren 1897/98 und 1898/99.

Werth der Ausfuhr 1897/98 1898/99 Pfund Sterling 37 435 53 380 39 648 34109 165 494 162 219 . 445 866 468 580 . 134 674 123 715 34 884 43 374 118 215 113 980 52 943 127 624 92 053 104 296

3 120 959 150 312

An der Ausfuhr des Jahres 1898/99- waren die Vereinigten Staaten von Amerika mit 982464 Pfd. Sterl. betheiligt oder 59,1 9% der Gesammtausfuhr, Großbritannien mit 342 726 Pfd. Sterl. oder 20,6 9/0; von anderen Ländern find zu nennen: Frankrei mit 96 133 Pfd.,, Deutschland mit 55044 Pfd., Oesterreich mit 13 924 Pfd. und Rußland mit 13 420 Pfd. Sterl.

Die hauptsäctlihften Einfuhrartikel waren 1898/99 nach dem Werthe in Pfund Sterling: Getrock@nete und gesalzene Fische 116 239, Alkoholhaltige Getränke 65607, Kohlen 45 090, Kleider 62 426, Baumwollwaaren 254 310, Pofamentierœaaren 28 170, Wollwaaren 34 321, feine Eisenwaaren (Mefserwaaren) 31 061, Schuhe 53 721 und Metallwaaren 230 056. Die Vereinigten Staaten von Amerika [lieferten 45,1 9/0 der Einfuhr Großbritannien 44,7 9%, Canada 7,1 9/o und die übrigen Länder 3,1%. (Aus einem Bericht des britischen Gouverneurs von Jamaika.)

Kakaobohnen „. Kaffee Bananen .. Orangen .. Ingwer Campechcholz , .

Eröffnung Japans für die Ausländer.

Nachdem mit dem Inkrafttreten der neuen Verträge die engen Sranken der Vertragthäfen in Japan gefallen sind, haben die Fremden in Japan das Recht erhalten, sih überall im Lande nieder- zulassen und Handel und Gewerbe zu betreiben.

Dieses Recht ift von allen Konzessionen, die den Ausländern durch die Vecträge cingeräumt worden find, von jeher als die wichtigste und vortbeilhafteste bezeihnet worden und infolge defsea in vielen Kreisen Gegenstand ganz besonderer Erwartungen gewesen. Man hatte gehofft, daß die Eröffnung des Landes nicht allein ejne große Anzabl Fremder nah Japan ziehen, sondern auch bewirken würde, daß das fremde Kapital feine bisherige Zurühaltung ablegen und si in umfangreiher Weise an japanishen Unternehmungen betheiligen würde. Hierdurch, glaubten die Japaner, würde dem ncch immer sehr fühlbaren Geldmangel nachdrüdcklich abgeholfen werden.

Alle diese Hoffnungen sind indessen bisher nicht in Erfüllung aegangen. E83 ift nur ein einziger Fall bekannt geworden, in dem ih nah dem Inkrafttreten der neuen Verträge ausländishes Kapital an japanishen Unternehmungen betheiligt hat. Ein amerikanischer Truft von Tabackhändlern foll nämlich im Verein mit japanischen Kaufleuten vor kurzem in Kioto eine Aktiengesellihaft gegründet haben, um amerikanischen Rohtabak in höherem Maße-, als dies bisher gesehen ift, nah Japan einzuführen und ihn hier zu verarbeiten.

Im übrigen |cheint keine der Importfirmen zur Zeit das Be- dürfniß zu empfinden, Filialen im Innern zu errihten und von dem Recht Gebrauch zu machen, ihre Gesäfte- auf eigenen Namen, anstatt auf den Namen von Japanern, abzuschließen. Selbst an folchen Stellen, wo ihnen aus besonderen Gründen eine folche Vertretung erwünsckt fein könnte, wie z. B. im Kohlenhafen Moji, sind fie größtentheils noch bei ihrer biéberigen Geschäftépraxis tehen geblieben.

. Ebensowenia, wie die Eröffnung des Innern, hat die Eröffnung der 22 neuen Häfen für den fremden Handelsverkehr bemerken8wertbe Folgen gezeitiat. Weder hat \i an diesen Pläßen Handel und Schiff- fahrt gegen die Vorjahre gehoben, noh haben sich fremde Kaufleute dort niedergelafsen.

Der Grund diefer Zurückhaltung der Fremden liegt wohl in erster Linie darin, daß si2 dem Uebergang der Jurisdiktion und zum theil auÿ der Verwaltung auf die j1panishen Behörden und dem damit verknüpften größer-n Einfluß japanisher Beamten und japanischer Anordnungen auf thre Interessensphire immer noch Mißtrauen ent- gegenbringen.

Auch sind die Differenzen, welche über die Rehtsverbältnifse der Niederlafsungégrundftücke entstanden sind und Rechtéunsicherheit in die bicfigen Verhältnisse getragen haben, in der Hauptsahe noh nicht be- seitigt worden.

Allerdings is roohl zu erwarten, daß die japanishen Behörden im Laufe der Zeit das Mißtrauen der Ausländer beseitigen werden. Aber avch nah Es dieser Erwartung dürfte wohl kaum an- zunehmen sein, daß die Ausländer im ftande fein werden, die dur die Verträge zugestandenen Vortheile (eigens auszunugten.

Di- Thatsache, daß die japanische fiegEhuna dem Fremden noch niht das Recht zugesteht, Grundeigenthum und Bergwerke zu erwerben, wird leßtere gewiß daran hindern, \sih in größerem Um- fange mit eigenen Kapitalien an induftrielen und SerdknaeUudnen ai find Aer "jeyt dielenigen ‘Handeltgesellsdhatten, wälhe

re n on jeß entgen ndelsgejell|chaften,

dur Eintragung in das japanische Baubelaceatike ride Per- sonen geworden sind, zum Erwerbe von Grundeigenthum berechtigt, gleichgültig, ob ihre Mitglieder Japaner und Ausländer oder nur Ausländer sind.*) Db jedo dieses Recht den Fremden zu großem Nutzen gereichen wird, erscheint zweifelhaft, da eine aus Ausländern gebildete juristische Person immer eine unsichere Trägerin der Eigen- thumsrete verbleiben wird; im Falle der Auflösung einer aus Aus- ländern bestehenden Handelégesellschaft z. B. würden deren Grundftüde, weil die einzelnen Mitglieder zum Erwerbe von Grundeigenthum nit berechtigt find, sofort verkauft werden müssen, und daß eine solWe forcierte Veräußerung mit großen Verlusten für die Gesellschaft verknüpft sein kann, liegt auf der Hand.

Uebrigens hat man sich in jüngster Zeit in maßgebenden japani- hen Kreisen mit Rücksicht auf den noch immer herrschenden Kapital- mangel dahin ausgesprochen, . daß den Fremden das Recht der Aus- übung des Bergbaues fobald als möglich zugestanden werden sollte. Eine ähylihe Strömung macht sich jeßt auch hinsihtlih des Erwerbs pon Grundeigenthum zu Gunsten der Fremden geltend. Ob jedoh \folhe Zugeständnisse im Laufe der nächsten Zeit zu erwarten sind, kann mit Sicherheit niht vorausgesagt werden.

Die früber mit Recht verbreitete Annahme, daß die japanische Industrie infolge der billigen Lebensbedingungen und Arbeitskräfte einen großen Vortheil der europäishen Konkurrenz gegenüber besitze, hat in ten legten Jahren erheblich an Bere(htigung verloren, da die Arbeits!öhne fowie die Preise aller Lebensbedürfnisse enorm ges stiegen find.

___ So sind seit den Jahren 1889/90 die Arbeitlöhne folgendermaßen in die Höhe gegangen: für Gisengießereiarbeiter durchschuitili® um 86 2/9

Biecbraueretarkeiter z Es

Bauhandwerker Ï N e 298

Arbeiter in einer

Glektrizitäts- Fabrik ¿ E

Hafenarbeiter é O

e Auflader z 40 2

Ferner sind nah einer Zusammenstellung der Zeitung „Japan Daily Herald“ vom 7. November v. I. die Preise für die wichtigeren japanishen Lebensbedürfnisse tm Verhältniß zu den im Januar 1887 gezahlten Pceisen in folgender Weise gewachsen (die Entwerthung des Silber- Yens ift hierbet nit in Rücksicht gezogen) :

Steinkohlen um 68 9/, Holzkohle um 81 9/4, Brennmaterial um 929/06, Petroleum um 92 9/6, Getrockneter Fish um 175 °/0, Zucker um dd 9/6, Salz um 134/69, Gerste um 103 9/6, Roggen um 179 9%, Weizen um 75 9/0, Dünger um 72 9/%, Oel um 140 9/6, Mehl um 80 9/0, Thee um 30 9%/0, Bohnen um 107 %o, Geflügel um 67 9/9, Eier um 130 9%, japanischer Taback um 37 9%, Bauholz um 172 9%, Pelze um 97 %/% und Glas um 93 9/6.

In gleicher Weise ist im Laufe der leßten Jahre auh der Preis für Reis in die Höhe gegangen. Reis bildet ein so wichtiges Nah- rungémittel für alle Japaner, namentlich für die arbeitenden Kreise der japanischen Bevölkerung, daß die Schwankungen seines Preises mit Recht als Maßstab für die Kosten des gesammten Lebensunter- halts der Japaner angenommen werden können. Nach der amtlichen Statistik des jayanischen Ministeriums für Ackerbau und Handel stellten sh die Reispreise während der Jahre 1889 bis 1899 folgender-

maßen:

1889 auf 5,56 Yzn für 1 Koku (gleih 180 1) 1890 1 O R

E. G 5 1

E O 16 O E 026 R O 1. E B S I S L 1899 (November) auf 15,75 Yen für 1 Koku.

Der Preis i} somit in 10 Jahren von 5,56 Yen auf 15,75 Y?n für das Koku gestiegen, d. h. um 183 9%.

Ein weiterer das Gedeihen der Industrie chwächender Umstand liegt darin, daß der japanische Arbeiter manche Eigenschaften besißt, die jeine Verroendbarkeit in Fabrifkbetrieben beeinträhtigen und einer gedeiblihen Entwickelung der Industrie im Wege stehen. Während seine Gewandtheit und Gelehrigkeit im allgemeinen An- erkennung findet, ist man sih einig in dem Urtheil, daß seine Arbeitsleistung böchstens F derjenigen eines europätshen Arbeiters beträgt. Außerdem zeigt er einen großen Mangel an Stétigkeit. Dhne ersihtliden Grund wechselt er häufig seine Beschäftigung und geht aus einer Fabrik in die andere; ja es fommt oft vor, daß eine größere Anzahl Arbeiter plößlich ohne Kündigung einen Betrieb verläßt, nur um dem Trieb der Veränderung zu fröhnen. Es liegt auf der Hand, daß dadurch nit nur die Per Eg, eines geschulten Arbeiterstammes erheblih erschwert, sondern auch Betriebsftörungen bervorgerufen werden, die oft {were Nachtheile für den Fabrik- besißer im Gefolge baben. (Nah einem Bericht des Kaiserlichen General-Konsuls in Yokohama.)

9,16

Konkurse im Auslande. Rumänien.

| Anmeldung | Handelsgericht. Fallit. l aitanai | Tie G | | bis Verifizierung

Bukaref#t | N. C. Simionescu ¿ | J. Stefänescu

92. April/ | 11./24. Mai 5. Mai | 20. April/ | 2./15. Mai 3. Mai |

| | | j

Tägliche Wagengestellung für Kohlen unh Koks an der Nugr und in ObersHlesien. An der Nußhr find am 18, d. M. geftellt 14 694, nichi reht- zeitig gestellt keine Wagen. In Oberschlesien sind am 18. d. M. geftellt 5294, nit reht- zeitig gefte0t keine Wagen.

Produktenbörse. Berlin, den 19. April.

Die amtlih ermittelten Preise waren (p. 1000 kg): Weizen märkisher 149—150 4 ab Bahn, Normalgewiht 755 g 150,75 bis 150,50—150,75 M4 Abnahme im Mai, do. 155,50—155,29—155,50 4 Abnahme im Juli, do. 159—158,75 4 Abnahme im September

*) Anfangs war es zweifelhaft, ob die japanischen Serihtshöfe diese sehr bestrittene Frage zu Gunsten der Ausländer auslegen würden. Vor kurzem hat si jedo ein japanisher Gerichtshof in einem Spéezialfalle für dieses Ret der obenerwähnten Handelsgefell- chaften auß8gesprochen.