1900 / 103 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Ministerium für Landwirthschaft, Domänen und Forsten.

Der Oberförster Haberland zu Kuhstedt ist auf die Ober- förfterstelle Rothehaus im Regierungsbezirk Merseburg ver- segt wocden.

Zu Königlichen Oberförstern, unter Uebertragung der nebengenannten Stellen, stnd ernannt worden:

die Forst-Assessoren Sh weht zu Lautenhausen, Regie- E Cassel, und Grütter zu Kuhstedt, Regierungs- ezirk Stade.

Ministerium der geistlihen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten.

Der bisherige wissenschaftlihe L-hrer Paul Platz aus Treptow a. T. ist zum Kreis-Schuliaspektor ernannt worden.

Bekanntmachung.

Der Versuchsanstalt sind kürzlih Papierproben mit dem Wasserzeihen „Normal 6“ zur Kran eingerciht worden. Dies giebt ihr Veranlassung, auf Folgendes hinzuweisen.

ÆWDie Vorschriften für die Steféeun und Prüfung von Papier zu amtlichen Zwecken olen nur für die Klassen 1 bis 4b Wasserzeihen vor, enthaltend die Firma des Fabrikanten und das Wort „Normal“ mit dem Zeichen der Verwendungskiasse. Diese Wasserzeihen enthalten ge- wissermaßen die Zusicherung, daß die für diese Pap:-ere auf- gestellten Bedingungen erfüllt sind; sie geben infolge der dur die amtlichen Prüfungen fortwährend geschaffenen Kontrole auch eine ziemlih weitgehende Gewähr dafür, daß das Publikum beim Kauf solher Papiere gute Waare erhält.

Wenn jeßt das Wort „Normal“ auch für Papiere der Klasse 6 gebraucht wird, so ist darauf aufmerksam zu machen, daß dieses Zeichen nichtssagend ist, denn Papiere der Klasse 6 können beliebige Stoffzusammensezung und Festigkeit haben. Obwohl daher das Zeichen „Normal 6“ in eivem Papier voll- ständig bedeutungslos ist, kann es nihtsachverständige Kreise doch irreführen, indem es den Glauben erweckt, es handele si um ein besseres, unter amtlicher Kontrole stehendes Papier ; dem vorzubeugen, ist der Zweck der vorstehenden Bekannt- machung.

Charlottenburg, den 9. April 1900.

Königliche mechanisch-tehnishe Versuchsanstalt. A. Martens.

Bekanntmachung.

Felix Mendelssohn-Bartholdy- Staats-Stipendien für Musiker.

Am 1. Oktober cr. kommen zwei Stipendien der Felix Mendelsfsohu-Bartholdy'shen Stiftung für befähigte und streb- same Musiker zur Verleihung. Jedes derselben beträgt 1500 A Das eine ift für Komposition, das andere für ausübende Tonkünstler bestimmt. Zur gleichen Zeit er- folgt die Vertheilung der Zinsen eines von den Verwandten des General-Musikdirektors Dr. Felix Mendelssohn-Bartholdy, den Herren Geheimen Kommerzien-Rath Ernst von Mendels- sohn-Bartholdy und den Banquiers Robert und Franz von Mendelssohz zum Andenken an die 50. Wiederkehr des Todes- tages des Dr. Felix Mendelssohn-Bartholdy geschenkten Kapitals von 30 000 und die Bewilligung von Unterstüßungen aus den Zinserträgen eingetretener Ersparnisse der Stiftung. Die Verleihung der Stipendien und Unterstüßungen geschieht an Schüler der in Deutschland vom Staat subventionierten Ausbildungs-Jnstitute ohne Unterschied des Alters, des Geschlechts, der Religion und der Nationalität. :

Bewerbungsfähig ist nur derjenige, welcher mindestens cin halbes Jahr Studien an einem der genannten Institute ge- macht hat. Ausnahmsweise können preußische Staatsangehörige, Ne daß sie diese Bedingungen erfüllen, ein Stipendium oder eine Unterstüßung empfangen, wenn das Kuratorium va die Verwaltung der Stipendien auf Grund eigener Prü-

ng ihrer Befähigung sie dazu für geeignet erachtet.

Die Stipendien werden zur Fortbildung auf einem der betreffenden, vom Staat subventionierten Institute ertheilt; das Kuratorium is aber berechtigt, hervorragend begabten Be- werbern nach Vollendung ihrer Studien auf dem Institut ein Stipendium für Jahresfrist zu weiterer Ausbildung (auf Reisen, durch Besuh auswärtiger Institute 2c.) zu verleihen. Auch die Gewährung von Beihiifen und Unterstüßungen er- folgt nur an Schüler der in Deutschland vom Staate su b- ventionierten Ausbildungs-JFnstitute oder an solche, welche Schüler eines dieser Institute gewesen sind, ohne Unter- schied des Alters, des Geschlechts, der Religion und der Natio- nalität nah dem freien Ermessen des Kuratoriums.

Sämmtliche Bewerbungen nebst den Nachweisen über die Erfüllung der oben edachien Bedingungen und einem kurzen, selbstgeshriebenen Lebenslauf, in welchem besonders der Studiengang hervorgehoben wird, sind nebst einer Bescheinigung der Reife zur Konkurrenz durch den bis erigen Lehrer oder dem Abgangszeugniß von der zuleßt besuhten Anstalt bis zum 1. Juli cr. an das Kuratorium für die Verwaltung der Felix Mendelssohn - Bartholdy - Stipendien Berlin W., Potsdamerstraße 120, einzureichen.

._ Den Bewerbungen um das Stipendium sowie um Unter- P en für Komponisten sind eigene Kompositionen nah

eier Wahl, unter eidesstattlicher Versicherung, daß die Arbeit ohne fremde Beihilfe ausgeführt worden ift, eizufügen.

__ Die Verleihung des Stipendiums und der Unterstüßungen für ausübende Tonkünstler erfolgt auf Grund einer am 29. September cr. in Berlin durch das Kuratorium abzu- haltenden Prüfung.

Berlin, den 1. April 1900.

Der Vorsißzende des Kuratoriums. Joachim.

Nichtamkliches. Deutsches Reich. Preußen. Berlin, 30. April.

Der Kaiserliche Gesandte in Guatemala von Voigts- Rhezt hat einen ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub angetreten. Während der Abwesenzeit desselben fungiert der etatsmäßige Legations-Sekrctär der RKais:rlihen Gesandtschaft Freiherr von Eyb als Geschäftsträger.

Der hiesige Königlih bayerishe Gesandte Graf von Lerchenfeld-Köfering if c vet zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Gesandtschaft wieder Übernommen.

Der hiesige persishe Gesandte, General Mirza Reza Khan ist nah Berlin zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Gesandtschaft wieder übernommen.

Laut Meldung des „W. T. B.“ beabsichtigen S. M S. „Hertha“, Kommandant: Kapitän zur See von Usedom, mit dem Geschwader-Chef, Vize - Admiral Bendemann an Bord, und S. M. S. „Gefion“, Kommandant : Fregatten- Kapitän. Nollmann, am 2.-Mai. von Tjingtau-nach Woosung in See zu gehen.

S. M. S. „Kaiserin Augusta“, Kommandant: Kapitän zur Sec Gülich, wird am 2. Mai von Tsingtau nach Nagasaki in See gehen.

S. M. S. „Jltis“, Kommandant: Korvetten-Kapitän Lans, ist am 27. April in Czinwangtow eingetroffzn und gestern nah Tfingtau in See gegangen.

S. M. S. „Jaguar“, Kommandant: Korvetten-Kapitän Kinderling, ist am 28. d. M. in Yokohama angekommen und wird von dort am 8. Mai wieder in See gehen.

Wilhelmshaven, 29. April. Die nach dem Rhein bestimmte Torpedoboots-Division unter dem Befehl des Kapitänleutnants Funke ist, wie „W. T. B.“ meldet, heute Vormittag 10 Uhr in See gegangen. Dieselbe soll auf Befehl Seiner Majestät des Kaisers zunächst in Wesel ans legen, wo im Kaisersaal des Rathhauses großer Empfang statt- finden wird.

Anhalt.

Der Geburtstag Seiner Hoheit des Ne rgoge ist, dem „Anh. Staats- Anz.“ zufolge, gestern in der her ömmlichen Weise festlich begangen worden.

Oesterreich-Ungarn.

Bei dem Bankett, welhes in Budapest aus Anlaß der Probefahrt des Expreßzuges Berlin—Budapest—Kon- stantinopel von der Dircktion der E Staatsbahnen veranstaltet wurde, hielt, wie „W. T. B.“ berihtet, der Handels-Minister von Hegeduecs nah cinem Toast auf den Kaiser und König Franz Joseph folgende Ansprache :

„Ich bin glücklich, die Herren, die von Berlin bierher gekommen find, zu bewilikommnen und ibnen den hberzlihsten Dank für die werks thätige Unterstüßung auszudrück-zn, mit der sie die Einrichtung dieses Erpreßzuges, dessza Bedeutung für die Verkehr3interessen nicht genuz gewürdigt wzrden kann, gefördert haben. Sie haben damit im Geist Ihres erhaveren Monarchen gehandelt, der seine Sympatbi:n für Ungarn wiederholt ausgedrüdckt und hierdurh eine unaualöichliche Begeisterung erweckt hat. Es siad drei Jahre, seitdem die z¡aubergewaltige Er- \chzinung Kaiser Wilbelm?s in unserer Mitte ershienen ist und durch höhere Macht als die der Kaiserlihen Gewalt, durch die Macht seiner Persönlichkeit alle Herzen bezwungen hat I bitte Sie, meine Herren, diese Gefühle inniger Verehrung, die ih im Namen der ungarishen Nation für die Pe:fon Ihres erhabenen Herrschers au8- ¿udrücken die Cbre habe, in cntsprehender Weise zu verdolmetshen und dabei zu versihern, daß die Töóne, die Kaiser Wilhelm während feines Aufenthalts in Budapest angeshlazen hat, im Herzen aller Uagarn cia gewaltiges EHo gefundea baben und unauslöli in ihren Herzen eingeschrieben sind. Kaifer Wilhelm hoh!“

Die ganze Versammlung stimmte begeistert in die Hoch- rufe ein. Sodann brachte der Präsident der ungarischen Staatsbahnen von Ludwigh einen Trinkspruch auf die an- wejenden Vertreter der preußischen Regierung aus, in deren Namen der Wirklihe Geheime Ober - Regierungsrath Möll- hausen dankte und mit einem Hoch auf den Handelsminister von Hegedues s{loß.

Der Finanz - Minister von Lufkacs wird morgen im ungarischen Unterhause den Geseßzentwurf, betreffend die Jnv ejtitions-Anleihe im Betrage von 120 Millionen Kronen, einbringen.

Frankreich.

Zu Ehren des Reichskanzlers Fürsten zu Hohenlohe gab der deutsche Botschafter in Paris, Fürst Münster von Derne- burg am Sonnabend ein Diner, welhem sämmtliche Mit- glieder der Botschaft mit ihren Damen beiwohnten. Gestern Nachmittag hat, wie ,„W. T. B.“ berichtet, der Reichskanzler mit der Prinzessin Elisabeth die Rückreise nah Berlin ange- treten. Auf dem Nordbahnhofe hatten sih zur Verabschiedung der französische Botschafter in Be-lin Marquis de Noailles, der Botschafisrath von Schlözer, die Boischaftssekretäre Graf von der Gröben und Dr. von Miquel sowie mehrere Mitglieder des deutschen Ausstellungskommissariats eingefunden.

Rußland.

…_ Wie „W. T. B.“ meldet, wurde die verstorbene Gro ß- fürstin Alexandra Petrowna am Sonnabend in Kiew in dem von Höchstderselben gegründeten Pokrowfkloster unter Theilnahme zahlreiher Mitglieder des Kaiserlichen Hauses, vieler Großwürdenträger und einer großen Volks- menge nah einer fkirhlihen- Feier in prunfloser Weise bestattet. Aus diesem Anlaß wurde in Moskau i1 der Schloßkirhe des Kreml -von der Hofgeistlihkeit eine Seelen- messe zelebriert, wobei der Kaiser, die Kaiserin und die da- selbst anwesenden Großfürsten und Großfürstinnen zugegen waren. Auch in der Erzengel-Kathedrale wurde eine Seelenmesse abgehalten, welcher die Großwürdenträger, Hofchargen, sowie Vertreter der Stände und der Stadt beiwohnten. Ebenso wurden in St. Petersburg in verschiedenen Kirchen und

Wohlthätigkeitsanstalten Seelenmessen zelebriert; der Messe in

weilenden Großfürsten und Großwürdenträger bei. Gestern wohnten der Kaiser, die Kaiserin, der Großfürst und die Großfürstin -Sergius dem Gottesdienste in der Er- löserkirhe zu Moskau bei.

Ftalien.

Wie die „Agenzia Stefani“ meldet, traf der Minister des Auswärtigen Visconti Venosta vorgestern in Neapel ein und konferierte mit dem König, dem Prinzen von Neapel und dem Minister-Präsidenten Pello ux über die N.ise des Prinzen von Neapel nah Berlin. Am Abend kehrte der Ber aa D Os L S

er Papst empfin em „W. T. B.“ zufolge, gestern zahlreiche ausländische Pilger, 1E 06

Portugal.

__ Im Auftrage Seiner Majestät des Königs wird si, wie „W. T. B.“ berichtet, Seine Königliche Hoheit der Lerzog von Oporto zur Feier der Großjährigfkeitserflärung

einer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen LE eien Reichs und von Preußen nah Berlin

egeben.

Niederlande.

__ Aus dem Haa meldet das „Reuter’she Bureau“, daß die außerordentliche Mission der südafrikanischen Republiken sich heute- nah Amsterdam: begeben und am Donnerstag fich in Rotterdam nah Amerika einschiffen werde. Dr. Leyds und Dr. Müller würden die Reise nach Amerika nicht mit- machen.

Rumänien.

Seine Könialiche Hoheit der Prinz Ferdinand von Rumänien wird sih, wie „W. T. B.“ erfährt, zur Feier der Großjährigkeitserkiärung Seiner Kaiserlihen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen des Deutshen Reichs und von Preußen nah Berlin begeben.

Schweden und Norwegen.

Seine Königliche Hoheit der Prinz Karl von Schweden und Norwegen wird sih, dem "W. T. B.“ zufolge, zur Vertretung Seiner Majestät des Königs bei der Groß- jährigkeitsfeier Seiner Kaiserlihen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen des Deutschen Reichs und von Preußen nach Berlin begeben.

Der Verfassungs - Aus\chuß des \chwedishen Reichstags hat beantragt, daß das Ministerium wegen Vergehens gegen den § 107 der Verfassung unter Anklage gestellt werde, weil der Norweger von Ditten auf den Ai Beamtenposten im Ministerium des Auswärtigen ge- tellt worden und die Ernennung im sogenannten fleinen Ministerrath erfolgt sei.

Dänemark.

Die Kaiserin-Wittwe von Rußland und die Prin - essin von Wales haben, wie „W. T. B.“ meldet, heute Bormittag von Kopenhagen die Rückreise nah Rußland bezw. England angetreten.

Amerika.

Nach einer dem „W. T. B.“ zugegangenen Meldung aus Washington brachte der Senator Netligréw in der vor- gcstrigen Sißung des Senats abermals seinen Antrag ein, in welchem Sympathien für die Buren und die Hoffnung auf einen erfolgreihen Kampf ausgesprochen werden. Der Senator Lod ge beantragte, die Resolution einem Comité zu überweisen. Der Senator Pettigrew sprach dagegen. Bi dec nun fol- genden Abstimmung wurden 31 Stimmen für und 11 Stimmzn gegen den Antrag Lodge E Da die Zahl der abge- Las Stimmen die Beschlußunfähigkeit ergab, vertagte sich as Haus. Eine in Madrid eingetroffene Mittheilung des spanischen Konsuls in Havanna bestätigt, der „Agence Havas“ zufolge, die Nachricht von einer an mehreren Punkten Cubas auf- O antiamerikanishen Bewegung (f. Nc. 102 Aus Rio de Janeiro berichtet das „Reuter’sche Bureau“, der Kongreß werde, da faft alle neuen Senatoren und 116 Deputirte, die Anzahl, welche für die Bes lußfähig- keit nöthig sei, als rechtmäßig gewählt anerkannt eien, am 3. Mai, dem von der Konstitution festg-sezten Datum, eröffnet werden. Die gegenwärtigen Berathungèn gingen sehr ruhig vor sich. Die Regierung werde voraussihtlih eine starke Mehrheit haben.

Afrika. : Aus Pretoria berichtet das „Reuter'she Bureau“, daß, nad) den legten Berichten über die Explosion in Johannes- burg, bei derselben viel mehr Menschen umgekommen seien, als ursprünglich gemeldet wurde. Es seien nämlich 30 Personen ums Leben gekommen und 54 verießt worden. Die von der Regierung entsandten technischen Sach- verständigen seien davon überzeugt, daß die Explosion von böswilliger Hand verursaht worden und daß der angewandte Sprengstoff Dynamit oder Nitroglycerin ge- wesen sei. Es sei ein unterirdischer Gang entdeckt worden, welcher von einem unbewohnten Hause bis zu dem Orte gegraben sei, wo die Explosion stattgefunden habe. Der Eisenbahnverkehr nah der Delagoa-Bay sei unterbrochen worden, um das Entkommen Verdächtiger zu verhindern. Unter den verhafteten Personen befinde sich der Sohn des Chefs des Hauses Begbie, William Begbie. Die für seine Es aftentlassung angebotene Kaution sei abgelehnt worden. In Bloemfontein eingetroffenen, von seiten der Buren- regierung veröffentlihten Verlustlisten aufolgee betrug die Stärke der Burentruppen im Dezember v. J. 54 Mann, ab- gesegen von 5000 Aufständishen. Am 13. März 1900 zählten die Burentruppen nur noch 26 500 Mann. Die Verluste der Buren bis zum 13. März stellten sich au 6500 Gefangene, 8000 Todte und Verwundete. Es ijt unau geklärt, was aus den anderen fehlenden 14 000 Mann geworden is. Jn dem amtlichen Berichte der Buren wird ihrer Heimath zurückgekehrt.

Eine dem Kriegsamt in London zugegangene Depesche meldet zehn weitere Todesfälle an Krankheiten unter den britishen Gefangenen in Pretoria.

Auf Befehl des Lord Methuen if für das Grab des Obersten Villebois - Mareuil in Boshof ein Gedenk- stein mit einer französischen Inschrift angefertigt worden.

Der „Times“ wird aus Mafeking vom 12. d. M. be- rihtet: Am 11. d. M. habe die Belagerung volle 6 Monate

der Jsaaks-Kathedrale wohnten die in St. Petersburg ver-

gewährt. Die Buren hätten diesen Tag dur eine heftige

auptet, diese seien nah

Beschießung gefeiert, es sei viel Materialshaden angerichtet tines doh sei fein Verlust an Menschenleben zu s Bak Auch am 12. d. M. hätten die Buren die Beschießung fort- geseßt. Dann hâtte1 sie versucht, über die eingeborenen Vor- posten herzufallen, welche das w-idende Vieh bewachten. Die Eingeborenen hätten die angreifenden Buren aber zurück-

geworfen, nachdem sie bis auf eine Entfernung von 590 Yards

herangekommen seien.

Nach einer Meldung des „Reuter'shen Bureaus“ aus Warrenton vom 28. d. M. gaben die Buren am Tage zuvor aus einigen Verschanzungen nahe der Brücke ziemlich oft Schüsse ab. Jnfolge dessen beshoß sie die britische Artill-rie am 28. d. M., wobei der Militärballon gute Dienste leistete. Die Engländer hatten keine Verluste. ; Aus Bloemfontein berichtet dasselbe Bureau, daß die Division Pole Carew vorgestern daselbst eingetroffen sei.

Der „Standard“ meldet aus Bloemfontein, daß die Kavallerie, die zur Verfolgung der fliehenden Buren- fommandos ausgesandt wurde, wieder nah Bloemfontein zurückgekehrt sei. : :

Dem „Daily Chronicle“ wird aus Bloemfontein vom 28. April gemeldet: Eine britishe Rekognoszierungs- truppe sei an diesem Tage 25 Meilen in nordöftlicher Rich- tung vorgedrungen und habe unterwegs 400 Buren von einem Hügel vertrieben. “s /

Den Londoner Blättern wird aus Bloemfontein vom 28. April ferner gemeldet, daß eine kleine Buren- Abtheilung Smithfield noch beseßt halte.

Das „Reuter’sh? Bureau“ erfährt aus Thabanchu vom 27. d. M., daß die von den Generalen Rundle und Hamilton befehligten Abtheilungen ohne Zwischenfall daselbst eingetroffen seien. Die berittenen Truppen hätten zehn englihe Meilen östlich von Thabanhu ein kleines Gefecht mit den Buren gehabt. Es heiße, die Engländer würden Tyabanhu wegen seiner strategishen Wichtigkeit weiterhin beseßt halten, namentlih um künftigen Streifzügen der Buren entgegenzutreten. Die Buren- kommandos, die in der Richtung auf Thabanchu operiert hätten, {mölzen jezt zusammen; die Buren gingen ruhig nach Hause. Sie behaupteten, daß sie zum Kampfe gezwungen worden feien, obgleich sie den Engländern den Unter- werfungseid geleistet hätten. Aus aufgefangenen Briefen und anderen Quellen gehe indessen hervoc, daß die Unterwerfung in vielen Fällen gerade zu dem Zweck geschehen sei, um jeden Augenblick die Feindseligkeiten wieder aufnehmen und Streif- züge gegen die britishen Verbindungslinien ausführen zu können. Man glaube, daß strenge Maßnahmen zur Durch- führung einer wirklihen Entwaffnung würden ergriffen werden.

Aus Ladysmith vom 28. d. M. wird demselben Bureau gemeldet, die Buren hätten einige hundert Mann zur Be-

E: des Van NReenens- und des Oliviers Hoek- Pa

ses Rater, Von den Kommandanten de Beer und van Niekerf, welhe den Befehl über die Truppen der Buren führten, seien derartige Dispositionen getroffen worden, daß alle Truppen bei jedem Paß, den die Engländer anzu- greifen versuchen sollten, vereinigt werden könnten.

Dem „Standard“ wird aus Durban vom 29. d. M. gemeldet, der Kommandant Clareport sei auf dem Marsche von den Biggarsbergen nach Mafeking, um dem von Beira her kommenden General Carrington entgegenzutreten.

Jn Kapstadt sind, um für alle Fälle Vorkehrungen zu treffen, Befehle aeageben worden, die Krankenhäuser zu räumen. Die derzeitigen Jnsassen sollen, sobald es ihr Zustand zuläßt, auf die Hospitalschiffe gebracht werden.

Parlamentarische Nachrichten.

Das Haus der Abgeordneten begann in der heutigen (63.) Sitzung, welcher der Minister des Jnnern Frei- herr von Rheinbaben beiwohnte, die zweite Berathung des Gesegentwurfs, betreffend die Bildung der Wähler- abtheilungen bei den Gemeindewahlen. /

Der Berichterstatter Abg. Dr. Lewald (kons.) legte kurz die von dec Kommission beshlossenen Abänderungen der Regierungsvorlage dar. ; T

An der Debatte betheiligten sich alsdann bis unt Shhluß des Blattes die Abgg. Dr. van der Borght (n .), Freiherr von Plettenberg-Mehrum (kons.) und Freiherr von Ls und Neukirch (fc. kons.), sowie der Minister des

nnern Freiherr von Rheinbaben,

Statistik und Volkswirthschaft.

Die Geburts-, Heiraths- und Sterbeziffer im preußischen Staat und seinen Großstädten von über 100000 Ein- wohnern 1898.

(Stat. Korr.) Die Großftädte baben von jeher besondere Beob- adtungsobjekte für die Statistik gebildet, hon weil sie der Anziehungs- punkt für die Bewohner eines weiten Umkreises sind und daber an Volk3zahl fark zunehmen. Bei der leßten allgemeinen Bolkszählung vom 2. Dezember 1895 waren in Preußen 18 folcher Städte mit über 100 000 Seelen vorhanden, die hierunter nach ibrer damaligen Größe geordnet sind. Zur Gewinnung der Verbältnißzahlen ift die bom 2. Dezember 1895 auf den Anfang des Jahres 1898 fort- geschriebene, d. h. berechnete Einwohnerzahl zu Grunde gelegt worden.

Auf je 1000 Seelen entfielen 1898: Ï

im preußishen Geburten eheshließende Sterbefälle i Staat (einschl. Todtgeb.) Personen (einfchl. Todtgeb.)

Mberhaußt 38,6 173 21,6 in sämatlihen Städten 35,8 19,4 21,6 auf dem platten Lande , 40,6 15,6 21,6 „in den Städten:

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Die Geburtsziffer war 1898, wie schon seit einer Reihe von Jahren, bei der ftädtishen Bevölkerung des ganzen Staats nicht un- beträchtlih kleiner als auf: dem platten Lande, welhes indeß.hierin von den Großstädten Dortmund, Düfszldorf und Köln überflügelt wurde. In aht weiteren Städten waren zie Geburten bäufiger als in sämmts-

lihen Städten des Staats, während Berlin, Krefeld, Frankfurt a. M--

und Charlottenburg die niedrigsten Geburteziffern hatten und auch Königsberg i. Pc., Altona und Hannover hinter der gesammten städtishen Bevötkerung ¡urückbliezben. A

Die Heirath sziffer ift dagegen hon seit 1867 alljährlih bei der \tädtischen B:völkerung des Staats größer als bet der ländlichen. Die meisten Gheshließenden hatten auf 1000 Seelen Frankfurt a. ‘M., Dortmund, Berlin, Altona, Düfseldorf und Köln, die wenigsten Magdeburg, Halle a. S., AaŸen und Krefeld; aber nur Magdeburg blieb bhintec der Heirathsz!ffffer des ganzen Staats zurück, urd® außer diesen leßtzenannten Städten hatten noch Königsberg i. Pr., Breslau, Danzig und Barmen 1898 eine kleinere Verhältnißzahl als alle Städte Preußens zusammengenommen. i

Auch die Sterbeziffer if mit Au3naßme von 1888, 1890 und der Jahre feit 1892 bei den Städtern höher gew-sen als bei den Landvewohßnern, der Unterschied jedoch immer fleiner geworden und 1898 ganj verschwunden, wie „die obigen Staatsziffern zeigen. Die Sterblichkeit wird von der Häufigkeit der Geburten wegen der hohen Lebenegefährdung der Neugeborenen —, vom Axftreten evidemisher Krankheiten u. st. w. beeinflußt und unterliegt daher stärkeren S{wankungen als die Geburts. und Heiratbsziffer. Seit 13873 ift die Sterbeziffec der préußischen Bevölkerung bedeutend und wahrscheinli dauernd gesunken, und zwar sowobl in den Städten wie auf dem platten Lande, dank den behördlihzn ge\undh:itsförder- lihen Maßnahmen. Wenn nun auch das bier betrahtete eine Fahr (1898) bei den Zufälligkeiten bezüglih der Sterblichkeit keinen Swluß auf den allgemeinen Gesundbeitszuftand in dea einzelnen Großstädten ¿uläßit, so ftebt de fest, daß von diesen 18 Städten zehn noth eine geringere Sterblichkeit hatten als die Städte und das Land im Ganzen, während acht diese üb-rtrafen. Hierbei darf nicht vergefsen werden, daß im Gebiete der meisten großen Städte umfangreiche Heilanfalten liegen, in denen auch Kranke aus der Umgzzend Aufnahme finden, daß diese ciner größeren Sterblichkeit unterliezen als diz Bewohner im afgemeinen, und daß au di:se Sterbefälle der betreffenden Stadt zugezählt werden,

Stärke der Hagelwetter in Preußen 1899,

(Stat. Korr.) Bei Feststellung der Hagelshäden werden in Preußen nähere Angaben über die Stärke der Hagelwetter verlangt. A!s Maßstab für die Stärke der Hagelwetter ist bestimmungsgemäß niht der wirklih angeritete Schaden anzusehen, der ja nicht allein von der Heftigkeit des Hagels, viel mebr auch von der Zeit seines Nieder-

garigrs und der Art der betroffenen Früchte abhängt, sondern die Höhe-

des Schadens, der entftanden fein würde, wenn der Hagel eine shnitt- reife Getreideernte getroffen bätte. Er ist als „sehr ftark“ zu be- ¡ei&nen, wenn eine s{nittreife Getreideernte vollftändig, als „stark“, wenn mehr ais die Hälfte, als „mittel“, wenn ein Achtel bis ein Halb, als „gering“, wenn weniger als ein Achtel einer solchen Ernte verniGtet tein würde. Hiernach ift also aus der nahgewiesenen Hagelftärke kein Schluß auf die Höhe des Hagelschadens zu ziehen. Mit diesem Vorbehalte muß man das Grgebniß der Zusammen- stellung der angegebenen Hagelftärken für 1899 als günstiger bezeibnen als dasgjenige der drei Vorjahre; denn von 100 Hagelfällen wurden bezeichnet : i y im Jahre als sehr stark als ftark als mittel als gering E L 6s 3,8 E99 36,3 I eris fe 5,9 143 37,0 S i 20,1 39,2 E cie i; 19,8 37,6 E Se 4 19,0 39,1 E era i: 16,6 42,1 00/7. Von 109 in den einzelnen Provinzen nahgewiesenen Hagel- fällen waren 1899 ; / in fehr stark ftark mittel gering Oftpreußen . . . 4,8 166 4623 - 324 Westpreußen . Se 494 S Brandenburg . 17,3. 898: 390 Pommern . 180 413 248 Posen. 18,1“; :47,2...:/90.,0 Schlesien . 147 : 439, 37,4 i e air T 400 -- 413 Schleswig-Holstein . 280 280 381 annover . : B 41, A459 Weftfalen . . 160 418. 75 Hefsen-Naffau 153 389 45,6 Rheinland 160. 421-5878 Hohenzollern . M3 auc D), Untersu@ßt man weiter die Stärke der 1899er Hagelfälle in den einzelnen Vionaten, fo waren von 109 Hagelfällen i sehr stark stark raittel gering im Monate März 4,3 17,5 73,9 Í Ï April 16,7 26,9 53,2 Mai. 16,7 39,5 38,5 Juni 11,4 41,4 44,6 a R 17,0 43,7 34,4 August .

: 18,1 44,8 32,2 September 19,9 34,9 41,2 Oktoter

ü 17,9 23,1 56,4 in den übrigen Monaten .

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225 E 66,7. Geben wir weiter die Z3bl der nicht nur betroffenen, sondern auch wirklich geschädigten Grhbebungébezirke, welche für die Ernte von großer Bedeutung - ist, so zeigt si bei einer Vergleihung der für die beiden [leßten Iahre gewonnenen Zahlen, daß auf je hundert 1898 geshädigte Erhebungsbezirke 1899 SOLMEN n | n - Oftpreußen 86,0 | S&leswig-Holsteia . Westpreufien 149,1 | Hannover Brandenburg 221,8 | Westfalen 93,7 | Hefsen-Naffau ofen 101,1 | dem Rheinlande . . 99,4 | Hobenzollern 92,3 290,1 dem Staat 1004:

FA entfallen von 100 im Berichtëjahre ges{hädigten Erhebungs- ezirken

auf Ostpreußen Westpreußen h Ce j P s beinland

obenzollern

Zur Arbeiterbewegung.

In Berlin haben, wie die ,Voff. Ztz.* berihtet, nunmehr auch die Schaffner der Allgemeinen Omnibusgesellshaft der Direktion Forderungen unterbreitet, nachdem diejenigen der Kutscher erft unlängst bewilligt worden {find (vergl. Nr. 101 d. Bl.). “Die

afffner verlangen: Erhöhung des Pete auf 100 A und Abschaffung aller Nebenarbeiten, wie des Abstäubens des Inneren der Wagen und des Pugtens der blanken Theile.

Aus Amsterdam meldet ,„W. T. B.* vom gestrigen Tage, daß die Druckereibesizer und Leiter der Blätter, nahdem die Schrift- fezer daselbft tn den Ausftand getreten sind, die Verhängung der Sperre über ihre Arbeiter und dfe Det ra nh eines mit der Ne 100 L Bin gemeinsamen Blattes beschlossen haben (vergl.

T, 102 Ï

Kunft uud Wissenschaft.

Der Kongreß zur Bekämpfung der Tubc-kul-fe n Neapel (vgl. Nr. 100 d. BL) bielt," wie ,W. T. B.“ meldet, am Sonnabend unter dem' Vorsig des italienishen Untetrichte-Minister3- Baccelli seine Shlußfißung ab und nahm eine vondem Comits unter Berücksichtigung eines hon auf dem Pariser Konareß im Iabre 1898 von dem Professor Schroetter ausgesprohenen Wunsches vorgeshlagene Tagesorönung an. Diese {lägt die Einfeßung eines internationalen Comités vor, in dem die drei Nationen, welche die erste Anregung ¡u den Koagressen zur Bekämpfung der Tuberkulose gaben, vertreten sein und dessen Aufgabe darin bestehen soll, eine internationale Liga gegen die Tuberkulose zu bezründen. Als Mit- glieder des Comités s{lägt die Tagesordnung vor: für Deutschland den Herzog von Nativor, für Frankreih dea Profesor Lannelozgue und für Italien den Minister Baccelli. Diese sollen das Comité bilden und organisieren und die Ermächtigung haben, neue Mitzlieder in gleiher Zahl für die drei Länder zu fooptiecren. Nachdem Lannelongue im Namen der auswärtigen Kongreßmitglieder gesprochen hatte, verlas der Prôfident die von Jbren Majestäten der Deutschen Kai'erin, dem Kaiser von Oester:eih, der Köaigin-R-gentin von Spanien und den Königen von Portugal, Serbien und Ramänien eingegangenen Telegramme. Ihre Majestät die Kaiserin Auguste Victoria syrah dem Präsidenten des Kongresses, Minister Baccelli für das Begrüßungötelegramm Ibren herilihen Dank aus und gab zugl-ih dem Wunscbe Ausdruck, daß der Kongreß vollen Erfolg haben möge. Ueber den Ort des Zusammentritts des nächsten Kongresses wurde kein Beschluß gefaßt.

Die Internationale Vereinigung für vergleihende RNechtswisfenshaft und Volk3wirthschaftslehrce hielt am Sonnabend Abend im Hotel Saxonia ihre Generalversammlung ab. Dem von Dr. Georg von Siemens erftaiteten Jahresberiht war zu entnehmen, daß die Mitgliederzahl im verflossenen Fahre von 865 auf §10 gestiegen ist. 191 der Mitglieder find Berliner, 58 zur Zeit in Berlin wohnende Ausläxder, 661 auswärtige Mitglieder. Die Zahl der leyteren hat besonders zugenommen. Vereinnabmt wurdzn 6531 ÆA Die Hauptau3gabe erwuchs dem Ver- ein durch die Herau8gabe seiaes Jahrbuhs, füc defsen Fortführang im neun Jahre 2725 4 in Rzjerve geftellt wurden. Gs wurde ferner die Gründung einer internationalen Bücherei der Rehtêwissen- {haft und Volkswirthschaftslehre beshlofsen. Für diesen Zweck hat ein Gönner, der ungenannt bleiben will, dem Verein die Summe von 20090 4 zur Verfüzung geftellt und ih gleiŸhzeitiz verpfliHtet, zur Erhaltung und Kombvlettierung der Büchzrei für mehrere Fahre einen Zuschuß von einigen Tzusend Mark zu zahlen. Die A-ltestea der Kaufmannschaft von Berlin haben ih außerdem bereit erklärt, für die Bücherei vorläufig in“ den Räumen der Börfenbibliothek ohne Entgelt Plaß zu gewähren. Eine Kommission des Vereins wurde mit der Ausführung des Beshlufses beiraut. Die Grzneral- versammlung genehmigte sodana eine Reibe von Sagzunzs- änderungen, wesentli® zu dem Zweck, die Eintragung der Vereiniguzag in das Vereinsregifter herbeizuführen. Neu in den um zwei Mitglieder verm-hrten Vorstand wurdea gewählt Ober- verwaltungsgerihtsrath, Profeffor Dr. voa Martig als Dritter Vor- sigender und der Syndikus und Bibliothekar der Aeltesten der Kauf- mannschaft, Landgerichtsrath a. D. Dove als Bibliothekar. Zu Sthriït-“ führern wurden an Stelle der Herren Kammergerihtsrath Kronecker und Profefsor Dr. Warschauer, die eine Wiederwahl abgelehnt hatten, Regierungsrath Dr. Zaßn und Rehtsanwalt Dr. Neumann berufen.

Im Verein für deutshes Kunstgewerbe sprah am Mittwoch v. W. Herr Professor R. Borrmann, Direktorial- Assistent am Königlichen Kunstgewerbe-Museum, über „Mittel- alterlihe Wandmalerei in Deutschland“. Der Vor- tragende erwähnte zunähst die Bestrebungen zur Wieder- erweckung der mittelalterlihen Kunft seit dem Anfang des 19, Jahrbunderts und ging dann näher auf die bereits seit er althristlihen Zeit programmatisch festgelegten Aufgaben und, Daritellungsmotive der kirchlichen Malerei über. Daran {loß nb die Besprehung mehrerer besonders wichtiger und vollftändiger Den?mäler mittelalterliher Wandmalerei in Deutschland. Unterftüßt wurden die Au?führungen des Vortragenden dur die Ausftellung einer großen Zahl farbiger Aufnahmen, die zumeist zur Ver- öffentlihung in dem (an dieser Stelle öfter besprohenen) Sammel- werke der Architektur-Buchbandlung von E. Wasmuth hierselbst bestimmt find und von diese: bereitwillig zur Verfügung geftellt waren, fowie ferner durch Vorlagen aus der Bibliothek des Königlichen Kunftgewerbe-VMuseums. Bezüglih der Eihaitung alter Malereien spra der Vortragende die Befürchtung aus, daß bereits die nächste Colgezeit mit der gegenwärtig berrshenden Praxis der Erneuerung und rgänzung ins Geriht gehen werde. Streng genommen sei alten Kunstwerken gegenüber nicht eine Ergänzung oder Erneuerung sondern Erbaltung und Shuß vor weiterem Verfall erforderlih,. Den Ansprüchen der Gegenwart sollte man das dur entgegenkommen, daß man die alten Reste verdecke, sei es durch Stoffvorbänge mit bildlihem oder ornamentalem Shmutdck, sei es durch abhebbare neu zu bemalende Tafeln. Ein dritter Weg der E:haltung wäre die Ablösung alter Wandtilder und ihre Ver- einigung in besonderen Fresken-Museen: ein Gedanke, der hon viel- fach praktisch verwirklicht sei. Als Beispiele wurden angeführt: die pompejanishen Wandbilder im Museum zu Neapel, die Fresken ober- italienisher Meister in der Brera zu Mailand, der Fresken-Cyklus aus der Casa Bartholdy zu Rom in der National-Galerie zu Berlin. Der Redner befürwortete {ließlich die Errichtung eines derartigen Museums nationaler Kunst, das sich auch auf die neuere Zeit zu erstrecken bätte. Die Raumwfrage könnte, wo kein Play zu gleichzeitiger Vorführung der Bestände vorhanden sei, event. durch neue magazinartige Unterbringung gelöst werden, indem man bie Bilder oder Theile derselben auf fefte, nah Art der Kulifsen vershiebbare Rahmen bestimmten Formats aufbrächte.

Die hiesige „Photographishe Gesellschaft“ (An der Stechbahn 1) eröffnete am heutigen Tage eine Burne-Jones- Ausftellung, in welGer einige Gobelins nah Originalentwürfen des Künstlers, ferner Original-Handzeihnungen sowie 90 von dem Verlage hergestellte Photogravuren nah den Hauptwerken des Meifters vers einigt sind. Die Ausftellung ift täglich von 8 Uhr Morgens bis 7 Ubr Abends geöffnet. Der Eintritt ift frei.

Zur Ergänzung feiner ozeanograpbishen Forshungen während der gra ‘Setepition wird Dr. Fridtjof Nanfen im Laufe diefes ommers etne Fahrt in die nordischen Gewässer antreten, über deren Aufgaben er der Redaktion von „Petermann's Mit- theilungen“ (Gotha, Justus Perthes) im Anfang des Monats April, schrieb: „Die Neise dieses Sommers ift keine Polarreise, ihr Zweck ift nur die genaue physikalische und biologisheUntersuhung des Norwegischen Meeres in allen Tiefen zwishen Nor- wegen, Island, Jan Mayen und Spitßbergen. Durh neue, ute Inftrumente bofe ih u. a. wirklich genaue Konftant- D von Temperatur und spezifischem iht des Meer- wassers in allen Tiefen zu erhalten. Auf derselben werden »on Dr. Sjort au die Planktonverhältnife in den verschiedenen Tiefen untersu@t werden, zum theil durch neue Methoden. Der Leiter der Expedition if Dr. Joh. Hjort, der L-iter unserer Fischerzi« und Meere8untersuchungen. Für diese wird jezt ein neues Dampf» \chi ff gebaut, weldo e Michael Sues* heißen und Mitte April vom St laufen soll. Es wird Dr. Hjort zur Verfügung g:ftellt, unt mit ihm unseren Theil der in Stcckholm veschlofsenen internationalen Meeere8untersuhungen auszuführen; die Reije dieses Sommers wird - eigentlich erft ein Anfang sein. Füc mih werden die Ergebnisse