1900 / 109 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Infanterie des Generals H utton umging die Rechte des Feindes und überschritt den Fluß. Die Division des Generals Hamilton verhinderte gestern die Vereinigung zweter Kolonnen der Buren. Die Kavallerie griff die Buren an, welche flohen und Todte sowie Verwundete zurüließen. Die Brigade des Generals Barton war heute nördlih von Ruidam mit E Feinde im Kampfe begriffen und nahm die Stellung des- elben. | : E theilt Lord Roberts mit: Die Ueberschreitung des Vetflusses durh den General Hutton sei unter schwerem feindlichen Geshüg- und atis ir erfolgt. Er hege jedoh die Hoffnung, daß die Verluste der Engländer niht s{chwer seien. Während der General Hamilton amFreitag die Vercinigung zweier Burenkbommandos dur eine gut ausgeführte Bewegung einer Abtheilung der Doufebold-Kvallerie der 12. Lancers und der Kitchener’shen Reitertruppe verhindert und den Buren \{chwere Verluste zu- gefügt habe, sei es der Brigade des Generals Macdonald gelungen, den Feind aus seiner Stellung auf der reten lanke unter Deckung durch Marinegeshüße zu vertreiben. ierbei habe sich das Regiment Bla Wat besonders aus- gezeichnet. Der General Hamilton habe am Freitag den kleinen Vetfluß überschritten.

Vom Vetflusse wird vom gestrigen Tage gemeldet, daß zwei Schwadronen von der Reiterei des Generals Hullon in der Naht vorher die Eisenbahn bei Saaldeel zerstört hätten.

Das „Reuter'she Bureau“ berichtet: Die Division des Gencrals Pole Carew kam am Sonnabend mit dem Feind in Berührung, welher den Ort und das Ufer des Vetflusses besezt hielt. Um 1 Uhr Nachmittags eröffnete der Feind das Feuer aus 6 Geschüßen. Es entspann sich ein heftiges Artilleriegefeht. Bald nah Beginn desselben fuhr der Feind auf dem reten britischen

, Flugel noch mehr Geschüße auf, denen außer zwei britischen Feldbatterien vier Schiffsgeschüße und zwei Belagerungskanonen gegenübertraten. Zeitweilig brachten die Engländer zwei Geschüße der Buren zum Schweigen, aber einzelne Schüsse fielen noch bei Eintritt der Dunkelheit. Jnzwishen war der General Hutton abgesandt worden, um den Fluß

auf einer weiter nah Westen gelegenen Furt zu Uber-

schreiten. Diese Hunt wurde vom Feinde mit zwei Feld- geshüßen, einer aximkanone und einer Haubiße energisch vertheidigt, der Feind bestrih eine Zeit lang die britishe Feuer- linie mit seinem Maximgeshüß, die britischea Maximgeschüßze und Haubigzen gingen aber vor und trieben den Feind aus dem Flußbett, bei dessen Verlassen derselbe in ein furcht- bares Feuer gerieth. Später überschritten sämmt- lihe Truppen des Generals Hutton den “Fluß und bedrohten die rechte Flanke der Buren. Diese müssen etwa zu derselben Zeit die Nachricht von der Beseßung Winburgs durh den General Hamilton erhalten haben. Am Sonntag früh wurde entdeckt, daß die ganze Burenmacht während der Nacht abgezogen war. Der General Hutton er- beutete ein Maximgeshüß und machte 12 Gefangene.

Aus Thabanchu erfährt dasselbe Bureau vom 5s. d. M.: Die Kolonne des Generals Run dle verfolgte die Buren und erreichte sie. Nach einem lebhaften Artilleriefeuer waren die Buren gezwungen, sich von dem Kopje, welches sie beseht hatten, zurückzuziehen.

Dem „Reuter schen Bureau“ wird aus Kapstadt gemeldet : Der eter der Wasserwerke von Pretoria Michael habe einem Berichterstatter der „Cape Timcs“ erklärt, die Buren würden in Pretoria keinen wirklihen Widerstand leisten. Sie errichteten Befestigungswerke und häuften Lebensmittel und Kriegs- vorrath in Leydenburg an, welches als neue Hauptstadt ausersehen worden sei. Der Präsident Krüger werde Pretoria nicht verlassen. Es werde von den Behörden alles Mögliche gethan, um eine Beschädigung der Minen zu ver- hindern. An Nahrungsmitteln sei kein Mangl.

Aus Kapstadt berichtet das „Reuter'she Bureau“, die „Southafrican News“, das Organ des Affrikanderbonds, theilten mit: Auf einen Polizeibeamten, welcher die Güter des Ministers Schreiner bewachte, sei gefeuert worden ; derselbe sci mit knapper Noth dem Tode entronnen. Die Zeitung füge hinzu, daß der Polizeibeamte cine Zigarre geraucht habe, und schließe daraus, daß die Kugel für Schreiner bestimmt gewesen sei, der ein leidenshaftliher Zigarrenraucher sei. Die Zeitungen der Afrikanderbonds wieten darauf hin, daß es sih hier um ein antiholländisches Komplott gehandelt habe.

Von dem Gouverneur der Goldküste sind, wie „W. T. B.“ berichtet, vom 27. und 30. April und vom 6. Mai datierte Telegramme aus Kumassi in London ein- gegangen, aus denen hervorgehe, daß die Lage sehr ernst sei. Die Zahl der die Stadt einshließenden Aschantis werde auf 10 000 geschäßt. Die Haufsatruppen, wele ihr Lager vor der Stadt gehabt hätten, seien gezwungen gewesen, dieses aufzu- geben und sih um das Fort zu sammeln, dessen Besaßung 358 Mann betrage, darunter 18 Europäer. Die Aufständischen hätten zwei heftige Angriffe uniernommen, der Kampf habe jedesmal 3 bis 4 Stunden gewährt. Die mit den Engländern verbündeten Eingeborenen hätten ausgezeichneten Beistand ge- leiste. Von den britishen Truppen seien 2 Offiziere ver- wundet, 4 Haussas getödtet und 10 verwundet worden, auch die eingeborenen Hilfstruppen hätten einige Verluste gehabt. Die eingeborene Gendarmerie aus Lagos fei am 29. April Abends nah zweitägigen blutigen Kämpfen in Kumassi eingetroffen. Jn diesen Kämpfen seien 5 Offiziere verwundet, 3 Mann ge- tödtet und 156 verwundet worden. Diese Verluste seien meistens bei der Eroberung einer starken Stellung südlih von Kumassi erfolgt, welhe von 8000 Aufständischen vertheidigt i eien sei. Die leßte Depesche besage, daß die Aufständischen

1ch in nur ganz furzer Entfernung von der Stadt kon- zentrierten.

Statistik und Volkswirthschaft.

Brände in Preußen 1898.

(Stat. Korr.) Das Könialihe Statistishe Bureau hat 41368 zur Beschreibunz von Biänden im - Kalenderjahre 1893 dienende Zählkarten empfanger, mehr als je zuvor. Hitraus braucht man aber nicht zu folgern, daß die Feuersgefahr gestiegen sei; dern die Meldungen nehrzen besonders hinsihtlih kleiner Mobiliar- brände zu. Doppelt Pes, tom zwei Umtöfteïllen übcr denselben MBrand) ‘waren 136 Brandzäftkkarten und 655 zur ergänzenden Beschreibung von Geköften mit einer größeren Zabl beschädigter «&ebâude nothwendig aeworden (in den Regierungsbezirken Erfurt 77, Posen 72, Potsdam 53, Bromberg und Oppeln je 44, Merseburg 40, Frarfkfurt und Stcttin je 28 n. \. w.). Ueber un|chädlich ver- Jaufene SWhornstcinbrände berichten 324 Zählkarten (in den Bezirken

Shle2wig 68, Berlin 66, Düsseldorf 46, Danzig 33, Hannover 30 2c.), über sonstige Brände mit weniger als ‘einer Mark Schaden 609 Ln On N Düsseldorf 46, Breélau und Schleswig je 43, anz 2. ), x N.

onah bleiben 39 644 durch 36 918 SthadenbräntÈ betroffene Besißungen zu verzeibnen gegen 38 919 bezw. 36 186 im Jahre 1897; das ergiebt eine mäßige Zunahme um 1,9 und 2,0 vom Hundert. Da aber jet nur 2726 gegen vorher 2733 Besißungen oder auf

1000 Brände 74 gegen 76 dur ein nit innerhalb der beschädigten

Besitung ausgebrochenes Feuer beschädigt worten sind, darf ‘man, wie hon x das Vorjahr, annehmen, daß die noch niàzt festgestellten Ver- luste von 1898 eine geringere Höbe als die von 1897 erreichen werden. In den einzelnen Regierungsbezirken betrug die Anzahl der Schaden- brände und der von ihnen heimgesuchten Besißungen, wie folgt:

Regierungsbezirk Brände Besiß. Regierungsbezirk Brände Nai Königsberg . 1674 177 Schleswig ; S 1 Q

binnen... 458 59500 annover. . “pot U e 60: 829 ildesheim . 408 503

arienwerder . . 757 797 üneburg. .. . 357 402 Studt Berlin . . 8801 8844 | Stade... . . 213 230 Potsdam. . . - 2352 2496 Oznabrück . . . 198 212 Frankfurt. . . . 839 967 | Aurich. . . 106 115 Stett «508; 644 || Mkistèr . ( , « ANT: £1002 Kzâlin. …. . . 297 369 ‘| Minden . . . . 337 {350 Stralsund . . . 149 144 | Acnösberg. . 895 918

osen». « » 978 1136| Gissel. .- - 694 1199 Dn 783 849 | Wiesbaden . . . 736 789 Breslau . . . . 1663 1699 | Koblenz... . 344 466 Liegniy... . 830 899 Düsseldorf . . . 2825 2892 Oppeln . . . . 1107 1264 | Köln . .. . „1873 1921

Magdeburg . . . 907 973 | Trier... 379 448.

Merseburg . . . 738 805 | Aachen . ... 746 850 Erfurt: .. . . 250. 333 | Sigmaringen . 37 41.

Zur ÄArbetterbewegung.

Von den ausgespercten Leipziger Holzarbeitern haben, der „Wz. Ztg.“ zufolge, 53 Gehilfen in 3 Betrieben die Arbeit wieder aufgenommen. Die Gesammtzahl der no% Ausgesperrten beträgt 170 (vergl. Nr. 106 d. Bl ). Ï

Ein Ende April kegonnener Ausftand der Bäckergesellen Hamburgs wurde nah theilweiser Bewilligung der den Arbeitgebern unterbreiteten Forderungen und erfolgter Vermittelung des Gewerbe- gerihts, wie der „Volks-Ztg.“ berichtet wird, am 2. d. M. für beendet erflärt. Ueber diejenigen Betriebe, welhe die Forderungen der Gesellen abgelehnt baben, ift die Sperre verhängt worden. Nach einer Meldung des „W. T. B.“ vom 5. d. M., haben in Hamburg die Kohlenarbeiter der „Hamburg - Amerika - Linie“ die Arbeit niedergelegt; sie fordern die Entlaffung zweier Aufseher, welchem Verlangen die Gesellschaft nit nachkommen will. Der Betrieb ift niht g-öct. Das Uever- laden der Koÿlen wird mit Leichtern ausgeführt.

Theater und Musik.

Berliner Theater. Ö

Am vergangenen Sonnabend fand eine Wiederaufführung der

osse „Berlin bei Nacht“ von Kalisch, welche in dem früheren önigstädtishen Theater am Aleranderplaß im Jahre 1849 zum crsten Mal gegeben wurde, in zeitzemäß umgearbeiteter Form ftatt. Die ganze Vorstellung trug gewissermaßen den Charakter einer dem An- venken des beliebten Berliner Pofsendihters gewidmz2ten Feier. Sie bildete aber auÿ den anerkennen8werthen Versuch, die alte naiv-derbe

und dot so harmlose und dezente Posse wieder aufleben zu lassen,

und der von Frau Schneider-Nifsen geiungene, eingelegte Kupletvers : „Wenn wir Todten erwachen" vointierte diese Absicht deutlichß genuz, Obwohl mancherlei Anspielungen auf politishe und foziale Verhältnisse der vergangenen Zeit gestrihen worden sind, soweit dieselben beut: nit mehr verständlih gewesen wären, fo bietet das S1ück immer noch genug des Charakterislishen aus jenen Tagen. Gerade aker dies verleiht in sciner humorvollen Ursprünglich- keit und belustigenden altväterishen Derbheit der Posse den eigen- artigen Reiz, weler ihr zu dem durchschlagenden Erfolg, den sie vorgestern erzielt hat, verhilfi. FInhalilih steht sie freilih hinter manchen modernen Possen zurück, aber was diese an Pikantecie und prunkhafter Ausftactung bieten, das wird hier durch reie musifalishe Beigaben erzielt, die, wie selbftverftändlih, als lustige schlagfertige Kuplets eingestreut sind und, weil fo garniht herausfordernd oder aufdrinalich, um so sympathischer berühren. Die Ausftattung ift jenen einfaceren Zeiten entsprehend gehalten, paßt fo völlig in den Rahmen des Ganzen hinein, daß auch bier das Fehlen der neueren Glanzeffekte keineêwegs vermißt wird. Dazu kamen noh bei der vorgestrigen Auiführung eine einwandfreie Inscenierung, gutes Zusammenspiel und vortrefflide Ginzeldarftellungen, Bezüglich leßterer verdient Frau Schneider - Nissen vom Deutschen Theater, welche als Gast die Rolle der munteren, zu allen übermüthigen Streichen auf- gelegten Kellnerin Pauline spielte, ganz besonders hervorgehoben zu werden. Ihre Darstellung war fo graziós, ihr Gesang so wohlklingend und fris, die ganze Gestaltung dieser typishen Figur fo natürli liebens- würd und drellia, daß aßgemeiner Beifall ihr mit vollem Recht zu theil wurde. Ibre hauytsächlichen Partner, die Herren Wehrlin und Walden, als die beiden jungen Lebemänner Alcibiades und Heinrich, deren Herz zwar groß, deren Geldbeutel aber klein ist, brachten diese Rollen gleichfalls zu guter Wirkoang. Ebenso verkörpertz Herr Schindler den sie verfolgenden Gläubiger in gelungener Weise, und Herr Haßkerl {uf in der Rolle des guten Onkels aus der Provinz Dietrich Fiser, welch:r dem Verfolger die jungen Leute, nachdem er allerlei Fährnissz des Großstadtlebens überstanden hat, entreißt, gleihfalls eine recht carafkteristische Figur. Dasselte läßt fich von Herrn Rohland als Milchbändler Prösike sagen. Eine treffliche Leistung war endlich auch diejenige der von Fräulein Wenck dargestellten Zimmervermietherin Pühsicke. Anhaltender Beifall lohnte diesen von Paul Lindau erfolgreih unternommenen Wiederbelebuns8spersuh der alten Posse nah jedem Aktshluß und auch bei offener Scene.

L m

Im Königlichen Opernhause aehen morgen Leoucavallo?s Over „Bajazzi“ und das Ballet „Die rothen Schuße“ in Scene. Am Mittwoch wird Lorßings Oper „Zar und Zimmermann“ gegeben. Die zu - diesem Tag angeseßt gewesene Aufführung der Oper „Die weiße Dame“ wird vershoben. Nat der Fest-Vorftellung am Sonnabend hatten die Damen Herzog, Hiedler und Poppe die Ehre, von Seiner Majestät dem Kaiser und König Franz Joseph und von Seiner Majestät dem Kaiser und König empfangen zu werden. Seine Majestät der Kaiser Franz Joseph rihtete huldvole Worte der Anerkennung an Frau Herzog für ihre Gesangsleistung und gab den Damen Hiedler und Poppe gegenüber Allerhöchfisciner Freude Auêdruck, in beiden als geborenen

esterreih-Ungarir.nen hervorragende Vertreterinnen der Königlichen Theater kennen zu lernen, Beide Künstlerinnen erhielten kostbars Armbänder zum Andenken. Seine Majestät der Kaiser und König s Frau Emilie Herzog zur Königlichen Kammer- ängerin.

Im Königlichen Schauspielhause wird morgen Otto von der Pfordten’s dramatisches Gedicht „Der König von Nom“ mit Fräulein Poppe in der Titelrolle gegeben. Am Mittwoch (Swhiller's Todestag) geht „Die Jungfrau von Orleans* in Scene.

Der Erfolg der Posse . Berlin bei Nacht" hat die Direktion des Berliner Theaters veranlaßt, dieselbe sür diese Woche täglih auf den Spielplan zu sehen, mit Ausnahme des Donnerstags, an Ns Tage Björnson’s Schauspiel „Ueber unsere Kraft“ zur Dar- gelanat.

Im Schiller - Theater \{chlickt die Schauspiel-Saison für diesen Sommer bereits am 13, Juni. Ende Mai sollen noch Giacosa’s

Schauspiel „Freudlose Liebe“ und Molière?s Lustspiel „Die Schule der S L er Ueberseßung von Martin Hahn zur o ut kommen. Bis dabin werden alle die Stücke wiederholt, diz tm Laufe der diesjährigen Saison besonders interessiert haben.

Mannigfaltiges. Berlin, den 7. Mai 1900.

: Der Magistrat beshloß in seiner am Sonnabend abgehaltenen Sitzung, zu: der Errichtung des gemeinsamen Musiker-Denkmals für Haydn, Mozart und Beethoven, das bekanntlih am Goldfischteih im Na ten seinen Plag erhalten soll, die Summe von 10000 Æ aus städtischen Mitteln zu bewilligen. Y s

Bei dem gestrigen Festschießen, welhes die Berliner Scchütßengilde aus Anlaß der Großijährigkeitserklärung Seiner Kaiserlihen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen im SW{losse Schsönholz veranstaltet hatte, errangen die drei werth- vollen Erinnerungsmedaillen die Pera R. Matineck, F. Ghclich und M. Stuttecheim. Nah Schluß des Schießens hielt der Vorsteher der Gilde, Bankrath P. Wolf eine Festrede.

Der Verein „Hauspflege* hielt am 3. d. M. unter dem Vorsih der Frau Ober-Bürgermeifter Kirschner im Saale der Deutschen Bank seine Generalversammlung ab. Dem von Frau Geheimrath Grfserow erstatteten Bericht zufolge hat der Verein im lezten Jahre, dank den ihm gemachten reihen Zuwendungen, 102 neue Stadtbezirke in den Bereich feiner Thätigkeit aufnehmen können. Im abgelaufenen Jahre wurde di: Pflege des Vereins im Ganzen 1660 Familien mit 13 241 Pflegetagen zu theil. In 839 Fällen war die Veranlassung Woher.- bett, in 751 Krankheit, in- 70 Fällen Abwesenheit der Hausfrau. 138 der Familien batten 6 und mehr Kinder, 161-deren 5, 248 deren 4. In 593 Fällen war der Ehemann Arbeiter. Bei 74 Fa- milien betrug das wöentlihe Einkommen weniger als 10 H, bei 230 Familien 11 bis 15 Æ, bei 624 Hamiiien 16 bis 20 A Auh den Familizn von 117 Wittwen und 37 Ehe- verlafsenzn wurde Hilfe gebraht. Jn 641 Familien mußte der Verein au das Kostgeld für die Pflegefrau zahlen, Jnsgesammt sind für die Pflege 14 707 46 ausgegeben worden. Dur den Wäschefonds ift in vielen Fällen diz Pflege unterstüßt und erleihtert worden. Den Gesammtau8gaben in Höhe von 15754 # standen 22719 Ginnahmen gegenüber. An jährlichen Beiträgen gingen 4531 ä ein, die Stadt Berlin gewährte 3000 46, die Besihtigung von Atellers und Kanstsammlungen brachte einen Reinertcag von 6772 46 Auch zablreihe einmalige Beiträge wurden gespendet. Die Zahk der Fälle, in denen Familien, deren Verhältnisse es geftatteten, Zahlungen für die Pflege leisteten, hat sich vermehrt; im leßten Jabue betrugen diese Zuzahlungen 1060 4

Die Oberammergauer Passionsspiele, wel? bekanntlich. nur alle 10 Jahre stattfinden, beginnen in diesem Jahre am Himmel- fahrtstage uno werden wieder viele Tausende von Besuchern nah dem fonst so stillen GebirgsdörfWen führen. Wie bei den früheren Auf- führungen, fo werden auch diesmal photographische Auf- nahmen sowohl von den einzelnen Darftellern als auch von den \{önsten Gruppen der Leiden2geshihte veröffentliht werden. Aus dem Wettbewerb um das alleinige Recht zur Herstellung und Vervielfältigung dieser - offiziellen Aufnahmen ist die Firma Leo Shweyer in Stuttgart und Oberammergau siegreih als „alleiniger gemeindli® konzessionierter Dbecammergauer Kunstverlag für Passionsbilder vom Jahre 1900“ hervorgegangen: Den Generaldebit für den Verkauf diefer Bilder sowie einer Serie von 12 Arsichts- postkarten hat Herr Schwcyer der Deutschen Verlag#-Anstalt in S tuttgart übertragen. Die einzigen offiziellen, in diesem Jahre aufgerommenen Bilder und die Serie der 12 offiziellen Ansichts- postkarten, ele lehtere mit eingedruckten Werthzeichen ein viel begehrtes Objekt für Sammler werden dürften, sind leiht daran kenntlih, daß sie die Firma Leo Schweyer 2c, tragen.

Zum Beginn der Reisezeit ließ der Harzklub auh in diefem Fahre feine woblbekannte outenkarte der wichtigsten Wege, Eisenbahn- und Postlinien im Harz erscheinen. Die neueste Ausgabe (12, Jahrgang) zeigt wesentliche Aenderungen gegen- über den früheren. Geblieben ift zwar die sehr prafktische Kilometer- tabelle, mit deren Hilfe jeder auch d:s Kartenkefens noch fo Unkundige sofort die genaze Entfernung von einem Ort zum andern ablesen ann; aber wo bisher nur eine gerade Linie das Vorhandensein eines Weges anzeigte, seht man jeßt die wirklihe Gestalt des Weges. Dieses Prinzip bat ohne Beeinträchtigung der Deutlichkeit nur durh- geführt werden können durch planmäßige Aufnahme aller witigen Wege und Weglassung der vielen, für den Touristen nicht in Betracht kommenden Promzenadenwege. Alle Namen find nach einbeitlihem Schristduktus geschrieben, die rothen und s{chwarzen Wegelinien flar und deutli eingezeihnet. In einer Ecke der Karte findet man ferner eins neu beigegebene Karte von Thale und Umgegend (im Mafstab 1 : 30000), die vielen Wanderern willkommen fein dürfte. Die Rückseite enthält die Sommexr- Fahrpläne aller in den Harz binein- führenden Eisenbahnlinien und eine Zusammenstellung der Post- und Postomnibus-Fakbrzeiten. Die Karte ist von dem ersten Schrift- führer des Harzklubs, Buhbändlec H. C. Huch in Quedlinburg, zum Preise von 25 S erhältlich.

Wittenberge, 5. Mai. (W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: Gestern Abend kurz nah 10 Ukr is hier der Schnellzug 11 Hamburg—Berlin bei der Einfahrt mit einer leeren Maschine zusammen gestoßen. Der Führer der leßteren wurde erheblich und mehrere andere Beamte wurden leiht verleßt. Der Betrieb ift nicht unterbrochen. :

Au im Rbeinthak, 6. Mai. (W. T. B) Der Rhein, welcher infolge des Schmelzens des Schne:s angeshwollen ist, hat in der Nat zum Sonntag die Dämme durhbrochen und sh einen Weg in das mit großen Kosten angclegte neue Bett gebahnt.

boa tio M aen icitinguatà

Paris, 7. Mai. (W. T. B.) Auf der Westbahn ereignete ih gestern Abend zwishen Sövres und Chaville, wo zur Her- stellung eines Doppelgleises umfangreiche Arbeiten ausgeführt werden, ein Unglücksfall. Der von Paris nach Brest bestimmte Expreß- zug, welher um 84 Uhr vom Bahnhof Montparnafse abgegangen und mit Reisenden, namentlich nach Brest zurückkehrenden Sees leuten und Soldaten dicht bescßt war, entgleiste infolge einer durch Regen verursahten Bodensenkung, und der nachfolgende Postzug fuhr auf ihn auf. Mehrere Wagen wurden zer- trümmert. Zwei Personen wurden getödtet und zwölf verleßt, davon fünf schwer. Die Verwundeten wurden nah Versailles übergeführt ; das Gleise war die ganze Nacht hindur gesperrt,

St. Petersburg, 6. Mai. (W. T. B.) In Tschelny (Douvernement Ufa) brarnte ein Getreidespeiher mit Getreide im Werthe von 150 000 Rubeln nieder.

Kopenhagen, 5. Mai. (W. T. B.) Von Seydifjord in Fsland wird vom 25. April gemeldet: Der Trawler „Friedrich“ aus Geestemünde is in der Nacht rom 27. zum 28. März bei Medalland an der Südofiküfte Itclents gestrandet. Die Be- * satßung wurde gerettet. j

zum Deutschen Reichs-A

Zweite Beilage

Berlin, Montag, den 7. Mai

nzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

1900.

M 109.

Handel und Gewerbe.

(Aus den im Reichsamt des Innern zusammengestellten „Nachrichten für Handel und Indwftrie®.)

Ergebnisse der Olivenölgewinnung in Jtalien in den Jahren 1896/97 bis 1899/1900.

Bezirke : 1896/97 1897/98 1898/99 1899/1900

in Hektolitern : Lombardei . . : 3180 4 400 4 600 2 500 « 4 500 3 700 4 400 5 000 28 490 57 000 128 000 38 000 5 560 3 500 5 400 1 200 74 690 116 000 185 000 68 300 92 020 345 000 88 000 41 400 125 000 56 000 637 000 910 000 260 000

il Mark 1 Ss e 132 230 Latium 29 510 Adriatishe Südregion 816 760 Miitelländ. 311510 509000 8339000 242500 Sizilien . 381 690 302 000 400 000 130 500 Sardinien . - L 23 880 34 000 53 600 28 000

zusammen . „1912000 1800 000 2 500 000 920 000

Der Werth der Olivenernte bezifferte sch im Iabre 1899/1900 auf 99,3 Millionen Lire, im Jahre 1898/99 auf 270 Millionen Lire, im Jahre 1897/98 auf 194,4 Millionen Lire und im Jahre 1896/97 auf 206,8 Millionen Lire, wobei der Werth des Doppel-Zentners Olivenöl zu 108 Lire angenommen ist.

Die Olivenölerzeugung Italiens im Agrarjahre 1899/1900 bat nach Mittheilung des italienishen Ackerbau-Ministers ungefähr 920 000 hl ergeben. Die Produktion ift eine sehr spärlide gewesen. Fn vielen Gegenden ist durch die Wiederkehr des Febljahres die Blüthe mangelhaft gewesen und die Entwickelung der Früchte dur die lange andauernde Trockenheit aufgehalten worden. Die Delfliege ist in allen Olivenpflanzungen des Königreichs fehr stark aufgetreten und hat großen Schaden angerichtet. (Nach einem Bericht des Kaiserlichen General: Konfuls in Genua.)

Kakaohandel in Amsterdam und Kakaofabrikation in den Niederlanden im Jahre 1899.

Für Javakakao ist Amsterdam, welch:s fonft kein bedeutender Kakaomarkt ift, der Hauptmarkt. Im Jahre 1899 wurden von der 15 247 Pikuls (1 Piful = 61 kg) betragenden Gesammternte dieser Insel 13 752 Pikuls nah Amsterdam geführt urd in regelmäßigen Persteigecungen, gewöhnli in den Monaten Januar, März, April, Juni, Juli, September, Oktober und Dezember, öffentlich verkauft.

Von den übrigen 1495 Pikuls dec Java-Ernte gingen 1485 Pikuls nach Singapore und 10 Pikuls ander8wohin.

Von der Surinam-Ernte im Gesammtertrage von reihlich 32090 Ballen wurden nur wenige, nämlich 1227 Ballen, nah Amsterbam verscifft und dort meistens auf dem Wege der öffentlichen Versteigerung verkauft. Das Uebrige foll zum großen Theil in den Vereinigten Staaten von Amerika Verwendung finden.

Von Celebes kamen ungefähr 150 Ballen, die unter der Hand verkauft wurden.

Es beftehen in den Niederlanden ungefähr 30 größere und kleinere Kakaofabriken; denen man einea jährlthen Gesammtverbrauch von ungefähr 13 000 t Nohkakao nahrenet. :

Diese werden theils unmittelbar von den Verschiff angspläßen der Erzeugungsländer, theils von und über Hamburg, London, Havre, Lissabon gekauft und bezogen. :

Als nicht unbedeutender Handelsartikel hat fich in den leßten Jahren das bei der Erzeugung von entôöltem Kakaopulver gewonnene bezw. den Kakaobohnen entzogene Fett, die Kakaobutter, entwidelt. Im Jahre 1899 brachte beispielsweise die bekannte Van Houten'sche Fabrik allein 855 Tonnen zum Verkauf. (Nah einem Bericht des Kaiserlichen General-Konsuls in Amsterdam.)

Wein- und Pflaumenernte Rumäniens im Jahre 1899,

Nach den Veröffentlihungen des rumänisden Ministeciums für Ackerbau, Industrie, Handel und Domänen find im Jahre 1899 148 046 ba mit Reben und 69972 ha mit Pflaumen bepflanzt worden, welche 2 060817 hl Wein im Werthe von 28 785 660 Let und 2067 731 hl Pflaumen im Werthe von 12 118 061 Lei ergaben. Im Vorjahre waren 139220 ha mit Wein bepflanzt, welche 517 230 hl im Werthe von 18 756 600 Lei ergaben. Der Anbau von Pflaumen umfaßte im Jahre 1898 56170 ha und lieferte ein Er- gebniß von 929 320 hl im Werthe von 6 176 600 Lei. Das Erträgniß an Wein für den Hektar unterlag im Jahre 1899 in den verschiedenen Bezirken großen Schwankungen: 1,4 bis 36,9. Die Schwankungen in den Erträgnifsen an Pflaumen für den Hektar waren noch bedeutend erheblicher; sie betrugen 0,02 bis 320. ;

(Nach einem Bericht des Kaiserli@en Konsuls in Galaß.)

Vereinigte Siaaten von Amerika.

Zolltarifentsheidungen. Abschnitte von Dampf- Tetfelplatien von bestimmten Maßen, die einen höheren Werth haben als Stahlabfall und Ausshußstahl und niht ausf{chließlich zur NOENEr me a cherung bestimmt sind,’ sind nah $ 135 des Tarifs zu verzollen.

Fässer und Kisten mit Apfelsinen können geöffnet und wieder verpackt werden, nachdem die s{chlechten Apfelsinen gemäß Abschnitt 23 des Gesetz23 vom 10. Juni 1890 unter Zollauffiht ent- ferut worden find, doch is es nicht gestattet, durch probeweise Ermittelungen den Abgang an shadhaften Apfelsinen festzustellen.

Stahlspäne als Ersaß für Sandpapier zum Abreiben von Parquetfußböden sind nah $ 135 zu verzollen.

Britis{-Ostindien.

Zollbehandlung von Maschinen für Papierfabriken. Wie Beftandtheile von Maschinen sollen behandelt werden Drahtgaze und Filze (sowohl wollene, als baumwollene), welhe in endlosen Stücken dur die Besitzer oder Agenten von Papierfabriken zum Ge- brauch in den Papiermühlen eingeführt werden. Diese Artikel sind

: demnach künftig zollfrei.

Ursprungszeugnisse. Jadishe Erzeugnisse und Fabrikate, wel{he zur. See von fremden indischen Häfen nah British-Indien etin- geführt werden, brauhen von einem Ürsprungszeugaiß nicht begleitet zu sein, wenn sie den Namen eines britisch-indishen Händlers tragen. Die Regierung von Indien wird keinen Eiaspruh erheben, wenn eine ähnliche Ausnahme verfügt wird zu Gunsten von Gütern auf Afrika und Persien, wie für Elephantenzähne, frishe und trockene Mandeln L e gans die Regierung von Bombay diese Maßregel für ge- eign :

Konkurse im Auslande.

Galizien.

Konkurs ift eröffnet über Nachlaßmasse des Abraham Jachimowicz in Rzeszów mittels Beschlusses des K. K. Kreis- gerichts, Abtheilung V, in NRzeëtzów vom 27. April 1900 No. ez. S. 2/00. Provisorisher Konkursmafseverwalter: Dr. Wilhelin Kachane und dessen Stellvertreter Advokat De. Noah Binder in Rzeszów. Wakhltagfahrt (Termin zur Wabl des definitiven Konkursinafsever- walters) 10. Mai 1900. Die Forderungen sind bis zum 31. Mat 1900 bei dem genannten Gerichte anzumeldey, Liquidterungstagfahrt s zur Feststellung der Ansprüche) 7. Juni 1900, Vormittags

r.

Zwangsyersteigerungen.

Beim Königlichen Amtsgeriht T Berlin gelangten die nachbe¿eihneten Grundftücke zur Versteigerung: Zorndorferstraße 55, dem Maurermeister Fr. Kaß urke gehörig, Nußgungswerth 11 009 Ersteher wurde mit dem Baargebot von 51000 4, bei 148500 Hypothekenübernahme, S@hlossermeister K. A. Hoffmann, Brunnen- straße 16, Friedri&straße 207, dem Baron G. von Eickstedt zu Pasewalk gehörig. Nußung8werth 45 000 A Mit dem Meistgebot von 1100000 A wurde Kaufmann M. Heimann, Schleswiger Ufer 4, Ersteher.

Beim Königlichen Amtsgericht I1 Berlin wurden die nahbenannten Grundstücke versteigert : E s in Lichtenberg, dem Schriftsteller E. E. Gedalius zu Berlin gehöcig. Nußtungs- werth 792 G Ersteher wurde mit dem Meistgebot von 6310 #4 Spediteur H. Nagel zu Friedrihsberg. An der Straße A. Nr. 2 zu Hermsdorf, dem Gefängniß-Inspektor Ern Gußschmann zu Berlin gehörig. Nußzungswerth 1150 4 Mit dem Meistgebot von 23500 #4 wurde Kaufmann August Popiersh zu Berlin, Melanchthonstraße 24, Ersteher. Vier Grundstücke zu Neinicken- dorf, dem Rentier Paul Kreuzer zu Berlin gehörig. Nußungswerth 5980 A Mit dem Gesammt„ebot von 128 000 #4 wurde Kaufmann Max Süß zu Berlin, Wirterfeldstr. 12, Ersteher. Fiorastr. 58 in Pankow, der Frau Marie Georgi ebenda ge- hôrig. Nußungswerth 3400 4 Ersteher wurde mit dem in Höhe von 75 000 Á baar zu ¿ablenden Meiftgebot Kaufmann Wilh. Ravené zu Dt.-Wilmersdorf, Kaiser-Allee 132. Franffurter Allee 198 zu Lichtenberg, der Frau Maurermeister Jenny Friedrichs, geb. Zaegerih, gehörig. Nußzung8werth 9460 4 WMit dem Meistgebot von 311500 4 wurde Malermeister Emil Jungmann, in demselben Hause wohnhaft, Ecfsteher.

Täglihe Wagengeftellung für Kohken und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien. Aa der Ruhr sind am 5. d. M. geftellt 15 882, nit reht- ¡eitig geftellt keine Wagen. Sn Oberschlesien sind am 5. d. M. geftellt 5942, n!Ÿt reÿt- zeitig geftellt keine Wagen.

NEGULE Una über verlangte und gestellte Wagen für die in den Eifen-

bahn-Direktionsbezirken Magdeburg, Halle und Erfurt belegenen Mo RIelarRLen:

Am 17. April 1900 wurden verlangt 2946, gestellt 2941 Wagen zu 10 t, am 18. April verlangt 3128, geftellt 3128, am 19. April verlangt 3227, geftellt 3219, am 20. April verlangt 3307, gestellt 3268, am 21. April verlangt® 3472, geftellt 3461, am 22. April verlangt 46, geftellt 46, am 23. April verlangt 3388, gestellt 3369, am 24. April verlangt 3292, gestellt 3272, am 25. April verlangt 3319, gestellt 3319, am 26. April verlangt 3263, gestelt 3263, am 27. April verlangt 3290, gestellt 3290, am 928. April verlangt 3466, gestellt 3466, am 29. April verlangt 58, geftellt 58, am 830. April verlangt 3361, geftellt 3356; im Ganzen wurden vom 16. bis 30. April d. J. verlangt 39 563, gestellt 39 456 Wagen zu 10 {.

Produktenbörse. Berlin, den 7. Mai.

Die amilich ermittelten Preise roaren (p. 1000 kg) in Mark: Weizen (Normalgewicht 755 g) 152,25—152 Abnahme im laufenden Monat, do. 15550—155 Abnahme im Juli, do. 15850—157,50 Abnahme im September mit 2 A Mehr- oder Minderwerth. Tendenz : niedriger. :

Roggen, märkischer 149 ab Bahn und frei Mühle, Normal- gewiht 712 g 151,75—150,75 Abnahme im laufenden Monat, do. 149—148,25 Abnahme im Juli, do. 147—146 Abnahme im Sep- tember mit 1,50 A Mehr- oder Minderwerth. Gewichen.

Hafer pommerscher feiner 144—153, mittel 138—143, medcklen- burg. feiner 144—153, mittel 138—143, weftpreuß. mittel 137—142, \chlesisher mittel 137—142 ab Bahn, Normalgewicht 450 g 136 bis 135,75 Abnahme im laufenden Monat, do. 135,75—135,50 Ab- nahme im Juli, do. 130,50 Abnahme im September mit 2 #4 Mehr- oder Minderwerth. Niedriger. :

Mais Amerik. Mixed 122—124 frei Wagen. Matter.

Weizenmehl (p. 100 kg) Nr. 00 19,25—21,60. Still.

Roggenmehl (p. 109 kg) Nr. 0 u. 1 19,40—20,80 Abnahme im laufenden Monat, 19,50 Abnahme im September. Still.

Rüböl (p. 100 kg) 56,70 Abnahme im laufenden Monat, 56,60— 56,80 Abnahme im Oltober. Ruhig. ;

Spiritus mit 70 A VerbrauWhsabgabe ohne Faß 49,70 frei

Haus.

Berlin, 5. Mai. Marktpreise nah Ermittelungen des Königlichen Polizei-Präsidiums. (Höchste und niedrigste Preise.) Per Doppel-Ztr. für: Weizen, gute Sorte 15,15 #4; —,— # Weizen, Mittel-Sorte —,— #&; —,— #4 Weizen, geringe Sorte —,— 4; —,— 4 *Roggen, gute Sorte 14,80 G; —,— M Roggen, Mittel-Sorte —,— F; —— M Roggen, geringe Sorte —,— 4; —,— M “Futtergerste, gute Sorte 14,60 M4; 14,00 Futtergerste, Mittel-Sorte 13,90 46; 13,40 4 Futtergerste, geringe Sorte 13,30 4; 12,80 A *®*Hafer, gute Sorte 15,30 46; 14,75 4 Hafer, Mittel-Sorte 14,70 4; 14,15 # Hafer, geringe Sorte 14,10 #4; 1355 A Nichtstroh 5,90 4; 482 M’ -- Heu 8,10 ; 5,20 - Erbsen, gelbe, zum Kochen 40,00 4; 25,00 A Speisebohnen, weiße, 45,00 4; 25,00 A Linsen 70,00 M; 30,00 A Kartoffeln 8,00 #; 5,00 # Rindfleish von der Keule 1 kg 1,60 4; 1,20 4 dito Bauchfleis 1 kg 1,20 4; 1,00 4 Scweinefleish 1 rf 1,60 4; 1,00 4 Kalbfleisch 1 kg 1,60 4; 1,00 4 Hammelfleish 1 kg 1,60 4; 1,00 A Butter 1 kg 2,60 4; 2,00 6 Gier 60 Stüd 3,60 4; 2,20 4 Karpfen 1 kg 2,20 A; 1,20 «A Aale 1 kg 2,80 1,40 «A Sander 1 kg 2,60 Æ; 1,00 # Hechte 1 kg 2,20 1,20 Á Barsche 1 kg 1,60 „; 0,80 4A Schleie

, 1 I

2

1 kg 3,00 A; 1,40 A Bleie 1 kg 1,20 M; 0,80 «6 Krebse 60 Stück 12,00 4; 3,50 M

*) Ab Bahn.

e) ab Bahn, frei Wagen.

Ausweis über den Verkehr auf dem Bertiincr SHlachtviehmarkt vom 5. Mai 1900. Zum Verkauf ftanden : 4743 Rinder, 1705 Kälber, 9145 Schafe, 9387 Schwéine. Warki- pre nach den Ermittelungen der Preiafe leng omm on

ezahlt wurden für 100 Pfund oder 50 kg Schlachtgewicht in Mark (bezw. für 1 Pfund in Pfg.): Für Rinder: Ochsen: 1) vollfleifig, ausgemästet, höchsten Schlahtwerths, höchstens 7 Jahre alt, 61 bis 65 ; 2) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 56 bis 60; 3) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 52 bis 55; 4) gering genährte jedes Alters 49 bis 561. Bullen: 1) vol- s ige, höchsten Schlahtwerths 57 bis 60; 2) mäßig geunhtte üngere und gut genährte ältere 54 bis 56; 3) gering gen brte 49 bis 52. Färsen und Kühe: 1) s. vollfleishige, au8gemäftete Färsen et S{hlachtwerths bis —; b. vollfleischige, aus- aemästeie Kühe höchsten Schlahtwerths, höchstens 7 Jahre alt, 52 bis 53; 2) ältere ausgemästete Kühe und weniger gut ent- widelte jüngere 48 bis 51; 3) mäßig genährte Färsen und Kühe 45 bis 47 ; Q gering genährte Färsen und Kübe 41 bis 43. Kälber: 1) feinste Mafttälber (Vollmilchmast) und beste Saugkälber 72 bis 75; 2) mittlere Mastkälber und gute Saugkälber 64 bis 68; 3) geringe Saugkälber 54 bis 58; 4) ältere gering genährte Kälber (Frefser) 40 bis 48. Schafe: 1) Mastlämmer und jüngere Mafthammel 58 bis 61; T ältere Masthammel 51 bis 56; 3) mäßig genährte

mmel und Schafe (Merzschafe) 45 bis 49; 4) Holsteiner Nieverungse chafe bis —, auch pro 100 Pfund Lebendgewiht bis Æ Schweine: Man zahlte für 100 Pfund lebend (oder 50 uit 20 9/3 Tara-Abzug: 1) vollfleischige, kernige Schweine feinerer Rafien und deren Kreuzungen, höchstens 1} Jahr alt: a. im Gewichte von 220 bis 300 Pfund 45 bis 46; b. über 300 Pfund lebend (Käser) bis —; 2) fleishige Schweine 43 bis 44; gering entwidelte 41 bis 42; ferner Sauen und Eber 40 bis 41

Bexlin, 5. Mai, (Wogenberiht für Stärke, Stärke- fabrikate und Hülsenfrüchte von Max Sabersky, Berlin W.) Ia, Kartoffelstärke 20—20} , Ia. Kartoffelmehl 20—207 „&, IT. KRartoffelmchi 16#—175 , Feuhte Kartoffelstärke (Fraht- varität Berlin) 10,50 4, gelber Syrup 224—23 #4, Kap.-Syrup 23—233 #4, Export 24—24} #4, Kartoffelzuder gelb 22—22i M, Kzrtoffelzucker kap. 23F—24 4, Num-Kuleur 35—36 4, Bier-Kukeur 34—35 6, Dextrin gelb u. roeiß Ta.257—26246, do. fekunda 23——23è 6, Wetizenstärke (kleinft.) 35—36 #, (großst.) 37—38 H, Hallesche und Sglesishe 39—40 6, Shabeftärke 31—32 , Reisftärke (Strablen) 49—50 #, do. (Stîden) 47—48 #6, Maisftärke Ia. 31—32 Viktoria - Erbsen 18-—-22 #46, Kogherbsen 15—185 K, grüne Erbsen 163—19 #, Futtererbsen 1353—14} „#, inl. weize Bohnen 18--20 4, Flachbohnen 19—20 46, Ungar. Bohnen 17—17# 4, Galiz.-rufi. Bohnen 154-—165 Æ, große Linsen 34—42 #Æ, mittel do. 28—32 #6, leine do. 22—26 #, weiße Hirse 20—22 #4, gelber Senf 22—36 #, Hanfkörner 20—22 #, Wintecrübsea 23 bis 23x 6, Winterraps 24—244 #4, blauer Vtohn 45—48 #, weißer do, 48—52 4, Buchweizen 14—17} #4, Wicken 133—14 „4, Pferde- bohnen 14-144 #, Mais loko 125—12} Æ, Leinsaat 295—-27 #, Kümmel 54—58 F, Ia. inl. LeinkuGen 16{—17 , do. ruf. do. 16—164 A, Rapsfuhen 124—134 #, Ia. Marseill. Grdnußkuchen 14—15 #, Ia. dovpelt gesiebies Baumwoll - Saatmehl 53—62 9/6 144 —15 , belle getc. Biertreber 113—12 #4, getr. Getreide- sdlempe 14—15 #4, Maisshlemve 13#—14 #4, Malzkeime 9 bis 97 6, Roggenkleie 10—10} A, Weizenkleie 10—104 4 (Alles per 100 kg ab Bahn Berlin bei Partien von mindestens 10 000 kg,)

Von tem im Reihtami des Innern herausgegebenen „Deutschen Handelsarchiv*“ (Verlag der Königlichen Hof- Buchhandlung von E. S. Mittler u. Sohn in Berlin; jährlih 12 Hefte zum Preise von 18 46) if soeben das Aprilheft er- schienen. In demselben sind neben zahlreichen kleineren Mittheilungen aus der Zoll» und Steuerzeseßgebung der verschiedenen Staaten zum Abdruck gelangt: das Samoa-Abkommen zwishen dem Deutschen Reih, deu Vereinigten Staaten von Amerika und Groß- britannien, die neue Fassung des Regulativs für Getreidemühlen und Mälzereien und der Ausführungsbestimmungen zu $ 7, Ziffer 1 und 3, des Zolltarifgesezes für das deutsche Zollgebiet, ferner das argenti- nishe Zollgeseß für das Jahr 1900, das brasfilianishe Geseßz über die Verbrauchó\steuern, das paraguayishe Gesetz über die innere Steuer auf Eßwaaren, Genußmittel und andere Handelsgegenstände und das serbishe Geseh, betreffend die Einkommensteuer auf Handel unxd Gewerbe. Aus dem statiftishen Theil sind besonders hervorzuheben: die Uebersihten über die Gefammtergebnifse der Gütererzeugung im Fahre 1897, über Schwedens fowie Spaniens Außenhandel im Jahre 1898 und über die Verwendung von Gold und Silber zu industriellen Zwecken in der Welt. Aus dem zweiten Theil, welcher die Handels- berichte über das Ausland enthält, wird auf die Berichte über die Sciffahrt und Schiffahrtsinterefsen in Italien, die Nidckelerzgewinnung in Canada und die Grubenindustrie auf dem aufstralishen Festlande, auf Tas8manien und Neuseeland aufmerk)am gemacht. “ußerdem enthält diesèr Theil vershiedene Handelsberichte der Kaiserlichen Konsuln im Auslande.

Die am 5. d. M. abgehaltene Generalversammlung der Shlesishen Feuerversiherungs-Gesellshaft in Breslan stellte für 1899 eine Gesammteinnahme von 10142632 4, sowie einen Ueberschuß von 762926 #& fest und beshloß, von leßterer Summe eine 333 °/oige Dividende zu zahlen.

In der Sigzung des Auffichtsraths der A. Riebeck' scheu Montanwerke, Aktiengesellschaft zu Halle a. S.,, wurde für das abgelaufene Geschäftsjahr als Neinzewinn die Summe von 1 904 230 „G nachgewiesen, und* beshlossen, der Generalversammlung die Verthei- lung ciner Dividende von 14 9/6 (gegen 129%/o im Vorjahr) auf das er- böhte Aktienkapital vorzuschlagen.

Die Aktiengesellschaft für Spinnerei und Weberei an der hohen Mack bei Oberursel hat, wie aus dem der Generalversammlung vorgelegten Direktionsberiht für das abgelaufene

* Geschäftsjahr hervorgekt, einen Verluft von 98 202 #4 zu verzeichnen.

__— „Der Handelsgärtner“ (Verlag von Bernhard Thalacker, Leipzig-Gohlis) berihtet über die Lage des Gartenbauhandels im April 1900 Folgendes : In Bezug auf das Topfpflanzengeshäft und die Binderei machte sih eine gewisse Stille bemerkbar; feinere Blüthenpflanzen ließen sich indeß an den meisten Pläßen gut verwerthen. Das Blattpflanzengeshäft ift fortgeseßt s{hleppend, nur für die Feft- tage machte sich cin Bedarf in feineren Palmen bemerkbar. Sonf|ft ift es außer den stets beliebten Araucartien nur ncch Epheu, der einige Beachtung findet. Die Binderei, die in diesem Monat \hon über eine reihe Auswahl von deutschen nittblumea ver- fügte, hatte auß nur in der Ofterwohe einen guten Geschäfts- gang zu verzeihnen. An mehreren Orten mate sih ein Mangel an

ardiniòren-Pflanzen fühlbar. Dic aus der Riviera eingesührten

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