1876 / 105 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

mit unwesentlichen AbweiWungen angeschlossen. Fnsbesondere soll dem Magistrat als Ortspolizeibeßörde die Beschlußfassung über tie Or- ganisation des städtischen Polizeidienstes und ‘die erforderlichen orts- polize:lichen Einrichtungen, sowie, vorbehaltlih der Zustimmung der Stadtverordnetinversammlung, der Erlaß ortspolizeiliher Verordnun- gen zustehen. Andererseits aber erkannte man an, daß die eigentli elizeilide Erxefutive ni<ht dem Kollegium übertragen, son- derr in dèr Hand eines Einzelbeamten konzentrirt fein müße. Der Bürgermeister und in seiner Vertretung der erste Bei- geordnete soll deshalb ($. 108b) die Leitung des cxekutiven Polizei- perionals baben, wel<es nur seinen Befehlen Folge zu leisten hat;z ihm steht das Ret vorläufiger Straffestseßung, sowie der Verbän- gurg von Exekutivstrafen auss{ließli< zu; er ist Hüifsbeamter der geri<tlihen Pclizei und, soweit von der Behörde nicht ein anderer Beamter damit beauftragt wird, au< Polizeianwalt. Auf Autrag des Bürgermeisters sollen indeß die vorliegenden Ge'âfte- ganz oder theilweise einem ander-n Magistrats- mitgliede mit Genehmigung. des Regierungs - Präsidenten übertra-en, auf Gemeindebeshluß zur Wahrnehmung dieser Geschäfte au ein besouderer oberec Gemeindebeamter bestellt werden können; L terer wird in gemeinshaftlißher Sißung von Magistrat und Stadtverordneten gewählt und bedarf der Beftätigurg des Re- gierungs-Prösidenten. Er kann zu den Sißungen des Magistrats mit berathender Stimme zugezogen werden. Diesen, den Y. 108e. der Vorschläge der Subkommi!sion bildenden Bestimmungen fügte die Städtordnunrgs - Kommission ro< binzu, daß auf Gemeindebeschluß und mit Zustimmung des Regierungs-Präsidenten au< ein Gemeiude- beanter mit dex Wahrnehmung der Geschäfte eines Polizeianwwalts beauftragt w:rden kann, und daß in Städten über 50,00) Einwohner

Berlin, den 3. Mai 1876. Weltausftellung Philadelphia 1876.

Zu Preisrichtern find von der unterzeihneten Kommisfion ernannt: 5

der Direktor der Königlichen Gewerbeakademie Herr Ge- heimer Regierungs-Rath Reuleaux in Berlin,

der Königliche Ober-Bergrath Herr Althans in Breslau,

der Königlih bayerishe Hofrath und Professor an der Universität in Würzburg, Herr Dr. R. von Wagner,

der Sekretär am bayerishen Gewerbe-Museum, Herr Dr. G. Seclhorst in Nürnberg,

der Konsul Herr Guftav Gebhard in Elberfeld,

d¿r Fabrikbefißer Herr. Dr. Max Weigert in Berlin,

der Professor am Königlihen Polytehnikum in Aachen, Herr Gustav Herrmann,

der Besizer der Artistishen Anstalt in Wandsbe>, Herr G. Seitz,

der General-Arzt 1. Klasse und Corps-Arzt des XI[. (Königlich sähsishen Armee-Corps), Herr Dr. W. Roth in Dresden,

der Regierungs-Rath in der Königlih württembergischen Centralstelle für Gewerbe und Handel, Herr Diefenbach in Stuttgart,

der Kommerzien-Rath Herr Julius Schiedmayer in Stuttgart,

der Maler Herr C. S@lesinger in Düsseldorf,

Herr Profefsorr D. H. Vogel in Berlin,

der Kommerzien-Rath Herr Julius Wegeler in

Coblenz.

Letßzterem werden die Herren Wcingutsbesißzer Dr. A. F. Deinhard in Deideëheim und Direktor der Brauerei-Aktien- Gesellschaft „Frizedrihs8höhe“, F. Goldschmidt in Berlin, als Sacverftändige zur Seite stehen.

Berlin, den 2. Mai 1876.

Die Reihs-Kommission für die Weltausfiellung in Philadelphia 1876. Jacobi.

Aus Philadelphia wird der „A. A. C.* unterm 30. v. M. per Kabel gemelvet: Die Kommissäre der Centennial- Ausstellung haben beschlossen, die Aus ftellungs-Anlagen und Ge- bäude an Sonntagen zu \<Hließen.

An edler Eiktfachbei: des Styles zei<n:t si die Photo- graphen-Halle aus. Der Amerikauishe Photograpben - Verein hat der „Daulsen Korr.“ zufolge alles Mögliche aufgeboten, seine Kunst aufs Würdigfte zu vertreten, er hat au< Ein- ladungen an alle Kollegen im Auslande erlaffen, dur< lebhafte Betbeiligung mit zu wetteifern. Die besagte Halle de>t ein Areal von 258 bei 107 F., und ift in Folge einec sebr einfachen, aber sinn- reicben Eiutheilung im Innern der zur Auéftellurg bestimmten Räum- lichfeiten so eingzrihtet, daß für die Auéstellung der Bilder cine Wank- und Ständerfläche von 18,369 bié 19,080 Qu -F. gewonnen ist. Ein anderer Theil deé Gebäudes ift zur praktisccen Auéübung des Photographirens bestimmt. Daß das Ge-äude Empfangs3- und Gesellsehaftézimmmer 2c. hat, die sozchl den Auéstellern und Bes<äfticgten, sowie den Kunden und Gäften alle Bequenlickkeiten darbictes, versteht fiß wohl von selbft. i

Eine ganz Ftesondcre Veachteng ist der Arsftellung des Er- z¿iebungéwesens des ganzer Landes gewidmet, da der Amerikaner auf sein Zreishulen - Svîtem stolz ist. Ob aber eine solche vell- ftär.dige Äuéfielung zu Stande fommen kann, ist fcagli<, da in Amerika nirgerd Centralshuibehörden beftehen, wel<he die nötfigen Befehle zu diesem Behufe und zu eixheitlitem Zusawmenwirken er- theilen könen, und max daher Alles lediglißh dem guten Willen der einzelnen Schu!behörden überlaffen muß. Für dieses Departercent wurde im Hauptausftellungëgebäude hinreiczeud Ráum zugestanden, und sfellten überdies no< drei besondere Gebäude außerhalb für die- sen Zwe> errichtet werden, nämli: ein Kindergaiten, ein Common- idu!baus und ein Stadts{uìhaus,

Interessar.t wird die Auësteliung werden, welche Professor Hay-

den, Chef der Vrreinigten Staaten - Vermessung für die Territorien der Union votbereitet. Di:selve wird fich über die geologischen, topographiïchen, mineralogishen, botanijs<en und eth- nolegischen Details von Colecrato, New-Mexico, Arizona, Wyc- ming, Utah und Mentana verbreiten und phctographirte und litho- gravtirte Lardidaftéansihten, !owie eine Reibe von Girêmodellen Mecunt

en:halten, welche die vorzüglichsten Gebizgszüge und Gipfel der Re>y Ncuntains bezúgli< ihrer relativen Höhen und geologishen Forma- ticren (in besenderen Farben) im Relief und im-Kleinen darftellen. Au Riccter Murdook ven Mac Gregor in Jowa, trägt zur Ar<àäo- [logie Amerikas das Seine tei dur< eine Sarunlung Reliquien, insb:jordere des mysteriöjsen Stamines der „Mound Builders“, welche früher das Miisisfippithal bewohnt hatten u. A. Ein New- Yorker Profeffor bringt Skelette vo:weitli>;er, in Amerika vorgefunderer Thiere.

Der Pfadfinder Eeorze Arderscn ift mit 15 Indianern in Phila- delphia eingetrofen, und in der rähften Woche werden ihm etwa 3090 Indianer, Männer, Weiber und Kinder, folgen, welche alle In- dianer-Stämme verirzeien follen und während der Auéstellung in der Nsbe des japariscen Gebäudes ihre Zelte aurfs>lagen werden.

Auch ein Hiftoris<e® Departemert wird si< der Archäologie Ar:erikas ans<ließen. DafselLe soll die Ges&ichte tér Civilisaiion Arozrifas darftellen und hierbei ganz besconzere Rü>si4t auf die Kceicrialepc(e nehmen. -

Besonders interessant sind 26 afironomische Zeichnungen ven vers<iedener Grêßé, zwis<zn 18 mal 22 Zoll und 234 mal 28} Zoil. Dieselben behandein u. A,: Nebelfle>e, Haufen im Herkules, (o3gia’s Komet, Planeten, Scrnenfle>e in voller Thätigkeit, Sonnern- pr-tuteranzen, Neordliht, die Miltstraße u. #. w. Die Original-

die dem Magistrat zustehenden Polizeibefugnifse für einzelne Zweige der Polizeiverwzltung den im $. 87 erwähnien Verwaltungsdepu- tationen dur< O:tsftatut übertragen und in gleicher Weise au den Vorfißenden der letzteren für diesen Verwaltung8zweig das Recht bei- gelegt werden kann, Exrcfutivstrafen zu verhängen. Der von der Subkommission gefaßte Beschluß bezüglih der Einschränkung der Königlichen Polizeiverwaltungen in den Städten wurde in folgender Fassang angenommen: „Der Minister des Jrnern if befugt, in Städten mit 25,1C0 und mebr Einwohnera, sowie in Festungen die Sicherheit*polizei einer besonderen Staats behörde zu übertragen. Jn diesem Falle werden die Grenzen der Zuständigkeit zwischen der Staatsbehôrde und dem Magistrat dur< ein vom Minifter des Innern zu erlassendes Regulativ bestimmt. Dem Magistrat verbleibt jedoeh jedenfalls die Verwaltung dêr Bau- und Feuerpolizei, die Einrichtungen der Gesundheitspolizei, die Aufficht Über gewerbliche Anlagen, das Veisickerung?wesen, die Einr <tung öffentlicher Märkte, die Zulassung und Einrichtung öffentlier Transportanstalten. Ueber die Ges:tmäßigkeit des Regulativs entscheidet auf die Klage des Magistrats das Oberverwaltungsgericht.

Die Petitiönsfkommission des Abgeordnetenhauses hat dem Plenum Über eine den Au3bau der Harburg-Stader Eiseu- bahn betreffende Petition Berit exftattet. Die Petentin, die Handelskammer zu Harburg, bes<hwecrt sih darüber, daß die kon- zeisionirte Gesellschaft tres der auaensheinli<henu Unmöglichkeit der Beschaffung der erforderlihen Geldmittel na< wie vor an ihrer Konzesfion festhalte, obglei<h diefe bereits E sei, und daß alle Gesuche, wel<e von verschiedenen Koryora- tionen um Beschleunigung des Baues dem Handels - Minister

eingereiht worden, bisher ohne Erfolg geblieben seien. Die Kommis-

64 Zoll Oeffnung und zwar in Hrn. Trouvelots physikalische Ob- servatorium in Cambridge gemacht und daun in Pastel gemalt. Ihre Herstellung kostete viel Arbeit. Es wurden 15 --25 Nächte oft dem Studium jedes der Nebelfle>en gewidmet. Die Skizze ven Temple's Nebelfle>en in d2n Pleiaden ist das Werk von einem Studium von 65 Stunden. In der Darstellung der Milcbstraße find die Sterne mit größter Genauigkeit verknotet. Zur Herstellung dieser beiden Skizzen brauchte es über ein Jahr Zeit.

Das Smithsonian Jystitut wird einen Obelisf von 40 Fuß Höhe aus Kohlenblö>en errichten, von denen die meisten aus den Kohlenregionen Peunsy!vauniens gezogen find.

Zu den Minerals<häßen Amerikas werden sowohl Meriko wie Nevada und Michigan hôhft iuteressante Beiträge liefern. Aus den Potosi Minen Mexikos ist bereits ein Silberklumpen in New-York angekommen, der ni<t weniger als 4200 Pfd. wiegt, 5 Fuß 9 Zoll im Durchmesser hat, 72,000 Doll. werth und das Produkt von 272 Tonnen Silbererz ist. Die Eigenthümer der Hauptminen Nevadas wollen gar einen soliden Silberklumpen von 10 Millionen Doll. Werths zur Ausstellung schi>en.

Michigan sendet einen ährlihen Kupferklumpen aus seinen reihen Kupferbergwerken am Superior-Lake.

Auch die Agrikulturhalle erhält jeßt einen Annex, der 30,600 Quadratifuß bede>en wird, und in der Nähe der Hortikulturhalle wird ein weiteres Gewächthaus errichtet.

RiHard Wagner bat für die Eröffauugtfcier einen Marsch zur Eröffnungsfeier komponirt, welden die Thomasshe Kapelle crekutiren wird.

Der Franzose Ferdinand Armant hat mit seinem Bühnenftücke „Les Patriots“ den auf ein Centennial-Drama geseßten Preis errungen.

Der amerikanis{e Di&ter Bayard Tailor hat den Auftrag, eine Centennial-Ode zu schreiben, erhalten und angenommen.

Die im Februar- und Märzheft der „Preußishen JIahr- bücher“ erschienene Abhandlung über den Materialis- mus in der Geschihts\<hreibung if gegen Friedrich v. Hellwalds soeben in 2, Auflage ersheinende „Kultur- geshihte in ihrer natürlihen Entwi>lung bis zur Gegen- wart“ gerihtet. Hellwald hat fi< in feinem Buche zur Aufgabe gesezt, „die Kulturentwikelung der Menschheit im Lite jener- realistishen Weltanshauung zu schildern, die wir heute als das logishe Ergebniß unseres Naturwissens betraten dürfen,“ Dabei verspricht er völlige Parteilofigkeit „inmit- ten des Sturmgebeules der Parteien“, und zuglei will er erweisen, wie die Darwinschen Gesezge au< den Entwi>kelungsgaug der mens<li<en Natur beherrschen. Von allen diesen Vorsäßen sei aber, wie Zitelmann ausführt, im weiteren Verlaufe der Arbeit so gut wie nihts zu bemerken und es trete darin weiter nichts als der nücterne, triviale Materialièmus zu Tage. Um ganz zu begreifen, wohin die Welt unter der Herrschaft des fonsequenten Materialismus fommen würde, müsse man einen Bli> in die trostlose ODede werfen, die Hellwald fich geschaffen. Ihm seien Gottesglaube und Religion Trug (S. 694 des Hellwaldshen Buches), Sittlichkeit, Gleichheit, Liebe und Freiheit Lüge (S. 569) und leerer Schall (S. 795), ein absolutes Recht existirt nicht (S. 327), und den Begriff der Humanität und der Menshenwürde aufzustellen, ift ein Fehler ge- wesen, in den das Mittelalter no< nicht verfaen war (S. 616). Hell- wald wisse darum au ni<t, was Menschenwürde ist (S.329 Note 1), ja er leugne fie (S. 673). Alle jene edelsten Blüthen des Menschengeistes, die höchsten Güter unserer Kultur, seien ihm alle unwahr und nichtig, und für die großen Thatsachen der Geschichte fehle ihm jedes wahre Verständniß.

Diese \{harfe Widerlegung Hellwalds bildet jedoh gewifsser- maßen nur die äußere Form der erwähnten Arbeit, Dic- selbe ift ihrem inneren Gehalte nah eine se!lbftändige geshihts- philosophische Arbeit, welhe sfih zur Aufgabe stellt, nahzuweisen,

daß au< vom meqanistishen Standpunkte, d. h. vom Standpunkte dessen, der in der ganzen Geschichte eine ununterbrochene Kette von Ursachen und Wirkungen

fieht, die Geshichie sh denno<h als ein ganz teleologischer Prozeß darstellt. Demnach betrachtet er die Geschihtsshreibung von drei Standpunkten: vom teleologis<hen, darwiniftishen und mecanistishen, und su<ht jedesmal darzustellen, zu welchen f Konsequenzen diese verschiedenen Theorien dur den Materialismus, insbesondere dur< Hellwald finden, wobei ih ergiebt, daß des Legteren Schrift von allen drei Standpunkten, ja selbst von dem einer ftreng mechaniftishen aus, völlig verfehlt sei.

Heute Morgen 9 Uhr ift hierselbst die Zweite Mastvieh- Ausstellung eröffnet worden, welhe der landwirthschaftliche Provinzialverein für die Mark Brandenburg und die Niederlausiß und der Klub dcr Landwirthe zu Berlin in den Hallen der Berliner Vieb- markt - Uktien - Gesellschaft veranftaltet hat. Auch diese zweite Aus- stellung gewährt glei der vorjährigen ersten den Veweis steigenden Interesses, das der deutshe Landwirth mehr und mehr der ratio- nellen Mästung geeigneter Thierarten sowohl, wie der Be- s{idung von Ausftellungen entgegenbringt. Das eingelieferte Vieh zeihnet si< dur<weg dur<h gute Rasse, kcäftigen Bau, feiues Sleis< und bez. vorzüglihe Wolle aus. Jm Ganzen sind 371 Anmeldungen eingelaufen, gegen 231 im Vorjzhre; die Zahl der Aussteller beträgt 109. Ven diejer Zahl kommen auf das Königreich Preußen 97 (Provinz Brandenburg 46, Sat&sca 11, Preußen 12, Pommern 7, Posen 6, Wefifalen 6, Schlesicn 3, Schleswig Hol- stein 3, Se 2, Hessen-Nafsau 1) - auf das Großher- zogthum asen und das Herzogthum Braunschweig je 2, auf das Königrei<h Sachsen, die Großherzogthümer Baden, Hessen, Me>lenburg-Schwerin, M->lcnburg-Streliß, das Herzogthum

sfizzen wurden größtertheils mit cinem guëgezeicneten Refraktor ven

sion hat die Beshwerden für begründet erachtet und beantragt, die Pctition der Staatsregierung nut der Maßgabe zur Berücsichtigung zu empfehlen, daß dieselbe, falls die Finanzirung des Baues der ge- nannten Bahn dur -die Caxrßavener Eisenbahn-, Dampfschiff- und Hafen-Aktienzesellschaft nicht gelinge, aufgefordert werde, innerbalb der nächsten Session dem Laudtage eine Vorlage wegen der Ausführung des Baues dieser Bahn auf Staatskosten zu machen.

Gewerbe und Handel. Auf denBerliner Baupläßen waren, der „Nat. Z.“ 74 ¿zu Anfang des Monats April 1086 Maurer mit 4,61 4, 671 Zimmerer mit 4,76 4 und 581 Arbeiter mit 3,02 4 Durchschnitts- Tagelobn beschäftigt. Es ist darnah der Täzgelohn, auf zehnstündige Arbeitszeit gerechnet, ziemlich derselbe geblieben, wie im vorigen Jahre, die Z3hl der Beschäftigten dagegen um weit über die Hälfte: gesunken. Verkehrs-Anstalten. New-York, 30. April, Das Postdampfsciff des Nordd. Lloyd „Mosel“, welhes am 15, April von- Bremen und am

18, April von Southampton abgegangen war, ist heute wohlbvéhalten hier angekommen. j

Aus dem Wolffshen Telegraphen-Bureau.

__ Wiesbaden, 2. Mai. Se. Majestät der Kaiser hat für die bei dem Bergrutsh- in Caub Verunglü>kten no<h 1000 und für die dur< die Explosion auf dem Dampfer „Louise“ Betroffenen 500 # bewilligt. Auch die hiesigen Wohlthätigkeits- anstalten haben den Verunglü>ten reihlihe Unterstüßungen zu- gehen laffen.

Kronprirz hat Si dur< Einsendung einer ostfciesis<en Kuh und eines Lincoln-Merino-Schafes au< in diesem Jahre au der Aus- ftellung betheiligt; von andern Theilnehmern find zu nennen die Herren v. Behr - S{woldow, Brauer - Hohenhausen, Collin- Colin, Coventes - Müllerfelde, Graf zu Eulenburg - Lieben- berg, Œuntemeyer-Browina, Hagen-Sobbowiß, Heyse-Mehrow, Koppe- Wollup, Mager-Denkwiß, v. Nathusius-Hundisburg, Preuß-Friedrihs- aue, Sorsche-Wittgendorf, Wendorf-Naulin, Zander-Roggenbagen, Graf v. Zóöltowski-Glubowo und Andere. Was die ausgeseßtcn Preise betrifft, so sind für Abtbeilung A. (Rindvieh) 1 Züchter- ehrenpreis von 300 4 und 44 Preise, zusammen von 6158 M, für Abtheilung B. (Schafe) 1 Zöchterehrenpreis von 200 und 30 Preife zusammen von 2995, für Abtheilung C. (Schweine) 1 Züchterehrenpreis von 150. und 14 Preise zusammen von 900 M, für Abtheilung D. (Lapins, Federvieh) 6 Preise zusammen von 120 im Ganzen also 97 Preise mit 10,850 # bestimmt. Außer- dem gelangen filberne Ausftellungs-Medaillen, bronzene Medaillen des Comite und der Ehrenpreis einer Schafzüchterwaage zur Vertheilung. Das Preisrihteramt haben übernommen ‘die HH. Bergemann- Berlin, Bodenstein-Nedliß, C. Bohnr-Hamburg, Christiani-Kersten- bru<, E. Damke-BVerlin, Elsner-Lauenberg, Heyse-Mehrow, Huster- Berlin, Kailer-Berlin, Kaßmann-Magdeburg, Kiepert-Marienfelde, Lehmann Nitiche, Lübben-Sürwürden, Freiherr v. Magznus-Dresa, Mankiewicz- Trebniß, v. Nathufius - Königsborn, Neuhous-Selcbow, Peters-Siedenbollentin, Rasch-Hildesheim, Schadow Niederhof, Schar- mer-Horftreihe, Shüß-Grünthal, Stolze-Markee, v. Stosh-Gieshof, v. Sydow-Bärfelde, Weinschenk-Lu>au, Wendt-Breeß, Witt-Bogda- nowo und C, Zink-Berlin. Der Besuch der Auéstellung war bereits am ersten Tage ein sehr reger.

Die Eröffnung des ersten englishen Skating-Rinks wid am Scennabend, den 6. d. M., Nachmittags in der „Flora“ in Charlottenburg statifinden. Der Unternehmir beabsichtigt, den Spert des künstlichen Schlitts{uhlaufens, welchec wegen feiner die Gesundheit fördernden, den Körper kräftigenden und eine elegante Haltung fördernden Eigenschaften sih \<en jeit Jahren in den ecjten Kreisen Englands, Nordamerikas und Frankreichs einer schr günstigen Aufnahme erfreut, auch bei uns einzubürgern.. Jnterefsant ift Übri- gens, daß der bekannte Tanz der Schlitts<uhläufer in Meyerbeers „Propheten“ den Hauptanstcß zur Entwi>lung der Skating-Rinfks gegeben hat. Die Rolschlitis<uve haben neuerdings fo wesentliche

erbesserungen erfahren, daß sie jedem Körperdrude willig Felge leisten und ihre Benußung namentli<h für Schlittshuhläufer jeden Alters und Geschlechts sehr bequem is ; die elegant angelegte Bahn selbft besteht aus einer sehr festen Steinshüttung mit darüber ge- gossenem Asphalt und Cemen“. Die an den Berliner Verkaufsstellen zum einfa<hen Flora-Eintrittépreise gekauften Billets bere<tigen zuglei < zum Besuch des Skating-Rinks und der Flora. Der Unter- nehmer beabsichtigt späterhin nc< eine Anzahl solher Skating-Rinks in und bei Berlin anzulegen.

Theater.

Am- Dienstag trat Hr. A. Neumann im Wallner-Thea- ter zum ersten Male auf. Die Novität, mit welcher si< Hr. Neumann hier wieder einführte, war die Posse: „Die Wärmflasche*“ von Meilhac und Halevy, deut< von G. v. Moser. Dieselbe ift voll luftiger und komisber Situationen, die nur, wie die Gerichts- verhandlung des 3. Aktes, zu lang ausgedehnt find uud aub gegen das Ende hin seltener werden, aber si< von Zweid-utig- keiten nicht fern halien. Das Gefühl des Publikums wandte ih deéhalb mit Ret ab und gab seinem Verdikt dur< Zischen und Pfeifea Ausdru> gab. Den Darftellern freilih wurde reicher Applaus zu Zheil; die Damen v. Rothenberg, Carlsen und v. Bredow, sowie die Herren Lebrun, Kurz, Kadelburg, Meißner, und vor Allen dec Gast, Hr. Neumann, selbst, stellten mit den übrigen Mitwirkenden ein so vorzüglihes Ensemble her, wie man es eren an dieser Bühne gewoßnt ift.

Hr. Bial, der neue Direklor der Kroll schen Bübne, wird am nächsten Sonnabend mit einer Novität für diese Bühne debütiren und zwar im musikalishen Genre: Die Operette Offenbahs „Schönröëschen“", die vor einem Jahre im Wallner-Theater entschiedenen Beifall ercang, ersheint am 6. d. M. nach sorgsamen Proben, mit einer Debütantin, Frl. Zampa in der Titz-lroll-. In den andern Rollen find die bisherigen bewährten Darsteller, Frl. Les- fien, Heder und Eduard Weiß beschäftigt.

Das Trauerspiel „Arcria und Mefsalina* übt im Residenz- Theater no< immer eine so bedeutende Anziehungékraft aus, daß die Direktion si< veranlaßt sicht, den für diese Woche angeseßt ge- wesenen Nevitäten-Abend neh zu vershieben und das Stü> ununter- brochen auf dem Repertoire zu erhalten, Nachdem nun der Urlaub von Frl. Ulrich Mittwoch zu Ende geht, wird am Donnerstag, den 4. d. Mts, bereits Fr. Claar-Delia - vom Königlichen Landes- Theater in Prag die „Messalina“ spielen, welche Rolle von dieser Dar- stellerin {on in Prag gegeben wurde. Gleichzeitig spielt am Donnerstag Hr. Emil Schönfeld vem Laube'schen St-dt-Theater -in Wien den „Marcus“ als Debüt-Rolle.

Trotzdem die Auffübrungen des „Historishen Lustspiel- Abends“ im Belle-Alliance-Theater no< täglich denselben Beifall finden, werden dieselten do< am Sonntag unterbrochen, da Hr. Direktor Wolf kontraktlich verpflichtet ift, spätestens an diesem Tage das Töpfersche Lustspiel : „Der reie Mann“ oder „Die Wasscrkur“ in Scene gehen zu laffen. Dieses Stü>k, eines der besten des beliebten Lustspiel. Dichtcrs, sell dann in nächster Zeit abwecselnd mit dem „Historischeu Luftspiel-Atend“ das Repertoir dieser Bühne beherrschen, bis diè vollständige Eröffnung des Sommergartens stattfinden kann.

Redaeteur : F. Prehm.

Berlint

Veriag der Expedition (Kessel). Dru>! W. Elsner. Drei Beilagen

Sachsen-Coburg-Gotha, die Fürstenthümec Revß und Schaumburg- Lippe je 1 Auésteller. Se. Kaisczlihe und Königliche Hoheit der

(eins{ließli< Börsen-Beilage), ( außerdem ein Fahrplau der Chemniß - Kom%tauer Eisenbahn.

zum Deutschen Reichs-A

Personal-Veränderungen

Königlich Preußische Armee. tcvee-Fähnriche 2. Der e S1 aan Hre Wiesbaden, 22. April. Prinz Wilhelm ¿u Sachien-ZWel- mar, Hoheit, 'Sec. Lt. im us. eat. Nr. 14, in das Jäger-Bat.

Dffitiere, Ernennungen,

Beförderungen und Verseßungen.

Nr. 10 verseßt. Wiesbaden, 27. April. Aßmuß, vom 2. S elan, Rect als ganzinvalide ausgeschiedener Wattmstr., der Charakter als Sec. Lt. verliehen und gleichzeitig als Sec. Lt. bei dem Invalidenhause in Berlin angestellt. 4

Abschiedsbewilligungen. Si arten Heere. Berlin, 15. April. Frhr. von u. zu Gilsa, Major a la suite des 2. Garde-5 eld-Art. Regts., in Folge sciner Anfteliung als Jn- tendant des Theaters zu Cassel, mit der Erlaubniß zum Tragen sei- ner biéberigen Uniform autgeshieden. Wiesbaden, 25. April. v. Arnswald 11, Großherzogl. Sächs. Overst-Lt. a. D., in den Verband der Preuß. Armee, ur.d zwar als Oberst-Lt. a. D. mit der Erlaubniß zum Tragen der Uniform des Jnf. Regts. Nr. 94, auf- genommen. i L

Beamte der Militärverwaltung. Dur< Verfügung des Kriegs-Ministeriums. Den 2. April. Simon, Reserve-Magazin- Rendant in Rendskurg, zur probeweisen Wahrnehmung der Proviant- meister- Geschäfte nah Torgau, Volkmann, Proviantamts-Contreleur in Coblenz, als Res. Magazin-Rendaut na< Rendsburg, Wenß>e,

roviantamts - Controleur in Spandau, na< Coblenz, Starke,

Di Magazin-Verwalter in Pr. Stargardt, unter Beförderung zum Proviantamts- Controleur na< Spandau, Lauterbach, Proviant- amts-Assist. in Saarlouis, als Depot-Magazin-Verwalter nah Pr. Stargardt, v. Zawadzki, Proviantamts- Assist. in Rathenow, nah Saarlouis, Bremer II., Proviantamts-Assist. in Berlin, nach Ra- thenow, verseßt. Den 21. April. E>ardt, Boe>er, Pro- viantmstr. ad int. in Oldenburg resp. Rathenow, zu etatsmäßigen Proviantmstrn. ernannt.

Königlich Bayerishe Armee.

Offiziere, Portepee-Fähnrihe 2c. Ernennungen, Beförderungen und Verseßungen. Im aktiven Heere. Den 13. April. Köppel, Sec. Lt. vom 3. Jäger-Bat., zum Bataillons-Adjut. ernannt. Den 17. April. Ritter v. Xylander und Frhr. v. Godin, Oberst-Lts. und Abtheilungs-Chefs, Frhr. v. Zoller, Hauptm. im Generalstabe, Schinner, Major und funftionirender Abtheilungs - Chef, im Infanterie - Leib - Regt, Weißmann, Major und Referent im s. Infanterie - Regt. Dürcig, Major und Referent im 4. Chepauleg. Regt., Mieg,, Major und Referent im 3. Feld-Artill. Regt, Screyer, Hauptm. im 4. Feld-Art. Regt., Gläser, Major und Referent im Ing. Corps, Ritier v. S<allern, Pr. Lt. im 2. Pion. Bat., sämmtlich Offiziere des Kriegs-Miaifteriums, à la suite der Truppentheile 2c. gestellt. Den 21. April. Scholler, Hauptmann und Comp. Chef vom 11. Inf. Regt., zum Major im 15. Juf. Regt. befördert. Den 22. April. Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, Sec. Lt. vom 1. Chevauleg. Regt., auf Nachsuchen aus dem aftiven Dienste entlassen und à la suite des genaunten Truppentheils gestellt. Den 24. April.* v. Breyer, Pr. Lt. zur Diêp., beim Depot des 4. Inf. Regts. in Verwendung genommen.

42 Beurlaubteustande. Den 16. April. Endres, Sec. Lt.,, als Landw. Sec. Lt. im 4, Feld-Art. Regt., und Schi>&ell, Sec. Lt., als Res. Sec. Lt. im 1. Jäger-Bat. eingereiht. ‘Den-17. April. Frhr. v. Geyso, Landw. Sec. Lt. des 4. Chevaulegers-Regts., auf Nacsuchen in den aktiven Stand des 9. Chevaulegers-Regts,, und zwar mit dem Range vom 18. Oktober 1874 nah dem Sec. Lt. Herold verseßt. i

Abschiedsbewilligungen. Zm aktiven Heere. Den 16. April. Graf von Butler-Haimhausen, Pr. Lt. vom Funf. Leib-Regt,, Lindhamer, Pr. Lt, vom 9. Inf. Regt., Notthafft, Frhr. v. Weißenstein, Pr. Lts. vom 14. Inf. Regt, Frhr. v. Treuberg, Pr. Lt. vom s. Jäger-Bat, Rittmann, Pr. Lt. vom 1. Chevauleg. Regt., Ritter v. Mangftl, v. Furten- ba, May, Sec. Lts, vom Inf. Leib-Regt., Frhr. v. Pe<mann, Sec. Lt: vom 1. Inf. Regt., Frhr. v. Jmhof, Sec. Lt. vom 2. Inf. Regt., Peukert, Peter, Küstner, Singer, Harréx, Steigerwald, Sec. Lts. vom 4. Inf. Regt., Schäfer, Sec. Lt, vom 5. Inf. Regt., Lynker, Sec, Lt. vom 7. Inf. Regt., Behr, Seconde-Lieutenant vom 8. Inf. Regiment, Meier, Seconde-Lieut. vom 11, Inf. Regt, Reiff, Seconde-Lieut. vom 12, Inf. Regt.,

rhr. v. Se>endorff, v. Win>hler, Dölger, Zeilmeier, Ste v. Treuberg, Sec. Lts. vom 14. Inf. Regt., Fchr. v. Egloffstein, Arbeiter, Sec. Lts, vom 15. Juf. Regt., Graf v. Reigersbe ra, Sec. Lt. vom 2. Jäger-Bat., Frhr. v. d. Pfordten, Sec. Lt. vom 1. Ulanen-Regt., Ruezler, Sittler, Sec. Lts. vem 2, Feld-Art. Regi. verabschiedet. Den 17. April. Widemann, r. Lt. vom 13. Infanterie - Regiment mit Pension und der Erlaubniß zum Tragen der Uniform, sowie der Verleihung des Ansprues auf Anstellung im Militär - Verwaltungsdienste, Krausene>, Sec. Lt. vom 5. Jäger-Bat., mit Penfion und der Erlaubaiß zum Tragen der Uniform unter gleichzeitiger tax- und stempelfreier Verleihung des Char. als Pr. Lt. Beide auf Nach- suchen verabschiedet. Den 21. und 22. April. Neumeyer, Major und Bats. Commdr. vom 15. Jnf. Regt. , auf Nahsuchen mit Pen- fion zuc Disp. geftellt. Knieß, Pr. Lt. vom 13. Inf. Regt., mit Pension und der Eclaubn. zum Tragen der Unif., sowie der erl. des Anspr. auf Anst. im Militär-Verwaltungödienfte auf Nachs. verabsh Den 24. April. Frhr. v. Reihlin-Meldegg, Sec. Lt. vom 15. Inf. Regt. auf Nachsuchen mit Peasion verabschiedet. Freyberg, Port. Fähnr. vom 1, Jäger-Bataillon, vom 1. Mai l. Is, an wegen Dienstuntauglichkeit zur Disp. der Erfaßbehörden entlassen. Im Beurlaubtenstande. Den 15. April. Knorr, Hauvtm. a. D., und Sebald, Pr. Lt. a. D., den Anspru auf Anstellung im Milit Verwaltungsdienste verlichen. Den 16. April. Sci>endanßh, Landw. Sec. Lt. des 4. Inf. Regts. -Wohl- fahrt, Be>, Landw. Sec. Lts. des 12. Infanterie-Regiments, Klüspies, Landw. Seconde-Lieutenant des 14. Infant. Regts. Pichler, Landw. Sec. Lt. des 1. Jäger-Bats., Hunebald, Landw. Sec. Lt. des 2. Feld-Art. Regts, Schmaußer, Landw. Sec. Lt. der Eisenbahn-Comp, Feldner, Landw. Sec. Lt. des 1. Train- Bats, Frhr. v. Redwiß, Res. Pr. Lt. des Inf. Leib-Regts., Sw<hlotthauer, Res. Sec. Lt. des 1. Inf. Regts, Wölfle, Res. Sec. Lt. des 10. Inf. Regts., Zenetti, Res. Sec. Lt. des 12. Juf. Regts, Burr lein, Res. Sec. Lt. des 6. Jäger-Bats., Wo lf, Res. Sec. Lt. des 1. Kür. Regts, Baumann, Res. Sec. Lt. des 1. Train- Batê., Ryh iner, Res. Sec. Lt. des 2, Train-Bats., verabschiedet. Im Sanitäts-Corps. Den 16. April. Dr. Pöschel, Assift. Arzt 1. Kl. des 12. Inf. Regts., Dr. Uh1, Assist. Arzt 1, Ki. des 4. Fe!d- Artill. Regts, Dr, Wachter, Assist. Arzt 2. Kl. des 8. Inf. Regts, Dr. Prechtl, Assist. Arzt 2. Kl. des 2. Fuß-Art. Regts., Dr. Hastreiter, Laydw. Assist. Arzt. 1, Kl. vom Landw. Bezirk Bru>, Dr. Baumgärtner, Landw. Assist. Arzt 1. Kl. vom Landw. Bezirk Augsburg, Dr. Buchner, Ref. Asfist. Arzt 1. Kl.,

und Dr. Essendorfer, Res. Assist. Arzt 1. Kl. vom Landw. Bezirk

München, verabschiedet. Beamte E Militär-Verwaltung. Den 16. April.

Heiß, Sekretär von der Intendantur der 1, Div., zum Asffsefsor bei

der Intendantur des I, Armee - Corps, Scherbauer, Franz,

Erste Beilage

g v nzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Mittwoch, den 3. Mai

ersteren bei der Intendantur di

teudaytur der 2. Div., zur

nannter Verwaltung, zum Controleur bei derselben ernannt. Liziu Controleur vom Proviantamt Germersheim, zum Proviantmeister

Augsburg befördert. | / j t Cénttoleur beim Proviantamt Germertheim, Dimpfl, S

Verwaltung Germeréheim, Beide

Maßgabe der Allerhöchften Entschließung vom 29. Mai 1873, nannt.

m L D, lege he Ls s

5 fördert, Ziselsberger, Assistent von der Zn- II. Armee-Corvs, beförde Lina Be L Armen C08 eit: Müller, Recnungs Rath, zuglei) Controleur und bisheriger Vers weser dér Kaisirerstelle bei der Militärfonds-Verwaltung, zum Kassirer bei dieser Verwaltung befördert. Pebl, Rechnungs-Rath, zugleich La- zareth-Ober-Injspektor und bisheriger Verweser der Controleurftelle bei ge-

Mayer, Veterinär 1. Kl. vom 1. Ulanen-Rest.,

i: _ Inf. Regt., zum Kasernen-Inspektor bei der Garnifon- D Gua é Wm. R o GE g hi Valdmann, geprüfter Zablmeister-Aspirant vom 9. Znf. Begl., zum Assistenten bei der Garnison-Verwaltung Bayreuth, diesen nah

s, in

ec,

er-

Monatsübersiht für März 1876. TTT, (Vergl. Nr. 99 d. Bl.)

fieht in nächster Zukunft bevor.

erwählt worden.

lihen Ruhe vor fi beruht groß

gegangen und

ist, von Bogota kommend, in Panama eingetroffen und

11. März nah Centralamerika abgegangen. j In den Vereinigten Staaten von Venezuela s{einen

Verwi>elungen, vdd wis j

Sr. Majestät des Königs der Niederlande ;

günftigung des Schleihhandels und der Umtriebe p

einer friedli<hen Lösung entgegen zu gehn. Nah gut un

Amerika die Rolle des Vermittlers übernommen. Se. M

Interessen bei einem etwaigen Zusammenstoße der streiten

si egenwärtig zu gleihem Zwe>e Li L Serenilans der neuerdings dort ausgebrochenen volution. / :

In Peru herrs{<t zur Zeit Ruhe, obwohl die finanz Krisis no<h niht überwunden und die Wahlbeweg in vollem Gange ift. ano der vermuthlihzhe Nachfolger des jehigen hat eine wihtige Mission als Gesandter bei dem Hofe von

Chile. Die Bank von Arequipa zahlt in diesem Jahre Dividende von 15 Prozent. Die Regierung hat Anzahl von Halbsold - Offizieren zum aktiven

ingetroffen. E E Republik Chile erfreut fi< vollkommener Ruhe

matischen Agenten is dur die Regierung der Republik in \<ränkendem Sinne zur Sprache gekommen. Mittèelamerika. Während in Guatemala Delegirten der fünf Staaten im Begriff waren, die stellung einer Föderativ-Verfafsung zu in Honduras, unter Führung eine Revolution gegen die Regierung des

konservativ-klerikalen Partei zuneigte. General Barrios,

neuen in der Person des

Volle,

Präfidenten

Mann an der Grenze auf. Nach einigen vorläufigen U

Lösung vorausfihtli<h war. Nach den legten Nachrichten at Salvabör neuerdings Feindseligkeiten gegen Guate ausgeübt, so daß der Ausbru< des Krieges

mittelbar bevorftcht. E geben und Oer Vertretung den Minister des Aeu Samayoa, beauftragt, für die Auswartigen Angelegenheiten Don Joaquin Macal ernannt. In gleicher friegerisher

Nicaragua und Coftarica. Hier handelt es sh eine seit längerer Zeit angeregte Grenzfrage , die von größerer Bedeutung geworden if, seitdem das binet von Washington, nah mehrfachen te<hnishen Untersu

der im April

warten. Der Bau der Coftarica-Eisenbahn schreitet nur sam vorwärts, da es an Fonds zum rashern Betriebe

Assistenten von der Intendantur des 11, Armee- Corps, zu Sekretären,

dene englishe Bankhäuser in London angestrengt hat, fieht

Südamerika. Fast in allen spanisch-amerikanischen Re- publiken hat in den [ehtverflossenen E aut L Ee

äßi na des Regierungspersonals ftattgefunden, oder A lie Bn x “Manmentlich ift A pril Ver- einigten Staaten von Columbien, amtlihen Mittheilungen aufilas, der Dr. Aquileo Parra zum Präsidenten der Republik Die Wahl if ohne Störung der offents

theils auf einem Kompromiß der Parteien. Dr. A. Bastian

e zwischen der Republik und der Regierung wegen Be-

tischer Flüchtlinge dur<h die Behörden der holländischen Koferie Curaçao ausgebro<hen find und zur Unter- brehung des diplomatischen Verkehrs geführt haben,

richteter Quelle hat die Regierung der Vereinigten Staaten von fiät Korvette „Victoria“, welhe bisher zum Schuze der deutschen

Theile in den venezolanishen Gewässern gekreuzt hat, befindet an der Küste von

General Mariano Ignacio Prado, Präsidenten,

James angenommen und is bereits in London angelangt. Ob seine zeitweise Entfernung einen nachtheiligen Einfluß auf feine Kandidatur äußern wird, muß der Erfolg lehren. Der Chef der lezten Aufstände, General Pierola, befindet fih no< in

Dienste einberufen, um einen korrekten Census des Landes aufzunehmen. Die französische Korvette „Volta“ ist im Hafen von Callao

ift mit umfassenden Vorbereitungen zur Beschi>ung der Rus- stelung von Philadelphia beschäftigt. Eine Frage von allge- meinem Interesse über die Zollfreiheit der Gesandten und diplo-

berathen, brach des General Medina, Präsidenten

Eniva aus, welcher si<h auf Antrieb von San Salvador der

räfident von Guatemala, hierdur< selbst bedroht, unterftügte f E Insurrektion und gerieth auf diese Weise in Streit mit der Regierung von San Salvador, die troÿ der Wahl eines Don Andres thatsähli<h in den Händen des Ex ot Präsidenten, Morschall S nale verblieben war. Von beiden Seiten wurde mobilisirt und Guatemala stellte 15,000 Mann, Salvador 6000

andlungen zog indeß Salvador seine Truppen zurü und gab a Bad Aaforderungen Guatemala's nach, so daß eine friedliche

General Barrios hat si<h zum Heere be-

befinden si< die beiden südlihen Staaten Mittel - Amerikas,

en, ür den Bau eines interozeanis<hen Sthiffskanals auf Lin L aide dieser beiden Republiken entschieden hat. Costa- rica besorgt eine Invafion von Seiten Nicaraguas und hat ein Beobachtungscorps in der Grenzprovinz Guanacofte unter dem persönlihen Befehl des Prôsidenten Guardia aufgestellt, dasselbe aber zurü>gezogen, da die befürchtete Konzentrirung nicaraguen- sisher Truppen fi< nicht besiätigt hat. Das Resultat attfindenden Wahl des Nachfolgers des Präfi- fidenten Guerdia in Costarica ist mit der nächsten Post zu er-

Der Prozeß, den die Regierung vor zwei Jahren gegen verschie-

en» am

die

olis

ter- aje-

den

Re- ielle ung

St.

eine eine

und

be-

die Her-

der

Rter-

aber mala UN-

pern, aber Lage

um jeßt Ka- <un-

lang- fehlt.

immer seiner Entscheidung entgeg l i : das britisde Parlament vor einem Jahre über die Anleihen

1876.

„enuenn-Ä au R L E L I ZETE T

en und die Untersuchung, welche

Coßaricas und einiger anderen Republiken des \panis<hen Ame-

rika angestellt hat, sowie das Verfahren der Regier 1ng Cofta- ricas ihren Gläubigern gegenüber, find cin harter Schlag für

den Kredit und die sonst so blühenden Finanzen dieses kleinen Landes.

Die Knappschaftsvereine im Preußischen Staate im Jahre 1874.

Die Zahl der Knappschaftsvereine betrug im Jahre 1874 87, d. i. einer S als im Jahre 1873. Es schied nämlich der Knappschafts- verein der Königlichen Eisengießerei zu Berlin infolge Auflösung die- ses Werkes aus dec Zahl der Knapp|chaftêvereine aus; setne Mit- glieder traten zur Haupt-Knappschaftskasse für die aufgeiöften Staats- werke im Bezirk des Königlichen Ober-Bergamts zu Halle. - Der JFchenberger Kaappschaftsverein wurde mit dem Eschweiler Knapp- ichaftéverein vers<molzen. Dagegen trat im Ober-Berga nsbezirk Clausthal der Hannovershe Knappschaftsverein hinzu. Zu Leßterem gehören 14 Kranfenfassen und 1 allgemeine Kasse; beim allgemeinen Knappschaftsverein Nafsau wurden vier Krankenkassen _zut zweien ver- einigt, so daß nunmehr die Zahl der Krankenkassen 68 beträgt. _ Die von den Knappschaftsvereinen umfaßten Werke. bezifferten sich in ibrer Gesammtheit auf 2771 gegen 2927 im Jahre 1873 uad 9820 im Jahre 1872, das sind gegen das Vorjahr 156 oder 9,33 °/o und gegeu das Jahr 1872 49 Werke oder 1,75 °/9 weniger. Unter jenen Werken waren 2562 Bergwerke, eins{ließli< Steinsalzbergwerke und Steinbrüche, 190 Hüttenwerke und 19 Saliuen. Die Ver- minderung der Vereinswerke macht si< nur bei den Erzberzwerken bemerkbar, bei welhen sie 173 Werke betrug, während die Kohlen- bergwerke und Steinbrüche nur wenig Unterschied zeigen. Dagegen stieg die Zahl der auf Vereinêwerken beschäftigten Knappschafts- genossen im Jahresmittel von 255,408 Mann im Jahre 1873 auf 258,830 Mann im Jahre 1874, das ift ein Mehr von 1/34 °/, aller- dings eine um 9,01 ‘/9 geringere Steigerung als die von 1872 auf 1873. Diese Zahl von 258,830 Genoffen bestand aus 136,779 Stän- digen und 122,051 Unständigen. Erstere Zahl stieg gegen 1573 um 6309/6, während sie im leßtgenannten Jahre um 3,52 9/6 gestiegen war. Es fiel aber im Jahre 1874 die Zahl der Unständigen um 3,80 “%/9, während in 1873 bei dieser Klasse cine Steigerung von 11,21% statt- fand. Dies hat darin seinen Grund, daß einestheils mit den au?- geschiedenen Werken zugleich eîne große Zahl Upnständiger austrat, jo namentli< im Ober-Bergamtsbezirk Bonn, anderntheils das Be- streben Umfang gewann, die Klasse der Unständigen na< und nah zu beseitigen. Leßteres gelangte im Ober-Bergamtsvezirk Dortmund am meifteu zum Ausdru>. Jm Bezirk Bonn schieden 172 Erzberg- werke aus dem Knappschaftéverbande, und es betrug die Abnahme der unständigen Genossin 1796 Maun, während im Bezirk Dortmund die Anzahl der Vereinswerke sich nur um 1, die Anzah! der Unstän- digen dagegen um 4141 Mann verminderte. Dabei stieg im erfierzn Bezirk die Zahl der Stärdigen um" 847 und im Leßteren um 5055 Mann. O : 4 f Der Bestand an Vereinsmitgliedern beirug am 1. Jaruar 1874 134,247 ständige vollbeitragende, 1438 beurlaubte, nicht oder nit voll beitragende und 129,895 unständige Vereinsg nofsen, zusammen 965,580 Mitglieder. Die Tabellen wiesen am Sh des Jahres 1873 nur 263,190 _Vereinsgenossen na. Vas Mehr von 2390 rührt daher, daß der Muéfauer Knappschaftêvercin im Jahre 1873 3 Beurlaubte zu wenig geführt hat, welwe am *n- fang des Jahres 1874 als Bestand vorzutragen waren; der Saar brüder Knappschaftêverein 298 Mavn, welche Recoguitionêgebühr zahlen, aufgenommen hat und der Haunoversche Knappschaftéverein mit 1841 ständigen und 382 unständigen, zusammen 2223 Mapn hin- zugeireten ist; das sind 2524 Mann; wogegen der Berliner Fnapp- \caftäverein mit 67 ständigen und 25 unständigen, zusammen 92 Ge- nossen und beim Knappschaftêverein Naffau 42 Geuofsen wez:n Nichtbetrieb der betreffenden Werke fortgelaffen sind. L Der Gejammtaktgang betrug bei den Stand:gen 17,095, bei den Unständigen 33,010 und bei den Beurlaubten 849 Maun, zu)ammen

54 Mitglieder. L di fg u ug betrug 49,771 Mann, und zwar: 23,326 Ständige, 25,198 Ünständige und 1247 Beurlaubte. S

Demnach stellte sich der Mitgliederbeftand am Jabres\{luß 187: auf 140,478 Ständige, 122,083 Unftändige, gleih 262,561 vollbei- tragende Mitglieder uud 1836 nit oder nicht vollbeitragende bcur- laubte Mitglieder, zusammen: 264,397 Vereinégenossen. L

Die Mitgliederzahl überhaupt hat_ sih hiernas vermindert um 1183 oder um 0,4%. Die Zahl der Sitändigen hat sih um 6629 oder 4,89/9 vermehrt, wogegen die Zahl der Unständigen fich um ¡812 oder 6,01°/6 vermindert hat, während si< im Vorjahr nicht nur die Zahl der Ständigen um 7,03, sondern auch die der Uaständigen um

369/9 vermehrt hatte. i E 2 9 ‘An A besaßen die Vereine am E: Januar 18TE 11,278 Ganz- und 422 Halbinvaliden, in Zugang famen 2391 Ganz- und 169 Halbinvaliden; dagegen schieden aus und starben 1024 Garz- und 23 Halbinvaliden, so daß am Jahresshluß ein Bestand von 12,492 Gayz- und 513 Halbinvaliden verblieb.

Die Zahl der von den Knappschaftsvereinen im Lauf des Jahres 1874 N llten Personen belief fih auf zu'ammen C N 14,260 Jauvaliden, 18,527 Wiltwen und 32,881 Waisen; Schulgeld wurde für 53,854 Kinder gezahlt. Im Vorjahr wurden ames 61,557 Personen unterftüßt, und zwar 12,879 Invaliden, 17,6 Mittwen und 30,998 Waisen; Schulgeld wurde für 52,876 Kinder gezahli. Die Zahl der unterftüßten Personen überhaupt stieg hier- nach von 1873 zu 1874 um 6,68%, die der Invaliden um 10,76, die der Wittwen um 4,77, die der Waisen um 6,07°/o und die der Kinder, für welhe Schulgeld gezahlt wurde, um 1,85 %o: während Mae O gerung von 1872 zu 1873 bez. 8,01 9/6, 10,29 %/0, 5,86, 8,31 und 3,65 °/0 betrug :

Y i ändige Mitglieder kommen: Auf 1000 aktive ständige g E: ara

1874 __1873 WañilibalE s 6 91,33 | 95,0 A | 88,22 E O / Es E 28 i 126,93 i 28 vaterlose Waisen . . . . . 195,9 | 91329 7 | 903,11 vater- und mutterlose Waisen 17,20 s A 16,54 /

überhaupt Unterstüßte E E 415,81 Di En diesex Dur&schnittézahl erklärt sich durch die oben angegebene Steigerung der ständigen Mitglieder um nur 6,30 °/0, während sich die Zahl dieser Unterstütten um 8,02 /o vermehrt hat. J Laufe des Jahres 1874 wurden frank: 141,250 beitragende Mitglieder; das macht auf je 1000 der im Jahresmittel HOT ane Meicglieder 545,72, gegen 530,89 im Vorjahr und 560,29 im A E n Unter diesen 141,250 Krankheitsfällen befanden si< 110,470 Ga e, in wel<hen Krankenlohn für 1,781,332 Kre aae, genaue, worden ift. Mithin kamen auf je einen Krankheitsfall im urhsnitt 16,13 Tage gegen 16,85 im Vorjahr und 16,4 im Jahre 1872. 4 Die Summe der Aktiva aller Knappschaftsvereine betrug am Jahress4luß: 6,288,324 Thlr. 17 Sgr. 1 Pf.; die Summe der

noch

aifiva 25,867 Thlr. 16 Sar. 5 Pf, 10 daß sich cin oridenfreies Vermögen von 6,262,457 Lhlr. Sgr. ® P.