1876 / 127 p. 7 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

L Bekanntmachung. , Auf Grund des Privilegiums vom 31. Mai 1865 werden die bis jeßt nit zur Ausloosung gelangten Obligationen des Königsberger Landkreises L. Emission den Juhabern mit dem Bemerken ge- kündigt. daß: j 1) (V) Danitclbeiräge gegen Rückgabe der Obliga- tionen, Talons und der noch nicht fälligen Zinêcoupons am 1. Iuli 1876 in deu Vor- mnittagéftunden auf der biefigen Kreis-Kom- munal-Kafse (Jägerhofstraße Nr. 8d.) abzu- hebeu sind, : mit dem 1. Juli 1876 die Verzinsung der aus- geloosten Obligationen aufhört, für etwa fehlerde Zinscoupons der fehlende Be- trag vom Kapital abgezogen» werden wird, die gekündigten Kapitalbeträge, welche inaerbalb 30 Jahren nach dem Rückzablungétermine nicht erboten worden, sowie die innerhalb 4 Jahren nit erhcbenen Zinsen zu Gunsten des Kreises verjähren.

Bemerft wird noch, daß nunmehr sämmtliche Obli- gationen des Königsberger Landkreises I. Emission den Inhabern gekündigt sind. ;

Königsberg, den 28. Dezember 1879.

Der Kreis-Aus{ckchuß des Landkreises Königsberg,

[625] Befauntmachung, Bei der diecétjährigen Ausloosuug der Kreis- ot igationen des hiesigen Kreises sind folgende Nummern gezogen worden: L. Bon der ersten Unlcihe vom Iahre 1864: Litt, A. Nr. 33 u. 43 über 5C0 Thlr. (1600 M) ali E 9000 Lit. D. Nr. 37 u, 127 über 50 Dhlr. : (150 M) glei . L E 800 M in Summa 3300 M

LL. Dou der zweiten Auleihe vorm Iahre 1865: Litt. A. Nr. 31 über 500 Thlr. gleich 1500 Æ Ltt: D Nr: 10; 15 und 108 uber

50 Thlr. (150 M) glei 450 M

Diese Krei8obligationen we:

em Bemerken gekündigt, daß

2csten Nummezin verschriebenen

Juli d. Is. ab bei der biesigen Kreis-Kommunal- sje gegen Quittung und Rücgabe der Schuldvéer- reibungen mit den dazu gebörigen, erît nah dem } _ Juli d. Is. fälligen Zintcoupors nebft den Ta- lonê baar in Empfang zu nehmen sind. Der Geld- betrag der etwa fehlenden, unentgelilich abzus liefernden Zinêcoupons wird ‘von dem Kapital zurückbehalten werden. ab hort die Verzinsung der Kreisobligationen auf.

Gumbinnen, den 20. Januar 18 Der Kreisaus\chUß.

mit u zahlenden

p

[10295]

L Bckanntmachung.

Die Eigentbümer der am 21. Dezemler d. I. | bebufs Amortisation ausgeloosien Kulmer Kreis- } Oktiigationen und zwar: e i

x. Emission vom 1. Ianuar 1855, |

itie. A. über 1500 Æ Nr. 27. Nr: 158 1387-116. j 337 454 483 415 531 ! 646 688 und 734.

G At 300 4 Nr.

or 937 11 75) 4 1 1504 104

274 1275. j Litir- E über: 75 H Nr. ; i I]. Emission vom 1. Ianuar 1858, Littr. B, über 600 Æ Nr. 37. Littr. C. über 300 G. Nr. 18 und 54. FEL. Emisfion vom 10, Ianuar 1861.

Littr, A, über 1500 M. Nr. 6.

Littr, b. über 600 Æ. Nr. 104.

Littr. C. 300 «A Nr. 230 255-265 2:9 werden aufgefordert, vom 1. Iuli 1876 ab der ; Reinwerth derselben gegen Rückgabe der Obliga- | tienzn nebst dazu gebörenden Zins-Coupons und j Talens bei der Kreis-Kommunal-Kasse in Empfang j zu nebmen,

Gleichzeitig werden die Eigenthümer der am 18. j Dezember 1868, 30. Dezemkter 1870, 28. Dezember 1, 31, Dezember 1872, 29.

3 Dezember 1874 auégelocoster,

her UDCTr

187 zum 1, Juli 1869,

71, 1872, 1873, 1874 und 1875 gekündigten Kre18- j

bligationen

L. Emission vom 1. Ianunar 1855. Littr, A. über 1500 4 Nr. 3.

Littr. C. über 3C0 M Nr. 358 440 und Littr. D. über 150 # Nr. 1281.

ZI. Emission vom 1. Ianuar 1858. Littr. C. über 300 M Nr. 9 16 26 47 60. Littr, E. über -75 H Nr. 37 150,

IIL. Emission vom 10. Ianuar 1861. Littr. A, über 1509 4 Nr. 39

icderholt aufgefcrdert, diese Obligationen nebst 3iré Gouvors und Talons zur Empfangnahme der für dicselben unter Abzug der überhobenen Chaussceebau-Kommission

Valuta

Zir!en der unterzeichneten

einzusenden. Kulm, den 21.

«Be 4-0: Dezember 1879.

Der Vorfißende der Chaussecban-Kommissiozr j

uud Königliche Landrath, von Siumpfeldt. Bekanntmachung. E diejem Jahre dur den Kreisaus\{uß

von Otkligationen

8 üker 100 Thaler 9 100

11 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 509 100 100 z

p p » ) C DO O fa b 4 O0 ck

Q R M

ÀÂ pk

1Q 19

« 108

L

3

A Q. O. "L Q.

D ofes hi-1rdu gekündigt, Nummern verschrieb 1. Iuli d. Is. ab,

e r 5 s o , s ; - x , R 9

daß / Karpitalbeträge

H c [7

und Fesitage in den Vormittagsstunden von 9 bis Quittung und Rückgabe der Obligationen mit den

Zinscoupons nebst Talors baar in Empfang zu

p So S7iten Miyälnnositn f Do ex déiten ÜUSio0Iung,

954 999 1099 | vo

Dezember 1873 und j

( des | ind cacstehende Nummern ge };

werden den Besißern mit dem Bemerken | ' Bt 7 die in den auëgeloofsten j Gropzherzoglii olbeuburgisches cvangelisckches enen vom Ober-Schulkollegium.

glich mit Ausfluß der Sonn- !

1 Ubr bei der biesigen Kreis-Kommunalkafse gegen dazu gebßrigen, erft nach dzm 1. Juli cr. fälligen

nehmen find. Der Geldbetrag der etwa fehlenden Zinscoupons wird von dem zu zahlenden Kapital zurückbehalten werden. : Maragrabowa, den 4. Februar 1876. Der Kreis Ausschuß.

[4638] r G. = , pr Lübeckishe Staats-Aulcihe vou 1850. Die auf den 1. Juli 1876 ausgeloosten Obli- gationen dieser Anleihe: lk A. Nr. 364. 381, 518: 709; 784. T0 Q. & 1000 Sblr B. Nr. 81 375. 498. 669. 821. 847. 849.961. 1128. 1136. 1348. 1449. .1884. 1952. I L O 275, 622. 710. 858. 1001, 1036. 1059. 1 1434. 1579. 1872. 2 2617, 2999. 3092. 3 Alo L Se De Nr. 137. 138. 168. 402. 767. 947. 1320.- 1371. 1477. 158 à 100 Thlr:

500 Thlr. 1 1 209 Thlr.

so wie die zu gleicer Zeit fälligen halbjährigen Zinscoupons Ne. 58 werden an dn Werktagen vem 1. bis 15. Juli 1876 eingelöset :

in Berlin durch Herren Gebrüder Schickler

nud durch Hexren Mendelssohn & Co,

in Hamburg durch Herren Haller Söhle & Co,,

in Lübeck an der Stadtka]]e, an der leßteren von 9 bis 12 Uhr Vormittags. |

Die bei den genannten Barkhäufern in Berlin | und Hamburg bis zum 15. Juli 1876 nicht er- hobenen Beträge, werden später nur in Lübedck bezahlt

Den Coupons Nummern geordnet trag eathalterdze nd unterschriebenes beizufügen.

Die ausgelooseten Obligationen werden über den Füligfcitstermin hinaus niczt weiter ver- |

zinset. / | Es sind noH nicht ab | von der 25\ten Ausl it, D. Nr 71

cin nach Terminen, Littera und 3, die Siücfzahl und den Be- Verzeichniß

Y 4 L

ig im Januar 1868:

i à 100 Thlr. (lig im Januar 1871:

. à 200 Thlr. | 3sten Ausélocsuns, fällig im Jaruar 1872: . Nr. 1430, : Ausloosung, fällig im Juli 1872:

S à 100 Thlr. Ausloofung, fâllig im Jinuar 1873: r.-1207 O Ir,

L.

von

Cs

ry

von

ry R S r

mert

[4361]

Norddeutsche Lebensversicherungs-Bank auf Gegenseitigkeit.

Auf Grund des 4 und in Gemäßheit der §S. 26 und 27 unseres Statuts laden wir die Se

Herren Besizer von Antheils-Certifikaten der Norddeutschen Lebensverficherungs-Bank auf Gegenseitigkeit

è

u der am

Mittwoch, den 21. Juni cr,, Vormittags 10 Uhr,

im Geschäftslokale der Bauk, Zictea-Plah Nr. 65, stattfindenden Generalversammlung der Certifikat-Besißer hierdurch ergebenst ein.

stait, zu welcher wir die laut SS.

a Tagesorduung: Neuwahl für das gemäß: §. 4 ausscheidende Mitglied. Berlin, den 16, Mai 1876.

Der Verwaltungsrath.

Am 20. Juni d. I, Voruittags 11 Uhr,

Z : findet zu Posen im Bazar Z die zweite ordentliche Generalversammlung der A E Lebensversicherungsbank auf Gegenseitigkeit,

7, 8 und 9 des Statuts stimmberechtigten Mitglieder ergebenst einladen.

Eintrittskarten werden, gegen Vorzeigung der Certifikate resp. Pelicen nebst leßter Beitrag8quittung, von unserem Bureau in der Zeit vom 12. bis 19, Juni d. Is., von 9 Uhr Morgens bis 3 Uhr Nachmitta:s

verabfolgt,

[4662]

à 200 Thlr. |

¿Q IeL A9 L S

¿ D. Nx. (99. 1904. A100,

von der 38sten Auétloosung, fällig im Tat, B. Vir, G42, 2029. : C: NÉ. 1438; 3038.

D Sir. ul,

à 500 Thlr. d. 200: L L à 100, fällig im Januar 1874: “li. 1909

C. Nr. 749.

t B. Nr. 1953 A 200 5 A0

im Juli 1874:

. à 1000 Thlr.

, &:: 000

A 200

S 100

L L i ),.1834.1998. 2972. 3C61. 3142.

D. Nr. 39, 49, 440.

R . 38. 4 O S S der 41sten Ausloosung, fällig im Januar 1876 : |

Lit. À, Ne. ; ;

B. Nr. 249.539, 942. 1640. U s ct

C My (29. 000, ¿:À

500 , iv

é O De 122 1A iee L Die Ausëloc fung von ferneren 18,500 Thlrn. dieser eibe, zur Auszahlung im Januar 1877, wird am Juli 1876, Mittags 12 Uhr, im hiesigen Rath- zaufe ftattfir den.

Lübedck, den 26. 1876. Das Finanzdepartemeut-

Maf «e he

4661]

| Die Stelle des Nendauten bei der hiefigen Kreis-Gommunal-Kasse ift vakant und foll neu beseßt werden. Das Einfommen beträgt inkl, Bureau-Unkosten jäbrlich 1809 Mark. Mit der- selben ist die Verwaltung der hiesigen Stadikasse bisher faktisch verbunden gewesen, für wel? jährli ¡ 900 Mark Gehalt gezablt sind. Qualifizirte Be- i werber werden aufgefordert, ihre Bewerbungs-Ge- suche bis spätesten3 zum 15. Iuni cr. hier einzu- reichen.

Marggrabowa, den 2s Mai 1876.

Der Kreis-Aus\chuß.

Die Physifatëstelle Kreises mit dem Amtewohnsiß in Swinemünde ist durch den Tod des bisberigen Inhabers erledigt. Diejenigen Aerzte, welche si um diese Stelle be- werben wollen, werden hierdurch aufgefordert,

| Verschiedene Bekarntmachurgen- î j

ibres Lebenslaufs

Darstelluxg i Stettin,

bei uns einzurei(@:n.

Zuli 1873: |

O: 5 d . à 10060 Thlr. |

|

l j

| j j [ | | | j

| j f

|

des Usedom-Wolliner |

ibre Approbationen und souftigèn Zeugnisse, scwie die innerhalb 6 Wochen den 26. Mai 1876.

Königliche Negierung, Abtheilung des Iuuernu,

Am Großherzoglichen Marien - Gymuasium

| zu Jever isi die S | Directorstelle

u Michaeli d. I. neu zu besetzen.

Das mit der

| Stelle verbundene regulativmäßige Gehalt ‘beträgt

509— 5500 Æ er 1 d zum 15. Juni hierorts einreichen. Oldenburg, 1876 Mai 20.

[4467

H. Erdmann.

Bewerker wollen ihre Gesuche bis

]

| 4) Uebershuß an Polic2ge

[ à 500 Thlr. |-

I 4 j j

| L

Vertreter haben sich mit entiprechenter Vollmacht zu verseßen (S. 9 des Statuts). / Gegenstand der Tagesordnung bilden 1) Eröffnung der Versammlung dur den Vorsißenden des Verwaltungsrathes. 2) Bericht der Direktion über die Geschäftöthätigkeit der Bank im Jahre pro 31. Dezemkter 1875. 3) Bericht der Revifionskommisfion. 4) Decharge-Ertheilung an den Veistand. i 5) Beftätigung der Wahl des Herrn Dr. Zielewicz event. anderweite Wahl. 6) Wahl der Revifionskommifsion.

Posen, den 15. Mai !876. E E E „V esta““, Lebensversicherungsbank auf Gegenseitigkeit. Für den Verwaltungsrath : Der General-Direktor :

H. v. Nostitz- Jaeckowsalaii. Dr, RejewsKi. Präsident.

Nechuungs-Abscchluß

Der M Preußischeu Feuer-Versicherungs-Aktien-Gesellschast

aur 31. Dezember 1875.

1875 und Vorlage der Bilan g

zum Mitglied des Verwaltungsraths,

A. 243,000 31 42,789 77

Einnahme: Prämien-Reserve aus M R 2) Brandschaden-Reserv L E le es al

Prämieneinnahme geschlossene Versicherungen mit M 619,620,824 Versiche- N E E S

de r, 1,423,459/75 hren, SHildern und Zinsen

36 19 394

3/39

Ans3aabe : und Rückversicherungsvrämie abzüglih Provifion O r, Organisations- und Jnspektionskosten, DruWfacher, Fasertionen, Porto, Mietbe, Steuern und sonstige allgemeine Verwaltungskosten E E Ra Zezablte Brandfcäden inkl. Kosten nach Abzug des auf die Rückversicherung entfallen» Den Ae Le Zurüdgestellt für noch nicht regulirte mien-Uebeitrag für 1876 und spä rung entfallenden Antheils Abschreibung auf Inventar . . iesjähriger Gewinn

C C

o S e]

. . . o E. Schade +-ck lr V Lebe jbl

248,187 57 8,053

1,715,621 1

L 4 3 Ls C) n Gt

O

Vilanz-KFouto. Activa: M R O P 2 400,000

Gie der GelelliOat E N INSAIES L E «e S 4 650/90 Ngenten und anderen Debitoren . g tariumS s

Nerlust-Konto

Paisiva : 3,000,009

Grundkapital in 1000 3000 Æ 1 aus H E L e E 248,187,25 Pra : i E L 18 Reserve für noch nit regulirte L C S G S 115,971/94

3,364,159 22

Berlin, den 15. Mai 1876. E tal | As ae Preußische Feuer-Versicherungs-Aktien-Gesellschast.

Die Tirektion. L. Nauwerk.

. Az 1 G - - o 4646] Bilanz der Sächsischen Rentenversicherungs-Anstalt zu Dresden. Debitoren. am 31. Dezember 1575. Creditoren. E E A A «4 M d Kautions-Effékten-Koento . . « 500|—| Kautions-Konto 7,500 Utensilien-Konto 2,371/74 Depositen-Konto; als: _ ; Requisiten-Konto . ¿ 25 Kursdifferenz-Reserve- Konto . 13,984 31 Konto der Ausleihung Allgemeines Jahresrenten- L V 2 aua d O a aua ei als P Konto der Ausleihung auf Faust- Abfertigungs-Konto . 19,1 E A Staats- und Werthpapier-Konto Agenten-Konto E | Kassa-Konto . Buchschuldner .

auf Hy- 85 95

( es

é 33

Centralfondés-Konto; als: Rentenkapital-Konti . Erblkliafsen-Konti c €© è Erbkapital-Vertheilungs-Konto Reservefonds-Konto . . . Uebershuß-Konto . Leibrentenfonds-Ko nto

4 492,693 40 469,153 83 7,234/24 500,705 75 81,340 80 557,235 42 —16,108,3

D

26 da

r

63 4-4 59 Bei Veröffentlichung vorstehender Bilanz macht das unterzeichnete Direktorium bekannt , wähs- rend des Kalenderjahres 1875 bei der Sätsischen Rentenversicherungs-Anstalt zu Dretden - a. 618 Personen mittels 1016 Einlagen und einer Gesammt-Baarzahlung von 78,425 4 ver- sichert wurden, i cinschließlih 1 Person, mittels dem Königreiche Preußen, : b, 129 Mitglieder der Anstalt verstorben find, 4 darunter 2 Ÿ aus dem Königreiche Preußen, und c. an Jahresrenten 162,555 „# zur Auszahlung gelangten, davon , Ï 9558 im Königreiche Preußen. Dresden, am 26. Mai 1876. h: Das Direktorium der Sächsischen Rentep.versihernigs-Austalt daselbtit, Freiherr von Weisseubach, Leonhardi, Vorsitzender. Geschäftsführender.

1 Einlage und einer Gesammt-Baarzahlung von 189 K, gus

M 127.

1) Patente,

i Zweite Beilage zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlih Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Mittwoch, den 31, Mai

Zn dieser Beilage werden bis auf Weiteres außer den gerihtlichen Bekanntmachungen über Eintragungen und Löschungen in den Handels-, Zeichen-u. Musterregistern, sowie über Konkurse veröfentlit : 7) die von den Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden ausgeschriebenen Submifsionstermine,

2) die Uebersicht der anstehenden Konkurstermine,

3) die Vakanzen-Liste der durch Militär-Anwärter zu beseßenden Stellen,

4) die Uebersicht vakanter Stellen für Nicht-Militär-Anwärter,

5) die Uebersicht der anstehenden Subhastations-Termine,

6) die Verpachtungstermine der Königl. Hof-Güter und Staat8-Domänen, sowie anderer Landgüter,

1876,

8) die Tarif- und Fahrplan-Veränderungen der deutschen Eisenbahnen, 9) die Uebecsiht der Haupt-Eisenbahn-Berbindungen Berlins, i 10) die Uebersicht der bestehenden Postdampfschiff-Verbindungen mit transatlantischen Ländern,

11) das Telegraphen-Verkehrsblatt.

Der Inhalt dieser Beilage, in welcher auch die im §, 6 des Geseßzes über den Markenshuß, vom 30. November 1874, vorgeschriebenen Befanntmachungen veröfentliht werden, ersheint au in

einem besonderen Blatt unter dem Titel

Eentral-Handels-Regifter für das Deutsche Reich. x. 62»

Das Central-Handels-Register für das Deutshe Reich kann durch alle Post-Anstalten des In- und Auslandes, sowie durch Carl Heymanns Verlag, Berlin, SW., Königgräßerstraße 109, und alle

Buchhandlungen, für Berlin au durch die Erpetition: SW., Wilhelmstraße 32, bezogen werden.

Vom Central-Handelsregister für das Deutshe Reih werden heut die Nrn. 152 und 153 | | Handelsregister

ausgegeben.

Mittheilungen aus dem Patent-Bureau des Ingenieurs Herrn Carl Pieper in Dresden. Uebersicht über Erfindungs-, Zusatz-, E Ge und deren Berlängerungen,

Nr

Amerika. _ (Ver. St.)

Belgien. Canada. Dänemark.

Frankreich.

Marken wurden eingetragen vom Patente wurden ertheilt vom

Patente s

und Irland.

1876 er L 1869 ex Patente , Italien.

s | | Großbritannien \ | / l

Norwegen. Oesterr.-Ungarn. Schweden.

1

Patente wurden ertheilt vom 1. Patente wurden ertheilt:

Patente.

Preußen. Königliches Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten,

Dem Ingenieur Peter Barthel zu Frank- furt a./M. ift unter dem 27. Mai d. I. ein Patent auf Verbesserungen an Webstühlen in der durch Zeichnung und Beschreibung nahgewiesenen An-

ordnung, auf drei Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußishen Staats ertheilt worden. Dem Civil-Ingenieur Carl Kley in Bonn ift unter dem 27. Mai 1876 ein Patent auf eine durch Zeichnung und Beschreibung nach- gewiesene Steuerung an Wasserhebungs-Dampf- maschinen mit Hülfsrotation zur Hervorbringung des Ganges mit Hubtpausen auf drei Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats ertheilt WOrdEeN, Dem Ingenieur Adolf Bleichert in Leipzig ist unter dem 27. Mai 1876 ein Patent auf eine selbstthätig sich löôsende Kuppelung des Transportgefäßes mit dem Zugseile bei Draht- seilbahnen in der durch Zeichnung und Beschrei- bung nachgewiesenen Zusammenseßung, ohne Je- manden in der Anwendung bekannter Theile zu behindern, ü auf drei Jahre, yon jznem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußiichen Staats ertheilt worden.

Pateutschuz.

Der „Arbeitgeber“ bemerkt zu dem im „Engineering D. A. Polyt. Ztg.“ veröffentlihten und auch in d. Bl. abgedruckten Vorschlag, der Central- Verband deutsher Industriellen möge eine Einigung der Fndustriellen dahin anstreben, daß alle zur Ver- besserung der Industrie gemachten Vorschläge uad Erfindungen auf gemeinschaftlide Kosten und zu allgemeinem Nußen von be)onderen Ausschüssen von Sachverständigen, welhe das Vertrauen der In- dustriellen befißen, geprüt würden. „Unsere Leser wissen, daß der Central-Verband dies bereits von Anfang an in sein Programm aufgenommen hat, und es läßt fich nit leugnen, daß damit viel Gutes geschaffen wurde; ob eine solche Gliederung aber ein gutes Patentgeseß zu erseßen im Stande ist, bes zweifeln wir. Der Wiener Gewerbeverein z. B. und der zu Mühlhausen haben gleiche Einrichtungen und es int manch Gutes damit geschaffen worden. All- gemein wird indefsen nicht Gebrauch davon gemacht werden können. Die nothwendige Geheimhaltung der Versuche, und der Umstand, daß in der Regel nur der Erfinder selbst dieselben ausführen kann, be- \{ränken die Anwendung auf diejenigen, welche zu Versuchen nicht die Mittel oder niht die Gelegen- heit haben. Alle diese Vorschläge sind ret gut ge- meint, großen Werth würde aber ihre Autführung nicht haben.

Ingenieur Simon in Manchester, der mit der englishen Industrie genau vertraut ift und ebenso mit der deutschen in enger Verbindung steht, macht in einem offenen Briefe an den Patentshußverein höchst schäßenswerthe Mittheilungen Über den Einfluß des Erfindershußes auf die eng- lishe Industrie gerade vom deutshen Stand- punkt aus. Er sagt, daß seine Anschauung ih ihm während einer vieljährigen Praxis in Eng- land unwiderstehlich aufgedrängt habe; er geht da- bei niht von dem Interesse des Erfinders aus, son- dern von dem der Industrie. Eine Begründung der Zweckmäßigkeit des Patentshußes hält er nicht mehr für nöthig und verurtheilt ebenfalls den

s y auf 1873 er Patente wurden £ 50. £ 100. Patente wurden ertheilt vom 1. Januar bis 31, Dezember 1875 Zusatpatente wurden ertheilt vom 1. Januar bis 31. Dezember 1875 Patente wurden verlängert vom 1. Januar bis 31. Dezember 1875 Patente wurden ertheilt vom 1. Januar bis 30. April .

Muster wurdea ges{üßt vom 1. ‘Fanuac Dis 18, April 1876 4

2 . Ersaßtz-Patente (reïssnes) wurden ertheilt vem 1, Jan. bis 18. Patente wurden eingetragen vom 1. Januar bis 5. Mai 1876 Patente wurden ertheilt vom 1. bis 18. Januar 186. «+4 53 Patente wurden ertheilt vom 1. Januar bis 28. April 1876. . . . . 34 Zusat-Patente wurden eingetragen vom 1. Januar bis 15. März 1876 .

r o "i * . .

Die Anzahl der Gesuche um Patente betrug vom 1. Jan. bis 19. Mai 1876 , Sech3monatlicher Schuß wurde ertheilt : Vom 1. Januar b!8 19, Mai 1876 auf diesjährige Gesuche . 1875 er Patente wurden gesiegelt vom 1. Januar bis 19. vom 1. Januar bis 19, Mai 1876 B bezahlt vom 1, Jan. bis 19. Mai 1876 , 876

s G Berens; Minifterium für | ! ten.

392 310 4776 242 935

u

April 1876 .

239 1024 2113

Mai 1876 in Summa

1. Jan. bis 19, Mai 187

. "r r

De

Januar bis 31. Dezember 1875

„schücternen“ Standpunkt des Patent - Shußz- vorläufig nur das allernothwendigste zu verlangen, weil wir sonst gar nichts bekommen fönn- Das sei ein Standpunkt, den man einnehmen

| kônne, wenn man um unbereStigte Vergünftigungen | bitte, die Industiellen verlangen aber keine Vergün-

stigungen, sondern ein Gesetz, das für die ganze

| Industrie von großem Vortheil sein wird, wer sich în

England, Frankrei, Belgien oder Amerika in gewerbliben Geschäften bewegt habe, müsse das sofort erfennen. In Deutschland fehle der dort so häufige Antrieb zu Erfindungen, weil der Schuß dafür fehle. Deshalb werde auch in Deutschland notorisch wenig praktisch Nüßliches erfunden. Der erste Ge- danke zu einer Erfindung tauche häufig in Deutsch- land auf, allein auêgeführt werde er im Auslande, man dürfe ja nicht vergessen, daß Erfindungen in den allermeiiten Fällen niht mit offenen Armen empfangen werden, sondern daß selbst bei sehr guten Sachen harte Arbeit und viel Energie dazu gehöre, Leute zum Probiren und zur Anwendung neuer Er- findungen zu veranlassen.“

Zum Musterschußgesehßz schreibt die „Bayer. Handels-Ztg.":

Wir haben jüngst bezüglich des Markensbußzgesetzes bemerkt, daß vie Industriellen von den Vortheilen desselben niht in dem Maße Gebrauch gemacht haben, als es wünschenswerth erschiene. Dasselbe sind wir leider auch bezüglich des Mvstershußzgeseßes zu sagen genöthigt, so weit die Resultate des ersten Monates seiner Wirksamkeit ein Urtheil gestatten. Es ist hierbei freilich die Ungunst der gegenwärtigen Ge- \häftcverhältnisse zu berücksihtigen; immerhin könnte man aker versucht sein, zu glauben, daß die Vor- theile des Mustershußes noch nicht die gebübrende Würdigung finden. Es ist z. B. auffallend, daß Elsaß- Lothringen, dessen Industrie vor Jahren dringend den Erlaß eines Mustershußgeseßes befür- wortet hat, in der Uebersiht, welhe der „Deutsche Reichs-Anzeiger* auf Grund der in ihm veröffentliiten Eintragungen ins Musterregister, aufstellt, rollständig fehlt. Aber auch unser Mün- hen, das im Kunstgewe:be unter den Städten Deutschlands eine so hervorragende Rolle spielt, und deren Hand-lê- und Gewerbekammer ebenso wie der Kunst Gewerbeverein f. Z. so lebhaft und nach- haltig die Bestrebungen auf Erlaß eines Mufter- \chuugeseßes unterstüßt hat, ift in dieser Uebersicht ést spärlih vertreten. 24 Mustex für Goldleisten, von einem einzigen Industriellen ‘deponirt, und ein Muster für eine mehanishe Vorrihiung an Regen- {irmen (wie es scheint, ift dasselbe mehr Gebrauchs- muster) repräsentiren na dieser Zusammenstellung die ganze musterschußbedürftige fkunstgewerbliche Thätigkeit Münchens! Auch das übrige Bayern ist sehr spärlich vertreten. Es figurirt in dem Verzeichniß von diesrheinishen Städten nur noch Hof und Fürth, ern: eres mit 26 Muftern eines einzigen Fabrikanten für Erzeugnisse der Tertilindustrie, letzteres mit 1 Muster für Produkte der Holzinduftrie, außerdem Kaiserslautern mit 2 Mustern für Thonwaaren. Aus ganz Deutschland wurden im ersten Monat der Wirksamkeit des Ge- seßes 1094 Muster bezw. Modelle von 68 Urhebern argemeldet, die meisten aus Lörra, Berlin, Zerbft, Barmen, Chemnitz, Elberfeld, Bremen. Wir er- achten es für eine Pflicht der Presse, dahin zu wirken, daß die Urheber von dem lange vermißten Schutz, welchen das Geseß ihnen nunmehr gewährt hat, auch Gebrauch machen.

Zur Neform des Zahlungsverfahrens. 11

(S. Nr. 125 Reichs-Anz. 150 Central-Hand.-Reg.)

Die „Straßburger Zeitung“ leitet die Reproduktion des im Reichs-Anz. veröffent- lihten Artikels wie folgt ein :

Abonnement beträgt 1 50 Insertionspreis für den Raum einer Druckzeile 30 -.

Das Central - Handels - Register für das Deutsche Reich erscheint in der Regel täglich. Vas

Aufsehen erregt neuerdings ein in dem „(Central-

erschienener Artikel, welher den Ursachen unserer gegenwärtigen Geschäftékcisis nahzuforshen sucht und Vorschläge zur Abhülfe vorbringt. Die er- wähnte Beilage des „Reichs-Anzeigers“ berührt zu- nächst eincn sehr wichtigen, auch von uns bereits in der „Straßburger Zeitung" Nr. 62—66 dieses Jahres in den unter dem Titel: „die gegenwärtige wirtbschaftlihe Lage Deutschlands* erschienenen Ar- tifeln besprochenen Punkt, das in Deutschland übliche Zahlungsverfahren mit ungewöhnlich langen Kredit- fristen. Da durch diesen Uebelstand insbesondere auch der Handelsverkehr zwischen Elsaß-Lothringen und Deutschland empfindlich geschädigt wird, fo glauben wir, da der „Reichë-Anzeiger“ diese Frage heute gleihfalls zur Sprache bringt, gut zu thuu, wenn wir nochmals darauf zurückfommen.

Der Aufsatz \chließt mit folgenden Worten:

Der Artikel des Handelsregisters trifft, wie man zu sagen pflegt, den Nagel auf den Kopf. Lange Zahlungsfristen im gewöhnlihen Geschäftsverkehr und thôrichte Anlagén des großen Kapitals in s{hwin- delhaften Unternehmungen find zwei der Haupt- schäden, welche die gegenwärtige wuthschaftliche Lage Deutschlands berbeigeführt baben.

Ein großer Prozentsaß unserer Bevölkerung weiß leider den Werth des Kredits niht im mindesten zu würdigen. Es muß einem Jeden klar werden, daß je ra\cher der Geldumlauf vor \fich geht, um so stärker und kräftiger die Produktion. Ein Thaler, der fünfmal cirfulirt, leiftet so vicl wie fünf Thaler, die einmal cirfuliren. Einfübruug der Baarzahlung für den fleinen Verkehr, der Accepte für den größe- ren Geshäftsverkehr und Bildung von Vereinen, welche hierauf abzielen, ersheint uns als eine der

wichtigsten wirthschaftlihen Bestrebungen, welche der |

nächsten Zukunft vorbehalten bleiben.

Die Handelskammer zu Leipzig hat jeßt zufolge eines Antrages ihres Mitgliedes Herrn Heydenreih in Gemeinschaft mit der Gewerbe- fammer unter der Ueberschrift: „Das lange Borgen ein Krebs\chaden unseres wirth- \haftlihen Lebens ein Mahnwort an die Handel- und Gewerbtreibenden, sowie an unsere Mitbürger überhaupt“ folgende Ansprache erlassen:

„Von allen Einsichtigen wird anerkannt , daß das Ueberhandnehmen der unmäßig langen Kredite einen

| der hauptsächlichsten Uebelstände in unserem Han-

dels- und Gewerbéleben bildet. Die s{lechte Ge- wobnheit ist aber so tief eingewurzelt, daß auf Ab- hülfe niht zu hoffen is, wenn niht das Uebel von allen Seiten thatkräftig angefaßt wird. Der einzelne Kaufmann oder Gewerbtreibende kann wenig thun; er braucht Kredit, weil seine Kunden von ihm

Kredit beanspruchen, und er fann ihnen diesen {wer j 1

verweigern, weil er fürhten muß, fie von sich ab- spenstig zu machen und seinen Konkurrenten zuzu- führen.

Dem Handelstage liegt bereits ein Antrag vor, welcher auf eine Reform des Kreditwesens inner- halb des deutschen Handelsstandes abzielt. Die Poft- aufträge und die jeßt geplante Einrichtung, Wech}el- accepte durch die Post einzuholen, dienen dem glei- hen Zwette. In enzeren Kreisen find an verschie- denen Orten Verabredungen behufs Erzielung besserer Verhältnisse getroffen worden, bald mit günstigem, bald mit weniger günstigem Erfolg. Nachhaltige und g1ündliche Abhülfe ift aber nue möglich, wenn die Gesammtheit der Handel- und Gewerbtreibenden sih zu gleihem Vorgehen entshließt und wenn na- mentlich auch das Publikum zu der Erkenntniß fommt, daß die Abkürzung der Kredite, das Fort- s{reiten von der Borgwirthschaft zur Baarwirth- schaft im Interesse Aller und mithin auch jedes Ein- zelnen liegt.

Würde der Gewerbtreibende in den Stand geseßt, seine Rohstoffe, Werkzeuge u. \. w. stets baar zu be- zahlen, so würde er nit nur billiger, sondern auch besser kaufen. Entnimmt er sie auf Kredit, so ist er in die Hand des Verkäufers gegeben, der ihm nicht nur, wie sich von selbst versteht, den Zins- verlust in Rechnung bringen, jondern auch die Ge- fahr veranschlagen muß, die ganze Summe oder einen Theil zu verlieren, wenn jener etwa inzwischen zahlungéunfähig wird. Der Käufer, welcher baares Geld in Händen hat, erspart nicht nur diesen Auf- lag, sondern er fteht auch dem Verkäufer weit unabhängiger gegenüter: er wählt sich die Waare, wie und wo er will. Und je besser und billiger er einkauft, desto besser wird er auch wiederum seine Kunden bedienen. Jeßt if die Mehrzahl auf den Kredit angewiesen; sie getrauen sih faum, ihren Kunden die Rehnung bald zu sicken, und wenn sie es nach längerem Zögern thun, dann müssen sie oft noch Monate lang, ja über Jahr und Tag warten, troß wiederholter Mahnung. Selbst reiche Leute sind oft s{lechte Zahler, sei es aus Geiz oder nur aus Natlässigkeit. Sie sollten aber doch bedenken, daß sie dadurch dem Gewerbtreibenden 4 einen thatsächlichen Vermögensverlust zufügen, daß sie ihn um einen Theil seines redlichen Erwerbs bringen. Denn bei jedem ordentlichen Geschäftêtnann

für das Vierteljahr.

ande ¿r für das Deutsche Reich“, bekannt- | | lih einer Beilage des „Deutschen Reichs-Anzeigers“,

| aub den Kunden, die

| Nerkehr nicht

Einzelne Nummern kosten 20 S S

muß das Kapital fortwährend seine Zinsen tragen ; 90 Mark baares Geld sind dem Haudwerker mehr werth, als die Aussicht, in 10 oder 12° Monaten 100 Mark zu befommen, er fann damit in der Zwischenzeit oft viel mehr verdienen. Viele Handwerker scheinen dies freilih selber nit ein- zusehen, sonst würden fie nicht so lange zôgern, gern púnktlich zahlen, die Rechnungen zu schicken. Während das Handelsgeseßbuch die Verpflichtung zum Zinsen- zahlen für jede s{webende Schuld als selbstver- itändlich binstellt, läßt unser bürgerlihes Geseßbuch eine solche Verpflichtung erft mit der Mahnung eintreten; selbst dann ift es jedoch im gewöhnlichen üblich, Verzugszinsen zu fordern. Wohl aver läßt sich auf dem umg kehrten Wege des Rabattgebens dasselbe erreihen. Die Meister der einzelnen Gewerke brauchten sich nur dahin zu vereinigen, ihre Rechnungen pünktlich d. h. je nah “Umständen sofort mit der Waare oder doch jedesmal am Monats- oder Vierteljahrs\{lus}s? herauszus{chreiben und ie Bemerkung darauf drucken zu lassen, daß sie, dafern die Zahlung innerhalb 14 Tagen erfolgt, einen gewissen Rabatt gewähren, beispielsweise 5 oder 6 “/o (bei einzelnen Gewerken wird vielleiht ein niedri- gerer, bei anderen noch ein höherer Saß si als angem-ssen erweisen). Durch sein eigenes Interesse wird dann das Publikum ficher dahin gebracht wer- den, vünktlich zu zablen, und die Gewerbtreibenden werden sich besser dabei befinden, als bisher, wo sie viele Monate, ja nicht selten Jahre lang, auf Zah- lung warten müssen und den Nugten verlieren. Ges gen böëwillige Schuldner kann dann um so undve- denfklicher die Hülfe der gewerblichen Schußgemein- {haft oder eines ähnlichen Instituts in Anspruch genommen werden.

Mit den vorstehenden Zeilen bezwecken wir zu- näcft nur, daß die Frage in den Kreisen der Be- theiligten näher besprochen und die besten Mittel und Wege zur Abhülfe erwogen werden. Fällt un- sere Anregung zu entsprehenden Organisationen auf fruchtbaren Boden, fo find wir gern bereit, zur Durchführung mit Rath und That mitzuwirken.“

Herr Gustav Bergmann, Mitglied der Handelskammer zu Straßburg i. E., hat diesen Gegenftand bereits im Jahre 1875 in einer Bro- \chüre besprohen, welche den Titel führt: Der Baarverkauf als die Bedingung eines gesunden Handels-Kreditwesens. (Ber- lin, 1875. Verlag der „Deutshen Landes-Zei- tung“).

Der Verfasser erörtert zuerst das Wesen des Kredits und empfiehlt, um der Geschäftsführung des Großhandels und der Industrie eine \olidere Grundlage zu geben, die ftrenge Trennung der bisher in dem Begriff Kredit vershlungenen beiden Faktoren : Verkauf und Darlehen. Er- fterer soll reiner Baarverkauf, leßteres reines Darlehen sein.

Die wahrscheinlichen Folgen eines Universal- Baarverkaufes faßt Hr. Bergmann in folgenden «Säßen zusammen:

Man würde baar verkaufen, zu können.

Das Anlage- oder Betriebékapital dürfte bedeu- tend kleiner sein, durch den sih ftets erneuernden Umsaß.

Das zur Gründung eines Kapitals nöthige Dar- lehen lietze sih viel leichter beschaffen, da die vom Entlehner gebotenen Garantien reéller und ernster wären,

Die Produktion würde in die den Bedürfnissen des Konsums angepaßten Schranken einigermaßen zurück- geführt werden.

Die periodischen Krisen würden viel seltener werden.

Praktische Reformen könnten bei den Kreditinfti- tutionen, bei Gründung einer Reichsbank besonders, eingeführt werden.

Das zirkulirende Kapital wäre zu den Bedürf- nissen überaus hinreihend.

Die Zahl der Fallimente würde in bedeutendem Maße abnehmen.

Die allgemeine Lage würde an Sicherheit und an Solididät gewinnen,

Nah Beleuchtung der Frage vom Gesichts-

punkte des Großhandels und der Jndustrie be- trachtet der Verfasser die Frage auch vom Stand- punkte des Detailisten und des Konsumenten aus, und empfiehlt auch hier den Baarverkauf sowie die Baarbezahlung : __eMit Rücksicht auf die in vershiedenen Abstu- fungen besoldeten und feine täglichen Einnahmen habenden Personen, vom Arbeiter bis zum Verwal- tungsbeamten, wie aub die kleinen vermögenden Handwerker und Rentiers, drängt si, heißt es hier, eine Einwendung auf.

Man muß ohne Zweifel die Unzulänglichkeit der

um baac einfaufen

in gegebenen Augenblicken des sozialen Lebens dis- poniblen pekuniären Hülfsmittel zugeben; die Vor- iht läßt ih nicht improvisiren, aber sie ift das Resultat einer wohlgeleiteten Erziehung und einer mehr vorangeschrittenen Civilisation; das Unvorher-