1876 / 169 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Hakodate ivird der Kaiser zu Schiff Ende Juli wieder hierher urückfeßren. Es is dies, wenn man die Verlegung der Re- denz von Kioto nah Yedo abrechnet, die erste größere

Reise, welche der Tenno unternimmt. Das Ziel derselben sind

diejenigen Provinzen, deren Bewohner am hartnäckigsten den

Kaiserlihen Heeren Widerstand leisteten und am zähesten an den alten Gebräuchen festhalten.

Die Begleitung des Kaisers besteht aus einer Anzahl von Beamten des Ministeriums des Kaiserlihen Hauses und des Innern, sowie aus einer Eskorte der Leibgarde.

Bis jeyt hat die Reiseabsiht des Tenno den nihcht zu unter- \hägenden praktischen Vortheil mit sich gebraht, daß auf dem ganzen Wege nah deu Norden die Straßen in umfangreihem Maße verbessert und neu hergestellt werden.

Neichstags - Angelegenheiten.

A 19. d. Mts. starb zv Lauenburg nach längeren Leiden im 76. Lebenöjahre der Reichstags- und Landtags- Abgeordnete v, Den- zin. Derselbe ist seit 1848 ununterbrochen Mitglied der preußischen Landesvertretung, und seit 1867 Mitglied des Norddeutschen und \o- dann des Deutschen Reichêtages gewesen, Während dieser ganzen Zeit gebörte er dir konservativen Fraktion in beiden genarnten parla- mentarishen Körperschaften und seit längerer Zeit dem Vorstande derselben an, in Folge dissen er auch Mitglied des Senioren-Kenvents dieser Versammlungen war.

Berlin, den 20. Juli 1876.

München, 16. Juli. (Allg. Ztg.) Die Preisjurys für die Gruppen der Kunst, der Kunftindustrie und der kunstge- werblihen Unterrichtsanstalten, soweit solhe auf der M ünchener Ausstellung zur Vertreturg gelangten, haben ihre Arbeiten in eingceherdster Weise vollendet und das Nesultat ihrer Prüfung sammt Prämiirungsvo1s{hlägen übergeben. Wir beschränken uns für heute daraur, das Resultat der Juryarbeiten für die Gruppe der kunstgewerblichen Anstalten, für welhe von Seiten der betreffen- den Regierungen Delegirte abgeordnet wurden, zur allgemeinen Kennt- niß zu bringen. Die Jury bétonte zunächst, daß bei dem heutigen Stande des kunstgewerblihcn Unterrichts in Deutschland und Oester- reih nur durch die Sorgfalt der betreffenden Regierungs- behörden bisher BVedeutndes und Großartiges geleistet wer- den konnte, und somit derartigen Anstrebungen aufrich tiger Dank gebühre. Bei der Zuerkennung von Auszeichnungen für ein- zelne Ländergruppen im Allgemeinen wurde darauf vorzugsweise Be- dacht genommen, ob in einem Lande die Pflege des kunftgewerblichen Unterrichts von Seiten der öffentlichen Verwaltung auch \ckon in einer vielseitig durcgreifenden Weise geschehe, ob eine allgemeine Or- ganisation derseiben begründet sei, und das Hauptkziel dieser Thätigkeit auf cine möglichst weite und gleihmäßige Verbreiturg der SchUlen im Lande gerichtet, endlih ob auch gegenwärtig bereits hervorragende Re- fultate solder Bestrebungen auf dem Gebiete der praktischen Gewerbs- thätisz keit nahgewiesen werden können. Hinsichtlih der Beurtheilung einzelner Anstalt.n mußte eine genaue Würdigung der lokalen Verhält- nisse, aus welchen ih1e Entstehung hergeleitet ist, von welchen ihr Gedeihen avhängt und denen sie hinwiederum zu dienen bestimmt sind, als erste Grundlage der Anschauung in Betracht gezogen werden. Es galt außerdem in ezster Linie, auf das Vorhandensein einer tüchtigen Lehr- methode, daun auf deren gewissenhafte Befolgung von Seiten der Lehrkräfte zu sehen, woran sich die Würdigung der im Lehrgange ge- brauchten Vorbilder und Hülfsmittel anschließt. Als wesentlicher Faktor für die Werthichäßung einer Schule dieser Art wurde weiter in Erwägung g: nommen: ob dieselve be:eits dem endgültigen wih- t'gsten Ziele, d. i. der Heranziehung ihrer Schüler für das praktische Gewcrbde, näher gekommen sei, oder ob sie, wenn ihr Entwicklungsgang hierfür ein zu kurzer g:wesen sein sollte, wenigstens die Keime für deu Aufscbwung zu praktischer Thätigkeit mit Wahrscheinlichkeit exkennen lasse. Jn diejer Beziehung wurde ein Hauptgewicht darauf gelegt, ob am Dite von Anfang ander à ns{chluß der SHule an eine in ihrem Bezirke chon blühende Kunstindustrie bedachtsam angebahnt und der Unterricht für denselben vorbereitet ward. Als Kategorien der Prämfirung wurden festgestellt : 1) eine silberne theilweise vergoldete Meraille 2) eine vei silberte Medaille, 3) cine bronzene Medaille, 4) ein Ehren- diplom. Bei manthen Anstalten, welche zwar theilweise Mängel zeigten, gleichwohl aber in der Autbildung des einen oder anderen Zweigs ihrer Aufgabe Treffliches leisteten, ward die Axerkennung in motivirter Weise ausgesprochen, um einen wichtigen Maßstab der Beurtheilung zur Geltung zu bringen. Nach diesen Grundsäßen wurden von der Preiéjury sieben erste Preise, fünf zweiter Klasse, 13 dritter Klasse und 2l vierter Klasse zuerkannt. Nah den Ländern, welche ausstellten, en!fielen aur Sachsen 2, Bayern 6, Preußen 2, Baden 1, Oesterreih 18 und Württemberg 17, Eine Piämiirung erster Klasse ward verlichen dem K. K. Ministerium für Kultus und Uaterriht in Wien für Förderung des österreichischen Museums und der Kunstgewerbshule daselbst; dem K. K. Handels-Ministerium daselbst für die Gründung, Erhaltung und Förderung der zahlreichen gewerklichen Fahschulen, ferner in Württem berg dem Kultus- und Unterrihts-Ménisterium und der Centralfteüe für Industrie, Handel und Gewerbe in Stuttgart. Außerdem entfielen noch Prämiirungen erster Klasse na Preußen, Bayern und Oesterreich ‘ür einzelne Staaten. Die B-kanntmachung der Prämiirungen im Einzelnen wicd später erfolgen, ebenso die Zu- endung der Auszeihnungeu und Diplome an die einzelnen Arftalten, Zweifellos hat die Vergleihung der Leistungen der in München re- präsentirten funstgewerblichen Anstalten die Ueberzeugung gewährt, daß auf diesem (Bebiete ein gedeihlicher Fortschritt fich zeigt, dessen Rückwirkuvg auf die industrielle Thätigkeit nit ausbleiben kann.

Im Namen des Ausschusses macht der Vorort Bremen fol- gendes Programm zum elften deutschen Journalistentag in Wiesbaden vom 20. bis 22, August 1876 bekannt, L. Vorver- fammlung in Frankfurt a. M. am Abend des 19, August. Sitzung des Ausschusses 5 Uhr Nachmittags. (Große Gallusgasse Nr. 1, Café Reuß.) Ebendort während des ganzen Tages Benachrichtigung über Ort und Zeit der geselligen Vereinigung der Mitglieder des Zournalistentages und ihrer Damen auf Einladung des Frankfurter Journaliften- und Schriftstelervereins. Diejenigen Mitglieder, welche niht über Frankfurt reisen, können {oa am 19, August in Wies- baden Festkarten und Wohrungsnaweise in Empfang nehmen, im Kurhause links vom Portal, und werden von dem dortigen Lokal- comité zu eirer geselligen Vereinigung im Weißen Saale der Kurhaus-

Caen Vie “ita p ; Q i auptversammlung in Wiesbaden, A. Sonntag den 20. August. Empfang der von Frankfurt mit dem 8 Uhr 10 Minu- ten dort abgchenden Morgen-Schnellzuge eintreffenden Theilnehmer 9 Uhr 11 Minuten am Bahnhof; Ausgabe von Festkarten und Wol- nungênacweisen au dieselben im Kurhause, links vom Portal. Vor- mittags 10 Uhr: Erfte Sißung im Weißen Saale des Kurhauses. Ta- Kesordnung: 1) a. Bericht des Vororts über die Geschäftsfüh: ung und 2 echnungéablage; b. Autrag auf agg von Journalistenvercinen als Mitglieder dee Journalistentages ; 2) Bericht des Genexralsekretärs über das Archiv und das Stellen-Vermittelungtbureau; 3) Vericht des Dr. Kletfe über die deutsde Schiftsteller-Pensionskasse; Korrefe rent Steiniß, Berlin; 4) die Stellung der Zeitungspresse zur ortho- graphi/chen Reform; Referent A. Lammers, Bremen; orreferent x. Schembera, Wien. Nachmittags 34 Uhr: Festmahl im Kurfaal, g S der as E Hu 7 Uhr Beate im

ro es Kurbauses unter twirk

Künstler und des städtischen Kurorchesters, E E B. Montag, den 21. August, Vormittags 9 Uhr: Zweite Siung. Tagesordnung: E regrecglofragen a, Zeugnißzwang; b. Veröffent- lihung von Gerichtsverhandiungen; c. Verweisung der Preßvergehen por die Schwurgerichte; Referent Dr. Stern, Frankfurt ; d. üdfalls-

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Bonn, 18. Juli. Heute Abend 47 Uhr is Professor Karl S imrock gestorben.

Der Vogtländische Alterthumsforschende Verein feiert am 7. Auzuft d. J. in Hohenleuben das Jubelfest seines fünfzigjäbrigen Bestehers.

Der von Professor Nordenskiöld zu seiner neuen Ex- pedition nah dem Jeniseiflusse geharterte Dampfer „Ymer“, Kapitän Ericson, traf am 10. d. M. in Drontheim ein, um die Rück- kehr Nordenskiölds von Philadelphia abzuwarten. Mit „Ymer“ kamen die Dozinten Kjellmann und Stuxberg; ersterer wird im nördlichsten Norwegen zurückbleiben, um botanishe Untersuchungen anzustellen, leßterer wird die ganze Reise mitmachen. Das Dampfschiff ist mit Proviant für ein Jchr versehen und hat einen Kohlenvorrath für wenigstens 5000 enulische Meilen. Als Handelswaaren hat es mit- genommen gegen 600 Kubikfuß Salz, Porzellan, Fensterglas, bearbei- tetes Eisen von allen Dimensionen, Gewebe, Schwefelhölzer, Pappe und Papier 2.

Kopenhagen, 19, Juli. Gestern Vormittag wu-de im Auditorium der Universitätsbibliothek die erste nordi\che Philo- logenversammlung durh den Dozenten Dr. Wimmer eröffnet. Auf Antrag des Prof. L. Ussing wurde der Konferenzrath Mavrig einstimmig zum Pcäsiden der Verjammlung, welche bereits 200 Theilnehmer zählt, gewäßkt.

Gewerbe und Handel.

In dem Kounkurèverfahren über das Privatvermögen des Banquiers Adolph Simon Abel hierselbst, Unter den

bestrafung in Preßrechtèfällen; Referent Dr. Stern, Frankfurt ; o. Be- richtigungszwang: Refereut (Ernst Scherenberg, Elberfeld; Korreferent Dr. Baer, Wirn, Nachmit:ags 3 bis 6 Uhr: Befichtigung-n. Nach- mittags 4 Uhr: Militärmusik auf dem Neroberg. Nachmittags 6x Uhr: Festtheater im Königlichen Schauspielhause. Nachmittags 8 Uhr: Festball im Kurhause; Illumination und Feuerwerk.

C. Dienstag, den 22. August, Morgens 8 Uhr: .Festfabrt auf dem Rhein; Pesichtizung der Weinkeller des Hrn. Aug. Wilhelmj in Hattenheim. Ausflug nah dem Niederwald.

_&ür den Siebenzehnten Kongreß deutscher Volks- wirthe, Bremen, 25.—28. September 1876, ist die Tagesord- nung wie folgt festgestellt worden: s. Entgegennahme etwaiger neuer Anträge von Mitgliedern, dergleichen statutenmäßig nur vor oder bet Eréffnung des Kongresses gestellt werden können. b. Berathungen über folgende Gegenstäude: 1) Der Ankauf der deuten Eisenbahnen dutch das Reich. Referenten: Dr. Alex. Meyer (Breslau), Dr. Böh- mert (Dresden). 2) Werth- oder Gewichtszölle. Referenten : Seyf- fardt (Crefeld), Dr. Herzka (Wien). 5) Die Ercneu-rung der bestehen- den und die Abschließung neuer Handelsverträge. Referenten: Lam- mers (Bremen), Dr. Weigert (Berlin), Dr. Hammacher (Berlin). 4) Die gescßlihe Regelung des Feingehalts von Gold- und Silberwaaren. Referent von Studniß (London). 4) Die voikswirths{aftlihe Bedeu- tung des Verhältnisses ¿wischen den Bau- und Betriebskosten der Eisenbahnen. Referenten von Kübeck (Wien), Dr. Faucher (Berlin), Dr. Renb\{ (Berlin). c. Wahl der ständigen Deputation zur Ge- \chäftälage für das folgende Jahr von neun Mitgliedern mit dem Rechte der Kooptation.

Die dieéjährige Delegirten-Versammlung des Nord- deutschen Baugewerke-Vereins findet vem 20. bis 24. August in Kiel statt, und wird sich dieselbe hauptsächlih mit den Fat- und Sortbildungéschulen, den Schiedsgerihten und dem Lehrlingswesen befassen. Auch das Verhältniß des Norddeutschen Baugewerken- Vereins zu dem im August in Cöln stattfindenden Delegirtentag des Vereins se!bstäaviger Handwerker und Fabrikanten soll einer geru lichen -- Besprechung unte: woxrfen werden.

Der Bodenkredit für kleinen Grundbesig in Rußland.

, Der Fürst Wassiltschikow hat in einem in St. Pctersburg er, s{hienenen Bube „Le crédit foncier en Rassie“ die Frage erörtert, 4

ob die in den Reihen der großen russischen Grundbefißer vielfach ver- breitete Meinung, als ob der Ackerbay in Rußland durch die Aufhe- bung der Leibeigenschaft plößlih einen harten Schlag erlitten habe, begründet sei. Hr JIakowlow erörtert dann weiter die im Interesse dec kleinen Grundbefißer zu O Maßregeln. Wir theilen aus dem Buche nach einem im „Journal de St. Pet.“ veröffentlichten Mutnae Folgendes mit: ährend der 12 Jahre, welche der Emanzipation yöorangingen, hat Rußland den europäisck.en Märkten nur ein jährlihes Durck- s{nittêquantum von 6,917,000 Tichetwert Getreide (1 Tschetwert = 209,902 Liter) geliefert ; während der 12 Jahre welche der Befreiung der Bauern gefolgt, hat der Export von Ce ealien die jährliche Durch- schnittèmenge von 11,125,000 Tsch. ergeben. Solchen Zahlen gegen- über 1äßt si die Ansicht, als ob der ru'sische Ackerbau dur die Eman- zipation cuinirt sei, niht mehr aufrecht erhalten. Aber doch muy man zugeben, daß für eine rone Zahl von Grundbesitern die Besreiung der Bauern das Sigual einer Krisis gewesen, die ihnen verderblich geworden uud von der sie sich nicht wieder erheben konnten. Diejenigen zumal, welche von 1862 sich um eine rationelle Bewirthschaftung ihrer Ländereien nicht gekümmert, welche die von den alten Kreditinstituten aufgenommenen Kapitalien unproduktiv verwendet hatten und welche im Ganzen ihre Mittel zur Existenz nur aus den Zinsen zogen, welche ihre Leibeiyenen ihnen in Naturalien oder in Geld (Obrok) u zahlen" hatten diese Grundbesißer sind allerdings durch die im efolge von 1861 unvermeidlich auftretende Krisis ruinirt; wen sie aber nich? unvorbereitet überrascht hat, der hat dieselbe, wenn auch allerdings niht ohne vorübergehende Verlegenheiten, im Ganzen glück- lic überstgnden.

Im Schooße ter Bauernlklafse hat fich ein ztemlich aualoges Phänomen ereignet, Die Eigenthümlichkeit der Leibeigenschaft wie jedes auf Zwang und Bevormunduna gegründeten Syftems war die gewesen, unter den Bauern ein gewisses wittleres Niveau herzustellen, das s{wer zu übersc,re.ten war, aber unter welches man auch selten den Einzelnen sinken sah. Als die Autorität und Bevormundung der Grundherren aufhörte, mußte dieser Stand der Dinge sihch sehr ändern. Der eneraiste, unternebmende, arbeilsame Bauer i} fortan frei von den F-sseln, die bisher seine Arbeit nußlos machten und daher im Stande, sich eine wirthschaftlihe Stellung zu schaffen über der, welche er bisber eingexzommen, während das schwahe, sorglose oder träge Individuum dourch keine cünstlihen Mittcl mehr auf der shiefen Ebene aufgehalten wird, auf der er zur Armuth und Noth hinabgleitet. Diese doppelte Bewegung zeigte sich sofort und man Fonnte beide Erscheinungen beobahten: auf der einen Seite ein stark he1vortretendes Streben der Bauern, Landbesiß zu erwerben oder zu pacht-n, auf der anderen ia manchen Gegenden eine Abnahme des Viel:standes, Verkäufe oder Aufgeben von Grundstücken und das Zunehmen der Zahl yon Bauern, welche den Ackerbau ‘aufgeben und von einem Tage zum andern lebten, indem sie ihren Lebensuuterhalt als Tagelöhner und Handlanger erwarben.

Diese doppelte Tendenz war der ländlichen Untersuhungskommis- sion des Jahres 1873 nit entgangen; nach ihren Erfahrungen besteht in vielen Provinzen ein großer Unterschied zwischen dem Men der im Ganzen verkauften Ländereien und dem Preise, den der Eigen- thümer erzielt, wenn er parzellirt und in Theileu von einer oder mehreren Dessiätinen verkauft. Jui Gouvernement Smolensk ist ein großer Grundbesiß fast unverkäuflib, die kleinen Parzellen werden mit 50, 75, felbst mit 100 Rbl. die Dessf. bezahlt; in dem von Sim- birsk ist der gewöhnliche Preis der Dessj. 22—25 Rbl, der Verkauf in Foracen ebt ihn auf 35—70 Rbl. In Tula ift der Preis einer Dessj. bei Verkäufen im Ganzen 15-- 80 Rbl., in einzelnen Par- ellen 109, 125, 200 und jen 400 Rbl., je nach der Güte des

errains. Solcher Unterschied erklärt sih nur aus der fortdauernden Nachfrage der Bauern nach kleineren Parzellen, die Preis so hoch hält.

ihren Aber noch andere Umstände beweisen divert ea

Linden Nr. 2, Mitinhaber der Handlung S. Abel jun. zu und Berlin, stand heute vor dem Kommissar des Konkurses, gerihts-Rath Kunau, Termin an Der | Fischer gab den Ueberschuß des Gesammtvermögens auf 615,00

an, (Mobilien und Jmwmobilien : an Möbeln 35,400 4, Ste Haus 15,000 #, Berliner Haus 375,000 4, Wannsee 225,000 Gesammtaktiva 650,400 Æ, davon ab bevorrechtiate Forderu Gerichtskosten 2c. 44,000 4, so daß ein Nestübershuß von 606,000 verbleibt, dem nur 6000 Thlr. Passiva Privaischulden gegenübers stehen. Im Handelsvermögen des hiesigen Hauses erscheint da eine Unterbilance von ca. 300,060 4, gedeckt durch den Plus Pa W E, bleibt ein Vermögen na Deckung aller Glä iger dem Kridar selbst von ca. 300,000 M. -

Laut Verfügung der serbischen Regierung ift bis auf Weiterts die Ausführung von Zugvieh aus Serbien verboten worde

Verkehrs-Anstalten.

Southampton, 19. Juli. Das Postdampf\chiff d Nordd. Lloyd „Rhein“, Kapt. H. C. Franke. welches am 8. Juli von New-York abgegangen war, ist gestern, 6 Ubr Nachmittags, wohlbck& halten hier anaekfommen und hat na Landuna der für Souihamvtoi bestimmten Passagiere, Post und Ladung ® Uhr Abends diz Rei nah Bremen fortgeseßt. Der „Rh -in" überbringt 428 Passagie und volle Ladung.

Baltimore, 16. Julí. Das Postdampf\chiff des Nord Lloyd „Leipzig“, Kapt. R. Hoffmann, welches am 28. Juni vo Bremen und am 1. Juli von Southampton abgegangea war, ist heute wohlbehalten hier angekommen.

Aufschwung, den der kleine Grundbesiß in Rußland gewonnen: Im? Distrikt Liubime (Gouvernement Jaroslaw) gab es zur Zeit der Auf hebung der Leibeigenschaft nur 20 Grundbesißer, die nicht zur Adels klasse gehörten; seitdem hat sih ihre Zakl auf 650 gehoben und sie rekrutiren ih fast aus\hließlich aus den Bauern des Distrikts; i dem von Kursk haben die Bauern in einem einzigen Jahre für 2 Millionen Rabel Land gekauft.

Verwalter Kaufmänn

Die Bauern sind nit weniger geneigt, die Ländereien der ade-

ligen Besißer zu pachten als zu kaufen;

aber zwischen dem Paht«- F

und dem Kaufpre‘s ift kein rihtiges Verhältniß, und der erstere fapi-#. talisirt, übersteigt gewöhnlich den leßteren bei Weitem; wenn also F

den Bauern die Mittel nit fehlten,

e l würden die Käufe noch viel häufiger sein,

Bewirthschaftung dec Linckerefe+ aus d-n Hinden d-8 Adels in die

Doch aber gcht nach und nach und unaufhaltsam die ?

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der Bauern über ein Zeichen der großen Kraft und bedeutenden |

Mittel, welche das ru|sishe Volk in seiner Gesammtheit besitzt.

.… Doch darf man auc das andere charakteristische Phänomen nicht: übersehen: Die fortwährende Zunahme der Bauera, welche fich von ihren Grundstück-n losgemaht und den Ackerbau aufgegeben haben. Und zwar geht diese Zunahme sehr {nell vor sich; so chäâßgt man na den amtlihen Berichten die Zahl der Bauern ohne Land auf 77,500 im Gouvernement Tambow, auf 93,200 in dem von Kursk und auf 98,500 iu der Previnz Kostroma. Ju 78 Distrikten zählt man im Ganzen 1,193,667 bäuerlie Haushaltungen; darunter 75,081 ganz ohne Grundbesiß und 7406, die nur den Besiß des Bodens unter ihren Hütten habe». Zu diesen Proletarierhaushaltungen zählt: man noch 16,000 amilich unter die ländlichen Gemeindemitglieder Eingetragene, denen aber kein Stück Land zugewiejen worden.

Das fortwährende Anwachsen d:s Proletariats ist ein Faktuin, dessen Ernst nicht zu verkennen ist. Bis {etzt ist das Uebel noch im Entstehen, „hm kann nech durch richtige Maßregelu vorgebeugt werden, aber jede Zögerung dürfte verderblich werden. Die Epochen, wo weise RNe- gierungêmaßregeln der wirthscaftlihen Entwick-lung neue B.hnen brechen können, sind vorübergehend, zögernde Maßregeln aber können alte Schäden nicht heilen, So war es auch im Avendlante, im Augenblick, wo- die Leibeigenschaft aufhörte, und wo die Bauern, auf si selbt an- gewiesen, fih bald außer Besiß geseßt, vom großen Grundbesiß ab» sorbirt und zum großen Theil zum Proletariat gebracht sahen. Erst gegen die Mitte dieies Jahrhunderis gründete man in Deutschland Ablösungékassen und Bankinstitute, welche den kleinea Landwirthen Ps e Ey

n Rußland konnte man- die andersws gemachten Erfahrungen O die Fehler v-rmeiden; die Ablösung der Grundstüdcke dib die freigelassenen „Bauern geschah durch Vermittelung und unter Garantie der Regierung; die heiflige Frage, welche 1861 sich zwischen die Grundherrn und Leibeigenen stellte, hat eine giückiiche und gerechte Lösung gefunden. Jn dcr Aue der den ‘Bauecn überwiesenen Ländereien ift allerdings mancher sache, daß in manchen Distrikten, fa in ganzen Gouvernements, die Parzellen nicht genügen, um die Existenz einer Haus- haltung zu sichern, und in mancher anderen Gegend der Preis dieser Terrains ihren wahren Werth weit über- trifft, Aber solche Irithümer können nicht durch allgemeine Maßregeln beseitigt werden; die Regierung kann dies Ziel nur indi- eft erreichen, indem sie den Bauern Darlebne bewilligt, um ihnen die Mittel zu gewähren, ihre zu kleinen Antheile zu arxondiren ; \olche Vorschüsse wären die Fortseßung und Rectifizirung der Atlösungs- operation, und zugleih das wirksamste Palliativ gegen die Fortschritte des ländlichen Proletariats.

Wenn der Kredit nöthig ist, um den Bauern die Erwerbung von Grund und Boden zu erleichtern, so ist er es eben so sehr, um den kleinen Landwirthen die zum Ackerbau nothwendigen Mittel zu gewähren. Seit etwa 10 Jahren sorgen die Bozen-Kreditbanken, die fih in Rußland sehc vermehrt haben, für die Bedürfnisse der ¿roßen Grundbefißer ; der kleine aber, und der Bauer vor Allem, haben aber niht den geringsten Vortheil von diesen Banken, weil dieselben nur Ländereien von einem bestimmten, den Durchschnittspreis der bäuer- lichen Grundftücke weit übershreitenden Werth hypothekari\{ beleihen, Die Bauern haben also als“ einzige Hülfs- quelle Anleihen zu Wucherzinsen, welche alle Einnahmen vershtiingen, und obenan stehen unter den Hindernissen, welche am meisten den Aufschwung des kleinen Ackerbaus hindern. Jst es an fich chon im Pow betrübend, wenn den kleinen Bcsißern der Kredit versagt wird, o ist er es doppelt in einem Lande, wo sie dem Großgrundbesiß so sehr überlegen sind, mehr als in irgend einem anderen Lande; auf 71,000 große und mittlere Besißer mit 65 Millionen Dcssjät. zählt man in Rußland 242,00 kieine Besißer mit 4x Mill. Dessjät. und 7,640,000 Bauern, deren Eigenthum eine Fläche von 122,700,600 0 u j dae be V

Das ist die jeßige Lage dec Dinge, gegen welche im zweiten Ab- schnitt des oben envähnten Werkes durch den Be eixer Mreditvègas nisation für den kleinen Grundbesiß Abhülfe gesuht wird.

Theater.

Krol{s Theater. Morgen Freitag wird insofern eine Unter- brechung des Repertoirstückes „Die Kohleuschulz'n* statthaber, als dafür das Hugo Müllersche Lebensbild „Von Stufe zu Stufe“ ab- wechselnd mit der Jacobsonschen Posse „Beriincr in Philadelphia * wieder zur Aufnahme kommen, Leßtere Posse wird vor dem ein- monatlihen Urlaubsantritt des Frl. Mejo und des Hrn. Eduard Weiß nur noch Soanabend und Montag în Scene gehen

Hr, Direktor Rosenthal wird das Gastspiel seiner Gesellschaft n Freienwalde abbrehen, um am nächsten Sonnabend bereits das Thalia-Theater am Stadtpark zu übernehmen. Als Eröff- nungsvorstellung is „Madeleine Morel* von Mosenthal in Aussicht genommen, :

Rédacteur : F. Vrehw. Verlag der &xp?cit:on (Kessel). Drud: W, Elsr.er. Drei Beilagen (einshließlich Börsen-Beilage).

Borlin:

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rrthum vorgekommen; es ist That- *

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i zum Deutschen Reichs-An

A2 169.

Politishe Monatsübersicht für Juni. V: (Vgl. Nr, 168 d. Bl.) E Nordamerika. Der Kaiser und die Kaiserin von Brasilien weilten noch in Nordamerika und besuhten die Niagarasälle, Boston, Saratoga und New-York. Von anderen Personalien is zu erwähnen, daß der Schaßsekretär Bristow aus persönlihen Gründen seine Entlassung erbeten und an seine Stelle der Senator Morill treten sollte, der dies Amt aber

nicht angenommen. g i Aus dem Senat und Repräsentantenhaus ist zu berichten, daß der erftere die von. Grant beantragte Herabsezung des Präfidialgehaltes von 50,000 Dollar auf 25,000 Dollar niht angenommen hat. Das Repräsentantenhaus genehmigte das Gesey, die Ausgabe von 20 Millionen in Silber und event. noch 10 Millionen in Silber betreffend. Präsident Grant \andte eine Botschaft an den Kongreß, welche erklärte, da die von der Regierung geforderten Kredite noch nit E seien, was bis zum 1. Juli geshehen müsse, falls dieselbe nicht in große Ver- legenheiten kommen solle, fo lege er dem Kongreß eine Resolu- tion vor, daß die Staatsausgaben bis zur Bewilligung der Kredite weiter geführt werden sollten. Der Senat erhöhte das Armeebudget um 3 Millionen. Zwei Vorlagen lehnte das Repräsentantenhaus ab, näâmlih einen Geseßentwurf betreffend die Aufhebung der Akte wegen Wiederaufnahme der Baarzah- lungen, in Erwägung zu zichen, und ebenso den Vorschlag des Präsidenten, die Ueberschüsse dieses e auf das fol- gende zu übertragen. « Dagegen formirte es die Resolution, den Präsidenten aufzufordern, mit China Verhandlungen wegen eines neuen Vertrages zur Beschränkung der chinesishen Ein- wanderung anzuknüpfen, Der Schriftwechsel mit England in der Auslieferungsfrage ift dem Hause vorgelegt worden. Grant sandte eine Botschaft, welhe die Freilassung Winslows für cinen Bruch des Au”uslieferungsverirages crklärte und sagte, er werde deshalb fortan weder eine Auslieferung mehr verlangen nochch bewilligen. Sehr wichtig ist, daß der Senat das Gese zum Schuy des Slimmrechts der Neger, mit einigen Abänderungen, angenommen hat.

Die Vorbereitungen fürdie neuePräsidentenwahl nahmen das allgemeine Interesse besonders in Anspru. Mr. Blaine, der zuerst aufgestellte Kandidat erlitt einen Schlaganfall, erholte sih gwar, räumte aber dann das Feld dem unter 7 Kandidaten mit Majorität gewählten Mr. Hayes, der die Kandidatur au annahm. Er ist 1822 zu Delaware im Staate Ohio geboren und wurde Advokat. 1858—1861 war er städtisher Anwalt in Cincinati, trat beim Bürgerkrieg in die Armee, wurde Major und bald Oberst-Lieutenant, 1862—64 Oberst, dann Brigade- General und Kongreßmitglied für Ohio, 1867 Gouverneur dieses Staates, was er noch ist. Als Vize-Präfidentschafts-Kandidat ift Mr. Hendricks aus Indiana aufgestellt.

Was die verschiedenen Anklagen und Untersuchungen betrifft, so beschloß der Senat, die gegen Belknap fortzuseßen, hat aber den Prozeß bis in den Juli vertagt; dann wurde eine neue Klage gegen Mr, Kerr, den Sprecher des Repräsentanten- hauses, wegen Bestehung erhoben, als habe er einem Lieutenant ein Patent verkauft, doch gelang es ihm, die Anklage zu wider- legen, die Untersuhung gegen den früheren Spreher Mr. Blaine geht weiter.

Berlin, Donnerstag, den 20. Juli

die stärkste Expedition, welhe noch gegen Indianer ausgerüstet worden tis, wurde gegen die Sioux geshickt. Jn den Schwarzen Bergen haben die Indianer Curtes City angegriffen, und Militärmagazine in Brand gesteckt, so daß Bundestruppen gegen sie gesandt werden mußten; in Lincoln, Nebraska sollen sie 49 Personen, die auf der Reise nah den Schwarzen Bergen waren, getödtet haben; in einem anderen Kampfe der Bundestruppen mit Indianern wurden vou ersteren 9 Soldaten getödtet, 20 mit dem Anführer verwundet. ; /

Als besondere Vorfälle sind noch zu erwähnen, daß in Mount Pleasant 5 Neger von Regulatoren gehenkt worden find; und daß in Nevada unter dem Titel „Sonnen- ritter“ ein geheimer antikatholisher Orden entstanden ift, der bezweckt, der katholishen Propaganda entgegenzuarbeiten.

Gewerbe und Sanvel.

In der gestrigen Generalversammlung der Afktien-Gesell- \chaft für den Bau landwirth schaflliher Maschinen und Geräthe und für Wagenfabrikation (H. F. Edckert) waren 612,600 Æ Aftienkapital mit 204 Stimmen vertreten. Der vorgelegte Geschäftsbericht und die Bilanz pro 1875 wurde von der Versamm- lung einstimmig genehmigt, ebenso wie die vorgeschlagene Dividende von 3% = 18 4 pr. Attie.

Bei der Sächsischen Renten-Versicherungsanfstalt zu Dresden sind nach Ausweis des das Jahr 1875 abschließzenden Rechenschaftsberihts in der 35. Jahresgesellschaft 618 Personen mit- telst Baarzahlungen im Gesammtbetrage von 76,425 4, bez. dur 94 Volleinlagen = 28,200 / und 922 Stückeinlagen = 48/225 M, oder überhaupt 1016 Einlägen im Nennwerthe von 304,800 Æ ver- sichert worden. Die Stückeinlagen aller bestehenden Jahresgesellshaf- ten find im Sammeljahre 1875 um 57,978 Æ baare Nachzahlungen und 67,601 4 durch Rentengutschrift vermittelte Nachzahlungen. oder 125,980 # überhaupt gewachsen, und haben hierbei die 290 ursprünglichen Stüdckeinlagen zu Volleinlagen sich ergänzt. Der Kassenbestand dec Anstalt betrug am 31. Dezember 1876 6,108,383 46 Die Nußungen der Anstalt im Jahre 1875 haben nach Déeckung sämmtlicher Jahresrenten, Schlußabfertigungsbeträge und Verwaltungskosten am Schlusse des gedachten Kalenderjahres einen Ueberschuß von 81,340 A ergeben, welcher, wie bisher, den Neutenkapitalen der jüngeren Altersklassen, den Leibrentenstöcken der Mitglieder der ältern Alteréklassen und“ der Erbklassenmit- glieder aller anspruchberechtigten Jahresgesellshaften zugeschlagen worden ift. Bis mit dem 31. Dezember 1875 sind in solcher Weise überhaupt 1,158,632 6 an JahresÜüberschüssen verwendet worden. Während des Jahres 1875 kamen in Abgang von den aus dem Jahre 1874 übernommenen 21,518 Versicherten 126 Personen, von ven im Jahre 1875 beigetretenen 621 Versicherten 3 Personen, folg- lich überhaupt von 22,139 Verstcherlen 129 Personen und zwar 19 Erbklassen, und 110 Altersklassenmitglieder, so daß am 31. De- zember 1875: 22,010 verschiedene Personen in der Anstalt ver- sichert waren.

Uéber die Münzumwechselung in Württemberg ist der „W. Staatsanz.“ in der Lage, nachstchende Resultate mittheilen zu tönen. Seit dem Jahre 1872 sind von dex württembergischen Staatshauptkasse theils dur die Münzumwechselung, theils durch sonstige Zahlungen dem Verkehr an Reichsmünzen und Reichskassen- scheinen zugeführt worden :

Goldmünzen . 60,794,320 £4 16,218,280 ,

1,764,841 ; 404/670 ; 5,321,245 ;

Silbermünzen . Nickelmünzen Kupfermünzen .

zeiger und Königlih Preußischen Staats-Anzriger.

2876.

Ü

Die Einlösung der bisherigen Landesmünzen hat im Jahre 1873 mit Außercoursseßung der alten Goldmünzen begonnen. ( der württembergishen Staatslzauptkasse direkt sowoht als dur Ver- mittelung von Einlösungsstellen an Münzen und payterenen Werth- zeichen der früheren Währüngen die Gesammtsumme vox 85,238,208 zum Einzug gebracht worden.

Seitdem if von

Nach Prozenten berechnet belief sh das ausgegebene neue Geld

an Goldmünzen auf 71,94 °/6, an Silber-, Nickel- und Kupfermünzen auf 21,76 9/0, an Reichskassenscheinen auf 6,20 °/0, während das einge- zogene Geld betrug an Goldmünzen 11,61 %/%, an 30,13, an Scheidemüngzen 11,91 9/, an Papiergeld und Banknoten 46,35 % Die Ausgabe der neuen Banknoten, welche an Stelle der von den öffentlichen Kassen eingezogenen alten Noten getreten Fnd, ift nicht durch Staatskassen vermittelt worden. Nah Art. 4 des Reich3- münzgeseßes vom 9. Juli 1873 beträgt für Württemberg bei einer Bevölkerung von 1,881,500 Köpfen das Maximum an Reichssilber- münzen 18,815,050 A, in i f

4,703,762 4 50 S. Den oben erwähnten Reichsfilbermünzen im Betrage von 16,218,280 # sind übrigens die im Verkehr befindlichen

Sikbermünzen

desjenigen an Nickel- und Kupfermünzen

Einthalerftücke, über deren Gesammtbetrag nähere Angaben nicht ge- macht werden können, hinzuzurechnen. N au i Ueber den Edelmetall-Verkehr Oesterreich - Ingarns in den 20 Jahren von 1855 bis 1875 theilt die „Berl. Börs. Ztg. nachstehende statistische Daten mit: Der Import an Gold im un- gemünzten Zustande betrug nah den offiziellen Angaben in den 20 Sahren 185 infl. 1874 26,411 Zollpfund, der Export im e Zeitraum dagegen nur 1238 Zollpfund; wonach von den Bezügen 25,173 Zollpfund oder 1258/1090 Zollpfund per Jahr im Inlande vere blieben. Der größte Import (11,010 Zollpfund) fand im Jahre 1856 statt, und entfiel ein namhafter Theil dieses Quantums guf die Be- züge der Nationalbank, welche auch in den Jahren 1859 und 1860 größere Mengen importirte. Die Einfuhr an ungemünztem Silber fummirt si für die Jahre 1855 bis 1874 mit 2,365,941 Zollpfund, der Exporl mit 205,315 Zollpfund, der Export mit 205,315 Zoll- pfund, die reine Einfuhr daher mit 2,160,226 Zollpfund oder per Jahr mit 108,0119/10 Zollpfund. Die größten Bezüge efffektuirte die Nationalbank in den Jahren 1856 bis 1860, n großer Theil der von Privaten eingeführten Silberbarren war selbstverständlich zur Ausprägung bestimmt und ging in Gestalt von Silbermünzen wieder in das Ausland, Es isst daher nothwendig, auch den auswärtigen Haadel in Münzen aus edlen Metallen zu beleuchten. Diesen ver- anschaulicht die folgende Uebersicht: h Goldmünzen (Os pfun Fi 5,503,559 aa 12,502,488

ana ergiebt fich ein Mehrimport an 265,797 Zollpfund Gold js deitéuidni Werthe von 160 Millionen Gulden und ein Mehrexport von 6,998,929 Zollpfund Silbermünzen im Werthe von 280 Millionen Gulden, wonach der Handel in Münzen mit einem Plus der Ausfuhr per 120 Millionen Gulden abschließt, welches fich jedoch durch die Mehrbezüge an ungemünztem Gold und Silber auf 28 Millionen Gulden reduzirt, denn der Werth der im- portirten Edelmetalle und Münzen berechnet sih für jene 20 Jahre mit 655,8 Millionen Gulden, die Ausfuhr aber mit 6839 Miklionen Gulden. Wird die im Jahre 1866 an Preußen geleistete Kriegsent- \{ädigung_ per 30 Millionen Gulden in Abzug gebracht, so resultirt noch ein Activum von 2 Millionen Gulden. Die hier mitgetheilten Ziffern exklären auch die Seitens der Oesterreichischen Nationalbank vorgenommene Umwechslung des größten Theiles ihres silbernen

Baarschatzes gegen Gold. Verkehrs-Anstalten.

New-York, 20. Juli. (W. T. B) Der Hamburge D „Gellert“ ist heute 5 Uhr Morgens hier einge“ troffen. *

Neue Streitigkeiten haben sich mit den Indianern er- hoben. 2000 Mann, nah anderen Nachrichten 3500 Mann,

Inserate für den Deutschen Reichs- u. Kgl. Preuß.

Staats-Anzeiger, das Central-Handelsregister und das

Postblatt nimmt an: die Königliche Expedition

des Deutschen Reichs-Anzeigers und Königlich n Preußischen Staats-Anzeigers:

Berlin, §. N. Wilhelm-Straße Nr. 32.

1. Steckbriefe und A oe Laon, 2, Subhastationen, Aufgebote.

3, Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen ete, 4, Verloosung, Amortisstion, Zinszahlung u. 8. Ww. von öffentlichen Papieren.

Reichska ssenscheine Ô zusammen 54,503,347 4

Oeffentlicher Anzeiger.

5, Industrielle Etablissements, Fabriken und

orladungen Grogsshande!,

dergl, 7. Literarische Anzeigen. 8, Theater-Anzeigen.

9, Familien-Nachrichten.

Subbaftationen, Aufgebote, Vor- ladungen u. dergi.

fabrik mit Wohnhaus und Arbeiterwohuungen, | mit Gartenu- und Ackeriand, groß 1 H. 47 Ar | und 68 Q.-Meter (Flur 1, 259/69, 255/69 und L) nebst dem zur Glasfabrik gehörenden Be- triebsinventar soll mit anderen zur Subhastation stehenden Jmmobilien dieser Konkursmasse am

Sitzung am

den 28. Oktober 1876, Vormittags 113 Uhr,

: “4 l tesfiger Gerichtsftelle, Zimmer Nr. 44, anbe-

Die zur Konkursmasse Franz Spielmann von | M h ; Ag

Freienohl gebörige zu Oeventrop gelegene Glas- | raumten Termine bei Vermeidung des Auss\{lusses | mit ihren etwaigen Vorzugsrechten anzumelden.

Das Präklusiv-Erkcnntniß soll in der öffentlichen

publizirt werden.

im Geschäftszimmer des

Offerten mit

entsprechender gesehen wird.

dingsbedingungen,

Mittags 12 Uhr, rift mitgetheilt.

4. September d. I., Bormittags 10 Uhr, in loco Freienohl beim Gaftwirth Tönne im Wege der nothwendigen Subhastation D den. 225

Hypothekenbuchsauszug liegt auf Bureau 1. zur Einsicht offen. e

Arusberg, den 13. Juli 1876.

Königliches Kreisgericht. Der Subhastations-Richter.

5378] Oeffeutliche Ladung : ti ersten Abtheilung des Königlichen Kreisgerichtes zu Stralsund vom 1. Zuni 1876. , Das in den Jahren 1867 und 1668 zu Barth erbaute Schoonerschiff „C. A. Beug“ ist mit dem F Rees en Stralsund unter Nr. 580 zufolge decfügung vom 3. April 1868 in das hiesige Schiffs» register eingetragen, und zwar als Eigenthum einer Rhedz:rei. Zur Leßteren gehört unter Anderen auch die Wittwe des Schiffskapitäns Wilken, wiedecver- ehelihte Zander, als Eigenthümerin von 285 sechs- zigstel Part des Schiffes. Z j Behufs Eintragung der exsten Verpfändung dieser 28} sechszigstel Part hat die Wittwe des Schiffs- kapitzäns Wilken, jeßt wiederverehelichte Zander, Bertha, geb, Hodorff, die öffentliche Ladung der zur Eintragung berechtigten Realgläubiger beantragt. Demgemäß werden alle zur Eintragung berechtigten | der Realgläubiger hierdurch geladen, ihre Forderungen und Ansprüche spätestens in dem vor dem Herrn Kreisgerichts-Rath Pütter auf

den 1.

fenden.

Verkäufe, Verpachtungen; Submissionen 2E

Die Gestellung vou Fuhren für die Truppen der 5. Division während der bevorstehenden Herbst- Uebungen zum Transport von Effekten auf Märschen und .von Verpflegungsbedürfnissen, sowie zur Beför- derung von Aerzten und Zahlmeistera soll an den Mindestfordernden verdungen werden,

Hierzu ift ein Termin auf August d, I., Bormittags 10 Uhr, in unserem Bureau, Lindenstraße Nr. 24 hierjelbst, ; anberaumt, woselbst auch die Submissionsbedingun- ' en zur Einsicht ausgelegt sind.

Offerten sind \{riftlich und versiegelt mit der Auf- {rift „Submission auf Fuhren-Gestellung“ bis zu dem bezeihnuetea Termin portofrei an uns einzu-

Fraukfurt a. O., den 18. Juli 1876. Königliche Intendantur der 5. Divifion.

vergeben werden, Termin hierzu \teht auf | Sonnabend, den 19. Augnst d. Is., Vormiitags 11 Uhr,

Begner.

Bekanutmachuug.

Edcke

ureau, sowie in der

¡ werden,

Offerten mit der Aufschrift „Lieferung von

Bekanutmachung. | Manöver-Berpfle ung“ sind {riftli und versie- Die Äusführung der Arbeiten und Materialien- | gelt vor dem bexeit

Lieferungen zum Bau

bder 19,400 Meter langen ! einzusenden.

Bartel.

d

6, Verschiedene Bekanntmachungen,

In der Börsen- beilage.

serate nehmen an: das Central - Annoncen ureau der deutschen Zeitungen f Berlin Mohrenstraße Nr. 45, die Annoncen-Expeditionen des eeFnuvalidendauk‘‘, Rudolf Mosse, Haasenstein Vogler, S: L. Daube & Co., E. lotte, Vüttner & Winter, sowie alle übrigen größeren Anuoncen-Bureaus.

——-

Unterzeichneten, Frauen- gasse Nr. 21 an, zu welchem der Einreichung von Aufschrift entgegen-

Die Pläne und Kostenanschlöge, sowie die Ver- | - 1 können täglih bei dem Unter- | » ; zeichneten eingesehen werden, auch werden die Be- 9. November 1876, | dingungen gegen Erstattung der Kopialien in Ab- | »

Dauzig, den 15. Juli 1876." Der Wasserbau - Iuspektor:

Bekauntmathnng. i

Behufs öffentlicher Verdingung des Bedarfs an Fleisch, Viktualien, Rauhfourage (Heu und Stroh), Bivaksholz und Lagerstroh für die an den Herbst- übungen der 18. Division während der Zeit vom 10, bis 24. September cr. theilnehmenden Truppen- i theile, eins{chließlich der Uebernahme der Magazini- rung und Distribution des aus Königlichen Maga- zinen zu entnehmenden Brodes und Hafers, sowie der Uebernahme des Landtransports der leßtgenann- ien Artikel von den Eisenbahnpunkten nah den Ma- nôyermagaztnen wird im Bureau der unterzeichneten Intendantur Bahnhof und Wilhelmsstraßen-

am 9. August c., Bormittags 114 Uhr,

| ein Submissionstermin abgehalten werden.

[6194] | Die Lieferungsbedingungen können in unserem ¡B Registratur der Königlichen

{ Intendantur IX. Armee-Corps in Altona eingesehen

neten Termin portofrei an uns | Dieselben werden in dem Termin in Chaussee von Bohnsack nah Steegen soll im Wege ! Gegenwart der ershienenen Submittenten geöffnet ubmission an geeignete General-Unternehmer | werden. Flensburg, den 19. Juli 1876, Königliche Intendantur der 18, Divifion.

Bekanntmachung.

Für die unterzeichnete Werft follen ca. 1,000,000 Kilo Eisenplatten bis 25 Mm. Stärke, 250,009 E von 56 Mm. do. 900,000 Winkeleisen bis 18 Mm. Shen- kelftärke,

90,000 Nieten bis 30 Mm. Dur{messer, « 140,000 Façoneisen zu Decksbalken beschafft tverden.

Lieferungsofferten sind versiegelt mit der Auf-

Cto, 161/7.) [6230]

am 14. August cr., Mittags 12 Uhr, im einzureichen. Anträge gegen

ren Beda1fsangaben in der zeichneten Werft zur Einsicht aus. Kiel, den 15. Juli 1876.

Kaiserlihe Werft.

Bekanntmachung. Die Lieferung von circa 224,000 Kilo Eisen- platten von 4 bis 15 Mm, Stärke,

bester Qualität, soll verdungen werden.

wie Qualitätsproben find bis ; Y Sonnabend, den 5. Angust cr., Nachmittags 3 Uyr, in unserem Hauptbureau niederzulegen.

gelegt und können von dieser gegeu Fr- von Æ 2,5 für Copialien, evep* auch abschriftli bezogen werden. Cto, 192

ilhelmshaven, den 19 Suli 1876. [62

Kaiserli%e Werft.

[6218]

\{rift: „Submisfion auf Lieferung von Eiseu- platten, Winkïeleisen und Nieten“ bis zu dem ureau der unterzeichneten Behörde anberaumten Tae . [

ie Lleferungouebingungen, welche auf poriofreis rstattung der Kopialien von 4 5,00

abschriftlih mitgetheilt werden, liegen nebst den nähe- Registratur der unter-

, 45,000 Kilo Winkeleisen, sowie 7250 Kilo Faconeisen, sämmtlich

Mit entsprecheuder Aufschrift versehene Offerten

Die Lieferungsbedingungen, Dimensions Verzeich- nisse c. find in unserer Registratur zux Eir sicht aus- anko-Einsendun

E M20 E G C D E N