1876 / 197 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Serben stehen bekanntlih bei Alexinaÿ und bei Banja in vor- theilhaften Stellungen konzentrirt, und man hoffte, daß es ihnen gelingen werde, die türkischen Angriffe auf ihre Verschanzungen zurückzuweisen. Als man den Vormarsh des Armee-Corps Achmed Ejub Pashas von Knjazewaß gegen Topla erfuhr,

\sechsprozentige Zinsen abzuschließen. Die Details dieses Anleihe- geschäftes wären so weit geregelt, daß die Ausgabe der 250,000 Obligationen zu 15 Rubel noch vor dem 10. September erfolgen könnte. Indessen is die Angelegenheit in \o lange nit als perfekt zu betraten, als die russishe Regierung ihre Einwilli-

über das Geschäftsjahr 1875 und 1876 vor. Die Bilanz, welche nach Bildung einer Extrareserve von 46,815 #4 für die Forderung der Ge- sellschaft an die Vereivsbank Quistorp & Co. in Liquidation, so wie einer dergleichen von 5000 M für zweifelhafte Forderungen, die Zahlung einer Dividende von 2 °/9 ermögliht, wurde genehmigt und einstim-

Erste Beilage

Preußischen Staats-Anzeiger.

1876.

mig Decharge ertheilt. Der Antrag auf Verlegung des Sclufses des Geschäftsjahres auf ultimo September wurde enom Als laufendes Geschäftsjahr soll die Zeit vom 1. Juli 1876 bis 30, Sep- tember 1877 gerechnet werden.

Wien, 21. Auguft. (W. T. B.) Der internationale Ge- treide- und Saateumarkt wurde heute vom Sektionschef Dever im Namen des Handels-Ministeriums mit einer Ansprache eröffnet, in welcher derselbe die Theilnehmer willkommen hieß und der Uater- stüßung der Staatsverwaltung versicherte. Nach Konstituirung des Bureaus, wobei Naschauer (Wien) zum Präsidenten, Wyngaert (Berlin) und Sting (Stuttgart) zu Vize-Präsidenten gewählt wur- den, erstattete der Referent Leinkauf den von ihm verfaßten Bericht über das Ergebniß der diesjährigen Ernte. Hiernah wird im Vergleich mit einer Durchschnittsernte bei der Weizenernte in Ungarn der Ausfall aur 800,000 Hektoliter, bei der Weizenernte in Cislei- thanien der Uebershuß auf 500,000 Hektoliter angeschblagen. Für Roggen wird der Ausfall in Ungarn auf 1,600,000, für Cisleithanien auf 300,060 Hektoliter beziffert. Die Gerstenernte ergiebt für Ungarn einen Uebershuß von 1,300,000, für Cisleithanien einen Ucbershuß von 1 Million Hekt»liter, die Haferernte für Ungarn einen Ueber- \{huß von 2, für Ciéleithanien einen Uebershuß von 27 Million-en Hektoliter, Die Exportfähigkeit der öster- reiis - ungarisheu Monarhie wird unter Zugrundelegung dieser Daten für Weizen auf 4, für Gerste auf 5, für Hafer auf 7 bis 8 Millionen Hektoliter geschäßt, während die Exportfähigkeit der Monarchie in Bezug auf Roggen auf das äußerste Maß beschränkt erscheint. Was die Qualität der einzelnen Fruchtarten betrifft, so sei dieselbe bei Weizen und Gerste fehr verschieden, bei Roggen gut, bei Hafer vorzüglih. Vize-Präsident Wyngaert gab darauf ein Resumé über das Ergebniß der Ernte in anderen Staaten. Hiernach erleiden im Vergleich mit einer Durchschnittsernte einen mäßigen Ausfall bei der Weizenernte England, Frankreich, Deutschland (mit Ausnahme von Bayern und Sacsen), Rumänien, die Schweiz, Schweden, Norwegen, Dänemark und Nord-Jtalien. Eine volle Weizenernte und darüber haben Bayern, Sachsen, Oesterreih und Rußland. In Roggen haben nur Rußland und Frankreich eine volle Durchschnittsernte, alle anderen Länder bleiben hinter einer solhen zurück. Ju Gerste haben nur Preußen, Süd-Bayern, England und Schweden eine {wächere Ernte, alle Übrigen Länder erzielten theils mittlere, theils gute Ergebnisse. In Hafer erleiden England, Schweden, Norwegen, Dänemark und ein Theil Preußens Ausfälle, alle übrigen Länder haben gute oder sehr aute Ergebnisse aufzuweisen.

Ein offizieller Preisbericht für den internationalen Getreide- und Saatenmarkt ist heute niht ausgegeben worden, da erft morgen eigentlicher Geschäftstag ist. Das Geschäft am Vormittag war shleppend, Nachmittags aber fand durch das gegenseitige Entgegen- kommen der Käufer und Verkäufer bedeutender Umsaß in allen Ge- treidesorten zu den am Sonnabend gezahlten Preijen ftatt.

Ueber die in Portugal ausgebrochene Handelskrisi sind über London Nachrich en eingetroffen, die, ar Börs Zins zufolge Mangel an Baargeld als Hauptursache der Kalamität an- geben und die Hoffnung ausdrüdcken, daß mit dem Eintreffen der aus London telegraphi\ch beorderten Goldsendungen die Krisis auch {hon beseitigt sein dürfte Guinea bereits telegraphisch gemeldet). Durch die gemeldete Zahlungssuspension der Bank von Por- tugal sollen mehrere Lissaboner Bankhäuser ersten und zweiten Ranges zur Einstellung ihrer Zahlungen gedrängt worden sein. Gbenso haben die Handelsbank in Oporto und die Bank von Viana de Castello ihre Zahlungen eingestellt. Vergangenen Sonnabend ift mittels Königlichen Dekrets die Einführung eines zweimonatlichen Moratoriums für alle Wechselverbindlichkeiten im gesammten Um- fange des Königreichs verfügt worden.

Verkehrs-Anstalten.

Plymouth, 21. August, (W. T. B.) Der Hamburger Pola my sav „Suevia“ ist mit 209,000 Doll. an Kontanten aus ew-York hier eing-tro ffen.

New - York, 21. August. (W. T. B) Der Dampfer „England“ der National-Dampfschiffs- Compagnie (C. Messingsche Linie) ist heute hier eingetroffen.

glaubte man allgemein, dieses Corps werde die Defiléen, welche die Straße nah Banja sperren, um jeden Preis zu forciren suchen. Ein aus R \avci datirtes Telegramm der „N. Fr. Pr.“ meldet aber, daß die Verhältnisse auf dem Kriegs\hauplate völlig verändert find, und zwar durch einen Flankenmarsh, den das Corps Achmed Ejub Paschas in zwei Tagen ausführte. Dieses Corps hat sih von Topla südwärts gewendet und die von den Serben besetzten Defiléen umgangen. Das Gros der Türken ist wahr- \cheinlich über Dervent, Nisevac und Goimanovac mar- \chirt ; kleinere Trupps sind vielleicht über die Gebirge direkt auf Rs\avci losgegangen. Die dort aufgestellten Truppentheile find nah kurzem Gefehte in die Ozren-Planina zurückgewichen. R\avci liegt etwa fünfzehn Kilometer östlih von Alexinaß und ungefähr ebenso weit \üdlich von Banja. Indem das Armee-Corps Achmed Ejub Paschas Rsavci besetzte, bedroht es gleichzeitig die Aufstellung bei Banja in der rechten Flanke und jene bei Alexinaß im Rücken. Heute hat wahrscheinlih \{chon ein größeres Treffen stattgefunden, und sein Ausgang kann, da den Serben durch die Umgehung fast alle Vortheile ihrer ver- \chanzten Stellungen geraubt find, kaum zweifelhaft sein.

Bei Coprivnica scheinen die Serben ebenfalls eine Um- gehung oder wenigstens einen Angriff in die rechte Flanke ODs- man Paschas versucht zu haben, waren aber bei diesem Unter- nehmen niht glücklih. Sie leisteten der türkishen Brigade, - die ihnen entgegengesendet wurde, zwar langen Widerstand, wichen aber \{licßlich in Unordnung auf Negotin zurü.

Der „Polit. Corr.“ wird aus Belgrad vom 16. August geschrieben :

„Die Bewegung der türkishen Armee nach dem Mo- rawathale hat bereits begonnen. Die Ursache des fasi zwölf- tägigen faktishen Waffenstillstandes, welchen Abdul Kerim Pascha den Serben gewährte, lag einzig und allein in seinen Anstrengungen, die bisherigen Verluste der türkishen Armee auszugleihen. In Wirklichkeit hat Abdul Kerim bedeutende Verstärkungen an sih gezogen. Ahmed Ejub Pascha allein ver- fügt jeßt über 58,000 Mann Jnfanterie, 17 Eskadronen Kaval- lerie und 112 Geshüße. Osman Pascha rückt mit 20,000 Mann vor. Ali Saib Pascha kommandirt 12,000 Mann Jnfanterie, 6 E2ka- dronen Kavallerie und 4 Batterien. In den detachirten Forts und dem befestigten Lager von Nis zählt man 15,000 Mann Truppen aller Waffengattungen. Die türkishe Operations-Armee gegen Serbien zählt in diesem Augenblicke mindestens 100,000 Kombattanten. Mit dieser Macht scheinen die türkishen Gene- rale nun entschieden vorwärts dringen zu wollen. Die neueften Meldungen lauten auch, daß die Vorhut Ejub Pascha's bereits den Kampf mit Horvatovich, welcher die erften Defiléen bei Topla besetzt hält, eröffnet hat. Da Tschernajef} sich in der nächsten Nähe, in Deligrad, befindet, so wird er ausgiebige und rasche Hülfe senden können. Ts\chernajeff, Leshanin und Czolak Antics verfügen über nicht weniger als 85,000 Mann mit 179 rid aud und befinden fich überdies in vortrefflihen Posi- ionen.

Die Regierung hat von dem permanenten Skupschtina:Aus- \chufse die Bewilligung zur Kontrahirung einer Anleihe von 25 Millonen Dinars nachgesuht. Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Aus\{chuß dem Verlangen entsprehen werde. Mit zwei Millionen Dukaten glaubt man den Krieg eventucll noch \echs Monate fortführen zu können. Die Regierung hat eine neue Kriegsfteuer, der die Wohlhabenden unterworfen werden (die Steuerzahler von der achten bis zur zwanzigsten Klasse) aus- geschrieben.

Man zählt bei der serbischen Armee viele Kranke, die zwar meistens genesen, die aber dennoch ärztlihe Hülfe in

großem Umfange erfordern. Es sollen bei 5000 Mann an Dysenterie, Typhus und andecen akuten Krankheiten erkrankt sein. Von den Verwundeten kommen im Durhschniit nur 60 Pro- zent auf.‘

Ein zweiter Bericht, den die „Polit. Corr.“ aus Bel- grad vom 17. August erhält, giebt u. A. Aufschlüsse über die Verhältnisse der serbishen Truppen und lautet, wie folgt:

„General Tschernajeff meldet hierher, daß er nunmehr die meisten Bataillone dem Kommando ge\schulter Offiziere an- vertraut habe. Mosfauer Kapitalisten zeigen sih niht ab- geneigt, mit dem in Petersburg weilenden \erbischen Senator Protits eine A nleihe im Betrage von 12,000,000 Francs gegen

Berlin, den 22. August 1876.

Wiesbaden, 21. August. (W. T. B.) Der elfte deutsche Journalistentag hat gestern in seiner ersten Hauptversamm- lung einstimmig eine Resolution angenommen, in welcher er sich gegen die Aenderung der Orthographie durch Vorschriften Seitens der Behörden, resp. gegen die obligatorishe Einführung von UAende- rungen der Orthographie im Schulunterricht ausspricht, dagegen sich mit einer zeitweiligen Feststellung der aus dem Leben selbst hervorgegan- genen Aenderungen einverftanden erklärt. Jn der heutigenSißung wurde eine von Dernburg beantragte Resolution angenommen, in welcher sich der Journaliftentag grundsäßlich für die straffreie Veröffentlichung wahrheitsgetreuer Sißungsberichte der Gerichte und anderer amtlicher Korporationen erklärt. Ebenso wurde die von Wenzel beantragte Re- solution auf Wahrung des Rechtes der s\traffreien Veröffentlichung wahrheitsgetreuer Parlamentsberihte angenommen. Ferner beschloß die Versammlung auf Antrag des Referenten Dr. Stern, die Erwar- tung auszusprechen, daß der Reichstag die Ueberweisung aller von amtswegen verfolgten Preßvergehen an die Schwurgerichte unbedingt festhalten werde. Endlich wurde der weitere Antrag des Referenten, Dr, Stern, den Ausshuß des Journualistentages zu beauftragen, Schritte zur Beseitigung des jeßt herrshenden Systems der Be- straafungen* wegen Rückflles bei Preßvergehen zu thun, angenommen.

Einem Artikel der „Daily News" über die englische Premierschaft entnehmen wir Folgendes: Die Premierschaft kann, fo wie fie jeßt verstanden wird, als von der Zeit Walpoles datirend angesehen werden. Von der Anstellung Sir Robert Walpoles als „First Lord of the Treasury“ (1721) an bis jeßt find 155 Jahre verflossen. Hundert und fünf Jahre, so weit man es berehnen kann, ist der Erfte Minister ein Mitglied des Unterhauses gewesen, die übrig blei- benden fünfzig Jahre hat ein Peer die Stellung inne gehabt. Ein Unterhausmitglied jedoch_ in dem sozialen Sinne des Wortes ist fselta an der Spiße der englis&en Regierung ge- wesen. 5 Herzöge haben die Ehre gehabt, Premier-Minister zu sein, nämlih Newcastle, Devonshire, Grafton, Portland und Wellington ; 1 Marquis (Rockingham) ; fieben Grafen (Wilmington, Bute, Shel- burne, Liverpool, Grey, Derby und Aberdeen); 3 Viscounts (Gode- rich, Melbourne, Palmerston); 1 Baron (Grenville); 6 Peerssöhne (Pelham, George, Grenville, Noth, Pitt d. Jüngere, Spencer, Per- ceval, Lord John Russell), Die übrig bleibenden 7 Premiers siad Walpole, Pitt d. Aeltere, Addington, Canning, Peel, Disraeli und eini Die Peerage hat fonach von 30 Premier-Ministern 23 ge-

eur.

gung zu diesem Geschäfte niht gegeben hat.

Ueber den Ausgang des Kampfes, welcher am 16. d. an der Drina fiattfand, i man ganz im Unklaren. Während Privatnachrihten den Rückzug Alimpics auf das diesseitige Drina-Ufer melden, behauptet die Regierung, es seien blos be- deutungslose Scharmügel vorgefallen, die an der militärischen Situation in jener Gegend nihts geändert haben. Indessen \cheint sich doch das Eine zu bestätigen, daß Alimpics {on längst die Cernirung von Bjelina aufgegeben hat und \ich mit dem Gros seiner Kräfte in Serbien befindet. Es is die Rede davon, \owotl die Ibar- wie die Drina: Armee als selbst- ständige Abtheilungen aufzulassen und dieselben ebenfalls dem Genera! Tschernajeff zu unterftellen, was bis jegt niht der Fall war. Der ursprünglihe Zweck dieser Armeen, die Offensive in Bosnien und Alt-Serbien zu ergreifen, ist ohnedies bereits auf- gegeben worden.“

Nußland und Polen. St. Petersburg, 20. Aug", (W. T. B.) (Auf indirektem Wege.) Se. Majestät der Kaiser Alexander wird fich Ende des Monats nah War schau be- geben. Die Organisation der Hülfs-Comités für Serbien zur Unterstüßung der Verwundeten, der Flüchtlinge und der von Haus und Hof Vertriebenen gewinnt jeßt auch n den Provinzen Rußlands die weiteste Ausdehnung. Bisher hatten vorzugsweise St. Petersburg und Moskau die Beisteuern getragen. Jetzt gehen aus den andern Landestheilen zahlreiche Unterstüßungen ein mit Zuschriften, die die Stimmung als eine wegen der gegen die Christen verübten Grausam?eiten sehr erregte schildern. In Betreff der Verleßung des rothen Kreuzes durch die Türken wird hier erwartet, daß die in Konstantinopel anwesenden Vertreter der Mächte eine be- stimmte Aufklärung Seitens der Pforte, wie weit ihre Unter- \hrift unter der Genfer Konvention Geltung habe oder nicht, herbeiführen werden.

Schweden uud Norwegen. Stockholm, 17. August. Wie erst jeßt bekannt wird, waren der König und der Kron- prinz in voriger Woche in ernster Gefahr. Auf der Rückehr von einem Besuche bei dem Grossisten Bäckstrôm auf dessen Landstelle bei dem Schlosse Ulriksdal, ging nämlih eins der Pferde durch, und sahen der König und der Kronprinz sih ge- nöthigt, aus dem Wagen zu springen, was Beiden auch ohne weiteren Unfall glücklich gelang. Wenige Sekunden darauf stürzte das Pferd und der Wagen \{chlug um; auch der Kutscher kam unbeshädigt davon.

22. August. (W. T. B.) Se. Majestät der Kaiser von Brasilien is gestern hier eingetroffen.

Dänemark. Kopenhagen, 21. August. Die König- lihe Familie wird auf der Rückreise von St. Petersburg zwei Tage auf Bornholm verweilen und die interessantesten Punkte der Insel besuhen. Der Minister des Innern begiebt sih in dieser Veranlassung dorthin. Eine Uebungsescadre, bestehend aus der Panzerbatterie „Rolf Krake“, dem Schrauben- \hooner „Absalon“ und den Dampfkanonenbooten „Falster“, „Mdben“, „Oeresund“, „Store Belt“, „Lille Belt“ und „Wille- moes“, wird zu einer längeren Expedition in den dänishen Ge- wässern am 24. d. M. in See gehen. Zum Chef der Escadre ist Commandeur Schul ernannt worden. General Ryes Monument in Fridericia wurde gestern Mittag enthüllt.

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich

M 197. Berlin, Dienstag, den 22. August

“at i i ¡e beachtenéwerthesten der ausgestellten Lokomotiven find zuerst

Die Centennial-Weltausftellung in Philadelphia. | („8 ‘er berühmten Fabrik von Baldwin in Philadelphia. Sie

V. iGpen sich äußerlich wi erber Mee urs ein außerordentliches

eumaß der Formen und saubere Krell aus. :

(era Ne, 100 d, D) es L und S bnste ist- eine für die, Lehigh Bals ¡Dab

E na dém sogenzanten ens e Bribracitkobte eingerichtet ist,

Dies is} der Glanzpunkt der Ausstellung. Die Maschinenhalle Dieses System bedingt 4 Paar gekuppelte Triebräder und einen | 2 Lokomotiven aus: eine weitspurige mit 62 zölligen E os

yerdunkelt die gesammte übrige Ausstellung Hier ist ein einheitliches, weirädrigen „pouy-track“ (vorderster Theil der Maschine), im Gegen- | je 35 Tonnen Nettogewicht, und eine lGmatlpuege ( j N R e

vewältigendes Bild geboten des menschlichen reibens und Schaffens. e zu den sonst gebräuchlichen unter dem Titel „zehnrädrige Va- | weite) mit 3 Paar 26 zölligen Triebrädern. Laufräder ha ä ie E fe

An R ai V Cich lies fann welche drei Paar gekuppelte Trieb- | gar nit; ihre Gestalt erscheint deswegen etwas abge]tump}t, aver [i

ine der bisherigen Weltausstellungen einen Vergleich aubhatten L

h der diesiährigen in T O Amerika hat hiermit etwas Groß-

bedeutende Steigungen wird sie doch fehr gut sein. L h i isons fomotiven-Bauanstalt in Wilk sbarre un artiges, Unvergleichliches geleistet] Die Halle bietet sowohl für den Fachs Die Dicksonshe Lokomoti ür den Laien ein überaus reihes Feld des Studiums und

Scranton hat 3 Maschinen geliefert, zwei weit- und eine \{chmal- mann wie für :

§ a i i e an dur d Î 1

i il, die- ; Z T Zweck sehr praktisch ift. i : neuen T De Dagemelenent, Vegegnel, Ius V A ial i Fahren Anerkennung auch in weiteren Fochkreisen erworben; in a air id S E Rae ris nidió {enigen Maschinen, deren G: find j

i i i ex Kon- ers ¿T4 4 Europa hat man es noch nicht. Aus einer Vergleichung der Raid t | solidati i pnrà ilt der Vortheil, den | Neues. L O wacher Zahl vertreten, anderentheils ist ihre Bedeutung von un solidationsmaschine und der zehnrädrigen erhe heil, A S georduter-m Werthe, aber die Vervollkommnung und die. praktische sene gewährt, bis zur Evidenz. Für höchste Stcigung bis. zu 126 Fn der Nähe der großen Corliß A S

i R O i ist di öhnli ü n | ih di Näbmaschinenfabrik von d Weise, wie die Amerikaner ihre Erfahrungen bei früheren ver Meile (engli ist die gewöhnliche Belastung für die Kon sich die Ausftellung der Näh nfa vo! eler und E 'ausgenüßt und ihre Verbesserungen gemacht haben, O Gie A vierrädrige ae E rei i rfi Aae A s E E ahe ohe Vewunderuug. E onnen. ie zehnrädrige Maschine verträgt bei einer glet « | book-sy tigt der Firma, größer etie Bedeutendste unter allen zur Ausstellung gelangten Maschinen ist Zie T st n Mine Belastung von 235 Tonnen und ge- | Schnelligkeit, weniger Abnußung E Me i: R S unbedingt die große Corliß-Dampfmaschine, welche von Hrn. George | R li eine von 169, mit anderen Worten: die normale S et als die reziproke Bewegung gewährt, Di RRS Leistungsfähigkeit der Konso!idationsmaschine ist gleich der höchsten der zehurätrigen. Derselbe Unterschied besteht aub_ bei elen Fahrbedingungen, Bei ciner Steigung 3 B. von 76 Fuß per Meile fann die Konsolidationsmaschine mit 426 Tonnen belastet werden, während die zehnrädrige höchstens mit 340, gewöhnlich aber nur mit 921 Tonnen belastet wird Der Verbrauch an Brenumaterial ist bei der Konsfolidationsmaschine 1z.ur um eine halbe Tonne Anthracitkovle per Tag größer als bei der zehnrädrigen; diese Tur Q, Tone 5E Tonnen täglih. Der Untersccied in den Maßen Heider ist jo oie Konsolidatiorsmaschine hat Cylinde? von 20 bis 24 Zoll und E von 502 Zoll Durchmesser; die zehnrädrige hat Cylinder von 18- 5 und Räder vou 48 und 54 Zoll Durchmesser. Jene übt einen Dru auf die Trieb äder vou §80,000, diese einen von 60,000 Pfund Raldwin hat noch eine andere Konjsolidationsma]chine auëêgestellt ; dieselbe if tür den Pennsylvania Rail road nah deren eigenen Zeich- nungen gebaut uxrd für bituminöôse Kohlen eingerichtet. _Sie zeigt tar dieselben Proportionen der Maschinentheile wie die erstere und au dassclbe Äxenarrangement, Nur ein gr0oßerer Unterschied ist Ie zu merken, das ist, an Stelle der gewöhnlichen, steil ablaufenden, technisch „wagon top“ genannten Feuerbüchse eive den gleihmäß - „en Drack auf die Triebfeder bewirkende, geneigte ablaufende F A bühse Das Gewicht dieser Maschine im Betriebe ift Le Pfund; der Druck auf die Triebräder beträgt 79,400 Pfund. E dritte der Baldwinschen Lokomotiven ist nach dem sogenannten Mape - ftyle und für die sogenannte Don Pedro-Seguèda Eisenbahn gebaut. Sie hat 5 Fuß 3 Zoll Spurweite und ist für bituminöse Kohle fine gerichtet. Als Personenzugmaschine mit dreï Paar Triebrädern und pony-tzuck fonstruirt, machen ihre ziemlich kleinen Räder sie us zum Frachtverkehr tauglich. Die Maschine hat einige Nehnlich E mit den europäischen Lokomotiven und trägt den Dampfdom auf der Mitte des Kessels. Für bedeutende Steigungen scheint sie sehr geeig, net. Neben ibr steht eine Baldwinsche PersonenzugmasGinE n selbe zeigt den sogenannien amerikanischen Styl und ist T Ast bituminsse Kohle eingerichtet. Sie hat Cylinder ven 17 NLAA B f und zwei Paar 284öllige Triebräder. Jhr Gewicht im Beirie e i 71 300 Pfund, der Tender faßt 2400 Gallonen. Für erste QUBOE digkeit gebaut, hat sie eine Einrichtung, vermittelst deren sie währen! der Fahrt aus einem zwischen den Schienen angebrachten Wasser- Reservoir gefüllt werden kann. Das Reservoic ift 1509 Fuß a 90 Zoll breit und 6 Zoll tief, kann also etwa 2000 Gallonen hal! E Durch ein 8'ö:mig gekrümmtes Rohr im Tender, dessen unteres vas vorn neigendes Ende durh eine Hebeleinritung gesenkt un geheben werden fann, wird das Wasser ge\s{öpft, und zur so: Sobald der Mono gra efi E eat i i i j i ies ende durch einen einfahen Vruck au N ikt, oder 38 engliicke Meilen p E Ai e Rg A Die Geschwindigkeit der Fahrt une das Por is Delluuno N Rades hat einen Are er P ertlübitne Lan, benen iebe A Wasser durch das Rohr in die DPHe, N A e Marcbins deni un Nek, mis Jeu. Sa Hebel der Maschine haben ein? lihen Strome in den Tender ergieß ‘R “undftück var Le des 5 Tonnen wiegt. Die beiden aroyen Mitte) von 9 Fuß und wiegen | Ende des Reservoirs, so wird das odr Le A L Länge von 27 Fuß, eine Höhe (in f Stü gegossen, während das Loslassen des Reservoirs wieder gehoben une E e Ee 11 Tonnen. Diejelben s s A bttea zusa mengeschraubt gehalten, bis ein anderes reo en hoh a ne E ris große Schwungrad aus verschiedene V e ét wischen den H?beln füllung vorgenommen werden kann. ZU! E den bem gewö ist, Die Triebstangen, welche M, ervin Ung 2 von 24 Fuß. Das die Maschine die MWestinghousesche Luftdru tou uen n Tie und den Kutbelarmen herstellen, baren oa D bes eingreifen, hat | lichen Drosselklappenhebel, so daß beide l E Pa 1 MEN Ha de sser vok D ar6 ift in i : Stü egossen und wiegt Zeit in Kraft tceten können; durch eine auf ; E Es einen Durchmesser von 10 Bn l atSE (duo e Fußbodea ist Bremse fann der Eiufluß jener noH. vermehrt n Su Laim 1 Pn r” jede” Theil perseiben mittelt guheierner Treppen | Matin (f für die h ent: Mein per Stunde entwe müsen und Gallerien erreicht KEL Bus Gewicht der Maschine mit allem L E gofomotiven ficht cine gan feine fan E ee Nt C rli atblue befindet sich der Lokomotiven- 5000 Pfund. \hwere und 9 Fuß D Zo Ban g r | L Ér aube L Di E n hier Die Ausstellung gelangten Lokomotiven sind brauch in Wazhington (für Meer E Terters Cnt fle daf den Ha ie vierz ikanishen Bauanstalten hervorgegangen. Daß | niedlich und zweckmäßig. An Ste f L T hex Héhe ded-Schorn- i teh a deutende amerikanische Bauanstalten nicht betheiligt | Kessel einen Wasserbebälter, dessen 0 ers N “ingeritkteh bab R n ff lend dahingegen erklärlich das gänzliche Fehlen euro- steins gleihkommt. Für Genera MORGCoN i piter We: väis h Fomotiven Die große Entfe: nung allein erkflä:t den Um- | kann sie auf en Vernon Ma meg E Fa d i ) enúgend, aber die Thatsache, daß die Amerikaner den | s{chwindigkeit von Si ei e per Stunde Fehn Robgers Werken Eurovleci Un, Lofomotivenbau überlegen sind und man aus diesem F R MeneieNt) h s E Güterzugmashine, witd Srunre f ine Kcnkurrenz herausfordern wollte, hat wohl hauptsächlich O ever 16 bis 24 Zoll und ‘Dttes O Paar Tricbräder ‘86 Zoll azu bei:etragep. ylinder 16 blf 2% D094 U!

T A E A4 L

urchmesser haben. Sie is für die Mobile- und Montgomery-Bahn ar für Holzfeuerung eingerichtet, hat daher einen kolossalen trichterartigen Schornstein. Neben versie enen sehr praftischen Vor- richtungen zum O-len der Schieber besißt sie den Voi tbeil, daß alle Ansdstrômungen durch cir:en am unteren Gade des Scho: nst.ins mün- denden Kanal ihren Weg nehmen. Die Dauforthshe Bau-Anstalt, gleichfalls aus Patterfon, stellt

\chinen* laufenden Lokomotiven, r gek x räder und vierrädrige pony-trucks haben, Das zweirädrige pony-truc bietet den Vortheil, daß es den vorderen Triebrädern {ede Neigung, die Flantschen abzuscheeren, be immt und jede hüpfende Bewegung verhindert. Das System, obwohl von Baldwin schon seit 15 Jahren in Anwendung gebracht, hat sich erst in den leßten zwei oder drei

ihrem neuen Gerade-Nadel-Syftem Nr. 6, 7 und 8 enthaitenen Be- obachtungen haben sie sämmtlich geeignet gemacht zu allen Arten von Näherei, der feinsten Stoffe wie des stärksten Leders, wie man es tägli an ihrem Stande sehen fann und dur alé Produfte ihrer Maschinen ausgestellte Proben. Diese Proben sind von großer Voll- fommenheit und übertreffen bei Weitem die Produkte irgead einer anderen Maschine. Die feinst» Schuh: und Stiefelarbeit im Leder- departement wird mit dieser Maschine erzeugt. Feblerfrei sind die Reihen der Nähte, die mit außerordentlicher Regeimäßigkeit und Ge- igkeit dahinlaufen. ; S : R Ver E Prozeß, durh den die ausgefuchteste Näh- \seide hergestellt wird, wird in jedem einzelnen Detail hier auf der Ausstellung gezeigt. Die Fabrikation von Seide ist hier bis ins Kleinste zu sehen, mit Ausnahme der Färbung. _Dile Nonotuck- Compagnie hat ihre Proben der verschiedenen im Gebrauch befind» lihen Maschinen in ihren Hauptwerken in Flozenz, Massachusetts, aus- gestellt, Dies ist die einzige Organisation, die den Prozeß der Seidenfabrikation beim Centennial verauschaulicht, und die jeder Phase der Arbeit geschenkte große Aufmerksamkeit it ein ausgezeich» neter Beweis, sowohl für das allgemeine Interesse, welhes allen hasen der Seidenfabrikation anhaftet, wie auch für den eminenten Ruf der Nonotuck Co. Diese Compagnie benußt die importirten Strä!-ne von Rohseide, die aus einem Stoff gemacht sind, der das Dünnste und Feinste ist, was man auzer Spinngweben finden tann, und doch ist jeder einzelne Strahn aus einem halben Dußend über- aus zarter Filamente, die von dem ursprünglichen Kokon ausgehen, zusammengeseßt. Die Fäden werden zuerst auf Spulen gewidckelt und darauf dur Verbindung von 4 zu 10 oder gar 20 Fäden - na der Größe der ecfordalichen Seide auf eine sehr sorgsame Weise adiue tirt, so daß in gewissen Theilen in dem Momeat innegehalten wer- den fann, wenn ein Faden reißt, oder eine Spule ausläaust; aus diese Meise wird gcuaue Gleichmäßigf-it in der Grôß2 der _dopp-lten Schnüre erzielt. Die dünnen Fäden werden zunächst Uen: gesponnen und danu zum leßtea Mal- verdoppelt ; drei S rei en fommen in Operation, wona das Ganze le cht umzewunden und glati auf in entgegenge]ecßter Richtung sich drehende Spulen de spannt wird, wonach €in Tuch (von 900 Yards) b g ist, Darauf kommt der Färbungsp:03cß, den man, _ hier aber nicht sicht, da kein Raum dazu v: rhanden ist. , Gil Ves Kochen in stauker Seifsuppe ist der erste Schritt ; dies ist nôthig, um die Seide von dem Gummi zu befreien, den fle von dem Staais annimmt; dieser Gummi bleibt während des garzen Arbeitsprozesse an der Seide hängen. Die Seide geht nun aus dem Bate hervor, und zwar herrlich glänzend; an Gewicht hat sie an H verloren. Dies erklärt es, wenn gefärbte Seide gewöhnlich zu 12 Cents = ca. 50 Pfennigen per Pfund verkauft wird; dies t das Aeg Le der 16 Tuge in ihrem natüzlihen oder Gummizustand. Es 1j hinzuzu- fügen, daß nahezu mte Aer 20 B M der Gortîse | ¿zeit werden, aus Kohlentheer prodiz den. : u Maschinerie ist hier, wie Alles von der Nonotuck GO T gebrauchte, durch die Compagnie selbst hergestellt; viel davon if & funden und von Mitgliedern der Compagnie patentirt tai) C is Alles kompakt, genau und passend zu dem verschiedenen T, Ein hübsches Stück Mechanismus, der in Roth und Blau tägli die Köpfe von 10 Fässern voll Corticell:spulen drucken fann, A s Gegenstand allgemeiner Bewunderung. Einige dieser FO Ö maschinen werden tägli zehn Stunden ang în den N der Compagnie in Florenz in Betrieb gehalt-2, Que SLGUGE ie eine richtige Idee von der Nachfrage nah Corticelli]eide giebt. C M Außer dieser Schau in der Maschinenhalle hat die Sompagn die bei Weitem größte Ausstellung von farbigen. Geidentbe! E Hauptauesstellungs-Gebäude, bestehend aus Maschineu- me Po lochmacher-, Näh: und Stickseide 1n jedem Stil und e tr Be E arrangirt. Die Ausftellung der schattirten Stikereien au Sie und in Strähnen ift besonders einzig und an Vollkommenheit sicher

ohne Rivalin.

liß von Providence (Rhode Jsland) gebaut wurde und welche die N ceibr Kraft für alle anderen Maschinen, Getriebe und E liefert Hr. Corliß sagt selbft, daß das Prinzip, nach welchem die Maschine gebaut ist, kein neues sei, Als er noch ein Anfänger N habe er hon eine nach seinem Prinzip erbaute Maschine zur ü c stellung nah dem Maryland-Institut in Baltimore gesch'ckt und da- mals habe sie keine Beachtung gefunden. Später jedoch sei ihm, ohue daß er überhaupt etwas ausgestellt, in Paris die große agneve Medaille zuerkannt worden, weil viele der französischen und belgif hen Piaschinen nach seinem Prinzip fonstruirt waren und si dasselbe an iesen bewährt habe. : A A S L DampfimasGtne ist eine Kombination von zwei Maschinen zu je 700 Pferdekraft, welche ein gemeinsames Schwungrad und nur ein Kammrad besißen, so daß N eigentl-ch nur eine Maschine genannt werden fönnen. n Maschine ist in der Mitte der ganzen Maschinenhalle piae, welhe a dieser Stelle eine Höhe von 70 Fuß Ae ; Das Kammrad steht mit der Hauptachse der Maschine in direkter Nerbindung. Diese Achse läuft quer durch das Gebäude und hat eine WUinoe von 252 Fuß. An den Enden des chaftes und an zwel e zwischen liegenden Punkt-n befinden sich Transmissionen, welche qui Riemscheiben in Verbindung stehen. Es sind im Ganzen F solcher Haupt Riemenscheiven da, von denen fieben 8 und die achte 9 Fuß im Durchmesser haven, und dur welche mittels Treibriemen und anderer Riemenscheiben die Wellen von je 655 Fuß Länge in D ge set werden. Jeder der Treibriemen hat eine Breite von 30 Zoll un eine Länge von 7 Fuß (amerifarisches Maß). Nicht weit r Ma:chinenhalle ist das Kesselhaus für die große M-schine ge ay worden. Es besteht aus 20 Corliß-Dampffkesseln von je 70 Pfer L fcaft, und wird der Dampf durch Röhren von 320 Fuß Länge un 18 Zoll Durchmess:r der Mascbine zugeführt. Dieselbe is unter ge- wöbnlihen Umständen auf 1400 Pferdekraft berechnet, fann aber au 2500 Pferdckraft gesteigert werden, sie arbeitet mit 25 bis N A Dampforuck, je nachdem Kraft in der Maschinenhalle gebraucht wird. Das Ventil, welhes an der Maschine verwendet wird, ist das von Hrn. Corliß vor mehreren Jahren erfundene Patent cut - of Valve“, “welhes das leichte Arbeiten e ‘Maschine und einen gleichmäßigen Druck auf den Cylinder As t Die Formen der Masine sind troß ihrer Größe {ón und zie! N und das Geräusch ift auer gerio, tant find vielleicht noch i e rôßen und Gewichtsverbaitnisje: M E SLwüngead hat inen Durchmesser von Q Fuß, eine Breite von 2 Fuß und ein Gewicht von 65 Tonnen, Es hat 916 Zähne und macht 36 Umdrehungen in der Minute, und legt ein Punkt der Peripherie in dieser Zeit eine Entfernung von 3381 Fuß

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Athen, 9. August. Dr. Schliemann hat in Tiryns eine Woche gearbeitet, 20 Brunnen und 2 Gräben bis auf den Urboden gegraben und ift jeßt in Mykenä beschäftigt, wo er seine Arbeiten die nächsten Monate hindurch fortseßen wird.

18 Land- und Forstwirthschaft.

Lüdinghausen, 20. August. Hier fand dieser Tage die Ab- gangsprüfung an der Landwirthschafts\chule statt. Wie im vorigen Jahre, so haben auch jeßt sämmtliche Abiturienten die Prüfung gut bestanden und ist denselben d2s Reifezeugniß und damit die Be- rechtigung zum einjährigen freiwilligen Militärdienste ertheilt worden. Die Prüfungskommission bestand aus dem Königlichen Kommissarius Regierungs-Rath Dr, van Endert aus Münster, dem Landrathe Grafen von Wedel und aus den ordentlichen Lehrern dex Schule.

Gewerbe nund Handel. _In der Generalversammlung der „Union“, Fabrik che- mischer Produkte zu Stettin, lag der Bericht der Direktion

Das Alter der Premiers variirt zwish-en d-m 24. (Pitt d. J.) un a Jahre, in welhem Lord Palmerston sein zweites Kabinet

ildete.

Walpole war First Lord of the Treasury 21 Sahre nach ein- ander, Pitt d. J. 17 Jahre, Liverpool 15, North 12, Harry Pelham 11-—12 Jahre. Einige Ministerien außerdem haben weniger als sechs Monate gewährt. Jm Durchschnitt dauerte die Funktion eines Premiers etwa 34 Jahre.

Ueber den neuen Namen des englischen Premier-Ministers Bea - consfield meldet die „Engl. Corr.*: Beaconsfield ift dem Range nah eine Marktstadt in Buckinghamshire und in Wirklichkeit einer der malerischsten Flecken in der Nähe Londons. Nach Strat- ford am Avon und Twikenham, das durch. Pope be- rühmt geworden ist, giebt es nirgends in England eine solche Erinnerung, wie sie Beaconsfield ziert. Hier wohnte Edmund Burke während seiner ganzen“ politishen Laufbahn, hier ift sein Grab. Aber noch ein höherer Genius hat in Beaconsfield fein Gedächtniß hinterlassen. Es war Edmund Walter, der erste lyrisbe Dichter seiner Zeit, der würdige Vorläufer von Robert Burns und Thomas Moore. Beaconsfield war sein beständiger Lieblingt- aufenthalt und ift auch sein leßter Ruheplaß. Butlers Court oder Gregories hei Beaconsfield war Edmund Burke's Eigenthum. Nach seinem Tode wurde die Besißung verkauft und brannte später ab. Das Grab Burke's ist nach seinem Wunsche niht in Westminster Abbey, sondern in der Beaconsfielder Kirche nahe dem Grabe seines Bruders und seines Sohnes.

Aus dem Wolffschen Telegraphen-Bureau.

Konstantinopel, Montag, 21. August. Der offizielle Bericht des Serdar Ekrem über den Kampf bei Alexinaß am 20. d. lautet: Geftern griffen wir die Serben auf den Bergen, welche ungefähr eine Stunde von Alexinaÿ entfernt sind, heftig an. Der Feind hatte dort alle seine Kräfte konzentrirt. Das Ergebniß des Kampfes war eine vollständige Niederlage der Serben. Die Kaiserlihen Truppen nahmen die Vershanzungen dec Serben find T al und setzten sih in ihren Positionen, welche sehx stark ind, feft.

aus tapferen und stolzen Arabern aus der Wüste, aus halbwilden, häufig feigen, aber stets {lauen Kurden aus Kurdistan, aus Aben- teurern aus Syrien und den mesopotanischen Paschaliks, aus arbeits- \sheuen Bauern und heruntergekommenen Pferdehändlern aus Kleinasien, Sie und ihre kleinen Pferde ertragen die größ- ten Strapazen. Als leichte Kavalleristen übertreffen sie die Kosaken. Jhre Waffen find eine Lanze, ein Säbel, mehrere in der Regel alte Pistolen und ein Dolch. Sie führen Lanze und Säbel meisterhaft. Die Lanze ist gewöhnlich 8 bis 10 Fuß lang, von Bambus oder leihtem Holz. Sie s{chwingen dieselbe mit zwei Fingern mit großer Geschwindigkeit um den Kopf, werfen sie in die Höhe und fangen sie wieder in vollem Galopp. Auch nehmen sie dieselbe, ohne abzusteigen, vom Boden auf. Die Lanze wird meistens während einer imitirten Flucht gebrauht. Sie lassen den Feind dann so nahe an sfi herankommen, daß fie ihn dur einen rashen und nachdrücklihen Rüdckftoß durchbohren können. Cs giebt indessen auch Baschibozuks - Infanterie. Wenn in früherer Zeit Aufruhr in Kurdistan oder anderen Provinzen des türkishen Reiches war, wurden die Baschibozouks von dem Gou- verneur zur Wiederherstellung der Ordnung gebrauht, Nach und nah entstanden Häuptlinge unter denselben. Mit diesen {ließt nun die türki che gn in Kriegszeiten Kontrakt ab, gegen eine bestimmte e

Oeffentlicher Anzeiger

z dustrielle Etablissements, Fabriken und 1. Steckbriefe und Untersuchungs-Sachoen. N "roctiaitel 9, Ss Aufgebote, Vorladungen 6. Terpeinnns Velen iapanges. S Sei Q E T alle îibrigen größeren Summe ihre Horden zu ihrer Disposition zu stellen, Sobald die Preußischen Staats-Anzeigers! J, Ferplals Yarpaokten gen P E L MeOaeiCaneigen In Gr D E Häuptlinge, nahdem eine solhe Uebereinkunft getroffen ift, ihre Verlin, s. Æ. Wilhelm-Straße Nr. 32, u. s S öffontliohen Papieren. 9. Familien-Nachrichten. j Fahnen entfalten, sammeln fih um diese alte und neue Mannschaften, i E T a - va Im Krimkriege leifteten die Baschibozuks gute Dienste unter dem ungarischen General Kmety, welcher die türkishe reguläre und irregu- lâre Kavallerie in Kleinasien kommandirte, Auch damals machten sie sih verschiedener Gräuelthaten \{huldig.

te nehmen an: das Central - Annoucen- E ch deen Zorttugen zu Berlin Mohrenstraße Nr. 45, die Annoncen Pedilionm 2a 4“ 0 s RVALERT an "a Co. Ê 2 lotte,

Inserate für den Deutschen Reichs- u. Kgl. Preuß. Staats-Anzeiger, das Central-Handelsregister und das Postblatt nimmt an: die Königliche Expeditiou

des Dentschen Reihs-Anzeigers und Königlich

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( tlustige wollen ihre Offerten unter Bei- abn a arin Darstellung ihrer früheren Ver- hältnisse, sowie der über ihre Führung und Qualis fikation PreQOA Bertite L U eiibos

ia» Douuerstag, den 7, Se ' Doltee hi (6843) Bormittags 11 Uhr,

L ——————

oa 1 Mal is J i i eter ber *ne, Ober-Amt- i 1. Mai 1877 bis Jo- / bei dem jeßigen Pächter der Domíâne, jon 0! 1808 Femlid meistbietend verpachtet werden. | mann Lodemann zu Brüunftein, eingesehen me D D N be Bat E N % Liles ; L Laa nb e C ütten ala Ver- abme der Pachtung ift ein disponibles ; ( El 35.000 Fe dect, über dessen | pahtungsbedingungen gegen

i Le N 2A ; liche | lien resp. Druckosten. ¿s d mit der Aufschrift : eaen tation als Landwirth ‘jtder d Padtbewerber Hannover, den 8. August 1876. portofrei, versiege uy

O Let : e die „Offerte, betreffend die Pachtung der vor der Lizitation bei uns oder vor unserem Kom- Königliche Finanz - Direktion.

#55 Abth isun für D mänuen Wo Eis b b 1 1 F ü ( C

i Kommission einreichen. den 4. Oktober d. I, Bormittags 11 Uyr, in

Die Submissionsbedingungen liegen in nY ELA ,_an der Archivstraße Nr. 2 Die Submission d n werden ees ai N Ten eel erungs-Nath Bergmáun an- C

i : Ohme zu portofreien, an unseren Bureauvorsteher l beraumt. : L Wrünba richtenden ‘Antrag, gegen Ecsatiuns der Kopialien Die Verpachtungsbediry gungen, Karten un r d N L nfeantie ) a stüccktsnahweisungen, sowie der gegenwärtige Pach

Bromberg, den 15. August 1876. fontraft, fônnen an allen Wochentagen während der Dienststunden in unserer Registratur, erstere auch

A

fáufe, Verpachtungen, Submissionen 2c.

Bekanntmachung. Domäneu-Verpachtung.

ie in der Provinz Haunover, Lauddrostei-

Beziet Hildesneim, Amts Northeim, belegene

Domäne Brunstein, enthaltend an: Hof- und Baustellen . 0,8983 Hektar S e RDROO Acker . . 209,0933 Wiesen . LGUO Hütung 39,1177 Teichen 9 4238 Nilaud oracer 08008 J

überhaupt 291,3674 Heftar,

Aus Rom wird der Weim. Ztg.“ gemeldet, daß am 27. August als einhundertjährigem Geburtstage Berthold Georg Niebuhrs der Fürst Orfini dort in dem ihm gehörigen Palaste Savelli, den Niebuhr als Gesandter bewohnte, eine darauf bezügliche Gedenfktafel errihten lassen wird und daß von ihm zu der Feier, der in Abwesenheit des Kaiserlichen Botschafters der deutshe Ge- \{äftsträger beiwohnen wird, die in Rom anwesenden Freunde und Verehrer Niebuhrs eingeladen werden.

Aus Bayreuth, 19. August, wird dem „Korr. v. u, f. D.“ geschrieben, daß Se. Königliche Hoheit der Prinz Georg von Preußen im Laufe des Tages zu der ITL. Serie des Bühnen- sestspiels daselbst eintreffen wollte. Se. Hoheit der Herzog von Meiningen wurde Nachts erwartet.

Ueber die Baschibozuks bringt das norwegische ,Morgen- blad“ einen Artikel von dem Orientalisten, Probft P Blom! éi ne Folgendes entnehmen:

Sobald die Türken Krieg führen, haben sie sogenannte „Baschi- bozufs“, d, i. Kopflose in ihrem Heere. Baschibozuks sind irreguläre türkische Truppen, die aus heterogenen Elementen bestehen, nämli

Bekanntma

Die Bahnhofs Restauration in Nehthal soll

vom 1. November d. J. ab auf unbestimmte Zeit

meistvietend im Wege der öffeutlichen Sun! ion | verpachtet werden,

Redacteur : F. Prehm. Ung.

Verlag der Grxpedition (Ke ss el).

Drei Beilagen (einshließlich4 Börsen-Beilage).

Berlin:

Druck: W, Elsner.

Königliche Eisenbahn-Kommission,