1903 / 37 p. 1 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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auch die Expedition SW., Wilhelmstraße Nr.

Einzelne Nummern kosteu-25

32.

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Insertionspreis für den Raum einer Druckzeile 30 „8. Inserate nimmt au: die Königliche Expedition

des Dentschen Reichsanzeigers und Königlich Preußischen Staatsanzeigers Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Berlin, Donnerstag, den 12. Februar, Abends.

1903.

Junhalt des amtlichen Teiles: Ordensverleihungen 2c.

Deutsches Reich. Ernennungen 2c.

B betreffend den Vollzug der Unfallversicherungs- geseße. Erste Beilage: Uebersiht der Ausprägungen von Reichsmünzen in den deutshen Münzstätten bis Ende Januar 1903.

Königreich Preußen. Ernennungen, Charakterverleihungen, Standeserhöhungen und sonstige Personalveränderungen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht :

dem . Regierungs- und Baurat a. D. Karl Polle zu Großlichterfelde im Kreise Teltow, bisher Vorstand der Werk- stätteninspektion 1a in Breslau, und dem Gräflicen Ober- Förster a. D. Gottfried Hahn zu Großlichterfeide im Kreise Teltow, früher zu Schönberg im Kreise Rosenberg W.-Pr., den Roten Adlerorden vierter Klasse,

dem Amtsanwalt, Bürgermeister a. D. Theodor Grü $- macher zu SGupeurs im Kreise Neustettin, dem Bureau- vorsteher a. D. Eduard Wehner, dem Buchhalter“ a. D. Gustav” Herbbach, beide zu Berlin, dem Polizeiinspektor Anton Sagawe zu Hirshberg i. Shl, den Eisenbahn- stationsassistenten a D. Karl Jenuer zu Breslau, Heinri < Ludewig zu Kerzdorf im Kreise Lauban und dem Guts- verwalter Gustav Trofiener zu Großbrausen im Kreise Rosenberg W.-Pr. den Königlichen Kronenorden vierter Klassé,

dem Stadtkämmerer Heinrih Schüß zu Priebus im Kreise Sagan das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens, sowie

den Eisenbahnzugführern a. D. Friedrich Hinße zu Görliß, Eten Neugebauer zu Breslau, den Eisenbayn-

lokomotivführern a. D. Hermann Münnichhausen zu Minden, Heinrih Göde>e zu Uelzen und Heinrich Goßmann zu Bremen, dem {städtischen ichmeister

S Peltner zu Grünberg, i. Schl., dem Seeloisen a. D. arl Niemann zu Siralsund, dem Gerichtsdiener a. D. einri<h Bäumner zu Hachenburg, dem Polizeisergeanten erdinand Wiemann zu oesfeld, dem Leder- zurichtermeister Karl Schubert zu Görliß, dem Walk- meister Wilhelm. Korten zu Werden im Landkreise Essen, dem Maurerpolier Karl Euen zu Bornstedt im Kreise. Ofihavelland, dem Eisenbahnweichensteller a. D. Konrad Baumgarten zu Rössing im Kreise Springe, dem Eisenbahn- lokomotioheizer a. D. August Bl ankenhan zu Minden, den Bahnmwärtern a. D. Wilhelm Korte zu Eschede im Landkreise Celle, Christian Kuba zu Haynau i. Schl. und Cette Meyer zu Nordbru<h im Kreise Rinteln, dem ausseewärter Ferdinand Blantk zu Polenzhof im Kreise Niederung, dem Kutsher Gustav Vandersee zu Großplauth im Kreise Rosenberg W.-Pr., dem Wirtschafter Fo ef Engler zu Grünfelde im Kreise Stuhm, dem Schäfer artin Murawsfi zu Laskowiß im Kreise Shweß, dem Hofverwalter Friedri<h Hahn zu Jeschewo desselben Kreises, dem Hofmann Johann Baumgarth zu Heinrihau im Kreise Rosenberg W.-Pr., dem Hofmann Karl Wittkowski u Neudörfhen im Kreise Marienwerder und dem landwirt“ aftlichen Arbeiter Sl Hoppe zu Grunsberg im. Kreise Konig das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen.

Deutsches Reich.

Dem bisherigen Kaiserlihen Konsul in St. Helena Villiam Joseph Williams ist die erbetene Entlassung aus dem Reichsdienst erteilt worden.

Vekanntma un g, betreffend den Vollzug der Unfallversicherungs- gesegze. ä 152 Abs. 2 des Gewerbeunfallversiche- 2

Abs. 2 des Unfallversicherungsgeseßes 148 Abs. 1 des See-

ét und A ungsgesehes, des für Land: und N wirtschaft und des

unfallversi sgeseßes wird hiermit bekannt gemacht, daß dur V des Ministeriums des Jnnern vom heutigen Tage in den Fällen :

2 und 87 des Gewerbeunfallversiherungs-

der S 10 enes : der G 6 Wf 2 und 93 des Unfallversicherungsgeseßes für and: pPorsiwirtscha , : ; des 2 7 uunfallversiherungsgesehßes Laie mit en 38 70 Abs. 2 und 87 des Gewerbeunfallversiche- rungsgeseßes, der $8 75 Abj. 2 und 91 des Seeunfallversicherungsgeseßes

die Zuständigkeiten der „unteren Verwaltungsbehörde“ von den Oberämtern auf die Ortsbehörden für die Arbeiter- versiherung übertragen worden sind, Stuttgart, den 8. Februar 1903. Königlih Württembergisches Minisierium des Jnnern. von Pischek.

Königreich Preußen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: den Militärintendanturrat Dr. juris Keber von der Jniendantur des II[. Armeekorps zum Geheimen Kriegsrat und vortragenden Rat im Kriegsministerium zu ernennen und dem Geheimen expedierenden Sekretär im Kriegsministerium, NRechnungsrät Trauernicht den Charakter als Geheimer Rechnungsrat zu verleihen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht : die Regierungsassessoren Freiherr Hugo von Spigßem- berg in Wernigerode, Graf von Püdler in Hirshberg und Freiherr von Hodenberg in Ostrowo zu Landräten zu ernennen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

den in die Pfarrstelle zu “Karthaus berufenen Pfarrer

Müller, bisher in Sypniewo, zum Superintendenten der Diözese Karthaus, Regierungsbezirk Danzig, zu ernennen.

Ministerium des JFnnern.

Dem Landrat Freiherrn Hugo von Spigzemberg ist das Landratsamt im Kreise Grafschaft Wernigerode, dem Landrath Grafen von Püc>tler das Landratsamt ¡üm Kreise Hirschberg und dem Landrat Freiherrn von Hodenberg das Landrats- amt im Kreise Ostrowo übertragen worden.

Ministerium für Handel und Gewerbe.

Es sind ernannt worden: dr Regierungsrat Dr. Fran>e in Wiesbaden zum Vor- sißenden des Schiedsgerichts für Arbeiterversiherung Re- gierungsbezirk Wiesbaden, der Regierungsrat von Schulß in Marienwerder zum stellvertretenden Vorsitzenden des Schiedsgerichts für Arbeiter- versiherung Regierunasbezirk Marienwerder und der A von Hedemann in Hildesheim ge stellvertretenden Vorsizenden des Schiedsgerichts für rbeiterversicherung Regierungsbezirk Hildesheim.

Ministerium der öffentlihen Arbeiten.

Kraft Allerhöchster Ermächtigung ist den vortragenden Râten im Ministerium der öffentlihen Arbeiten Geheimer Oberbaurat Sarrazin und Geheimer Baurat Hoßfeld die Medaille für Verdienste um das Bauwesen in Silber ver- liehen, worden. !

Nichkamlliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 12. Februar.

Seine Majestät der Kaiser und König hörten heute vormittag' im hiesigen Königlichen Schlosse die Vorträge des Kriegsministers, Generals der Jnfanterie von Goßler und des Chefs des Generalstabes der Armee, Generals der Kavallerie Grafen von Sclieffen.

Der Bundesrat versammelte fs heute zu einer Plenar- sizung; vorher hielten der Ausschuß für Handel und Verkehr und die vereinigten Ausschüsse für Rehnungswesen und für Handel und Verkehr Sißungen.

Am 8. d. M. ist während eines Urlaubs in Nizza der weite Sekretär bei der Kaiserlihen Gesandtshaft in Bern ans Freiherr von Eyb plozlih verstorben.

Geboren am 4. August 1869 zu Stuttgart, trat er nah bestandenem Abiturientenexamen im Herbst 1889 als Fahnen- junker in das Heer, wurde im Mai 1890 Fähnrich und Ende Januar 1891 Leutnant im Dragonerregi- ment Königin Olga (Württembergishen) Nr. 25. Von

Anfang April 1896 auf ein Jahr zur Kaiferlichen Boischaft_ in St. Petersburg kommandiert, trat er Anfang Juli 1897 zu den Reserveoffizieren seines Regiments über und wurde für die Dauer des Allerhöchsten Besuhs Seiner Majestät des Kaisers und Königs in St. Petersburg im Sommer des leßtgedahten Jahres der dortigen Kaiserlichen Botschaft wiederum S Nachdem er sodann sein schon früher begonnenes Studium der Rechte wiederum aufgenommen hatte, bestand er im Juli 1898 in Heidelberg das juristis<he Doktorexamen und wurde von Anfang Oktober des)elben Jahres ab zum Zwette der Vorbereitung auf die diplomatishe Laufbahn im Auswärtigen Amt beschäftigt. Nach bestandenem diplomatischen Examen im Januar 1900 zum Legationssekretär ernannt, erhielt er gleichzeitig den Sekretärposten bei der Kaiserlichen Gesandtschaft in Guatemala. Jm November 1901 erfolgte seine Berufung auf die Stelle des Zweiten Sekretärs bei der Kaiserlichen Gesandtschaft in Bern, die er bis zu seinem Tode bekleidet hat. An preußischen Dekorationen besaß er den Königlichen Kronenorden vierter Klasse seit dem August 1897 und den Roten Adlerorden vierter Klasse seit dem November 1900.

Der so früh Dahingeschiedene vereinigte ein vornehmes und liebenswürdiges, Wesen mit großer Pflichttreue und reicher Begabung, so daß er für seine weitere diplomatische Laufbahn zu den besten Hoffnungen berechtigte.

Der Kaiserliche Gesandte in Mexiko Freiherr von Heyking hat einen ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub angetreten. Während seiner Abwesenheit werden ‘die Geschäfte der Kaiser- e Gesandtschaft von dem Legationssekretär von Flöc>kher gefuhrt.

Der Königliche Gesandie in Hamburg von Tschirschky und Bögendorff hat einen ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub angetreten. Während seiner Abwesenheit werden die Geschäfte der- Königlichen Gesandtschaft von dem etatsmäßigen Legationssekretär, Legationsrat Prinzen von Schönburg- Waldenburg geführt.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ijt S. M. S. „Vineta“ am 9. Februar in Pueito Cabello und S. M. S. „Gazelle“ am 10. E in Curaçao eingetroffen.

S. M. S. „Geier“ is gestern von Singapore nah Hongkong in See gegangen.

Bayern. Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Olden- burg ist heute fruh zum Besuch Seiner Königlichen Hoheit des Prinz-Regenten in Mün chen eingetroffen.

Sachsen.

__ Wie „W. T. B.“ meldet, lautet d:s gestern in Dresden in dem Eheprozeß Seiner Königlichen Hoheit des Kron- prinzen verkündete Urteil: j

Im Namen des Königs! Die am 21. November 1891 ges{lossene Ehe der Parteien wird wegen Ehebruhs der Beklagten mit dem Sprachlehrer André Giron bom Bande geschieden. Die Beklagte trägt die Schuld an der Scheidung. Die Kosten des Verfahrens werden der Beklagten auferlegt.

Württemberg.

Die Kammer der Abgeordneten nahm gestern, wie „W. T. B.“ meldet, die Ee mit 55 gegen 25 Stimmen an. Die Minderheit bildeten Zentrum und Sozial- demofratie. Im weiteren Verlaufe der Sizung erklärte Ministerpräsident von Breitling bei der Beratung eines sozialdemokratishen Antrages auf stärkere Vertretung der Stadt Stuttgart im Landtage, die Regierung erkenne die Be- re<tigung des Antrags an, insbesondere im Hinbli> auf das eventuelle Ergebnis der Verhandlung bezüglih der Eingemeindung von Cannstatt, Wangen und Untertürkheim; fie halte es aber niht für geraten, den Antrag, der die Frage der Verfassungsrevision aufrolle, besonders zu behandeln, sie werde vielmehr, sobald eine Aussicht auf Erfolg vor- handen fei, die Vorarbeiten zu einer Revision der ständishen Verfassung in die Hand nehmen, sie mit allen Parteicn und einigen Vectretern der Kammer der Standesherren zusammen fördern und einen Entwurf vorlegen, nahdem die Steuerreform urd die Reform der Gemeinde- und Bezirksordnung erledigt seien. Nach dieser Erklärung brach die Kammer die Beratung ab, um den Fraktionen Zeit ju lassen, zu dem Antrage Stellung zu nehmen.

Oesterreich-Ungarn.

Der Budgetaus\<huß des österreihishen Abgeordneten hauses nahm, dem „W. T. B.* zufolge, gestern die Konversions vorlage unverändert an, nahdem der Finanzminister Böhm von Bawerk wiederhokt gegen die ai auf Ausdehnung der Kon- version über den Betrag - von 3620 Millionen hinaus sich ausge- l aiaigjn hatte. Die Vorlage wird heute auf dringliGem Wege im

use zur Beratung gelangen.

der