1903 / 87 p. 7 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Baaee der Verwaltung der Mitwirkung sachverständiger, aus den irhlihen Selbstverwaltungskörpern hervorgegangener Organe be- elte E Ea hafte

eßenden rperschaften D an Cal6a Nin. Oberkirhenrat und Generalsynodal- vorstand). In der hierin sich aussprehenden Verschmelzung des Berufsbeamtentums mit dem Laltenelement findet Niedner einen der bemerklenswertesten Grundzüge der gegenwärtigen Organi- sation, die überhaupt weniger die Schaffung einer Verfassung im engeren Sinne bezweckte, als vielmehr die Verbesserung der kirhlichen Verwaltung durch die lebendige Mitwirkung des Latenelements mit allen seinen Vorzügen der praktischen Etsahruvge der genaueren örts lichen Sachkenntnis. Den Schluß der Abhandlung bildet ein Vers gs ähnlichen neueren Schöpfungen auf verschiedenen Gebieten der Staats- und Reichsverwaltung, die gleichfalls auf dem Loh wirken von Berufsbeamten und -sahverständigen, aus Wahlen der beteiligten Verbände hervorgegangenen Organen beruhen (Cifenbahn- râte, Handelskammern, " Gesundheitskommissionen, Böusenaus\huß, Kolonialrat). Die Schrift verdient die Beachtung aller, die zur Mik- wirkung in der kirhlihen Verwaltung berufen sind oder an ihr An- teil nehmen, zumal da sie von warmem Snteresse für die gesunde S des kirhlihen Lebens in der Landeskirche dure weht ist.

Zeitschrift für Sozialwissenscha ft, herausgegeben von Dr. Julius Wolf, ordentlihem Professor der Staatswissenschaften in Breslau. V1. Jahrgang, Heft 1—3. Berlin, al von Georg Reimer. Preis vierteljährlich (3 Hefte) 5 4 Im ersten Heft des neuen Jahrgangs veröffentliht der Herausgeber einen interessanten und beahtenswerten Aufsaz über das Rassenproblem in der

beratenden und be- (Konsistorium und

zu besonderen zusammentreten

Weltwirtshaft. In immer weiteren Kreisen bricht sich die

Erkenntnis Bahn, daß die Gestaltungen in der elt-

wirtschaft, die Verteilung der Konkurrenzkraft zwischen den

Nationen, der Sieg der einen, die Niederlage der anderen

nicht R das Ergebnis der Rasseneigentümlichkeiten find, das Pro-

dukt der Blutmishung, aus welcher die p: age sind ei dem Ci

und zum Teil noch immer neu si bilden. ndringen in die Verhältnisse, welhe den wirtshaftlihen Erfolg auf jenem Markte bestimmen, ter dur die Verbilligung der Transportkosten allmählich der „Weltmarkt“ geworden ist, wird immer deutlicher, h Ueber- legenheit und Inferiorität mit auf Momente uw zurückführen, die den Typus der Nation ausmachen. Professor Wol} hat es unternommen, hier der Schlußfolge von Urfahe und Wirkung unter Benußung von Berichten genauer Kenner der einzelnen Rassentypen und daher kompetenter Beurteiler nahzuspüren. Er gedenkt zunächst der Leistun gunfähigfeit der Neger, von denen chon Franklin, sonst ein Vorkämpfer für bürgerliche Gleichberehtigung, agte: „Der e ist ein Tier, das so viel als mögli frißt und so wenig als mögli arbeitet“, und geht dann auf die spezifishe Be- gabung des Mongolen, insbesondere des Chinesen und des Japaners ein, von denen das strikte Gegenteil gelte, bei denen ungeheure Bedürfnis- losigkeit mit unendlicher Arheitsamtkeit L sei. Freilih arbeite der Chinese nur „wie ein Automat“. „Er hat wenig Sinn für die Erfindung bei der mechanischen Arbeit, aber ein großes Nahahmungs- talent. Er vollführt das, was ihm aufgetragen ist, genau, wie es ihm gezeigt ist, arbeitet mit großer Sorgfalt, aber oft ganz s{ablonenhaft und ohne den einzelnen Fall zu über- Tegen. G8 glüdckt ihm, vorwärts zu kommen, weil er geeignet ist, gedankenlos und ununterbrohen mechanische Arbeit zu verrichten.“ Der japanische Arbeiter sei dem chinesischen in seiner Eigenart nahe verwandt. Auch er wünsche, wie aus Japan berichtet werde, eher mehr zu arbeiten, als der Fabrikant verlange; auch in diesem Lande stehe das Nachahmungstalent im Vordergrunde, die Erfindungsgabe weit zurück, wobei der Japaner allerdings in der Organisation dem Chinesen weit voraus sei. Die sogenannte „gelbe Gefahr“ werde also in engeren Grenzen gehalten, als man gemeinhin annehme. Eine esunde Industrie werde die altasatiläe Konkurrenz nicht zu fürchten aben, weil es dem billigeren Chinesen und Japaner auch an körper- liher Kraft und an Ordnungssinn fehle. Nah den Berichten englisher Sachverständiger gehörten drei bis vier Japaner dazu, um die -Arbeit eines Engländers zu tun. Der fasser nimmt dann seinen Weg von Asien nach Europa und zeigt, daß auch hier das Nangverhältnis der Völker auf dem Weltmarkte nihcht in erster Linie durch die LNRS über welche sie verfügen, auch nicht etwa dur die geographi) ‘Lage, durch die politische Macht oder durch andere. Momente, welche die Situation a außen bestimmen, entschieden wird, sondern vor allem durch das Maß Begabung, das sie in sih_ tragen als das Produkt hauptsählich der Nassenmischung, aus der sie hervorgegangen find. Er weist hier zunächst auf Nußland hin, von dem és vor einigen Fahren hieß, daß die Fortschritte seiner Industrie zu den kühnsten Erwartungen berechtigten. eute steht es inmitten einer {weren 0 zu ie fe Ti pes L: O 4 E &ndustrie großen zu schaffen, gefübrt hat; n um eine Er- Á handle es sich hier, wie fi uf und Ab des

inun le sih in dem [Ac chaftlichen

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Lebens als die naturgemäße Depression nach Perioden fieberhaften Aufschwungs zeigt, vielmehr sei diese Wiebschaftökcis zu nicht geringem Teil auf die Leistungs-

unfähigkeit der Rasse zurückzuführen und lasse darum Schlüsse in Bezug auf die Konkurrenzkraft Rußlands überhaupt und in die Zu- funft hinein zu. Was man vom Russen wisse, weise auf cinen starken mongolischen Bluteinschlag hin, auf einen \tärkeren sogar, als die äußere Erscheinung ihn verrate. C O sei au, daß Ruß- land auf ei steten pons L t: S e a R T ay : elgien und Frankreich, angewiesen sei, während es land- Un an 2 d. h. reine Muskelarbeiter nah dem Westen abgebe. wir weiter daß die Leiter russischer Fabriken zu erstaunlih E eile Männer des Westens seien, weil der Nusse auch den thm Gie estellten Aufgaben nur in seltenen Fällen genüge. Ueber den

Sischen Arbeiter teilt der R einige Daten mit, die unlängst russi blikation cines Geseßentwurss Über die technische Ausbildung G A iearbeiter in Nußland an die größere Oeffentlichkeit ge-

dustriea der In Es HaeeS O S Sor der En Pi « "Lei dem Entwurf um eine Frage von großer igkeit, L Féhrifarbeiter dur seine technische Untüchtigkeit ein für die ser briken und tehnishen Betriebe vollständig untaugliches y Bietet, So müssen beispielsweise unsere besten Spinnereien Mater Spindeln zum mindesten 13 Arbeiter halten, während in auf d hôchstens 9 dazu angestellt werden. In England steht ein Deutschlan ¡er und in Nordamerika an sechs mehanishen Webstühlen, L aks zu Lande stets E Me E P währen udem werden die einzelnen Maschinen von Jahr Jahr Pnplizierter und P A E Be h 1 Ja ehen ih die meisten unserer tehnishen Be- andlun: Infolgete T ganze Reihe technischer Aufseher und triebe geo n den Arbeitern zu unterhalten, eine Ausgabe, die Vorarbeiter eiden Produktionsfkosten stark in Anschlag kömmt. So natürli be bei uns zu Lande die Aufsicht über 1000 Spindeln im Tostet 3. D“ Fubel in England dagegen nux 7 Nubel. ‘ach e n “htenswerten Ausführunzen über die S N wirt- en aus\cchlaggebende Begabung europäischer Büsten ü er gewisje af h tions- oderErmüdun gerscheiuungen undp ychis{cheMinderwertig- f egeneralio denselben wendet sich der Verfasser den Germanen zu, eiten unler Len elt gehöre. England habe fi seine Weltstellung denen heute die We f den Niederländern erobert, es danke sie wie fa Meere im Kampfe V bustrielle Suprematie in erster Linie gewissen eine kommerzielle un asse. Der Engländer sei nüchtern asten der R Et Uu

persönlichen Gigenscha iten Horizont, er_ hafte an der Wirklichkeit und und habe doch einen weile Selten von der Phantasie ver-

ehe vom einzelnen ins allgemeine Se ins der Phantasie ér, fbr, habe „er bri iel angewiefen. Er sei Realist selbst in ‘allen jenen Fragen, die in keinem anderen Lande ohne Anrufung von Idealen" fe andelt werden. ey Ra ia s die k föniglihen Kaufleute ren. É Crditeten fp aen dnternationalen Markte auch ein Moment der

Schwäche.

' in ihrer äußeren E A sondern auch in ihren tiefer liegenden e.

nglands. Der eigenwillige Engländer passe sich nicht |

in gleihem Maße, wie beispielsweise der Deutsche, den be- sonderen Wünschen der Käufer an und büße infolgedessen einen Teil der Kundschaft ein. Rascher als der Aufshwung Eng- lands zu der Höhe, die es bis vor kurzem innehatte, fei jener Deutsch- lands erfolgt, und abermals rascher sci der Aufschwung der nord- amerikanishen Union gewesen, deren Leistungsfähigkeit aus englischen und deutschen Elementen geboren fei, in der sich ein Typus des Unter- nehmertums gebildet habe, der deutlich an den urgermanifchen erinnere, wie wir ihm in den Anfängen nordisher Geschichte und Kultur be- egnen. „Wer möchte verkennen, daß die absolute politische und ge- ellshaftliche Freiheit in Amerika, der Mangel an Ständen und Vor- urteilen, die Tatsache, daß jeder gilt, was er leistet, und nicht, was andere für ihn geleistet haben, sowie die überreihe Naturausstattung der kaufmännishen Initiative zu Hilfe kommen und ihr die Unterlagen der Betätigung liefern. Immerhin ohne jenen großen Kaufmanns- eist, der im Blute wurzelt“, meint Professor Wolf, „wäre merika nie geworden, was es ist.“ Der vormalige Präsident des englishen Handelsamts Nitchie erklärte am 23. November 1897 : „Wie sehr immer wir die Konkurrenz Deutschlands zu fürchten haben, zehnmal gefährlicher ist die der Vereinigten Staaten von Amerika.“ Berzweifelt kann nah der Ansicht des Verfassers die Lage so „potenter“ Reiche, wie das britische und das deutsche es sind, Amerika gegenüber immer noch niht genannt werden. Aber die Stellung, die diese Reiche sich erobert haben, sei dur die Union sicherlih gefährdet, und eine der Aufgaben der nächsten Zeit werde es darum sein, Mittel der Abwehr gegen jenen Staat zu finden, dessen Größe mit aus der Mischung deutschen und britishen Blutes erwachsen sei. Die amerikanische Gefahr auf dem industriellen Gebiete gilt, worauf Professor Wolf besonders hinweist, hauptsählich für solche Produkte, deren Herstellung von Trusts beherrscht wird. Ueber zwei derartige Gebilde, nämlich über die Vertrustung der Tabak ver- arbeitenden Industrien in den A A Wi Staaten von Amerika erstattet in demselben Heft Dr. Glièr (Charlottenburg) einen alle interessierenden Momente hervorhebenden Bericht. Jn einem Aufsaß über den Einfluß der Fabrikarbeit auf die geistige Entwickelung der Arbeiterschaft tritt der cid- enössishe Fabrikinspektor Dr. Schuler in Mollis (Glarus) der An- fit entgegen, daß die Fabrikbeshäftigung zur Verblödung führe; nah dem Eingreifen der Gesehgebung zum Schuße der Arbeiter

in Fabriken lasse eine solche Behauptung niht mehr rechtfertigen. Stadtrat von Os in Braunschweig suht die Notwendigkeit der inführung eines Krankens- versiherungs8zwanges für die Dienstboten durh die Reichsgeseßgebung nachzuweisen. Die von dem Privatdozenten an der Universität Halle Dr. Fleischmann im ersten und zweiten Heft unter dem Titel „Fridericianisher Sozialismus“

veröffentlichte Abhandlung über die Sozialpolitik Friedrichs des Großen, deren Gegenstand vor allem der B e ist, dessen fortschreitende Proletarisierung zu verhindern die Gesetz- gebung des Königs mit Erfolg versuht hat, haben wir bereits an anderer Stelle in einer früheren Nummer d. Bl. eingehend besprochen. Untersuchungen von Dr. Freiherrn von Heinye (Potsdam) sind dem sozial-ökonomischen System I. F. Brays gewidmet, der in mancher Beziehung als Vorläufer von Karl Marx bezeihnet werden kann. Dr. Anna Matenroth, Rechtsanwalt in Zürich, vergleicht die Rechtsstellung der Frau im Vorentwurf eines \{weizerischen Zivilgeseßbuches mit ihrer Stellung nach deutschem und österreihishem Recht; aus dieser Betrachtung ergibt \ich, daß der \chweizerische Entwurf in manchen wichtigen Fragen hinter dem Rechte des deutshen B. G.-B. wesentli zurückbleibt, wie beispielsweise hinsichtlih der Rechte der Mutter eines uneheliGen Kindes gegen dessen Vater, daß er in anderen Fragen dagegen sowohl über das deutshèe wie über das österreichishe Recht hinausgeht. Sehr interessant, is auch ein Aufsay von dem Gesandten a. D., Wirklichen Geheimen Rat von Brandt über die Cntwickelung Japans

ein reihes Material zur Beantwortung der F ch den U L rage

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Frauenstädt (Bres au E h C UE „Ketminalistiss E E

VA S OtEAE ne S Cer E er eine Mnragung von Pr Les einen on der n

Materials für Schlesien bearbeitet hat. Nach von Lis ts Aus:

führungen in einer dem Juristentage von der I. Guttentag-Berlin dargebrahten Fests{ und sichere Grundlage zu schaffen, auf der allein der Ne

unseres Strafgeseßbuchs mit Aussicht auf dauernden Bestand auf- eführt werden könne, mit der vom Na und von den Ver- autnlintat des Juristentags zu leistenden Arbeit die freie Forshung der deutschen Nee Hand in Hand zu gehen, und zwar einesteils durch rechtsvergleihende Unterfuchungen, andernteils durch Unter- suchungen über die Faktoren, die auf die Gestaltung und Entwickelung der Kriminalität entscheidenden Einfluß üben, da, wenn der Geseßz- geber die Kriminalität an der Wurzel treffen wolle, er sie nit nur

erlagsbuchandlung rift hat, um die E bau

inneren Ursachen kennen m von Liszt hat hierbei hauptsählich die übrig der von der Kriminalstatistik beobachteten und dargestellten Erscibeinun en auf ‘ihre zureichenden Ursachen im Auge. Bei tit kausalen bteabfuva und Verarbeitung des von der Kriminalstatistik gebotenen Materials sei aber zu brauchbaren Ergebnissen nur zu gelangen, wenn für möglihst kleine, örtlich abgegrenzte Gebiete, wie sie in den preußischen landräâtlichen Kreisen und den entsprehenden Bezirken der übrigen Gliedstaaten des Deutschen Reichs gegeben sind, ämtliche die Gestaltung der Kriminalität beeinflussenden Faktoren an rt und Stelle am besten durh jemand untersucht würden, der das Gebiet aus eigener Wahrnehmung kennt und ausgebreitete persönliche Beziehungen besißt odex anzuknüpfen versteht. Amtsrichter und Land- rat, Fabrikbesizer und Arbeiter, Pastor und Lehrer seien um Aus- fünfte, Zahlen und Meinungen anzugehen. Bei dieser Arbeits methode würden Faktoren zu Tage treten, die in der Reichskriminalstatistik feinen Ausdruck finden. Die Üntersuchungen Frauenstädts, die als die Arbeit eines einzelnen, dessen Lokalkenntnis nur eine begrenzte sein kann, das von Professor von Liszt erstrebte Ziel natürli nicht er- reichen, aber immerhin {hon zu wertyollen Resultaten führen, beshränken sih auf die Kriminalität der grauen in Schlefien. Die Weiberkriminalität is ein in vieler Beziehung noch recht unauf- geklärtes Gebiet. Der Verfasser wirft die Frage auf, welchen Ursachen und Einflüssen es beispielsweise zuzuschreiben sei, daß die weibliche Kriminalität im Verhältnis*zur männlichen im offenbaren Nückgange ist, daß in der Zeit von 1882 bis 1899 die absoluten Ziffern der ver- urteilten Männer um 53,49/6, die der weiblichen Verurteilten nur um 19,5% gestiegen sind, obwohl in diesem Zeitraum die weiblihe Be- des Reichs um 3F Dur 10N E frrtlich os andlungen fich dur ebengesetze strafre en Jn- i E im Jahre 1882 im Reiche auf 100 männ- liche Verurteilte 23,4 weibliche, im Jahre 1900 nur noch 18,3 kamen, wie es ferner komme, daß dicse NBerhältniszahl z. B. in dem reußischen MNegierungsbezirk Posen über 30 hingus, in anderen antesteilen, wie den Regierungsbezirken Osnabrück und Sigmaringen, bis aus 11 H t, daß fie in Oberbayern 22, im bayerischen Regierungébezirk Pfalz dagegen nur 12 beträgt. _Slesien erschien dem Verfasser als ein fehr geëignetes Objekt für die Er- forshung der tiefer liegenden Ursachen der Weiberkriminalität. Diese Provinz besißt die O tadt des preu ischen Staats, die fünfgröhte des Deutschen Reichs hat eine gemischt\prachige Bevölke- rung; Industrie und Landwirtschaft l in ihr gleihmäßig vertreten, und \{roffere kriminalistishe Gegensäße niht nur zwischen den Re- gièrungsbezirken, sondern auch innerhalb dieser finden {h kaum in einem anderen Teile des Reichs. Zudem wird in Bezug auf die öhe der Weiberkriminalität die Provinz Schlefien im ganzen Deut- en Reich nur noch von den preußischen Provinzen Ostpreußen estpreußen, Posen und dem hamburgischen Staatsgebiet übertroffen Es A sich zunächst die Frage auf, welhe Umstände es bewirken, daß die Weiberkriminalität im Regierungsbezirk Oppeln bedeutent

A der {traf halts erweitert hat, und daß

die des Regierungsbezirks Breslau mit seiner Großstadt von mehr als 400000 Cinwohnern und noch mehr die des Re- gierungsbezirks Liegniß überragt, und daß innerhalb des NRe- gierungsbezirks Oppeln die Kreise mit polnisher und die mit deutscher Bevölkerung von gleicher Bevölkerungszahl ganz verschieden kriminalistish geartet find. Im Bezirk Oppeln wurden bei einer Bes völkerung won 640 000 Strasmündigen weiblichen Geshlechts in den Jahren 1893—97 22 282 weiblihe Personen wegen Verbrechen und Vergehen gegen Reichsgeseße rechtskräftig verurteilt, im Bezirk Breslau bei einer Bevölkerung von 611 000 weiblihen Strafmündigen dagegen nur 16 168, von denen auf den Stadtkreis Breslau allein 6741 ent- fallen, und im Bezirk Liegniß bei einer Bevölkerung von 419 000 weiblihen Strafmündigen nur 6812. e je 100 000 Strafmündige weiblihen Geshlechts kamen im Durchschnitt der obigen Jahre im Megicrungsbezirk Oppeln 729, im Regierungsbezirk Breslau 505, im Regierungsbezirk Liegniß 325 weiblihe Verurteilte. Man dürfte - Teiht geneigt sein, diejes so bedeutende Uebergewiht der Weiber- kriminalität des Oppelner Bezirks aus den obersclest chen Industrie- verhältnissen herzuleiten, zumal gerade der Industriebezirk Ober- s{lesiens, d. h. die Kreise Beuthen, Zabrze Kattowitz, Tarnowiß, Tost- Gleiwiß, am \{chwersten kriminell belastet ind. Allein eine Gegenüber- stellung der strafmündigen weiblichen Bevölkerung und der weiblichen Ver- urteilten dieser Kreise und derjenigen anderer industriereiher Bezirke, in denen eine bei weitem geringere Weiberkriminalität festgestellt ift, zeigt, daß die Industrieverhältnisse keinen abfolut bestimmenden Ein- fluß auf die Höhe der Weiberkriminalität ausüben. Der Hauptfaktor des enormen Uebergewihts der genannten ce Kreise muß demnach in etwas Anderem liegen. Dieses andere ist nach den Ergeb- nissen der Untersuchungen S das in der Bevölkerung der- selben dominierende skavische Element. Es bedarf nur eines BVlickes auf andere Bezirke mit slavisher Bevölkerung, um fich der Bedeutung dieses Faktors bewußt zu werden. Die stärkste Kriminalität im Reiche, insbesondere auch die stärkste Weiberkriminalität wird, ab- gesehen von einigen kleinen Gebieten, u D von Slaven bewohnten B Ostpreußen, Westpreußen und Posen repräsentiert. Diesen rovinzen am nächsten steht der Teil des Regierungsbezirks Oppeln mit polnischer Bevölkerung. Auf die 15 obershlesishen Kreise polnischer Zunge entfallen 441000 weiblihe Strafmündige mit 19 100 weiblihen Verurteilten, also 3000 mehr als auf den ganzen Regierungsbezirk Breslau und 12300 mehr als auf den ganzen Af pngbezirt Liegniß mit seinen 419 000 weiblihen Strafmündigen. Auf die 6 oberschlesishen Kreise mit ganz oder vorwiegend Deutidtee Bevölkerung von zusammen 166 000 weiblihen Strafmündigen kommen dagegen nur 3155 weibliche Verurteilte. Nicht nur in den rein \lavi- \{en, sondern felbst in solchen mittelslesis{chen Kreisen, die teils von Slaven, teils von Deutschen bewohnt sind, ist die Weiberkriminalität beträhtlich höher als in den rein deutshen. Dieselbe Erscheinung wiederholt sich in den rheinisch»westfälishen Bezirken mit einge- wanderter polnischer Bevölkerung. Ein recht \s{lagendes Beispiel der \hroffen Gegensäße zwischen den Kreisen mit deutscher und denen mit olnischer Bevölkerung bilden die Kreise Grottkau (deutsch) und Lubliniß (polnisch) mit je 16000 weiblihen Strafmündi en, von denen der erstere 211, der lehtere 770 weiblihe Verurteilte hatte. Mit der Vergleichung der Weiberkriminalität in den \lavishen und den deutschen Kreisen ist aber die Frage nah den Faktoren dieser Kriminalität keineswegs erschöpft; denn auch innerhalb beider Be- völkerungen bestehen mannigfache, noch der Aufklärung bedürfende Verschiedenheiten. Als die typischen Eigenschaften der {lavis Weiberkriminalität lassen sh Diebstahl und Gewalttätigkeit be- zeichnen. Mit Ausnahme von Reuß j. L. und Swchwarzburg-Rudol- stadt steht im Deutschen Reiche die weibliche Diebstahlsfrequenz nirgends so hoh wie in den von Slaven bevölkerten preußischen Re- gierungêbezirken Gumbinnen mit 228, Marienwerder mit 231, Brom- berg mit 282 Oppeln mit 204 weiblichen Verurteilten auf je den 6255 weiblichen Vers

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100 000 weibliwe Strafmündige. Von urteilten des Oppelner polnisi

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„Gewalt und Drohungen gegen Beamte usw.“ (§8 113, 114, bis 119 St.-G.-B.); in dieser Kategorie wird der Negierur Oppeln im Deutschen Reihe nur noch von dem Regierungsbezirk Danzig ein wenig übertreffen. /

In weiteren Aufsäßen behandelt der Privatdozent Dr. Vie

der Lo Bedürfnisse, I. August (Berlin) die Lehren der jüngsten Zusammenbrüche von T S und Dr. Prinzing (Ulm) die Fortschritte der Hinterbliebenenfürsorge in Deutschland. Der Abschnitt „Miszellen® bringt in den drei Heften Mitteilungen über: studierende rauen in Rußland, Feiertage in Rußland und ihre volkswirtschaft- ihe Bedeutung, Zug nah dem Westen in der amerikanischen Union, Antikartellpolitik der Vereinigten Staaten, Sozialpolitik und Leistungs- i keit der Industrie in Neusceland, Produktionskosten von Weizem ei Große gegen Kleinbetrieb, Straßenbahnen deutscher Städte, Rückgang der Geburtenfrequenz in Australien, E gegen Bebels Geseß von der unbegrenzten Steigerungsfähigkeit der Bodenerträge „englisches gegen franizösishes Wesen (gleichzeitig ein Wort über englishen Komfort), Bodennußung und Bevölkerungsdichtigkeit in Ap Bevölkerungs- bewegung. in Frankreich, Ebescheidun und Wiederverheiratung Ge- htedener in der Schweiz, Höhe des arlehenszinsfußes in den Leih- häufen deutsher Städte, Welthandelsflotte, fremdes und nationales Besitßtum in Uruguay, Preissteigerung von Grundstücken in Warschau, Ausgaben für Bier und Branntwein beim deutschen Arbeiter, Aus- iten der Getreideproduktion, Rußlands Maßnahmen zur Hebung lane Landwirtschaft, Spiritus- und Petroleumproduktion der Welt, ilitärdienst und Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitern in Oester- reich, die Frau im Haushalt des Bauers in Enaland gegen Frank- rei, „was wir von Amerika lernen können“, Verteilung der Ge- schlechter in Australien u. a. m.

Land- und Forstwirtschaft. Stand der Kulturen in der Schweiz.

Vom oberen Zürichsee wird der“ „Schweizer hon Canbent shaftlihen Zeitschrift“ unterm 3. April berichten, ies hen Landwirt- nahmêweisen milden Föhnwitterung in der zweiten Hälfte des M a März entwickelten ih die Kulturen ras “und vorzeitig f Bieten E leben die Obstbäume da. Die reilih vorhandenen Fruébt. e Talsegune ind in der Entwlelung weit vorgeschritten. In den aste ian \{@on seit einigen Tage ühende Eee Jeder Auch die Kirshbäume dien Wre Biite A “ae O e Beobachtung, daß die Reben an dem See in mehreren “agen unter Kälte vergangener Monate etwas gelitten haben.

§ Rotterdamer Getreidemarkt im März 1 Der Kaiserliche Konsul in Rotterdam b zuna Anfangs März d. J. herrschte für Weis wenn au nur in geringem Maße timmung ein, der selbst das

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(Berlin) in s{harfsinniger und anregender Weise die Entwickelung F