1903 / 98 p. 9 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

nichts. Es ist auf dem Punkte, von dem der Unglüsfall ausgegangen ift, nachträglich durch Untersuhungen festgestellt worden, daß dort ein nit abgetaner Schuß mit Kohlenstaub beseßt, also verbotwidrig ber- gestellt war in einer Weise, die notorisch zur Herbeiführung von Kohlenstaubexplosionen geeignet ist. Gegen diese Beseßung der Schüsse mit Kohlenstaub anstatt mit Letten ist mit vieler Mühe durch Jahre angekämpft worden. Es find immer wieder Erlasse ergangen, die in Erinnerung bringen, daß der Weg der Sprengung mit Versaßz von Kohlenstaub eine {were Gefahr in sich birgt, daß er absolut verboten sei und daß ein Versaß. mit Letten notwendig sei. Es ist in allen Gruben, soviel ich weiß, dafür gesorgt, daß an allen Stellen reihlih Letten vorhanden ist. Ih führe diese Unterlassung der Befolgung der Verordnung der Bergs behörden nach den mir zugegangenen Nachrichten nicht allein auf den bösen Willen oder auf die Nathlässigkeit der Arbeiter zurück, sondern auf einen alten innigen Glauben, daß die Schüsse, die mit Kohlen- staub verseßt sind, wirkungsvoller wären, und daß deshalb die Ar- beiter immer von neuem zu diesem verbotenen Verfahren greifen. Daß aber die Explofion eine Kohlenstauberplosion gewesen ist, geht klar hervor aus dem Befund der Strecken, in denen fie statt- gefunden hat. Man kann das aus den an den Wänden, an den Zimmerungen anhaftenden Kokspartikelhen ganz genau sehen. Dieser Koks entsteht dur die Verbrennung des Kohblenstaubs, und darum ift eine Kohlenstauberplosion unter allen Umständen mit Sicherheit nah- träglich festzustellen. Es ist also höchst wahrscheinlih, daß die Kohlenstauberplosion dadurch hervorgerufen worden ist, daß zwei Schüsse kurz nacheinander abgegeben worden sind, daß der erste Schuß den Koblenstaub aufgewirbelt hat, und daß der zweite Schuß, der wiederum höchstwahrscheinlih mit Koblenstaub verseßt war, durch die lange Stichflamme, die ein derartiger, mit Kohblenstaub verseßter S@huß ergibt, den in Bewegung geseßten Kohlenstaub entzündet hat. Nun entstehen weiterhin Zweifel darüber, ob diese Kohlenstaub- explosion, die an der einige 100 m entfernten Arbeitsstrecke ursprüngs Úch stattgefunden hat, si in der gleichen Weise fortgeseßt hat bis in die Förderstrecken, in denen der Zusammenbruh erfolgt ist. Die Untersuchungen darüber sind bisher niht abgeschlossen. Unter den sacverständigen Bergbeamten bestehen darüber felbst Meinungê- versciedenheiten, ob lediglih Kohlenstauberplofionen oder gleichzeitig eine Explosion dur Gase vorliegt, die dur die erste Kohlenstaub- explosion erzeugt sind. Die Untersuchung wird ergeben, wie voraus- Adhtlih der Sachverhalt gewesen ist. Ueberaus wichtig is es aber nicht, dies gerade festzustellen. Worauf es ankommt, ist zu unter- Tuten, in welcher Weise ähnliche Unglüdsfälle für die Zukunft zu ver- meiden sind. Kohlenstaubexplosionen find in Oberschlesien bisher äußerst selten gewesen entgegen Westfalen, wo Kohlenstauberplofionen häufiger vorgekommen sind, und Saarbrücken, wo sie ebenfalls mehrfah vorge- kommen sind und zu sehr zerstörenden Wirkungen geführt haben. In Westfalen und in Saarbrücken hat die Bergverwaltung dazu über- gehen zu müssen geglaubt, eine ®volständige Berieselung der Gruben anzuordnen, damit die Kohlenstaubexplosionen ein für allemal ver- mieden würden, und die Durchführung der Rieselung hat allerdings

anderer Insektionskrankheiten, insbesondere des Typhus, in erheblichem Maße vorliegen.

‘Meine Herren, Sie wollen aus all diesen Erwägungen sehen, daß wir in der Tat bereits ernsthaft die Abwendung neuer Gefahren ins Auge gefaßt haben, aber daß es ebenso voreilig sein würde, wenn wir nun der eben gegebenen Anregung sofort Folge leisten wollten. Sie dürfen si versichert halten, daß ih mit vollster Aufmerksamkeit diese Dinge verfolgen werde. Wir haben eine Untersuhungskommission eingeseßt, diese Untersuhungskommission wird uns berichten, und ih werde auch für die Zeit, wo dieses hohe Haus nicht versammelt ist, dafür Sorge tragen, daß für alle diejenigen Herren, die sih für diese Frage interessieren, durch den Bericht, den ih in unserer Ministerial- zeitschrift veröffentlichen lassen werde, Fürsorge getroffen wird, daß offenkundig wird, was das Ergebnis der Untersuchung ist.

Meine Herren, die Wirkungen des Unfalles sind ganz ungewöhnlich große gewesen; es müssen dort Explosionskräfte gewirkt haben, wiê es nit häufig vorkommt. Es ist zwar auf der Arbeitsstrecke, auf der die Schüsse abgegeben sind und wo zweifellos die erste Explosion stattgefunden hat, die Zerstörung niht sehr groß. Dagegen ist die Zerstörung auf den angrenzenden Förderstrecken un- gemein groß und die Zerstörung ist auch auf sehr weite Ent- fernung bis über 600 m, bis zum Schacht zu bemerken gewesen. Es ist die Förderstrecke in einer Länge von 380 m nach der cinen Seite und von 30 m nach der anderen Seite vollständig eingestürzt.

Bei den Rettungsarbeiten, die notwendig waren, weil auf direktem Wege zur Strecke nicht vorzudringen war, haben in aufopferungs- vollster Weise ein Steiger und 5 Mann sih beteiligt. Sie haben versucht, auf Umwegen zu der Unglüksstelle vorzudringen, um die etwa verleßten, etwa noch zu rettenden Leute zu retten. Aber vier von- den braven Leuten sind leider den Nachshwaden erlegen, der Steiger und 3 Mann; 2 Mann sind shwerverleßt gerettet. Von den direkt be- beteiligten Leuten ist, wie ich oben {hon hervorgehoben habe, kein einziger gerettet. Wir haben also keinen einzigen Augenzeugen.

Nun hat der Herr Vorredner noch eine Reihe von Klagen gegen die Verwaltung erhoben. Er hat auf Grund von Ausführungen von einigen Arbeitern der Grube gesagt, daß die Wetterführung s{lecht gewesen sei. Nach den Berichten, die mir amtlich vorliegen, ist sofort nah dem Unglüsfalle die Wetterführung durchaus tadellos befundên worden. Es sind auch in sehr kurzer Zeit die Nachschwaden in einzelnen Gängen wieder beseitigt worden, was siher dafür spricht, daß die Wetterführung eine gute gewesen ist. Daß momentan durch eine derartige gewalttätige Explosion die Wetterführung gestört und verschoben wird, ist selbstverständlih. Die Wettertüren find selbst an einer Stelle, eiserne Türen, noch auf 600 m Entfernung vollständig aus den Angeln gerissen; die Wetterabshlüsse durh Brettertüren und Gardinen sind selbstverständlich beseitigt worden. Daß also Störungen in dem Gang der Wetter eintraten, ist selbstverständlich. Im übrigen aber ist die Maschinerie für die Ventilation vollständig tadelles und intakt gewesen.

Dann hat der Herr Vorredner noch einen Vorschlag gemacht,

in beiden Revieren dazu geführt, daß seitdem eine s{hwere Kohlenstaub- explosion niht mehr vorgekommen ist. Ich habe Ihnen bei Be- \preung der Wurmkrankheit hier {hon vorgeführt, daß wir meinen, daß die Kohlenstauberplosionen, wie sie namentlich in Westfalen und Saarbrücken vorgekommen find, von \o verderblichem Umfange sind, daß wir vor allen Dingen auf die Aufrechterhaltung der Rieselung in jenen weiten Distrikten halten müßten. Die ärztlichen Autoritäten haben aber in Westfalen geltend gemacht, daß die unselige Aus- breitung der Wurmkrankheit in erheblichem Maße herbeigeführt sei dur die Rieselung, dur die Feuchtigkeit. Jch habe daher, wie ih bier {on angekündigt habe, daß ih es tun wollte, inzwischen in Westfalen auf einigen Zechen die Berieselungen einstellen lassen, um dort zu versuchen, die Wurmkrankheit in den betreffenden Strecken zu erstiden.

Meine Herren, nun ist es einigermaßen bedenklich, in dem Augen- blick, wo ih in Westfalen gezwungen bin, von einer Sicherheits- maßregel gegen Kohlenstaubexplofionen zurüczutreten, in einem anderen Revier ohne weiteres dieselbe Maßregel einzuführen, in einem Revier, in dem bisher dur die Tatsachen nicht erwiesen ist, daß die Gefahr, der Kohlenstauberplosionen nur annähernd fo groß wäre als in den westfälishen und Saarbrücker Bezirken. Eingewendet gegen meine Bedenken war hier im Hause und ist mir sonst {hon eingewendet worden, daß die Gefahrmomente für die Fortpflanzung der Wurm- Tarven in Oberschlesien lange nicht so groß sein würden, als sie in Westfalen sind (Abg. Letocha: sehr richtig!); denn zu der Fortpflanzung der Wurmlarven gehört nicht nur Feuchtigkeit, sondern auch Wärme, und in der Mehrzahl der Strecken in Oberschlesien, so wird ausgeführt, Liegen die Hohen Wärmegrade, die für die Entwidelung der Wurm- larven erforderli find, nicht vor. (Abg. Letocha: Sehr richtig!) Nichtsdestoweniger haben wir au in Oberschlesien shon eine Reihe von Strecken, in denen die Temperaturen eine solche Höhe haben, daß die Gefahr einer Fortpflanzung der Wurmlarven vorhanden wäre, und daher is eine generelle Anordnung der Berieselung in diesem Augenblick zweifellos noch nicht erforderlich, ja niht zulässig. Da- gegen ist dur den Herrn Oberberghauptmann, der in der vorigen Woche selbst in Oberschlesien war und die Grube befahren hat, die Sage persönli untersuht worden. Er hat sofort angeordnet, daß in all den Förderstrecken, in denen größere Staubanhäufungen find, dur Wasserwagen und Sprißen sofort eine Anfeuchtung des Bodens und der Wände erfolgt, (Abg. Letocha: Bravo !), so daß nah Möglich- keit sofort das geschieht, was geschehen kann.

Gegen die Einführung einer Berieselung in Oberschlesien sprehen uo verschiedene Umstände. Wenn wir berieseln wollen, fo fehlt bei

großen Anzahl von Gruben das Wasser. Wir haben für weite \titte des oberschlesisen Bezirks künstlich große Wasserleitungen n Her anlegen müssen, um nur das nötige Trinkwasser zu be- è Wasservorräthe sind nicht so groß, daß sie noch die Berieselung det ganzen Bergwerke liefern Aber, wozu das Wasser vorhanden sein würde, _Grubén gepumpt wird, das Sumpfwasser, weifellos wieder derselbe Vorwurf gemacht worden ist, daß wir Zechen mit Sumpfwasser be-

Wasser jn die betreffenden

daß bie Arbeiter dieses

rieselt werden, een Strecken hineinbringen, es, Wasser trinken, und wenn sie viesea fahren sowohl der Verbreitung ver

der ja niht néu is, der aber eine alte Forderung wiederholt, die ôfter von ihm und seinen Freunden und von anderen Parteien gestellt ist. Das ist die Forderung, zur Beaufsichtigung der Sicherheit der Arbeiter in den Gruben Arbeiter selbst mit heranzuziehen. Meine Herren, ih habe gegen diesen Vorschlag prinzipiell keinerlei Ein- wendungen, was am besten dadur bewiesen wird, daß ih meinerseits vor einigen Monaten diese Einrichtung in Saarbrücken angeordnet habe. Jch glaube, daß es nicht zeitgemäß wäre, bei der Bestrittenheit der Frage, namentlich bei der Bestrittenheit der Frage auf Seiten der großen Mehrzahl der Privatindustriellen, daß ih da in einem Bezirk, in dem wir nur etwa !/ des Umfanges des Berzbaues betreiben, nun mit einer derartigen Maßregel vorgehe, und zwingend auf unsere ganzen Nachbarn einwirke. Jch habe nun, um die Probe auf das Exempel zu machen, inwieweit eine derartige Beteiligung der Arbeiter wirklich zu guten Zielen führt, d. h., inwieweit dur die Beteiligung der Arbeiter Un- fälle abgewendet werden, die Sicherheit erhöht wird, kein Bedenken getragen, in Saarbrücken, wo wir allein im wesentlichen monopoliftish den Kohlenbergbau betreiben, diese Einrihtung zu treffen, und ih möchte Sie nun bitten, mir etwas Zeit zu geben, daß ih Erfahrungen mache, ob dieser Schritt, der von weiten Kreisen im Lande sicherlich sehr bestritten wird, wirklich die Folgen haben wird, die davon erwartet werden.

Im übrigen habe ih auch in Westfalen angeordnet, daß auf den westfälischen ‘Zechen, die wir selbst besißen, zur Abwendung der Ge- fahr der Wurmkcankheit den Arbeitern Gelegenheit gegeben wird, den Beamten ihre Wahrnehmungen über, Nichtbefolgung der ge- machten Vorschriften und über sonstige Wahrnehmungen zur Sicherung der Arbeiter den Betriebsbeamten mitzuteilen. Nach dieser Richtung kann ih auh hier nur wiederholen, daß für Oberschlesien genau dasselbe gilt. Wenn Arbeiter irgend etwas bemerken, fo sollen sie gehalten sein, es jedem Betriehsbeamten mitzuteilen, und jeder Betriebsbeamte foll derartige Mitteilungen entgegennehmen. Ih weiß, daß bei den Arbeitern vielfah die Be- fürhtung besteht, daß derartige Mitteilungen gewissen Unterbeamten niht angenehm wären, unliebsam von ihnen vermerkt werden würden. Ich glaube aber, verfichern zu dürfen, daß diese Befürchtungen un- begründet sein würden, und daß, wenn auf Grund folcher Mitteilungen von Arbeitern ihnen s{lechte Behandlung von Seiten der Unterbeamten begegnen sollte von Oberbeamten ist das sicherlich ausgeshlossen —, dann in der nötigen Weise von uns eingeshritten werden würde, daß daher tas, was durch die Mitteilungen der Arbeiter erreicht werden kann, auch {hon jeßt erreiht werden fann dadurch, daß sie die entsprechenden Mitteilungen machen. Jch glaube meinerseits, daß die Wirkung der Mitwirkung der Arbeiter bei der Sicherheit im Bergwerksbetriebe in erheblichem Maße übershäßt wird; aber ih verkenne nicht, daß in einer großen Zahl von Fällen die in der praktishen Arbeit selbst befindlichen Arbeiter sehr gute Fingerzeigé und Winke gegeben haben, und ih kann nur wiederholen, daß mir derartige Mitteilungen stets in höchstem Maße willkommen sein würden. Ich bin aber nit in der Lage, ehe ih die Erfahrungen in Saarbrücken für längere Zeit zum Abschluß gebracht habe, in anderen Bezirken în gleiher Weise vorzugehen.

Meine Herren, dann is noch eine Einwendung von dem Herrn Vorredner gemacht worden dahin gehend, daß jeßt in ähnlicher Weise verfahren werden möchte, wie seinerzeit bei einem großen Unfall auf der Saarbrücker Grube Camphausen verfahren ist, und er hat

einen Erlaß meines Herrn Amtsvorgängers Maybach verlesen. Jch möchte den Herrn Abgeordneten darauf aufmerksam machen, daß dieser

Erlaß zu einer Zeit ergangen ist, als die Unfallversicherung noch nit bestand, und daß der Erlaß nichts anderes angeordnet hat, als daß diejenigen Vergünstigungen, die die Arbeiter dur die Unfallyersichernng bekommen würden, auch {on damals einige Monate vor Emanierung des Gesetzes den Arbeitern zugewendet würden. Gegenwärtig wird ganz dasselbe, was den Arbeitern auf Camphausen damals vor Erlaß des Gesetzes gewährt war, infolge des Gesehes und sogar in größerem Umfange, als das Gese damals erlassen worden ist, da inzwischen Erhöhungen stattgefunden haben, ihnen gewährt. Also die Wünsche des Hecrn Vorredners sind meines Erachtens gegenstandslos; denn was er wünscht, wird den Arbeitern gewährt. (Bravo!)

Auf Antrag des Abg. Stößel (Zentr.) beschließt das Haus die Besprechung der Jnterpellation.

Abg. Dr. Hir ch - Berlin (fr. Volksp.): Dieses Unglück lenkt aufs neue das Augenmerk auf die Bergleute und ihren {weren Beruf. Es ist tief bedauerlih, daß die Arbeiter wider die Vorschriften der Behörden handeln und dadur an solhen Unglücksfällen die Schuld tragen. Jn anderen Ländern haben sich die shlagenden Wetter ver- mindert, nahdem entsprehende Maßnahmen getroffen worden find; folhe Vorkehrungen sind bei uns auch getroffen worden, A immerhin sind nach 1901 1209 Bergleute umgekommen. ist eine äußerst große Zahl. Mir will es s\{cheinen, als ob die Berieselung durchgängig eingeführt werden sollte. Es muß alles aufgeboten werden, um jede mögliche Verhütungs- maßnahme zu treffen. Die Grundlage, auf der die Bergarbeiter ibren Beruf erfüllen, muß sicher gestellt werden. Dazu gehört die Gin- führung von Revisoren aus Arbeiterkreisen. Der Staat muß Muster- anstalten in sozialer Beziehung haben, in denen das Leben der Arbeiter bare ies ist. Hier soll man nicht abwarten, was die Privaten tun, ondern vorangehen und den Privaten den Weg zeigen. Ein enkt- sprechender Antrag ist von uns 1899 eingebracht, leider aber abgelehnt worden. Die Arbeiter sehen do infolge ihrer langjährigen Tätigk manches, was dem Revierbeamten bei einem flüchtigen Durchgang entgeht; ein Versuh wenigstens in dieser Richtung sollte gema werden. In Rheinland und Westfalen ist man bereits weiterge“ gangen, aber ist das Leben ter oberschlesishen Bergarbeiter weniger wert als das der Arbeiter in den anderen Revieren? Die elementar? Macht bleibt immer vorhanden, aber helfen und abshwächen fönnen genügende Vorsicht und hinreihende Maßnahmen. Die Staats- regierung soll Ernst machen und ein Geseg einbringen, in dem die Arbeiter zur Grubeninspektion herangezogen werden. E

Abg. Dasbach (Zentr.): Ih schließe mich im wesentlichen den Ausführungen des Vorredners an und verweise auf ein Werk über „Bergwerköverbältnisse in Großbritannien“, das bemerkenswerte Fingerzeige gibt. Cmpfehlenswert ist auch die Einführung der elektrischen Lampe, die dem Bergmann große Vorteile gegenüber der jeßigen Grubenlampe bietet; er kann sie z. B- in jeder Stun benußen; dem gegenüber will es nihts sagen, daß das neueste s Y dieser Lampe 4 kg wiegt und daß der Prets nicht unerheblich ift. f Abg. Stögtel (Zentr., auf der Tribüne unverständlich) geht au die Einzelheiten des Ünglü(sfalles ein.

Minister für Handel und Gewerbe Möller: : Be

Meine Herren! Nur einige wenige Worte der T S das, was die Herren Vorredner gesagt haben. Der Hero E N des hat mi berichtigt in meiner Auffafsung einiger Ausführungen Herrn Abg. Letocha. Er hat gesagt, daß die Unterstüunge Hater denen der Herr Abg. Letocha gesprochen hat, nur sofortige s stugungen sein sollten, nicht die Unterstügungen, die geseplih en Arbeitern zuständen. Die Herren haben aber beide, soviel ih weiß, nur ausgeführt, daß solche Unterstüzungengn Notfällen gegeben werden sollten. Ich werde nun sehr gern untersuhen, ob Notfälle existiercn, ih glaube aber nit, daß zunähst eine Not bei den Leuten bestehe# wird, denn die Beerdigungskosten sind auf Staatskosten übernommcch

gezahlt. Außerdem if ihnen am Schlusse des Monats der Lohn des ganzen vorhergehenden Monats gezahlt worden. Also eine sofortige Not kann niht wohl existieren. Ih werde aber sehr gern der nachgehen, ob derartige Fälle vorhanden sind. di

Was die Bemerkungen der beiden Herren Vorrednêr über die Sicherheitslampe betrifft, so wird wohl das Haus damit einverstand® sein, wenn ih hier darauf nicht eingehe, denn in Oberschlesien D man feine Schlagwetter. Dort sind keine Sicherheitslampen, es wir überall mit offenen Lampen gegangen, es wird dort überall m Schwarzpulver geschossen, weil bisher eine Gefahr in der Verwenduns beider nit vorgelegen hat. Ich bitte, mich daher von einer weiteren Beantwortung dieser Frage zu dispensieren.

Damit schließt die Besprechung der Interpellation.

Es werden sodann, nachdem die dritte Beratung des Geseßentwurfs wegen Aus ehnung des Gesezes, betreffend die Ablösung der Reallasten in der Provinz Schlesw1g? Holstein, vom 3. Januar 1873 auf den Kreis Herzogtum B eusauras auf Antrag des Abg. e Es (nl.) von Ta eborduunER abgeseßt worden ist, die Geseßzentwürfe, be- (reffend die Bildung von Gesamtverbänden in der katholischen Kirche und die Bildung kirchlicher Hilfs fonds für neu zu errichtende katholishe Pfarr? gemeinden, in dritter Lesung ohne Erörterung angenommen __ Hierauf folgt die dritte Beratung des Gesegentwurf 2e igung für den höheren Verwaltung®*

Das Haus po bei der zweiten Beratung den Gese

entwurf in einer Fassung angenommen, die im § 4“ und im S 12 eine wen e Aenderung der Regierungsvor age enthält. E Ï C gas E Aeglerungsvorlage. e „Wer dur ein Zeugnis der Gerichtsbehs te vor \{hriftsmäßige Vorbereitung bei dem Amtsgeridte vie A t, wird von dem Regierungspräsidenten, in dessen Bezirk er be- Ba É will, zum Regierungsreferendar ernannt. f ah der vom Hause bei der zweit beschlossenen Fassung „laue L: \ zweiten Lesung bes L „Wer durch sein Zeugnis der ihtébehörde die erle vorschriftsmäßige Vorbereitung B p h seiner d n nahme dutch die Minister der Finanzen und des June

von dem Regierungspräsidenten,

werden will, zum Regierungsreferendar ernannt.“

die Worte „nah seiner Annahme dur die Minister Finanzen und des Innern“ zu streichen. * t, für den. Der Abg. von Savigny (Zentr. beantras Jon Richt- Fall der Annahme des Antrages des Abg. Freier hofen dem § 4 folgende Fassung zu gebt: j die erfolgte vor- hriflemag ee ein Zeuguis der Gerth quf seinen Ante o j g n bon tem Mterungrped ten e fen Bast er Wst f nigungder Ministex

will, zum Regierungsreferendar ernannt- jen und des Innern abgelehnt BOLR

bes Eier Antrag fannnur mit Geneh! (Schluß in der Zweiten Beilage.)

das ihnen - gesemäßig zustehende Sterbegeld wird ihnen tropden i

in dessen Bezirk er beschäftigt i t Der Abg. Freiherr von Richthofen (fons.) beantrag