1903 / 118 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

mittag um 111, Uhr, wie „W. T. B“

wünschenswert, und deren Vorteile sind den Eingeborenen unter Hin- weis auf die aus den bisberigen Zusammenlegungen Gewonnenen ünstigen Erfahrungen einleuhtend zu maden; jedo ist dabei jeder wang ebenso wie jeder Zwang zur Arbeit in den Plantagen aus- zushließen, au dürfen ni, t naéträglich EGingeborene in das zuvor anderen überwiesene Land eingewiesen werden. Grfolgt die Zusammen- legung, so hat die Zuweisung des neuen Landes in möglichst G er; die bisherigen Besthverhältnisse und das bei Verständnis für den wirtschaftlichen Erwerb wachsende Bedürfnis berücksihtigender Weise zu erfolgen, so daß die Eingeborenen ihren vollen Lebensunterhalt auf dem neuen Besiß erwerben fönnen. _Ein bestimmtes A0 „der zu- zuweisenden Flächen ist dabei nit festzuhalten, namentli ist dabei au Le verschiedene Fruchtbarkeit der zuzuweisenden Flächen in Betracht zu ziehen. s Es 3 Dasselbe gilt bei der Zumessung der Flächen, welche mit Rücksicht auf die künftige Bevölkecungszunahme zu reservieren sind. h Insofern bei den bisherigen Ansiedelungen der Eingeborenen in ges{chlossenen Dörfern solche Reservate nit vorbehalten worden, sind nicht nur weitere Anträge auf sofortige Ergänzung der Landzuweisungen tunlihst zu berücksihtigen, sondern es ist auch erforderlih, daß eine rößere, ua zu entfernte Fläche guten Bodens als Kronland bor- läufig im Besiß der a behalten wird, „welche den “Einge- borenen auf Wunsch zu billigen Bedingungen zu nien ist. Vorbehaltlih der Wahrung der öffentlihen Interes en find den Eingeborenen nahweisbare Rechte auf die Jagd, den Fischfang, das Einsammeln und die Verwertung von Naturprodukten zu wahren und auch ohne folhen Nachweis auf allem herrenlosen Land, E dasselbe nicht als Kronland erklärt und Dritten überwiesen ist, zuzugestehen. H Die Entnahme von Feuerungsholz und des für den Bau von Hütten und Fahrzeugen benötigten Holzes ist den Eingeborenen dauernd cinzuräumen.“ ©

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Der Kaiserliche Gesandte in Brüssel, Wirkliche Geheime Nat Graf von Wallwißg hat einen ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub angetreten. Während seiner Abwesenheit wérden die Geschäfte der Kaiserlihen Gesandtschaft von dem Ersten Se- kretär, Legationsrat von Bülow geführt.

Der hiesige Königlich italienische Botschafter Graf Lanza ist nah Berlin zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Bot- schaft wieder übernommen.

Der hiesige Königlich belgische Gesandte Baron Greindl ist nah Berlin zurückgefehrt und hat die Geschäfte der Ge- sandtschaft wieder übernommen.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Tiger“ gestern von Hankau N Kiukiang und S. M. S. „Luchs“ von Bon nah Hoihow abgegangen. / ;

. M. S. „Sperber“ seßt am 23. Mai die Reise von Port Said nah Aden fort.

Oldenburg.

JZhre Königliche Hoheit die Großherzogin is gestern

von einer Prinzessin entbunden worden. Elsaß-Lothringen.

Seine Mazestät der Kaiser unternahm gestern vor- meldet, einen Spazierritt in die mgegend von Urville und kehrte um 1 Uhr nah dem Schlosse zurück. Jhre Majestät die Kaiserin empfing gestern nahmittag drei Arbeiterinnen der Dagsburger Stickereifirma Eduard Siegel, die zahlreiche Arbeiten, darunter eine in Seide, Perlen und Gold E Darstellung des O Felsens mit der Kapelle, vorlegten. Jhre Majestät die Kaiserin, Allerhöchstwelche zahlreiche Äufträge er- teilte, überreichte jeder der Erschienenen eine goldene Brosche.

Gestern abend gegen 8 Uhr haben Jhre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin die Nükfahrt nach Pots- dam angetreten. Auf dem Bahnhofe zu Kurzel waren der Bezirkspräsident von Lothringen Graf von Zeppelin-Aschhausen, der Kreisdirektor von Meß-Land Graf Grignoncourt, der Kommandeur des XVT…. Armeekorps, General der Infanterie Stoeßer, der Bürgermeister von Kurzel sowie Kriegervereine und Schulen zur Verabschiedung anwesend.

Der Chef des Militärkabinetts, Generalleutnant und Generaladjutant Graf von Hülsen - Haeseler, dessen Be- finden befriedigend ist, ist gleichfalls mit dem Kaiserlichen Sonderzuge abgereist.

Deutsche Kolonien.

Dem Bericht des Chefs der Verwaltung des Ssanga- Ngokogebiets in Kamerun, Oberleutnants Gere von Stein über die Beendigung seiner Bertua-Expedition entnimmt das „Deutsche Kolonialblatt" die folgenden weiteren *) Mit- teilungen.

Der 7. und der 8. September wurden durch weitere Entsendung von Patrouillen ausgefüllt, die in den zahlreichen großen Dörfern nur wenig Widerstand fanden. Es gelang dabei nur, die allgemeine Flucht» rihtung Bertuas na Südwesten aus dem dort etwas verstärkten Widerstande zu folgern. Wenig von feilshüssen mehr beläfti t, im Besiße eines Pferdes Bertuas und chließlih bestimmt Dr eine Nachricht Verumas, daß seine Partei \ich immer mehr stärke und massenhaft Vangerileute bei ihm Schuß suchten, beshloß ih, der Richtung Südwest ebenfalls zu folgen.

Nachzuholen wäre, daß bisher nur ein Soldat verwundet war und zwar dur einen Pfeilshuß durch die Schulter, eine Verletzung, die unter Anwendung eines wir vou dem Paussachef bereiteten Gegen- giftes {ließli ziemlich gut heilte. Pfeile und Speere waren fast durchweg mit einer Strophantusart stark vergiftet. Auch weiterhin kamen 0e wenig Verwundungen vor. Ein vereinzelter stärkerer Mbiabikomplex, etwa zwei Stunden von Vangeri, wurde in dieser Zeit ebenfalls genommen. ;

Am 9. September trat ih, vom Feinde nur wenig belästigt, den Marsch nach Südwesten an, vorläu g ganz unklar darüber, ob Bertua mit seiner Hauptmacht uns südli umgangen habe und nah Bendia ausgewihen sei oder sich weiter westwärts zurüdckgezogen habe. Jn Ndjabo, einem zu Sendeke gehörigen Baiadorfe, nahe dem inneren Rand des Gamane westlih ums{ließenden Urwaldes, wurde widerstandslos Lager bezogen, und ebenso mit nur geringen Gefechten wurden dann sämtliche Sendeke- und Bobalodörfer dieses Abschnitts genommen, ohne daß es den Patrouillen gelang, die Spur Bertuas selbst wieder aufzufindeu. Jh entsandte von hier eine stärkere Patrouille unter dem Feldwebel Buari in das niht allzu entfernt gelegene Gamane selbst, um mich vom Stande der Dinge dort zu überzeugen. Nach Meldung Buaris war jeßt die Stadt gedrängt voll Menschen, die unbedingt dem Veruma zu

ehorden schienen. Der Häuptling Ndjabo, der mit einem Teil seiner Lie in Gamane Zuflucht gesucht hatte, erschien selbst, um um Frieden zu bitten, der ihm A unter der Bedingung gewährt wurde, daß er Bertua im Sendekelande keinenfalls aufnehmen oder unter:

*) Vergl. Nr. 104 des

„Reich3- und Staatsan eigers" vom 4. Mai d. I. :

- Bakoko. Nur an

stüßen dürfe, vielmehr, falls dieser in die Nähe der Expedition Mitteilung gemacht werden müsse. ähnlichen Bedingungen wurde Ndjabo zu dem benachbarten Baiastamme Buri (Djalang), zu den Kokum und Tele im Westen geschickt, die alle vom Kriege nit berührt waren, pi jedoch von dem vorjährigen Durhmarsh durch ihr Gebiet annten. Y

käme, sofort it ganz

a ein Widerstand in diesen Gegenden in keiner Weise mehr

D stattfand und die weitere Spur Bertuas völlig verloren erschien, brah ich selbst am 10. September nach Gamane auf, in der Hoff- nung, von“ den vielen jeßt dort befindlichen lüchtigen Nachrichten erzielen zu können. An demselben Tage noch erschienen Gesandte von Djalang und Kokum mit der Bitte um Fricden und der Meldung, Bertua fei ihrem Gebiete nit nahe gekommen, und sie würden alle meine bezüglihen Wünsche ohne weiteres erfüllen. Es ist dur diese Abmachung in der Folge das Aktionsfeld wesentlich beschränkt worden. Uebereinstimmende Nachrichten von Haussas Flüchtlingen 2c. lauteten dahin, daß kurz nah dem Einbruch in Bangeri Bertua nördlich von Gamane die Vangeristraße ostwärts überschritten habe

und jedenfalls nah Inforo (das Staadtsche Enorero) geflüchtet sei.

Die Verhältnisse in Gamane selbst fand ich des weiteren insofern verändert, als die Stämme der Gadshi, Dasfsi, Bujog und Buginde, die Bertua im Halbkreis von Nordost bis Südwest um Gamane an-

esiedelt hatte, unterdes die lange ersehnte Gele enheit ergriffen Batten, um, A nah vorausgegangenem Gefecht mit Veruma- leuten, zu entflichen. Sowohl in der Nähe von _Bimba wie von Beri sollten diesé Leute jeßt angeblich die rück- gehende Expedition erwarten, um dann Neuansiedlungen nach Anweisung der Verwaltung anzulegen. Nur ein geringerer Teil (Gadfhi) war an ‘den Kadët in der Nähe des Mpandi gegangen, und es stand von diesem die Auswanderung in seine früheren Sitze bei Baturi zu befürchten. Für die augenblicklide Lage hatte dieser Zwischenfall das Gute, daß er den Gesamtbogen südlih Gamane gegen ein Ausweichen Bertuas dahin vorläufig völlig abs{loß. q

Ganz unerwartet bra ih am 11. September früh Morgens in beshleunigtem Marsch nach Jnforo auf und erhielt erst ganz nahe diesem Orte etwas Feuer. Die NADRUen hatten in der hier spär- licher bevölkerten Gegend wenig rfolg, es gewann den Anschein, als ob Bertua sicher hier nicht Zuflucht gesuht habe. Es stimmten mit diesen Erkundigungen die Aussagen einiger Gefangenen überein, die ih \{ließlid, um Inforo und seine Leute ähnlich zu verständigen wie in Nojabo, laufen ließ. Die Angst Inforos war jedoch zu groß, als daß es gelungen wäre, ihn zu persönlicher Besprechung zurüczurufen, wenn er A Boten auc alles Verlangte auszuführen versprach. i;

Am 13. und 14. wurde die Landschaft Bendia, die viele kleine Dörfer meist in dihtem Urwald besi in E abgesucht, ohne daß es auch hier gelungen wäre, eine Spur Bertuas aufzufinden. Hier sowohl wie während der gesamten Akttion war der ftundenlange tägliche Regen, meist verbunden mit Geroittern, recht lästig und ershwerte vor allem die zahlreichen Flüßchen- und nee Zu einem kleinen Gefeht fam es im äußersten Westen Bendias schon nahe der Vangerigrenze. Ein Erfolg wurde insofern hier erzielt, als der Häuptling Dia von Betakora und Gesandte von Tungu, beide etwas weiter im Norden an der hier noch gemeinsamen Route von Gamane nah Tibati und Kunde, im Lager erschienen, die Bitte ausfprachen, ihre kürzlih von Gamane Lnlfrobciien Landsleute, die Bertua früher geraubt habe, behalten zu dürfen, und der Verwaltung in allen Stücken Gehorsam zu leisten versprahen. Jh habe die Leute am folgenden Tage mit nach Gamane genommen, ‘ihre Angelegenheit mit dem Veruma geordnet und sie, mit Flaggen und Schubbriefen versehen, dann in ihre De entlassen. Bis jebt sind sie ihren Versprehungen durhweg nahgekommen. Sie wußten Inforo zu bewegen, nah Gamane zu kommen, riefen die in der idtung der Mypandi entflohenen Gadshis wieder über den Kadöt zurüdck und be- wachten ‘die Landschaft Bendia auf ein etwaiges späteres Auftreten Bertuas hin gründlih, worüber sie von Beit zu Zeit Nachricht sandten. Durch leßteren Umstand wurde auch von Osten. her die Overations- flähhe gegen Bertua bedeutend verengert.

Als ih von dem Zuge nah Osten und Nordosten am 14. Sep- tember nah Gamane zurückfam, fand ih wiederum die Bevölkerung des Ortes durch Flüchtige von allen eiten stark vermehrt, im übrigen aber alles in Ordnung und den Veruma nun völlig wider- PrüdisTo8 als Dberhäuptling. Am 15. hielt sich die Expedition in Gamane auf, einesteils um weitere Nachrichten über den Aufenthalt Bertuas einzuziehen, dann aber auch um Boten der Berrifaktorei abzuwarten, die in der Nähe fignalisiert waren. Die Nachrichten über den da lauteten diesmal be» stimmter, da das Bestreben aller größeren Baiachefs sehr bemerkbar wurde, den Krieg baldmöglichst zu beendigen, _und die Beliebtheit des Veruma im A zu seinem sehr grausamen und gefsürhteten Vater in stetem Wachsen war. Allerdings habe Bertua, nah Unterbringung des grô ten Teils seiner Weiber und der Mehr- zahl seines Anhangs, seiner Habe und seines leßten Pferdes weiter nordwestlich innerhalb des Mbiabilandes unter Führung seines zweiten Sohnes Abu, versucht, sehr nahe nördlih Gamare die Landschaft Bendia zu gewinnen, sei aber, überflügelt von den in fteter Tätigkeit begriffenen Patrouillen und in Erkenntnis der Unzuverlässig- keit seiner meist nah Gamane geflohenen Landsleute in Bendia, seh \hnell Nachts nah Nordwesten in die dichten Mbiabiwälder zurück. gegangen. Sein wahrscheinlihster Aufenthalt sei jeßt da3 außer- ordentli große Mbiabidorf Doß, das bei den in Frage kommenden Mbiabiunterstämmen eine führende Rolle einnehme.

Nachdem ih eine zufällige Gelegenheit benutzt hatte, auch den Oberleutnant Dominik in Garua von den Grenzverhältnissen des südlicheren Teiles der Dftgrenze zu verständigen, brach ich am 16. September wiederum nach Ndjabo auf, um von da aus den Nordwestvorstoß auf Doß N Der Marsch auf Doß führte durch cine größere unbewohnte Utwaldstrecke. Auf dem gesamten Marsche wurde die Expedition fehr lebhaft mit vergifteten Pfeilen be- schossen. Nur durch {chließliches sprungweises Vorgehen wurde cine größere Anzahl Verwundungen - vermieden. Die Mbiabi zeigten in allem eine große Aehnlichkeit ihrer Kampfweise mit den a : einem Sumpfe in nächster Nähe der Dörfer „Und în diesen selbst hielten fie auch geschlossen stand, sonst beschossen sie ganz auf Bakokoart aus a ernächster Nähe alle Teile der Marschkolonne auf das lebhafteste einzeln. Das außerordentli große Dorf Doß (etwa doppelt so groß wie Ngulema- kong) wurde gestürmt, das dort neu angelegte Lager Bertuas war jedo abermals ganz erne Sofort ausgesandte Aufkiärungs- patrouillen konnten auch hier die Fluchtrihtung nîi t feststellen, hatten in allen Richtungen aber noh geringen Widerstand zu brehen. Ver- schiedene Éleinere Dörfer und ebenso. ein außerordentlih großes Dorf Dyemba im Westen wurden ebenfalls genommen. Den ganzen Abend S O an C, A is Tags darauf weithin die gesamte Umgegend verla en, und fämtlihe Fußspuren führten in die großen Wälder im Nordwesten: Gußsp

Da es mir sehr wenig opportun erschien, diese Mbiabian elegen- heit weiter zu verfolgen und “damit eventuell in die Lösung Ba ge- samten Makafrage einzutreten, beshloß i, zu ver)uhen, ob mit den Mbiabi jeßt eine fricdliche Einigung zu erzielen sei. Da einige Ge- fangene übereinstimmend ausfagten, Bertua sei mit den Mbiabihäupt- lingen im Unfrieden vor zwei Tagen au8einandergegangen und habe sih in den Wäldern , der vorgeschobenen Baialandschaften Tibati und Goima (NO) neu eingerichtet, ließ ih ein gefangenes Weib zurü, um die Mbiabihäuptlinge über die Lage aufzuklären, und bra

nah dem nicht sehr weit entfernten großen Baiadorfe Nara auf. Von den „Mbiabi unbeschofsen, ih auf diesein Marshe zum weiteren Beweis meines nur gegen Bertua gerichteten „größeres, vorgeschobenes Mbiabi-

dorf an der Batagrenze unbehelligt und begann erst beim Eintritt in den Narakomplex wieder die Feindseligkeiten. Jmmer unter geringem Feuer wurde das große Dorf Nara beseßt und auch hier wiederum dur Patrouillen weitgehende Aufklärung angestrebt. Es wurde hier- bei eine Verpflegungskarawane für Bertua aus einem der Goimadörfer überrascht und ein altes Mbiabiweib, das in der direkten Umgebung

Bertuas zur Bereitung der Pfeilgifte 2c. stets beshäftigt war

au egriffen. Unter viele Weibes wurde das mitten im Urw d n einer verlassenen Farm gelegene neue Versteck Bertugs, dessen Macht jeßt nur noch aus seiner persönlichen Umgebung und den Kriegern vön Tibati und Goima nebst einigen Leuten von Goffi und Vangeri bestand, am 19. unter lebhaftem Gefecht erreiht und genommen. Der leßte Anhang Bertuas wurde dabet

völlig zersprengt und das Pferd, 24 Weiber und Kinder und die gesamte Habe Bertuas wurden erbeutet. Er selbst war bereiiz am Abend vorher infolge des Ueberfalls feiner Verpflegungs.

karawane außerhalb der Wege in den unbewohnten Wald geflüchtet,

und feine weitere Spur konnte, obwohl die gesamte Truppe, teilweise

auch in der Nacht, die Gegend weithin abpatrouillierte, zunächst nicht aufgefunden werden; nach Aussage der Gefangenen hatte er nur noch fünf bis sechs Mann zur Begleitung.

Oefterreih-Ungarn. A Lts Abgeordnetenhaus verhandelte gestern,

Wee S . B.*# meldet, über einen dringlichen Antrag des Abg. Biankini, betreffend angebli

_

im Zusammenhange mit den Vorgängen in Kroatien vorgenommene Haus- suchungen in Laibah. Nah der Begründung der Dring- lihkeit dur den Antragsteller, der wegen feiner Angriffe auf

den Banus einen Ordnungsruf erhielt, stellte der Minister- präsident von Körber, unter Festhaltung des Stand- punktes, daß die Vorkommnisse in Ungarn si der Ein-

flußnahme der österreihischen Regierung entzögen, fest, daß die Voraussezungen der Anträge über die erwähnten Vorkommnisse in Lzi- bah Lt ans nicht zuträfen, und wies die unbegründeten Verdächtis gungen eten die österreichischen Behörden zurück. Der Minister- prästdent bezeichnete die gegen die ungarischen Beamten erihteten Auslafsungen als nang Seine Nede wurde wiederholt durch Proteste der Südslaven und radikalen Tschehen unterbrochen Im weiteren Verlauf der Debatte erklärten sieben tshechische und \lovenisde Abgeordnete ihre Sympathie mit den Kroaten. „Schließlich wurde derjenige Teil des dringlichen Antrags angenommen, in dem die Regierung auf- gefordert wird, die Gründe für die gerichtlichen Yncerludundes gegen die Slovenen in Laibach bekannt zu geben. Der andere Leil des Antrags, die Vorgänge in Kroatien betreffend, erhielt nit die notwendige Zweidrittelmajorität. Als der Präsident irrtümlih die Ablehnung au des ersten Teils des Antrags verkündete, entstanden andauernde Be bei den Tschechen und Slovenen, bis die Richtigstellung er- olgte. Darauf seßte das Haus die Debatte über die gewerblihe Sonntagsrube fort. :

Der Zollaus\chuß nahm gestern eine Reihe von Tarifflassen, darunter „Drechsler-, Holz- und Strohwaren“, unverändert an, Bei der E „Papierwaren“ wurden die Positionen „Bellulose“, „photographi E h und „Tapeten® zurückgestellt “und eine Resolution, betreffend die Förderung der Papierausfubr, an.

enommen. Der Ausgleich8aus\chuß nahm unverändert rtifel 14 des Zoll- und Handelsbündnisses an, der die Gleichstellung beider Reichshäl)ten bezügli des Handel8-, Gewerbe- und Markt verkehrs betrifft. Jm aufe der Erörterung gab der Minister- präsident von Körber eine eingehende Darstellung von dem Zustande-

kommen und der Natur der Loyalitätsklausel, die lédi lih deklara, torischen Wert besiße und ein Zeugnis fei für die Absicht der Re:

terungen in Bezug auf die Aztung der gegenseitigen Nehte und

erbindlihkeiten. Bezüglich der Frage der Wertpapiere erklärte der Ministerpräsident, es sei wohl undenkbar, bei einem einheitlichen

ollgebiete den freien Verkehr aller Produkte und Waren zu ge- L us nur bezügli der Wertpapizre eine einshränkende Norm zu schaffen.

Der Ftaliener?kl ub bes{chloß gestern, die Regierung zu inter- pellieren, ob fie geneigt fei, Vorkehrungen zu treffen, damit die italie- nischen Studenten der Innébrucker Universität ungeftört den Studien in den italienischen Paralleklkursen bis zu der versprochenen Verlegung der leßteren obliegen könnten, und für die Sicherheit der italienisch- sprechenden Bevölkerung in Innsbruck Sorge zu tragen.

Großbritannien und Jrland.

Lord Onslow is, wie „W. T. B“ meldet, zum Prä- sidenten des -Landwirtschaftsamts ernannt worden.

Im Dberhause verlangte gestern der Earl of Crewe Aus- kunft über die Zulaffung fremder Kriegs\{hifffe in britischen Koblenstationen. Er erwähnte, daß kürzli eine große Zahl von Kriegsschiffen einer befreundeten Nation im Hafen von Colombo eweilt habe; wäre deren Gesinnung eine feindlihe gewesen, fo würde Colombo jenem Geschwader auf Gnade und Un-

nade ausgeliefert gewesen fein. Der Erste Lord der Admiralität arl of S Ce erwiderte, die im Jahre 1887 beschlofsene Be- \{ränkung der Zulassung fremder Kriegsschiffe in britischen Häfen sei im Jahre 1893 aufgehoben worden; keine der Mächte verbiete britischen Kriegsschiffen den Besuch ihrer Häfen. Nur in einem oder zwei Fällen be= ständen Bestimmungen hinsichtlich der Zahl der Schiffe, die ohne Anmel- dung die Dn anlaufen dürfen. England habe die Gastfreundschaft anderer Mächte in großem Maße in n!pruch genommen, und es Lege im allgemeinen Interesse, daß befreundete Mächte si in dieser Frage weit entgegenkämen. Wenn eine Matt, die Englands Gastfreund- schaft ne, dessen Schiffen Hindernisse in den Weg legen wollte beim Besuch ihrer Häfen, so würde der Fall in Erwägung gezogen

werden. Die Anwesenheit eines großen fremden Ge hwaders in Colombo sei ein au8nahmsweises und zufälliges Vorkommnis gewesen. Im Unterhause führte der taatssekretär des Kriegsamts Brodrick in Beantwortung einer Anfrage, betreffend die Vorgänge in Somaliland, aus, folange feine weiteren Nachrichten von dem General Manning yorlägen, könne er feine Erklärung abgeben. William NRedmond gPre) fragte an, ob seit dem Monat Januar, in dem das Blaubuh über die Verhandlungen mit Ftalien in dieser Angelegenheit ershienen sei, weitere Verhand- lungen mit jener Macht gepflogen worden seien. Der Staatssekretär des Aas Brodrick erwiderte: die britische Negiecung stehe mit der italienischen runs in beständigem Meinungsaustaus, der stets freundschaftlihsten C \arakters gewesen sei. Die italienishe NRe- gterung habe jederzeit alle ibr mögliche Unterstüßung gewährt.

Der Schakkanzler Nitchie empfin lern : A ordnung der Londoner Handels kammen ‘die ihr

i rheitsgemäßen G bereit _ U geraten gegen- über denen, die diese Bereitwilligkeit nicht zeigten; diese zu er- hingen, sei aber nit möglich. Ferner würde eine solche

esteuerung auch für die englischen Geschäftsreisenden im Ausland viel Unbequemlihkeit Um Gefolge haben. Der Schab-

diese weiter in Erwägung“ zu ziehen Lord Rosebery Vet n Handelskammer in Burnley eine Rede, in der er mit Bezug auf die Freihandelsfrage ausführte: Ri Als alter und überzeugter Imperialist würde er keinen Plan, der auf die Einheit -des Meichs abzielt, verurteilen, ohne ihn geprüft zu haben. Er hoffe daß die Nathteile eines solchen fie nach irgend einer Ein Fehler Englands in fähigkeit, die

Planes kaltblütig abwägen werde, che Nichtung hin einen We einlage. seiner auêwärtigen Politik lei seine Un-

arakteristishen Bestrebungen anderer Nationen

nac|ichtig zu beurteilen. Es sei notwendig, unbeeinflußt von

t gestern bei der G der

Handelskammer die Vorteile und -