1903 / 119 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

; a Erklärungen fest, dah die Liberalen Anhänger der

spolitik seien und daß eine Einrichtung Fhnlich

einer Reichshandelsliga das Reich schwächen und die dauernde Feindschaft der ganzen Welt hervorrufen würde.

Aéquith hielt gestern in Doncaster eine Rede, in der er sih gegen die Finanzvorschläge Chamberlains wandte, und E aus, diese seien der erte Shuß in dem Feldzuge,

er von der liberalen Partei mit ungeteilter Gegnerschaft auf- genommen werde; alsdann brachte der Redner Beweismaterial gegen die Finanzvarschläge vor und betonte, ihre Wirkung roûrde, wenn sie zu stande kämen, die sein, England weitere Ne, auf den Märkten zu bereiten, während ein anderes

rgebnis ein Vergeltungskampf in der ganzen Welt sein würde.

Frankreich.

Die Deputiertenkammer seyte am Mittwoch die Beratung der Interpellation über die Kirhenpolitik der Regierung fort. Der Deputierte Engeraud (Nationalist) erinnerte an die Ruhe: \tôörungen in der Kirche von Aubervilliers und verlangte, daß Frauen und Kinder zur Kirche gehen könnten, ohne Gefahr zu laufen, tätlih angegriffen zu werden. Er forderte von der Regierung Freiheit in der Ausübung des Kultus und führte aus, dg in dem Augenblick, wo Frankreich die Missionare verjage, der Deutsche Kaiser sich bemühe, vom Vatikan das Protektorat über die Christen im Orient zu erhalten. Der Deputierte Groussau (lib.) wünschte, daß der Ministerpräsident \ich bei den Verhandlungen mit dem Vatikan über die Ernennung der Bischöfe entgegenkommend zeige. Der Redner tadelte die Sperrung der Gehälter der Priester und Bischöfe; diese Gehälter seien eine nationale uld. Der Deputierte Dejeante (Soz.) warf dem Priester des Stadtteils Belleville vor, er habe Vorsorge | dia t! daß über die Sozialisten hergefallen worden s Der Deputierte Baudry d'Asson (konf) erhob gegen den

inisterpräsidenten den Vorwurf, er hade einen Bürgerkrieg ent- fesselt und rügte dessen Despotismus. Der Deputierte Graf Mont e- be llo (Republikaner) warf der Regierung vor, sie habe den Ruhe- srertt gestattet, in die Kirche von Aubervilliers einzudringen, und tadelte erner die Politik des Hasses, die von der Regierung befolgt werde. Der Deputierte Mirman (Soz) erklärte, es g unrichtig, daß die Manifestanten in die Kirche CUNLRUaen seien; fie seien vor der Tür gewesen. Der Deputierte Ludre sprah von den Vorgängen in St. Nicolas in Nancy und fand die Verurteilungen der Bürger, die den Mönchen ihre Sympathien bewiesen hätten, fehr {treng. Der Ministerpräsident Combes erwiderte, seine Kirchenpolitik beruhe auf einer loyalen Beachtung der Konkordat3geseye. Das Konkordat müsse sowohl von der Kirhe wie vom Staate respektiert werden. Wenn die Kirche dies nicht tue, werde der Bruch nur fie selbst treffen. Alsdann rechtfertigte der Minister- präsident die Rundschreiben, betreffend die Schließung der Kirchen der redigerkongregationen; er habe dies getan, um sich in Einklang zu eßen mit dem Beschluß der Kammer, der die Predigerkongregationen aufgehoben habe. Die Kongregationen könnten fi verweltlihen und

dieselben Rechte erwerben wie die anderen Priester; aber die Ver--

weltlihung müsse eine tatsächlihe sein. Er bedauerte Lees daß der Ausübung des Gottesdienstes Schwierigkeiten bereitet feien. Er habe Befehle zur Verhinderung von Ausschreitungen in den Kirchen gegeben. Aber die Prediger seien in der Mißachtung der e mit s{lechtem Beispiel vorangegangen. Der Ministerpräsident führte hierauf aus, seine Politik hinfichtlib der Schließung der Kirchen unterscheide sich nit von der Waldeck-Roufsseaus, und legte dar, die Politik der Bischöfe stehe im Widerspru wit dem Konkordat. Der;Staat sei un- genügend gewaffnet gegen den Klerus, der der Gehaltssperre Troß biete. Der Staat wolle nit scharf vorgehen; er ziehe es statt dessen vor, sh an die öffentlihe Meinung zu wenden. Diese werde aufgebracht über die Geseßesverlezung dur die Kirchenfürften. Er werde, {loß der Minisfterpräsident, t Zu der Ernennung eines Bischofs keine Zu- Lee machen. sehe nit, daß irgend ein Ministerpräsident i der gegenwärtigen Mehrheit die zur Zeit feine Politik in der Kirchenfrage werde desavouieren können. In beiden Kammern sei eine Mehrheit vorhanden, die niht vor den Ansprüchen des Klerus fapitulieren werde. Der Deputierte Allard (Sozialist) führte aus, er bedauere, daß die Regierung nicht eine bestimmtere Grklärung abgegeben habe über die einzig möglihe Lösung, die Trennung von Kirche und Staat. Der Redner tadelte den Ministerpräfidenten, weil er nicht Kirchen {ließen lafe, die von den Priestern zu Stätten antirepublifanischer Propaganda gemacht würden. Es sei dessen Pslicht, die Botschaft beim Vatikan abzuberufen. Wenn er nicht zur Trennung von Staat und Kirche bereit sei, werde er \sich einen Teil der Republikaner entfremden. Der Deputierte Millevoye Nationalist) warf dem Ministerpräsidenten vor, daß “er die traßenunruben hervorgerufen habe. Der Deputierte Cl-ovis Hugues (Sozialist) forderte für die Bürger das Recht, dd Geseh zu verteidigen, wenn es verleßt werde, wie es in der Kirche von Aubervilliers der Fall gewesen sei; er beshuldigte die Klerikalen, daß sie si dort wie Banditen benommen hätten. Der Deputierte Denis Cochin (kons.) sagte, die Politik der Regierung sei der Krieg gegen alles, was christlich sei. Eine Resolution des sozial-radifalen Deputierten Pa wona alle die Trennung von Kirche und Staat betreffenden nträge der Kongregationskommission zugewiesen werden sollen, wurde iert mit 247 gegen 178 Stimmen abgelehnt. Sodann wurde die von den radikalen Deputierten Etienne, Dubief ünd Sarrien eingebrahte und von dem Ministerpräsidenten C ombes genehmigte Lede E in der die Kammer die Erklärung der Regierung ertr

billigt, im auen zu den Entschließungen des Ministeriums, die Veberariffe des Klerifalismus zu unterdrücken, mit 313 gegen 237 Stiiamen angenommen.

Rußland.

Der Mordanschlag auf den Gouverneur Bogdanowitsh in Ufa wurde, wie „W. T. B.“ berichtet, während eines Spaziergangs desselben im Stadtparke, in dem fi zahlreiche Zal aufhielten, verübt. Als der Gouverneur in eine Seitenallee einbog, übergab ihm» ein unbekannter Mann ein versiegeltes Paket; ges feuerte eine andere Person zwei Revolvershüßsse ab, die den Gouverneur in Rücken und Brust trafen, worauf. der Tod sofort eintrat. Ein Wächter bemerkte das Verbrehen und wollte die Uebeltäter ergreifen. Diese aber bedrohten ihn mit Revolvern und entkamen.

Ftalien.

In der Deputiertenkammer erklärte vorgestern, wie „W. T. B." berichtet, auf eine Anfrage der Deputierten Gattorno und Socci, ob es richtig sei, daß der deutsche Reichskanzler Graf Bülow bei dem Ministerpräsidenten Zanardelli ritte unternommen habe, um zwischen dec italienishen Regierung und dem Vatikan einen modus vivendi herzustellen, der Unterstaatssekretär Ronchetti im Namen Zanardellis, dieses unsinnige Gerücht entbehre durhaus eg licher Begründung. Bei der Beratung des Kriegsbudgets brachten die Deputierten Ciccotti und andere ozialisten eine Tagesordnung ein, in der die Regierung aufgefordert wird, eine neue Heeresorgani- sation, die mehr der wirtschaftlichen Lage entsprehe, einzuführen. Diese Tagesordnung wurde in namentliher Abstimmung mit 179 gegen 37 Stimmen abgelehnt.

Spanien.

Das deutshe 1. Geschwader ist am Mittwoch, wié

„W. T. B.“ meldet, in Vigo ein elaufen. Das Fort erwiderte dessen Salut. E ilitärgouverneur und der Marinepräfekt wie auch der deutsche Konsul begaben fich an Bord des Admiralschiffes,

den Prinzen Heinrich zu begrüßen. Eine nah Tausenden zählende Menschenmenge hatte sich auf dem Kai eingefunden. Gestern vormittag begab der

Prinz Heinrich an Land und stattete dem Gouverneur und dem Bürgermeister E ab. Die militärischen Ehren erwies eine Kompagnie Jnfanterie. Der Prinz fuhr dann nah Madrid und wird am 27. d. M. nah Vigo zurückehren. Das deutsche Geschwader wird den Hafen am 29. wieder verlassen.

Türkei. Der Großvezier empfing gestern, wie „W. T. B.“ er- fährt, den bulgarischen dip Gttiscen Agenten I ch ow.

__ Die Hauptmacht Omer Ruschdi Paschas steht gegen- wärtig bei Djakowa, die Division Nasir Paschas feht in Jpek und Umgebung, die Division Schemst Paschas bei dem Kloster Detschani gegenüber den Höhen von Kaprivnik. Ueber einige kleinere, im Norden und Westen be- [N Detachements fehlen genaue Angaben. Die Reserve- ivision steht in Prizrend.

Rumänien. Am 19. d. M. haben die Wahlen für die Departements-

räte aus dem zweiten Wahlkörper Mae Ge- wählt wurden, wie „W. T. B.“ erfährt, 1 Liberale und 2 Oppositionelle. 2% Stichwahlen sind notwendig. Die

Wahlen verliefen vollständig in Ruhe.

Bulgarien.

Das Amtsblatt veröffentliht folgende Erklärung des neuen Kabinetts:

‘Nach dem Rücktritt des Kabinetts Dañnew versuchte der Fürst, eine Regierung zu bilden, bestehend aus Mitgliedern aller Parteien, eine Regierung der patriotischen Konzentration. Die guten Absichten, die einen derartigen Ausgang der Ministerkrise diktierten, unglückliherweise nit von allen Parteien voll gewürdigt, und das an iere Ziel wurde nicht erreicht. Der Fürst fand daher die Lösung, die die gegenwärtige Regierung ans Ruder brate. Die Mitglieder des egenwärtigen Kabinetts, die die ihnen aufgebürdete Last unter den s{chwierigen mständen, în denen ih das Land gegenwärtig befindet, nicht ablehnen können, sind fest ents{lossen, sich voll und ganz dem Dienste ihres Landes zu widmen. Indem sie sich des Vertrauens des Fürsten erfreuen, hoffen sie, daß ihre Anstrengungen von der Nation werden gewürdigt werden und die [eßtere ihnen ihre Unterstüßung leihen werde. Die Regierung hält es für ihre Pflicht, zu erklären, daß sie in ihrer äußeren Politik und der Verteidigung der wohlverstandenen Interessen des Landes den Mächten gegenüber die korrekteste Haltung beobahten und aufrichtige und berzlihe Beziehungen mit Rußland, dem Befreier, unterhalten, daß sie ferner in der inneren Politik die Verfäfsung und Geseze des Landes achten werde. Indem sih die Regierung auf das Volk stüßt, wird sie es als ihren Hauptzweck betrachten, den Staat aus der gegen- wärtigen Lage zu befreien, ohne die nationalen Interessen zu verleßen.

Amerika.

Der Präsident Castro hat, wie das „Reutershe Bureau“ berichtet, ein neues Kabinett gebildet, das aus einigen seiner eigenen Anhänger und einigen Anhängern des Generals

ernandez in folgender Weise zusammengeseßt ist: Auswärtige ngelegenheiten Urbaneja, Inneres Baldo, Finanzen T. de Castro, Handel General Arria, Heer und Marine

General Garcia Gomez.

Der General Matos hat Barquisimeto, wo eine Entscheidungsshlaht erwartet wurde, aufgegeben. Es heiße, daß er nah der Küste auf Coro zu geflohen sei.

Afien. Die „Times“ meldet aus Peking vom gestrigen Tage:

Die chinesishe Regierung sei durch beunruhigende Nach- rihten über eine antidynafstishe Erhebung in der Provinz De in Aufregung verfezt. Es seien gestern im Palaste Meldungen eingegangen, daß Lin-An-Fu von den Auf: ständis eingeshlossen sei. Der französishe General- konsul#n Yünnan berichte, die Lage sei ernst. Die tele-

aphis#} Verbindung mit der französischen Grenze sei unter-

ochen. Jn einem weiteren Telegramm der „Times“ aus Schanghai heißt es, der Präfekt von Lin-An-Fu sei von Aufständischen ermordet worden. Nach einer S des „Reuterschen Bureaus“ aus eking zeigt sh die britishe Regierung geneigt, die ahlungen der Entshädigungssumme während 9 Jahre auf der Silberbasis entgegenzunehmen, unter der Voraus- sezung, daß fie nah diesem Zeitraume auf der Goldbasis

olgen solle. Dabei werde nens offen gelassen, ob China schließlich den Unterschied zu zahlen haben werde. Die britische Regierung bemühe si, die anderen Mächte zu veranlas}en, sich dem vorstehenden Plane anzuschließen; sie habe China aber noch keine Vorschläge über den Gegenstand unterbreitet.

Das japanishe Abgeordnetenhaus hat eine von der S eingebrahte Vorlage, - betreffend die Grund- steuer, abgelehnt. Das Haus wurde infolgedessen auf 3 Tage suspendiert. ;

Mie die „Times“ aus To kio meldet, umfaßt das neue japanishe Flottenbauprogramm drei Shlachischiffe, drei Panzerkreuzer erster und zwei Kreuzer zweiter Klasse.

Afrika. retoria erfolgten Eröffnung der geseß- gebenden Versammlung von Transvaal besprah, dem „Reutershen Bureau“ - zufolge, der Gouverneur Sir Arthur Lawley die Verzögerung in der Entwicklung des Minenbetriebs, die auf den B an Arbeitskräften zurückzuführen sei. Die Regierung ei niht gewillt, die Rolle eines Parteigängers aaen ihre iht sei, die Bürgeèr entf ang

Bei der gestern in

heiden zu lassen. els ftatistischer er den Prozentsaß der beschäftigten Eingeborenen nicht Mißernte dürfte die G von Lebensmittellagern magen. as „Reutershe Bureau“, die Kabylen, die gegen Tetuan Megegangen waren, hätten si in ihre Dae urüdgezogen. Die Stadt sei jezt ruhig. Am 20. d. M. habe ein heftiges Gefecht zwischen dem Hlot- und dem wahsdeinlih, da im Arziladistrikt stattgefuaden.

ngaben könne

mitteilen. Die

zum Verkauf an Eingeborene nöti Aus Tanger berichtet

Es sei wahrscheinlich, daß der Kriegsminister Menebhi, der am Sebusflusse lagere, in nächster Zeit nah Taza aäuf- brechen werde, da unter den Truppen des Sultans in Fez eine Meuterei ausgebrochen sei.

Aus dem Aëronautischen Observatorium. Blibschlag in einen Drachen.

Blißschläge in Drachen sind, soweit sie bekannt geworden, nur je einer in Washington, St. Petersburg und Hamburg beobachtet worden. Jn Berlin wurde bisher, troßdem mehr- fah Entladungen atmosphärischer Elektrizität dur den Halte- raht gegangen sind, doch noch keine von solher Stärke wie an den genannten Orten beobachtet. Am Sonntag, den

17. d. M, trat aber auch bei uns dieser schon lange erwartete Fall ein. i

wurden.

Der Verlauf des Aufstiegs war folgender: Als Haupt- drachen, der bei dem gewöhnlichen täglichen Üorinumgaaztitige den M Ca as trug, wurde ein 7 qm großer Hargrave- drachen verwendet, der mit etwa 3000 m Draht eine Höhe von 2050 m erreihte. Während zu Beginn des Aufstiegs nur sehr hohe Wolken vorhanden waren, zogen, als der Drachen etwa die Maximalhöhe erreicht hatte, tiefere Pee auf, die kräftige Regenshauer brahten. Jhr Ausschen war aber durhausniht gewitterhaft. Von der Drahtlänge von 3000 m war schon mehr als die Hälfte eingeholt, als ein heller Bliß, der von einem kurzen, scharfen, aber betäubenden Knall begleitet und von einem langrollenden Donner efolgt war, den Turm des Aëronautischen Observatoriums echte Es war sofort klar, daß dieser Bliß den Drachen getroffen haben mußte. Beim Heraustreten sah man denn auch an Stelle des Drahtes eine lange, rostgelbe Rauchsäule, die langsam vom Winde weg- getrieben wurde, darüber den fallenden Drachen. Der Ee wurde bald darauf in Wilhelmsruh, einer Kolonie zwischen Rosenthal und Dalldorf, ziemlich stark beschädigt aufgefunden, der Registrierapparat war fast unverleßt. i

Das erste, was der Unterzeichnete, der bei dem Auf- stiege die Leitung und Verantwortung hatte, feststellte, war, daß sämtliche im Turm befindliche Personen unverleßt geblieben. Einen elektrishen Schlag hatte niemand, auch nicht der das Einholen besorgende und deswegen unmittelbar an der Winde - stehende Beamte gespürt. Dieser glücklihe Verlauf ist in erster Linie der sehr guten Erdung des Haltedrahts zuzu- reiben. Ehe er nämli in den Turm eintritt, passiert er eine Rolle, die in etwa 100 m Entfernung aufgestellt ist und mit einem bis in das Grundwasser reichenden verzinkten Eisenrohr ver- bunden ist. Der Bliß war, wie man an einigen Schmelzstellen n konnte, vom Haltedraht auf die Rolle und von dort dur

en Bligableiter zur Erde gegangen, Die Wärmeentwickelung bei der Entladung war so stark, daß der Draht mindestens auf diejenige Temperatur erhißt wurde, bei der er verbrennt, oder vielleicht sogar vcrdampft, wobei er dann gleihfalls ver- brannte. Demnach bestand die Rauchsäule aus äußerst feinem Eisenhydroxryd, also aus Rost. Ueber die vom Bliß entwickelten Energiemengen gedenke ih später zu berichten.

_Mit der Zerstörung des Drahtes hatte sih aber der Bliß niht begnügt. Durch ies und wohl auch durch Jnduktion wurden nämlich in fämtlihen elektrishen Leitungen des Observatoriums so starke Strôme erzeugt, daß alle Drähte und Sicherungen, die weniger als 5 Ampere leiten konnten, durhbrannten. Jm Windenzimmer des Turmes sprang ein etwa 5 mm langer Funke von der Leitung des Haustelephons auf die Erdleitung über und zerstörte das Weckerrelais, ebenso wurden die Wecker an den übrigen Telephonstationen außer Betrieb gescßt. Nicht ohne Gefahr geschah dies in der Ballonhalle, da E durch Funkenbildung leiht das Gas eines ‘in der Nähe stehen- den Drachenballons hätte entzündet werden können. Am Stadttelephon find keine ernsteren Beschädigungen vorgekommen, weil die Sicherungen für Starkstrom und Blig gut arbeiteten ; die Haustelephone werden deswegen in Zukunft ebenfalls mit diesen Sicherungen versehen werden.

Was nun die Frage Tan ob man bei den Arbeiten mit ga Flugkörpern Blißschläge mit derartig zer- störenden Wirkungen für die Zukunft verhindern kann, so ift fie in günstigem Sinne zu beantworten. Ein sehr ein-

As und in den meisten Fällen sicher wirkendes Mittel ist ie Einscholtung eines Materials zwishen Drachen und Halte- draht, das i bei geringerer Stromstärke zerstört wird als der Draht, also entweder eines Stückes s{hwächeren Drahtes oder einer Schnur. Es wird dann, wie im August vorigen Jahres tatsählich beobachtet wurde, die SŸnur durch fortgeseßte Funkenentladungen so geshwächt, daß f zerreißt, ehe der Haltedraht glühend wird; ein eingeschalteter chwächerer Draht würde dieselbe Wirkung haben, wie die Siche- rungen in unseren eleftrishen Leitungen. Eine andere Frage . jedoch ist es, ob man die Schmelzung des Drahtes ver- hindern will. Erstens nämlich guf man En eine \chwache Stelle im System und erhöht damit die Gefahr des Reißens; zweitens aber, und das ist das Wichtigste, würden bei dem Abbrennen des Drachens gelegentlih Tausende von Metern Draht herunterfallen und sih über Häuser, Straßen, elektrische Bahnen 2c. legen; ohne Zweifel könnten die dadur hervor- gerufenen Beschädigungen den Wert des Drahts bei weitem übersteigen. Solange sich also das Observatorium in der Nähe der Großstadt befindet, wird man die Gefahr einer Be- schädigung des Personals und Materials des Observatoriums vorziehen, um so mehr, als diese Gefahr durch gute Erd- leitungen und Blißsicherungen in den meisten Fällen er- hebli Hermann Elias.

vermindert werden kann.

Statistik und Volkswirtschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

Die auéständigen Berliner Maßshuhmacher (vgl. Nr. 106 d. BL.) haben, wie die „Voss. Ztg.“ mitteilt, das Einigungsamt des Gewerbegerihts angerufen. G ;

Ein {hon seit Monaten drohender Ausstand im Holzgewerbe in Düsseldorf scheint nah der „Rh.-Westf Ztg.“ nun doch Tat- ache zu werden. Die Arbeitnehmer hatten an die DOnErae das Er-

suchen gerichtet, für die Ueberstunden eine Lohnerhöhung von 30/0 eintreten zu lassen. Die Forderung is jedoch in einer ersammlung der Arbeitgeber abgelehnt worden. Infolge dieses ablehnenden Be- \hlufses kamen nun am Montag die Arbeitnehmer zusammen und nahmen eine Resolution an, in der sie auf ihrer Forderung bestehen und alle Es f Ee stehenden Wege einshlagen wollen, um die orderung dur{zubringen. j s In Hinte am Montag abgehaltenen Versammlung der Schleifer in Solingen bildete, demselben Blatte zufolge, die von dem Mefsser- \chleiferverein geforderte Erhöhung der Shlerfpreise den Hauptver- kAidlanaggegenstand. Es wurde eine Kommission gewählt, die über die Frage beraten soll, ob an den Fabrikantenverein mit der ¿For- derung eines prozentualen Aufschlags der Schleispreise oder einer änzlichen Neuregelung des Preisverzeichnisses heranzutreten sei. Der Beschluß soll dem Fabrikantenverein zugestellt werden mit der Auf- forderung, dazu Stellung zu nehmen. Sollte der Fabrikantenverein sich auf eine anderweitige Regelung der Shleifpreise niht einlassen, fo wollen die Schleifer den bezüglich des Preisverzeichnifses bestehenden Kontrakt kündigen.

i ä des Bremer Vulkan in Die anbstam igen Werstar dete en ra! er A neidet

Vegesack (vgl. d. Bl.) haben, E i der Tecklenborgshen Werft in Geeste- Ede e Arbeitern B Bl) beshlossen, unter den vom Arbeitgeber-

münde (vgl. i verband Gfitten Bedingungen die Arbeit heute, eie Arbeit cher des Baugewerbes in Bremen (v Nr. 117 d. Bl. beschlo en, wie dasselbe Bureau ährt, sämtli

Freitag, wieder auf=

im bremishen Baugewerbe beschäftigten Maurer, Zimmerleute