1903 / 120 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Vayeru. : Seine Königliche Hoheit der Prinzregent ist mit Zhrer Königlichen Hoheit de Prinzessin D hee heute von Wien wieder 1n München eingetroffen.

Oesterreich-Ungarn.

Im österreihischen Abgeordnetenhause erklärte gestern, wie „W. T. B.“ berichtet, der Ministerpräsident. von Körber in Bezug auf den in der leßten Sibung angenommenen Teil des N lichen Antrages des Abg. Biankini, es sei gegen keine \lovenishe Drudckerei eine NoranitMuna eingeleitet worden. Die Mitteilungen des Abg. Biankini über Vorgänge in Kroatien seien übertrieben, insbesondere sei die Nachricht, daß 21 Personen gehängt und 40 andere Personen sonst getötet seien, aus der Luft gegriffen. Der Minister- präsident wies sodann den Vorwurf der mißbräuhlihen Verwendung der Armee in Kroatien zurück und betonte die Verpflichtung - der gemeinsamen Armee, der Aufforderung der österreihischen wie der ungarischen Regierung zur Herstellung der Ruhe ‘und Ordnung zu entspcehen. . Cin Antrag des Abg. Biankini, über die “Er-

Élärung des Ministerpräsidenten die Debatte zu eröffnen, wurde.

mit 84 gegen 78 Stimmen abgelehnt. In Beant-

wortung einer Anfrage des “Abg. Malsfatti sagte der Unterrichtsminister Dr. von Hartel, die Regierung werde es sich angelegen sein lassen, einer Wiederholung der rgen Vorgänge an der Innsbrucker Universität, bei denen die akademischen Behörden ihre Pflicht voll erfüllt hätten, vorzubeugen. Die Regierung rechne dabei auf die Mitwirkung der akademischen Jugend und der Bürgerschaft von Innsbruck. Das Haus seßte dann die Generaldebatte über die gewerblihe Sonntagsruhe fort.

In der gestrigen Sibung des ungarischen Unterhauses er- griff der Ministerpräsident von Szell während der Verhandlun über die Wahl der Quotendeputation das Wort und bespra den Vorwurf der Opposition, daß der passive Widerstand der Regierung die Entwirrung der parlamentarischen Lage ver- hindere. Die Obstruktion, bemerkte der Minister, bedeute den hödhsten Grad der Pafsivität, es sei das so viel, als würden Barti- kaden im Abgeordnetenhause statt auf der Straße errichtet, doch ihn schreckten keine Barrikaden. Gr widerlegte sodann die Anklage der Opposition, daß er dur sein Verkalten während des budgetlosen Zustandes für ein zukünftiges verfafsungsloses Regime einen Präzedenz-

fall schaffe, indem er sagte, der gefährlihste Präzedenzfall würde dann vorgelegen haben, wenn einer terroristishen Minorität die Méöglichkeit gegeben worden wäre, durch Ver-

hinderung der Budgetverhandlung eine Krisis hervorzurufen. Die Regierung sei verpflichtet, cinem solchen Unterfangen mit aller Kraft Widerstand zu leisten und für ein normales Funktionieren des Parlamentarismus einzutreten. Auf der Basis der Verfassungs8mäßig- Teit gehe das Land ciner segensreichen Entwickelung entgegen. Wenn die Verfassungsmäßigkeit des Parlamentarismus zerstört werde, drohten dem Lande die schwersten Gefahren. Die namentlihe Abstimmung über die Wahl der Quotendeputation wurde sodann auf heute festgeseßt.

Zwei U die vorgestern in Spalato einliefen, mußten auf Verlangen einer großen Menschenmenge, die sich am A A eingefunden hatte, die ungarischen Flaggen einziehen. Die Sicherheitswachen konnten angesichts der Ueber- macht nichts ausrihten. Abends wollte eine Anzahl Demonstranten das BVild des Banus Grafen Khuen-Hedervary auf dem Herrenplaß verbrennen, wurde aber von der Polizei daran verhindert. Die Menge zog hierauf in Gruppen unter Ab- singung nationaler Lieder und unter Shmährufen auf die Magyaren dur die Stadt. Vor der Ungarischen Bank und der Schiffsagenzie der Ungaro Kroato fanden lebhafte Kund- gebungen statt.

Großbritannien uud Jrland.

In der gestrigen Sizung des Unterhauses stimmte, wie „W, T. B." meldet, bei der Beratung eines Geseßentwurfs, betreffend die Gewährung von Alterspensionen, der Präsident der Lokalverwaltung Long namens der Regierung dem Grundsaße

des Geseßentwurss zu, lehnte jedoch das Versprewen einer weiteren Unterstüßung der Maßnahme ab. Im Laufe der Besprehung erklärte - der Staats\ekretär für die Kolonien

Chamberlain, der Regierung müsse angegeben werden, wie die erforderliben Mittel beshafft werden sollten, bevor fie den Plan der Alterépensionen annehmen könne. Er glaube nit, ‘daß es unmögli sein werde, Mittel zu beschaffen. obgleich zweifellos vorher die Prüfung des Finanzsystems erfolgen müsse, die er hon früher als dringend not- wendig bezeichnet habe.

Frankreich.

Jn N im Elysée zusammengetretenenMini sterrat teilte der Ministerpräsident Combes, wie „W. T. B.“ er- fährt, die von dem Gouverneur von Algerien vorgeschlagenen Maßnahmen mit, um die Sicherung der marokkanischen Grenze zu wahren. "Der Ministerrat stimmte den Maßnahmen zu, die als notwendig anerkannt waren. i

Die Pariser Deputierten haben beschlossen, am nächsten Dienstag in der Deputiertenkammer einen Antrag auf Herab- segung des Eingangszolls für Getreide um 2 Fr. für den Zentner einzubringen.

Aus Beni Unif wird gemeldet, der Posten von Bous- farna sei in der Naht zum 22. d: M. von einer Bande an- gegriffen worden, die den Versuh gemacht habe, die Schild- wache mit fortzuschleppen. Die Bande - habe die ganze Nacht von allen Seiten auf den Posten geschossen. Eine Schüßen- abteilung habe das Feuer erwidert und die Angreifer zur Flucht gezwungen.

Ftalien.

Das nächste Konsistorium ist, nah einer Meldung des „W. T. B.“, auf die Zeit vom 15. bis 18. Juni fest: geseht worden. Es werden ju Kardinälen ernannt werden die Erzbischöfe von Salzburg, Cöln, Valencia und die Monsignori Nocella, Cavicchioni, Ajuti; :

Taliani und

Rumänien. j Vorgestern fanden dié E für die Departements- räte aus dem dritten Wahlkörper statt. Es wurden, dem „W. T. B.“ zufolge, 180 liberale Kandidaten mit großer Mehrheit gewählt. Die Ruhe wurde nicht gestört.

Bulgarien. , ¿ Jm Gegensaß zu den Meldungen, die einen teilweisen Stillitand des macedonischen Aufstandes feststellen, behauptet die „Wetsherna Poschta“, wie das Wiener „TelegrchKorresp.- Bureau““ berichtet, daß bie Bewe ung im Naßloggebiet zunehme, wo sih angeblih die Bevölkerung ihr anjchließe. Demselben Blatt zufolge erstrecke die Bewegung sih bis auf den Hafen Kavalla. i

Amerika.

Die cilenischen Kreuzer „Chacabuco“ und „Blanco Eucalado“ sind mit einer chilenishen Abordnung, die

‘einen Freundschaftsvertrag überreichen soll, in Buenos Aires ‘eingetroffen. Die Abordnung wurde, wie „W. T. B.“ be- richtet, gestern im E empfangen. Der Vize- Ane o ntfopaWDabeihie ersicherungeinerunwandelbaren, treuen Freundschaft des chilenischen Volkes und der chilenishen Re- Mg für Argentinien aús. Der Präsident R oca erwiderte, die Friedens- und Schiedsgerichtsverträge einen be- deutenden Fortschritt in den D ollten eziehungen der süd- Wünsthe | en Staaten darstellten, und sprach dann seine Wünsche für das Gedeihen Chiles aus, :

Asien.

Aus Peking meldet das „Reutershe Bureau“, es sei daselbst gestern ein S Edikt bekannt gegeben worden, in dem es heiße, der Vizekönig von Yünnan und Kweitschou habe gemeldet, daß die? Aufständischen die Präfekturstadt Lin-An-Fu genommen hätten. Der Vize- kfónig erhalte in dem Edikt den Befehl, den Aufstand un- verzüglich zu unterdrücken. |

iner in b E eingegangenen Meldung aus Söul zufolge hat der russishe Geschäftsträger den Einspru er foreanischen Regierung gegen die Ab- holzung des heiligen Berges und gegen die Anwesenheit der Russen in Jongampho, südlich des Yaluflusses, unbeachtet gelassen; der Geschäftsträger hat erklärt, im Jahre 1896 sei eine Konzession zur Fällung von ‘Bauholz verließen worden, und diejenigen, die sie ausübten, müßten seitens Koreas geshühßt werden. | j

ah einer Meldung der „Times“ aus Tokio vom 22. Mai wird die Nachricht von der Entsendung russischer Truppen an den Yalufluß dort amtlich dementiert.

Afrika.

Das „Reutersche Bureau“ berichtet aus Tanger, die Le Nachrichten aus Fez besagten, daß der Kriegsminister enehbi mit einer starken Truppe nah Taza aufgebrochen sei, und daß die Zemmurs- wenige Meilen von Fey freundlihen Kabylen angegriffen worden seien und ungefähr 250 Tote- gehabt hätten. Der „Agence Havas“ wird aus Fez gemeldet: Am 16. Mai fiel die Abteilung des S vom Sultän ab und griff Fez an. Die ruppen des Sultans maten einen Ausfall und warfen die Kabylen auf Mekinez zurück. Auf dem Wege dorthin wurde den Zemmurs der Rückzug" abgeschnitten; diese gerieten zwischen D und verloren gegen 100 Tote und zahlreihe Ver- wundete.

von sultan

Die Fischereiwoche.

A. F. Die Fischereiwohe in Berlin ist heute zu Ende ge- gangen, die Fischereiausstellung ausgenommen, die noch bis zum Souutag den 7. Juni andauern wird und si eines sehr regen Bes suches und großer Anerkennung erfreut. orgen, am Sonntag, soll

ein Ausflug nah dem‘Spreewalde au die Reihe der Besichtigungs- fahrten s{ließen, die ivährend der leßten drei Tage stattfanden und nah dem Zeugnis der Teilnehmer viel Anregung und Belehrung ebracht haben. Sie waren gerihtet nach Fricdrihshagen zur Be- sichtigung der Notheschen Kläranlage in Obershöneweide und der bio- logishen und Fischereiversuhhsstation des Deutschen Fischereivereins am Müggelseè, und nach vier berühmten Teichwirtschaften und Fischereien der Provinz, nämli des Majors a. D. Hans von Rochow zu Reckahn bei Brandenburg, des Grafen Redern in Görlsdorf, des Forstmeisters Reuter in Siehdichum bei Grunow und der Familie von dem Borne in Berneuchen. Die ersten drei Wochentage galten ausscließlich den Versammlungen, die ersten beiden Vormittage den Sißungen des Vorstandes des Deutschen Fischereivereins und des unter der Benennung | „Deutsßer Fischereirat* erweiterten Vorstandes. Montagnachmittag - gehörte der Hauptversammlung des „Deutschen Fischereivereins*, Dienstagnahmittag dem „Deutschen Fischereitage*, Mittwochvormittag endlich der Festsibung des sein 25jähriges Bestehen feiernden Fischereipereins für die Provinz Brandenburg. Am Mittwoch- abend vereinte die Teilnehmer ein Festbankett im Hauptrestaurant des Landesausstellungéparks. Í Die Hauptversammlung des Deutschen Fischereivereins trug ein rein geschäftliches Gepräge Rechenschaftsberit, Wahlen und all- gemeine Besprehungen über das fernere Programm der Vereinstätig- keit. Die eigentlihen Beratungen über die wichtigsten Berufs- fragen und die Lebensinteressen der Fischerei wurden im Deutschen Fischereitage unter erfreulich lebhafter Beteiligung der zahl- reih erschienenen Berufsfisher ‘an den Diskussionen gepflogen. Den Vorsiß in dieser Versammlung führte der Prinz zu Schönaich- Carolath. Als Vertreter des Reichsamts des Innern "und der preußischen Staatsregierung war Geheimer Oberregierungsrat Bumm anwesend. “Das Hauptreferat erstattete. der Forstmeister Reuter. Seine Beantwortung der E „Wie hat“ der Fischer in der Mark - Brandenburg seinen Betrieb einzurihten, um fort- dauernd den bestmöglihen Ertrag aus seinen Gewässern zu er- zielen ?* gab ebenso em Gesamtbild des gegenwärtigen Zustandes der märkischen Fischerei, wie eine Reibenfolge elner Einzelbilder, über die Ausfichten der verschiedenen Fischgattungen, ihre E oder ate Geeignetheit für offene und geschlossene Gewässer, ihre orgfältig beobachteten Lebensgewohnheiten und die sich daraus ergebenden Schlüsse, endli über die dem Fischereibetriebe bereiteten, teils natürlichen, teils unter Mitwirkung des Menschen herbeigeführten Gefahren. - Unter ‘den natürlichen Beeinträhtigungen wurde u. ag. erwähnt, a Wald- und Rohrschatten, im Frühjahr namentlich, während des Laichgeschäfts Beachtung verdienten. Die Fischräuber fanden aus ter Erfahrung der Forstmannes und Jägers heraus gebührende, ihrer Schonung wenig günstige Beurteilung, hießen sie nun Otter, Reiber, Fishadler, Taucher oder A Die „sentimentale Nach- sicht", der leßterer bege net, beklagte der Redner. Als sie chwer {chä- digend und als der Abhilfe, ‘fei es dur Klärbassins oder chemische Neinigung, dringend bedürstig, werden von der die in die Wasserläufe eintretenden Fabrikabfallwässer empfunden. In den sich anschließenden, überaus lehrreihen Erörterungen kamen die verschiedensten Dinge von allgemeinem Interesse zur Sprache, u. a. die umsichtigen Bemühungen, um den Nachteilen der Inzucht in geschlossenen o durch Austaush von be- fruchtetem Laich oder Beseßung der Sewässer mit von weither be- zogenen Fischen zu begegnen. Daß bei manchen FiO attungen, z. B. Bleten, bereits Degeneration vorliegt und ‘frishes Blut nötig ift, konnte niht ‘in Abrede gestellt werden. Sehr Umfassend find

die Bestrebungen zur Hebung der Zander uht, weil hierfür die märkisthea Gewässer -- von “Natur Lionvers gut - be- anlagt scheinen; doch is man von dem fkünstlihen Bes

fruchtungsverfahren zu“ mehr der Natur si anpassenden Methoden zurücgekehrt. Recht lebhaft gestaltete b die Debatte zur Frage: Wie kann am scnellsten und billigsten der Fishbestand in den Strömen gehoben werden? Es* wurde“ dabei der-Schädlichkeit der Buhnen für die Fischerei edaht, aber zugegeben, daß Abhilfe der Mängel möglich und ausführbar sei; auch manche

könnten. Als wünschenswert, wurde es bezeichnet, daß v Staats wegen die Ströme durch Einseßen von Eibrut E bevölkert werden möchten. Von. Professor Hofêr wurde dabei

auf die mit der ‘leihten Vermehrun

n der Fischerzeugung, di wir zu erftaunlicher Ausbildung gèbra abe du

t, verbundene Gefahr auf-

für èie Ernährung der Fisde nit S

merksam gemacht, : daß y x = e den sein könnte. Ein französischer Nationalökonom ti fibertreibender Wertschäßung jener Errungenschaft den fran ge

iht fowohl das von Heinrich 1V. ihnen verf E E Sonntagsforelle im Topfe vorausgesag daz hieße weit über das Ziel Mau toe Bon den anwesenden Berufsfishern wurde als für fie von eater Ae der l e

sordnung bezeihnet: Ist reigabe * es, f ah Sconzeit notwendig?" Das bezüglit Gesetz, das mit Nücksicht auf das Laichgeshäft auch dem Aal ej

S eit bewilligt, aber seinen Fang an drei Tagen in den Schonung E A mit Tilben Geräten freigibt, in denen fi nicht aud ande, ische fangen können, datiert aus d. I. 1887, als die Wissenschaft über dj o mac des Aals noch_im ungewissen war. Seitdem bat man ermittelt, daß der Aal im Süßwasser überhaupt nicht la sondern zur Besorgung des Laichgeshäfts ins Meer und zwr auf Nimmerwiedersehen wandert , während die junge Brut ins süße Wasser zurückehrt. Cine Schonzeit für den Aal ift iy Binnengewässern also überflüssig. - Der deutshe Fischereitag entschied ic einstimmig für bald wegen Aufhebung der betreffenden Gese bestimmungen zu tuende Schritte; mehrere Provinzialregierungen üben seit längerer Zeit s{chon bezüglih der Fanggeräte Nachsicht, um so mehr, als es Fanggeräâte, in denen si andere ische ni t au gee legentlih fangen Éönnen, s{lechterdings niht gibt. Solche Verirrte müssen, der für sie bestehenden Schonzeit entsprehend, wieder inz Wasser geseßt werden. E 4 ¿X E Le sibane des Fischereivereins für die Provinz Brandenburg fand im Hauptsißungssaal des Reichstages unter dem Vorsiß ‘des. Geheimen Iustizrats Uhles statt. Nach Bewillkommnung dex Ver sammlung durch den Vorsißenden, der es mit Recht als einen der schönsten Erfolge der Vereinsbestrebungen ie daß in diesen leßten Beratungstagen das Wort wesentlich durch die Berufs. fischer geführt worden sei, empfing das Wort zur Festrede der um die Organisation des Fischereikongresses und die Mee ausstellung besonders verdiente Privatdozent Dr. Brühl. Seine Ausführungen \{ilderten die, nach einer Vor ing: im November 1877, im Mai 1878 in Frankfurt a. d Der erfolgte Begründung des Vereins, an welcher der allzufrüh a tem Leben geschiedene Max von dem Borne den größten Anteil hat! Nie zwei der damaligen Mitbegründer weilen noch unter uns: Prin ju Schönaich-Carolath und Dr. Freiherr von Cannstein. Die l Brandenburg is wie außer ihr nur wenige andere Landesteile für die Fischerei prädisponiert; denn 122 000 ha, 1/39 des Gefamtareals, werden von Gewässern eingenommen, im Regierun sbezirf Potsdam beträgt die Wasserfläche sogar 23 9/0, in der Domäne Teupitz-Steinwerder 95 9%, Der Redner beleuchtete fodann aufs eingehendste die fructbringende- Tätigkeit des Vereins während der leßten 25 Jahre und knüpfte daran in eindringliher Sprache das für die Zukunft si ergebende Arbeitsprogramm, zu dessen wichtigsten Punkten die N der deutshen Berufsfischerei gehört. Auch viele wissenschaftliche Fragen harren noch der Bearbeitung, andere. der Vertiefung. An Gelegenheit zur Entfaltung einer im bellen Sinne nüßlihen Tätigkeit werde es also auch in den nähsten 25 Jahren nicht fehlen. E Es s{lofsen sih nun die zahlreichen Begrüßungen des Jubiläums- vereins an. Sie brachten dem Verein selbst und setnem hochverdienten. Vorsitzenden, Geheimen Justizrat Uhles, viele Ehrungen in gor: von Adressen, Chrenmitgliedshaften und anerkennenden Ansprachen. Als- erste |prachen die Herren Vertreter des Ministers für Landwirtschaft

Gers fort und fort a

Vorteile niht geleugnet werden -

und des Oberpräsidiums der Provinz, Geheimer Regierungsrat SRENE und Regierungsrat von Grneist, alsdann für den: eutschen Fisheeriueresn Prinz zu _Schönaih - Carolath. Es folgten Delegierte der Kaiserlih Russishen Fischereigesellshast

(Herr W. von .Thiedemann-St. Petersburg) ‘und der Fischereivereine- von Württemberg, Bayern, Sachsen, Hessen, Braunschweig, Wests preußen, Medcklenburg, Westfalen, Posen, Neg.-Bez. Cassel, Neg.-Bez. Wiesbaden, Provinz Hannover, Probinz Sachsen und Anhalt, des Cölner Fischervercins, des Vereins deutscher- Le des Deutschen Anglerbundes, des Hamburger ischereivereins, des Thüringer Fischereibereins, des Fischeret- vereins zu Lebus und des Fischermeisters Joseph Kraaß- Angermünde im Namen seiner engeren Berufsgenofsen. : x spra Dr. Brendicke im Namen des Vereins für die Geschichte Berlins. Andere Gratulanten, darunter die Fischereivereine Oste preußens und S(hlesiens, im ganzen 21, haiten E und Telegramme N die zur Verlesung gelangten. Endlich überreichte | eine: Ab- ordnung, für die Forstmeister Reuter das Wort Führte, dem Vor- fißenden ein Kapital, das als Grundsteck® einer „Uhbles-Stiftung* zu dienen bestimmt ist und über dessen Verwendung im Interesse der Fischerei der Gefeierte nah eigenem Ermessen verfügen soll. Geheimer Rat Ubles dankte mit der Versicherung, daß er die vielseitigen Ehrungen nicht auf seine Person, sondern nur auf den Verein beziehe.

Statistik und Volkswirtschaft. *

Die Arbeitszeit im Fleishergewerbe,

Infolge von Klagen, die aus den Kreisen der Fleischergefellen über übermäßige Dauer der Arbeitëzeit und Mangel an Sonntagsöruhe erhoben wurden, erfuchte der Reichskanzler am Schluß des Jahres 1900 die chemalige Kommission für Arbeiterstatistik, eine gutactlide Aeußerung über ‘die Vornahme und Durchführung von Erhebungen zur Klarstellung der genannten _Arbeitéverhältnisse abzugeben. Die Kommission empfahl zunächst die Einleitung einer statistischen Auf- nahme, die unter Zugrundelegung eines Fragebogens und Erbebungs- planes dur@hzuführen sein würde. “Das vor eschlagene und ange nommene Verfahren, um dessen Beachtung die L undeSregierungen bot dem Reichskanzler ersucht wurden, ist im allgemeinen das gleide,;wie es bei früheren Aufnahmen ähnlicher Art, z. B. über die Athäsjeit in Bäereien und Konditoreien usw. zur Dur(führung gelan ist. In den für die Aufnahmen ausgewählten Orten follten, - sofern-di€ Orte weniger als 100000 Einwohner zählen, fämtlihe Betriebe, in den Groß ae, nur alle Betriebe räumlich abgegrenzter Bezirke und die Betriebe mit “mehr als 10 Gehilfen be- fragt werden. Im Sommer 1902 wurden die Crhébiigen durchgeführt, Es kamen in 447 Orten 6625 Fragebogen zur Aus- gabe, von denen 6440 beantwortet wiedér eingingen. Die: Beantwortung der Fragebogen war ‘im allgemeinen recht M und unvollständig, 87,3% mußten zur: Vervollständigung oder zur Aufklärung von Widersprüchen zurückgeschickt werden. ; Von den bearbeiteten Fragebogen sind 3403 von Geschäftsinhabern, 2689 von Gehilfen, zusammen 6092. beantwortet. Nach. der Berufs- .und Gewerbezählung von 1895 bestanden damals im Reich 50054 Schlächtereien, in denen gewerbliche Gehilfen beschäftigt wurden, es sind somit reihlich 10% der Betriebe befragt worden, auch wenn man eine starke Vermehrung derselben seit 1895 annimmt. Die Er- gebnisse der Crhebungen sind im Kaiferlihen Statistishen Amt von der Abteilung für Arbeiterstatistik bearbeitet und - soeben in einem 219 Seiten umfassenden Quartband veröffentlicht" worden “(Karl

Heymanns e , Berlin).

„Lesragten 6092 S@(hlächtereibetrieben wurden 14754 Perfonen beschäftigt, mit denen ein Griftlichèr oder mündlihér Atbeits- vertrag Regis en war; außerdem ' waren 526 Angehörige ‘der Ge- säftsinhaber, meist Söhne oder andere Verwandte, tätig, bie nicht in einem Vertragsverhältnis zum Geschäftsinhaber {tanden. Das eigent- lie Schlachipersonal # eßte fi aus 9165 Gesellen und 3831 Lehrlingen zusammen, von leßteren waren 1941 über: und 1890 untet 16 Jahre alt. Je größer der Ort, desto größer ist au die Zahl der Gehilfen

Sidi der Hilfspersonen, desto kleiner aber die Zahl der

In 5066 Betrieben, in ‘denen Gehilfen besGäftigt werden, arbeiten insgesamt 13 292 Personen; von dee find 9166 Gehilfen. Die

Als leuter- -