1876 / 208 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Vom türkisch-montenegrinishen Kriegsshau- | - Kunst, Wissenschaft und Literatur. plagze liegen folgende Telegramme vor: Der am 30, Auzust in Erlangen verstorbene Professor Ragusa, 2. September. (W. T. B) Hier eingegangenen | Rudolf v. Raumer war in Breélau im Jahre 1815 as Sohn Nachrichten zufolge hat fi der Angriff der Montenegriner des Geologen, Geographen urd Pädagogen Karl Georg geboren und

x L der Neffe des Geschichteschreibers Friedrich v Raumer. 1846 wurde J auf Bile? am 30. Auguft als ein Scheinangriff herausgestellt. Rudolf v. Raumer zum außerordentlichen, 1852 zum ordentlichen

der Botschafter bei dem enlischen Botschafter Elliot hat gestern stattgefunden, in Felge des darin erzielten Einverständ- nisses aller Mächte werden Montag offizielle Schritte wegen | Herbeiführung eines Waffenstillstand s erfolgen.

Abdul Hamid Effendi, der neuerwählte Padischah,

Erste Beilage zum Deutscheu Reichs-Anzeiger und Königlih Preußischen Staats-Anzeiger.

R

ist am 22. September 1842 geboren und wird als 34. Souverän bet Moe Es e E ELIE, pre p A Professor der E ¡ Speole E h papa E À aus dem Stamm Osmars den Namen Abdul Hamid 11. eule ml ' La E ' l on seinen erfen n ie bed:utendften: „Aspiration : führen. as erste Großsultan dieses Namens, Abdul Hamid ¡, | Djeladin Pascha mit 5000 Mann gegen Bilek marschirte. | und Lautversbiebung*, „Die Einwirkung des Christenthums A¿ 208, Berlin, Montag, den 4. September 1876.

regierte von 1774 bis 1789.

Der „Correspondance orientale“ vom 29. August ent- nehmen wir folgende Mittheilungen: Die englische Flotte unter dem Befehl des Admirals Sir Iam:s Drummond wird den Winter in Lemnos zubringen. Mehrere jeßt in der Besika-Bai vor Anker liegende Panzerschiffe werden nächstens anfangen zu kreuzen und den natürlihen Hafen jener Insel besuchen, in welchem die vierzehn Panzerschiffe der englishen Flotte während der Zeit der Stürme vollkommen \i{her vor Anker bleiben können. Die Kaimes (das neue Papiergeld) find am Sonnabend

Zara, 3. September. (W. T. B.) Der französische Konsul von Skutari hat fich über Castellastiva in das La- ger des Fürsten von Montenegro begeben. Moukhtar Pascha ift an der Grenze von Grahowo angelangt, wo be- reits der Kampf begonnen hat. Das Geshüßfeuer und die Gewchrshü}sse werden bis Dragaly gehört. Der Marsh Moukhtar Paschas erfolgte diht längs der öfterreihishen Grenze. Aus Podgorizza wird gemeldet, daß die Türken geftern auch bei Spuz die Offensivbewegung gegen Montenegro be- gonnen haben.

Nachmittag erschienen. Die Regierung hat angezeigt, daß fie dieselben gegen Scheidemünze einwechsele und zwar zu 130 Piafter Kupfer pro Livre türkisch; aber 100 Papier-Piaster sollen das Mari- mum sein, welhes ein Besißex von Kaimes einzuwechseln be- rechtigt ift.

Der „Times“: Korrespondent in Ragusa berechnet die Stärke der türkishen Truppen in der Herzegowina auf 13,000 Mann, die sich etwa folgendermaßen vertheilen: Trebinje 3600 Mann, Stolaz 2500, Moftar 2000, Nevefinje 1000, Nikik 800, Presjeka 800, Nosdren 500, Goransko 500, Bilek 600 und kleine Garnisonen in Grab, Klobuk 2c. Diesen fichen etwa 10,000 Montenegriner und Herzegowiner in un- bekannten Pofitionen gegenüber.

Der Bericht des amcrikanishen General-Konsuls Schu y- ler an Maynard, den Botschafter in Konstantinopel, enthält eine detaillirte Zu'ammenftelung der von den Türken ein- geäscherten Baulichkeiten. Im Distrikt von Tatar-Ba- zardjik wurden dana 6250 Häuser, 28 Kirchen, 32 Schulen, in jenen von Philippopel 1815 Häuser, 11 Kirchen und 10 Scwulen niedergebrannt. Am meisten hätten die Dörfer Panad- jurishta, Batak, Klifsura, Koprischtiza, Vietrona und Streltscha gelitten. Die Anzahl der heimgesuhten Dörfer in den beiden genannten Distrikten betrage 66.

Dex „Bassiret“ meldet, daß die in Erzerum- und Trapezunt zusawmengezogenen Freiwilligen den Befchl erhalten haben, vorläufig daheim zu bleiben.

Die neuesten Nachrichten vom türki\ch-serbischen Kriegss\chauplaßzze lauten:

Brüssel, 3, September. (W. T, B.) Eine Depesche der

Der General-Gouverneur von Candia, ReoufPasha, bereist die Insel, um die Gemüther zu beruhigen und zu be- sänftigen. Er kündigte selbst der Bevölkerung an, daß er in Konstantinopel die Ermächtigung verlangt habe, die National- versammlung zu einer außerordentlihen Session einzuberufen. Admiral Hobart Pascha erhielt den Befehl, fich von den candi- shen Gewässern nit zu entfernen, um das Einführen von Waffen und Munition zu verhindern.

Amerika. New-York, 2. September. (W.T.B.) Nah amtlihen Berichten aus Savannah if daselbst das gelbe Fieber ausgebrochen. Bis jeßt sind seit dem 21. v. Mts. 256 Personen erkrankt und 40 Todesfälle vorgekommen.

Philadelphia, 1. September. (Times). Ausgedehnte indianische Räubereien, durch zerftreute Trupps von Sioux ausgeführt, werden gemeldet. Die Poft von Dakota nach Sidney in Nebraska ward am Sonntag angegriffen. Fünfzehn Weiße wurden getödtet und vier andere wurden bei Buffalo Gap todt gefunden. Acht andere wurden an zwei Stellen nahe Custer getödtet,

-BeriMien . der A, A T gus Den ¿eUirale amerikfanishen Republiken zufolge ist Don Crecencio Gomez als provisorisher Präsident von Honduras installirt worden. Am 17. Juni erließ er eine Proklamation, in welher er verspriht, den Frieden aufrecht zu erhalten. Honduras hält, wie Cofta-Rica, an dem neulih zwischen Guatemala und Salvador ges{lofsenen Friedens- und AUianz-

als fonftitutioneller Präsident installirt, «— Der Tele- graph von San Inuan del Sur nach Managua wurde am 5. Juli vollendet und die Linie zwishen Managua und Corinto

„Sndépendance Belge‘’ aus Semlin von heute meldet: Alexi- nag ift von den Serben geräumt, die Stellung der Serben wurde vom linken Ufer der Morawa aus durch die ! Türken umgangen. Ejub Pascha hat seine Vereinigung ! mit Said Pascha bewerkstelligt. f

Belgrad, 3. September. (H. T. B.) Die Serben waren am Freitag nah 13ftündigem harten Kampfe genöthigt, das Hauptcorps nach Deligrad zurückzuziehen. Das offizielle Bulletin giebt an, daß dreifahe Ueberiegenheit des Feindes die Urs.he des Rückzuges fei.

Belgrad, 3. September. (W. T. B.) ODffiziell: Die Türken, die auf das linke Ufer der Morawa zurückgeshlagen worden waren, haben am Freitag früh den rechten Flügel der ferbishen Armee mit ihrer gesammten Macht im offenen Felde angegriffen. Die Shlaht währte bis 9 Uhr Abends. Die Ser- ben haben während der Schlacht ihre Stellungen behauptet, fich aber, nachdem die Türken ihnen an Zahl dreifah überlegen ge- worden waren, in die befestigten Stellungen von Alexinatz und Deligrad zurückgezogen. Die Nathriht vcn der Einnahme von Alexinag dur die Türken ift fals, indem leßtz- tere fich nirgends auf dem rechten Morawa-Ufer befinden. Sie verwüsten und verbrennen \ystematish alle Ortschaften auf dem linken Morawa-Ukfer.

Wien, 4. September. (W. T. B.) Nat hier eingegan- genen authentishen Privatberihten haben die Türken vor Alexinayz bedeutende Erfolge gehabt, und scheint dieser Ort für die Serben unhaltbar zu werden.

Konstantinopel, 3. September. (H. T. B.) Zur Ver- ftärkung der Nischer Armee find 20,000 Redifs abge- gangen.

Berlín, den 4. September 1876.

Peft, 1. September. Nach der feierlihen Eröffnung des in- ternationalen statistijchen Kongresses durch den Erzherzog Joseph übernahm Minister Trefort das Präsidium. Zunäch 1 wurde die Konstituirung des Bureau vorgenommen. Trefort wurde zum Prä- fidenten, ferner eine Reibe ron Vize-Präsiderten und Sekretären aus den Vertretern der fremden Staaten gewählt, Es folgten sodann Nekrologe. Engel sprach über Quetelet und beantragte eine Quetelet-Stiftung zu errichien; Farr über Samuel Brown, Semenow über David. Hier- auf wurde die Sißung auf eine Stunde unterbrochen, während welcher Zeit sich die Mitglieder des Kongresses nah Ofen begaben, um dem Erzkerzoge Joseph vorgestellt zu werden. Um 2 Uhr wurde die Sitzung fortgeseyt. Köröfi End Worms bielten Nekrologe über Eduard Horn, Becker über Schwabe, Levässeur Über Dupin und MWolowéki. Ficker widmete der verstorbenen Großfürstin Helene Pawlcwna ven Rußland Worte dankbarer Erinnerung. Sodann wurde die Sitzung geschlessen und zur Konstituirung der Sektionen geschritten.

nähert sich rasch der Vollendung. Die Armee von Nica-

| ragua wird reduzirt; ctwa 2000 bis 3000 Mann find ent-

lassen worden. Das Maximum der Armee von Costa-Rica in Friedenszeiten \oll bleiben wie es jezt ist und die Zahk der Truppen dürfte von der Exekutivgervalt im Falle einer Insurrek- tion auf 5000 Mann erhöht werden.

Brasilien. Rio de Janeiro, 20. Juli. Das gelbe Fieber hat seit Ende März*) sowohl in der Stadt, als im Hafen von Rio de Ianeiro noch ret stark gewüthet. Nament- lich war die Zahl der Todesfälle im Verhältniß zu den Erkran- fungen ungewöhnlih groß. Wenn die Seuche in den Monaten Mai und Juñi au erheblich abgenommen hat, fo fordert die- selbe doch noch täglih ihre Opfer. Während im Monat April, abgesehen von den Seeleuten, 935 Personen der verderblichen Epidemie erlagen, weisen die Mortalitätslisten für den Monat Mai 373, und für den Monat Juni 126 Todes- fälle nah. In der Zeit vom 13. Mörz bis 31... Mai wurden niht weniger als 683 Seeleute von der Krankheit ergriffen, von denen 141, darunter 30 deutsche, ftarben. Wie bösartig übri- gens in diesem Jahre die Seuche aufgetreten ift, beweist der Umstand, daß dieselbe mehrere Neger, welche bisher stets von dem Fieber verschont geblieben find, hinweggerafft hat.

Eine offizielle Kommisfion, deren Aufgabe es if, die hie- figen gesundheitlihen Verhältnisse zu überwahen und zu ver- bessern, hat zwar verschiedene Maßregeln vorgeshlagen, um für die Zukunft dem \chrecklihen Uebel zu steuern. Ob dieselben aber durchführbar fein werden, erscheint nach Lage der hiesigen Verhältnisse sehr fraglich.

*) Vgl. Reichs-Anzeiger v. 11. April, 4. Mai u. 27. Mai d. J.

ein Männchen und zwei Weibchen, erworben. Es is ein Exemplar diess seltenen Thieres, soweit bekannt, bisher in Europa noch nicht gesehen worden und befindet fih auch in keinem anderen zoologischen Garten. j

Theater.

Das Königliche Opernhaus eröffnete seine Opernvorstel- lungen am Sonnabend mit dem , Tannhäuser“ von Richard Wagner. Das Haus war ausverkauft und das sehr animirte Publikum nahm die Vorstellung beifällig auf. Namentlich wurde Hr. Bet, der nah seiner Rückkehr von Bayceuth zum ersten Male wieder ah das Ber- liner Publikum trat, bei seinem Erscheinen mit einem wahren Bei- fallësturm begrüßt, eine Anerkennung, die sih mit Recht nach jeder Scene wiederholte, denn Hr. Bet spielte und sang mit gewohnter Meisterschaft. Als Elisabeth war Frl. Hofmeister aus Frauk- furt a. M. und als Tannhäuser Hr. Müller aus Leipzig eingetreten, beides Debutanten. Wir haben dieselben {hon vor einigen Monaten als Gäste hier gehört, besprochen und ihre Engagements mit Befriedigung

Vertrage fest Der Kongreß von Salvador wurde am. | G6. Juli erôffnet. Don Rafael Culdivar wurde am 19. Juli

auf die hohdeutsche Sprache“ , „Vom deutschen Geiste*, „Deutsche Versuche.“ Jn dem Werke seines Vaters, der „Geschichte der Päâda- gogik“, bearbeitete er die den Unterriht im Deutschen betreffende Abtheilung. Als bewährter Forscher auf dem Felde der Reht- {reibung wurte er von dem Minister der geistlichen 2c. Angelegen- heiten, Dr. Falf, eingeladen, einen Entwurf zur Reform der deutshen Orthographie auëzuarbeiten, welcher den Berathungen einer nah Berlin zu berufenden Versammlung von Fachmännern als Grundlage dienen sollte. Diese Konferenz hat im Anfange des laufen’en Jahres ihre Aufgabe erledigt; zu sehen, welche praktische Frucht fie tragen wird, sollte ihrem hervorragendsten Mitgliede nicht mehr besieden fein.

Düsseldorf, 31, August. (Köln. Ztg.) Professor Peters in Clinton hat nochmal!s einen Planeten 12. G:6ß?: entdeckt, welcher gleih dein vorigen nur in großen Fernröhren sihtbar ift und dessen Ort so angegebea war: 29. August 12 Uhr 57 Minuten Rectascenfion und 21 Grad 30 füdlihe Deklination. Die Neuheit vorausgeseßt, fteigt durch diesen 10. diesjährigen Planeten die Anzahl der kleinen Planeten auf 167, von welchen 35 nu-: in Einer Erfchei- nung beobachtet sind.

Paris, 30. August. Die französische Musik hat einen ihrer bedeuteudften modernen Vertreter verloren: Felicien David ift gestern Abend um 5 Uhr in Saint Germain bei Paris einer Bruft- krankheit erlegen. Ex war zu Cadenet im Vaucluse-Departement am 8. Mai 1810 geboren. Sein erstes und zuglei bedeutendstes Werk war das Oratorium „Die Wüste“. Diese großartige musikalish- Dichtung gelangte zwar erft zehn Jahre nach ihrer Vollendung, 1844, zur ersten Auffübrung, mate aber den Komponisten dann rajsch in ganz Europa berühmt. Jn diese Zeit fällt auch eine Kunftreise dur Deutschland. Es folgten die Orato:ien: „Moses auf dem Sinai*, „Shriftoph Columbus“, „Das Eden“ ; dann die Opern: „Die Perle von Brafilien“, „Herkulanum“ und „Lalla Rufkh“, von denen die erste auf dem Theatre iyrique, die zweite in der Großen Oper, die dritte in der Komischen Oper zur erften Aufführung gelangte und die legtt- genannte sich au auf vielen fremden Bühnen einbürgerte. Unter seinen kleineren Kompofitionen haben fich die „Hirondelles“ besondere Po- pularität erworben.

Sewerbe und Handek.

Die von dem englischen Parlamente eingesezte Kom- mission, welche über die Lage der Austernfisccherei bericten sollte, ift nah ihren Erbebungen zu der Anficht gekommen, daß es nothwendig ift, eine Schonzeit für den Aufternfang eintreten zu [afsen, sowie eine Beftimmung betreffs der Minimalgröße zu treffen ; ohne diese beiden Maßregeln würde die übertriebene Fischerci nicht aufhören.

Wien, 2. Scptember. (W. T. B.) Nach der vorliegenden Semestralbilanz der Kreditanftalt befinden sich unter dem Gewinne, welcher, wie bereits gemeldet, 2,481,303 Fl. beträgt, folgende Positionen: 592,139 Fl. an Provifionen, 1,469,829 Fl. an Zinsen, 389,716 Fl. an Devifen und 29,617 Fl an diversen anderen Posten. Vnter den Verlusten vop 1,932,376 Fl. werden die Gehalte mit 379,790 Fl., die Spesen mit 174,866 Fl., die Steuern mit 185,272 Fl., die Abschreibungen von älteren Forderungen mit 130,055 Fl., die- jenigen vom Jahre 1876 mit 25,874 Fl. in Filialen mit 203,215 Fl, der Verlust an Effekten mit 771,695 Fl., der Verlust bei der ua- garishen Kreditanstalt mit 64,674 Fl. aufgesührt. Die Konfortial- gefhäfte sind in der Vilanz nur infoweit berückfichtigt, ais diefelbea bis zum 30. Juni abgewickFelt waren. Der Reingewinn beträgt dem- nab 548,927 Fl.

New- Work, 1. September. (W. T. B.) Die Petroleum- preise waren am heutigen Ma1kt schwankend. Der offizielle Preis blieb \ch{ließlich 26; es fanden indeß Wiederverkäufe zum Preise von

232 ftatt. Verkehrs-Anstalten. Triest, 3, September. (W, T. B.) Der Lloyddampfer eCastor“ ift heute Vormittag 9} Uhr mit der oftindishen Ueber- landpost aus Alexandrien hier eingetroffen.

Aus dem Wolffschen Telegraphen-Bureau.

St. Petersburg, Montag, 4. September. Ein der hiesigen „Internationalen Telegraphen-Agentur“ zugegangenes Telegramm aus Belgrad von gestern Abend meldet: Es heißt, der Seraskier hâtte mit 60,000 Mann türkisher Truppen Alexinaz in der Richtung von Knjazewaß umgangen, die Serben sollen nah heftigem Kampfe zurückweihen. General Tschernajeff hat 10,000: ban abgeshickt, um die Türken im weiteren Vordringen auf- zuhalten.

Blencke mußte ein etwas eleganteres Aeußere anzunehmen suchen, und die Devütantin, Frl. Hagen, die junge Frau, etwas mehr ihr Spiel verinnerlichen. Jin Uebrigen bot die Partie keive Gelegenheit zu besonderer Entfaltung ihres Talentes und kann daher die junge Dame wohl erst nah erneutem Auftreten in anderen Partien richtig beurtheilt werden.

Das Victoxia-Theater hat die Saison mit dem Drama „Die beiden Waifen“ von D'Ennery und Cormon eröffn:t. Es ist eine etwas verspätete Folge der „Geheimnisse von Paris“, die Eule, Marienblume, Rudolf und die anderen Figuren finden fih, natürlih unter anderen Namen und etwas moderirten Zeichnungen wieder ; und was die Phantasie von Grausamkeiten ersinnen kann, ift hier in den kn-ppen Raum von 4 Akten zusammengedrängt: Entführung, Menschenraub, Brudermord, fogar doppelter, Gefängniß, Duell mit tôdtlihem Ausgang u. f. w. aber Alles is geschickt, spaunend, sogar natürlich gemacht, und somit wohl im Stande, fein Publikum zu fefseln, und zwar um so mehr, als es versöhnend und mit der Vereinigung der beiden Liebenden --- d vornehmen Herrn und des

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Königreich Preufen.

Bekanntmachung.

Noch Vorscbrift des Geseßes vom 10. April 1872 (Geseßz- Samml. S. 357) fiud bekannt gemacht: S

1) der am 26. Juni 1876 Allerhöch{st vollzogene Tarif, nah welhem die Abgabe für Benußung des Tollense-Ueberganges bei Ostn, Kreis Demmin, bis auf Weiteres zu erheben ift, durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Stettin Nr. 31 S. 165, ausgegeben den 4 August 1876; :

2) der Allerhöchste Erlaß vom 29. Juni 1876, betreffend die in Abänderuvg des $. 25 Absaß 4 des Pferdeaushebungs-Reglements vom 12 Juni 1875 erfolgte anderweite Festsezung der Reisekosten und Tagegelder der land: äthlichen Bureaugehülfen, welche außerhalb des Kreisortes bei der Musterung des Pferdebestandes und bei der Aushebung der Mobilmachungépferde mitwirken, durch das Amtsblatt für Hannover Nr. 35 S. 293, ausgegeben deu 18 August 1876;

3) der Allerhöchste Erlaß vom 5. Juli 1876, betreffend den éausseewäßigen Auebau der die Fortseßung der Straße von Stetten über Owingen, Regierungsbezirk Sigmaringen, bis zur württembergi- sen Landeégrenze in der Richtung auf Balingen bildenden Straßen- ftrecke bis zur Hechingen-Balingener Chaussee zwishen Steinhofen und Engstlatt und die Verleihung des Euntecignungsrehts bezüglich der zu diesem Bau auf preußischem Gebiet erforderlihen Grundîtücke, durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Sigmaringen Nr. 32 S. 129/130, ausgegeben den 11. August 1876;

4) das am 12. Juli 1876 Allerhch{| vollzogene Privilegium wegen Ausgabe auf jeden Inhaber lautender Obligationen der Stadt Ems zum Betrage von 45,000 #, durch das Amtsblatt der König- lihen Regierung zu Wiesbaden Nr. 32 S. 239 bis 241, au3gegeben den 10. Augnft 1876;

5) der Allerhöchfte Eclaß vom 26. Juli 1576 und der durch den- selben genehmigte dritte Nachtrag zu den Statuten der Feuerschaden- Versicherungs gesellshaften für die Städte und Flecken und für das platte Land des Fürftenthums Ostfriesland und des Harrlinger Lan Des zu Aurich, durch das Amtsblatt für Hannover Nr. 35 S. 293 bis 294, ausgegeben den 18. August 1876.

Nachricht für Seefahrer.

An den Königlichen Navigationsschulen zu Leer, Emden und Grünendeich a. d. Elbe beuinnt am 2. Oktober c. ein neuer Stcuer- mannékursus. Schulg-ld für den ganzen Kursus von etwa 9 monat- licher Dauer 36 A Die Aufnahme in den Kursus ist abhäagig von dem Auzfall einer Piüfung, worin der Aufzunehmende nachzu- weisen hat:

1) eine leserlihe Handschrift und Kenntniß der deutshea Sprache bis zur Fähigkeit, fich mündlich und schriftlichß verständlich auszudrüdcken;

2) Kenntniß der Grundrehnungsarten mit gewöhnlichen Brüchen, Dezimalbrüch-n und Buchstaben, Fert'gkeit im Rechnen mit DEnG und Uebung in der Ausziehung von Ouadrat- wurzeln ;

3) Kenntniß der einfacheren Säße über die Gleichheit von Winkeln, fowie über die Kongruenz, Aehnlichkeit und Gleichheit von Dreiecken. Kenntniß der einfacheren Säße vom Kreise und von den Winkeln im Kreise. Lösen leihter Konstruktions- und Rechnungsaufgalen vermittelst der Lehrsäße ;

4) Einige Vorbereitung in der nautishen Geographie, besonders in der mathematischen.

Lehrmitt-l hat jeder Schüler für etwa 75 # anzush-ffen.

Die Kuratorien der genannten Schulen werden diese Prüfungs- termine näher bekannt machen, für Leer ist er auf den 30, Sep- tember c. feftgeseßt, Wer die Aufnahmeprüfung niht besteht, wird zurückgewiesen und kann zu derselben erst nah einem halben Jahre wieder zugelassen werden.

Meldungen zur Theilnahme an diesen Prüfungen nehmen die Kuratorien der genannten Schulen entgegen, werden auch durch die betreffenden Navigationslehrer vermittelt.

Nach Beginn des Kursus dürfen mährend der nächsten 12 Wochen neue Schüler noch aufgenommen werden.

Um ms Ablauf des Kursus zur Steuermannsprüfung zugelassen zu werden, ist erforderli:

die Zurücklezung einer auf den Ablauf des 15. Lebensjahres folgenden mindestens 33 monatlichen Fahrzeit zur See, von welchen mindestens 12 Monate als Vollmatrose auf Segel- schiffen der Handelsmarine oder als Ober-Matrose in der Kriegs- marine zua raGe sein müssen.

Die Vorschulen an den genannten Orten geben den Seeleuten Gelegenheit sich zu dieser Aufnahmeprüfung vorzubereiten, auch bilden sie Swiffer für kleine Fahrt aus. Eintritt jederzeit, Schulgeld 3 M4 monatlich.

Leer, den 31. Auguft 1876.

Der Königliche Navigationsschul-Direktor für die Provinz Hannover. Schreiber.

An den Königlichen Navigationsschulen zu Leer und Papen- burg beginnt am 2. Oktober cr. ein neuer Kursus zur Ausbi!dung von Schiffern für große Fahrt. Dauer desselben 5—6 Monate, Schulgeld 30 M.

Aufgenommen werden können nur solche Seeleute, welche die Steuermannsprüfung nah den Bundesvorschriften vom 25. September 1869 bestanden oder \ckchon eir-zn vollen Kursus in der Steuermanns- klasse einer Deutschen Staats-Navigatiorsschule durhgemacht haben e befugt sind, als Steuerleute auf deutshen Kauffahrteischiffen zu ahren.

Schloß Babelsberg, 29. August, Rundspaden, Sec. Lt.

vom Inf. Regt Nr. 81, mit Pens. der Abschied bewilligt.

Im Beurlaubtenstande. Sch{loß Babelsberg, 22. Avgust. Bunge, Sec Lt. von der Res. des Inf Regts. Nr. 93, mit Persion der Abschied biwilligt. Schloß Babelsberg, 24. August. v. Jbell, Sec Lt. von der Res. des F ld-Art. Negts. Nr 27, behufs Uebertritts zu den Sanitäts-Offizn., aus diesem Ver- hältniß ausgeschieden.

Im Sanitäts-Corps. Schloß Babelsberg, 24. August. Dr. Richter, Stabsarzt der Landw. vom Res. Landw. Regt Nr. 38, Dr. Winkler, Stabsarzt. der Landw. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 54, Dr. Bobrik, Stabsarzt der Landw. vom 1, Bat. Landw. Regts. Nr. 4, zu Ober-Stabsärzten 2. Kl. der Landwehr befördert. Dr. Hartmann, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 53, Dr. Gille, Asfist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 129, Dr. Bengelsdorff, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 1. Bat. Laudw Regts. Nr. 2, Dr. Minks, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom Res. Landw. Bat. Nr. 34, Dr. Poll, Assist. Arzt 2. Kl. -der Res vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 54, Dr. v. Zalusfi, Assist. Arzt 2 Kl. der Res. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 5, Tholus, Asfist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 75, Dr, Flügge, Assist. Arzt 2 Kl. der Ref. vom 2. Bat. Landw. Re.ts. Nr. 74, Dr. Heyne, Assist. Arzt 2 Kl. der Res. vom Res. Landw. Bat. Nr. 36, Dr. Weinberg, Ajsist. Arzt 2, Kl. der Res. vom 1. Bat. Landwehr Regimekts Nr. 60, Dr. Riedel, Assistenz-Arzt 2. Klasse der Reserve vom 1. Bataillon Landw. Regts. Nr. 78, Dr. Himstedt, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 1, Bat. Landw. Regts. Nr. 79, Dr. Hein, Assist, Arzt 2. Kl. der Res. vom 1, Bat. Landw. Regts. Nr. 3, Dr. Beckhaus, Assist. Arzt 2. Kl, der Res. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 15, Dr. Weger, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 1, Dr. Elperting, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 1. Bat. Landw. Regts Nr. 13, Dr. Wolff, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 1 Bat. Landw. R-gts. Nr. 41 Dr. Thiesler, Assist Arzt 2. Kl der Res. vom 1. Bat Landw. Regts. Rr. 43, Dr. Boockholt, Assist Arzt 2. Kl. der Res. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 76, Dr. Breit, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 23, Dr. Alvers, Assist Arzt 2. Kl. der R-\. vom 1. Bat. Landw. R-gts. Nr. 22, Dr, Tischmannu, Assist. Arzt 2 Kl, der Res. vom Ref, Landw. Regt. Nr. 35, Dr. Brümmer, Assist. Arzt 2. Kl. der Ref. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 53, Dr, Schumach er, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 1, Bat. Landw. Regts. Nr. 25, Dr. Pa p- pen heim, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 52, Dr, Schniewiud, Assist. 2. Kl. de: Res. vom Res. Landw. Regt N-, 40, Dr. Luther, Asfist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 2. Bat. Landwehr - Regiments Nr. 20, Dr. Borbe, UAssistenz - Arzt 2. Klasse der Reserve vom Reseroe-Landwehr-Bataillon Nr. 33, Dr. Klaus, Assist Arzt 2. Kl. der Res. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 17, Dr. Kramer, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom ?. Bat. Landw. Regts. Nr. 8, Dr. Meyer, Assist. Arzt 2, Kl. der Res. vom Res. Landw. Regt. Nr. 35, Dr. Wende, Assist. Arzt 2. Kl der Ref. rom 2. Bat, Landw. Regts. Nr. 89, Dr. Wriedt, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom Res. Landw. Bat. Nr. 86, Dr, Orth, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom Res. Landw. Regt. Nr. 35, zu Assist. Aerzten 1. Kl. der Ref. befördert. Dr. Walbaum, Assist. Arzt 2. Kl, der Landw. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 15, Dr, Abramowski, Unterarzt vom Infanterie-Regiment Nr. 21 Dr. Lenné, Unterarzt vom Jufanterie - Regiment Nr, 56, Dr. Friße, Unterarzt vom®* Füs. Regt. Nr. 35, Dr, Landgraf, Unterarzt vom Jäger-Bat. Nr. 9, Dr. Hecker, Unterarzt vom Inf. Regt. Nr. 60, Dr. Kühne, Unterarzt vom Inf. Regt. Nr. 42, Dr. Groetschel, Unterarzt vom Pion. Bat. Nr. 15, zu Assist. Aerzten 2. Kl. beföcdert. Dr. Grobelny, Unterarzt der Res. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 58, Dr. Stroinsfki, Unterarzt vom Res. Landw. Bat. Nr. 37, dieser unter Einrangierung beim 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 14, Dr, Elstner, D-. Schubert, Unterärzte der Res. vom Res. Landw. Regt. Nr. 38, Dr. Bertling, Unterarzt der Res. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 17, Dr. Lauen stein, Unterarzt der Ref. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 76, Dr. H &nneberg, Unterarzt der Res. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 94, Dr. Minor, Unterarzt der Res. voi Ref. Landw. Bat. Nr. 80, Dr. Schweitzer, Unterarzt der Res. vom Ref. Landw. Bat. Nr. 98, zu Assist. Acrzten 2. Kl. der Res. befördert. Dr. Liedtke, Stabs- und Bataill. Arzt vom 2. Bataillon Inf. Regts, Nr. 62, zum 1. Bat. dieset Regts., Dr. Dittmer, Stabs- und Bats. Arzt vom 2. Bat. Inf. Rests. Nr. 85, zum 2, Bat. Inf. Regts. Nr. 76, Dr Kern, Assist. Arzt 1. Kl. vom Gren. Regt. Nr. 11, in die etatsm. Stelle bei dem General- und Corps- Arzt des VI. Armee-Corps, Dr, Koch, Assist. Arzt 1. Kl. vom Inf. Regt. Nr. 21, zum Jaf. Regt. Nr. 22, Dr, Senstius, Aisist. Arzt 2. Kl. vom Inf. Regt. Nr. 61, zum Ulan. Regt. Nr. 9, Dr. Züchner, Assist. Arzt 2. Kl. vom Feld-Art. Regt. Nr 2, zum Kür. Regt. Nr. 2 versetzt. Dr. Baum, Stabs- und Bats. Arzt vom 2. Bat. Gren. Regts. Nr. 5, als Ober-Stabsarzt mit der Unif. des Sanitäts-Cerps, Dr. Zs\chieshe, Assist. Arzt 2, Kl. vom Fuß-Art. Regt. Nr. 4, Dr. Reichel, Stabsarzt der Landw. vom Res. Landw Regt. Nr. 38, diesem mit der Unif. des Sanitäts-Corps, Dr. Friedlaender, Stabsarzt der Landw. von dems. Regt, Dr. Stiehl, Stabsarzt der Landw. vom Ref. Landw, Bat. Nr. 39, Dr. Senuftleben, Stabs- arzt der Landw. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nx. 29, Dr. Deding, Stabsarzt der Landw. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 70, Der. Liedtke, Assist. Arzt 1. Kl. der Landw. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 9, der Abschied bewilligt. Dr. Erdner, Assist. Arzt 2. Kl. vom Inf. Regt. Nr. 21, ausgeschieden und zu den Aerzten der Res. des 2. Bats. Landw. Regts. Nr. 54 übergetreten. :

Beamte der Militär-Verwaltung. Durch Verfügung des Kriegs - Ministeriums. Den 2. August. Buchmann, Ka- fernen - Inspektor in Met, auf seinen Antrag mit Pexusion in den Ruhestand verseßt. Den 16. August. Frhr. v. Goldstein-

darauf zum Nawlhfolger Lanfrey's, des franzöfishen Gesandten in Bern, ernannt, ward er \päter nah Madrid gesandt.

Die „République Française* weist auf eine dringend nothwendig: Resocm im IJustizwesen hn, dur welche das Budget eine bedeutende Erleihterun erfahren würde. Das Blatt macht darauf aufmerksam, „daß Frankreih «cine große Zahl von Appellhöfen besigze, welche durhaus überflüssig seien. In früherer Zeit mußten mehrere Gerichtshöfe geschaffen werden, \chon aus dem einfachen Grunde, weil die Verkehrsvirbindungen zwischen den einzelnen Departements noch sehr mangelhaft waren; außerdem wurde der Geschäftsgang bei den Gerichten noch durch das an manchen Orten geltende Gewohnheitsrecht sehr ershwert. Der Fortschritt im Eisenbahn- und Postwesen fo wie dur die Entwicklung der Gesezgebung haben aber jeßt die Möglichkeit geshaffen, ohne größere Kosten für die Betheiligten alle gerichtlihen Streitigkeiten an einem Tribunal, das mehrere der jezigen Bezirke umfaßt, zur Entscheidung zu bringen.“

Das „Avenir militaire“ hat in einer der legten Nummern ausführlihe Mittheilungen über die von einzelnen Armee-Corps in diesem Herbste auszuführenden Manöver ge- bracht, über die Truppenstärke der betreffenden Corps, über das Manóöverterrain; die den Uebungen zu Grunde gelegten Idecn U. \ w. Dem Blatte sind folgende Daten entnommen:

Die Uebungen des I. Corps (No:d, Pas de Calais; Gen-ral Clinchant in Lille) werden vom 7. bis 22, September dauern und sollen neun Tage Etrxerzieren innerhalo des Truppenverbandes und ein sechstägiges Gesammtmanöver um- faffen. An den Uebungen werden 25 Bataillone, 8 S{hwadroren, 8 Batterien und 1 Genie-Sektion Theil nehmen. Das Corps- inanôver wird zwischen St. Pol und Boulogne im Departement Pas de Calais ftattfinden. Nach der Generalidee wird die um St Pol kantonirende 1. Divifion die 2. Divifion, welche auf dem rechten Ufer des Canche Stellung genommen haben wird, angreifen und über Huc qureliers auf und über Boulogne zurückwerfen. Das II[. und IF. Corps werden gegen einander manövriren. Das I!I Corps, General Lebrun in Rouen. steht in Calvados, Seine Inférieure, Seine et Dise. Das 1V., General Deligny in le Mans, in Eure et Loir, Mayenne, Orne, Sarthe, Seine et Oise, Jedes der beiden Corps wird 25 Bataillone, 9 Schwadronen, 12 Batterien, 1 Genie- sektioen und 2 Telegraphensektionen stark sein. Nah neun- tägigem Erxerziern in der Waffe vom 5. bis 14. Sey- tember wird das um Mantes zasammenzezogeze 3. Corps bis zum 21. September gegen das um Vetnzuil-sur-Avre stebende 4. Corps manövriren. Die Uebungen werden sich um den Besitz von Dreur drebven. Das 7, Cuips (General Herzog v. Aumale in Besancon; Ain, Douks, Jura u. wm) wird vom s. bis 8. September Brigadeübungen haben, denen bis zum 13. das Co p3manôver zwishen Dole, Poligny, Arbois uud Salins im Jura folgen wird. Das Corps wird ftark fein 26 Bataillone, 16 Schwadronen, 8 Batterien zu 6 Geshüßen, welche deren 12 zu 4 formiren werden, und 1! Genies:kfiion. Geweralidee ist: Ein Armee-Corps zieht sich von Dole über Champpagnole und den oberen Jura zurück. Das um ODouLts vereinigte 7, Corps foll jenes in zwei Kolonnen in den Richtungen auf Po:.igny und Arbois verfolgen, Das 8. Corps (General Ducrot in Bourges; Cher, Cote d’or, Rhone u. f. w.) wird um Autun im Departement Saone-ct- Loire in einer Stärke von 26 Bataillonen, $ Schwadronen, 8 Bat- terien und 2 Telegraphen-Sektionen üben ; dem Corps ift die Unter- offizier)chule im Lager von Avord beigeceben. Die Vorbereitung#- übungen dauern vom 24. bis 27. August; dann folgen drei Mars{&#- tage, an welche sich vom 1. bis 9, September die größeren Ma- nôver schließen. Denselben liegt die Jdee zu Grunde, daß ein im Sacene- thale stehender Feind scine Vorhut bercits in das Thal von Arroux geworfen habe, um sich die Verbindung mit den Loiregegenden zu sichern, Das 8. Corps bemächtigt sich der Stadt Autun, um den Gegner aufzuhalten, muß aber der Uebermacht desselben weichen und sih zurückziehen. Das 14. Corps (General Bourbaki) in Grenoble; Hautes-Alpes, Ifère, Savoie, Rhone), wird zwischen der Küste Ft. André und Grand-Temps üben, nördli der Vabnlinie von St. Ram- bert nach Grenoble im Departement Ifère. Den Truppenübungen vom 28. August bis 13. September follen fechs größere Manövertage folgen. Dieses Corps wird 37 Bataillone, 24 Schwadronen, 10 Bat- terien und 1 Genieabtheilung sta:k sein, welche in zwei getrennte Corps getheilt werden. Das Nordcorps, von Bourgoin und St. Iean de Bournay kommend, wird Rives und Voiron, Knoterpunkt dec nach Grenoble führenden Straßen, zum Ziele haben. Das Süd- corps hat diese Punkte zu vertheidigen und zu dem Zwecke die Höhen von St. Hilaire zu beseßen. Das 16. Corps (General

ymard in Montpellier; Aude, Herault, Lozèce, Tarn, Pyrénées orientales) wird vom 5. bis 20. Oftober in einer Stärke von 25 Ba- taillonen, 8 Schwadronen, 8 Batterien und einer Geniescktion nörd- lich der Eisenbahn von Alzonre nach Tirètes bei Carcassonue im De- partement Aude üben. Das 17. Corps (General de Salignac Fénélon in Toulouse; Garonne-Gegenden) wird nur 13 Bataillone, 8 Schwa- dronen, 4 Batterien und 1 Geniesektion stark sein und vom 31. August bis zum 9, September, fünf Tage in der Waffe und vier gemeins \haftlich, manôövriren. Das Hauptmanöver wi-d zwischen Auch und Toulouse stattfinden. Angenommen ift, daß ein Co:ps, welhes Auch beseßt hält, zum Rückzuge gezwungen, in seinen Bewegungen aber durch einen von Toulouse aus gemachten Angriff gehemmt ist, Der- selbe ist von einer bei Jile:- en-Jourdain stehenden Nachhut aus unternommen. Bei Auch findet ein leßter Kampf statt. Außer den vorangeführten Manüverübungen finden noch größere Kavallerie U-bungen heim 9. Corps und im Lager von Chalons statt. Beim 9. Corps werden vom 5. bis 13, September zwischen

2, September. Heute Vormittag hielten die erste und sechste | begcüßt, und auch am Sonnabend traten ihre Vorzüge wieder her- { armen Mädchens —, der Versorgung der Biinden und der Leer, den 31. Auguft 1876, ; ¿Lé ; : i Sektion des Kongrefses Sißungen. Erstere (vergleihende Bevöl- | vor. Namentlich ua De. Müller seine Pilgerfahrt meisterhaft vor Ln E Zee ge: fließt. Das Drama selbft ist i Der Navigations\{ul-Direktor. a E a F a, a Ca e T Ae Ge Sit, T A E N erungéstatiftif) veiwätiate sid mit der Frage des Unterri und fand großen Beifall damit; vorher hâtte wohl einig al sei ier \chon bekannt, es ist im Anfange dieses Jahres i reiber, n Y0rgau, a Z 7 : ' 5 aluone, IWUDTONEN, , ; E O Ferungéstatiftit) atigte fich mit der Frage des Unterrichtes der f gro} eifd z vorber H wohl einige Mal sein | h Ip D fang ses Jahres bereits S h seßt. Den 20. August. Bandke, Garnisonverwaltungs-Ober- | tende Batterien vereinigt sein. Die aus 6 Regimenterx gebildete

Statistik auf verschiedenen Stufen des Lehrgangeë; leßtere (Hande!) mit der Defiaition des Erport-, Import- und Tranusitohandels. Mergen 10 Uhr Bormittags finèet die Centennialfeier des Palatins Erzherzog Josch und gleichzeitig die Eröffaung des mit einer Ausstellung verbundenen autbropologischen und prähistorishen Kongrefscs statt; zu beiden find die Mitglieder des ftatistishen Kongresses geladen. Dienstag, den 5., giebt der Erzherzog Joseph den Mitgliedern des statiftiswen Kongresses ein Barket auf der Margarethen-Insfsel, Heute findet dem Kongresse zu Ehren eine Festvorstelung im Nationa!tbeater ftatt, wo die Oper „Hunyadty Laszlo* gegeben wird. Mergen wird im Vo!kstheater das Volkéftück „Cfikos* gegeben.

An dem Geburtthause des deutshen Geshichtssreibers Häu s - fer (geb. 26. Ofktover 1818) zu Kleeburg bei Weißenburg im Eisoß ift jüngst eine Gedenfktafel angeb:acht worden.

(H. Z) Die deutsche Polar-Schiffahrtsgesellschaft

Gesang wie sein Spiel etwas mehr Verve entwickeln können. Recht edel war die Elisabeth des Frl. Hofmeister, nur wäre im Ganzen mehr JInnigkeit des Gesanges und Tones zu wünschen gewesen. Das Publikum nahm auch ihre Leistung freundlich auf und zeigte sich ebenso befriedigt von den beiden Acquisitionen wie die Kritik sich darüber ausgesprochen.

Das Wallner-Theater brahte am Freitag Abend ein neues Lustspiel von G. v. Moser und J. Rosen: „Hohe Schule.“ Der Stoff ift originell und hübsch ersonnen, aber nicht derngemäß durchgeführt; theils ift oft die Länge ermüdend, tbeils sind manche Scenen zu pofsenhaft, andere aber wirkea verleßend. Starke Streichungen föunten hier nuc vortheilhaft sein. Die Aufführung war vortrefflih in vielen Partien; so war Frl. Bredow überaus anmuthig und voll Wahrheit; den Zorn, den sittlihen Ernft, die warmfühlende Erregbarkeit, Alles brate diese junge, talentvolle Künstlerin, von ihrer anmuthigen Erscheinung unterstützt, zur beften Geltung; die Versöbnungsscene der beiden Gatten war ein kleines

im National-Theater gegeben, und so können wir gleih zur Besprechung der Aufführung übergeben. Die Inscenirung war vor- trefflich, die Darstell:r thaten ihr Möglichftes. Doch if mit beson- derem Lobe nur Frl. Agnes Wiesthaler, die geshickte Darstellerin der blinden Waise, die recht ergreifend und wahr spielte und sprach, hervorzuheben; Fr. Schamberg, ihre Shweter, vrerräth in der Breite der Aussprache noch zu sehr die Fremde, hat aber \{öne Stimmmittel und ein edles Wesen. Hr. Einicke wußte den armen, lahmen Scheerenschleifer mit seiner Herzensgüte und ciner Trofilosig- keit recht sympathisch zu gestalten; Fr. Gi ers wor sehr drasti‘h als alte Bettlerin, das verkörperte Prinzip des Bösen; Hr. Rinckhoff im Spiel frisch als liebender Kavalier und edler Beschüßer der Armen, nur in der Sprache oft zu übervoll; Hr. Ascher, sein Diener, fand vielen Beifall, weil er eben \ich vergriff und statt des feinen, vershlagenen Kammerdieners eines vornehmen Herren den lustigen, gallonirten Lakaien eines Parvenüs gab, dessen Ton und Manieren in fenen Kreisen unmöglih, aber in niederen beliebt fein mußten. Die Uebrigen genügten mehr oder weniger.

Bekanntmachung für Seefahrer.

Am 7. d. Mts. beginnt in der Königlichen Navigationsschule in Slensburg die nächste Steuermannsprüfung, Anmeldungen sind an den Königlichen Navigationslehrer Pheiffer daselbst zu richten.

Altona, den 1, September 1876.

Der Königliche E noiquloDitettos. S .

V udaqh, Königlicher Navigationsl ehrer.

Personal-Veränderungen. Königlich Preußische Armee. Offiziere, Portepee-Fähnriche 2c. Abschiedsbewil-

Inspektor in M.iningen, nach Torgau, Peter, Gærnisonverwaltungs- Inspektor in Hofgeismar, nah Meiringen, Jaeschke, Kasernen- Inspek-or in Augustenburg, als Vorstand der Garniscnverwaltung nach Hofgeiëmar, Kel ch, Kasernen - Jnspektor in Straßburg i. E., nah Mülhausen i. E. verscht. Den 23. August. Koppel- kamm, Floegel, Piel, Thiel, interim. Kasernen-Jnspektoren in Straßkurg i. E., resp. in Magdeburç, Straßburg i. E. und Königs- berg i. Pr., zu Kasernen-Inspektoren ernannt.

Nichtamtliches.

Frankreich. Paris, 31. August. Die telegraphisch mitgetheille Nachriht von der Erseßung des französi- \chen Gesandten Bourgoing in Konstantinopel dur Herrn de Chaudordy beftätigt \fich, wie die „Köln.

Kavalleriedivision wird sämmtliche für diese Waffe eingeführten Neu- formationen üben. Alle Commandeure von Kavallerie: Regimentern, welche niht an größeren Herbstübungen betheiligt find, sowie die Zöglinge der Schule von Saumur werden während der Uebungs- periode im Lager von Bléré anwesend sein. Im Lager von Chalons wird zu gleichem Zwecke vom 15. August bis 1. September die d., und vom 3. bis 18. September die 2, Division, jede in einer Stärke von 24 Schwadronen und 3 reitenden Batterien größere Uebungen abhalten.

Das „Journal des Debats“ enthält einige Mittheilun- gen über den Fortschritt der Kolonisation Algeriens. Nach den Bestimmungen des Gesehes vom 15. September 1871 hat jede neue Kolonie, und zwar auf Kosten des Staates, An- spruch auf Zuleitung von genügendem Trinkwasser, Einrichtung eines Bürgermeistereiamtes, einer Schule, eines Gotteshauses und Anlage von Straßen, welhe fie mit den Nachbar-

in Hamkurg ift in Liquidat!on getreten. Die Liquidation wird durch ifterstüdck. \ i tte j F it hôchstec ; ; , ; e ;

die Direktion beschafft, ‘Und wirk, die Ties Diiiuidalien Ln tem Seaue aas En Cine g TAR S be Ee 2e E E e ‘t Mes Sa Mete L A E Ztg.“ meldet. Gr. de Chaudordy begannn 1850 seine | Kolonien und mit der Pert e oran En, é Gir: tiar T - of Hrn 21 ic t 5 ; Fi» Dn ; R » - . E S E A x 2 a S , e î t : î i i ü i n a

bil Direktor Caesar Behrens gezeichnet. | und bewährte sich wieder als treffliche Künstlerin, so daß ihr Béeliz: Redacteur : F. Prehm. invalide mit Pens. ausgeschieden und zu den Offiz der Landw. Fuß- 2 bevelinibtidice Milli, Sa Un Brciltin gef a I Soria Vell M. e Geseh daß 400,000

Hervorruf bei offener Scene zu Theil wurde. Hr. Direktor

Verlag der Expedition (Kessel). Druck: W. Glsner.

Art. übergetreten. Schloß Babelsberg, 26. August. Bielen-

Hektaren Domanialgut den aus den verlorenen Provinzen ein-

Der 2 ogt en MHéielbit 6 wià i i thf i R j i i i _, Der Zooiogishe Garten hierselbft ift wieder um eine | Lebrun gab den gutmüthigen Gatten mit vollendeter Wahr- i: + berg, Sec. Lt. vom Inf t. Nr. 85, mit d i 1870 wurde er bei der Regierung in Tours und Bordeaux mit Seltenheit reicher geworden. inter Ss hat drei Exemplare heit und licbenswürdigem Humor. Hr. Kadelburg war lebhaft i Vier Beilagen \ Lewilligt. v. D E ‘dant R D. lebt, Batie: Cher f der Leitung der auswärtigen Angelegenheiten betraut. In der | wandernden Kolonisten vorbehalten bleiben sollten. „Insgesammt des icgenannten Pferdehirsch (ceryus Derbianus) aus Peking, und zwar | und frisch wie immer; Fr. Berg eine föstliche alte Dame; nur Hr, (einfchließlich Börsen-Beilage). (835) fzüheren Feld-Art, Regt, Nr. 14, der Char. als Maj. verliehen. * Nationalversammlung von 1871 gehörte er zur Rehten. Bald * find von 1871 bis zum Schlusse des legten Jahres an Ein-