1876 / 209 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

einander und mit den Bewohnern Hamburgs in Form geselliger Ver- einigungen ftatthaben könne.

Die Reibs-Gewerbeordnung vom 21. Juni 1869 nebst den sie ergänzenden und abändernden Bestim- mungen, dem Geseße vom 8. April 1876, den Einfüh- rungs8gesehßen u. st. w. von Hans Ottomar Reiz. Berlin, 1876. Verlag von Eugen Grosser. Die vorliegende Mo- nographi- bildet einen Theil (Nr. 42) der Grossershen Ge- seßsammlurg welche dem przktis<en Bedürfniß entsprehend, die einzelnen Geseze mit ihren Abänderungen gruppenweise einer Be- arbeitung unterzichen, die ihre Anwendung erleichtert. Die wesentli>:sten Ansprüche, die sh an eine folde Arbeit erheben lasscn, bestchen in ihrer Vollständigkeit und Uebersichilihkeit und diesen E: forderniss:n entspricht auch die vorliegende Autgabe, welche die Gewerbeordnung von 1869 nebft ihren Zusäßen und Abände- rungen, das Gesetz üker die eingeshriebenen Hülfsfassen vom 7. April 1876 uud das Geseß üter die Besteuerurg des Gewerbe- betriebes im Umherziehen vom 3. Juli 1876 enthält und dur<

Berlin, den 5. September 1876.

Salzburg, 30. August. (Dr. J.) Gestern hielten sämn tlihe Ab- thcilungen des deutschen Juristentages, dessen Theilnehmerzahl nach derr heute früh ausgegebenen Verzeichniß 3-8 beträgt, Sihungen. In der kombinirten I, und 11. Abtheilung wurde zunächst die Verhandlurg über die Frage der Kodifiziiung fubsidiärer Gü!erre<tésysteme neben dem cinbeitlichen geseßlichen System fortgeseßt. Außer den gestern bereits mitgeiheilten Änträgen lag heute no< der Antrag von Justiz- rath Wilmowski (Berlin):

„Abänderungen des ehelichen Güterre{ts dur< Ekevertrag find von der Geseßgebung nicht zuzulossen insofern dur< dieselben be- rehtigte Interesscin Anderer gefährdet werden. Unter der Voraus- sepung, E. das vom XII. Juristentag empfchlene System des ehelichen Güterrechts eingeführt wird, ist von der Aufstellurg anderer Güterrec;t8systeme abzusehen ;“

fowie folgender eventueller Antrag des Referenten Präfes Dr, Albre<t vor:

_ yDie Beantwortung der Frage, ob urd in wel@&em Umfange in einem gemeinsamen bürgerli<hen Geseßbuc<h neben dem System des geseßlichen Güterre>tts die Übrigen Hauptsysteme des deutscben ehelihen Güterre<ts zur Ergänzung genereller Eheverträge dispositiv zu normiren find, ift bis zur definitiven Feststellung des Systems des geseßlichen Güterrechts auszusetzen.*

Nach einer zwet und ein halbflündigen Debatte wurde der erste Absatz des gestern mitgetheilten Brunner-Scröders<hen Antrages mit 46 gegen 40 Stimmen, der zweite Absaß mit Majorität argenommen, wonach fämmtliche übrigen Anträge als abgelehnt gelten, Der BVe- {luß der Ab:heilung wird dem Plezxum zur Keuntnißnabme über- wiesen und deniselven dur< Professor Schröder Bericht erstattet werden. Die zweite der Abtheilung Überwiescne Frage lautete:

„Soll im gemeinsamen bürgerliden Geseßbuche für Deutsland

bestimmt werden, daß dcr Erbschaftserwerb ipso jurè fiattfindet ?" _ Die hierüber vom Korsistorial-Präfident Dr. Mommsen (Kiel), Fiskal Dr. Jung (Frankfurt a. M.) und Prof. Dr. Randa (Prag) erstatteten Gutachien ¿atten fich übereinstimmend im verneinenden Sinne ausgesprochen, vielmehr na< dem Grundsaß des römischen Rechtes die Antzittserklärung als zum Erbschaftterwerb nothwendig befürwortet, während die beiden Referenten Kammer-Präsident Peter- sen (Straßbur) und J«stizrath Makower (Bezlin) für Vejahung der Frage eintraten. Die btheilung trat mit überwiegender Majorität dem Gutachten der Referenten bei und wird ihren Beschluß durch Petersen dem Pleyum zur Kenntnißnahme bringen,

Die tritte Abtheilung verkandelte zunächst über die Frage!

„Soll im Falle der Begünstigung von Gläubigern zwischen der Zahlungseinstellung und der Konkurseröffnung eine Strafba: keit des Kridars, beziehungsweise d s beglinstigten Gläubigers eintreten ?“

und beschloß nah kurzer Dekbatte, dem Antrage des Referenten, Hof- und Gericht8advokaten Dr. Jaques (Wien), gemäß, die Ueberzeugung des mee dahin auszusprechen: „Der Gemeinschuldner, welcher, seine Zablungêunfähigfkeit kennend, einem Gläubiger gegenüber den andern befriedigt oder be- günstigt, ferner der Gläubiger, welcher in Kenniniß von der cr- folgten Zahlungäeinftellung oder dem Antrage auf Konkurseröffnurg des Schuldners vonx demselben Befriedigung oder Begünstigung gegenüter den anderen Gläubigern annimmt, ist strafbar.“ Zu der nächsten Frage, welche lautet : „Ist der becndigte Versu im Strafgesebuche keizubehalten ? beziehungsweise aufzunehmen? und ift eventuell dabei die freiwil- lige Verhinderung der Vollendung als Strafaufhebung2grund an- zuerkennen ?“ beantragte der Referent, Adv. Stenglein (München) in Ucberein flim- mung mit den drei über diese Frage von den Herren Profesfor Dr. Berner (Berlin), Oler-Appellations-Rath Lamm (Dresden) und Ministerial-Sefretär Leutbold (Dresden) erstatteten Gutachten : 1) Der Unterschied zwischen beendigtem und nicht beendigtem Su ist nicht geeignet, Aufnahme in die Geseßgebung zu finden. 2) Die freiwillige Verhinderung der Reollendung ift als Straf- aufhebunatgrund anzuerkennen. Eine längere Diékussion veranlaßte die letzte der Abtheilung vor- liegende Frage, über welche auf den beiden vorhergehenden Juristen- tagen ein Beschluß nicht hat zu Stande gebraht werden können, dahingeher d: „Soll im Falle der Freisprc<ung (oder der Nichterhebung der An Flage) für die Untezsuchungshaft eine Entschädigung gewährt werden ?*“ Der Referent, Hof- und Gerichtêadvokat Dr. Ritter v. Kißling (Linz), beantragte Anerkennung der Rechte pflicht des Staates zur Ge- währung einer Entschädigung in dem gedachten Falle, in demselben Sinne sprachen sih Hof- und Gerihtsadvokat Dr. Jaques (Wien), Adv. Stenglein (Münchex) und Hofrath Keller (Wien) aus, wogegen der Korreferent Professor Ullmann (Innséeru>) zwar ebenfalls, aber nur aus Billigkeitsgründen, Vejahung der Frage für solhe Fälle, in denen die Unschuld des Verhafteten evident if, beantragte. Swhließ- li< wurde mit greß er Mehrkbeit ein Antrag der Herren Dr. Jaques und Stenglein argencmmen, des Jnhalts: „Im Falle der Freisprehung oder Zurückziehung der Ankloge ist für die erlittene Urtersuhungshaft angemessene Entschädigung zu leisten, es sei denn, daß der Angeklagte dur<h sein Verschulden während des Verfahr:ns die Untersuchungshaft oder die Verlänge- rung derselben verursacht hat.“ Den Gegenstand der Berathung in der zweiten, um 10 Uhr früh, beginnenden Sißung der 1IV. Abtheilung bildete die Eröterung der Frage: „Durch welche Einrichtungen läßt si< das gerichtliche Hinter- VYegungéwesen zwe>mäßig erseßen?“, zu welher ein Gut- achten von Dr. Felix Heht aus Mannheim vorlag. Als Referent fungirte Lppellationsgerihts - Präsident Anton aus Ratibor. Die \si< an das sehr gründlicze Referat an- \<ließerde Diskussion, an der si< außer dem oberwähnten Gut- achter und dém Referenten Justiz-Rath Makower aus Berlin, Adv. Hartmann aus Nürnberg und Rechtsanwalt Dr, Mayersohn aus Aschaffenburg betbeiligten, ergab das Resultat, doß statt des vom Referenten gestellten Antrags: „zu beschließen, €s liegt kein Bedürfniß vor, wenigftens für jeßt niht, Einrichtungen vorzuschlagen, durch welche sih das gerichtliche Hinterlegungswes- n zwe>mäßig erseßen läßt“,

der von Makcwer gestellte: ;

„In Erwägung, daß der deutsche Juristentag jeßt ni<t in der Lage ift, Einrichturgen vorzuschlagen, dur< welche das gerichtliche Hinterlegungswesen sih zwe>mäßig erseßen läßt, beschließt mar, die ständige Deputaticn zu ersuchen, diese Frage auf einem späteren Juristentage wieder zu erheben“,

angenommen wurde.

die Erlasse dec Hößern Verwaltungsbehörden, Rechts\sprüche der oberften Gerichtshöfe, Asllezate, Verweisung auf gleihlautende Geseßîellen u \. w. erläutert und mit ausfübrlichen Jnhaltsverzeich- nifsen und Sachregistern versehen ist. Der Fleiß und die Genauig keit, wel<e die vorliegende Arbeit auszeichnen, verbürgt ihre praktische Brauchbarkeit.

Land- und Forstwirthschaft.

(Köln. Ztg.) In Pau (Frank-eih) hat ein fur{tbarer Or - kañ gewüthet. Die gäne Ernte, die no< niht eingebra<ht war, wie Mais, Trauben, Kastanien und and-re Frücht-, ist völlig ve - ni<tet; Bäume wurden aus der Erde gerissen und mehrere Stämme vollftärdig zerbro<cn. Dabei fielen Hagelschlossen fo groß wie Wall- nüsse. Rund um A ! b y war der Sturm auch ungemein heftig und hat der Wein sehr gelitten.

Im nördlibstea Theile Norwegens, zwischen dem Vacanger- fjord und der rusfis<éa Grenze, sowie wahriheinli< über diese

Heute hat der XIII. deutshe Juristentag feine zweite Plenarsitzung abgehalten. Jn derseiben erstattete zunächst P:of. Dr. Gneift (Berlin) einen längeren Bericht über die Arbeiten der Reichs -Justizkommission bezüglih des Entwurfs einer deutschen Strafprozeßordnuaug. Ein vom Ober-Hofgerichts-Rath Wieland (Mannheim) gestellter Antrag, dahin gehend:

„Der Juistentag spri>t das zuversihtlice Vertrauen aus:

1) es werde das deutshe Geseßgebung3werk über die Gericht8- vexfassung und das gerihtlihe Verfahren no< während der jetzigen Sißungéperiode dur< das Zusammenwirken des deut- iben Reichêtags- und der verbündetea Regierungen zum Ab- {luß gelangen; und

2) es werde die praktis{e Einführung desselben in thunlicster Bâlde erfoigen“,

wurde, nachdem deiselbe aus formellen Gründen bekämpft worden war, vom Antragsteller wiederum zurü>gezogen.

tachdem hierauf über die von den Abtheilungen gepflogenen Verhandlungen urd gefaßten Beschlüsse dem Plenum Mittheilung ge- mat worden war, verschritt man zur Wahl der stän digen Depu- tation, welche die Wieder vahbl der biherigen Mitglieder mit Aus- nabme von Fi-kal Dr. Jung (Frankfurt a. M.). Dr. Ritter v. Kieß- ling (Linz) und Appellaticnëgeri<ts-Präfident v. Kunowski (Posen), an deren Stelle Prof. Dr. Brunner (Berlin), Hofrath v. Kellec (Wien), Kammer-Piäsident Petersen (Straßburg) und Advokat Dr. Rechbauer (Wicn) gewählt wurden, ergab.

Brüssel, 1. September. (Allg. Ztg.) Seit Sonntag tagt hier der fünfzebnte niederländische (d. h. holländish-belgisc<e) Kongreß für Sprach- und Literatur-Kunde, welcher sih dieses J3hr ciner überaus großen Theilnahme zu erfreuen hat. Die bolländishen Gäste hielten vorgeftern ihren feterli<hen Einzug, und wurden auf dem Rathhause vom Bürgermeister Anspach be- grüßt. Abends war Soiree in den Sälen des Rathhauses auf Ein- ladung der städtischen Behörde. Gestern, nah Ernennung des Bu- reaus (Generalversißender: Hr. Van der Auwera ‘aus Löwen; Ge- nerali<rift‘ührer: der Dichter Imm. Hiel), begannen die Ver- handlungen, die sich auf vier Abtheilungen vertheilen, nämlich: Sprache, Literatur, Buchhandel; Geschichte. und Alterthumskunde ; Musik und Theate: ; Malerei, Skulptur und Baukunst. Nachmittags fand im Palais ducal die Aufführurg des flämischen Or-toriums „die Schelde* (von Bônoît und Hiel) und der Cantate „Artevelde“ (von Gevaert) in Gegenwart des Königs und der Königin statt. Die Erscheinung der belgis<he.zn Majestäten rief einen stürmi- {hen Applaus kbervor, wozu nicht wenig der in der Mor- gensißung ausdrü>li hervorgehobene Umstand beitrug, daß der Kêônig das Einladungéshreiben der Kommission, dem bisher übliden Gebrauch entgegen, in flämis>cer Sprache hatte beantworten lafsen. Auf den Abend hatte Se. Majestät die hervor- ragendsten Tbeilnebmer des Kongresses zu fich entboten. Leßterer tritt übcrmergen na< dem üblichen Festmahl auseinander. Am leßien Sonntag wurde im neuen Park zu Antwerpen das aero privato ecrri<tete Denkmal zu Ehren des früheren Bürgermeisters Loos, eines der Hauptbeförderer der Umgestaitung der Stadt, feier- li<h enthüllt Eire ähniiche Festlichkeit scht in Löwen bevor, wo am 17. September das Standbild des Diplomaten Van de Weyer eingeweiht werden wird. Die Feier des 300sten Jahrestages der Genter Pacifikationsakte nimmt in Flanderns Haupt- ftadt am nächsten Sonntag ibren Anfang und wird viele Tausende von Fremden dahin zichen; der historische Festzug verspricht alle bis- herigen an-Glanz, bistozishem Interesse und künstlerishem Werthe zu übertreffen.

Rom, 29, August. (Köln. Zta.) In den Räumen des Palazzo Or sini war Sonntag Nachmittag eiu kleiner Kreis deuts<her Män- ner zusammengekommen, das Andenken N iebuhrs mitzuehren, Es war der Gedanke des Fürften Orsini, dem Verfasser der römi- schen Geschichte, welher als preußis<her Gesandter am päpstlichen Hofe sieben Zahre hindur< einen Theil feines Palastes bewohnt batte, bei der Wiederkehr feines hunderijährigen Geburtstages (27. August) eine Denktafel zu seßen, mit welcher er zugleich dem Wunsche der Tochter Niebuhrs nahkam. Die mar- morne Tafel, welche vorgestern enthüllt ward, ist an der Mauer der Treppe angebracht, die von Vicolo de Sugherai in den Palazzo führt und wel<he zu Niebuhrs Zeiten den einzigen Aufgang zu seinen Gemächern bildete. Die Inschrift lantet: A Bertoldo Giorgio Niebuhr istorico di Koma antica, che dal 1816 al 1823 qui ha dimorate, Filippo Orsini di Gravina Duca XIX anche per appagare il desiderio della figlia Corcelia il 1876 27 Agosto centenario del nascimento dell’ illustre scrittore questo marmo volle dedicato. Fürst Orsini ließ den erichienenen Gästen aufs gastfreundlichste be- geenen Únd gestattete derselben, den mit den Ruinen des Thea ers des Marcellus verwachsenen Palast in allen Theilen zu besichtigen. Die deutsche Botschaft wucde, da Baron v. Derenthal dur< Krank- heit abgehalten war, dur< Hrn. Brandes vertreten,

Die „New-Yerker Handel3.Ztg." enthält folgende Aufstellung über den Werth der Kusstellung8gebäude in Phila- delphia und ihres Inhalts. Rach derselben beträgt der Werth der Gebäulichkeiten 5,750,000 Doll. und der ihres Jnhalts 97,350,000 Doll., zusammcn 103,1C0,000 Doll. Die Gebäulichkeiten rangiren wie folgt: Das Hauptgebäude 1,650,000 Doll.: zie Memxsrial Halle (mit Annex) 1,600,000 Doll. ; die Maschineriehalle 792,000 Doll, ; die Hortikuïturhalle 367,000 Doll. ; tie Agrikulturhalle 300,900 Doll; das Ber. St. Gebäude 80,000 Doll.; der Frauenpavillon 35,800 Doll. uud die anderen 130 Gebäude von den verschiedensten Dimensicnen 1,925,200 Doll., d. i. durcs<nittli< 7,500 Doll. Der Werth der se<s großen Restaurants auf dem Platze, näm- li<h „Laubers“, „American“, „George Hill*, „Southern“, „Trois Fidres* und „Lafayette" wird nebst Inhalt auf 360,0C0 Doll. an- gegeben. Was den Inhalt der Gebäude betrifft, so kommen auf das Hauptg-bäude allein 65,C60,(00 Doll. Dabei find Kuriositäten, die nicht zum Verkauf stehen und auch nicht einen regulären Markt- preis baben, ni<t mitgere{net. Nach dem Hauptgebäude kommen die Memorial-Halle (und Annex) mit 11,500,000 Doll; die Ma- \<hinerie-Halle mit 10,000,000 Doll; die Agrikultur-Halle mit 5,500,000 Doll. und tas Ver. St. Gebäude mit 5,500,000 Doll. Der Inhalt aller anderen Gebäude, 139 an der Zahl, beträgt etwa 5,000,000 Doll. Diese Zahlen geben das anschaulihste Bild von der Riesenhaftigkeit des Unternehmens.

(Köln. Ztg.) Der Kongreß. von Kolumbien hat den Prä- sidenten ermächtigt, eine Konz:\sion zur Anlage eines Kanals durch die Landenge von Darien, der den Meerbusen von Uraba

mit dem von San Miguel verbinden soll, zu ertheilen. Dieselbe

binaus, hat ein verheerender Waldbrand große Stré>en verwüstet. Das Feuer, von wel<hem man annimmt, E, es dur< Unvorsicbtigkeit eines Hirten entstauden, bra< am 6. Juni aus, und einem Berichte vom 27. Juli zufolge soll es damals no< mit gleicher Heftigkeit ge-

brannt haben. Gewerbe und Handel.

Die Semestralbilanz der Brauns<hweiçcis<hen Bank ergiebt, wie das „Br. Tagbl,“ berichtet, unter Berü>ksichtigunz der statutarishen Abschreibungen einen Netto-Uebers<uß von 6} °/9 p.”0 anno. Die Gesammt-Umsäße betragen ca. 384 Millionen Marx gegen ca. 309 Millionen Mark im Vorjahre. Die ungede>te Noten- summe, welche im Dur(schnitt des erften Semesters 1875 si<h nod auf ca. 7,900,000 A4 belief, wurde den Bestimmungen des Bank- geseßes entsprehend reduzirt und betrug im ersten Semester dieses Jahres durchschnittli< ca. 2,300,009 #4

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ist einem internationalen Syndikat gegeben worden, an desfen Spiße General Tücr steht und dessen Ausschuß (außer Türr Charles Cousin, General-Jnaspektor und Delegirter der franzöfis<hen Nordbahn, Eugen Rampon, ehemals Folumbischer General-Konful, und G. v. Reinach, Banquier) mit den zu diesem Zwe> nah Paris entsandten Ver- tretern von Kolumbien, F. Zapata, bevollmächtigtem Minister- Refidenten der Vereinigten Staaten von Kolumbien zu Paris urd London und Dr. Joaqain Sarmiento, Direktor der Bank zu Bogota, in Urterhandlung getreten ist. Die Durhftechung folk in zehn Jahren ausgefüßrt, der Tarif für das gewöhnlihe Frachtgut auf 10 Fres. die Tonne angeseßt werden; die Häfen an den beiden Ausläufern des Kanals, fowie die Schiffahrt am Kanal selbst bleiben dem Hande!sverkehr sämmtlicher Nationen der Erde, selbst im Falle eines Krieges mit den Vereinigten Staaten von Keclumbien, freigegeben.

__ Am Sonntag Vormittag fand in der hiesigen Dorotheen- städtischen Kirche das diesjährige Kirchenfeft für Taubstumme statt, an welchem außer 1200 Taubstummen, welche von außerhalb, meift aus den öôstlihen Provinzen, gekommen waren, etwa 500 aus Berlin Theil nahmen. Die Feftpredigt hielt in der Geberdenfprache Hr. S{önberner über das Evangelium vom 12. Sonntage na< Tri- nitatis von’ der Heilung des Taubstummen Marc. 7, 31—37. Nah- mittags 5 Uhr fand cine „große Feiiversammlung“ im Saale des evangelis<en Vereins, Oranienstraße 106, ftatt. Am 4. September, Mittags 12 Uhr, wurde in Nieder-Löhme bei Königs-Wufterhausen der Grundstein zu einem Hospital für alte und gebre<tki<he Taubstumme gelegt, für wel<hes Hr. Kaufmann Oelsner ein 5 Morgen großes Grundftü> gesenkt hat. Das Hofpitak soll 200 Hofpitaliten, Mäu- nern und Frauen, eine Heimath bieten.

Zur Erinnerungsfeier des Tagcs von Sedan pflegt am Wik- helms8-Gymnasium in Berlin seit dem Jahre 1872 ein Fest- und Schauturnen veranstaltet zu werden, bei welchem der beste Turner mit einem Kranze gekrönt wird, der aus den Blätter einer Eiche ge- wunden und mit einem Bande aus den d:utshen Farben ge-s{mü>t ist. Diese Eiche wurde bei der Feier des Allerhöchften Geburtsfestes nah der Heimkehr des Kaifers aus dem Kriege im Jahre 1871 von Lehrern und Schülern gevyflanzt und ziert kräftig wachfend den Schul- plaß der Anftalt, deren Patronat Se. Majestät der König am ersten Geburtêtage nah Seiner Thronbesteigung übernommen hatte.

In Schmalkalden ist gelegentlih der Sedanfecier am 2. Sep- tember die Enthüllung des dem Komponisten K. Wilhelm, dem Tondichter der „Wacht am Rhein“ geseßken Denkmals erfolgt. Das Denkmal stellt eine Germania mit Leier und Schwert dar, auf dem vorderen Felde ist das Brufttild Wilhelms mit der Umschrift: „Dem Sänger der Wacht am Rhein, Karl Wilhelm, geb. 5. Sept. 1815, gest. 26. August 1873", angebracht.

Dem „E>ercit o“ wird von Wien berichtet, daß, da die österreih- ungaris<he Armeeverwaltung erfahren hat, daß die bei der italieni- schen Armee Übliche Fütterung der Pferde mit Mais gute Resultate liefert, im K. K. Kriegs-Minifterium beschloffen worden sei, diese Fütterung auch in Oesterreih-Ungarn zu versuchen, und zwar soll der Versu<ß Überall auf se<s Monate mit Kavallerie-, Artillerie- und Trainpferden gemacht werden.

Der Verbrauch von Auftern hat seit 25 Jahren große Dimen- sionen angenommen. Wir entnehmen der „Flandre Liberale" darüber nachstehende Angaben. Jun Frankreich beläuft si< der Verkaufspreis der Austern auf 2 bis 24 Millionen Frcs. Jn Calais beschäftigen fich während der Saison 5 Boote nur mit dem Ausfternfang, deffen Ert :ag si< durschnittlih auf 560 biz 620,000 Auftern zum Preise von 35 bis 40 Frcs. für 1240 Stä> stellt. Auf der Insel Rhé bes<äftigen fi< mehr als ¿zweitausend Arbeiter mit diesem Erwerbs- zweige. Es giebt dort 3800 Austernparks, dexen Ertrag fich auf 30 bis 35 Millionen Austern beläuft. Aus Marennes fommen deren 50 Millionen. In England hat der YAustern- handel einen ungemeinen Aufshwung genommen. Große Aktien- gesells<haften haben si< dort zur Ausbeutung der Austernparks ge- bildet. Der größte Handel in diesen Schalthieren aber ist der in den Vereinigten Staaten. Die Hauptpläte für den Austernhandel daselbft find Richmond, wo 209 Millionen, Baltimoore, wo 700 Millionen, Philadelphia, wo 500 Millionen, New-York, wo 1200 Millionen, Hairhaven, wo 400 Millionen, und Boston und Providence, wo je 800 Millionen Austern jährli abgeseßt werden, was im Ganzen die ungeheure Quantität von 4 Milliarden Austern per Jahr ergiebt. New -Yoik allein konsumirt demna<h tägli<h 4 Millionen Austern. Der Hauptf»ng geschieht von Newhaven und Connecticut aus. Ein einziges Haus daselbst beschäftigt niht weniger als zwanzig Fahr- zeuge. In Frankreih werden faft nur einheimische Auftern verbraucht. Uls die besten gelten die von Cancales und Marennes. werden die von Ostende, in England die von der Jnsel Hayling und von Milton befonders ges<häßt. In Schottland gelten die Carlin- fords als die besten. Ju Deuischland werden am meisten Holsteiner Austern konfumitt,

Wie der „St, A. für Württemberg" mittheilt, hat der Geh. Hofrath Dr. Feodor Wehl in Stuttgart den Plan angeregt, klaf f s\<he Bühnenwerke bühnengerecht einzurichten, dieselben in einer Sammlung herauszugeben und für diese Arbeit mchrere der be- deutendsten Dichter heranzuziehen. Der Zwe> dieses Unternehmens ist, die Werke derart einzurichten und zu bearbeiten, daß sie auf jeder deutschen Bühne gegeben werden können ; au< strebt man dahin, dcu- selben Einführung und dauernde Einbürgerunzg bei allen deuts>en Theatern zu verschaffen. Außer Dr. Feodor Wehl wird Bodenstedt als Bearbeiter der spanischen Klassiker thätig sein, und scll si ferner au< Gußkow als Bearbeiter französischer klasfisher Bühnenwerke betheiligen. Die Sammlung unter dem Titel „Neues klassisches E des Auslandes“ soll unter Redaktion von C. A. Görner er-

einen.

Redacteur: F. Prehm.

Verlag der 6xpedition (Ke s) el). Drei Beilagen

(eins<ließzli*4 Börsen-Beilage).

Berlin: Dru>: W, Elsner.

In Belgien -

f

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preu

Ftalien. Rom, 2. September. Se. Königliche Hoheit der Prinz Humbert wohnte am 29. v. M. der Eröffnung der Eisenbahn von Vicenza nah Schio bei, und kehrte na< dem Bankett in Schio nah Mailand zurü>.

„Diritto“ und „Bersagliere“ veröfsentlihen Leide übers- einstimmend nahstehende Mittheilung: „Einige Oppositions- blätter verbreiten übertriebene Nachrichten über den Gesundheits- zuftand des Minister-Siegelbewahrers Mancini und dazu in einer Zeit, wo die glü>licherweise eingetretene Hei- lung gar feine Veranlassung bietet, \sol<he Gerühte aus- zustreuen. Auh behaupten sie mit einer - Hartnä>ig- keit, die uns sehr verdähtig vorkommt, daß er fh aus dem Kabinet zurü>ziehen wolle. Dadurh hat \i< auch ein Theil der Presse verführen lassen, welher sons den Einflüsterungen der Parteileidenshaft unzugänglih ift. Schlim- mer aber ift, was als anderer Grund hinzugeseßt wird, warum Hr. Mancini wahrscheinlih seine Entlassung verlangen werde, daß längeres Verbleiben im Amte dem ausgezeihneten Advo- katen zu {were Geldopfer koften würde. Die gehässige Zumuthung wird dur< eben so zahlreihe wie allgemein bekannte Beweise edler Aufopferungsfähigkeit widerlegt, wel<he Hr. Mancini, #o oft das Land seine Dienste in Anspru<h genommen hat, als ganz speziellen Charafkterzug bewahrt hat. Um diesen und an- dern Gerüchten ein Ende zu machen, wona<h im Schooße des Ministeriums Zwiespalt und Uneinigkeit herrschen \oll, sind wir ermächtigt worden, alle dergleihen Nachrichten für ganz un - begründet zu erklären.“

Die „Gazzetta uffizial:“ vom 31. August mat bekannt, daß das italienishe Konsulat in Madras aufgehoben und seine Gerichtsbarfeit dem Konsulat von Calcutta übertragen worden ift.

Der Bischof von Piedimonte d'Alife Monsignor di Giacomo hat einen Brief an den Papst gerichtet, in welhem er schreibt, daß er dur< die Theilnahme an den Senats- berathungen seiner bishöfliGen Würde nihts vergeben, wohl aber feinen Pflichten ails Bischof und als Staatsbürger nah- gekommen zu sein glaube.

Wie „Bersagliere“ berichtet, hat der Minister des öffent- lichen Unterrichts die Vorarbeiten zu dem den obligatorischen Elementarshulunterri<ht betreffenden Gesegentwurfe, wel- Gen er dem Parlamente glei<h bei seinem Zusammentritte vor- zulegen gedenkt, vollendet.

Dem „Caffaro'! von Genua wird aus Rom berichtet : Da zur Kenntniß der Regierung gekommen if, daß immer no< heimli<h Nonnen eingekleidet werden, so hat der Minister- Siegelbewahrer den Nonnen, denen der Aufenthalt in den von der Regierung aufgehobenen Klöstern no< gestattet ist, kund gethan, daß, wenn neue Einkleidungen von Nonnen stattfinden sollten, die Nonnen aus den betreffenden Klöstern ausgewiesen werden würden, wonach sie sfi{<-rihten möchten.

Weiter berichtet der „Bersagliere“, daß der Brigant Loreto Storponi, auf dessen Kopf ein Preis von Ein tausend fünf hundert Lire geseßt war, in Aquila verhaftet worden ist.

Von Palermo wird den „Ital. Nahr.“ gemeldet, daß der Brigant Pietro Piccone, auf dessen Kopf ein Preis von 3000 Lire geseßt war, in der Stadt Palermo selbs ver- haftet worden ist.

Die birmanis<he Gesandtschaft hat Rom ver- lasen, um si<h zunäh| na<h Genua zu begeben.

Der „Pungolo“ in Neapel läßt sih von seinem Kor- respondenten in Rom ausführli< über die marokkanis<he Gesandtschaft und über ihren feierlihen Empfang dur<h Se. Majestät den König berihten. Der Korrespondent bringt die Sendung derselben mit dem Plan der Gründung einer italie- nischen Kolonie auf der atlantischen Küste des marofkkanishen Reichs in Beziehung.

Nach einem vom Sekretariate des Senates veröffent- lihten Verzeichnisse der Senatoren beläuft sih die Zahl der- selben auf 339, dabei find aber 4 Prinzen aus dem Königlihem Hause und 7 Senatoren, welche no< nit beeidigt worden sind, nicht mitgere<hnet, so daß sih im Ganzen 350 Senatoren ergeben.

Es wurde vor einiger Zeit berichtet, daß der Papft dem Kardinals-Kollegium die Frage vorzulegen gedachte, ob es ftatthaft finde, daß gelegentlih der nähsten Pap st - wahl einige Förmlichkeiten abgeändert würden, wodur dieselbe beschleunigt und gesichert würde. Die „Jtal. Nachr.“ ver- nehmen nun, daß fih das Kardinals-Kollegium einstimmig dafür ausgesprochen hat, und daß die Abänderungen nur im Ueber-

gehen einiger Förmlichkeiten bestehen, wel<he niht allein zeitrau-

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Inserate für den Deutschen Reihs- u. Kgl. Preuß. Staats-Anzeiger, das GCentral-Handelsregifster und das Postblatt nimmt an: die Königliche Expedition des Dentshen Reichs-Anzeigers und Königlich Prenßischen Staats-Anzeigers: Berlin, s. V. Wilhelm-Strasßte Nr. 32.

1. Steckbriefe und Untersuch 2. Gigola ienen, Aufgebote,

n, s 8. Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen ete. 4. Verloosung, Ámortisation, Zinszahlung wu s. w, von öffentlichen Papieren.

Erste Beilage

mber

bend find, sondern au< zu Intriguen und Beeinflussungen der |

im Conclave versammelten Kardinäle Gelegenheit geben.

Der sozialistis<he „Martello* von Fabriano theilt über den am 20. Auguft in Imola abgehaltenen Kongreß der Sektionen der Internationale in Umbrien und in

den Marken Folgendes mit: Es wurde konstatirt, daß der | Sozialièmus im Laufe der leßien Jahre in ganz Italien be- |

deutende Fortschritte gema<ht hat. Der Antrag: „Die Mit- glieder verpflihten sh, die Propaganda und Verwirklichung des revolutionären Sozialismus nach besten Kräften zu fördern“, wurde einstimmig angenommen. Als Programm des Bundes wurde auf- gestellt: „Der Arbeiter ist wesentli<h gegen das Autoritätsprinzip und Beförderer der Anarchie. Die gegenwärtige Einrichtung des Staats und die Vertheilung des Eigenthums kann nicht fortbestehen und muß - umgestoßen werden. Die Gesellschaft muß auf Grundlage der Anarchie und des Kollektivbegriffes neu organisirt werden. V, \. w.“ Jefsi. wuürde- zum Siy des Federal - Comités, Fabriano zum Sig des Propaganda - Aus\{<hufses und der „Martello“, \o- ziale Zeitschrift, zum offiziellen Organ des Umbrish- Märkischen Bundes der internationalen Arbeitervereine erkoren mit dem Verbote, fi<h mit Bourgeoifieblättern in Streit einzulassen. Unter dem Rufe „Es lebe die soziale Revolution“ wurde der Kongreß geschlossen. Der „Martello“ begann seine offizielle Thätigkeit mit einem heftigen Artikel gegen die Re- frutenaushebung, welher mit der Aufforderung an die Eltern \<{<ließt, „diejenigen ihren gere<hten Zorn empfinden zu lassen, welche ihnen ihre Kinder entziehen.“

Amerika. New-York, 2. September. (A. A. C.) Don Carlos segelt, wie die „A. A. C.“ hôrt, am 2. d. M. nah Europa. SBeitungsberihte melden den Ausbru< von Un- ruhen in der Nähe von Monroe in Louisiana. Einer diese Stadt bedrohenden Bande Neger marschirten Weiße entgegen. Die Neger weigerten sh die Waffen niederzulegen, worauf die Straße gegen sie gesperrt wurde. Bis jezt if es aber no< zu keinem Blutvergießen gekommen. Die Weißen {haaren \i< zu- sammen, um die Stadt zu vertheidigen. Gestern wurde die Viehschau der Centennial - Ausstellung in Phila- delphia eröffnet.

Der „Buenos Ayres Standard“ vom 30. Juli enthält die Details des Budgets des Finanz-Ministers Riefstra für 1877. Gleichzeitig aber meldet der Telegraph, daß Señor Niestra sein Portefeuille niedergelegt habe. Nichtsdestoweniger seien hier die hauptsächlihsten Vorschläge hervorgehoben. Erftens soll die <hwebende Schuld fundirt und alle Glöubiger sollen dur cine Emission von zehn Millionen Dollars in Schahß- we<seln befriedigt werden, 2) soll der Tilgungsfond der äußeren wie der inneren Schuld \uspendirt, aber fortgefahren wer- den, wie bisher Zinsen zu zahlen, 3) sollen die Staatsausgaben (von 20 Millionen auf 15 Milionen) reduzirt werden, die Subsidien an die Provinzen wegfallen und einige der Staats- \feminare ges<lo}en werden, 4) sollen die Eingangszölle von 45 Proz. auf 30 Proz. herabgeseßt, alle Extrazölle abgeshaf}t und die Ausfuhrzöllé um die Hâlfte, d. h. auf 3 Proz. ad va- lorem herabgeseßt werden, 5) sollen die Zölle auf Papier, Pflüge, Maschinen, Kohlen, Eisen u. \. w. erhöht werden und alle Lurxusartifel einer Steuer von 40 Proz. unterliegen, 6) sollen alle ni<ht im Budget eingeshlo}enen Ausgabe-Positionen, früher „Special Appropriations“ genannt, als illegal erklärt werden. Das Budget zeigt einen voraussihtli<hen Uebershuß der Ein- nahmen über die Ausgaben von 750,594 Dollars.

Veru. Lima, 28. Juli. (Köln, Ztg.) Nach dem neuen von dem General Prado mit dem Hause Raphael in London abges<hlossenen Guanovertrage gestattet die Regierung die Ausfuhr von 1,900,000 Tons Guano, welche auf sämmtlichen Märkten, mit Ausnahme von denen der Vereinigten Staaten, der Inseln Mauritius, der Antillen, Chinas und Japans, ver- fauft werden dürfen und erhält dafür Vorshüsse im Betrage von 700,000 Pf. St. das Iahr. Ein Memorandum, das des Dienst der auswärtigen Schuld regelt, unterliegt zuvörderst noch der Genehmigung des Kongresses. Danach soll die sehsprozentige Anleihe von 1870 in eine fünfprozentige umgewandelt und mit der beftehenden fünfprozentigen von 1872 vershmolzen werden. Die fünf Coupons sämmtlicher fünfprozentigen Bons, die vom 1. Januar 1876 an bis zum 1. Juli 1878 fällig sind oder werden, erleiden eine Kapitalisation, d. h. ihre Inhaber erhalten neue fünfprozentige Bons dafür. Am 1. Januar 1879 soll dann die Zinsenzahlung und Tilgung der auswärtigen Schuld wieder aufgenommen werden. Heute wird der Kongreß er- öffnet, welcher den neuen Präsidenten und die beiden Vize-Prä- sidenten zu proflamiren hat.

t ramm ——_—— ——— >

Oeffentlicher Anzeiger.

| 5. Industrielle Etablissements, Fabriken und

s-Sachen,

oriadungen Grosshande!l.

7. Literarische Ànzeigen. 8, Theater-Ànszeigen. $9, Familien-Nachrichten.

L ita: ———

——— E

t

Berkäufe, Verpachtungen, [L Submisfionen 2c.

Bekanntmachung. Die zu dem Neubau der Stallungen und den Reit- | bahnen zu dem Kasernement des 2. Garde-Dragoner- Regiments in der Pionierstraße erforderlichen Klempuer-Arbeiten sollen im Wege der Submis- fion verdungen werden. : [7280] Die Bedingungen und Koftenanschlag find in uns serem Geschäftslokale, Michaelkirhplaß 17, einzu- sehen und versiegelte Offerten bis zum Freitag, den 15. September cr., Bormittags 11 Uhr, daselbst einzureichen. ____(à Cto. 36/9.) Berlin, den 4. September 1876.

Königliche Garnissonverwaltung,

gen werden.

Bekanntmachung. . Die zu der Regulirung des Bürgersteiges vor den militärfiskalis<hen Grundstücn in der Urban-, Tem- | pelherren- und Pionierstraße erforderlichen Steinset- Arbeiten sollen im Wege der Submission verdun-

Die Bedingungen und Kostenanschlag find in un- serem Geschäftslokale, Michaelskirchplaß 17, einzu- sehen und verfiegelte Offerten bis zum

11, September cr., Vorm. 11 Uhr, daselbft einzureichen.

Berlin, den 1. September 1876.

Königliche Garuison-Verwaltung. Bekanutmachung.

Die Anfertigung und Aufftellung von 54 eisernen Swlafkojen in der hiesigen Strafanstalt soll im

versiegelt mit der Aufschrift:

Cto. 22/9 b.)

(H. 11120 a.) Sehorn.

digst etwa:

vischen Staats-Anzeiger

beute wohlbehalten in Baltimore angekommen.

6. Verschiedene Bekanntmachungen.

In der Börsen beil

——————————-

Wege der öffentlichen Submission an den Mindest- | fordernden verdungen werden, wozu Termin auf Montag, deu 18. September a. €., Bsrmittags 10 Uhr, E in dem Büreau des Unterzeichneten anberaumt ist. Unternehmer wollen ihre Offerten portofrei und

„Submission auf ciserne Sélafzellen“ versehen bis zu dem Termin einsenden. j Zeichnungen, Anschläge und Bedingungen find in den Büreaustunden bei mir eivzusehen uno auch gegen Erstattung der Kopialien zu beziehen. Naugard, den 28. August 1876 Der Kreisbaumeister

Submissions-Anzeige. Beim Fußz-Ärtillerie-Regiment Nr. 15 sollen bal-

1876.

S EED

Ba ate

Statistische Nachrichten. Die Verkebrs- und Ges<äftsverhältnisse der Poftbezirke in Berlin und Wien haben na< dem Archiv für Post und Telegraphie im Jahre 1875 folgende Ergebnisse geliefert : Berlin. Wien. E O 1,030,944 Zah! E 66 61 ahl der Lriefkasten . . . 392 550 Zahl der männlich : E s, Zahl der bes<häftigten Unterbeamten eins{l. der im Vertragsverhält- niß stehenden 2c. E 2,222 C E - Zur Bestellung oder Ausgabe einge- gangene portopflihtige und porto- freie : Briefpoftsendungen Stü> Pa>ete und Geldsen- dungen . Aufgelieferte Pad>ete T H Me portopflichtige und porto- reie Postvorschuß sendungen Stü Postauftragsbriefe. . 4 Betrag auf Postanweisungen (porto- pflichtigen und portofreien) C s e erl 6 G47T6,991 G 131,648,200 Zahl der debitirten Zeitungs - S 58,999,882

nummern Gewerbe uud Handel.

Die Liquidatoren der Preußischen Kredit - Anstalt werden in den nächsten Tagen eine weitere Rate von 49/9 an die Aktionäre zur Vertheilung bringen. Bis jeßt find 44% baar und 8% in Prioritäts-Obligationen zurü>gezahlt worden.

Die Aktien-Gesellschaft für Fabrikation von Bronzewaaren und Zinkguß (vorm. J. C Spinn u. Sohn) bringt eine Dividende für das leßte Geschäftsjahr niht zur Vertheilung. Zwar hat \i<h die Umsatzziffer wieder um 20% ge- hoben, aber der prozentuale Gewinn hat si< vermindert. Zur Bilanz bemerft die Direktion, daß sämmtlihe Neubauten vollendet und die Rechnungen darüber si<h auf 212,210 4 beziffern, während sie bis Schluß des Vorjahres nur 163,843 A in Anspru<h genommen hatten. Das Anlagskapital für Mastinen und Werk- zeuge vermehrte si< dur<h Neuanschaffungen um 96-5 resp. 3088 4, also zusammen um 12,773 A4 Von dem ursprüng- lichen Werthe der Gebäude, der Modelle und des Mobiliars find 36,869 A6. abgeschrieben worden. Das Waarenlager ist um 24,8939 S vermindert; die ausstehenden Forderungen find um 14,123 M erhöht. Die Gesammtziffer der Kreditoren aus dem laufenden Geschäft be- trägt 67,465 #. Der Gewinn hat si<h troß des vergrößerten Um- \aß:8 nur um 1687 #. höher gestellt, als im Vorjahre. Es wird ein Gewinn-Saldo von 11,741 Æ dem Reservefond zugeschrieben, der sih damit auf 19,493 M erhöht.

Jn der Generalversammlung der thüringishenEisenhahn- gesellschaft vom 31. August cr. wurden tie statutenmäßig ausschei- denden Verwaltungsraths8mitglieder, Banquier Ste->ner aus Halle, Sustizrath Sterß.ng aus Sotha uad Justizrath Panse aus Erfurt wiedergewählt. Der Verwaltunasbericht für das Jahr 1875 gab zu bemerfenswerthen Erörterungen keinen Anlaß. Der Antrag der Ge- felli<aft8vorstände: „Die Geueralversammlung wolle die Gesell- \<aftsvorftände ermächiigen, über den Bau einer Eisenbahn von Arnstadt nah Ilmenau und die dazu von den betheiligten Staaten zu gewähren- den Subventionen mit den betreffenden Regierungen in Verhandlung treten, bei erzieltem Einverständnisse den Vertrag abschließenden erfor- derlichen Statutennachtrag vereinbaren, sowie die von der Gesellschaft aufzubringenden Mittel aus derjenigen Summe von 1,360,000 Thlr. gleich 4,080,009 entnehmen zu dürfen, welhe nah dem General- Persammlunasbei<hluß vom 19, Juni 1873 bei Emission der VI. Prio- ritätsanleibe für den bisher ni<t zur Ausführung gekommenen Bau einer, Eisenbahn Naumburg-Prittiß vorgesehen war,“ wurde nah furzer Diskussion zum Beschluß erhoben.

Die Stadt Heidelberg hat mit einem Finanzkonsortium, an dessen Spiye die Mitteldeutsche Kreditbank in Mei- ningen steßt, ein 43%. Anlehen im Betrage von 2,509,000 A. ab- geschlossen.

beschäftigten Beamten: E 1,166

1,303 80

2,088 6,147,455

41,764,036 2,728,192 3,537 376

60,045,100 ,740 400 9,261,800

‘und Geldsen-

172,188

813,370 31,009 —-

28,707,118 145,188,020

32,022,974

Verkehrs-Anstalten.

New-York, 1. September. Das Postdampfschiff des Norddeutschen Lloyd „Ne>ar“, welhes am 19. August von Bremen uad am 22, August von Southampton abgegangen war, ift heute wohlbehalten hiec angekommen.

2. September. Das Postdampfsc<hiff des Nord- deutshen Lloyd „Leipzig", welches am 16. August von Bre- men und am 19. August von Southampton abgegangen war, ift

V0 TIMTA E u BCESRS Sa

aalen nehmen an: das Central - Anuonceu- ureau der MentiOes Zeitungen zu Berlin Mohrenstraße Nr. 45, die Annoncen-Expeditionen des Rev k“, Rudolf Mosse, Ten Vogler, G. L. Daube & Co., E. Schlotts, Vüttner & Winter, sowie alle übrigen größeren Anuoucen-Bureaus.

——————— ——————_——— E: E

100 Helme für Artillerie mit Zubehör, 750 Brodbeutel,

60 Feldflaschen, 666 weiße Mantelriemen, 100 Tornister mit Riemen,

30 Gewehrriemen, 105 Verbindezeuge,

25 Visirkappen,

18 Mündungsde>el, : 107 weiße Leibriemen mit Schloß, nah neuester kriegsministerieller Probe beschafft werden. Reflektanten wollen ihre Offerten bis zum 15. f. M. unter Preisangabe und Probesendung dem Regiment einreichen. Nur bestes Material wird be- rü>sichtigt, und erhält nur derjenige Benachrichtigung, wel<hem Lieferung übertragen wird.

Straßburg i. Els., den 31, August 1876. [7257] A: V

Cto. 30/9.)

[7254]

Normann, Major.