1876 / 228 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Berlíu, 27. September 1876.

Die Kunstausstellung der Königlihen Akademie der Künste. ET, (S. Nr. 221 d. BC.). Historienmalerei und historishes Gen re.

Die Historienmalerei, deren allmähliches Daran auf unseren Ausstellungen von der einen Seite als eine Vermin- derung des fkünstlerishen Vermögens der Gegenwart beklagt, von der anderen, ganz im Gegensaße zu dieser Meinung gerade als ein Zeichen der gesunden Entwickelung der mo- dernen Kunft angesehen wird, steht sammt dem ihr verwandten historischen Genre in Bezug auf die Zahl der eingesandten Bilder uns auch diesmal wieder in ziemlih genau demselben Verhältniß gegenüber, das wir bereits seit Jahren zu finden gewöhnt sind. Unbedingt I ist dabei die Wahrnehmung, daß unter den hierher gehörigen bemerkenswertheren Arbeiten keineswegs diejenigen überwiegen, die ihren besonderen Werth in einer außerhalb des Kunstwerks selber [liegenden sachlichen Bedeutung des geschilderten Vorganges suchen und fich erst mit Hülfe der äußerlih beigefügten Erklärungen ent- räthseln lassen. Wir begegnen in den meisten Fällen vielmehr der Wahl von Motiven, die, ihrem wesentlihsten JFnhalte nah aus sich selber verständlih, im Verein mit ihrer rein male- rischen Wirkung den Beschauer dur ein allgemeines psycho- logishes Jnteresse zu fesseln wissen, und namentlich au den beiden hervorragendsten unter den eigentlichen Historienbildern der gegenwärtigen Ausstellung, den beiden großen Gemälden von Albert Baur in Düsseldorf und Wilhelm Linden- \chmit in München, ist dieser wesentliche Vorzug in vollem Maße zu eigen.

Albert Baur s{lägt in seinem, von der Verbindung für historishe Kunst ausgestellten Bilde der „Predigt des Paulus vor den Vorstehern der Judengemeinde zu Rom“ mit nicht geringem Erfolg eine für ihn völlig neue Nichtung ein. Jndem er sih in jeder Hinsicht an Alma-Tadema an- lehnt, dessen Beispiel und dessen vor zwei ahren errungener durchschlagender Erfolg auch auf noch andere Künstler nicht ohne Einfluß geblieben ist, sucht er gleih jenem Meister eine auf sorgfältige archäologishe Studien begründete, genaue historishe Treue in den gesammten Erscheinungs- formen der von ihm geschilderten Zeit zu erreichen. Jn einer weiten Halle, deren Architektur und innere Ausstattung deut- lih auf pompejanische Vorbilder zurückweist, hat der gefangene Apostel seine Stammesgenossen um sich versammelt. Eine hagere, {mächtige Gestalt, an Hals und Armen gefesselt, steht er in dunklem, unscheinbaren Kleide diht am Nande einer rings um den Saal laufenden Erhöhung des mit farbigen Mosaiken gezierten Marmorparquets, hochauf- begeisterter Rede nah oben weisend,

gerichtet und in er einer buntgemishten Gesellshaft jüdisher Männer

und Frauen gegenüber, die seinen Worten mit sehr verschie- denartigen Empfindungen folgen, während die vier ihm als Wache beigegebenen römischen Kriegsknechte, die sich hinter ihm um einen Marmortish gruppiren, eifrig mit ihrem Wür- felspiel beschäftigt sind. Einer von ihnen hâlt dabei die Kette Des Gel, de gefaßt; ein Anderer, ein kräftiger rothbärti-

ger Ge}ell, der eben seinen Wurf gemacht hat, wendet sih mit \pöttisher Miene auf einen Aug@blick nach dem Redner um, dessen ciferndes Pathos wie überhaupt der ganze Vorgang in seiner ihm unverständlichen Ernsthaftigkeit dem rohen, abge- stumpften Soldaten als eine lächerlihe Komödie erscheint. Auf der anderen Seite des Bildes wird der Eingang des Saales gleihsalls von einem römischen Krieger bewacht ; ein shwarzer Sklave, der, ein Geschirr in den Händen tragend, hereintritt, schiebt eben den faltigen Vorhang zurück, \o daß draußen noh andere Figuren sichtbar werden, die als ver- rrreges Gäste zu der Schriftauslegung des Apostels herbei- eilen.

Das Hauptinteresse des Beshauers wird durch die den mittleren Raum des Saales dichtgedrängt anfüllenden Gruppen der Zuhörer und dur die charakteristish verschiedene Art und Weise ihres Verhaltens in Anspruch genommen. Da fißt, durch den ihm in der ersten Reihe eingeräumten L Plaß wie durch seine Kopfbedeckung sofort kenntli ), ein rächtig gefleideter, hohmüthiger jüdischer Priester, der, U selbsibewußter, stolz reservirter Haltung auf seinem Sessel hingestreckt, mit geschlossenen Augen dem Vortrage folgt und in feinen blasirten, regungslosen Zügen auch nicht die leiseste Spur innerer Bewegung verräth, während ein neben ihm sibendes, jugendliches Weib, an dessen Schooß fih ihr Knabe lehnt, erstaunt ufe und ein junger Mann von edlen, ernsten Zügen, der, in seinen rothen Mantel gehüllt, dicht hinter dem Stuhle des Rabbiners aufreht dasteht, vollends kein Auge mehr von dem Redner abwendet, dessen flammende Begei- sterung seine Seele unwiderstehlih gefangen nimmt. Die übri- gen Männer der Versammlung, die theils aufmerksam zu- hören, theils mit einander disputiren, begleiten die ver- nommenen Worte hier mit ruhig überlegenden, dort mit zweifelnden oder offenbar widersprehenden Mienen und Ge- berden. Der tiefste Eindruck aber spiegelt sich in den Gestalten wieder, die, weiter zurück, dem Beschauer gerade gegenüber, längs der Wand des Saales aus dem klaren Halblicht des Hintergrundes hervortreten; dem \innend dasitenden, den Kopf auf die Hand stüßenden Manne, der mit inniger An- deht lauschenden Frau, an die \ich cin junges, seelenvoll blidendes Mädchen shmiegt, und dem hinter ihnen stehenden D nats, der die an seine Schulter gelehnte Braut ums{hlun- gen hält.

In der Schilderung dieser Zuhörerschaft, in der originellen Erfindung und dem durhweg frappant lebendigen Ausdruck der Köpfe wie in der in ihnen entwi&elten reichen Skala mannigfach nüancirter und entgegengeseßter Empfindungen bittere" Hohnes und verächtlicher Geringichäßung, kalter Gleih- ‘“ailtigkeit, leise sih regender Ueberzeugung und kindlich empfäng- liher Hingabe offenbart der Maler eine Schärfe der Beobach- tung und der individuellen Gatten, die feine Schöpfung weit über das Niveau zahlreicher ähnlichen Darstellungen emporhebt und die Wirkung des Bildes zu ciner unmittelbar mit si fortreißenden machen würde, wenn die Hauptfigur der Komposition auf einer ganz gleichen Höhe der Auffassung stände. Die etwas dürftige, mehr von gewaltsamer Ekstase als von erhabener innerer Würde erfüllte Gestalt des Paulus verniag aber doch unserer wohlbegründeten Vorstellung von dem kraft- und geistvollen, großartig auftretenden Apostel nur wenig zu entsprechen; bei ihrem Anblick will es uns vielmehr fast

gung hervorzurufen und die in vielen seiner Zuhörer so deutlih zum Ausdruck kommende Macht über die emüther auszuüben. i Wird durch die en fühlbaren -Widerspruch zwischen der veranshaulihten Wirkung und ihrer Ursache der Eindruck des Bildes einigermaßen abgeshwächt, so ist mit um fo vollerer Anerkennung der i men dr Vorzüge desselben zu gedenken. Mit der bereits hervorgehobenen meisterhaften Schilderung der lebhaftesten seelishen Afffekte verbindet es in dem Kontrast zwischen den Gruppen der rauhen römischen Söldlinge und der Mitglieder der begüterten Judengemeinde eine in hohem Grade glücklihe Auffassung der verschiedenartigen, in den ein- zelnen Gestalten wieder harf und bestimmt individualisirten Völkercharaktere, mit einer in edlen Linien aufgebauten Kom- position, die den dargestellten Vorgang klar und allgemein verständlich entwickelt, eine in jedem Theile gediegene -imale- rishe Durchführung, eine ruhig geschlossene, reiche, kräftige und harmonische Oa Sees und eine treffliche Plastik der Formen, die sich ebenso auf die Modellirung der Figuren, wie auf die Wiedergabe der gesammten Lokalität und ihrer mannig- fachen, antiquarishdurchaus echten Dekoration erstreckt. Wcnnman allerdings die gelungensten Arbeiten von Alma-Tadema zum Vergleich de rangiehen will, so wird man bemerken, daß das Arrangement in seinen einzelnen Zügen noch niht durchweg das Gepräge jener scheinbar völlig absihtslosen und selbstver- ständlichen Vollendung an \ih trägt, wie es jener in seiner Art einzige Meister seinen Schöpfungen zu verleihen weiß, sondern daß vielmehr in der Anordnung der Details wie in den hier und da do ein wenig das moderne Vorbild ver- rathenden Köpfen, O aber in der wohldurchdachten Gegenüberstellung der einzelnen Effekte die niht ganz ver- wishten Spuren einer an si sehr rihtigen und geschickten Berechnung sich wahrnehmen lassen, wöbei freilich nit zu vergessen ist, daß Baur in der Wahl seines dramatisch be- wegten Motivs weit über die Grenze des bloßen Existenz- bildes hinausgreift, auf das der belgishe Maler si mehr oder minder zu beschränken pflegt. Die Baudeputation, Abtheilung für die Tiefbau-Verwaltung, hat, hiesigen Zeitungen zufolge, beshlossen, den Bericht ihrer beidcn Deputirten, des Stadtverordneten Krause und des Bau-Inspcektors Liersh, über die Reise nach Prag und Wien zu veröffentlichen. ‘Aus demselben geht hervor, daß es nit rihtig ist, wenn behauptet wird, das Wiener Straßenpflaster stehe weit über dem Straßenpflaster Berlins. Das Pflaster in Wien sei allerdings in einigen wenigen Straßen besser als Berliner Straßenpflaster, in den meisten Stadtgegenden aber bei Weitem nicht so gut, als es bei dem verwendeten guten Material erwartet werden sollte und in fast sämmtlichen neuen Straßen liegt sogar kein Pflaster, sondern findet sich nur eine mangelhafte Chaussirung. Nach dem Rath der Deputirten wird die Baudeputation versuchsweise das beste Pflaster- material, das man in Wien kennt, in Berlin in mehreren Straßen verwenden. Es sind dies die Granitpflastersteine von Mauthhaufen oberhalb Wien an der Donau, wo sich Steinbrüche befinden, welche sih mehrere Stunden weit ausdehnen.

Der Stadtverordneten-Kongreß beschloß in seiner dritten Sitzung am 26. September zunächst, das „Gemeindebelastungs- ge]eß* von der Tagesordnung des diesmaligen Kongresses abzuseßen. Von dem Stadtrath a. D. Lüders (Görliß) ift der Antrag gestellt: „Der Kongreß beschließt: 1) das Bureau des Kongresses erhält die Befugniß, den Kongreß nach Bedürfniß einer zweiten Session eventuell unter Hinzuziehung der westlichen Provinzen wo möglich wieder nach Berlin einzuberufen; 2) das Bureau ergänzt sich durch Cooptationz; 3) das Bureau führt die Geschäfte bis zum nächsten Kongreß.“ Der Stadtv. Ziereck (Coblenz) sprach sein Bedauern aus, daß in dem Kongresse nur die östlichen Provinzen vertreten sind und richtete an die Versammlung die Bitte, auch die Vertreter der westlihen Provinzen künftig von dem Kongreß nicht auszuschließen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Hierauf folgte eine Besprechung über das Dreiklaffen- Wahls\y stem. Nach beendeter Diskussion empfahl der Referent Speck (Col- berg) eine Abstimmung über diese Frage ganz zu unterlassen, da die Meinungen darüber zu weit auseinandergehen und einzelne Fragen, die zu dieser Materie gehören, zu einer Entscheidung dur den Kon- greß noch nit reif seien. Eventuell beantragte Refereut, der Kongreß ‘wolle erklären, daß na feiner Ansicht das Dreiklassenwahlsystem den Vorzug vor dem allgemeinen gleihen Wahlrecht verdiene. Der Kon- greß beschloß, von ciner Abstimmung abzusehen und die ganze Ange- egenheit dem ftändigen Aus\{chuß zur Prüfung und Berichterftattung | auf dem nächsten Kongreß zu überweisen. / Der näâbste Gegenstand: Die Inkommunalisirung nah | S8. G und 7 der Städte-Ordnung erregte keine Debatte. Auf Empfeh- | lung des Referenten Ehrenberg {immte der Kongreß der Fassung des | 8. 7 bei, welhe nach den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses a1 | Stelle der S. 6 und 7 der Regierungsvorlage gefeßt werden joll. Dem ständigen Ausschuß werden ferner überwiesen : 1): cin An- trag Brandenburgs, das Kommunalsteuergesetß für cinen integrirenden Theil der Städteordnung zu erkkären; 2) ein Antrag von Alt-Damm, betreffend die Zahl der zu wählenden Stadtverordneten nach 8.. 12 } der Städteordnung; 3) ein Antrag des Stadtxerordneten Bohm, bezüglich der Wahl von Schulräthen, Bauräthen 2c. als Magistrats- mitglieder. Damit waren fämmtliche Gegenstände der: Tagesordnung erledigt, und der Vorsißende {loß des Kongreß mit einem fuczen Shluß- und Dankesworte. 4 U dem Kongreß waren 147 Städte durch 381 Delegirte vertreten.

Bremen, 26. Septetaber. (Wes. Z.) In der heutigen Sitzung des Kongresses deutscher Volkswirthe wurde die Berathung des zweiten Punktes der gestrigen Tagesorduung (die: Ern euerung der bestehenden und die Ae De nng newer Handels- verträge) fortgeseßt. Mach dreistündigen Ver )andlungen wurden zwei ichußzöllnerische Anträge von Stoepel und Buek verworfen. Dagegen nahm der Kongreß mit entschiedener Mebrheit folgenden von den Re- ferenten Lammers und Weigert gestellten Antrag an; „Bei dem bevor- stehenden Ablauf der Handels- und Scbiffahrtsverträge mit anderen euro- päischen Staaten empfiehlt es sich deutscherseits, deren Erneuerung ernst- lich zu erstreben. Die Unterhandlungen müssen auf Erleichterung \owohl der Ausfuhr wie der Einfuhr gerichtet sein. Auf Gleichheit der beiderseitigen Zollsätße auszugehett hat, als allgemeines Verhandlungs- programm wegen der Vielheit der Verträge, keinen Sinn und ift im einzelnen Falle nur zuläffig in Richtung auf den niedrigeren Saß. Die Regel muß, wie bisher, unsererseits eine Verallgemeine- rung aller der Zollermäßigungen fein, welche einem einzelnen fremden Staate bewilligt werden und von der anderen Seite für Deutschland die Erlangung der Rechte der meistbegünstigsten Nation. Neue den Verkehr erleichternde Zollverträge erscheinen wünschens- werth, insbesondere mit Nußland und den Vereinigten Staaten.“ ZU der hierauf folgenden Berathung der Frage, betrefffend die Cisenzölle lagen drei Anträge vor: x L Antrag von Kommerzien-Rath Baare (Bochutn), dahin gehend: __ In Rücksicht auf den offenkundigen Nothstand, in dem si die Eisenindustrie befindet, sowie unter Hinweisung auf den bevor- scehenden Abs{luß neuer Handelsverträge empfiehlt der volks- wirthschaftlichße Kongreß die Aufhebung der Eisenzölle bis auf

zweifelhaft erscheinen, daß es diesem mönchisch-ascetischen Eiferer in Wahrheit gelungen sein sollte, die hier geschilderte Bewe-

2) Antrag von Dr. Eras-Breélau! :

In Erwägung, daß die in dem Geseße vom 7. Juli 1873 vor- geschene Beseitigung des Restes der -Eisenfabrikatzölle. auf einen Termin trifft, der zur Ausführung dieser Maßregel Bibeateet er- scheint, zumal das zufällige Zusammentreffen dieser Zollaufhebung mit der Betriebseinftellung und Auflösung einzelner bereits nicht mehr rettungsfähiger Eisenwerke einer entschieden anti-freibändle- riswen Stimmung in Deuts{land Vorschub leisten würde ;

erklärt der Kongreß deutsher Volkswirthe: 1) (im Allgemeinen): es ift nee , Zolltarifänderunzen auf fernliegende Termine im Voraus geseßlich anzuordnen; 2) (im speziellen Falle): es is wünschenswerth, daß diejenigen im Geseße vom 7. Juli 1873 ausgesprochenen Zollbefreiungen, uner z. Z. noch nicht ausgeführt sind, vorläufig unausgeführt eiben. 3) Antrag von Dannenberg (Hamburg), Stephan (Berlin), Dr. Wolff (Stettin), Dr. Gensel (Leipzig) und Dr. Witte (Rostock): __In Erwägung, daß die Nothlage der deutschen Eisenindustrie keine einzelstehende ist, sondern daß \sich die Industrien fast aller Länder im Nothstande befinden 2

in zweiter Erwägung, daß derselbe eine natürliche Reaktion gegen die übermäßige voraufgegangene Anspannung bildet und übrigens unter den jeßigen Zollverhältnisfsen entstanden- ist, und daß erfahrungsmäßig folhen Krisen eine gesündere Entwickelung

des Geschäftslebens folgt;

in fernerer Erwägung, daß der Erport der deutschen Eisen- und Stahlerzeugung in den Jahren 1872—1875 um 819%, zu- genommen hat, während der englische Eisen- und Stahlerport in derselben Periode eine Verminderung von 27% zeigt;

in endlicher TEG daß mit die Einfuhr vom Auslande, sondern vielmehr die maßlose Ueberproduktion des Inlandes und die unwirthschaftliche Konkurrenz, welche die inländishen Eisen- FILURER ten gegen einander ausüben, den Preis ihrer Fabrikate rüdt,

erklärt der volkswirthschaftlihe Kongreß :

Daß eine Aenderung der am 1. Januar 1877 in Kraft treten- den Zollgesegebung nicht zulässig ist.

Bei der Abftimmtuig wurden die Anträge Baare's und Dr. Eras mit 137 gegen 105 Stimmen verworfen, dagegen der gegenüber- stehende Antrag Dannenbergs und Genossen angenommen.

Nach einer dem „Reichs-Anzeiger“ direkt zugegangenen tele- graphischen Depesche aus Bremen hat die Majorität der 137 Stimmen aus 65 Volkswirthen, 66 Bremer Kaufleuten und 6 Ausländern, die Minorität aus 105 Industriellen aus allen Theilen Deutschlands bestanden. Die Minorität hat, nachdem der Antrag Eras-Breslau gefallen war, den Saal verlassen und bes{lossen, das Namens- verzeichniß der Stimmenden zu veröffentlichen.

Bremen, 26. September. Der Kongreß der GefelTl- \chaft für Reform und Kodifizirung des Völker- rechts überwies in seiner heutigen Sibßung die von Hack und Schneider (Bremen) vorgeschlagenen Resolutionen, betre end die große Havarie auf Antrag H. Meiers einer aus sieben Mitgliedern estehenden Kommission, mit dem Auftrage, auf dem im nächsten Jahre stattfindenden Kongresse über dieselben Bericht zu erstatten.

Hamburg, 2. September. Die 49. Versammlung deutsher Naturforscher und Aerzte bielt am Sonnabend im Sagebielschen Saale ihre dritte und leßte allgemeine Versammlung ab. Der Vorsißende, Senator Dr. Kirchenpauer, eröffnete die Ver- fammlung mit der Mittheilung, daß zufolge einer eingetroffenen telegraphischen Antwort Seitens des Magistrats der Stadt München die Stadt die auf sie gefallene Wahl als nächstjähriger Versamm- lungsort für die deutschen Naturforscher und Aerzte mit Dank ange- nommen habe. Unter den hierauf Ptgeves wissenschaftlichen Vor- trägen nahm der von dem Afrikareisenden Hrn. Dr. Nachtigal gehaltene längere Vortrag über U und seine Heidenvölker“ das Interesse der Versammlung in besonderer Weise in Anfpruch. Der Redner s{ilderte die Volks- und Sittenzustände in der dortigen Heidenwelt mit ergreifenden Worten, und {loß mit einenr Hin= weise auf die auf Ersuchen der Mitglieder des vor Kurzem stattge- fundenen internationalen Kongresses in Brüssel von dem König der Belgier ergriffene Initiative, die christlichen Mächte zu dem Be- ftreben zu vereinigen, Central-Afrika für die wissenschafliche Forschung und den Handel zu öffnen, und die dem entgegenstehenden Hindernisse

zut beseitigen. Der mit Beziehung hierauf vom Redner gestellte Antrag.

dem Könige ter Belgier oine telegraphische Resolution zu Üübermit=-

teln, dahin lautend, daß die Verfammlung das Vorgehen Sr. Ma- jestät mit Freuden und lebhaftester Anerkennung Art und Höchst« demselben den Ausdruck ihrex wärmsten Sympathie

ei diesen Be= ftrebungen chefurchtsvoll zu erkennen gebe, wurde von der BVersamm= kung einstimmig angenommen. Nach Beendigung der Vorträge wurde die Versammlung von ihrem Vorsitzenden a\ch{lossen. Morgen findet: mit mehreren Dampfböten eine Fahrt nach- Helgoland ftatt.

Cassel, 25. September. Am fkeutigen Tage wurde die ITI. Versammlung des deutschen Veterinär-RNa ths in dem Saale des Hotel Prinz; Friedrich Wilhelm eröffnet. Anwesend waren 26 Delegirte der verschiedenen deuts{en thicrärztli:hen Vereine. NachdemderPräsident, Prof. Dr. Dammann-Eldena, mündli Bericht er= stattet hatte über die Thätigkeit des ständigen Ausfchusses feit der vor=- jährigen Bersammlung, gelangte ein vetevinär-tecnischer Entwurf zu. einemReichsgesete, betreffend Maßregeln raegen ansteckendex Thierkrank= beiten, zur Berathung. Auf den Antrag des Delegirten Diekexhsoff-

Berlin wurde beschlossen, nichk einen wirklichen Entrourf, sondern. | nur die veterinär-technischen Grundsäße eines \alchen Gesebes zu: be=

rathen, bei diesee' Berathung den va dem k. Refexenten, Adam= Augsburg, vorgelegten Entwuxf als Grundlage zu benutzen, aus: dem= selben aber alles auszusch{eidea, was niht in das Gefeß, fondern in die Ausführungsbestimmungen gehöre. Nach lebhafter Debatte, bef der si große Meinungsdifferenzen ni&t ergaben, wurden die sämmt- lichen bezüglichen Grundsätze festgestellt und damit dieser Berathungs- gegenstand in der heutigen Sißung zu Ende geführt. Eine Kom- mission wurde. mit der Redigirung der gefaßten Beschlüsse betraut.

z Gestern ist în Berlin die internationale Hunde-Ausftela lung in einer am Humboldthafen, an der Unterbaumbrücke erbauten Barate eröffnet worden. Dieselbe foll bis zum 2. Oktober dauern und enthält mehr als 400 Exemplare der edelflen und reinsten. Racen. Die vorzüglichsten Thiere sollen prämiirt werden. Gleichzeitig soll eine Hunderace gewählt werden, wekhe im Kriege Verwendung finden joll, um die in den Vorposteulinien Verwundeten oder Getödteten aufzusuben. Ferner findet am Donnerstag Vormittag in der Karl= straße 27 eine Versammlung ftatt, in welcher namentli über Vers wendung der Hunde zu Sanitätszwecken berathen und die in Dresden gepflogenen Verhandlungen fortgeseßt werden ollen.

Theater.

Im Belle-Alliance-Theater geht am ‘Sonnabend! das Schauspiel „Der Redacteur“ von Biörnson zum ersten Male in Scene. Das Stück ist auf das Sorgfältigste einstudirt und mit neuen Dekorationen, von Gebrüder Borgmann gemalt, ausgestattet, Außer der Auswahl gu{er Stücke hat das Verbot des Rautwens viel dazu beigetragen, den *Besuch des Theaters zu vermehren. In nächster Zeit sind mehrere d«.x besten Novitäten in Ausficht.

Redacteur: F. Prehm. Verlag der Expedition (Kes| el). Drei Beilagen

Berlin; Druck: W. Elsner.

Weiteres zu vertagen.

(eins{hlicßlich Börsen-Beilage).

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

M 228.

Erste Beilage

Berlin, Mittwoh, den 27. September

1876.

E S E ate

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r Vorrath reiht.

Personalveränderungen.

Königlich Preußische Armee.

O ffiziere, De M nce-Bilar ide 2c. Ernennungen, Beförderungen und Verseßungen. Im aktiven Heere. Berlin, 17. September. Steegmann, Pr. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 112, v. Tiedemann, Sec. Lt. vom Inf. Regt. Ae 000, Sparkuhle, Sec. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 56, alle Drei kommdrt. zur Dienstleistung bei den Gewehrfabriken, zur permanenten Dienst- Leistung bei den Gewehr- und Munitionsfabriken, Paßtig, Sec. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 15, Lüttich, Sec. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 69, v. Groddeck, Sec. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 76, Prestel, Sec. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 91, alle Vier zur Dienstleistung auf ein Jahr vom 1. Oktober cr. ab bei den Gewehr- und Munitionsfabriken, Ersterer zu Spandau, 2c. Lüttich und v. Groddeck zu Crfurt, G Leßterer zu Danzig, kommandirt. Reichert, Prem. Lieut. à la suite des Füsilier - Regiments Nr. 35 und vom Neben - Etat des Großen Generalstabes, unter Belassung in diesem Verhältniß und unter Sellung à la suite des Generalstabes der Arinee, zum

auptm., Steinmeß, Pr. Lt. vom Feld-Art. Regt. Nr. 21 und Hunde. zur Dienstleistung bei dem Neben-Ctat des Großen Ge- neralstabes, unter Belassung in diesem Kommdo., zum überzähligen Hauptm. , befördert. Berlin, 19. September v. Hagen L, v. Lengerke, Port. Unteroffz. vom Kadetten-Corps, als car. Port.

ähnrs., ersterer bei dem Füs. Regt. Nr. 73, letzterer bei dem Inf. s Nr. 83 angestellt. Berlin, 20. September. V Koelichen, Oberst-Lt. z. D., zum Bezirks-Commdr. des 1. Bats. Landw. Regts. Nr. 32 ernannt. v. Versen, Major à la suito des Generalstabes der Armee und Direktor der Kriegsschule in Met, unter Gntbindung von diesem Verhältniß, als Bats. Commdr. in das Inf. Jegt. M00 Vere. V Moe, Gor vou Infant. Negt. Nr. 114, unter Stellung à la suite dieses Regts. , __zum Direktor der Kriegss{ule in Meß ernannt. Mesfow, Hauptm. und Comp. Chef im Inf. Regt. Nr. 114, zum Major, Frhr. Rüdt v. Collenberg, Pr. Lt. von dems. Regk., zum Hauptm. und Comp. Chef, v. Wänker, Sec. Lt. von dem|. Regt., zum Pr. Lt, befördert. Stuttgart, 21. September. v. Haugj}- wiß, Oberst und Abtheil. Chef im Kriegs-Ministerium, zum Commdr. des Kadetten-Corps ernannt. v. Brauchit\{ch, Major vom Kei Ministerium, unter Belassung im Militär-Kabinet resp. bei der ? f theil, für die persönl. Angelegenheiten im Kriegs-Ministerium, mi Wahrnehmung der Geschäfte eines Abtheil. Chefs im Keiagse Blinisle- rium beauftragt. v. d. Schulenburg, Hauptm. u. Comp. Chef im Inf. Regt. Nr. 64, unter Beförderung zum Major in das Kriegs- Ministerium verseßt und der Abtheilung für die perfönlichen Ange: Tegenheiten überwiesen. v. Thiele, Hauptm. im Inf. Rel ¡N Nr. ; zum Comp. Chef ernannt. Koch, Sec. Lt. von dems. Regt., zum

, Lt. befördert. i;

D A E Gensd'’armerie. Berlin, : 17. September. Coppenrath, Sec. Lt., von der 7. zur 9. Gensd'arm. Brig. ver- seßt. Collmann, Hauptm. a. D., zuleßt Pr. Lt. im Fuß-Art. Regt. Nr. 7, in der 7. Gensd'arm. Brig. angestellt. _ Im Beurlaubtenstande. Berlin, L. September. Baehr, Pr. Lt. von der Landw. Kav. des 1. Bats. Landw. Regts. Nr. 4, zum Rittm. befördert. : E Abschiedsbewilligungen. Im aktiven Heere. Ber- lin, 2. September. Wittrock, har. Port. Fähnr. vom Inf. Regt. Nr. 85, zur Ref. entlassen. Berlin, 17. September. von Zobeltiß, Port. Fähnr. vom Ulan. Regt. Nr. 10, zur Nes. ent- Des Goß, ehemaliger Sec. Lt., zuleßt im Lübeck. Kontingent, als Sec. Lt. a. D. mit der Erlaubniß zum Tragen der Armee-Uniform in den Verband der preuß. Armee aufgenommen. Berlin, 19. Sept. abe r, Sec. Lt. vom Inf. Rgt. Nr. 53, mit Pens. derAbschied bewilligt. Ee 20. September. v. Koelichen, Oberst-Lt. vom Inf. Regt. Nr. 56, mit Penj. zur Disp. gestellt. Stuttgart, 21. September. v. Wartenberg, Gen. Lt. und Commdr. des Kadetten-Corps, in Genehmigung seines Abschiedsgefuches, mit Pens. zur Disp. gestellt. In. der Gensd-aruterke. Berlin, 6: September. Müll er, Major von der 9. Gensd'arm. Brig., als Oberst Lt. mit Peùs. und der Unif. des Ulan. Regts. Nr. 6 der Abschied bewilligt. Im Beurlaubtenstande. Berlin, 19. September. Schmidt, Pr. Lt. von der Res. des Inf. Regts. Nr. 24 als u. mit Pens. und der Landw. Armee-Uniform der Abschied ewilligt. E Königlich Bayerische Armee. O ffiziere, Portepee-Fähnriche 2. l Beförderungen und Verseßungen. Jm aktiven Heere. Den 14. September. Pracher, Hauptm. und Feuerw. Offiz. beim Fuß-Art. Brig. Kommdo., à la suits des 1. Fuß-Art. Regts, mit gleichzeitiger Wahrnehmung der Geschäfte des Direktors ger Oberseuerwerker-Schule betraut, Böck, Sec. Lt. -des 1. Fuß-Art. Regts., unter Stellung à la suite dieses Regts. zum Direktions- Offiz. der gedachten Schule ernannt, beide mit der Wirksamkeit vom 1. Oktober cr. i Ed lEbdlevitligunen: _Im aktiven Heere. Den 14. September. Rögner, Oberst und Ingen. Offiz. vom Platz in Ingolstadt, mit Pens. und der Erlaubniß zum Tragen der Armee- Uniform auf Nachsuchen verabschiedet. S Im Beurlaubtenstande. Den 14.September. Fleis ch- mann, Landw. Sec. Lt. des 9. Infanterie-Regiments und Keyl, Landw. Sec. Lt. des 2. Fuß-Art. Regts., die nachgesuchte Entlassun aus dem bayer. Militärdienst behufs Uebertritts in den Königl. preuß. Milit. Justizdienst ertheilt. X17, (Königlih Württembergisches) Armee-Corps. Offiziere, Portebeen Fähnriche 2c. Ernennungen, Beförderungen und Verseßungen. Im aktiven Heere Den 11. September. v. Schlutterbach,. Unteroff. im Train- Bat. Nr. 13, zum Portepee-Fähnrich befördert. / Fm Beurlaubtenstande. Den 11. September. Wid- mann, Vize-Feldw. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 124, zum Sec. Lt. der Res. des Inf. Regts. Nr. 121, Bach, Blumhardt, Vize - Feldwebel vom 2. Bataillon Landwehr - Regiments Nr. 124, zu Scc.-Lieutenants der Reserve des Inf. Regts. Nr. 124, Buck, Vize-Feldw. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 124, Sihler, Vize-Feldw. vom Res. Landw. Bat. Nr. 127, Dr. Veil, Bize-Feldw. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 124, zu Sec. Lts. der Reserve des

| 125, Winter, Vize-Feldw. vom 2.

Ernennungen,

Bat. Landw. Regts. Nr. 124, zum Sec. Lt. der Reserve des Inf. Regts. Nr. 121, Eme Vize-Feldw. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 119, zum Sec. Lk. der Reserve des Inf. Regts. Nr. 120, Keller, Vize- Feldw. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 123, zum Sec. Lk. der MetenDe des Inf. Regts. Ne. 122, Boler, Brze - Feldwebel vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 122, zum Sec. Lt. der Reserve des Anf. Negts. Nr. 120, Nübling, Vize-Wachtm. vom 2. Bat. E. Regts. Nr. 124, zum Sec. Lt. der Res. des Drag. Hens. r. 26, Böhm, Vize-Feldw. vom 1. Bat. Landw. Regts. Ar. 2E pn Sec. Lt. der Res. des Inf. Regts. Nr. 121, S ch wever, Vize-Fe w. vom 2, Bat. Landw. Regts. Nr. 125, zum Sec. Lt. der Res. des Pion. Bats Nr. 13, Fleisckchmann, Vize - Wachtm. vom Res. Landw. Bat. Nr. 127, zum Sec. Lt. der Res. des Ulan. Regts. Nr. 19, Simon, Vize-Feldw. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 123, zum Sec. Lt. der Res. des Inf. Regts. Nr. 124, Erhardt, Vie Feldw. vom 2. Bat Hals Mes. Nr, 123, zum See. Lt. der. Res, des Gren. Regts. Nr. 123, ernannt. i /

3 Abshiedsbewilligungen. Im pre Dra Aen 3. September. Frhr. v. Gemmingen-Ho01 g, See. LL, S Or Sra im Inf. Regt. ML, 126, die nachgesuchte Gnt- lassung aus dem Militärdienste bewilligt. —Den 11. Septem ber. v. Biberstein, Hauptm. und Comp. Chef im Inf. Regt. Nr. 121, der Abschied mit Pension und mit der Regts. Unif. bewilligt. Ger- hardt, Prem. Lt. im Ulan. Regt. Nr. 20, ausgeschieden, unter ey zeitigem Üebertritt zu den Offizieren der Landw. Kav. vom 2. L at. Landw. Regts. Nr. 121, Zimmler, Sec. Lt. im Feld-Art. Regt. Nr. 29, ausgeschieden, unter gleichzeitigem Uebertritt zu den e Offiz. der 13. Art. Brig.,, Busse, Sec. Lt. im Inf. Regt. Nr. 124, ausgeschieden, unter gleichzeitigem Uebertritt zu den Pa eiti Mets Regts., Müller, Port. Fähnr. im Gren. Regt. Nr. s O gesuchte s aus dem "adiaalihiie bewilligt, behufs Ucber

itts in Königl. preuß. Dienste. 2

M ecmte Lee Militär-Verwaltung, Den 3. Sep- tember. Benneder, Kriegskommiss., Kassirer hein FriegHiamte amt, Faißt, Kriegskommiss., Intend. Sekr. bei der SReA. Er 29. Div. (1. Königl. Württemberg.), der Titel Rechnungs-Rath

J A G Es Sanitäts -Corps. Durch Verfügung des Corps- Generalärztes. Den 1. Juli. Scch{euplein, dem Sanit. C orps nicht angehöriger approb. Arzt der Ref. (Res. Landw. Bat. a0 u als Unterarzt des akt. Dienstst. im Gren. Regt. Nr. 123 einge! el und mit Wahrnehmung einer der bei diefem Regt. vak As Arztstellen beauftragt. Dr. Thümling, einj. freiw. Arzt im z d Regt. Nr. 123, zum Unterarzt des aktiv. Dienstst. ernannt a A Wahrnehmung einer der bei diesem Regiment vak. Assistenzarztste N beauftragt. Den 1. Septe mber. Behrle, halbjähr. ged. Laz. Geh. im 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 12 approb, A E Unterarzt des akt. Dienstst. im Inf. Regt. Nr. 126 ernann n mit Wahrnehmung einer der bei diesem Regiment vak. Assistenzark- stellen beauftragt.

Jn der Kaiserlichen Marine. G ch Offiziere 2. Ernennungen, Beförderungen Ln Bersetunae Berlin, 19: September. Paswen, Kor vetten-Kapitän vom Admiralstabe, unter Entbindung von seinem Kommando als erster Adjut. der Marine-Station der N das Sce - Offizier - Corps zurückverseßt. . Schröder, S a Kapitän, unter Verseßung in den Admiralstab, e alts Adjutant zur Marine-Station der Nordsee kommandirt. D v. Scleiniß, Kapitän zur See und „Vorstand des L Eo graphischen Bureaus, Holzhauer, Kapitän-Lt., Her big, Kane Lt., dieser unter Ernennung zum Ausrüstungs-Direktor der Werfk in Kiel, in den Marinestab, P irner, Korvetten - Kapitän, vom Marinestab unter Entbindung von dem Kommdo. als AMESR Qs Direktor der Werft in Kiel, in das See - Offiz. Corps r eN Claussen v Finck, Koh, v, Wielerojen, E mann 1, Ls zur See, zu Kapitän-Lts. befördert. Kapiytki, Maschinen-Ingenieur, zum Maschinen-Ober-Ingenieur ernannt.

Nr. 74 des Amts3-Blatts der Deutschen ; E Ao Post- und Telegraphenverwaltung hat set Zt Verfügungen: vom 23. September 1876: Feststellung der Bi En e an Reichsgoldmünzen, Zwei- und Einthaler|tücken; vom 22. Sep em ber 1876: Wegfall der polnischen und bez. dänischen Ausgabe der Gesetz-Sammlung für die R Tier rag V

Das Augustheft des Centralblattes für diege Mb e S in Preußen hat ee Inhalt : Kommission Ik. für die wie eihe Staaleprüfung er Theologen zu Breslau. Zulassung der Kandidaten zur theo ogi- schen Staatsprüfung in einer andern 4 rovinz, als welcher ne ange- hören. Vertretung beurlaubter Prediger in der Schulinspe 29 Annahme und Verausgabung der Reichskassenscheine 2c. Seitens der Königlich preußischen Kassen. Verrechnung der Sen Cu Ausgaben bei den Prüfungskommissionen für Lehrer an Mittel- \{ulen 2c. Vorschriften über die Ausbildung und Prüfung für deh Staatsdienst im Bau- und Maschinenfah. Bestäkigung der Wah- len von Rektoren und Dekanen an Universitäten. R ers des mineralogishen Museums der Universität zu Berlin. L A vüttadaelbidul der Universitätskassen-Rendanten. Prctaansgs zen bei der Steinerschen Stiftung. Akademische Kunstausstel ung zu Berlin. Zulassung zur Prüfung behufs M AICEnG e Lehrbefähigung in neueren Sprachen und Naturwissensc U: ten an Realschulen und Nachweisung über höhere Mert s anstalten. Frequenzlisten für das Wintersemester 1875/ 18 u Beurlaubung von Lehrern behufs Theilnahme ander Feier des 2jäbrigen Bestehens der Central-Turnanstalt. Seminar iu Ausbildung der katholishen Shulamts-Präparanden aus den A 8 zollernschen Landen; Ort für die „Aufnahmeprüfung. A. E faden für Musikunterricht in Präparanden-Anstalten. E nungs- wesen bei den Seminar- und den Präparanden-Anstalts wg, 8 i

reilassung der Lehrer von Schulunterha tungs-Beiträgen. E nzu! siakeit der Gewährung von Dienstalterszulagen für Ee aus Staatsfonds zum Zwecke der Ergänzung unzureichenden O atis und Elementarlehrer-Wittwenkassen : Mitgliedschaft. Aufbewahrung

weiblichen Handarbeiten. Behandlung der Versäumnisse der Hand- arbeitsstunden. Beseitigung kirchlicher Abgaben für S are, Einrichtung von Scbulchroniken. BVlinden-Unterrichts-Anstal

5 Cx T. vf Vors rot zu Breslau, Auszug aus dem Jahresbericht. Perfonalchronik.

Statistische Nachrichten.

An den 9 préußischen Universitäten, der Akademie zu Münster und dem Lyceum zu Braunsberg haben im Sommer- F - _y ) « (A 9 ck A 40 P ro- femester 1876 893 Dozenten gelehrt, von denen 461 ordentliche G fessoren, 6 Honorar-Professoren, 209 außerordentliche Profeîso ren u 217 Privatdozenten waren. Nach den Städten geordnet kommen 193 Dozenten auf Berlin, 111 auf Göttingen, 103 auf Dresiau, _ auf Bonn, 94 auf Halle, 77 auf Königsberg, 65 auf Marburg, 99 au] Kiel, 55 f Greifsw 28 Münster und 10 auf Braunsberg. Kiel, 55 auf Greifswald, 28 auf Münster und l aunsber Die Gesammtzahl der immatrikulirten Studirenden betrug 7938, von denen 6811 Preußen und 1127 Nichtpreußen waren. _ Auf die pee: denen Fakultäten vertheilen sich dieselben wie folgt: Boa ee e gische Fakultät 615 Preußen und G Oper men) S t jeo- logische Fakultät 310 Preußen und 17 Nichtpreußen ;, juristi] E e fultät 1965 Preußen und 217 Nichtpreußen ; M Ita ultät 1099 Preußen und 241 Nichtpreußenz philosophische gafu tat 2622 Preußen und 590 Nichtpreußen. Außerdem waren zum Vesuche Lal Vorlesungen berechtigt 1809 Personen, von denen 1689 ua Stng kommen. Nah den Städten vertheilt studirten 19(7 in Berlin, 1107 in Breslau, 1040. in Göttingen, 882 in Halle, #1 in Bonn, 610 in Königsberg, 498 în Greifswald, 440 in Mac bufa, 409 in Müiiter 212 m Kier Und, 12 in R berg. Von den immatrikulirten Preußen studiren 16 R Berlin (581 aus der Provinz Brandenburg), 634 in on (428 aus der Rheinprovinz), 1080 in Breslau (755 aus Sch esten), 791 in Göttingen (460 aus Hannover), 453 in Greifswald (14s aus Pommern), 728 in Halle (389 aus Sachsen), 179 in Kiel (42 0us Schleswig-Holstein), 570 in Königsberg (530 aus Preußen), L, Marburg (215 aus Hessen-Nafsau), 382 in Münster (216 aus M falen) und 12 in Braunsberg (sämmtlich aus Preußen). E immatrikulirten Preußen gehörten 615 der evangelish-theologisc en, 310 der fatholis-theologischen, 1965 der juristischen, 1099 der me- dizinishen und 2822 der philosophischen „Fakultät an. . Immatri- kFulirte Nicht-Preußen, soweit sie aus den übrigen Reichsländern, bez. aus sonstigen vormals zum deutschen Bund gehörigen Ländern stammen, ftudirten in Berlin 139 (Anhalt 14, Baden 3% Bayern 5, Braunschweig 12, Bremen 2, Elsaß-Lothringen H H burg 8, Hessen 8, Lauenburg 1, Lippe-Detmold 2, Lübeck 2, Medlen- burg-Schwerin 20, Mecklenburg-Streliß 10, Oldenburg 9, Königreich Sachsen 16, Großherzogthum 6, sächsische Herzogthümer 10, Schwarz- burg 5, Württemberg 5,) bez. 12; in Bonn 58, bez. 9; in Breslau 6, bez. 4; in Göttingen 193, bez. 3; in Greifswald 39, e in Halle 113, bez. 5; in Kiel 26, bez. 0; in Königéberg 6, bez. N Marburg 56, bez. 0; in Münster 20, bez V; M A 0, bez. 0. Aus den übrigen europäischen E F aus außereuropäischen Ländern studirten in Berlin 160 (L 14 gien 1, Frankrei 4, Griechenland 4, S L eN 10, Italien 7, - Miederlande 9, Oesterreichische , früher, nich ju deutschen Bunde gehörige, Länder 26, _Rumänien 16,_ Ruß land 59, Schweden und Norwegen 1, Schweiz_ 20, _, Serbien 4 Can L M Uu o (Afrika 2, Amerika 50, Afien 4, Australien L Die entspreenden Zahlen e tragen für Bonn 39, bez. 11; Breslau 14, L 4 bez. 26; Greifswald 11, bez. 1; Halle 01, Ven D) R, », L ej, H Königsberg 33, bez. 1; Marburg b, bez. 5; Münster , bez. As Braunsberg 0, bez. 0. Nach den Fakultäten geordnet gehörten a0 bez. 1 der evangelisch - theologischen, 4, bez. 0 der O gischen, 32, bez. 16 der juristischen, 107, bez. 52 der medizinischen und 162, bez. 62 der philosophischen Fakultät an. L

Das neueste, soeben erschienene Doppelheft 4 und Il. des Jahr” gangs 1876 der Zeitschrift des Königlich, sächsischen stati- stischen Bureaus, redigirt von dessen Direktor, Dr. Bictor Böhmert, (Dresden 1876 in Kommission von R. v. Zahn, vor- mals G. Schönfelds. Buchhandlung), bringt an erster Stelle e interessante Arbeit des sächsishen Gesandten in rg Beton O. v. Noftitz-Wallwiß über „Die Finanzwirthschaft des Königreichs Sachsen seit dem Jahre 1867.“ Der Verfaffer Fnupi, La t: frühere Arbeit über die sächsishe Finanzwirthschaft von 183 —1866 an und berichtet über die Hauptergebnifse des sächfischen Finanzwesens in dieser ersten Periode vom Eintritt der fonstitutionellen S bis zur Begründung des Norddeutschen L undes. Die zweite Periode von 1867 an erfährt sodann eine gründliche Beleuchtung bis un neuesten Etat von 1876—77, wobei sowohl die Nußungen des Staatsvermögens und der Staatsanstalten als auch „die Steuern und Abgaben in ihren Erträgen seit 1834 spezialisirt find. Nach dieser Arbeit haben fich von 1834 bis 1873 unge- achtet der Ausscheidung des Ertrags der Zölle, _beinahe sämmtliche Verbrauchsabgaben und der Postnußungen die Cinkünfte des sächsi- \{en Staats von 5,992,529 Thlr. auf 16,481,075 t, Verme Den Hauptinhalt des Heftes bildet der „Bericht über die Volks- “blung im Königreih S am 1. Dezember 1875“ von dem zählung im Königreich Sachsen am 1. Dezember 1 Del E Direktor des Bureaus, Dr. Victor Böhmert. Derselbe bespri zu- erst das Zählungsverfahren, die Zählungslisten und Das Institut der freiwilligen Zähler, fodann die Ausführung und Bearbeitung s Volkszählung und die Verbindung der Volkszählung mit_ der O werbezählung und vergleicht endlich die Ergebnisse der neuesten er sischen Zählung mit den Refultaten früherer Jahre und anderer Länder. An diesen einleitenden Bericht reiht sich dann das cu liche Tabellenwerk, in welchem alle Orte Sachsens nach „den Re- gierungsbezirken aufgezählt find mit Angabe der darin arI en Wohnitätten, Haushaltungen, Anstalten und der_ Bewohner- zahl nach Geschlecht, nah dem bürgerlichen Skande und nach den Religionsbekenntnissen. Professor Dr. Laspeyres bespricht „Das Verhältniß der Miethe zum Einkommen in Leipzig, E mit Hamburg und Berlin.“ Medizinal-Rath DS Flinzer behandc „Die Entwicklung des Impfwesens und das Crgebniß due Mang im Jahre 1875 im Königreich Sachsen“, und der Vorstand des sta- tistishen Bureaus der Staatseisenbahnen F. Ulbricht liefert einen

der Vermögensbestände. Einrichtung paritäti]cer Schulen, kon-

Gren. Regts. Nr. 123, Dank, Vize-Feldw. vom 1. Bat. Landw.

o

Regts. Nr. 119, zum Sec. Lt. der Reserve des Infanteric-Regts. Nr.

fessioneller Religions-Unterriht. Beförderung des Unterrichts in

„Beitrag zur Statistik der Güterbewegung auf den Eisenbahnen", Weiter fängt dass Hest die statistishen Resultate über den Post-