1876 / 263 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

5260 Ctr. dergl. Handgespinnst, 4834 Ctr. Leinengarn, 15,595 Pfd. leinener Zwirn, 89,400 Pfd. rohe ungebleihte Leinwand, 87,369 Pfd. gebleihte 2c. Leinwand, 15664 Ctr. rohes Wollengarn, 7220 Pfd. wollene Sti>ereien, Spitzen 2c., 99,943 Pfd. andere Wollenwaaren. Amßumfangreichsten war dieser Verkehr na< ODesterrei<h aus der Provinz Schlesien, so- wie aus den bayerischen und sächsischen Grenzdistrikten. Auch na< der Schweiz fand ein derartiger Verkehr namentli< von Württemberg, Baden und Elsaß - Lothringen statt; es gingen im Jahre 1875 zur Veredelung 2c. dahin aus u. A.: 107,862 Pfd. Baumwollengarn, 396,623 Pfd. baumwollene Zeug- und Strumpfwaaren, 10,616 Pfd. ganz grobe Eisengußwaaren, 15,260 Pfd. grobe Eisen- und Stablwaaren, 62,602 Pfd. Maschinen aller Art, 4142 Pfd. rohe Leinwand, 2422 Pfd. gefärbte dedgleichen, 243,909 Pfd. Rohseide, 15,846 Pfd. gefärbte Seide, 23,266 Pfd. Seidenwaarcn, 2842 Pfd. Halbseidenwaaren, 6336 Pfd. Wollengarn. Nach Frankrei < gingen zur Verarbeitung bez. Veredelung u. a. : 38,777 Pfd. Baumwollengarn, 2101 Pfd. baumwollene Zeugwaaren, 22,508 Pfd. ganz grobe Eisengußwaare1, 5390 Pfd. grobe Eisen- und Stahlwaaren, 1079 Pfd. feine Kupfershmiedewaaren, 9916 Pfd. Rohseide, 22,725 Pfd. unbedru>tte, unge- walfkte Wollenwaaren; na< Großbritannien: 16,592 Pfd. rohe dichte Baumwollenwaaren, 20,365 Pfd. rohe undichte dergl., 4174 Pfd. Maschinen, 2829 Pfd. rohe ungebleihte Leinwand, 819 Pfd. wollene Zeugwaaren; na<h Belgien: 32634 Ctr. Eisen, zu roben Bestandtheilen von Maschinen roh vorgeshmiedet, 6924 Ctr. Nadkranzeisen zu Eisenbahnwagen, 10124 Ctr. grobe Eisen- und Stahlwaaren , 2716 Stü> halbgare Ziegen- und Schaffelle, 13,025 Pfd. gefärbte Wolle, 4508 Pfd. unbedru>kte gewalkte Wollenwaaren ; nah den Niederlanden: 6131 Pfd. Maschinen aller Art, 38,402 Pfd. rohe Schafwolle, 539,786 Pfd. ungefärbtes WoUengarn, 52,357 Pfd. unbedru>te wollene Zeugwaaren.

Die von Großbritannien im Jahre 1875 na< ‘den Vereinigten Staaten ausgeführten Bücher hatten, der „Engl. Korr.“ zufolge, einen Werth. von 269,907 Pfd. Sterl. ; die von Amerika nah England eingeführten aber nur einen folhen von 17,452 Pfd. Sterl.

Wie die „Pall Mall Gazette“ meldet, gab es vor 100 Jahreu in den VereinigtenStaaten etwa25römisch-katholischePrie- ster. Im Jahre 1800 sollen es 40 gewesen fein; 1830 betrug ihre Zahl 232, und 1848 “890. 1862 zählte die Priestershaft 2317 Häupter, 1872 4809; 1875 weist die amtlihe Statijtik 5074 Priester, und 1273 katholische Theologie-Studirende auf, ferner 6528 römisch-katho- lische Kirchen und Kapellen. Die römisch-fatholische Kirche besaß im vergangenen Jahre in den Vereinigten Staaten 33 theologische Seminarien, 63 Kollegien, 557 Akademien und höhere Schulen, 1645 Pfarrschulen, 214 Asyle und 96 besondere Hospitäler.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Die am 500 jährigen Gedenkfeste des Friedens zu Stralsund am 24, Mai 1870 von den ges<i<tli<en Vereinen zu Ham- burg, Lübe>, Bremen und Stralsund-Greif8wald für den Zeitraum von 5 Jahren gestellte Preisaufgabe: Behandlung der geschicht- lichen Beziehungen der Hansestädte zu König Waldemar von Däne- mark und insbesondere Geschichte der zwischen beiden stattgehabten Kämpfe, welche mit dem Stralsunder Frieden ihren Abschluß sanden ist dur< eine Arbeit des Dr, Dietr. Schäfer aus Bremen gelöst worden. Seit dem 1. Oktober d. J. ist derselbe im Auftrage des Hansischen Geschichtsvereins damit beschäftigt, eine 3. Serie der

anserecesse (Protokolle über die Versammlungen der Hanse- Hdt) für die Veröffentlichung vorzubereiten. Bekanntlih wird die 1. Serie der Hanserecesse (1256—1430) im Auftrage der historischen Kommission bei der Königlichen bayerishen Akademie der Wifssen- schaften von Dr. K. Koppmann (3 Bde. erschienen), die 2. Serie (1431— 1476) im Auftrage des Hansischen Geschichtsvereins von Frhr. Gosw. v. d. Ropp (1 Bd. erschienen), beide im Verlage von Duncker und Humblot zu Leipzig, herausgegeben. Die dem Dr. Schäfer übertragene 3. Serie wird mit dem Jahre 1477 beginnen.

Das Doppelheft X). und XII. der Zeitschrift für Bau- wesen, herausgegeben unter Mitwirkung der Kgl. technischen Bau- deputation und des Architektenvereins zu Berlin, Redaktionskommission: Fr. Hibig, I. W. Schwedler, H. Herrmann, O. Baensch, H. Ober- be>, Mitglieder der technishen Baudeputation und des Architekten- vereins, Redacteur F. Endell, Bauinspektor im Königlichen Mini- sterium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten (Jahrgang XXVI. Berlin 1876, Verlag von Ernst & Korn) enthält außer Amt- lichen Bekanntmachungen folgende bauwissenschaftliche Mittheilungen in Originalbeiträgen: Das Wasserwerk der freien Hansestadt Bremen, mit Zeichnungen, von den Herren Bauinspektor Emil Böttcher und Ingenieur der Gas- und Wasserwerke H. Ohnesorge in Bremen (Schluß).

gespinnft , gefärbtes 2c.

Berlin, 6. November 1876,

Dem Berichte, wel<hen Hr. Geh. Rath Wait, als Vor- fißender der Central - Direktion der Monumenta iermaniae historica, in der övffentlichen Sißung der Akademie der Wissenschaften zur Feier des Leibmzschen Jahrestages am 6. Juli d. J. über den Fortgang des Unternehmens während des letzten Jahres erstattete, entnehmen wir folgende Mittheilungen: Die be- willigten Gelder sind in diesem Jahre von 30/0000 auf 36,000 a erhöht, von denen das Deutsche Reich 30,000 und Oesterreich 6000 6. gewährt. Wenn die eine Reihe von Jahren hindur< thätig ge- wesenen Mitarbeiter, Dr. Arndt, Prof. K. Pert, Dr. Scheffer- Boichorst und Dr, Weiland, ausgeschieden, um in andere Stellungen überzugehen, fo sind dafür jüngere Gelehrte ein- getreten, und auch jene werden zum Theil ihre Thätigkeit den Mo- nnmenta erhalten. Fast alle Abtheilungen haben wesentlih ge- fördert werden fönnen. Von einer neuen Sektion der Scriptores, welche, die deutsh geschriebenen Chroniken umfaßt und in klei- nerem Format und zu ermäßigtem Preise erscheint, ift der erste Halbband, von Dr. Weiland, jeßt Professor in Gießen, bearbeitet, ausgegeben; an der Fortsetzung wird gedru>t. Von Adam von Bremen ist eine neue, mit vollständigem kritishen Apparat ver- sechene und in den Anmerkungen, wo es nöthig \<ien, berichtigte Dftavaus8gabe erschienen. Für die demnächst in Angriff zu nehmende Publikation der Seriptores rerum Langobardicarum et Italicarum zaec. VI—IX,, wie für die in Vol, XIII. ff. der Scriptores zu geben- den Ergänzungen und die Fortseßung der Geschichtschreiber Stau- fischer Zeit in Vol, XXIV. find Reisen nah Nordfrankreich, Belgien und Jtalien von Dr, Heller und Hrn. Waiß gemacht, einzelne Arbeiten von Dr. Baist auf einer Reise in Südfrankreich, und A. Molinier in Paris ausgeführt. Die Auctores antiquissimi, unter Mommsens Leitung sind, soweit dieser nicht selbs die Aus- gabe übernommen, an bewährte Arbeiter vertheilt, die meist {on rüstig Hand ans Werk gelegt. Für die Di. lomata - sind der Leiter der Abtheilung Professor Si kel in Wien und zwei jüngere Mitarbeiter, Folß und Laschißer, in deutschen und italienischen Archiven thätig gewesen. Die römische Reise hat auch für die Kapitularien manche Ausbeute gewährt. Die von den Professoren Boretius in Halle, Frensdorff in Göttingen, Loers{< in Bonn und Sohm in Straßburg übernommene Bearbeitung der wichtigsten Theile der Leges stellt die beste Förderung diefer umfassenden Abtheilung in Aussicht. Für die der Epistolae unter Professor Wattenba<h8s Lei- tung und ebenso für die Geschichts\chreiber der älteren und späteren Zeit haben wichtige Handschriften auswärtiger Bibliotheken hier von den DDr. Ewald, Holder-Egger, Oldenberg, Roediger, fowie von Dr. Wait benutzt wcrden können, und auß na< Wien und anderen Orten hin sind Prof. Si>kel und den Bearbeitern ein- zelner Autoren Urkunden, Chartularien und Codices mitgetheilt worden, wobei, so oft es nöthig war, die Vermittelung des Aus- wärtigen Amts bereitwilligst gewährt worden ist. Für die Ab- theilung der Antiquitatez, zunächst eine Sammlung älterer histori- \cher Gedichte, hat Prof. Dümmler in Halle an verschiedenen Orten, zuleßt in Rom, gearbeitet. Von dem neuen Arciv der Ge-

Wobngebäude in Berlin, Jägerstraße Nr. 52, mit Zeichnuugen, vou den Herren Architektea Gropius und Schmieden in Berlin. Ueber englis<hes Eisenbahnwesen, mit Zeichnungen, von Hrn. Eisenbahn- Bau- und Betriebsinspektor Taeger in Berlin. Die Königskolon- naden und die alte Königsbrüde in Berlin, mit Zeichnungen, von Hrn. Bauführer P. Rowald. gee Kapitäle aus Kleinasien, mit Zeichnungen, von Hrn. Professor Josef Durm in Karlsruhe. Dann folgen Mittheilungen aus Vereinen und der Inhalt des se<s- undzwanzigsten Jahrgangs.

Elbing, 3. November. Der Direktor Dr. Töppen, früher Professor am hiesigen Gymnasium, hat, wie die „D. Ztg.“ meldet, vor Kurzem in der Uphagenschen Bibliothek in Danzig eine bereits für verloren gehaltene Elbingsche Chronik, welbe Falkonius (Falk) in dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts, etwa 1539, ver- faßt hat, aufgefunden. Um seinen Inhalt weiteren Kreisen zugäng- lih zu machen, wird beabsichtigt, daselbe drucen zu lassen. Zu den auf etwa 900 Æ. veranschlagten Kosten will die Stadt aus einem zu sol<ben Zwe>ten angefsammelten Fonds 300 Æ hergeben, 150 AÆ. steuert der biesige Alterthumsverein bei, und endlih is eine Sub- skription auf das Buch eröffnet, die voraussichtli< das Feblende dedcten dürfte.

Gewerbe und Handel.

In der Bilanz der Berliner Gummi- ¡und Gutta- Perchawaaren-Fabrik Bolle und Co. (vorm. M. Elliot) Aktien-Gesellschaft in Liqu. pr. 1875—76 figuriren als Aktiva: Aktienkapital 12,000 s, Guthaben an J. Henschel Söhne 412,692 4, Hypotheken 112,500 Æ, Verlust beim Verkauf von Ge- bäuden und Inventarien 285,000 Æ Unter den Passiven stehen: Kapital-Konto 750,000 #., 12,000 Æ Kautionen und garantirte Dividende 60,000 A.

Der in der Generalversammlung des Deutschen Berg- werksvereins vom 1, November zum Vortrag gekommene Ge- \<häftsberi<ht pro 1875/76 enthält folgende Mittheilungen: Es stellten sich der Verkaufswerth pro Neuscheffel in 1875/76 auf 31,57 -& gegen 1874/75 auf 39,63 4, die Selbstkosten pro Neuscheffel in 1875/76 auf 29,25 4 gegen 1874/75 auf 40,74 -, der Effekt pro Mann und Schicht in 1875/76 auf 10,05 Scheffel gegen 1874/75 auf 9,05 Scheffel, bei einem Durchschnittslohn von 1875/76 auf 2,84,9 M gegen 1874/75 auf 3,16 4. Die Gesammtförderung betrug pro 1874/75 1,360,428 Neuscheffel gegen pro 1875/76 1,230,168 Neuscheffel, also im let:ten Betriebs- jahre 130,260 Neuscheffel weniger. Das Gewinn- und Ver- lustkonto {ließt mit einem Verlust von 758,291 4. Die Abschrei- bungen, welche statutengemäß und zur Abrundung gemacht worden sind, betragen in Summa 76,937 #4; außerdem wurden als Minder- werth auf Schacht- und Grubenbau- und Mobilien- und Utensilien- Konto no< 15,040 M. abgeschrieben. Der Verlust auf Betriebs- Konto seßt sich zusammen aus folhem am Magazinkonto Ruhrort 4071 M, am Utensilienkonto 4407 4, am Holzmagazinkonto 680 und sonstigen kleineren Verlusten im Betriebe.

Aus dem Geschäftsbericht der Direktion der Wittener Gußstahl- und Waffenfabrik für das Betriebsjahr 1875/76 sind folgende Mittheilungen zu entnehmen: Die Produktion des Werkes ist in allen Abtheilungen gegen diejenige des Vorjahres zu- rüdctgeblieben. Neben einem geringeren Eingang von Aufträgen war es in überwiegender Weise die wa<hsende Konkurrenz, welche die Preise der Waaren bedeutend herabdrü>kte. Der Oas der ein- zelnen Ressorts ergiebt sich, wie folgt: 1) Gußstahlschmelzerei mit Tiegel- fabrik 4766 M. 2) Fabrik feuerfester Steine und Materialien incl. Scladensteine 15,626 M4, 3) Hammerwerk mit 3 Unterabtheilungen 309,553 46, 4) Laufbohrwerk 1,108,038 Æ, 5) Mechanische Werk- statt 274,974 4, 6) Ble<-Walzwerk 113,197 4, 7) Gewehrfabrik 134,728 4, 8) Allgemeines 945 « Zusammen 1,961,830 4 Die- ser Gesammtumschlag erreicht denjeuigen des vorigen Geschäftsjahres ni<t. Die Bilanz für 30. Juni d. J. weist unter den Aktiva folgende Posten auf: Grundstück-Konto 329,549 4, Gebäude-Konto 1,454,945 4, Maschinen-Konto 2,121,910 4, Geräthe-Konto 252,485 46, Vorräthe an Rohmaterial und Halbfabrikaten 899,486 4, Puddelwerk-Anlage- Konto 197,628 M, diverse Debitoren 553,150 4, deponirte Kautionen 19,582 46, Effekten-Konto 12,00) #, Kassa-Konto 3932 4, Wechsel- Konto 1828 4 Zusammen 5,848,497 A Die Passiva sind Aktien- Kapitalkonto 4,500,000 M, Hypotheken-Konto 900,000 M4, diverse Kreditoren 174,906 4, Delcredere-Konto 50,000 4, Dividenden- Konto 5265 M, Reservefonds-Konto 19,500 #4, Gewinn- und Ver- lust-Konto: Vortrag vom 1. Juli 1875 3900 4, Bruttogewinn pro 1875/76 354,622 M, ab an Abschreibungen 161,696 M, bleiben 192,926 M, also Reingewinn 196,826 Æ, Verwendung des Reinge- winns: 5% zum Reservefonds = 9646 M4, 4%, Dividende von 4,500,000 A = 180,000 4, Vortrag auf neue Rechnung 7180

sellschaft für ältere deutshe Geschichtskunde unter Prof. Watten- ba<hs Redaktion, das bestimmt ist, über vorbereitende Arbeiten Rechenschaft zu geben, kleinere Stücke mitzutheilen und verwandten Arbeiten als Vereinigungspunkt zu dienen, sind zwei Hefte aus- gegeben, das dritte, Schluß des ersten Bandes, ist der Vollendung nahe; das erste des zweiten Bandes wird in Angriff genommen.

So darf gesagt werden, daß die Arbeiten si< in erfreulichem Fortgang befinden, wenn au< der Natur der Sache nach die großen Publikationen, die meist eine längere Vorbereitung erfordern, nur allmählich zu Tage treten können.

Das „Kommunalblatt" enthält eine statistische Nachweisung über die Betheiligung der Berliner Wähler an den Urwahlen vom 20. Oktober d. J. In der 1. Klasse betheiligten si<h nach der Reihenfolge der vier Wahlkreise 51,85, 60,96, 60,14, 61,88 9/9 der Wahl- berechtigten, in der 11. Klasse 38,92, 42,12, 41,15, 40,20 9%/, in der ITI. Klasse 21,73, 17,86, 19,91, 14,65 9/9; überhaupt betheiligten sih in E I, E 57,57, in der II. 40,55, in der I1IL. 18,52 9%, im Ganzen

2,38 9/0.

Breslau, 6. November. (Sl. Ztg.) Die Einweihung des Denkmals für Heinrich Rückert fand gestern Vormittag auf dem O der GenMfde zu Elftausend Jungfrauen in erhebender Weise statt. Das Denkmal ift aus \{lesis<hem Granit gefertigt und mit dem Hauptreliefporträt Rückerts geziert, welches von Professor Donndorf zu Dresden in Erzguß ausgeführt worden ist. Auf dem Grabmonument, welches die Form einer grie<is<en Stele hat, befindet si< in vergoldeten Buchstaben die Inschrift: „Dem deutschen Sprach- und Geschichtsforsher Professor Dr. Heinrich Rückert, geboren den 14. Februar 1823, gestorben den 11. September 1875, Gewidmet von Freunden und Schülern.“

__ In Luxemburg wurde am 30. Oktober die von Petre gearbeitete Bronzestatue der Prinzessin Amalia Maria da Gloria Augusta der Niederlande, Tochker des Herzogs Bernhard von Sachsen- Weimar-Eifenach und Gemahlin des Prinzen Heinrich der Niederlande, Statthalters des Großherzogthums Luxemburg feierli< enthüllt. Außer dem Prien dem Gemahk der Prinzessin, bemerkte man unter den Gästen den Prinzen Alerander, jüngsten Sohn des Königs der Niederlande, in Vertretung \zines Vaters, die Prinzen Eduard, Gustav und Her- mann von Sachsen-Weimar, sowie die Prinzessin Marianne der Nieder- lande, Schwester des Prinzenstatthalters. Die Prinzessin Amalia (1872 verstorben) hatte si<h dur< ihren Wohlthätigkeitsfinn und ihre Liebe für das Land und dessen Bevölkerung eine seltene Popularität erworben und so gestaltete sih die Feier zu einem Nationalfest im besten Sinne des Worts,

Theater.

Die Posse des -Wallner-Theaters „Drei Monate na< Dato" kommt bei allabendli<h vollbeseßtem Hause am Mitt- woch bereits zum 50. Male zur Aufführung und wird voraussichtlich

| noch eine Reihe von Wiederholungen erleben.

—— In der Generalversammlung der Hagen-Grünthaler Eisenwerke vom 30. v. Mts. waren 424 Stimmen vertreten, die ein Kapital von 1,273,000 Æ Aktien repräsentirten. Laut Bericht der Direktion betrug der Umsaß im abgelaufenen Geschäftsjahr 630,709 A (gegen 1874/75 weniger ca. 40 “/o). Der aus dem leh- ten und vorleßten Geschäftsjahre resultirende Betriebs-Verlust von 76,909 M soll dur Vernichtung von 78,000 4 alten Aktien, welche von zwei Aktionären der Gesellschaft zu dem Zwe> überwiesen sind, ausgeglichen werden. Nach erfolgter Ertheilung der Decharge, sowie Neuwahl eines Aufsichtsraths-Mitgliedes wurden einige Statuten- Aenderungen genehmigt.

In der Generalversammlung der württembergi/ schen Kattunmanufaktur vom 31. Oktober wurde mitgetheilt,>& daß die Erträgnisse des mit 30. Juni endenden Berichtsjahres, tro seiner anomalen Geschäftssignatur die Vertheilung einer Dividende von 35 4. per Aktie = 8{%/9 nah den üblichen Abschreibungen ge- stattet-n. Es wurde beschlossen, die zu 250 Fl. appointirten Aktien auf 400 4 abzurunden und den dadurch fällig werdenden Betrag der Rückzahlung in den Reservefond zu legen. Da der leßtere ein\schließ- lih der lettjährigen Zuschreibungen 117,392 4 enthält, so wird er durch die außerordentliche Zuwendung von 114,678 #4 eine Gesammt- summe von 231,678 M. repräsentiren. Der Werth der Mafchinen- utensilien, Fabrikgebäude und Güter steht ursprünglih mit 1,040,630 4. zu Buche. Davon sind inkl. 1875/76 abgeschrieben 511,245 M

In der Generalversammlung der Hamburger Lebens- und Unfall-Versicherungs8bank wurde ein Bericht erstattet, na< welchem si<h der Verlust-Vortrag aus dem Jahre 1875 auf 47,862 M. der des laufenden Jahres bis zum 1. Oktober auf 43,850 M, im Ganzen also auf 91,712 M beziffert. Die dubiösen Ausstände an Prämiengeldern belaufen fi< auf 25,000 A Die nothwendige Einstellung des Geschäfts werde einen weiteren Verlust von mehr als 20,000 M. -bedingen und sih ein Gesammtdefizit von etwa 155,000 herausstellen.

Moskau, 6. November. (W. T. B.) Prozeß Strousberg. Der Prokureur hat au< gegen Boriosswsky einen Strafantrag ge- stellt. Die Verkündigung des Urtheils in dem Prozesse Strous- berg soll am 2./14. November erfolgen.

In der permanenten Ausstellung der französischen Kolonien im Palais de l’Industrie zu Paris erregten vor einiger Zeit ver- \ciedenfarbige Perlen, Perlmutter und Perlmuscheln auf allen Stufen der Entwicklung die Aufmerksamkeit der Beschauer. Sie stammten, der „Köln. Ztg.“ zufolge, aus einer Anstalt für Perl- muschelzucht, welche Schiffslieutenant Mariot auf der Insel Aratna (Pomotu-Archipel) gegründet hat. Er hat dur< Spren- gung und Maurung inmitten lebender Korallenriffe Been hergestellt, die bei Ebbe 1 Meter Wasser behalten und keinen zu heftigen Strö- mungen ausgeseßt sind. Muscheln von Thalergröße wurden in diese Becken dicht nebeneinander eingeseßt und erreichten in drei Jahren die Tellergröße, die für den Handel erforderli<h. Mit fünf Jahren er- zeugen sie die kostbarsten Perlen, die aber in späterem Alter der Muscheln an Schönheit wieder abnehmen. Alle Perlmutter von den Pomotu- íInseln ist \{warz, mit der einzigen Ausnahme derer, die von Marutea, einer den Gambier-Jnseln nahe gelegenen Insel, kommt. Die Fischerei derselben ist bisher in einer so zerstörenden Weise betrieben worden, daß die Regierung sich genöthigt gesehen hat, die Bänke zu \{üten. Sie unterstützt zugleih die Bemühungen Mariots, dessen Erfolge be- reits zu Gesuchen um die Erlaubniß zur Anlegung ähnlicher Bänke geführt haben. In Neu-Caledonien und Tahiti hat si< jüngst eine französische Gesellshaft für S<hwamm- und Perlen- fischerei gebildet, die ihre Operationen vorzüglih au den Küsten der oceanischen Inseln mit Tauchern von den Pomotu- und Gambier- Vnseln zu betreiben gedenkt.

Man schreibt der „Wes. Ztg.“ aus San Franzisco unter dem 7. Oktober: „Was jeßt an Steinkohlen von Groß- britannien hierher verschifft wird, übertrifft alles früher Dage- wesene. In den nächsten vier Monaten werden hier eins{ließli{< einiger Ladungen, die von Australien kommen, 131,000 Tons Kohlen erwartet, die sämmtlih hier mit kleinem Nutzen verkauft werden, weil die Getreideschiffe die Kohlen gleihsam als Ballast hierher bringen. Die Folge wird sein, daß, wenn nicht alle, so do< viele der californischen Kohlenminen aufgegeben werden, denn es ist ihnen niht mögli, die Tonne Kohlen für 54 bis 6 Dollars, den für importirte Kohlen geforderten Preis, zu produziren.“

Verkehrs-Anstalten.

New-York, 6, Noventbers (W. T W) Der: Dampfer England“ von der National-Dampfsc<hiffs-Compagnie (G. Messingsche Linie) ist hier eingetroffen.

Eingegangene literarische Neuigkeiten.

Zeitschrift für Me Le Praxis auf dem Gé-

biete des deutschen öffentlihen Rechtes, herausgegeben von

W. Hartmann, Ober-Tribunals-Rath. 2. Bd., 5. Hf. Ausgege-

18 Ra 1876. Berlin, 1876. Carl Heymanns Verlag. (S. 29— 532.

Zeitschrift für Kapital und Rente. Monatliche Ueber- sicht des staatlichen und privaten Finanzwesens. Begründet von A. Moser. Fortgeseßt von a v. Dan>elman. Jahrgang 1876. (XII. Band.) XI, Berlin. Weidmannshe Buchhandlung. 1876. (S. 609—664.)

Anzeiger für Kunde der deutshen Vorzeit. Neue Folge. 23. Jahrgang. Organ des Germanischen Museums. 1876. Nr, 10. OlTtober. 4.

Geschichte des brandenburgis<h-preußishenStaates. Von F. Voigt, weiland Professor an der Königlichen Realschule in Berlin. Dritte verbesserte Auflage, bearbeitet von Dr. F. Voigt, Professor an der Königlichen Realschule in Berlin. Mit der Karte der territorialen Entwi>kelung des brandenburg-preußischen Staates von Adolf Brecher. 2., 3. und 4. Lief. Berlin, Ferd. Dümm- lers Verlagsbuchhandlung (Harrwißz & Goßmann). 1876. (S. 97

bis 368).

Der Bär. Berlinische Blätter für Geschichte und Alterthumskunde. Herausgegeben von George Hiltl und Berlin, Alfr. Weile." 4. 11, Jahrgang 1876.

Ferdinand Mayer. 1. November. Nr. 21.

Chronik der Stadt und des Postamts Nordhausen mit besonderer Berücksichtigung der Verkehrs-Verhältnisse des Orts. Von Ludwig Reinhard-Hormuth, Postdirektor, Hauptmann is S R Sn Kommission bei Theodor Müller. 1876.

128 S.

Stattstisher Auszug und verschiedene Nachweise in Bezug auf Hamburgs Handels8zustände im Jahre 1875. Herausgegeben von der Handelsfammer in Hamburg. Hamburg. 1876. XLI S

Contes et Nouvelles par A. R. Rangabé. Traduction du grec, autorisée par l’auteur. Tome I. Gloomymouth. Le Notaire d’Argostoli, Les deux soeurs. Bibliothèque du Messager de Vienne Vienne. (264 pp.)

Otto Harrassowiß, Buchhandlung und Ae in Leipzig. Antiquarischer Katalog 30 (Geographie, Ethnographie, Reisen; Geschichte; Linguistik). 1876. (56 S.) / i

Lagerkatalog von J. J. Heckenhauer in Tübingen. Oriens

2 talia. 1877. Dru> von H. Laupp in Tübingen. (55 S.)

Redacteur: F. Prebm. Verlag der Expedition (Kessel). Dru>k: W, Elsner.

Drei Beilagen (eins{ließli< Börsen-Beilage).

Berlin:

Erste Beilage zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Köuniglih Preußischen Staats-Anzeiger.

M 263.

Berlin, Dienstag, den 7. November

187

\

N achweisung

über die

bis zum 30, September 1876 präfkludirten, ferner über die an diesem Tage in Umlauf, beziehungsweise

Vestande der deutschen Notenbanken vorhanden gewesenen,

im eigenen

über die nach erfolgter Einlösung vernichteten Banknoten.

*1)G 2Qualnvz

O NOLAN c gg

O N _— i i —— 5

A. Banken, deren nicht auf Reihswährung lautende Noten präkludirt sind.

An Banknoten waren:

| |

M.

im Be- stande

und darüber *).

in Abschnitten zu 100

Umlauf

|

1,414,

07,500 83/100

5,

5

000 zu 1000 4

342,800| 616,400!

16

1,32!

2,641,300

,

82,400 200,000 zu

163,500 zu

200. 500

700

7,754,600

- C

3

100 500 zu

978,900 21,021 11/817,500 14/682

500 ,„

| |

7'600 7,786,600|

1,361,000 34,600 406,800 2,645,000

5,794,600 1/193/300

1,993,200 7,355,000

| |

*

639,000

510,

05,400 306 700 213,400

4,400 108,400

877,400

E 4

| |

200 zu 500

| 000)

zu 1000

in Abschnitten zu 100

j j l

200,000 zu

165,

/

81,384,900, 61,668,900

darunter: 502,900| 46,457,900zu 100 M

700,000 12,854,000, 14,846, 1,328,

66,

und darüber*

/

M.

t.

| |

zu

|

120,617,000| 41,565,400| darunter:

109,930,000| 33,952,400

100 M 500

1,072,000 zu

» en

6,541,000 zu 1000

Abweichendes angegeb lauten die Noten über 100 M

1,528,000 ‘159,000 *) Wo nichts

ist,

ver-

im Be- | stande | nichtet

|

y

prä-

25,000| 1,475,000

ver- nichtet | kludirt |

) l

im Be- |

prâä-

| 199,800] 25,000| 1,475,000

200

F |

|

| | | | | | | | |

| |

j | | Î l

nichtet kludirt| stande

vers

398,700 399,200

| 615,000

stande

prä- | im Be-

fludirt;

19,200} 180,000

800

800

|

700;

241,500

3,6

7,900 11,139,000

1,400/ 246,600

| | |

100,1,594,500

l

in Abschnitten zu 100 Fl. sin Abschnitten zu 500 Fl.

91,300 4,506,500

4,506,500 5,991,500 7,500 16,905,500

| | | |

| | |

498,750

290,000

198,250 i

998,850

a

600;

8,

757,000] 1,900

5,700

prä- | i

1,150| 198,850

1,

1,050! 356,750

100| 2,411,900] 5,400!

: 13,350 5,107,300

245,700] 2,000

700,450/ 25,90012,367,900/4,308,600

\ l j

1,400!

2,900

044,150| 4,

| j l |

8007

in Abschnitten zu 50 Fl.

64,850

2

|

2,450)

41,400, 9,150,000

S M ¡ 00;

8,6

|

0 30

| | î

6,250) 9,150,000] 29,800

11,05

|

| |

ver- | nichtet fludirt; stande

| | |

stande

99/8301, 1,200

295,820] 1,750

90 2,800| 395,000

298,140

10,360 2,603,000] 1/800

340/2,638,700| 8,000!

2,900| 491,720

985,480

| l | | | j j |

prâ- | im Be-

fsudirt|

2,200

1,860'

4,660) 7,131,600

520 2

3,760 1,630,220 14,

5,380 1,040 2

155,510) 35,

7

,635,620)

î ) Î

850 12

Abschnitten zu 35 Fl.

n Fl.

,

459

vere nichtet

98,230| 4,180

99,390] 1,280

245,980 1,397,400 376,550] 1,280!

| | | | |

|

| im Be- stande

prâ- Éludirt

610|

E 99,360

8,550]

11/450 1,305,000] 6/640!

29,44011,006,230

630) 2,759,750| 20,960

1,990

2,47

S

86,060} 7,671,180

570/090 989,130 360,240!

2

|

11,620| 4,085,330,

5

p

1,550 8,010! 2,0 10

# 2/840 42,760

1,450

2,020

11,000! 3,589,000

9,620|

4 10,870| 5

53,300] 70,

| | | | l I

ver-

stande | nichtet

im Be- |

1

prâs

| | | | | | |

0) 142,770 594,720] 150,450 28,348,970 14,0:

7

in Abschnitten zu 10 Fl.

Sl.

F.

|

69,700) 7,504,560

31,400 17,470)

000! 10,465 7,489,510

00,000.

I,

7,460, A

60,330/15

968,600

1D, 30

x 2,9

59

| j

32 670!

151,240| 7,587,420 29,128,600| 10,920| 8,049,055

Vemerkungen.

uf den Betrag von 42,500 Æ eingelöst. in Noten zu 100 (A und 7000 #4. in Noten

in Abschnitten zu 5 Fl.

6,400| 151,240

6,400| 151,240

ver- nihtet |kludirt

im Bee |

prä- in Abschnitten zu 1 Thlr.|in Abschnitten zu 5 Thlr.| in Abschnitten zu 10 Thlr. |in Abschnitten zu 20 Thlr.|in Abschnitten zu 50 Thlr.sin Abschnitten zu 100 Thlr.|in Abschnitten zu 200 Thlr.| in Abschnitten zu 20 M

fludirt stande |

852} 269,748

13,952, 275,648, 290,000 7,

Bezeichnung der Banken.

‘21G 2QuIalnvz

in Pommern (Stettin)

1\Rittersh. Privat - Bank 2|Städt. Bank in Breslau

3]Magdeburg. Privat-Bank]

4|Dan

zigerPrivat-Aktienb.

5Provi

|

ial - Aktienbank

G

vi des 6|Kommunal

roßh. Posen

D. Dr

órlîi

i B. 1b C

Sächs. Bank zu Dresden

ILeipziger Bank

Lausitz (

Ober- 7|Hannoversch

iß)

Bank .

. Landesbank| 9 (Son- Bank

che Bank ausen)

zu Gotha aer Bank .

Kredit - Bank

en) rivatbank .

erzbank in Lübe>k

21|Bremer Bank .

h. - De

15/An 16|Thü

üdeburg) . üibeder f

19 Qu 20|Komm

teinin

Chemniger Stadtbank . Rosto>ker Bank

12D!

denburg. Landesbank

13|Mitteld. üringis h

ders

(D Privatban 17|Ger

10|Gh 18|Niedersächsische

11 14

Zusammen

292\Frankfurter Bank

ürttembergishe Notenbank

23|Bayerische Notenbank . 25|Badische Bank

24|Wi

Zusammen

f den Betrag von 765,000 A eingelöst. Von }

präkludirt und bis au

)

810,000 M. vernichtet.

ar gemacht und der Großherzoglich oldenbur

911,600 MÆ. in Noten zu 100 M

Cr 5

dem 30. Juni d.

eit

M sind (\

ten zu 100 Æ( wurden 16

Zank zu 100

5 den eingelösten No

: Außerdem wurden unbr u 19: Außerdem wurden vernichtet

Die Noten dieser

2

[Zu F: E

.

em 19. Zl 1LLUDITT 1 auf anktrefor befindlich sind ferner aufgeführt 2900 M Bank zu 100 M. sind

S D;

ande

E E

Bank zu 100 sind (seit dem 15. März d. J.) präkludirt und bis

8gegeben und im

ser au

zu 1000 M.

.

u 1*: Die Noten die Als noch nicht

u2

3 3

gischen Regierung übergeben 3,180,000 4 in Noten zu 100 M

rauchb

nl

Banken haben noch die Geltung einfaher Schuldscheine.

ser

ten die

Die Guldenno

- +

Ó

u 23, 24 und 2

den Betrag von 295,300 4. eingelöst.

f M

.) präfludirt und bis au

a ergeben 3,000,000 A. in Noten zu 100

enm 30. unt D:

(seit d Betriebe üb

n, aber niht dem

ser

h F

dem vor

ßer

Au

. .

u 6*: Die Noten die

u 7