1900 / 177 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Ordnung für die Geisilichen der Ole erien, Kade: fta E 064,

der Provinz Hannover, vom 25. Ju erlin W., den 27. Juli 1900. | Königliches Geseßz-Sammlungs-Amt. Weberstedt.

Die Personal-Veränderungen in der Armee befinden si in der Ersten Beilage.

_Niqßtamlliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 27. Juli.

Seine Majestät der Kaiser und König sind an Bord der Yacht „Hohenzollern“ nah vortreffliher Fahrt von Bergen in Norwegen gestern Nachmittag wohlbehalten in Bremerhaven eingetroffen.

Dem „W. T. B.“ wird aus Bremerhaven berichtet:

Als gestern Mittag die Nachricht einlief, daß die Yacht „Hohenzollern“ Hélgoländ ‘passiert habe, traten die Mannschaften der 3. Matrosen-Artillerie-Abtheilung und das Wachtkommando : von der Jnfanterie in Parade an, an ihrer Spize der Kommandant, Kapitän zur See Krieg, die Armee-Offiziere des Wachtkom- mandos sowie die Offiziere des Ostasiatishen Expeditions- Korps. Um 1% Uhr gaben die Forts den Kaiser- salut ab. Die Mannschaften hatten vor der Lloyd- halle Ausstellung genommen und begrüßten Seine Majestät den Kaiser und König bei der Vorüberfahrt. Der Korvetten-Kapitän Mertens brachte ein dreifaches Hurrah aus, und die Musik spielte die Nationalhymne. Bei der Annäherung der Yacht „Hobenzollern“ begab sich der Kom- mandant, Kapitän Krieg an Bord. Die „Hohenzollern“ warf gegenüber der Einfahrt des neuen Hafens Anker. Seine Majestät nahm nach der Ankunft den Vortrag des Staatssekretärs des Auswäriüigen Amts, Staats-Ministers ua von Bülow entgegen, welher auf der ao enzollern“ verblieb. Um 41/2 Uhr verließen Seine

ajestät die „Hohenzollern“ und empfingen auf dem Bahnhof hre Majestät die Kaiserin und Königin sowie Jhre Königlichen Hoheiten die Prinzen Eitel-Friedrih und Adalbert. Die Allerhöchsten Herrschaften kehrten sodann auf die „Hohen- zollern“ zurück. Um 51/5 Uhr trafen Jhre Königlichen Hoheiten der Prinz und die Prinzessin Heinrich ein. ;

Heute früh 8 Uhr besichtigten Seine Majestät der Kaiser die Dampfer „Batavia“ und „Dresden“ und begaben Sich sodann wieder an Bord der „Hohenzollern“. Um 81/, Uhr traf der erste Militärzug in Bremerhaven ein.

Der Königliche Gesandte in Darmstadt, Prinz zu Hohen- lohe-ODehringen hat einen ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub angetreten.

Der hiesige Kaiserlih und Königlich österreichish-ungarische Botschafter von Szögyény-Marich hat Berlin mit Urlaub verlassen. Während seiner Abwesenheit fungiert der Botschafts- rath Graf Thurn als interimistisher Geschäftsträger.

Der hiesige Königlich rumänishe Gesandte Beldiman hat einen ihm von seiner Regierung bewilligten Urlaub an- getreten. Während seiner Abwesenheit von Berlin fungiert der Erste Sekretär der Gesandtschaft G. Filality als Ge- schäflsträger.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist die 2. Division des 1. Geshwaders, Divisionshef: Kontre - Admiral Geißler, gestern in Port Said angekommen und rah Aden weitergegangen.

S. M. S. „Luchs“, Kommandant: Korvetten-Kapitän Dähnhardt, ist gestern gleichfalls in Port Said eingetroffen und nach Suez weitergegangen.

Potsdam, 26. Juli. Die erste und zweite Eskadron des ostasiatishen Reiter-Regiments haben heute Nach- mittag um 4 Uhr Potsdam elan Das Regiment war, wie dem „W. T. B.“ berichtet wird, um 121/, Ühr auf dem Kasernenhof am Nuinenberge angetreten und darauf nach der Garnisonkirhe marschiert. Hier hielt der Hofprediger Keßler die Abschiedspredigt, an welche sich eine Abendmahlsfeier anshloß. Dem Gottesdienst wohnten die Spißen der Zivil- und der Militärbehörden, sowie Abordnungen aller Potsdamer Regimenter und Kriegervereine bei. Von der Kirche begaben sich die Truppen direkt nach dem Bahnhof. Den Zug er- öffnete das Musikkorps des 1. Garde-Ulanen-Regiments, an der Spiße der 2. Eskadron befand sih das Musikkorps des 3. Garde - Ulanen - Regiments. Auf dem ganzen Wege bildete cine dichtgedrängte Menge Spalier. Am Bahn- of empfiag das Musikkorps des Garde - Zäger-

ataillons das Regiment. Die Einschiffung der Truppen erfolgte auf dem Güterbahnhofe. Hier hatte sich in Ver- tretung des Stadtkommandanten der Kommandeur der 2. GardeFeld-Artilleriebrigade, Generalmajor von Duliy mit dem gesammten Offizierkorps der Garnison und den Offizieren der 3. Eskadron des Regiments, welche erst am 3. Auglsst ausrüdt, en, Als der Zug sih in Bewegung seßte, spielten die Musikkorps Abschiedöweisen.

Magdeburg, 26. Juli. Das Ostasiatishe Feld- Artillerie-Regiment traf heute Nachmittag auf der Reise von Jüterbog nah Bremcrhaven auf dem hiesigen Bahnhof ein und wurde von der Kapelle des hiesigen Feld: Artillerie- Regiments mit Musik empfangen. Nachdem die Mannschaften auf Kosten der Stadt gespeist worden waren, trat das Regiment nah 5 Uhr unter begeisterten Kundgebungen der Volksmenge die Weiterreise an. °

Großbritannien und JFrlaud,

Dem „Daily Graphic“ zufolge hat der chinesische Ge- fandte in London am 21. Juli dem Auswärtigen Amt ein

Entschädigung zu bieten.

langes Telegramm überreiht, welhes von dem ¿C 6A era (b ee die S line Großbritanniens - zwischen China und den Mächten nahsuht. Der Jnhalt des- flben sei dem der an die Regierungen der Vereinigten Staaten von Amerika und der Französischen Republik gerichteten Tele- ge auf Die britishe Regierung habe noch keine ntwort darauf ertheilt; man sei der Meinung, daß unter den gegenwärtigen außergewöhnlihen Verhältnissen über den ge- nauen Ursprung des Telegramms Zweifel obwalten müßten. Das Oberhaus nahm gestern in dritter Lesung den E betreffend das Verbot der Waffenausfuhr, an. n der gestrigen Sißung des Unterhauses theilte, wie „W. T. B.“ berichtet, der Parlaments - Sekretär des Auswärtigen Amts VBrodrick mit, es seien keine weiteren Nachrichten aus China eingelaufen. Eine große Anzahl unbestätigter Gerüchte gehe um, doch habe die Regierung keine amtlihe Jnformation. Der Erste Lord des Schaßes Balfour verbceitete sich über den auswärtigen Handel Großbritanniens und bemerkte u. a., daß der halb: jährliche Kohlenexport nah Frankreih sih in zwei Jahren von 2670 000 auf 4230 000 t gehoben habe. Der Staats- sekretär für Jndien, Lord Hamilton, gab in seinen Dar- legungen über das Budget von Jndien bekannt, daß er Vor- kehrungen für die Emission einer Anleihe von 3 Millionen Pfund zur Deckung der dur die Hungersnoth nothwendig gewordenen Mehrausgaben. getroffen habe. Er hoffe, daß dieser Betrag für alle Erfordernisse bis Ende Oktober“ genügen werde. Das Mitglied des Unterhauses La u rie wies auf das vom Deutschen Reichstag angenommene Handelsprovisorium mit Große britannien hin, durch welches Canada und Barbados für ihre Produkte von der Meistbegünstigung ausgeschlossen worden seien, weil Canada dem britishen Reiche besondere Vortheile eingeräumt habe, die andere Länder nicht genössen. Er richtete an die Regierung die Anfrage, ob sie wisse, daß durch diese differentielle Behandlung der S Canadas, welche eine Folge davon sei, da Canada Großbritannien be- sondere Vortheile gewähre, die Einfuhr canadischer Produkte nach Deutschland verringert worden sei, und ob die Regic- rung beabsichtige, Canada dafür gewisse C als Der Erste Lord des Schatzes Balfour erwiderte, daß er über die Gründe, welche die deutsche Regierung zu ihrer Maßnahme bestimmt haben, und über die Wirkung derselben auf die Ausfuhr canadischer Produkte nah Deutschland niht genau unter- rihtet sei. Was den leßten Theil der Frage betreffe, so fönnten alle wihtigen Artikel von Canada frei nah England eingeführt werden; es könne daher keine Zollermäßigung mehr gewährt werden.

Frankreich.

Die „Agence Havas“ meldet: „Der Meinungsaustausch zwischen verschiedenen Kabinetten über die Wirren in China nimmt einen regen Fortgang. Jn demselben wird als zweifellos angenommen und als Grundlage für die Ver- handlungen festgehalten, daß die Vertreter der Mächte in Peking wohlbehalten sind und daß die chinesishe Regie- rung sih herausnimmt, dieselben in mehr oder weniger ver- shleierter Weise als Geiseln zurückzubehalten, in der Hoff- nung, auf diese Weise die auf ihr lastenden persönlichen, pekuniären und militärishen Verpflichtungen zu ver- mindern. Ebenso nimmt man an, daß die chinesishe Negie- rung sich einbildet, sie werde dadur, daß sie die Gesandten daran hindert, mit ihren Regierungen direkt zu verkehren, bessere Bedingungen erlangen, da sie im Laufe der Verhand- lungen, welche sie schon jeßt einleiten will, niht nöthig haben werde, sih von den direkten Anklagen der Mitschuld zu reinigen, welche die Gesandten gegen sie erheben könnten. Wie dem auch sei, der Vormarsch auf Peking wird nicht länger vershoben werden und wahr\cheinlih gegen den 1. August beginnen. Die Truppen werden, soweit als mözlich, der Eisenbahn von Tientsin nach Peking folgen.“

Jn der heutigen Ausgabe des „Journal Officiel“ wird eine Verordnung veröffentlicht, durh welche die Ausfuhr von Waffen und Munition nah China und seinen Nachbarländern verboten wird.

Vor dem Schwurgeriht in Draguignan fand, dem „W. T. B.“ zufolge, gestern die gerichilihe Verhandlung gegen Max Régis und 11 Mitangeklagte statt, wle beschuldigt wurden, im September 1899 sih in der „Villa Antijuive“ in Algier eingeschlossen und von dort aus auf die Polizei- beamten geschossen zu haben. Der Gerichtshof verneinte die Schuldfrage; sämmtliche Angeklagten wurden freigesp ochen.

Rußland.

Einer Meldung der „Russishen Telegraphen; Agentur“ zufolge wird im Amurschen Militärkreise eine fünfte ostsibirishe Schüßenbrigade aus dem 17. Schügen- Regiment, dem ofstsibirishen 3, 8. und 10. Linienbataillon gebildet. Diese Truppenkörper werden in drei ostsibirische Regimenter zu je zwei Bataillonen umgewandelt und 18., 19. und 20. Ostsibirishes Shüßen-Regiment benannt.

Türkei.

Der Dragoman des französishen Vize-Konsulats in Kirk - Kilissa, welcher jüngst von Räubern gefangen: ge- nommen wurde, ist, wie das „Wiener K. K. Telegr.-Korresp.- Bureau“ aus Konstantinopel erfährt, von den türkishen Truppen, die zu seiner Befreiung entsandt waren, befreit worden; die Räuber wurden festgenommen.

Serbien.

Wie das „Amtsblatt“ meldet, hat gestern der russische Geschäftsträger in Belgrad Manssurow dem König die Glückwünsche des Kaisers von Rußland zur Verlobung überbraht. Manssurow stattete sodann der Braut des Königs einen Besuch ab, um auch dieser zu gratulieren.

Bulgarien.

Der Minister Dontschew bégab sich nah einer Meldung des „W. T. B.“ gestern von Sofia nach Konstantinopel als Delegirter der Regierung für die gemishte Kommission zur Berathung über den Abschluß eincs türkish - bulgarischen Handelsvertrags.

Amerika. Der Schaßsekretär der Vereinigten Staaten von Amerika

berichtet, den Zolleinnehmern an der Pacific-Küste die Weisung, die Ausfuhr von Waffen zu verhindern, bei denen die Möglich- keit vorliege, daß sie von den Aufständischen in China zum

Schaden von Amerikanern verwendet werden könnten.

aiser v.on ¿ Ein Krieg _möglich nah der am Atlantischen Ozean liegenden Küste des M mus von Panama gesandt;

Gage ertheilte, wie das „Reuter'she Bureau“ aus Washington .

Ein- Kriegsschiff der Vereinigten Staaten soll sobald als

t wenn nöthig, sollen auch arinemannschaften gelandet werden, um sich über den Zsthmus nah Panama zu begeben.

Wie aus Colon gemeldet wird, war bis Mittwoch rings um Panama ein heftiges Gefecht im Gange, bei welchem die Truppen der Regierung von Columbien den Aufständischen kräftigen Widerstand leistetea. Aus Savanilla trafen 1000 Mann Verstärkung für die ersteren in Colon ein. m Laufe des Tages willigten die Führer der Au ständischen in einen Waffenstillstand ein, um die Todten zu beerdigen und für die Verwundeten zu sorgen. Infolge der Vermittelung des nordamerikanischen und des britischen Konsuls wurde der Waffenstillstand später bis Donnerstag verlängert.

- Das Sanitäts-Korps des britischen Kriegs\chiffes „Leander“

seßte 90 Mann zum Schuße der Konsuln in Panama an Land und leistete auch den Verwundeten Hilfe. Am Donnerstag O griffen die Aufständishen die Stadt Panama an. Von den Truppen der Regierung wurden mehr als 500 Mann getödtet oder verwundet ; unter den Gefallenen befinden sich cin Oberst, zwei Majore und ein Hauptmann. Die Verluste der Aufständischen sind äußerst \hwere; von ihnen fielen die Generale Diaz und Arosemena. Die Hospitäler sind mit Verwundeten angefüllt ; einige Verwundete wurden nach Colon gebracht.

Ein neues Telegramm aus Panama meldet, daß, als aus Colon weitere Verstärkungen für die Truppen der Regierung eintrafen, die Aufständischen im Bezirk Panama sih wider alles Erwarten ergaben. Die Revolution sei damit gescheitert. Fn Panama herrsche wieder Nuhe. i

Asien.

Aus japanischer Quelle geht dem „W. T. B.“ die Meldung zu, daß, nah einem in Tokio eingetroffenen Tele- gramm aus Schanghai vom 283. Zuli, der Gouverneur von Schantung Yuan-\schi-kai im Besiß eines vom 18. Juli datierten Briefes aus Peking sei, demzufolge ein Gesandt- shafts-Kurier, der eine Botschaft von einer Gesandtschaft habe befördern sollen, von den chinesishen Wachen am 13. Juli gefangen genommen worden sei. Der General Yung-lu habe an den Thron das Ersuchen g-richtet, durch den Kurier an die Gesandtschaften ermuthigende Worte übermitteln zu“ lassen. Dies sei geschehen, und es sei die Aniwort gekommen, daß die Gesandten wohl und alle für die Wiederherstellung des Friedens seien. Ein Beamter des Tsung li-Yamen, Bungtuan, habe später die Gesandishaften besucht und mit allen Gesandten gesprochen. Am 19. Zuli sei beschlossen worden, eine Denkschrift dem Kaiser von China zu über- reichen, seine Genehmigung zur Versorgung der Gesandischaften mit Vorräthen A E und dann nach einer Berathung mit den Gesandten diese unter dem Schuße von Truppen nach Tientsin zu bringen. Der General Big solle große Schwierigkeiten haben bei der Jntervention zwischen den augs- ländischen Tcuppen, die am Südende der Gioka-Brück:, und den Truppen Tung's, die an der Nordseite der Brückz ständen; indessen habe der Kampf aufgehört.

Das „Reuter she Bureau“ berichtet aus Schanghai: wie verlaute, hätten met.r-re Konsuln ciffrierte Telegramme an ihre Gesandten in Peking gerichtet und dieselben Li-Hung- Tschang zur Beförderung übergeben; man glaube, daß dieser dort bleibe, bis die Antworten eingegangen seien. Verstärkungen von 3000 Mann seien nach Kiangyin gesandt worden. Es würden Befürchtungen gehegt, daß Ver- suche gemaht werden könnten, Torpedos im Jangtse- Alufse zu legen. Der britische Konsul habe die Nachricht erhalten, daß zwei englishe Missionarsfrauen in Hs1iaoi, nóördlich von Schanghai, ermordet worden seien. Gestern ist, nah einer Meldung des „W. T. B der britishe Admiral Seymour in Schanghai ein- getroffen. Es heißt ferner, das auch die britischen Kriegsschiffe „Centurion“, „Undaunted“ und „Dido“ in Wusung ange- kommen seien. Jn Schanghai liegen bereits die britischen Kriegsschiffe „Daphne“, „Alacrity“, „Hart“ und „Woodcock“, das amerikanishe „Castine“, das niederländische Kriegsschiff „Holland“, das französishe „Surprise“ und die japanischen Schiffe „Takao“ und „Akaji“.

_Ein in St. Petersburg eingegangenes Telegramm ‘des russischen Konsuls Wachowitsh aus Hankau vom 22. d. M. besagt, der „Russischen Telegraphen-Agentur“ zufolge, daß die Aufregung der Chinesen gegen die Christen immer stärker werde. Der britische und der amerikanische Konsul hätten ihrea Landsleuten empfohlen, ihre Familien nach Schanghai zu bringen. Der Vize-König sei bemüht, die Ordnung auf- E und treffe Maßnahmen zum Schuße der

remden.

Aus der Mandschurei wird dem russishen Generalstab gemeldet, daß die Chinesen am 23. d. M. neuerdings dic Aoant- garde des mongolischen Detachements in Fort Echo angegriffen haben, aber mit großen Verlusten zurückgeschlagen wurden. Am 21. Juli wurde, um die Beschießung der russischen Dampfer zu bestrafen, das chinesishe Dorf Wanlichoton verbrannt und der dort befindliche chinesishe Posten beschossen und vertrieben. Von den Chinesen wurden 10 Mann getödtet oder verwundet, die Russen hatten keinen Verlust. Von. der sibirisch- mongolishen Grenze wird vom 22. d. M. berichtet, daß die Grenze durch Wachtposten aus der Kosakenbevölkerung be- wacht wird. Jn den Bezirken Minusinsk und Jrkutsk ist die Bevölkerung mit Säbeln, Gewehren "ünd Munition ver- sehen worden. Einem Telegramm des russischen Geschäfts- trägers Pawlow aus Söul vom 23. d. M. zufolge meldet der Unteroffizier Filipenko, Chef der Abtheilung in Jnschu; „Ein Detachement der Eisenbahn-Schußwache stand in Mukden und Liao-yang. Die Chinesen tödteten den Führer des Detachements, Leutnant Walewski hi zehn Soïldaten und vier Freiwillige. Die Abtheilung hatte täglich Gefechte und mußte sih mit dem Bajonett den Weg bahnen; sie wurde von einem. koreanishen Offizier freundlih aufgenommen und unter Mitwirkung der koreanishen Behörden mit allem Noth- wendigen versehen. Die Abtheilung marschiert hach Ping- jang, wohin ein Arzt beordert wurde, um die Verwundeten nah Söul zu Aren Der Kaiser von Korea befahl, unseren Leuten freundlihste Aufmerksamkeit zu widmen.“ Der General Grodnefkow meldet vom 24. d. M. aus Chabarowsft, daß am Nachmittag desselben der Dampfer „Alexej“ mit einem Detachement unter dem Befehl des Obersten Servianow an Bord von den Chinesen beschossen wurde; bei der Ankunft des Dampfers am Landungsplaße wurden viele Feuer geschen und. Signale gehört. Ein Fo aken-Offizier erschien am Dampfer und bat um Hilfe. Dec- Oberstleutnant Wroblewski erhielt

& M

‘vom General Gribski den

j fa die

l Befebl, alle chinesishen Posten u- vernihten. Er nahm das Kosakenkommando an Bord des

ampfers und beseßte; vier Werst weiter das cinesishe Ufer mit zwei Kompagnien, die, als sie sich dem chinesischen Posten näherten, mit einem starken Gewehrfeuer empfangen wurden. Drei cinesishe Pulverdepots wurden in die Luft gesprengt. Auf seiten der Chinesen wurden 300 getödtet, au russischer Seite wurden 1 Kosak und 5 Schüßen getödtet, 1 Hauptmann, 6 Schüßen und 2 Kosaken verwundet. Am 23. Juli Morgens wurde Blagowjestshensk s{chwach be- schossen. Abends fand ein stärkeres Gewehrfeuer statt. Um Mitternacht hatte die Kanonade aufgehört. Unter Mikt- wirkung des Dampfers „Selenga“ wurde Aiqgun an mehreren Stellen in Brand gesteckt. Russische Patrouillen melden, daß inesishen Bewohner Sachalins infolge der Be- chießzung jeitens der Russen zwei Werst weiter ins Land urückzogen, Schanzgräben aufwarfen und Wachen aufstellten.

ie Kosaken vernichteten die cinesischen Abtheilungen in Nikolsk, Kuprianowsk und Starachewsk.

Nach Berichten, die aus Söul im Yokohama eingetroffen sind, hätte die koreanishe Regierung gegen die Ar- wesenheit russisher Flüchtlinge in Wiju Einspruch erhoben, si jedo . nah einer Audienz des russishen Vertreters für be- ruhigt erklärt unter der Bedingung, daß die Flüchtlinge un- verzüglih nach Port Arthur gebraht würden.

Aus Tokio meldet der! „Daily Telegraph“ vom 26. Zuli: wie berichtet werde, sei eine japanishe Truppenabthei- lung bei Schan-hai-kwan an Land gegangen und habe einen großen Sieg errungen. Man erwarte ferner, daß eine japanische Armee-Division am 31. Juli in Taku landen und am 3. August Tientsin erreihen werde.

In Simla is, der „Times“ zufolge, von London die Genehmigung zur Aushebung von drei neuen Regi- mentern eingeborener Jnfanterie für den Garnison- dienst in kolonialen Stationen wie Mauritius und Singapore eingetroffen.

Afrika.

Ein Telegramm des Feldmarschalls Lord Roberts aus Balmoral, östlih von Pretoria, meldet, dem „W. T. B.“ zu- folge, daß er am 25. d. M. dort eingetroffen sei, ohne den Feind zu sehen. Am Nachmittag des 24. Zuli hätten die Buren Frem ’s Kavallerie und Hutton?s berittene MEAn lere tes

eilen südlih von Balmoral in ein Gefecht verwickelt. Der Oberst Alderson habe mit berittener Jnfanterie den reten Flügel der Buren angegriffcn, während der General French eine weite Umgehungsbewegung um den linken Flügel gemacht habe. Als die Buren 1hre Rückzugslinie bedroht gesehen, hätten sie sih zurückgezogen. Frenh und Huiton verfolgten sie.

Ueber einen Kampf. im Oranje-Freistaat berichtet Lord Roberts: Der General Hunter hat am 23. d. M. die Stellungen der Buren ‘auf den südlich von Bethlehem be- findlihen Hügeln angegriffen. Nach . einem den ganzen Tag andauernden Gefeht wurde ein Hügel genommen und auf einen zweiten, der den Paß beherrshte, ebenfalls ein Sturmangriff unternommen. Dieser Angriff fand heftigen Widerstand und glückte nicht. Die leichte Hohländer-Jnfanterie wurde durch ein heftiges Feuer gezwungen, sih zurückzuziehen. Der Verlust der Engländer beträgt etwa 50 Mann. Am 24. Juli beseßte Hunter einen Einschnitt hinter dem Passe, und am 25. Zuli räumte der Feind seine Stellungen.

Dem Parlament der Kapkolonie wurde gestern von der Regierung in Kapstadt eine Vorlage, betreffend die Ver- urtheilung der Aufrührer durch besondere Gerichtshöfe, vor- gelegt. Bei der Abstimmung über die das Kriegsreht be- treffenden Vorschriften wurden 45 Stimmen für die Negierungs- vorlage, 41 gegen dieselbe abgegeben. Der frühere Premier- Minister Schreiner und der frühere Attorney-General Solomon Le drei andere holländishe Mitglieder des Parlaments timmten mit der Mehrheit

Aus E E wird dem „Reuter'schen Bureau“ unter dem 22. d. M. gemeldet, daß eine von dem Obersten Willcocks abgesandte Streitmacht von 800 Mann ein großes Feldlager der aufständishen Eingeborenen bei Kokofu über- rascht und zerstört, sowie eine große Menge Schießpulver und Gewehre erbeutet habe. Kokofu sci dem Erdboden gleich: gemaht worden. Dieser Erfolg mache den Weg zwischen Prahsu und Esumeja wieder frei. Der Feind habe große, die Engländer hätten gar keine Verluste erlitten.

Australien.

Aus Sydney wird dem „Reuter’shen Bureau“ gemeldet, daß am 7. August eine von Neusüdwales gestellte, 253 Mann starke Abtheilung Marinesoldaten nah China abgehen werde.

Statistik und Volkswirthschaft.

Auswärtiger Handel des Deutschen Zollgebiets im 1. Halbjahr 1900.

Einfuhrwerthe im 1. Halbjahr 1900 in 1000 M: 2767 259 geaen 2851 321 im 1. Halbjahr des Sorjahres, daber weniger 84 062. Darurter Edelmetalleinfubr: 60 144 gegen 127 944. 29 Zolltarifnummern haven böôhere Einfuhrwerthe, namentli Ab- fälle, Eisen, Häute, Vnstrumente, Maschinen 2c., Kautschuk, Kupfer, Material- 2c. Waaren, während eine wesentlihe Abnahme namentlich) Wolle mit 1163 Millionen Mark, Drogen 2c. Frèten, Erze 2c., Flachs, Leder, Seide erfuhren. i

Nusfuhrwertbe im 1. Halbjahr 1900 in 1000 M: 2224 830 gegen 2 093 562 im 1. Halbjahr des Vorjahres, daher mehr 131 268. Darunter Gdelmetallausfuhr 94 417 gegen 74414. 34 ZoU- tarifnummern haben höhere“ Auéfuhrwerthe, namentlih Baumnolle Und Baumwollenwaaren, Kleider 2c., Leinengarn, Lcinwand 2c., Wolle und Wollenwaaren, Gisen und Eisenwaaren, Erden, Erze 2c., Getreide, Holz, Instrumente, Maschinen, Fahrzeuge, Kurzwaaren, literarische und Kunstgegenstände, Papier, Kohlen, Thonwaaren, Wolle 2c. und

aaren daraus, während eine Abnahme der Ausfuhrwerthbe, namentli Leder und Lederwaaren, Material: 2c. Waaren, Seide und eidenwaaren ersehen lassen.

Rah Mengen gestaltete sich die Bewegung des augwärtigen Handels folgenderrnaßen :

Gesammteinfuhr im 1. Halbjahr 1900 -in Tonnen: 20250 396 gegen 20 391 436 im Dorjagr, daher weniger 141040. 29 Zolltariïînummern zeigen eine Zunahme, namentli Erden, Erze + 347 511), . Eisen und Eisenwaaren (151 256), Abfälle (77 692), teine (25 025), Instrumente 2c. (17 418), während besonders Koblen um 575 528), Drogen (100 376), Getretde (73 703), Wolle (28 882),

aterial- x. Waaren (14 978), Flachs (10 019) wesentlihe Ab- nahmen erfuhren.

Gesammtausfubr im 1, Halbjahr 1900 in Tonnen: 15 867-060 gegen 14 600 361 im Vorjahr, daher mehr 1 266 709, Edelmetallausfuhr : 170 gegen 189, 35 Zolltgrifnummern _von 43 ligen eine Zunahme, namentli: Kohlen (1 009 432), Steine (79 350),

Getreide (75 176), Erden, Erze (61 657), Drogen 8 772), Papier (21144), während Material- 2c. Waaren (48805 uder, Mehl 2c. —), Eisen (25 207), Thonwaaren (20 663) eine wesentliche und 5 weitere Nummern eine geringere Abnahme erfuhren.

Für den Monat Juni allein eraaben \ch folaende Zahlen:

Einfuhr in Tonnen zu 1000 kg: 4090 660 gegen 3 984 950 im Vorjahr, daher mehr 105710. Edelmetalleinfuhr: 108 22 Zolls tarifnummecn von 43 zeigen eine Zunabme, worunter hervorragen : Erden, Erze 2c. (71 494), Koblen (60026), Eisen und Eisenwaaren (12408), Steine x. (11 818), Instrumente, aschinen und Fabrz-vge (8927). Etne wefentlive Abnahme zeigt \sih bei Holz (16 149), PDroaen 2c. (14251), Abfällen (10 849), Wolle und Wollenwaaren (7610), Flachs 2x. (7404), Oelen und Fetten (5782), Theer, Pech, Harz 2c. (4811), Material- 2c, Waaren (1680).

Ausfuhr in Tonnen zu 1000 kg: 2600 587 gegen 2 611 492 im Vorjahr, daher weniger 10905. 29 Zolltarifnummern zeigen eine Zunahme, 14 eine Abnahme. Zu ersteren gehören besonders Steine 2c. (23 794), Drogen (9567), Holz (6580), Papter (4289), Thonwaaren (3967), Getreide (3519), Instrumente (3384), Theer, Pech 2c. (2450), Glas (1945). Abgenommen hat besonders die Ausfuhr von Material. 2c. Waaren (39 515 roher und weißer Zucker sind mit rund F bethei- ligt —), Kohlen (33 986). Die übriaen 12 Zolltarifnummern haben zusammen eine Minderausfuhr von 4000 t.

} Zur Arbeiterbewegung.

Die Berliner Steinseßer, die bet ihrem leßten Ausstande (vergl. Nr. 282/1899 d. Bl.) durch Vermittelung des Einigung3amts3 mit ihren Arbeitgebern eine Tarifvereinbarung eingegangen waren, haben nunmehr, wfe die „Voss. Zte." mitthetlt, beschlofsen, Gon vom 1. Januar 1901 ab die ackt\tündige Arbeitszeit und 80 -Z Mindest- stundenlohn zu fordern. Hinsihtlih der Nahhtarbeit wurde ferner be- \{lossen, statt eines Aufschlaaes von 50 v. H. durchweg etnen Stundenlohx von 1 #4, bet Berechnung und Bezahlung von nit weniger als fiebèn Stunden, zu verlangen. Für Sonntagsarbeit wird ein Stundenlohn von 1,30 Æ gefordert. Außerdem soll jedec Stein- seßet auf mindestens 1 A Fahrgeldentshädigung in der Woche Anspruch haben. Dieser Tarif soll nur für zwei Jahre gelten und den Arbeitgebern sofort unterbreitet werden.

Die Leipziger Klempnergehilfen beschlofsen, der „Lyz. Ztg.“ zufolge, in einer am 24. d. M. von etwa 300 Personen besuchten öffentlihen Versammlung, der Innung und den Meistern alsbald folgende Forderungen vorzulegen, deren Beantwortung bis zum 1. August d. I. entgegengesehen wird: 50 „Z Mindeststundenlobn für Arbeiter über 20 Jahre, 45 § für jüngere; 5 %/ Zuschlag für die Arbeiter, die den geforderten Lohn bereits jet erhalten ; Hstündige Arbeits- zeit, 25% Zuschlag für Ueberstundenarbeit bis Nbends 9 Uhr, 50 %/9 Zu- {lag für Nacht- und Sonntagsarbeit; bei auswärtigen Arbeiten, wenn am betreffenden Tage die Wohnung noch erreicht werden kann, Bezahlung der verwendeten Zeit und des Fahrgeldes, anderenfalls Zablung eines Abfindun-sbetrages von 2 4 50 ¿e Lohnzablung an jedem Freitag; Abschaffung der Accordarbeit.

Zu der Anfang d. M. begonnenen Lohnbewegung der Leipziger Barbier- und Friseurgehilfen (vgl. Nr. 159 d. Bl.) berichtet die- selbe Zeitung, daß die Innung nunmehr beschlossen hat, Gehilfen unter 18 Jahren 14 4, Gehilfen von 18 bis 20 Jahren 16 Æ und älteren Gehilfen 18 46 Wogenlohn, oder bei Gewährung der Wohnung und der - halben Kost 9 4, beziehentlißh 10 A und 12 A zu be- ¿aÿlen. Dagegen foll die Frage des Ladensblusses (die Gehilfen hatten ihn um 8} Uhr Abends verlongt) wegen der noch aus- stehenden geseglihen Ausführungsbestimmungen bis zum 1. Oktober dieses Jahres vertagt werden. Dîie Gehilfen haben vorgestern in einer von etwa 250 Personen besuchten Versammlung die Bewilligungen der Innung angenommen, gleichzeitig aber beschlossen, in allen Ge- @äften, wo diese Lohu- und Arbeitsbedingungen am 1. August d. I. nicht durchgeführt werden, die Arbeit niederzulezen.

Kunst und Wissenschaft.

Sigung der pbysikalisch - mathematischen Klasse der Akademie der Wissenschaften vom 19, Juli (vorsißender Sekretar: Herr Waldeyer) las Herr Engelmann „über die Natur der her;s{chwäbenden Nervenwirkungen und des Phänomens der „Treppe“. Wie in der Abhandlung mitgetheilt wird, konnte durch graphishe Versuhe mit partieller Ab- flemmung des Herzens mittels der Sutpensionëmethode nachgewiesen werden, daß die herzschwäch-nde (negativ-inotrope) Wirkung der Vagusreizung wie au die Erscheinung der „Treppe“ (Bowdit() nicht auf Hemmung der motorischen Leitung, sondern auf einer Scchwächung der Kontraktilität der Herzmuskelemente beruht. Herr Munk las „Über die Ausdebnung der Sinnesfphären in der Großhirnrinde“ (¿zweite Mittheilung). Es «wird darin beim Hunde und beim Affen nachgewiesen, daß die vor der Halsregion der Füblsphäre gelegene Rinde des Stirnlappens die Rumpfregion der Fühlsphäre ift. Herr Waldeyer legte vor eine Mittheilung des Herrn Professors Dr. H. Klaatsh (Heidelberg), betitelt: „Der kurze Kopf des Musculus biceps femoris, seine morphologische und f\tammesgeshihtlihe WBedeutung*. Der kurze Bicevskcyf fehlt danach den niederen Affen der alten Welt gänzli; die niederen Affen der neuen Welt haben ein Rudiment desselben, während die Greifschwanzaffen Am-rikas, die Anthropoiden und der Mensch ihn gut ausgebildet zeigen. WVermikßt wird er ferner bei den Halbaffen und bei den Ungulaten. Wahrscheinlich besaßen die Promammalier einen sa1ken „Glutaecocruralis“, wie der kurze Biceps- kopf genannt werden kann; von da fank er bei einigen Gruppen bder Säuger zu einem Nudiment herab oder ging gänzlich ver- loren; bei anderen entwidckelte er sh weiter, so bei den Borstufen dec Anthropoiden und des Menschen. Herr Hertwig legte vor eine Arbeit von Professor Dr. Tonkoff (St. Petersburg), betitelt: „Grxperimentelle Erzeugung von ‘Doppel - bildungen bei Triton“. Tritoneter, bei welhen die künstlihe Be- fruchtung ausgeführt worden war, wurden zwishen zwet parallelen Objektträgern mäßig komprimtert. Gleih nach Vollendung der Zwei- theilung wurden die komprimitierten Gier um 180 Grad gedreht und in dieser Lage wohenlang weiter oe¡ühtet, Fnfolge diefer mechanischen Eingriffe wurden in sehr vielen Fällen aus einfahen Giern Doppel- embryonen gezüchtet, wie es in ähnliher Weise {hon vor einigen Jahren Herrn Oscar Schultze aus Würzburg bei Experinzenten an Frofchetern geglückt wat. : : M

In dér Sitzung der philosophish-historishen Klasse der Akademie yon demselben Tage (vorsißender Sekretar: Herr Vahlen) las Herr Dümmler „über Radbert’'s Epitaphium Arsenii (gewöhrlich Vita Walae genannt)“. Er versuchte in kurzen An- deutungen den bestrittenen ges{ichtlihen und literarisGen Werth dieses Denkmals darzulegen als Einleitung zu einer neuen Ausgabe desselben nah der einzigen Pariser Handschrift. Diese \cll nebst einer Schriftp:obe der Haydschrift in den Abhandlungen der Akademie erscheinen. Herr von Wilamowiß-Moellendorff las „über neuc Bruch- de ter hesiodischen Kataloge“. Ein kürzlih in die egyptishe Ab- theilung der Königlichen PVêuseen gelangter Papyrus enthält Reste von fünf Kolumnen einer {önen Handschrift, im Ganzen 50 Verfe, die offenbar aus den Katalogen des Hesiod stammen; sie zählen die fran der Helena auf. Zugleich mit diesem wird der Strafiburger

esiod-Papyrus in Photographie veröffentliht werden, den Reitzen-» stein in Nr. 35 der Zeitschrift „Hermes“ zuerst bekannt gemadt hat.

err Conze überreihte das zweite Heft der vom Arhäoloagishen Jn- titut berausgegebenen Karte von Attica (Maßstab 1: 100 000) von E. Curtius und I. A. Kaupert.

Die philofophisch - historishe Klafse hat beschlossen, folgeen Aufruf zu erlassen: „Die Königlich eimge Akademie der Wissens haften rüstet eine aus dem Allerböchsten Dispositionsfonds unter- \stüßte vollständige, auch die Korrespondenz Aa lente Ausgabe der Werke Wilhelm?'s von Humboldt. Dafür steuern Humboldt's Nachkommen die handschriftlichen En von S@loß Tegel bei, und der politishen Abtheilung wind das Berliner Staatsarchiv dienen.

Fn déx

Den verftreuten Briefen ift seit geraumer Zeit Herr ofesor De. _ mann in Jena nahgegangen. An alle B L O E s{hrift:n, an Privatpersonen und Institute, ergeht die dringende Bitte, - das Unternehmen dur freundlihe Mittheilung zu fördern,“

Laud- und Forftwirthsthaft.

Bei der Königlichen Landwirthshaftlihen Hobschule zu Berlin hat die Vertheilung U Bio für die im Stil | jahr 13899/1900 ausgeshrieben gewesenen Preisaufgaben nunmehr - stattgefunden.

Es erhielten je einen Preis von 150 (6: die Studierenden der Landwirthschaft Kurt Goßhein aus Infsterburz und Bruno Skal- weit aus Labiau sowie der Studierendetder Geodäsie und Kukturtehnik Ulbert Schmidt aus Danzig,

einen Preis von 100 (6: der Studierende der Landwirthschaft: Friedrich Janzen aus Kl.-Söraow,

¡wet Preise von je 100 A: der Studierende der Landwirtk-- haft Rudolf Schumacher aus Bekedorf.

Für das Studienjahr 1900/01 find wiederum vier Preis- aufgaben für die Studierenden der genannten Hochschule aus - geschrieben worden, und zwar je eine aus dem Gebiete ber Lande : wirthschaft und der Geodäsie und zwei aus dem Geotete der Natur- wissenshaft, aus Chemie und Geologie.

Zur Bewerbung um die aitéaetetts Preise von je 150 Æ sind nur die als ordentlihe Höôrer immatrikulierten Studierenden der Land- wirthschaftlihen Hochschule berechtigt.

Die Arbeiten find bis zum 1. April 1901 einzusenden.

Die an der Köniclichen Landwirth\chaftlihen Hohschule zu Berlin angekündigten Vorlesungen und Uebungen werden im laufenden Sommer-Semester von 479 Studierenden besucht, von denen 147 zur [lantwirthschaftlihen Abtheilung, 246 zur geodätis-kulturtehnischen nang und 86 zur landwirthschaftlih-tehntishen Abtheilung ge-

ren.

Unter den Hôrern der landwirths{haftlihen Abtheilung befinden fh 13 Studierende der Universität, 7 Studierende der Berg-Akademie und 1 Studierender der Technishen Hochschule.

Weizeneinfuhr Marseilles.

Nah den Woenübersihten des „S6maphore“ Weizeneinfuhr Marseilles auf dem Seewege : in der Zeit vom 17. bis zum 22. Juni . davon aus Ns in der Zeit vom 24. bis zum 29. Juni . , dabon aus U in der Zeit vom 1. bis zum 6. Juli . davon aus Ruland a in der Zeit vom 8. bis zum 13. Juli 52 180 dapon äus Rußland 4 AOOLA In den Dock3 und Entrepôts von Marseillz befanden fih am 11 Juli 50 330 dz. :

Getreidebandel in Argentinien.

betrug die

157 854 dz. 120 221

87 399

66 747 105 291

81 105

Ausfuhr von Getreide aus dem Hafen von Buenos Aires für die Zeit vom 1. bis 15. Juni 1900.

Mengen in Säcken| Sesammt-

menge (bolsas) | jy 1000 kg*)

Getreideart Verschiffungsziel

74 152 69 077 45 372 33 150 18 214 8 994 906 67 9€0 317 792 266 718 169 728 42 420 16 679 13 254 12 536 10 393 D I 267 759 805 058 42 280 13 630 5 362 l 2953 | 64 225

Mais

Frankrei

Deutschland

England

Belzien |

olland | } j

S talien Spanien Order zvufamwmen

Weizen Holland Belgien Deutschland Süd-Afrika England Spanien Jtalien Frankreich Order j¡u!’ammen

Leinsaat Holland Deutschland Belgien Frankreich z¡u’)ammen Belgien

England Holland

z¡ufam.men

L G 9362 | 2303 1 1000 ; | |

8 665

Segenwerth der höchsten und niedrigsten Preise in Mar? nach dem Durh- shnittskurse von S§m/n 1 = A 1,80

Preise im Großhandel für 1 dz

Mais: § m/n bis § m/n

a. gelber 350 . 4,—

b, weißer 3,80 440 Weizen:

a. guter und feiner 550

b, Candeal 6,—

N

L E *) Die bolsa zu 66,66 kg.

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs Maßregelu.

Rußland.

Durch eine in Batum erlassene amtliche Bekanntmachung is die

Stadt Trapezunt als 99A L NE E LT Es erllärt worden. Portugal.

Dur eine im „Diario do Soverno® Nr. 160 veröffentlichte Verfügung des Königlich pertugiefischen Ministeriums des Junern vom 19. d. M. wird bestimmt, daß die Herkünfte aus Shizonoka in Japan den dur die Verfüguag vom 14. April 1897 eingeführten Maßregeln zur Verhütung der Einschleppung der Beulenpest {zu unterwerfen find, (Vgl. „Reichs-Anzeiger“ Nx. 97 vom 26. April 1897) Caen

rkei.

Zufolge Beschlusses des Internationalen Gesundheitèraths in Konftantinopel ift die für die Küste des Vilajets Smyrna: angeordnete zebntägige Quarantäne auf den Küstenstrich

wishen Dikili und Ghöronda (eins{ießlidh diefer Puatte) a usgedednt worden. (Vergk. „R-Anz." Nx. 144 vom: v

Ferner ist Bestimmung getroffen worden, daß Reisende, welihe: Gadias UR der Siseaveie cinc t den Gi fenbahnstationen

einer ärztlihen Untersuchung und der Ankunft: an: Bestimmu R einer zehntägigen Beobachtun aen werden. (Val. ¿R.„Anz,* Nr. 125 vom 26. Mai d. S)

6,39

5,90 6,50 14,20 4—