1900 / 196 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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gegen | auf gegen Einnahme | Ganzen [das Vorjahr] 1 km | das Vorjahr

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für alle Bahnen im Juli 1900 aus dem Per- | sonenverkehre 57 291 629 +3 158 633| 1 3464+ 48+ 3,70 aus dem Güter- | verkehre . . .|93 606 764/4-5 323 794] 2161|+ 81+ 83,89

für die Bahnen mit dem Rechnungsjahre 1. April—31. März ‘in der Zeit vom 1. April bis Ende Juli 1900

aus dem Per-| L | | sonenverkehre |166147233/4-13214989] 4 596+ 292 + 6,78 aus dem Güter-| L / verkehre . . .323963639/+23166747]| 8 799|-+ 484+ 5,82 für die Bahnen mit dem Rechnungsjahre 1. Januar—31. Dezember in der Zeit vom 1. Fanuar bis Ende Juli 1900 aus Wm Per- | 0A sonenverkehre |44 617 313/41 664 759| 7 171+ 154+ 2,19 aus dem Güter-| | verkehre . . . 181 996 971/44 813 204] 12 962+ 556|+ 4,48 Eröffnet wurden: am 1. Juli Weißenburg—Lauterburg 90,76 km (Reichs-Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen), Geseke— Büren 15,20 km und Brilon—Brilon Stadt 7,30 km (Bezirk der Königlichen Eisenbahn-Direktion Cassel), Elze—Gronau 470 km (Bezirk der Königlichen Eisenbahn-Direktion Han- nover), Neidenburg—Ortelsburg 63,49 km (Bezirk der König- lichen Eisenbahn-Direktion Königsberg); am 18. Juli Nauen- dorf—Bröbzig 11,33 km der Nauendorf—Gerlebogker Eisen- hahn.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Tiger“, Kommandant: Korvetten-Kapitän von Mittelst ädt, gestern in Singapore eingetroffen.

Ueber die Fahrt der Truppentransportschiffe theilt das Kriegs-Ministerium mit: Der Dampfer „Straßburg“ ist am 15. und der Dampfer „Adria“ am 16. August in Suez angekommen ; dic Dampfer „H. H. Meier“ und „Ph ónicia“ sind am 16. August in Port Said eingetroffen, ersterer ist noch an demselben Tage, leßterer gestern nah Suez weiter ge gangen. Der Gesundheitszustand der Truppen ist vortrefflich.

Cronberg, 18. August. Das Befinden Jhrer Majestät der Kaiserin Friedrich ist, wie „W. T. B.“ berichtet, ret befriedigend; Jhre Majestät macht täglih Ausfahrten, und alle Meldungen von einer Erkrankung der Kaiserin find unbegründet.

Homburg v. d. Höhe, 17, August. Seine Königliche R der Prinz von Wales ist heute Nachmittag zum Bebraucch der Kur hier eingetroffen.

Cassel, 17. August. Der General-Feldmarschall Graf von Waldersee ist heute gegen 8 Uhr Abends hier ein- getroffen und hat sih alsbald nah Schloß Wilhelmshöhe begeben.

Deutsche Kolonien.

Der Kaiserlihe Gouverneur zu Herbertshöhe be- rihtet über eine an Bord S. M. S. „Seeadler“ ausgeführte Dienstreise im „Deutschen Kolonialblatt“ Folgendes:

Nachdem ih die Nachricht bekommen, daß S. M. S. „Sees adler“ baldigst sich nah Samoa begeben folle, rihtete ih am 97 April d. J. an den Koiserlihen Kommandanten die nach- stehende Requisition: „Dem Kommando beehre ih mich, nach- dem ich erfahren habe, daÿ der „Seeadler“ den Befehl er- halten hat, in nächster Zeit nah Samoa zu dampfen, in Erwägung zu stellen, ob nit vorerst einige im üInteresse des mir unterstellten Schutzgebtetes sehr nothwendige Touren erledigt werden können. 1. Dex alsbaldize Besuch der Nordostküste ron Neu-Mecklenburg ist im allgemeinen erforderlich, da dort eine größere Anzahl von Händlern ißt, deren Leben nit vollständig gesichert erscheint und denen det Œin- dru, welchen das Erscheinen eines deutschen Kriegsschiffes auf die Ein- geborenen machen wird, für einige Zeit wteder größere Sicherheit verlethen wird. Intbesondere sind daselbst 1) zwishen den ‘ta der Umgebun; der Händlerstationen Lanau (Lassua) und Towarneling wohnenden Eingeborenen Kämpfe ausgebrohen, tur welch die Sicherheit der

Händler gefährdet erscheint. 2) In Nusa waren Eingeborenenkämpfe |

ausgébrochen, die Ende Januar dur den Kaiferlicher Richter mit der „Mascotte“ beigelegt find. Zu weiterer Beruhigung ist hier das Z igen bewaffneter Macht erwünscht. 3) In Kabien siud die Eingeborenen dur eine Expedition mit der „Mascotte“ Ende Januar bestraft. Zur Sicherung des in Kabien sigenden Händlers muß dort nochmals

die Truppe gezeigt werden. 11. Neu-Hannoyer. 1) In Laka-Luka auf |

Neu-Hannover gegenüber der Insel Loi find Ende vorigen Jahres vier Arbeiter eines Händlers von den Eingeborenen ermordet worden. Von dem Richter waren Preise auf die Einbringung der Mörder au3gefeßt.

Nur einer wurde bislang eingeliefert. CGine weitere Bestrafung j Ñ l teu | nur so viel Kokosnüsse, wie fie zu ihrem eigenen Unterhalt nöthig

ist noch nicht erfolgt. 2) Das Anlaufen der beiden auf den Inseln bet Neu- Hannover liegenden Handeltstationen ift erwünscht, um den- selben bessere Sicherheit für Leben und Eigenthum zu geben. Mir selbst war es überhaupt bisher niht möglich, Itcu- Hannover zu be- suchen. 111. Ina der Inselgruppe St. Matthias sind die handel- treibenden Europäer noch in ständiger Lebensgefalx. Da troßdem in leßter Zeit wieder in sehr dankenswerther Weise seitens hiesiger Firmen der Versuh gemaht worden i}, dies werthvolle Gruppe zu ershlicßen, so i &8 ersorder- lih, dort zum Schuße des deutschen Handels alsbald die Flagge zu zigen. Gegebenenfalls würde ih bitten, mich mit etwa 20 Polizeisoldaten oder in Begleitung des hiesizen, bezw. des eger in Friedrih:-Wilhelmshafen auf dem „Seeadler“ einshiffen zu können.“

Nach Annahme dieser Reguisition seiteus des Kricgs\hiffs-

Kommandos schiffte ih mih am 3. ‘Mai Morgens mit 22 Polizcisoldaten (unter Polizeimeister Soelle) auf dem „Seeadler“ ein. Wir liefen zunächst die Station der Neu-Guinca-Kompagnie Warangoi an, weil hier vor kurzem ein farbiger Arbeiter der Kompagnie, welher im Bushe auf der Schildkrötenjagd sich befand, von -Kanakern mit etnem Speer verwundet worden war. Die Kanaker hatten sich niht wieder sehen lassen; aber i gab dem bis hierher mitgekommenen Ad- ministrator Geisler zur Sicherung der Station gegen etwaige Ueber- fälle zehn Policeisoldaten mit und ertbeilte ihm die Ermäthtigung, gegen in der Umgezend sih herumtreibendes räuberische8 Gesindel eventuell vorzugehen. Von Warangoi wurde der Kurs auf die dem Nordosten von Neu-Mecklenburg vorgelagerten Santwich-JInfeln ge- nouimev, die stets gute Polizeisoldaten und Arbeiter geliefe:t und

früher au, als die Trepargausbeute sih noch lohnte, zwei Händler- |

fiationen ersolgreihe Thätigkeit ermöglicht hatten. Wir landeten am

4. Morgens am Orte Karie auf der Insel Dlaul. D'e Leute waren sehr r blich und autrouliOs und unsere Polize:\oldaten fanden manchen alten Bekannten unter 1

drei ‘gut ausschende“ Léuts, darunter ein Mitglied der an eschensten Häuptlingsfamilte, für die Polizei anzuwerben. Nachdem hier np rhotographishe Aufnahmen gemacht waren, durhquerten wir in halb» stündigem Marsche die Jasel. Wir fanden im Jnnern einen fettigen Lehm- boden mit üppiger Vegetation, die von Zeit zu Zett durch ait étnzeln liegende, forgfältig gebaute Hütten unterbrochen wurde. Auf der andecen Seite bestiegen wir von dem groben Dorfe Padelum aus unsere Boote, und alsbald dampfte der „Seeadler" nah dèr gegenübet- liegenden Küste von Neu-Mecklenburg, Landschaft Kabten, weiter, Auf der Händlerstation gleichen Namens bite ih dér Händler Schnetder seinen Angaben nah sier. Mit den Leuten der Sändwich-Jnseln hatte er seit einiger Zeit, um Streitigkeiten zu vermeiden, alle Händels» beziehungen abgebrochen.

Nach kurzem Aufenthalt fuhr ih von hier in dem Dampfbeiboot des „Seeadler“ dur den Albatroskanal, während der „Seeadler", da der Kanal als Fahrwasser noch niht genügend bekannt war, Neu- Medcklenbura im Nordosten umfuühr. Die Fahrt durch den Kanal war sehr reizvoll. Die A E mpt) im hertlihsten Baumshmuck, aus dem besonders \{chöae, hochstämmige Mängroven hervorleuhteten. Däs Fahrwasser, ein tiefes Korallenbett, genügt für mittelgroße Schiffe, Fn der Nähe von Nusaum trafen wir mit dem „Steadler" wieder zu- fammen und besuchten dann, während der „Seeadler" nah Nusa weiterfuhr, die auf Nusaum gelegene Station des Händlers Ruge. Die Însel wurde Ruge, der selbständiger Händler t, vor etntger Zeit durch das Gouvernement verkauft. Der Eigenthümer hat és derstanden, nach Kläruag der ganzen Insel diese dur hübsche Ge- bâubde. Wege und Gartenanlagen zu etnem wirkli retzenden Süidsee- idyll umzuscaffen. Unter den Palmen, die thm annähernd 20 Tons Kopra im Jahre liefern, tummelt fi ein vorzüglich aussehender Rindvteh- samm und Geflügel aller Art. Ruge's jährliher Umsay ist auf 100 Tons Kopra und 10 Tons Trepang zu s{häßen, Von Nusaum dampften wir an dec Insel Kabotheron mit je etner Statton der Neu-Guinea-Kompagnie und der Handels- und Plantagengesell haft vorbei nah Nusa, wo wir den südlih von Nufa ankernbden „Seeadler" wieder bestiegen, Am nächsten Morgen ward zunächst die Zentral- station von Hern2heim u. Co auf Nusa befuht, Hier hat der Betrieb in leßter Zeit insofern eine fehr erfreuliWe Aus- dehnung erfahren, als begonnen ist, die Jnsel Nusa in eine rihtige Kokospalmenplantage zu verwandeln, Nachdem etne niht allzugroße Arbeit geleistet ist, wird die Firma Herns- heim hier jährlich 50 bis 60 Tons eigene Kopra ernten können. Später soll auch die in der Nähe liegende, der Firma gehörige Insel Nufalik plantagenmäßig ausgebeutet werden. Alles Insel und Küstengebiet in dieser Gegend eignet sich vorzüglich zur Anlage von Palmenpflanzungen. Die Produktion von Nusa und setnen Unter- stationen beträgt zur Zeit etwa 300 Tons Kopra.

Von Nufa fahren wir nah der aegenüber am Festlande von Neu- Mecklenburg liegenden Station Nowan (Hündler Mac Shan), die der Firma Forfayth gehört und etwa 80 Tons Kopra produziert. Von dort wanderten wir die Küste entlang nah dem Playe, den ich bei meiner ersten Anwesenheit hier als Punkt sür die Regierungs-Statton aut- gewählt hatte. Als besondere Annehmlichleit befinden ih in der Nähe desselben eine immer fließende Quelle und eine ausgedehnte Korallengrotte. Das Hinterland des Playes ist offenes Grasland, und der Wind wird als Land- oder Seebrise fast das ganze Jahr hindur das Stationsgebäude bestreihen. Da der Baugrund zudem aus Korallen besteht, so wird die Station voraussihtlih gesund fein. Ich beauftragte den dortigen Händler, nahe dem künftigen Stations- Haupthause eine größere Hütte nah Etngeborenenart als provisorische Ünterkunft für den demnäthst mit seinen Leuten eintreffenden Nee gierungsbeamten zu errichten. Der größte Theil des anliegenden Landes gehört der Firma Hernshcim u. Co., die der Negterung im Eintausch gegen andere Lnderelen 500 bis 1000 ha ab- treten will. Das Hinterland wird zur Anlage einer Koklospalmen- plantage und zur Viehzuht si vorzügli eignen, und das Terrain wird es ermöglichen, die rechts und links auf dem Festlande liegenden Handeléstationen zu Pferde zu besuhen. Von diesem Punlkt aus erreichten wir in etner balben Wegstunde die Station Bagail (Händler Koenen, Sirma Monton), deren Produktioz auf 120 Tons Kopra zu {äßen it. Eingefunden hatten ch auh die Händler Nielfon (Statton Bobsy, Ftrma Forsayth) und Lauser (selbständiger Händler in Nowan). Die Händler erzählen übereinstimmend, daß se mit den Eingeborenen, die allerdings zum theil immer no%d unter ich in Feindschaft ständen, keinerlei Schwterig- keit batten. Die allgemeine Klage war nur, daß die Kopra durch die vicle Konkurrenz der Händler zu theuer geworden sei. Dem kann leider nit abgeholfen werden, da es niht möglih is, unter den Händlern über cinen den Eingeborenen zu acwähßrenden Marximalprets

| eine haltbare Einigung zu erzielen, Nachmittags fuhr ih in Be-

gleitung von Kapitän Schack in der Dampspinasse des „See- adler nad der Insel Kabotheron. Die Neu - Guinea-

| Kompagnie wele Eigenthümerin der Insel if, hat da

selbft einen Japaner sigen, der mit eingeführten Arbeitern die Kopra der Insel, etwa 50 Tons im Jahre, sammelt. Außerdem befindet sich auf der Insel eine Station der Handels- und Plantagen- actellsha}t (Händler Macpherson), die aber jährlih nur etwa 20 Tons

Kovra einbandelt. Beide Händler hatten Klagen über die Eingeborenen

nicht vorzubringen. Die Neu-Guinea-Kompagnie wird in nächster Zeit Kabotheron und eine naheliegende kleinere Insel als Kokospalmen- plantage einrihten.

Am 6., Moraens, fuhren wir nah Neu-Hannover zu weiter und aingen Mittags bei einer kleinen unbewobhanten Insel vor Anker, da dort zur Korrektur der ganz unri{htigen Karten und zur Orientierung Peilunaen vorgenommen werden follten. Ich gina mit einigen Herren an Land, und wir {ossen in wei Stunden 167 der großen Süd- scetauben, sodaß am anderen Morgen jeder Mann der Besatzung des „Seeadler“ seine wilde Taube efsen konnte. Der „Seceadler" fubr dann nach der ' Nordküste von Neu - Hannover, bis unweit der gut bevölkerten Insel Ungalik geankert wurde. Die Einwohner von Ungalik, wobl rund 300, kamen uns freundlich entgegen und brahten eine Menge Speere und andere ethnologish- Gegenstände zum Verkauf. Leider pflanzen diese Leute

haben. Am 7. gegen Tagesanbruh Lihteten wir den Anker und erreichten nah zweistündiger Fahrt die Insel Kung, Eigenthum des zur Zeit in Deutschland befindlichen Hänolers Gaangloff. Sein Ver- treter Lundin erklärte, daß ringsum die Eingeborenen friedlih seien, und gab auf Befcagen die Produktion der Station auf jährlich

| 95 Tons Kopra, 25 Tons Trepang und eine wechselnde erhebliche

Quantität von Schildpatt und Muscheln (Gx@onsnailshells) an. An der unbedeutenden Station des Händlers Mönch (Neu- Guinea-Kompagnie) auf dec Insel Ungalabu fuhren wir vorbei und nabmen nunmehr den Kurs auf St. Matthias, wo wir Abends füdlih von der großen Insel bei einer Vorinsel vor Anker gingen. Jn der Ferne

| wurden bemannte Kanus si{htbar, und am Strande der nächsten Vor-

insel liefen Kanaker auf und ab und zündeten bei eintretendec Dunkel- beit ein Feuer an. Als der Scheinwerfer des „Seceadler“ den Strand in magishem Lichte erglänzen ließ, stürzten die JInsulaner in den Busch, wäbrend aus der beleuhteten Meeresfläche Tausende von Sees beten silberweiß erglänzend in kurzen Sprüngen fih erhoben. Bei Tagesanbruch fam ein Kanu mit Eingeborenen längsseit und gab uns gegen leere Flashen schôa geshaißie Holispeexe. Ich fuhr dann mit einigen Herren upd ein paar bewaffneten Polizet- foldaten an Land, und mit vieler Mühe gelang es uns, bei Anwendung größter Vorsicht mit den vollkommen nadckten Eingeborenen, vie erst mit ihren Speeren in der Hand s{eu zurückwiGen, in Verkehr zu treten. Dann taushten wir von thnen Speere, Kalkbüchsen, geflohtene und gewebte Stoffe, Muschelbeile gegen Flaschen und Feen rothen Tuches ein. Taback, Streichhölzer, Messer lehnten fe ab. Hütten sahen wir auf ?tleser Insel am Strande nicht, auch fanden wir keinen siheren Anhalt dafür, daß im Busche Ansiedelungen seien. Die“ Eingeborenen führten üns auf

huen. Ren einigem Zureden gelang es aud,

e!nent Plade in den Busch hinein, aber dieser führte än anderes Stelle, ohnèé eine Oxtschaft zu berühren, wieder an den Strand. “n Danipfpinasse, welche morgens zu Bermessungszwecken unterwe

war, wurde ebenfalls von mehreren Kanus in der Absicht des Tausi. handels freundschaftlich besucht. Nahmittags wurde mit zwei Booten auf verschtiedenen Inseln gelandet, und überall glückte es, den fehr scheuen im rohesten Naturustande befindlihen Leuten näher zu treten und zu einem regen Tauschhandel mit ethnographishen Gegenständen unter denen die seltenen guten Stücke für das Berliner Museum für Völkerlunde reserviert wurden, zu bewegen. Besonders bemerkenswerth waren dle schöônen, sorgfältizen Weberet denen von Kusaie vergleihbar, die wir in Menge er- hielten. Leider konntèn wir niht, da die Eingebotenèn ung den Eintritt in ihre Hauptdsrfer troy vieler Versuche und kleiner Listen \téts verwehrten, kn den Besiß eines Webstuhls gelangen, Auf den flach gestreckten Riffen sahen wix viel Trepang, häuptfsählih au den werthvollen „prickly red“. Kofoßpälmen setnen leider auf St, Matthias etne Seltenheit zu sein; aber voraussihtlich werden Perl, {alen und Schildpatt in erhebliwer Vtenge als Sn in Betracht kommen. Die Abrêise wurde einen Tag vershobèn, um eine genauere kartographische Aufnahme der Jnselgrüuppe zu ermög- lihen und um die in Sicht gekommene „Maseotte" (Hernsheim u. Co), auf der ih zwei Händler befanden, die sich versuhtweise in der Inselgkuppe auf einige Zett zum Handeln niederlässêèn wollten abzuwarten, Am anderen Tage ward än vetschiedenên Stellen ter Tauschhandel mit den Eingeborenen fortgeseßt, aber jeveömal, wenn wir den Versuch machten, ihre im Bus liegenden Hütten zu bes suchen, sträubt-n sle sich dagegen in einer Weise, daß wtr, um Bere wickelungen zu vermelden, davon Akskand nahmen, Aus demselben Grunde tgyorlerten wix auh ein Paar geschickt bon ihnen augeführte kleine Diebstähle, Ich halte es für unzweifelhaft, daß diese Insel, gruppe früber durch den noch bis Anfäng der ñeunziger Jahre in der Südsee vielfah dur fremde Schiffe getriebenen Menschenraub gelilten hat und àus biesem Grunde die Ein- geborenen von etnem zur Zeit {wer zu überwindenben Mißtrauen gegen älle Europäer erfüllt sind, ein Mißkrauen, tas jeden Augenbli bei der geringsten Unvoisihtigkeit zu etner Katastrophe führen kann, Daneben haben die Leute von St, Matthias eine große Gier nah europälshen Waaren und versuhen immer wieder geshickt, Kleinigkeiten widerrechtlich an sch zu nehmen. Diese Raubgier hat tin den lezten Jahren noch zu ben Zusammen- öfen mit dén Schiffen der Neu-Guinea-Kon pagnie „Johann Albrecht" und „Senta" geführt, bie auf beiden Seiten mit Ver- lust-n an Menschenleben endeten, Mix wär és dhäher ganz lieb, daft die beiden Engländer, die \ch in dexr Gruppe als Händler niederlassen wollten, nachdem die „Moscotte" eingelaufên und sie von Herrn Thiel und mir über die vorliegenden Verhältnisse aufe aeklärt waren, mix mttithetilten, daß sie vorläufig vom Beginn des H udelsbetriehs Abstand nehmen wollten. Auf die ihnen eventuell drohende Gefahr hatte ih sie bereits früher in Herbertshöhe auf- merksam gemaht. Um auf alle Fälle aber hie spätere Errichtung etner Handelsstation vorzubereiten und auch das Klären des Plages zu einer solhen den Eingeborenen später nicht als etwas besonders Nuffallendes erscheinen zu lassen, suchten wir den Play für die- selbe aus, gingen dann gemeinshaftlch in Beglettung von Matrosen und Polizetsoldaten an Land und sch{lugen im Beisein der Jnsulaner ein Dutzend größerer Bäume, darunter eine prachtvolle Kasuarine und Stämme yon Cordia subecordala nieder. Das Baumfäven {hien den Etngeborenen, die die Wirklunc unserer Aecxte mit Staunen betrachteten, nichts Unangenehmes zu sein. Einer derselben ließ ich sogar dazu herbet, gegen elnen Feten rothen Tuches als Entgelt felbst etnen Baum umzushlagen. WBek unserer Nbfahrt blieb die „Mascotte" mit den Händlern noch zwet Lage in St. Matthias, um die angeknüpften Beziehungen fertzuseßen und den Händlern genügende Gelegenheit zu geben, den Reichthum der Gruppe an Trepang, Perlschalen 2c. weiter festzustellen. Jn einiger Zeit bes absihtigt die Firma Hernsheim u, Co. wieder einen Schuner nad St. Matthias zu schicken, um vielleicht, wenn einige Wehen vom Schuner aus mit Erfolg mit den Eingeborenen verkehrt is, die Händler zur Fortsegung des Handelsbetrtebs ir der Inselgruppe zurückzulassen. Jh möchte wohl annehmen, daß, falls nicht der spätere dnekte Handel mit China dic Ausbeutung des großen, an werthvollen Hölzern anscheinend feh reien Waldb-standes der Inselgruppe ermözliht, St, Mattbia! au wenn dessen Bewohner \ich friedlich erweisen, noch lange ein verlorene Weltecke bleiben wird. Die {önen, s{hlankgebauten, abe: nit kräftigen Leute werden gutes Arbeitermaterial nicht liefern mangels Kopra wird eine dauernde Betreibung von Handelsstatione:r daselbst nit mögli sein, und der Boden ift anscheinend zur Anlag ausgedehnter tropis%er Pflanzungen zu steinig. Die große Insel {eint aud, wie wir auf einer Rundfahrt, die der „Seeadler“ am Tage der Abreise um dieselbe machte, feststellen konnten, wenig bewohnt zu fein wäbrend die vorgelagerten fleinen Inseln anscheinend eine zahlrei) Bevölkerung haben. Daß unser Aufenthalt in St. Matthias einen fo befriedigenden, friedlichen Verlauf hatte und hoffentlih nun au die Entwickelung des Handels daselbst eine gute Wirkung haben wird {reibe i in erster Linie der Anwesenheit S. M. S. „Seeadler“ 1 Di? Bewohner von St. Matthias \{cheinen den Manusleuten de: N dmiralitätsinsel sehr nabe zu ftehen. Die Polizeifoldaten glaubte? au cinige Worte wieder zu erkennen, die fie auf den Admiralitätsinseh gehört hatten. Viele Gegenftände, wie Kalkbüchsen, Kalk[öffel Penismuscheln, find denen der Admiralitätsinsulaner glei oder dod sebr ähnli. Die auf allen benahbarten Inseln gänzlih unbekannt Weberet der St. Matthiatleute wird wohl zu ihnen dur vershlagen St@iffer, vielleicht von Kusaie, gekommen sein.

Die Weiterfahrt von St. Matthias brächte uns ein fol? stürmishes Wetter, daß, da eine Landung an der Ostküste von Neu Mecklenburg toch niht des Wetters wegen ausführbar gewesen wä! die RöEfahrt die Ostküste Neu-Mecklenburgs entlang durch den S! George-Kanal aufgegeben und über Nusaum direkter Kurs nal Herbertshöhe genommen ward. Am 12., Morgens, trafen wir daselbî wieder ein,

Oesterreich-Ungarn.

Aus Anlaß des 70. Geburtstages des Kaijer® prangt, wie dem „W. T. B.“ aus Wien gemeldet wird, D! Stadt im Festshmuck. Alle Häuser sind beflaggt. Jn den meisten Schaufenstern stehen mit Blumen geshmückte Büsten oder Bilder des Kaisers. Gestern Abend fand eine Zllumination statt, welche sih bis in die äußersten Stadttheile erstreckt Das Rathhaus, die Votivkirhe, die Palais der Erzherzog: die Banken sowie zahlreihe Privatgebäude waren bur un zählige elektcishe Flammen glänzend erleuchtet, Auf dem Kahlenberge und dem Leopoldsberge brannten Höhenfeuer. Zn den Straßen wogte eine festlih gestimmte Menge. Aus allen Theilen des Landes sind Meldungen über {Flluminationen und Fackelzüge eingelaufen.

Wie die „Politishe Korrespondenz“ berichtet, überreihie eine Deputation sämmtliher Rektoren der deutschen Universitäten O estecreihs dem Unterrichts - Minister von Hartel eine Nu aua aner e mit dem Ersuchen, dieselbe an die Stufen des Thrones gelangen zu lassen.

Spauien.

In Gijon, wo die Königliche Familie heute em: trifft, hat, ‘dem „W. T. B.“ zufolge, die Polizei zw! Ftaliener verhaftet, welhe in dem Verdacht stehen, Anarchisten zu sein.

Nutnänien.

Wie „W. T. B.“ aus Bukarest vom gestrigen Tage be- richtet, meldet die „Agence Roumaine“, daß dié Untersuchung bezüglih der Ermordung des Professors Michaileano neue sensationelle Ergebnisse zu Tage gefördert habe. Bei Alex eff, einem Komplicen des Mörders, wurden mehrere von dem Obersten Kopatscheff, dem Kommandanten der Garnison oon Rusishuk, und änderen hervorragénden Persönlichkeiten unterzeihnete Briefe aufgefunden. Die Briefe enthalten

einen vollständigen Plan für die Ermordung Titoöfski's und

anderer Bulgaren und, wie es heißt, œuch aewisser politischer Persönlichkeiten Rumäñntiers, fernex Anweisungen zur Ver- istung, welche von Trifanoff, dem moralishen Urheber bis an Titofski begangenen Mordes, herrühren, wel leßterer g U eds vór dex rumänishen Gerichten ge- machten Enthüllungen zum Tode durch Gift verurtheilt worden wär. Däs Gift, das äus Sofia abgeschickt war, wurde hei Alexeff gefunden. Die Untersuchung förderte serner einen Plan für die Flucht der Mördex Titofsfki's aus dem Gefängniß oon Vacarenci bei Bukarest zu Tage. Ein Wächter, dessen Éin; perständniß erwiesen ist, wurde verhaftet und der Plan vereitelt. -

Die Bukarester Blätter veröffentlichen zählreihe Einzelheiten Über diese Vorgänge sowié über die E00 iLienáten Umtriebe einer großen Anzahl bulgarischer Macedonier, die in Nustschuk von bulgarischen Offizieren einexerziert und, wie die „Epoca“ behauptet, sogar von dem Kriegs-Minister inspiziert worden seien. Die „Epoca“ dementiert die von anderen Blättern veröffentlichte Nachricht über eine angebliche Mobilisierunqg eines Bukarester Armee-Korps sowie die Einberufung von sieben Altersfklassen und exklärt, es seien ledigli die Wachtposten an der Grenze verstärkl worden. Die Ausweisung mehrerer Bulgaren, deren Beziehungen zum mace: donischen Comilé in Sofia erwiesen sind, ‘wird als bevorstehend angekündigt. Nedelhoff, der Mörder des Stelian Stefanoff aus Braila, der bedeutungsvolle Ent- hüllungen machte, wird nah Bukarest gebracht werden, um mit den Urhebern des leßten Mordes konfrontiert zu werden. Die Beweise für den Zusammenhang der beiden Mordthaten sind erhracht Der italienische Anarcchist Angelo Rossi ist aus-

v0 C » 7 acmtclen MOYDEN,

Montenegro.

Nach einer Meldung des „W. T. B.“ aus Cetinje hat der Kaiser von Rußland dem Fürsten von Monte- negro aus Anlaß des vierzigjährigen Regierungsjubiläums des\elben einen Ordensstecrn mir den in Brillanten gefaßten Portraits Alerander’s 11, Alexander’'s 111. und Nikolaus’ 11 sowie ein eigenhändiges Schreiben übersandt

Ufienm, e Note der „Agence Havas“ besagt: Jn iner erneuten Mittheilung Li-Hung-Tschan g französische Minister des Auswärtigen Delcassé, die Ent-

le 45149901 Msn o0114/ P4415 a Cd Ad A A E mliezungen Regierung Lonnien ers abvgeandert werden,

Beantwortung »

i ufs 2 n V CLi arte DCTY

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D 4 V3 yp A Q U C A - 4, an 4) Pl, C L wenn die Befreiung der Gesandten eine vollendete Thatsache sei | |

In Berlin wie „W. T. B.” meldet, das nach- tehende Telegramm des Kaiserlichen Konsuls in Tscchif

Folgende Meldung eines japanischen Torpeds- boots [iegt vor „Peking genommen, Gefandte sammtlich befreit.“

otvy nre aInact!1 JTTEN ;

an i: / w arr pi By 4, ntr 3 + L 4 Dex am:rikanishe Admiral Remeny hat

Jestern früh 1 Uhr nahWashingt uus Tientsin folgendes Abends, en: „Peking vorden, die Mitalieder y Finzelheiten

Bon st in Washington ferner folgende Depesche Tage eingegangen: Der japanische Admira ia die i Often her Thinesen Japaner i und umringten sofort die Gesandtsch ämmtlih wohlbehalten waren. Die Verlust jetirugen über 100 Mann, die der Chinesen 300 Mam

lus Schanghai vom 16. d. M. berichtet das „Reuter Bureau“ : Li-Hung-Tschang habe eine Depesche velche besage, daß die verbündeten Truppen am 1 n Peking eingezogen seien, ohne auf Widerstand Li:-Hung-Tschang habe ein Schreiben an die Vittwe gerichtet, inm welchem er sie ersuche, gletben.

Die Londoner Blätter veröffentlichten, dem „W. T ufolge, gestern Abend folgende Telegramme __ Schanghai, 17. August, 10 Uhr 15 Minuten Vormittags Ziesige Mandarine erhielten die Nachricht, daß die Kaisert1 Wittwe, der Prinz Tuan und der Kaiserliche Hofstaat mit dem Haupttheil des Heeres und den Borern am 7. August Peking verlassen und sich nah Hsianfu begeben hätten. Die ver- bündeten Truppen begannen ihre Operationen gegen die Mauern von Peking am 15. August. Sie erwarten keinen dngeren Widerstand.

Schanghai, 17. August, 11 Uhr 40 Min. Vorm. Die ver-

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vUndeten Truppen zogen am 15 August in Peking ein. Nan glaubt, daß die Truppen Yuanschikai’s nach der Provinz Schensi gegangen seien, um die auf der Flucht befindliche Kaiserin zu \{üßen.

Der franzósishe General Frey telegraphiert aus Tientsin unter dem: 9. d: M.: Der Marsch auf Peking wurde durch Nachrichten veranlaßt, welhe den Russen und Japanern jugingen und nah welchen die Chinesen die Absicht hätten, keinen Widerstand zu leisten, sondern nach einem Scheinwiderstand bei ZUngtschou den Friedens\{luß vorzuschlagen. Nach Tientsin zu- rücégefehrt, {lug ih den Deutschen, Öesterreichern und Jta- lenern, welche augenblicklih niht in der Entsaßkolonne vertreten waren, vor, die Absendung eines Detachements zu ermöglichen, um gegebenen Falls. bei der Einnahme Pekings mitzuwirken. Sie nahmen alle: mit Dank anm Die französischen Streit- iräfte, welche in Tientsin verblieben waren, eilen mit ihnen der Entsayzkolonne nah, indem sie doppelte Tagesmärsche marhen.

Aus Toko: theilt „W. T. Bi“ folgenden Auszug aus einem Bericht über: den Vormars ch zuf Peking mit:

4. Auguit hatten die Streitkräfte der Alliierten Tientsin verlassen und am 5. Peitsang, am: 6. Yangtsan he- eht: Eine japanische Abtheilung drang am 7. August bis Zpamisaïo=-t\sun vor. Während- des Gefechts wurde ein Wneral’ der früheren chinesischen Garnison von Tientstn getödtet, während der General Ma verschwand. Die Befehlshaber

r Allürten: hielten am: 7. in Yangtsun einen Kriegsrath,

bei welcheimt der sofortige Vormarsch auf Peking béschleseit wurde, Derselbe vonn sich in folgender a Pyr 1) japanische Truppen, 2) Russen, 3) Englätider, 4) Amerikaner. Die französische Abtheilung blieb in Yangtsun, weil ihre Ver- oflegutngseinrihtungen mcht genügend funktionierten. Es würde angénomme?, daß Tung-tschou ám 11, August werde erreicht werden, Die Russen begannen gleih näch der Ein- nähme von Tietlsin dié Eisenbahn Tientsin— Peking wiedérher- zustellen, und man hofft, die Linie bis Yangisun bis zum 20. August wieder fährbar zu machen. uh die Linié Schang-hai-kwäan—Táku wird von den Russén in Ständ gesetzt, und es verlautet, daß 800 Mann dés cusfischen Eisenbahnkorps von Usuri in Tientsin érwáärtet wlirdett.

Das „Reiuter'shèé Bureau“ meldet aus Hongkong voti

16, August: Die Zollbeamten in Canton hätten eite Depesche"

erhalten, der zufolge Sir Nober Hart untér chitesisher Eskorte Peking verlassen habe. Ein Kreuzer sei etitsändt worden, um ihn aufzunehmen, werin ex dié Klisté etreie.

Dém russishen Generalstabe sind, wie „W. T. B“ äus St. Petersburg 11eldet, folgende Nachtichten zugegätigén: Der Vize-Admiral Aléxejew ist am 22. Zuli von seiner Reise rich dem Norden der Liaotung - Halbinsel näch Port Arthur zu- rückgekehrt. Er. berichtet, daß die Chinesen in fester Stellung bei Haltschen, südlih von Ljaojan, sländen; 3000 Chinesen ständen bei Niutshwaäng, 5000 mit Artillerie bei M u kden. Sie erhielten vom Norden her Verstärkungen urid vershämten ih stark. Eine Rekognoszierung der Kosaken längs des Nor- flusses zwischen dem Amur und Ufüri habe ergeben, daß die dortige, durch falsche chinesische Gerüchte stark beunruhigte mandschurishe Bevölkerung sich vollkommen beruhigt habe und ihren Ländárbeiten nähgehe

Aus Yokohamaá berichtet das „Reuter"scche Bureau“, russishe Transportshiff „Nishni Nowgorod" mit an Bord sei am 14. August auf der Höhe von T} auf ein Riff gestoßen und auf seine Nothsignale hin von japanischen Kreuzer nah Port Arthur gebracht wotden Ein amtliches Telegramm aus Sôul melde, dáß, Nachrichten aus Pjongjang zufolge, die Einwohner jenes Disteikis und

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des in der Nähe befindlichen Grenzgebiets geflohen seien, weil in der Nachbarschaft 1000 Russen gelandet wären.

Der „Times“ wird aus Schanghai vom 16. August ge- meldet: Der chinesische Gesandte in Tokio habe an Li- Hung-Tschang telegraphiert, ie japanischeNRegierutg sei geroillt, ich für die Kaiserin-Wittwe und den Ka is ér zu ver- wenden, doch sei sie entschloffen, die Flucht dex vier besonders ver- antwortlihen Beamten, Prinz Tuan, Kangyi, Hsütung und Ts\chaoshutschiao, zu verhindern. Der ru)ssische Konsul in Tokio stehe seit kurzem mit Li-Hung-Tschäng in lebhaftem Verkehr. Nach einer Mittheilung aus chinefischer Quelle wäre Li - Hung - Tshang von der Kaiserlichen Regierung beauftragt worden, durch den chinefischen Gesandten in St. Petersburg sich darüber zu uUnter- richten, ob Rußland gewillt sei, China dabei behilflich zu sein, zu einer friedlien Regelung der Dinge zu gelangen, und ob Rußland ferner die Versicherung geben wolle, daß es nicht irgend einen Theil der Mandschurei zu annektieren be-

chtige. Wenn die Antwort günstig ausfalle, solle der Vize- König sofort die Unterhandlunge1 einleiten und gleichzeitig der Militän dichurei angewiesen werden, die

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Tage, daß de Wet alle Gefangenen, mik Ausnahme der Offi- ziere, freigelassen habe Lord Kitchener habe nah einem Forcierten Marsch die Truppe des Obexstleutnants Ho are bei Slands River entseßt

Ein Telegramm des Feldmarschalls Lord Roberts meldet uus Pretoria vom 17. d. M.: Ich fürchte sehr, daß es e Wet gelungen is, seinen Verfolgern dadur zu entgehen, er, wie ich glaube, seine Kolonñe in kleittere Abtheilüngen iflôslte. Nach den lezten Nachrichten soll ex sich in der

äße von Rustenburg befinden. Das leßte von Lord Kitchener eingegangene und vom 15. d. M. datierte Tele- gramm besagt, daß er zum Entsaße des Obexstleutrtärrts Hoare von Südosten heranziehe. Der Generál Carrington stand gestern in Ottoshop, etwas weiter östlich von diesem Orte waren MYeomanry - Mannschaften mit dem Feiride im

Kampfe.

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Nr. 31 ves „Etsenbahn-Verordnungs-Blätts", heraug- gegebes im Mintstertum der öffentlichen Arbeiten, von 15 Auguft, hat folgenden Fahalt: Bekännkmachung des Refkchskanzler3, bekr. Nenberungen der Militär- Transport Ordnung, bon? 26. Jul 1900. Erlaß des Ministers dex öffentlichen Arbeiten: vom 7. August 1900, betr. Prifung und Fefststelling ber Einnahmen aus dem Prkivcitk- deyescenverkehr.

Statistik und Volkswirthschaft.

Zur Arbeiterbewegund.

Nach einex Mittheilung bhfesiger Blätkee führte« die Ver- handlungen zwischen ben ausftändfgen Kistenmächern Berlins und der „Fabrikanten - Vexeintgung“ zu keiner Verständigung (vergl. Nr. 191 b. Bl). Die Ausständigen haben jezt beschls}e#x, den lle gemeinen Ausstand cufzuheben . und in Theilausstände elite zutreten. Ueber mehrere Klstenfabrikew hat dite Ausftand#- kommission die „Speere” eue Fecnex sind die Beton- arbetter an den umfangreichen Beuten dex Akabemte der Künste in dex Hardenbergstraße im den Ausftand gekketen, nahem ibre For- derung, den Skundenlohn von 40 auf 45 F zu eehöhen, dbgeleht

worden wär,

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In Dortmund wurde, wle die „Rh,-Wesff, L n de He B ie eat N e na

¿1d gestrigen Tage die Arbeit einzustellen (vergl. Nr, 174 d. BU).

Kunft und Wissenschaft.

Aus Speyer, vom 16 August, wlrd der Mluchnèr „Allge- meinen Zeitung" berichtet: „Die Eröffnung dex Lal erar im hiesigen Dome zum Zweck der ptetätvyollen Sichtung und Otdrtung thres Fnhalts, womit zugleich hiftorishe, funf!hiftorische" und archäo- logische Studien vérknüpft werden sollen, hat heute in Anwesenheit hex engeren Kommission, des Bischofs von Speyer Dr. von Ehrlex, des Regierungs-Präfidenten Freiherrn von Welfer und des Dotmkapitulars Dr, Zlinmern ftattgefunven. Von den Kommissions- mitgliedern vertritt Universitäts-Profefsor Dr. Grauert die Königlich bäyerisdje Akademie der Wissenschaften; der Bibliothekar und Sekretär des Bayerishen National-Mufeums Dr. Wolfgang Schuidt ritmmt speziell «ls Kunftarhäologe daran theil, führt das Sthüngs- protololi uny leitet vie zeichnerishen Arbeiten, sowie die photo- cktavbishen Aufnahmen. Gymnafial-Profeffor Dr. Praun betheiligt fd ls Historiker und wird, da er eigentli die Seële der Arbeiten ift, indem ét fié bur einé eigens verfaßte Schrift angeregt hat, vurch die völlige Beherrshung des hiftorischen Materials fchäßbare Dienste leiften. Asfiftént De. Birkner von der prähiftorishen Sammlung des Nattkonäl- Museums verrwerthet feire Renntrifse von der Bestimmung der Fnothenrefte und bex richtigen Zusanirnenfegung der Ueberreste zum Zroeck2 dexr Wiederhefkättung, Sehließlich i noch Bäu- Amtmann Zimmermann, Kaiserslautern, jur Ausführung dex zeichterifhen Arbeiten zugezogen word, Am beutigen erften Tage fam mon über VBorbespreduingen und bie Fnangriffnaßhme der Arbeiten no% nit

G j hinaus.

Bom Gérmanishet Nätioal-Muséum in Nürnberg wirb berit:t: Die Gemälde SBálettié des Sermanischen Muscumt woelche fir bie Seite ber obetocufiden Shulen über ein außer- ordentli rers Matertal verfügt, if fet Fahren beftrebf, not Maßgabe der zuer Verfügung steher Mittel auh in Bejug auf die nieverbeutschen uns nieverlänvisdhas Sul Ab zu vere vollfiänSigen, um Son Ber fonds GEnfwidelung dieser beurtsdt Sim vei Publifum vis den Forscher eln ácsdautides Bills vatzjubtefé. If jg Zt (f es nun ber Leitung ves Musenms gelurigen, tin koffbártes und umfang- reiches Werk vesj-rigen Meisters zu ekbetbei, ber in dei Kunft- fchriften früherer Zt welfah als ver novidé Gegenpol Albreht Dúrer's biugest-llt wurde, ein Gemälde vou Lucas von Leyden. Iff man did im allgemetñen geriéigt, Bas Sauptgewit per fünst- lerischen Thätigkeit dieses Meisters (geb. 1494, gest. 1533) avf feine Kupfersticze zu legen, in denen er thatsächlich off mit Albrecht Diner um die Pilime täg, sd vbaif et boch auch als Malex den bedeutendsten Erscheinungen seiner Zeit beigezählf werden. Dek uns übexrlieférié Umftaid freilich, baß ex cinéa großen Theil seiner Werke mit Leimfärben auf Leinwand malte, hät ber (Frhaltung derselben vielen Abbruch gethan. Umsomeht mußte die Erwoetbüng res umfang» reichen, im allgemeinen gut ecbhaltenen und nach der Reinigung dur die gelbte Hand des Professors A. Häuser in München in! der fröheren Färbenvdräht wteder erftändenen Werkes fn dieser TeGnik aus der reisten Zeit des Meiftéës (1527) vem Museuin willkommen fein. Das Bild, das in dbeœ Hoe 185 1m in der Breite 265 m mißt, ftellt das Wunder Mois, wie ex aus dem Felsen Wasser s{chlägt, in prächtiger Walbländschaf unv mik jahlreihen, halbleben8großen S4 dar. Um Ene Felsengruvpe t der Mitte des Bilves baut fich die fein abgewogené Komposition auf. Im Mittelgeund rechts feht Mos:5 mit Aäton uns den vorichwisten “graeliten. Zahlretche charákteristise Gruppen von Wafsex holéeiben und trinkenven Männern, Freien und Kindern beleben den Vordergrund. Die etnzelaen, meist sehr chaäraltecwolen Thper fins «ufs Féifté purhgearbettet, und bie Palette bes Malers entfalteck babe cit Farbenteichthum, der umsomehr zux Geltung kommt, als vie Lan [haft in wenigen neutralen Tönen gehalten if. So sehr in betr FSanzen der deutsche Kurstharakter vorwicat, bat fh dex Maléë do, wte einzelne Figuren und der Aufbau der Gruppen beweisen aud) Bas Studium der gleichzeitigen italienischen Kunft angelegen lein lassen. Aus Jtalien if vor ganz kuïzer Zeit äuch das bér Kunftrwoifsenschaft zi8her unbekannte Hauptwerk des Meisters in ben Künfthändel gelangt;

instigen Klima bieses Lanves mäg hiex wie dort dié auße

ih ate Erhaltung wzuschreiben sein.

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__In Edbuárd Schulte’s Kuüunñnftfalon (Unker ber Lifdér h) it dex nunmeh? in modexrnem Sine utigestältete ssgénänité „elektrishe Saal" wiedex éröffatt worben, umd zwar mit der Augs stellung des Max Klinger "schen Chklus „Wandsmuck für ciné Villa“; 14 fizurlihe und lands{Gaftlihe Vorwlirfé, sowie éin Kollektion von Günther-Melzer (einem Schüler des Professors Bracht): ernste, groß;lgige Landschäften voll Stimmung uns Wirküg.

BVanwesen,

Ein Wettbewerb für mustergültigé Fäcäadeén in älte bremtischber Bauart ist, wté bas „Genfralbt, D, Bauvérro.“ méldét, von dem Verein Lödex von Bentheim in Bremen untex den Atchitékkén Deutshlánds zum 1. März 1901 ausgeschrieben worden. Ausgéséßt ias Preise im Gesammtbetrage von 10000 4 Uebex dié nähe Bedingungen ertheilt vom 1. Sepkembex d. J. ckchb bex Schriftführét des Vexeins, Dy. G. Pauli, Künsthalle in Bremer, Auskunft.

Den Wettbewerb füc Entwürfe zum Neubau einés Kéiss hauses in Arnsberg k W. hat das Preisgéricht t folgenbéeë Weise entschieden, Dex ersté Preis wurde den Yechitekten Milhelm 2nbfke 1, Robert Becktex in Berlin, bex zwette Preis bem Architekkéi Paul Baumgarten in Beclin, dex dritte Preis bem Architekten un Lehrer Krußzsch in Zitkaw zugesprochen. Jm Ganze waren 142 Eñt- würfe etngeaángen.

Dheater und Musik,

Im Königlichen Opernhause wird morgen „Migüón” mik folgendex Beseyung gegeben: Wilhelm Meister: E Philipp; Philiae: Fräuletn Dietrich; Mignon: Fräulein Deftinn. m Montag gebt die Over „Bajazzi“ (Canto: Herr Sommer; Nédda:

räulein Deftinä: Tonto: Herr Bulß; Bepho: Fre Liéhän; Silvîo: Herr Hoffmann) in Scene, Hierauf folgt das Ballet „Vék aiftmeinnicht“. (Dámen: Dell’ Er, Kiershner, Luciä, Urbansk, Peleliséue wi, f. 19.)

Fr Neuen Königlichen Opern - Theater gelangt törat „Dex Mikado“ und am Montag „Die Flezermaus" zur Aufführung: Fm Garten des Etablissements findet täglich Nachmtttags großes Militärkonzext ftatt.

Der Sytelplan des Deutschen Theaters für die nächste Woche lautet: Sontag, den 19. d, M., Abends: „Dex Pxrobelanbibat’, Nachmittags: „Die versunkene Glocke“; Montag, Abends: „Die Woher“; Dienätag: „Der Probekl’andivat“; Mittwoch: „Die versunkene Glocge“; Donnerstag: „Der Probekändidat“; Freitag: „Die Webtk" Sonnabend unv ckm nächslfolgauden Sonntag: „Dex Probekanbidak; am Nachmittag des lehteren: „Führmanx Henschel“.

Im Theater des Westens geht morgen anger jg P ardacgee - retsea „Dre Fledermaus" lu Scene; Abends, fowie ai Mattag nd

ienstag finden Wiederholungen ver Offenbach'schen Qperetts „Dis er Helena“ mit Fräulein Leone Ney als Gast in ver Titelpcrlié

Am Mittwoch, Donnerstag und Freitag gelangt die h“ in der ursprünglichen Beschung und am Sonnabend, new etnistubierk, „Orpheus in der Ünterwelt“ zur Aoffühewng. 6

Dex Wothen - Splelplaw ves Lessing - Theaters f fich folgendermaßen zusammen: Morgen, Sontag, wied mann?s Drama „Dis Ehre“ gege wis s Gra Don tag wiederholt, Am Montäg und Fretäg gelt das Listiytel

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