1900 / 204 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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An der Präparanden- Anstalt zu Lande ist der biztherige D T Michalke als Zweiter Präparazndenlehrer ange- ellt worden.

Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 33 der „Geseß-Sammlung enthält unter

Nr. 10225 das Gesetz, betreffend die Verpflichtung - der Gemeinden in der Provinz Hannover zur Bullenhaltung, vom 25. Zuli 1900; unter :

Nr. 10226 das Geseß, betreffend die Verpflichtung der Gemeinden in der Provinz Westfalen zur Bullenhaltung, vom 26. Juli 1900; und unter

Nr. 10227 die Verordnung zur Ausführung des Reichs- geseßes, betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung vom 30. Juni 1900, vom 30. Juli 1900.

Berlin W., den 28. August 1900.

Königliches Gesez-Sammlungs-Amt. Jn Vertretung: Bath.

BetkanntmacGutg:

Gemäß § 46 des Kommunalabgabengeseßes vom 14. Juli 1893 n Sammung Seite 152) wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß aus dem Betriebe der auf preußishem Gebiete gelegenen Strecken der Großherzoglih oldenburgischen Eisenbahn Quakenbrück—Osnabrück, Jhrhove—Neu- shanz und Oldenburg—Leer im Jahre 1899 ein kom- munalabgabepflichtiges Reineinkommen nit erzielt worden ift.

Münster, den 23. August 1900.

Der Königliche 2% aae s

Knebel.

BekanntmacG ung.

Nach Vorschrift des Gefeßes vom 10. April 1872 (Gesez-Samml!. S. 357) find bekannt gemacht:

1) die Allerhöchste Konz! ssions-Uikunte vom 12. Februar 1900, betreffend den Bau und Betrieb etner voll\purigen Nebenetsenbabn von Reinickendorf—Rosenthal üter Batdorf nah Liebenwalde und Groß - Schönebeck durch die Meinickendorf - Liebenwalde - Groß- ScMhönektecker Cisenbahn- Aktiengesellschaft, durch das Amtsblatt der Köntalichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin Nr. 32 S. 358, ausgegeben am 10. Auzust 1900; i:

2) das am 17. Juni 1900 Allerhöchst vollzogene Statut füc die Entwässerungs. Genoffenschaft zu Dccksheid im Kreise Prüm dur das Amtsblatt der Königlien Regierung zu Trier Nr. 30 S. 299 ausgegeben am 27. Juli 1900 ;

3) der Allerhöchste Erlaß rom 25 Junt 1300, betreffend die Verleihung des Enteignungsrehts an die Gemeinde Zäerick im Kreise Königsberg N.-M. zur Entziehung und zur dauernden Beschränkung des zur Herstellung eines öffentlihen Weges von den am linken Odera Ufer in der Bruchfeldmaik belegenen Zäckzricker Loosen nach der Haltestelle Neu-Rü?tniß der Eisenbabnstrede Wrießen—Jädickendo1f in Anipruh zu nehménden Grundeigenthums, dur das Amtsblatt der Königlichen Regieruna zu Frankfurt a. O Nr. 30 S. 225 aus- gegeben am 25. Juli 1900;

4) der Allechöhchste Erlaß vom 25. Juni 1900, betreffend die Verleihung des Enteignungsrehts an die Gemeinde Wie belekirven im Kreise Ottw-iler zur Entziehung und zur dauernden B:sh1änkung des zum Bau und Betrieb einer Privatanschlußbahn nah der Station Neunkirhen der Rhein-Nahebahn in Anspruch zu nehmenden Grund- eigenthums, durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Trier Nr. 31 S, 331, ausgeg-ben am 3. Auzust 1900;

5) der Allerhöchste Erlaß vom 25. Juni 1900, betriffend die Verleihung des Enteignungêrehts an“ den Kreis Apenrade zux Ent- ziehung und zur dauernden Beshränkvng des zum Bau und Betrieb einer Kleinbahn von Apenrade nah Lügumklost-r in Anspru zu nehmenden Grundeigenthums, durch das Amtsblatt der Königlichen Reaietung zu Schleswig Nr. 32 S. 325, aukgegeben am 4. August 1900;

6) das am 25. Juri 1200 Allerhöchst vollzogene Statut für die Entwässerungs. Genossenschaft zu Oberherötorf im Kreise Prüm durch das Amtsblatt der Köni-lichen Regierung zu Trier Nr. 30 S. 302, ausgeaeben am 27. Juli 1900;

7) der Allerhôhfte Erlaß vom 30. Juni 1900, betrefferd die Ver- Teihung des Enteignungsrechts an die Stadtgemeinde Krefeld zum Erwerbe des zu der ceplanten Erwei!erung des städtischen Wasserwerks und zum Schutze desselven vor Verunreinigung erforderlichen Grund- eigenthums, durch das Amtsblatt der Königlichen Regterung zu Düfsel- dorf Nr. 32 S. 325, ausgegeben am 11. August 1900;

8) das am 2. Juli 1900 Allerhöchst vollzogene Statut für die Entwässerungs-Genofsensa!t zu Feuersheid im Kreise Prüm dur das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Trier Nr. 32 S. 339, ausgegeben am 10. August 1900;

9) das am 3. Juli 1900 Ull-rböch# vollzogene Statut für die Entwäfsserungs-Genossenschafr 11 zu Lahr im Kreise Bitburg durch das Amtéeblatt der Königlichen Regierung zu Trier Nr. 32 S. 343, aus- g7geben am 10. August 1900;

10) der Allerhöchste Erlaß vom 7. Juli 1900, betreffend die Ber- [leibung des Enteignungéreh!s an die Stadt Barmen zum Erwerbe oder zur dauernden Beschränk-eng des zur Durchführung der geplarten Regulierung der Wupper erfcrderlihen Grundeigenthums, durch das Amtsblatt der Könialichen Neaterung zu Düsseldorf Nr. 31 S. 305 ausgegeben am 4. August 1900:

11) das am 7. Juli 1900 All-rb6Ÿ#| vollzogene Statut dcs Däàmerow - Vehlgaster Deidverbandes im Kreise Westprigniß durch das Amtsblatt der Königliben Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin Nr 32 S. 355, ausgegeben am 10. August 1900;

12) der Allerhöchste Erlaß vom 18. Juli 1900, beireffend die Verleihung des Enteignungsrechts an die „Kleinbahn-Aktiengesell- haft Culmsee—Melno* zu Culm'ee zur Entziehung und zur dauernden Beschränkung des ¿um Bau und Betrieb einer Klein- bahn von Culmsee nah Melno in Anspru zu nehmenden Grund- eigenthums, durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Marienwerder Nr. 32 S. 291, ausgegeben am 9. August 1900

Nichtamlkliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 28. August.

Jhre Kaiserlichen und Königlihen Majestäten cal vom Neuen Palais heute Vormittag in Berlin ein und wohnten der Enthüllung der Standbilder der Kurfürsten

riedrih L.’ Albreht Achilles und Joachim L. Nestor in der ieges-Allee bei. :

Der Kaiserliche Botschaftcr in Konslantinopel, Staats- Minister Freiherr Marschall von Bieberstein ist von dem ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub auf seinen Posten zurücfgekehrt und hat die Geschäfte der Botschaft wieder über- nommen.

Der Kaiserlihe Minister - Resident in Bangkok von Saldern ist von dem ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub auf seinen Posten zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Minister- Residentur wieder übernommen.

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Laut Meldung des „W. T B“ istt S. M. S. „Schwalbe“, Kommandant: Korvelten - Kapitän Boerner, am 27. d. M. von Singapore in See gegangen.

S. M. S. „Loreley“, Kommandant: Korvetten-Kapitän von Leveßow, ist am 27. d. M. von Galaß nah Kon- ftantinopel in Sce gegangen.

S. M. S. „Bussard“, Kommandant: Korvetten-Kapitän von Bassewißg, ist am 27. d. M. in Colombo eingetroffen und beabsichtigte, heute nah Singapore in See zu gehen.

Der Dampfer „Prinz-Regent Luitpold“ mit der ab- gelösten Besaßung S. M. S. „Cormoran“, Transportführer: Oberleutnant zur See Schuur, ist am 27. d. M. in Mel- bourne eingetroffen und wollte heute nah Adelaide in See gehen.

Das Kriegs - Ministerium theilt über die Fahrt der Truppentransportschiffe mit: Der Dampfer „Halle“ ist am 27. August in Singapore eingetroffen. Der G:s\undheits- zustand ist vorzüglich.

Potsdam, 27. August. Zu dem heutigen Adlerschießen der Offiziere des 1. Garde-Regiments z. F. auf den Schieß- ständen im Katharinenholz erschienen, wie „W. T. B.“ meldet, am Nachmittage Jhre Kaiserlihen und Königlichen Majestäten. Nachdem der Oberst des Reguments Jhyre Majestäten empfangen hatte, nahm das Schießen seinen Anfang. Den ersten Schuß auf den Adler gab Seine Majestät der Kaiser ab, Allerhöchstwelher Sich sodann auch an dem Schießen auf den anderen Schießständen betheiligte. Gegen 71/7 Uhr fiel der leßte Theil des Adlers. Jhre Majestät die Kaiserin überreihte dem Schüßenkönig, Leutnant Freiherrn von Ende persönlih den Preis, welcher in einer großen silbernen Schale bestand. An dem Schicßen betheiligten sich auch Seine Kaiserlihe und Königliche Hoheit der Kronprinz und die anderen bei dem Regiment stehenden Prinzen. Fhre Majestäten begaben Sich sodann nah dem Neuen Palais zurü.

Oesterreich-Ungarn.

Wie die „Politishe Correspondenz“ erfährt, bilden die am Sonntag in Wien eingetroffenen, aus Transvaal ausgewiesenen österreihisch- ungarishen Staats- angehörigen nur einen kleinen Bruchtheil der gelegentlich der Beseßung von Johannesburg ausgewieseaen Fremden verschiede7er Nationalität. Diese Maßregel finde in militäri- hen Bedürfnissen ihre Begründung. Das Ministerium dcs Auswärligen habe, sobald cs von der Verfügung Kenntniß erhalten, über den Sachverhalt sofort zuständigen Orts Eikundigungen eingezogen, deren Ergebniß zunächst ab- zuwarten fei. Es sei nicht daran zu zweifeln, daß das gleichzeitig gestellte Verlangen wegen Nachsendurg der von dzn Aus- g‘wiesenen in Transvaal zurückgelassenen Habe die vollste Berücksichtigung finden werde.

Ám Sonntag fanden, wie „W. T. B.“ berichtet, in der Nähe von Reudniß und Nachod von mehreren Tausend Personen besuchte czehishe Versammlungen statt. Nach Ansprachen von Rednern aller Parteirihtungen wurden Be- {h!üsse anzenommen, welche die Verwirklichung der staats- rehtlihen Forderungen der Czechen verlangen.

Großbritannien und JFrland.

Die Admiralität « hat einen Bericht über die Kriegs- transporte nah Süd-Afrika in der Zeit vom 1. Juli 1899 bis 31. März 1900 veröffentliht, nah welchem, wie die „Army and Navy Gazette“ mittheilt, in der angegebenen Frit von verschiedenen Punkten der Erde aus nah der Kap-Kolonie und Natal befördert wurden: 7566 Offiziere, 192089 Mann, 59 073 Pferde und 32678 Maulthiere, dazu eine ge- waltige Masse Kricgsmaterial. Jn Ganzen waren 391 Reisen zu verzeichnen,“ von denen nur zwei fehl- gingen. Bei all den Transporten warc kein Verlust an Menschenleben zu beklagen, und von den über See beförderten Thieren gingen nur etwa 21/2 % zu Grunde. Faßt man nur das Mutterland und Jndien ins Auge, so wurden zwischen England und Süd-Afrika 216 Reisen ausgeführt und dabei 6663 Offiziere, 170 185 Mann und 30101 Pferde be- fördert. Zwischen Jndien und Süd-Afrika waren 49 Fahrten mit 417 Offizieren, 10392 Soldaten, 2882 Followers (Zres kfnchte), 7344 Pferden und 1566 Maulthieren zu verzeihnMÄ.

Frankreich.

Nach einer Meldung der Pariser Blätter hat die Pariser Polizei der Staatsanwaltschaft in Mailand die den Auf- enthalt Bresci’s in Havre und Paris betreffenden Aktenstücke übersandt, welhe wichtige Aufschlüsse über die Vorgeschihhte des Attentats enthalten sollen.

Der französishe Konsul in Yünnan François is, wie „W. T. B.“ berichtet, léfiera in Marseille angekommen.

Rußland.

Dr. Leyds und die übrigen Mitglieder der Buren- Mission sind, wie dem „W. T. B.“ gemeldet wird, gestern von St. Petersburg abgereist.

Morgen - sollen das 24. Schügen - Regiment sowie die Stäbe des X. Armee-Korps und der 4. Sibirischen Jafanterie- Brigade von Charkow über Odessa nah Ost - Asien abgehen. ___Dem „Regierungsboten“ zufolae ist die Bildung. von 8 Mitrailleusen-Batterien befohlen worden. Dieselben werden zu je zwei den vier neu errichteten sibirishen Armee- Korps einverleibt werden.

Ftalien.

Die „Agenzia Stefani“ meldet, daß der Pfarrer von San Sebastiano in Nom unter Anklage der Verherr- lihung des Königsmordes verhaftet wordén sei.

Türkei.

Der deutshe Botschafter Freiherr Marschall von Bieberstein wurde, wie „W. T. B.“ meldet, am Sonntag Abend nah dem Diner im Yildiz-Palais von dem Sultan in Audienz empfangen.

Wie das Wiener „Telegr. Korresp.-Bureau“ erfährt , ist zwischen der Türkci und Rumänien eine Vereinbarung zu stande gekommen, wclche die Wirksamkeit des Diffe- rentialtarifes für zehn Monate aufhebt und die frühere Konvention wieder in Kraft scezt. Durch diese Maß- regel sollen Verhandlungen über den Abschluß eines Handels- vertrages mit Rumänien ermöglicht werden.

Rumänien. Der König und die Königin haben, wie „W. T. B.“ mcldet, Bukarest heute verlassen; der nig begiebt sih auf einen Tag nah Wien und sodann nah J\ch[l; die Königin

reist direkt nah Neuwied. | Die „Agence Roumaine“ erklärt die Nachricht von rumänishen und bul-

Grenzkonflikten zwischen garishen Truppen für unrichtig. Ebenso bezeichnet die- elbe die Meldung von einer Beleidigung der rumänischen Fahne in Rustshuk und die Behauptung, daß die rumänische Armee Mobilisierungsbefeh( erhalten habe, als fals}ch.

Serbien.

Aus Belgrad wird dem Wiener Telegr.-Corresp.- Bureau“ gemeldet, daß der frühere Minister Gjaja zum diplomatishen Agenten in Sofia ernannt und der bis- herige serbishe Agent in Sofia Jwan Pawlowitsch zur Disposition gestellt worden fei.

Asien.

Nah einer in Paris eingetroffenen Meldung des französishen Konsuls in Schanghai befinden si die Kaiserin-Wittwe, der Kaiser und der Prinz Tuan in der Provinz Schansi.

Der „Standard“ berichtet aus Schanghai vom gestrigen Tage, es sei jezt der dokumentarische Beweis erbracht, daß Yung-lu der thatsählihe Urheber des fremdenfeindlihen Aufstandes in Peking und Tientsin gewesen sei, und daß der Prinz Tuan, Kang-yi, Li-ping-heng und die Kaiserin- Wittwe von ihm überredet worden seien, eiae extreme Haltung einzunehmen.

Die französishe Regierung erhielt, dem „W. T. B.“ zufolge, ein Telegramm des Generals Frey aus Peking, in welchem dieser mittheilt, er habe sich am 16. d. M. zusammen mit den Russen des Tschauentsche- Thores be-

mächtigt, welhes von einer starken Mandschu-Truppe ver-"

theidigt worden sei. Er habe sodann mit Hilfe eines Bataillons Japaner das Sihoa-Thor nah lang dauerndem Widerstande genommen und den Peitang entsezt. Der ganze Theil Pekings zwischen der Marmorbrücke, dem Kaiserlihen Palast und dem Peitang sci voll von Verschanzungen gewesen, welche zahlreiche Chinesen hartnäckig vertheidigt hätten. Er (cer General Frey) habe den ganzen Tag einen sehr anstrengenden Straßen- kampf zu bestehen gehabt. Der französishe Gesandte und das Personal der französishen Gesandtschaft seien ihm überall hin gefolgt. Nach sehr heftigen Kämpfen habe die Kolonne den Kohlenhügel beseßt. Vier Sol- daten seien getödtet, 2 Offiziere und 3 Soldaten verwundet worden. Dic Russen und Japaner hätten ebenfalls Todte und V-rwundete verloren. Der General spriht sich sehr an- erkennend über die Haltung der Truppen aus, welche über 500 Chinesen getödtet hätten.

Der italienische Admiral Candiani hat, wie die in Rom erscheinenden Blätter melden, telegraphiert, daß nach Meldungen des Gesandten Salvago Raggi die Lage in Peking unverändert sei und cs sih ferner bestätige, daß zwischen Peking und Tientsin kleinere Gefechte stattgefunden hätten. Der Admiral Candiani meldet ferner, daß bereits zahlreiche chinesishe Gefangene in Tientsin ankämen. Eben- daselbst werde auch cin Verproviantierungsdienst für die ver- bündeten Truppen eingerichtet, welche Peking beseßt hätten. Eine Abtheilung des japanischen Genickorps sei in Taku ge- landet worden und werde damit betraut werden, die Eisen- bahnlinien wiederherzustellen.

Der amerikanische Gesandte Conger telegraphierte gestern über Taku nah Washington : Seit meiner leßten Depesche sind keine wihtigen Bewegungen erfolgt. Die Militär- behörden bemühen sih, die Ordnung wiederherzustellen. Visher ist noch kein Vertreter der chinesischen Regierung in Peking aufgefunden worden, es sollen jedoch mehrere Beamte des Tsung-li-Yamen dort anwesend sein, und man erwarte, daß sie bald an die Oeffentlichkeit treten würden. Die Generale der Verbündeten hätten beschlossen, den Kaiserpalast nit zu be- treten, sondern ihn unbeseßt zu lassen. 2000 Deutsche sein am 27. d. M. in Peking eingetroffen.

Aus Tientsin vom 24. d. .M. berihtet „W. T. B.“, daß sich große Schaaren von Boxern fünf deutshe Meilen nordöstuch von Yangtsun sammelten. Die Eiscnbahn Tientsin—Yangtsun sei wiederhergestellt.

Nach einer Meldung aus Schanghai befand sich am 20. d. M. eine Gruppe von Missionaren und Jnge- nieuren in Tshengtingfu, südwestlih von Peking, noh am Leben, doch meldeten dieselben, daß 1hre Lage kritisch sei.

Dem russischen Generalstabe sind, wie „W. T. B.“ aus St. Pctersburg meldet, folgende Nachrichten zugegangen : Die Mongolen haben das Detachement des Generals Orlow gast- freundlih empfangen; sie versehen die Truppen mit allen möglichen Vorräthen und wollen dafür k-ine Bezahlung nehmen. “Jn Njutschwang ist die Zivilverwaltung dem russischen Konjul übergeben worden.

Jn Yokohama eingetroffenen Nachricht aus Söul zu- folge, theilte, wie das „Reuter'she Bureau“ berichtet, der fkoreàanishe Minister des Aeußern dem japanischen ertreter mit, daß in Ucbereinslimmung mit der Anregung des leßteren die Regierung von Korea eine Streilmacht zur Wahrung der Ordnung an der Nord- grenze entsende, und gab die Väsiserung, daß der Ausb: uh von Unruhen durch örtlih: Zwistigkeiten vcranlaßt und nicht auf feindselige Gesinnung gegen die Ausländer zurückzuführen sei,

Der Dampfer der „Hamburg-Amerika-Linie“, „Savoia“, welher Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser als Hospitalschiff zur Verfügung - gestellt wurde, hat, wie „W. T. B.“ meldet, in Yokohama seine Lazare‘heinrichtungen vollendèt und ‘ist auf Anordnung des Vize: Admirals Bende- mann von dort nah Taku abgegangen.

Afrika.

Der Feldmarschall Lord Roberts meldet aus Belfast vom 26. d. M., 11 Uhr Nachts: Wir sind den größeren Theil des heutigen Tages über in ci"em Umkreise von 30 erglischen Meilen in ein Gefecht voerwickelt gewesen. Die Division Lyttleton mit zwei Kavallerie-Brigaden, das Ganze unter dem Gencral Sir Redvers Buller, manövrierte im Südosten von Dalmanutha. Der G-neral French marschierte mit zwei Brigaden Kavallerie nordwär!s, auf der westlichen Seite von Belfast vorbei, und trieb E nah Lekenvlei an der Straße Belfast—Lydenburg zurück. Als der General French Lekenvlei erreiht hatte, rückte der General Polecárew mit seinec Garde-Brigade zur Unterstüßung von Belfast aus vor. Der Feind, der augenscheinlich von Norden und von Osten her bedeutende Verstärkungen erhalten hatte, leistete sowohl dem Vormarsch Sir Redvers Buller's als auch dem Polecarew's hartnäckigen Widerstand und hatte drei weit- tragende Geschüße sowie viele andere Artillerie im Gefecht. Das Feuer war sehr heftig und dauerte bis zum Einbruch völliger Dunkelheit fort. Sir Nedvers Buller’'s Verluste betrugen 5 Todte und 58 Verwundete. Von den übrigen Truppentheilen sind noch keine Verluste gemeldet. Die Buren leisteten entshlossenen Widerstand und haben eine große Zahl von Geschüßen zusammengebracht. Das Gelände ift \hwierig und wohlgeeignet für die Taktik der Buren, aber ungünstiger für die Verwendung unserer Kavallerie, als dies nah unserer bisherigen Erfahrung irgendwo der Fall gewesen.

Lord Roberts berichtet ferner über Operationen, welche zum Entsaße des Obersten Ridley führten, der ba Win- burg mit 250 Mann beriitener Truppen und 25 Mann Jn-

fanterie von 1000 Buren mit 2 Geschüßen angegriffen und, g

umzingelt worden war. Der Oberst Ridley hatte cinige 30 Mann verloren. Der General Nund le meldet, daß sich in Harrysmith 169 Buren ergeben haben.

Aus Belfast vom 27. d. M. meldet Lord Roberts: Der Feind griff am 26. d. M. Winburg von drei Seiten an, wurde aber von dem General Hamilton mit beträcht- lichen Verlusten zurückges{hlagen. Dabei wurde dec Kommandant Olivier mit seinen drei Sößÿnen gefangen genommen.

Das „Reuter she Bureau“ meldet aus Geluksfarm vom 26. August: Der General Polecarcw bekam am Sorn- abend, nachdem er Belfast besezt hatte, Fühlung mit der Hauptmacht des Feindes bei Dalman utha. Seine Artillerie zerstörte eine Pflanzung östlich von Belfast. Die Buren er- widerten das Feuer aus weittragenden Geshüzen. Der General French steht in der Flanke des Generals Sir Redvers Buller. Dort fand ein lebhaftcs Artilleriegefecht zwischen den Engländern und den Buren statt. Die Geschüye des Feindes haben eine starke Stellung inne, und der Feind be- absichtigt augenscheinlih, um das Gebiet zwischen Beifast und Machadodorp auf das zäheste zu kämpfen.

Dasselbe Bureau berichtet aus Maseru vom 27. d. M, daß sich drei kleine Detachements von Buren in der Nähe von Senekal und Bethlehem gezeigt hätten.

Die „Daily Mail“ meldet aus Piectermarißburg vom 27. d. Mts. : Eine Burenabtheilung hat gestern hunderi Pfund Dynamit in einem Kohlenbergwerk nahe bei Jngagane in Nord-Natal weggenommen.

Dasselbe Blatt berichtet aus Lourenço Marques vom 2c. d. M.: Während des Angriffs des Generals Sir Redvers Buller auf die Stellungen der Buren an der Straße Ermelo—Machadodorp, welher am leßten Donnerstag stattfand, hätten die Buren {were Ver: luste gehabt. Die Hälfte ihrer Artilleristen sei Ge- fallen. Jn einem am leßten Donnerstag abgehaltenen Kriegsrath sei gegen den Nath Botha's mit 21 gegen 9 Stimmen beschlossen worden, zu dem ursprünglihen Pian, sich auf Lydenburg zurüczuziehen, zurück;ukehren. Vorräthe, welche kfürzlih von dort weggebraht worden seien, würden wieder dahin zurückzesandt.

Der „Daily Telegraph“ meldct aus Kapstadt, die britishen Behörden hätten in Pretoria einen Brief ent- deckt, in welchem Reiß die Niederländische E:senbahngeselschaft gebeten habe, einem gewissen Hargrove finanzielle Unterstüßung zu leihen, ferner ein Buch, in welhem eine Summe von 1000 Pfund, die an Hargrove für politishe Zwecke ausbezahlt wocden, eingetragen sei, und drittens die Empfangsbestätigung Hargrove?’s

Nr. 67 des „Centralblatts der Bauverwaltun «a *, heraus- gegeben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 25 Auvguft, hat folgenden Inhalt: Amtliches: Dierst-N2chrtchten Nicht amilihes: Das neue Flußwasserwerk in Hannover. Umlaufkanal mit Stau- und Turbinenanlage bei Jonage an der Rhone. Zur Baupolierf:age. Fensterfeststeler mit Retbung3widerftand Vermischtes: Wettbewerb um Entwürfe zu einem Dienst3ebäute für die Kreishauptmannschaft und Amtshauptmannschafi Chenmniß. Verwendung bcchgespannten Drebstromes für den Betrieb eleftrischer Bahnen. Standfestigkeit von Brücken auf P-nvelsäulen. Weg- übergänge in Schieneni. dhe. Splintartige Spannschraube zum Spannen von Drahtgittern.

Statistik und Volkswirthschaft.

Ausschließlihe Immobiliarbrände in Preußen 1897 und 98.*)

(Stat. Korr.) Wenn ein Brand unbeweglihe Gegenstände be- s{hädigt, pflegt er auch auf beweglihe überzugehen. Jn zahlreichen Fällen aber wird er gelös{cht, bevor er Gelegenheit zum Grgreifen brennbarer Mobilien fia-et, so bei Dahh- und Waldbränden, denen sich rein mechanisch wirkende Blißs{hläge hinzugesellen. Innerha!b des preußischen Staats wurden von solchén ausscließlihen Immobiliar-

bränden betroffen | Zahl dief joodts ; 3a iefer von nm- in den Gemeindegruppen emeinden Brände mob.-Bränden 1897 1898 11897 1898 1897 1898 Berlin 1494084493 261 236 rößere Städte . As : 891 1198 1116 334 341 Äeinere U 305 |' 480 480 216 9225 Landgemeinden 113911407 1321 168 164 Gutsbezirke O 2060 1.199 919.196. 919 in8gesammt . ., 1740 | 3860 3622 221 219 Daß in Großstädten mehr an Immobilien ausgebrochene Brände als in kleinen Ortschaften verhindert werden, bewegliche eger iianda zu zerstören, oder umgekehrt an Mobilien entstandene nihr bis zu feststehenden Gegenständen übergehen, ist hauptsählich als Folge des

*) Val. die Statistik der Brände mit gleihzeitiger Beschädigung von Immobiliar und Mobiliar 1897 und 1898 in Nr. 194 d. Bl.

besWleunigten Eingreifens der Löschilfe bezw. der feuersi Heren Bcu- art der G:bäude cnzuerkennep. _ Reine Immobiliarbrände greifen selten nach anderen Besißungen üver und zerstören auch weniger Weth feststehenden Eigenthums als die zuglei beweglihes angreifenden Brände. Wiähr?:nd der beiden Jahre wurden von jenen

Schaden auf einen

Besitzungen in betroffen verursaht: # Brand: M : 1897 1898 1897 1898 ‘1897 1898 Berlin b O82. 403 47827 4398 82 89 größeren Städten . 1198 1127 372848 328011 8313 294 kleineren ¿480 4989 262 591 247497 547 515 Landgemeinden . . 1423 1370 665 770 802 386 473 607 Gutsbezirken e O9 09 282 917 146 102 1422 689 überhaupt . . 3887 3695 | 1631953 1567 984 423 433 Vom ganzen Schaden wird {on bei dec ersten Aufstellung der endgültigen Ergebnisse der auf eingebaute Motoren entsallene auß- gesondert, bei dessen Berehnung gewöhnli \{chwer und zuweilen gar- niht angegeben werden kann, ob und inwieroeit beweglihe Getriebe einbezogen sid. Der von den berihtenden Behörden ermittelte oder geshäßgte Verlust betrug bei auss{ließlihen Immobiliarbrändena in den Gemeinde- im Jahre 1897: 4 an im Jahre 1898: 46 an j gruppen Motoren sonst. Imm, | Motoren font. Imm. De —- 47 827 45 988 größere Städte . 59430 313418 20 706 307 305 fleixere s 10913 9251 678 5 549 241 948 Landgemeinden . 8938 657 232 17 430 784 956 Gutsbezirke S 282.917“ | 45 146 057 zusammen 78881 1553072 43730 1524254

Zur Arbeiterbewegung,

In Dortmund is, der „Rh -Westf. Ztg.“ zu‘olge, der all- gemeine Ausstand der Maurer (vergl. Nr. 196 d. Bl.) seitens der Lohnkommission aufgeboben worden, sodaß nur noch ein theilweiser Ausftand besteht. Infolge dcssen hat die Zahl der Arbeitswilli.en sich gegen die Vorwoche bedeutend erhöht, und ist beute an fast sämmt- lichen Bauten die Arbeit zom theil wieder aufgenommen.

Zam Ausstand der Messerschlä ger in Solingen (vergl. Nr. 198 d. B!) berichtet dicselbe Zeitung, daß jeßt dec Schlägerei- besißerverein es endgültig abgelebnt hat, mit den Arbeitern auf Grund des von den leßteren aufgestellten Preisverzeichnisses zu verhandeln. Der Verein fordert bedingungslose Aufnahme der Arbeit und erkiärt fi erst dann bereit, über neuz Preise nach einem von ihm selbft auf- zustellenden Preisverzeichnisse zu verhandeln.

In einer öffen1lichen Gcwerkschafteversammlung ter Hafen- arbeiter in Bremerhaven wurde, wie dem vorher genaunten Blatt mitgetheilt wird, beschlossen, in AnbetraGt des Hamburger Hafenar beiter-Ausstandes (vergl. Nr. 200 d. Bl.) jede Arbett an Bord der nah China abzufertigenden Trupp?ntransport-Dampfer abiulehnen,

us Marseille meldet ,W. T B.* yom gestrigen T1ge, daß in ¿iner aus Delegirten der Arbeitgeber und der ausftändigen Hafen- ¿rbeiter zusammengesez‘en V-rsammlung cin U*ber-inkommen erzielt wurde, nah welhem der Ausstand beentct ist. Die Arbeit follte heute wieder aufgenommen werden. (Vergl. Nr. 199 d. Bl.)

Kunft und Wissenschaft.

Aus Speyer wird über die Aufdeckung der Kaifergräber im dortigen Dom weiter berichtet :

Sve yer, 25. August. Die Arbeit des heutigen Tages war zunächst den höher gelezenen Gräbern der westlichen MNeibe ges widmet. Sie wurden, dret an der Zahl, in zerslörtem Zustande aufs gefundei und liegen etwa auf demselben Niveau, in dem tas am 17. August zucrst aufgedeckte, ncch Süden gelegene Grab merk- würdiger Weise sch intakt erhalten hat. Das am meisten -nach Norden aeclecene Grab, in welhem man na den alten Berichten die Gebeine Adolf’s von Nassau vermuthen follte, enthielt in vielem Schutt nur wenige Ueberreste eines mens[chl:chen Körpers. Tas in der Nichturg rah Süden sich anschließende Grab war im unteren Theile mit rothen Sandsteinplatten eingefaßt, weiter nah oben qauf- gemauert und dur eine außerordentlich \ckchwere, geschliffene aber nur theilwcife erhaltene {chwarze Maiwo: platte, fecner ggen Westen durch zwei Sandsteinplatten ges{lossen. Ja der geräumigen Grabkammer fand. man ein Hol;kisthen, offenbar das im Jahre 1739 eingefeßte Kisthen, mit den Ueberresten mens{chli{cher Getetne, die mehreren Körpern anzvgehören s{heinen, und außerdem einem Schwerte; das noch weiter nah Süden ans{ließ:nde Grab barg die stark vermoderten Ueberreste cines gemöhnlihen Sarges aus Tannen- bréttern. und darinnen Schutt und wenige mers{chliche Gebeine. Fn der gestern theilweise freigelegten, vordersten Westreihe ließen ih bisher vier Grabstätten erkennen, tarunter ein großer Sarkopbag aus rothem Sandstein mit s{chräz aufsteigendem Decktel. Jn der Oft- reihe der Salier-Gräber wurde nördlich rom Grabe Konrad?s I1I. ein weiteres Kaisergrab aufgedeckt. Die noch fest umbüllte, stark ver- moderte Leiche trägt dite kuvferne Grabfrone auf dem Haupte. Aller Wohrscheinlihkeit rach ist hier Kaijer Heinrich 111. in unberührtem Zastande gefunden.

Literatur.

Das Reibsgesey über die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit vom 17. Mai 1898, unter Be: rücksihtigung des preußischen Gesetzes über dite freiwillige Gerichtsbarkeit vom 21. September 1899, erläutert von A. Fuchs, Lavdgerihtarath in Cassel. Verlag von C. L. Hirshfeld, Leipzig. Geh, 17,20 Dieses Werk bietet einen tebr gründlichen und ers@öpfendea Kommentar zu dem Neich8geseß über die freiwillige Gerichtsbarkeit und wiro besonders in der preußischen Gecrichtsvrax!s freudig begrüßt werden, wil es niht nur an den cinschläziaen Steen das zur Grgänzuny uod Ausführung erlasse-e preußishe G:iez über die freiwillige Gerichtsbarkeit wie alle ministeriellen Ausfübrungas- bestimmungen berüdcksihtigt, sondern auh auf S. 498 tis 597 noch einen besondere, ebenfalls eingehenden Kommentar zu leßterem Gesetz enthält. Die Literatur is voUständig verwerthet. Hervorzuheba ist auh die forgfältige Untersuhung der Anwendbarkeit der einzelnen Geseßesbestimmungen auf die in dem Bürgerlihea Gesetzbuch und anderen Reichsgeseßea geordneten Materiea. Soweit das Gesetz über die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit auf Verfayrents- vorschriften anderer Geseze, insbesondere der Zioilprozeßordnung, Bezug nimmt, find diese zur Erleichterung der Uzbersicht in den erläuternden Anmerkungen wö-tlih wiedergegeben. In neun Anklagen find die Bekanntmachungen des Reichskanzlers und die Verfügungen des preußischen Justiz-Mini\ters über die Führung des cdenossenschaftsregisters und die Anmeldungen zu demselben, übec das Vereins, das Vüterrehts-,. das Handelo- und das Schiffsregister, über die von Amtswegea zu bewirkenden Zust-Üunzen und Bekannt machungen gerihtliher Verfügungen, fovie die Ausführungs- bestimmungén des Bundesraths zum § 25 dez Gesezes über das Flagg?enreht der Kauffa"rteischiffe vom 22. Juni 1899 und die all» gemeine Versügung des Justiz- Ministers vem 21. Dezemb-r 1899 betreffend das Notariat, zum Abdruck gelangt. Den Schluß bildet ein ausführlichßes Sachregister.

Das Jnyalidenversiherung s8gesey vom 13./19. Juli 1899, Textausgabe mit Anmerkungen, sämmtlichen Ausführungs- bestimmungen, insbesondere der Anleitung über den - Kreis der Ver- sichertep, und Sachregister von Dr. Ronrat Weymann, Kaiserlichem Regierungsrath und ständigem Mitglied des Reichs» Versicherungsamts. Berlin, Verlag von Franz Vahlen. Geb. 240 46 Das kleine Werk leitet in ausführlichen Anmerkungen in deu juriftifhen und wirth- schaftlichen Zusammenhang der einzelnen Bestimmungen des Gesetzes ein, der für das Verständniß oft ganz unentbehrlich isl. Es verwerthet in kurzen Hinweisen alle wichtigeren Entscheidungen des Reichs: Versicherungsamts, was für den praktishzn Gebrauch von besondecem Werth sein dürfte, und enthält das gesammte umfangreiche ‘Material

an Neichs-Ausfübrungsverordnungen, vor allem die Anleitung, betr-ffend den Kreis der Versicherten, welche auf die Frage wer y-rsi berungs- pflichtig ift, eingehende und authentishe Antwort giebt. Die An- merkungen lassen das Bestreben erkennen, au dem Nichtrechtskandigen das E zu erleihtern und die Arbeiter darauf hinzuweisen, welche Vortheile das Gesey ihnen bietet, und wte sle sih diese Vac- theile am wirksamsten zu nuße machen können.

Die deutsche Kolontal - Geseßgebung. Sanm!ung der auf die deutshen Shußzgebiete bezüglihen Geseze, Verorhtungen, Eilasse und internationalen Vereinbarungen, mit Anmerkungen und Sachregister, auf Grund amtlicher Quell-n zum ‘dieistlihen Gebrau herausgegeben von Dr. Alfred Zimmermann, Legationsrath, Vierter Theil: 1898 big 1899, erlag der Königlichen Hofhuch- bandlung von E. S. Mittler u. Sohn, Berlin. Geh. 5,50 M Die Geîeßze und Bestimmungen, welche jeweilig für die Berwaltung der Schußgebiete erlassen werden, geben ein Bild der folontalen Bestrebungen und der Entwickelung unserer Shußzebiete; sie zetgen, im Zusammenhange betrachtet, nit allein, wie weit über alle Gebiete der staatlihen Wirksamkeit fich " die kolontale Berwaltung erstreckt, sondern lassen auch erkennen, wie die Gejeye und Verordnungen in die Thätigkeit der inländischen Behörden vielfah eingreifen. Auch das legte Jahr ist, wie der vorliegende vierte, die Jahre 1898 und 1899 umfassende Theil des ángangs - ges nannten Sammelwerks bezeugt, rei an Gesetzen, Verordnungen und Erlassen gewesen. Derselbe enthält die Verordnungen 2c. für die unter der Verwaltung der Kolonial-Abtheilung des Auéwärtizen Amts stehenden Schutzgebiete, unter denen jeßt auch Samoa erscheint, sowie das gesechgeberische Material für Kiautscou. Zur Grleichterung der Benußung des Gesammtwerks ist dem viertes Theil außer dem Znhaltsverzeichniß und einem Sachregister ein ch-onologisches Ver- ze chuiß sämmtlicher in den bisher ershienenen vier Bänden erthaltenen Geteye 2c. beigegeben, Allen Kolorialpolitikern, sowte jedem, der Bezichungen ju den deutschen Kolonien unterhält, wird das Werk beim Nacschlagen und als Leitfaden gute Dienste leisten.

Die englishen Fabrikgeseße. Von Dr. Bénno Karpeles. Verlag von Emil Fe!ber, Berlin. Seh. 10 A Die vorliegende Sammlung enthält vornehmlich jene enzliih:n G-sete, zu deren Durchführing die Fahrif- oder Bergwerk-Fnspyektoren berufen fiad. W.-1hes Interesse diese S1mmlung beanspcuchen darf, braucht niht näher ausgeführt ¡u werden, da die englische Gesetzgebung die Grundlage der Fabrikgeseßgebung aller Länder geworden ist. Das Buch ist mit einem Kommentar ve: sehen, der dem Leser an jeder Stelle über das thatsählih geltende Ret Auskunft gtebt, fodaß dadurch ein für jeden Sozialpolitiker unentbehrliches Ha1dhuch gesh2ffen ift, das auch die Beachtung weiterer Kreise verdient.

Land- und Forftwirthschaft. Stand der Kulturen in der Shwei:.

Der „Landwirthschaftlitzen Zeitschrift“ wird aus Zug vom 14. August berichtet: Die Emdernte ist in vollem Hange, vielerorts rüdt sie schon dem Ende entgezen oder ift bereits beendet. Der Ertrag ist sehr verschieden und varttrert ¿wischen unter mittel bis schr gut. Auch die Ecnte der Frübkartoffeln ist im vollen (Sange, doch rühmt man den Ectrag nit überall. In {weren Böden soll es viele kranke Kaollen geben. Wenn nun die Er:te der Spâäts- kartoffeln niht gut ausfällt, so könnte der {nell und tief gefallene

Pre's im Winter wieder etwas in die Höhe gehen.

Ernteaussichten in Dänemark.

Das Kziserlihe G-neral-Konsulat in Kopenhagen berichtet unter dem 22. d. ‘M: Folgendes :

Da das Wetter in der ersten Hälfte des Augu|t zwar unsither, im Ganzen aber doch nit allzu ungürstig war, au zur Zeit rel1- tive Tre kenheit herr|cht, darf im allzemetinen eine gute Ecntz ais ziemli gésihert betrachtet werden. Dieselbe erscheint aber, mit den Borjahre verglihen, a:s etwas ver!pätet und wird selbs bei weitechi günstigem Wettec im Laufe dieses Monats nicht zum Ttemmen.

Wie voc vier Woten lauten die Beribte im allzemeinen be fricdigend.

Vie Noggentnahd ift beendet und der Rozagen gefahren. Währenö über die Kornergiebigkeit theilungen noch ausftehen, wicd an einzzsnen außerordentlich reicher Strohbertrag rübmend ervorgeh Die, Menge des Strohs und der Umstand, 3 Getreide si vielfa gelagert hat, erschwert zwar i ite die Benuzung der Majchinen, ti:s ift indessen empfindlih, weil ein Mangel an Arbeitskräften in

„soweit hi:r bekannt geworden, in Dänemark nibt becvo

Bezüglich des W-izens ift dem im lezten Berich Wefentliches vorläufig nicht hinzuzufügen; dasselbe gil Hafers und der Gerste.

Rüben und Kartoffeln steben gut, kartoffeln follen stellenweile etnen großen (

bemerkbare geringe Milchergrebvigkei

Jondern in dem Umstand, daß j-gt | herbst kalbenden Kühe eingetreten ift.

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrung®- Maßregeln.

Türkei

Zufolge Beschlusses des Konstantinopel ift die Quarant PVtaßregeln gegen Smyrova aufg dick ârztlihe Untersudung bei

R -Anz.* Nr. 195 d. M

A 17 Von L. De

riet, 27. August. (W. T. „Semtramió* wurde heute zum f Erkrankung des Paffffagiers (vgl. Nr. 203 unverdächtig berausgestellt bat.

London, 27. August. (W. T. B) Dem „Reuter*shen: Bureau“ wird aus Glaogow gemeldet, daß eine aus Vater, Mutter und Kind bestehende Familie, bei welcher Beulenve f konstatiert worden

f a ck L Fs 5 zt 0 ck fi » set, unter Beodachtung der dortigen ärztlichen B. hörden stehe.

Der Lloyddampfer Ber rhr zugelaffen, hie fih als voltommen

Verdingungen im Auslande.

Bulgarien.

9. November. Bürzermeisteramt in Philipvopek: Ginrihtung der eleftrischen Beleuchtung und elektrishen Etsenbahn: daselbst, Näheres bet der obengenannten Behörde.

Norwegen.

12 September, 2 Uhr. Staatshahnen Chriftiania: Lieferung von 100 VMorfe- Apparaten, 100 Vonrfeschlüsseln, 100: Galvanometern; 100 Bligableitern, 100 Papieraufrollern. Angabe mit der: Auffcift: » Pelegrafapparater“ werden im Grpeditionsfomtor der Verwaltun in Christiamta, Jernbanetorvet 8/9, entgegengenommen. Nähere WBe- stimmungen im Bureau des Telegraphen-Jnspettors der Staatöbahnea, Oftdahbnstation, Christiania.

Verkehrs-Anstalten.

Laut Telegramm aus Essen hezw. Köln: (Rhein) hat sowohl die erste dgie Post über Vlissingen: mie die po eet über Ostende vom 27, August in: Essen: bezw; Köln: en Anschluß wegen verspäteter Ankunft des: Dampfers bez. Zugverspätung in England nicht erreicht.

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